Praktische Kritik, Revolution
Beiträge
Jean-Paul Sartre hat im Pariser „Express“ vom 20. April einen Kommentar zur gescheiterten kubanischen Invasion publiziert. Er rechtfertigt darin — wie nach allem, was man von ihm gelesen hat, zu erwarten stand — den neuen Kurs Fidel Castros, welcher sich dem Totalitarismus endgültig verschrieben (…)
Verantwortlich ist man ungern, vor sich und gar vor den anderen. Vor sich wird dann fast jeder höflich, so auch ein sonst roher Kerl. Doch vor anderen, sobald sie einen zur Rechenschaft ziehen, muß er sich nackt darstellen, ein Ertappter. Verantwortlich ist der, sind die, an die man sich halten (…)
Dem in die Vereinigten Staaten emigrierten, gegenwärtig an der Freien Universität Berlin lehrenden Österreicher Kurt Shell verdanken wir eine Darstellung des österreichischen Nachkriegssozialismus, die als erste gründliche wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Entwicklungen und (…)
Vor allem sei der rein theoretische, ja in mancher Hinsicht philosophische Charakter dieser Bemerkungen betont — der aber keineswegs eine Neutralität der Urteilsenthaltung bedeutet. Die Kontroverse selbst ist ein höchst wichtiges politisches Ereignis, dessen weitere Konsequenzen heute schwer (…)
Nach der ungarischen Revolution, im April 1957, beschäftigte sich die SED-Parteigruppe an der Leipziger Philosophischen Fakultät mit der Lehre Ernst Blochs. Sie kam zu folgendem Schluß: „Diese Philosophie ist nicht mit den Prinzipien der Lehre von Marx zu vereinbaren ... sie ist ein (…)
Zur Debatte zwischen China und der Sowjetunion (II)
Die Wahrheit ist, daß sowohl Kapitalismus wie Sozialismus universalistische Wirtschaftssysteme sind, deren innere Logik darauf gerichtet ist, die ganze Welt ihrer Produktionsweise zu unterwerfen. Dies ist eine elementare, nicht eliminierbare ökonomische Tatsache, die als letzte Grundlage der (…)
Gavrilo Princip wurde 1894 als Sohn einer Kmet-(Leibeigenen-) Familie im Grahovo-Tal, Nordwest-Bosnien, geboren. Geschichtliche Umstände hatten die Entwicklung der bosnischen Gesellschaft verzögert; eine urtümliche Stammeskultur war unter türkischer Herrschaft bis tief in die Neuzeit erhalten (…)
Die Revolution der primitiven Rebellen
Eine ganze Reihe theoretischer Spielarten des Individualterrorismus beeinflußte das Denken der Gruppe um Gavrilo Princip. Auf Grund der von mir eingesehenen Dokumentation kannten und studierten Princip und seine Freunde: Die klassischen Vorstellungen des Tyrannenmordes, in einem weiten Bogen (…)
Das biographisch bezeugte Interesse Lenins an der Philosophie Schopenhauers führt auf die Spur eines Zusammenhanges zwischen den beiden so verschiedenen Denkern. Was Lenin an Schopenhauer faszinierte, war wohl die seinen eigenen Auffassungen entgegengesetzte Einstellung Schopenhauers zum Begriff (…)
Der Autor bat uns um Abdruck seiner folgenden Vorbemerkung: Dem unterrichteten Leser wird es nicht schwerfallen, Widersprüche zwischen den nachstehend entwickelten Gedanken und meinen früheren Außerungen irn FORVM oder in der ‚Zukunft‘ zu entdecken. Ich leugne diese Widersprüche nicht; (…)
Aus dem stenographischen Protokoll des Nationalrates, 31. Sitzung, VI. Gesetzgebungsperiode (1949-1953), S. 1128 ff. In allen von den Russen besetzten Ländern war das, was die Kommunisten „Volksdemokratie“ nennen, im Jahre 1949 bereits hergestellt, allein in Österreich hatten vor allem die (…)
Die Ermordung des Grafen Stürgkh, Hauptvertreters des österreichischen Kriegsabsolutismus, durch Dr. Friedrich Adler, Sohn des Schöpfers und Führers der österreichischen Sozialdemokratie, hat, wie kaum ein Vorgang der Innenpolitik während des Krieges, aufwühlenden Eindruck auf die Bevölkerung (…)
Das erstaunlichste war, daß aus einer Volksaktion ohne Führer und ohne vorher festgelegtes Programm kein Chaos entstand und keine Anarchie. Es kamen keine Plünderungen der Läden vor, überhaupt keine Eigentumsdelikte, und dies in einem Lande, dessen niedriger Lebensstandard und großer Warenhunger (…)
I. Joseph Roth konzipierte den erst vor kurzem veröffentlichten Roman „Der stumme Prophet“ im Jahre 1927 und fixierte während der zwei nachfolgenden Jahre seinen Inhalt im einzelnen. Er sollte jedoch nie dieses Werk endgültig abschließen, denn am 2. Mai 1939 ging der in einem Pariser (…)
Folgender Text wird im ÖGB-Jahrbuch 1967 erscheinen. Richtig, ein Jahrbuch des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Daß eine so „kollektivistische“ Organisation so „non-konformistische“ Texte publiziert, ist außer Verdienst des Herausgebers, des dynamischen Zentralsekretärs der Metall- und (…)
Wie unvermeidlich ist das Unvermeidliche?
Die These von der Unvermeidlichkeit des Sozialismus gehört zur Quintessenz der marxistischen Geschichtsauffassung. Fast 120 Jahre sind vergangen, seitdem das Kommunistische Manifest erstmalig den kommenden Sieg der Arbeiterklasse als unumstößliches Gesetz der Geschichte proklamierte. In der von (…)
Die Sowjetunion ist nicht typisch
Zum 60. Geburtstag von Wolfgang Abendroth. [(Vorbemerkung Die hier veröffentlichten Darlegungen sind einem noch unvollendetem Buch „Zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins“ entnommen. Da sie hier aus dem Zusammenhang des Ganzen herausgerissen werden mußten, ist es unvermeidlich, daß sie (…)
Manès Sperber, gebürtiger Österreicher, seit dreißig Jahren in Paris ansässig, Essayist und Romancier von europäischem Ruf („Der brennende Dornbusch“, „Die verlorene Bucht“, „Die Achillesferse“, Trilogie „Wie eine Träne im Ozean“), Schüler Alfred Adlers, tief geprägt vom Erlebnis des spanischen (…)
Das Charakteristische des zeitgenössischen Marxismus ist, daß es ihn nicht mehr gibt; denn was heute von erklärten Marxisten unter dem Namen „Marxismus“ vertreten wird, ist kaum mehr auf einen Nenner zu bringen. Bis zu einem gewissen Grad ist dies ein Reflex der in den letzten zwanzig Jahren (…)
Die Funktion der Kunst — eine der Funktionen der Kunst — besteht darin, den geistigen Frieden der Menschheit zu bringen. Ich glaube, daß man die Bewußtseinssituation in der heutigen Kunst nicht besser bezeichnen kann, als indem man sagt: das Bewußtsein verbreitert sich immer mehr, daß es mit dem (…)
I. Soziologie als empirische Einzelwissenschaft, „die nichts als Soziologie ist“, versteht sich auf dem heute erreichten Niveau als „wissenschaftlich-systematische Behandlung der allgemeinen Ordnungen des Gesellschaftslebens, ihrer Bewegungs- und Entwicklungsgesetze, ihrer Beziehungen zur (…)
Dritte Welt contra erste?
500 Intellektuelle aus 70 Ländern waren Teilnehmer des Kulturkongresses in Havanna, der am 12. Januar 1968 zu Ende ging. Mit ihm hat Kuba die über es verhängte Blockade zumindest kulturell erstmals durchbrochen. Die nachfolgenden Auszüge aus der Diskussion stammen von J.-P. Sartre und Fidel (…)
Die neue Revolution
Die Internationale Redaktion des Neuen FORVM/DIALOG diskutiert mit 1000 Studenten im Hörsaal 1 der Universität Wien, 5. April 1968. Gesprächsteilnehmer: Giulio Girardi SDB, Prof. d. Päpstlichen Universität der Salesianer, Rom; Philosoph und Theologe. Lucien Goldmann, Prof. d. École Pratique (…)
Humanismus Wheeler: Professor Marcuse, Sie gelten als einer der einflußreichsten Männer in einer relativ jungen Bewegung, die man bisweilen „marxistischen Humanismus“ nennt. Als erstes möchte ich gerne herausfinden, was das heißt. Was sind die Unterschiede gegenüber den anderen Marxismen? (…)
Den 150. Geburtstag von Karl Marx zu ehren, hatten die um die philosophische Zeitschrift „Praxis“, Zagreb, gescharten jugoslawischen Pioniere einer zeitgemäßen Sozialismus-Philosophie für ihre diesjährige Sommerschule auf der Insel Korčula das Thema „Marx und die Revolution“ gewählt. 150 Jahre (…)
Die nachfolgenden beiden Texte von Herbert Marcuse und Hans Morgenthau entstammen Referaten des 4. Salzburger Humanismusgespräches (10. bis 13. September). Thema dieses von Dr. Oskar Schatz initiierten und vom Österreichischen Rundfunk mit außerordentlicher Liberalität veranstalteten Symposions (…)
Wurstel Nenning
... Wursteln, die einen integralen Sozialismus unter Einschluß der Kommunisten predigen und sich dafür von den Gegnern der sozialistischen Bewegung aushalten lassen ... Bruno Kreisky auf dem SPÖ-Parteitag, 3. Oktober 1968 ... der Nenning, damit ich den Namen jetzt nenne und jeder weiß, wen ich (…)
Aus dessen Werk „Zwischen zwei Weltkriegen?“, Bratislava 1936, S. 312 ff.
Am 9. November 1918, vor 50 Jahren, begann in Berlin. unter Karl Liebknechts Losung „Alle Macht den Räten“ die Revolution; am Tag zuvor war Bayern Republik geworden, und als neue Repräsentanz des Staates wirkte nun ein Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat unter dem Vorsitz Kurt Eisners; 5 Jahre (…)
Marcuse: Die Reformen, die das Gaullistische Regime jetzt einführen wird, sind, weiß Gott, keine revolutionären Reformen. Es sind technokratische Reformen. Aber es gibt Reformen, die in der Tat zu einer zunehmenden Radikalisierung führen können; ich bin da ganz der Meinung meines Freundes André (…)
Kennzeichnend für die prärevolutionäre Situation Lateinamerikas scheint uns der nachfolgende Text, den wir als Dokumentation insbesondere zu dem vorangehenden Gespräch mit Herbert Marcuse erstmals in deutscher Sprache vorlegen (Übersetzung: H. v. Nussbaum). Er entstammt einem Flugblatt, das in (…)
Die große revolutionäre Lektion aus den Pariser Maitagen 1968 ist eine strategische Lektion: man muß vom Reden zum Handeln übergehen in Form der Kontestation; sie erscheint heute als, wo nicht einziges, so doch sicherstes Mittel der Revolution, zugleich als das gewaltfreieste Mittel. Man muß sie (…)
Wir alle sind beeindruckt, bewegt und belehrt durch Feuer und Präzision Herbert Marcuses. Er ist wirklich rechtzeitig gekommen. Diese Zeit der Studentenunruhen braucht Formulierungen, an die man sich halten kann, ohne daß dieser Halt ein statischer wäre, einer von denen, die das Establishment (…)
Wer jung verheiratet ist, merkt es noch nicht. Die ersten Wochen und Monate haben die beiden genug mit einander zu tun, um sich nicht zu langweilen, und sie finden das Alleinsein in der Zweisamkeit schön. Irgendwann aber merken sie, wie sehr sie das Verheiratetsein von ihrem Bekanntenkreis (…)
Zu seinem Buch „Zwischen Reformismus und Bolschewismus. Der Austromarxismus als Theorie und Praxis“, Europa-Verlag, Wien. Wäre das umfangreiche Buch Norbert Lesers über den Austromarxismus vor fünf Jahren erschienen, hätte man es als streitbares, gescheites, aber für die Gegenwart wenig (…)
Herbert Marcuse ist verstummt: Seit jener wilden Attacke des jungen Führers der neuen Linken, Daniel Cohn-Bendit, auf ihn im Teatro Eliseo in Rom, wo Marcuse auf Einladung eher sehr bürgerlicher Veranstalter sprach, ist er in der Öffentlichkeit nicht mehr aufgetreten. Natürlich ist der von (…)
Das CEDI (Centre Européen de Documentation et d’Information) hat als Ehrenpräsidenten einen gewissen Otto Habsburg und ist dementsprechend verrufen. Die Einladung, auf dem CEDI-Jahreskongreß in Pareja (Spanien) über die neue Linke zu referieren, habe ich dennoch angenommen. Nachfolgend meine (…)
1. Politische Revolution Die Unehrlichen tun so, als hätten sie alles Verständnis für das „Anliegen“ der Jugend. Aber das ist, richtig ausgesprochen, ein Anlügen der Jugend. Diese politisierende Jugend will ein ganz anderes, neues, besseres politisches System, und welcher Politiker wünscht den (…)
R. H. nähert sich der Vollendung seines 60. Lebensjahres (geb. 11.3.10, München). Aus all seinen Ämtern verjagt (bis 1963 Mitgl. d. Volkskammer‚ bis 1964 Ordinarius u. Direktor d. Inst. f. phys. Chemie, Humboldt-Univ., bis 1966 Mitgl. d. Dtsch. Akad. d. Wiss.), lebt er nun von seiner Rente als (…)
Die Pflicht aller Theoretiker ist es, zu hoffen, daß der andere die Revolution macht. Spruchblase aus dem Munde Adornos auf einem Flugblatt während des Frankfurter Studentenstreiks, Dez. 1968. Theodor W. Adornos Bedeutung für die Entwicklung materialistischer Kategorien bei der Analyse (…)
Der Erfolg eines Streiks läßt sich nicht an den unmittelbaren Vorteilen messen, die er bringt, sondern an der Macht, die die gemeinsame Aktion den kämpfenden Arbeitern gibt: Macht über die Organisation der Arbeit, über die qualitative und quantitative Bewertung der Funktionen im Arbeitsprozeß, (…)
Warum schreiben Sie seit einigen Jahren keinen Roman mehr, sondern Biographien und Theaterstücke? Haben Marxismus und Psychoanalyse den Roman zu einer unmöglichen literarischen Form gemacht? Ich habe mir diese Frage oft gestellt. Sicher ist, daß es keine Technik gibt, die eine Romanfigur so (…)
Miguel Arraes: Die Erfolge der Stadtguerillas Vorstellung und Empfindung sind zutiefst berührt von den detaillierten Berichten über Brutalität und Gewalt an Hunderten Brasilianern. Ungleich mehr Folterungen und Morde bleiben anonym: jene durch Hunger, Armut, Unterdrückung, Ausplünderung. Dies (…)
Für Hunderte Millionen Menschen Inbegriff der Befreiung aus Elend, Knechtschaft, Unwissenheit; für andere Symbol des Bösen, von Aufruhr, Gewalt, Diktatur; für manche der Fetisch, mit dem sie Mißbrauch treiben — das ist Lenin. Dieser Name duldet keine Indifferenz, nötigt jeden, Partei zu (…)
Wie kam es, daß Sie zu den „Black Panthers“ in die USA fuhren? Zwei Mitglieder der „Black Panther Party“ haben mich in Paris besucht und mich gefragt, wie ich ihnen helfen könne. Ich glaube, sie dachten, ich könne ihnen in Paris helfen, aber ich sagte: „Das Einfachste ist, wenn ich nach (…)
Die Suche nach einem schon konkret faßbaren weltanschaulichen und politischen Leitbild ist ja gerade bei der jungen Generation überall in der Welt deutlich spürbar. Existiert heute bereits eine Form des Sozialismus, die Ihrer Ansicht nach dem Zukunftsmodell einer wirklich sozialistischen (…)
Der vorliegende Aufsatz entstand nach einer längeren Studienreise durch Kuba und wurde auch in der FAO-Zeitschrift „Ceres“ unter dem Titel „Cuba: The Agricultural Worker is the real Winner“ veröffentlicht. Erich H. Jacoby wird voraussichtlich im Herbst 1970 nach Österreich kommen, um auf (…)
I. F., Philosoph, Soziologe, Politologe, Ordinarius der Goethe-Universität Frankfurt, Mitglied der Internationalen Redaktion des NF, befaßte sich — ursprünglich protestantischer Theologe — mit Marxismus schon zu Zeiten, als dieser in Adenauers Reich noch des Teufels war: als Herausgeber der (…)
Der vorstehende Abschnitt über die logischen Aporien der Wissenssoziologie gehört zu den interessantesten Passagen aus dem Buche Adam Schaffs über „Geschichte und Wahrheit“, das in seinem Titel die Beschäftigung mit dem zentralen Problem der marxistischen Philosophie verspricht. Auch in den (…)
1. Notwendigkeit einer Popästhetik Pop ist keine authentische ästhetische Kategorie. In der Nachfolge der Philosophie Platos und Croces sehen viele bürgerliche Kulturtheoretiker Kunst als eine „intuitiv-expressive Einheit“. Demgegenüber hat Della Volpe gezeigt, daß jede materialistische (…)
Seit Mai dieses Jahres sind Sie Chefredakteur des maoistischen Kampfblattes „La Cause du Peuple“ („Die Sache des Volkes“). Ihre Vorgänger, die ersten beiden Chefredakteure, wurden für publizierte Artikel zwölf und acht Monate ins Gefängnis geschickt, die Organisation selbst als radikalste der (…)
I. Intellektuelle als Verräter Angesichts der schamlos offenen Taktik, mit der die Monopolbourgeoisie versucht, die ihr Herrschaftssystem bekämpfenden Kräfte sich einzuverleiben und für ihre eigenen Zwecke nutzbar zu machen, erscheint die Verleihung des Goethepreises an Georg Lukács als (…)
Die nachfolgende Selbstdarstellung einer linken Gruppe in Wien scheint mir ein faszinierendes Zeichen der Zeit, ein Dokument, das kompletten Abdruck verdient. Es stammt aus der Zeitschrift „Nachrichten für Unzufriedene“, produziert von dieser Gruppe. Bestellungen an: Jakob Myttheis, Wien VI, (…)
1. Es ist höchst unwahrscheinlich, daß die „moderne Industriegesellschaft“ (die Gesellschaft der industriell entwickelten Länder Europas, Amerikas und Australiens) immuner ist gegen Revolution als andere sich plötzlich verändernde Gesellschaften der Vergangenheit. Immunität gegen Revolution (…)
I. Antiquierte Räte? Eine neue theoretische Reflektion des Räte-Themas wurde gefordert: Dieser Vorschlag hat bei den traditionellen politischen Kräften Skandal verursacht; wir wurden sofort als scholastische Wiederentdecker historisch überholter Erfahrungen katalogisiert, als Extremisten, die (…)
A. K., Professor für Philosophie der Politik an der Universität Basel, ständiger Beiträger und Redaktionsbeirat des NF, Präsident des „International Dialogic Committee“ (IDC) Wien-Santa Barbara, Calif. über das IDC-Seminar in Cuernavaca, siehe den Vorspann zum voranstehenden Beitrag G. N.s. (…)
I. Vom Widerspruch im Intellektuellen Vor allem meine ich, daß es keinen Intellektuellen gibt, der nicht „links“ ist. Natürlich gibt es Leute, die Bücher oder Essays schreiben und zur Rechten gehören. Aber für mich genügt es eben nicht, seine Intelligenz funktionieren zu lassen, damit einer (…)
In München existiert eine Buchhandlung, die sich „Linksbuch“ nennt und selbstredend, zwischen Boutiquen eingerahmt, im attraktivsten Viertel der Stadt liegt. Dort fand ich mich vor wenigen Wochen ein und erbat Wolfgang Harichs Buch „Zur Kritik der revolutionären Ungeduld“. Die Reaktion der (…)
I. Ausbleiben des Weltoktobers Die kommunistische Weltbewegung ist am Ende des Ersten Weltkrieges entstanden als Reaktion auf drei welthistorische Ereignisse: das Versagen der zweiten, sozialistischen Internationale, die am Anfang des Ersten Weltkrieges ins Lager des Imperialismus, ins Lager (…)
I. Betrieb und Wohnung In den letzten drei Jahren verschärfte sich der Klassenkampf in Italien, indem er sich auf alle großen Industrieregionen ausdehnt: Pirelli/Mailand, Fiat/Turin, Rhodia Verbania, Alfa/Innocenti, Siemens/Mailand, Piaggio/Pontedera, und in den Betrieben von Italsider in (…)
Der vierte Kanzler der Bundesrepublik Deutschland ist nicht ein altersgrauer Zeuge der wechselvollen Perioden deutscher Geschichte auf dem Wege vom 19. zum 20. Jahrhundert; er ist nicht Repräsentant des deutschen Bürgertums, geschweige denn ein so penetrant typischer, wie es seine beiden letzten (…)
I. Technostruktur und Selbstverwaltung Ein wesentliches Problem unserer Zeit ist der Widerspruch zwischen technischer Rationalität und Effizienz auf der einen Seite, positiver menschlicher Freiheit im Sinne der Selbstverwirklichung auf der anderen Seite. Der Kapitalismus gab in seiner (…)
Das Ziel revolutionärer Marxisten in einer Übergangsgesellschaft müßte es sein, die moderne Form der Arbeitermacht zu entdecken, das Gegenstück zu den russischen Sowjets während und nach der Revolution von 1917. Glauben Sie, daß dies einer der Inhalte des Prager Frühlings war, oder war dieser (…)
Männer als Kolonialherren
Frauen als Eingeborene
1 Biologie und Geschichte Ohne Zweifel ist die Unterdrückung der Frau vorgeschichtlich und hat ihren Ursprung in gewissen Sitten, die ihr erlauben sollten, ihrer besondern biologischen Verantwortung — der Schwangerschaft — nachkommen zu können. Und wie auch immer die komplexeren Formen, die (…)
Die patriarchalische Form der Familie ist kein Produkt kapitalistischer Produktionsverhältnisse. Ihr Ursprung liegt in vorangegangenen gesellschaftlichen Formationen. Sie ist eng verknüpft mit dem ersten Auftreten des Privateigentums (siehe F. Engels, Ursprung der Familie, des Privateigentums (…)
Nicht soviel wie ein Schwanz
Das Gespräch fand auf einem Frauenkongreß in Montreal statt. „Hundert Mädchen sind nicht soviel wert wie ein Schwanz“, sagte ein altes vietnamesisches Sprichwort. Früher zählte die Frau überhaupt nicht. Das Sklavendasein der Vietnamesin war bestimmt durch die „Drei Schwüre“ (Gehorsam gegen (…)
„Übergangsgesellschaft“ bezeichnet die Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus (schließt also die Periode des Sozialismus mit ein). Zwischen der kapitalistischen und kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andere.“ Marx und (…)
Mottingeramt, 25. Jänner 1973 Lieber Freund! Nach der genauen Lektüre des Jänner-Forums, das mir Aramis aus Krems mitgebracht hat, kann ich Dir für Deinen Einsatz nur herzlich danken und auch dafür, daß Du mit Fleiß und Gedankenschärfe den völlig fruchtlosen Versuch gewagt hast, den Wiener (…)
Voraussetzungen der Revolution
Seit Sie vor zehn Jahren den „Eindimensionalen Menschen“ schrieben, hat sich vieles geändert, auch Sie selbst. In Ihrem jüngsten Buch, „Konterrevolution und Revolte“, gehtes weniger um Integrierung der Menschen ins System, als um deren Abkehr von der sich zersetzenden kapitalistischen (…)
Stalinismus — das ist heute noch Schimpfwort, Mythos und gebrochene Moral. Für die Sozialdemokraten gilt Stalin als Paradigma des Kommunismus, als Versatzstück des vulgären Antikommunismus und Gegenstück des „demokratischen Sozialismus“ à la Kreisky oder Brandt. Die junge kommunistische (…)
Das Schisma der Arbeiterbewegung — unvermeidlich seit der Kapitulation der zweiten Internationale im Jahr 1914 — setzt sich auffallenderweise in theoretischen und philosophischen Kontroversen keineswegs fort: es gibt keine sozialdemokratische Theorie mehr, und es kann sie auch nicht geben. Denn (…)
Die Sklaven des Südens stehen auf
Der Text wurde im November 1972 von der italienischen Linksgruppe „Lotta Continua“ zur Diskussion gestellt. Er ist von Guido Viale redigiert, der am 28. Jänner 1973 von der Turiner Polizei nach einer antifaschistischen Demonstration unter absurden und konstruierten Beschuldigungen verhaftet (…)
1 Reportage Frankfurt/Schumannstraße Der derzeit wundeste Punkt in Frankfurt ist die Ecke Bockenheimer/Schumannstraße: vier besetzte Häuser. Hundertzwanzig Bewohner. 20% sind Arbeiter und Angestellte. Der Rest Studenten. Sie sagen: „Wir haben Häuser besetzt, um aus der Isolation von (…)
Auguste Comte: Plan der wissenschaftlichen Arbeiten, die für eine Reform der Gesellschaft notwendig sind. Übersetzt von Wilhelm Ostwald‚ eingeleitet und herausgegeben von Dieter Prokop. Reihe Hanser, München 1973, 156 Seiten, DM 7,80, öS 61,60. Über Auguste Comte ist ein Wort von Marx bekannt: (…)
Tag für Tag lesen wir in den westlichen Zeitungen, daß uns ‚‚die Araber“ das Öl absperren. In rassistischer Manier werden die Scheichs mit den von ihnen ausgebeuteten Untertanen in einen Topf geworfen. In Wirklichkeit ist der „Ölboykott“ eine Fiktion, ein Paravent, hinter dem sich die Scheichs (…)
Sie sind nun seit zwei Jahren Chefredakteur der Cause du Peuple. Sie haben die Zeitung auf der Straße kolportiert und kämpferische Artikel für sie geschrieben. Nun arbeiten Sie für eine neue Zeitung Libération. Sie haben an einer großen Zahl von maoistischen Kundgebungen und Aktionen (…)
Die Weltrevolution war ein Irrtum
„In Wirklichkeit“, schrieb Lenin Anfang 1920, „hatten sich alle alten Formen der sozialistischen Bewegung mit neuem Inhalt gefüllt, vor die Zahlen trat deshalb ein neues Vorzeichen: das ‚Minus‘; unsere Neunmalweisen aber fuhren (und fahren) hartnäckig fort, sich selbst und anderen (…)
1 Die Ost-West-Links-Rechts-Verkehrung Die gegenwärtige Situation der Linken in den Industrieländern ist, offen gesagt, beklagenswert. Ein großer Teil dieser Linken ist schon etabliert oder ist gerade im Begriff, sich in das gesellschaftliche Establishment zu integrieren. Diesem Teil der (…)
Bei der kritisch-materialistischen Rekonstruktion des Revolutionsverständnisses von Lenin und dem frühen Lukács gehe ich von der These aus, daß die grundlegenden Züge der Leninschen Gesellschafts- und Parteikonzeption nur konsequent bestimmt werden können, wenn die asiatische Konzeption von Marx (…)
Eine Demonstration portugiesischer Frauen am 13. Jänner 1975 auf einem öffentlichen Platz in Lissabon endete in einer richtiggehenden Hexenjagd, Diesen Bericht sandten portugiesische Frauen an die Aktion unabhängiger Frauen (AUF), Wien. Schwestern! Nach der weltbekannten portugiesischen (…)
1 Bonaparte & Co. — ein Revolutionsvergleich Eine Revolution ist die beste Schule der Dialektik. Im periodischen Sturz der Fraktionen folgt die portugiesische der Logik aller entwickelten Revolutionen, z.B. der klassischen französischen: Nach dem Scheitern der Reformen von Necker (…)
Das nachfolgende Interview haben wir am 2. Mai 1975 mit dern portugiesischen Trotzkistenfunktionär Afredo Frade anläßlich seines Besuches in Wien aufgenommen. Frade, Jahrgang 1951, Medizinstudent, gehört der LCI (Internationale Kommunistische Liga) an, die bei den Wahlen vom 25. April 1975 als (…)
Otelo spricht
Aus einem Interview, das der Brigadegeneral und COPCON-Kommandant Otelo Saraiva de Carvalho der italienischen Linkszeitung Lotta Continua gab (im Dreigestirn des Direktoriums vom 25. Juli vertritt Carvalho das Prinzip der Unterwerfung der Räte unter ein Militärregime, Gonçalves die KP, Costa (…)
Nicht im Parlament, sondern im Klassenkampf wird das Schicksal der Arbeiterklasse entschieden. Die Situation, in der die Nationalratswahlen stattfinden, ist gekennzeichnet durch die Vertiefung der politischen und ökonomischen Krise des Imperialismus, durch die großartigen Erfolge der Völker (…)
Sozialismus oder Barbarei
Tätiger Optimismus Nationalratswahlen stürzen die Linke in Österreich immer wieder in ein Dilemma. Resignation, Unentschiedenheit, Jammern, Kleinmut und Pessimismus — alle Negativa des österreichischen Nationalcharakters machen sich breit. Man beklagt den „niedrigen Politisierungsgrad der (…)
Liebe Freunde, hier ist schlechtes Wetter. Ich denke an Euch. In Moskau war Sonne, erst recht in Sibirien. Gleich nach meiner Rückkehr verschlang mich meine Redaktions-, Fernseh- und Gewerkschaftsarbeit. Dieses Wochenende ist meine Chance. Ich kann in einiger Ruhe schreiben und weitertreiben, (…)
Mitte August bis zum 12. September 1971, dem Tag der Flucht Lin Piaos (die bekanntlich mit dem Absturz des Flugzeugs in der Mongolei endete), unternahm der Vorsitzende Mao eine Reise durch die chinesische Provinz, auf der er die Leiter der Regionen mit seiner Kritik an Lin Piao bekannt machte. (…)
Mao vergleicht sich gern mit Schi Huang-ti, dem Ersten Kaiser der Chin, der 221 v. Chr. als erster das Reich einigte und die Große Mauer vollenden ließ. Lin Piao war gegen Schi Huang-ti — das Motiv spielte eine gewisse Rolle in der Konfuziuskampagne. Nachfolgendes Zitat stammt schon aus dem Jahr (…)
In einem Brief an seine Frau Chiang Ching warnte Mao Tse-tung schon zu Beginn der Kulturrevolution, daß sein Freund (gemeint ist Lin Piao) ihn nur deshalb „in den Himmel“ hebe und einen beispiellosen Personenkult um ihn entfalte (das kleine rote Büchlein „Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung“ ist (…)
Blutige Geburt
Das leichte Artillerieregiment Nr. 1 (RAL 1, die „RALIS“) in Sacavem, einem nördlichen Vorort Lissabons, ist die Rote Garde der portugiesischen Revolution. Der Kommandant dieser linksten Einheit der portugiesischen Armee ist Major Dinis de Almeida, 29. Unsere Mitarbeiterin Cornelia Frey (…)
Geschichte Im Mai 1975 begann der Kampf der Arbeiter gegen die Kontrolle der Sozialdemokraten über die Zeitung República. Unter Mitwirkung des COPCON wurde die Redaktion Ende Juni/Anfang Juli den Arbeitern übergeben. Die Redakteure, die unter der Leitung des Sozialdemokraten Raul Rêgo zum (…)
Die Revolution in Portugal sei wie eine schwangere Frau. Der Sozialismus — das Kind, das geboren wird. „Wann sie niederkommt, weiß ich nicht, doch eines ist gewiß: jede Geburt ist blutig.“ Zehn Stunden, nachdem mir RALIS-Kommandant Dinis de Almeida diesen Vergleich ausgemalt hatte, gingen in (…)
MFA-Projekt vom 8./9. Juli: Staatskapitalismus, gemischte Wirtschaft oder Räte in Selbstverwaltung? In der Nacht vom 8. zum 9. Juli 1975 überschritt die Bewegung der Streitkräfte (MFA) den Rubikon zum Rätesozialismus: erstmals definierte die MFA-Generalversammlung, damals das oberste legale (…)
Man kommt hier einfach nicht mit — was immer man schreibt, denkt, quatscht, stimmt eine halbe Stunde später nicht mehr. Man hat den ganzen Tag das Radio laufen, liest Zeitungen überall, in Zügen, Hotelhallen, Telefonzellen, Stehcafés, Restaurants, Fabrikskantinen, die Leute über Zeitungen (…)
Portugal hat noch zuwenig Geld, um Gemeinheiten zu verbergen. Hier strecken die Bettler und Krüppel den Reichen noch ihre rotgefrorenen Stümpfe entgegen, hier laufen die Kinder noch im Nebel nach Mitternacht ohne Hemd und Schuhe herum und betteln an den Tischen der Stadtcafés für ihre Mutter in (…)
Oi, liegen wir falsch!
Lieber Michael, Kürzlich war ich gegen das Steinewerfen jugendlicher Wiener Romantiker auf das spanische Reisebüro und auf Polizisten — beim gegebenen Geisteszustand der Mehrheit der Arbeitenden in einem kapitalistisch-sozialdemokratischen Industrieland, und noch dazu vor allgemeinen Wahlen, (…)
So bin ich
Zu seinem Siebzigsten am 21. Juni 1975 gab Sartre in einem Gespräch mit Michel Contat‚ Freund und Mitarbeiter, Redakteur von Les Temps Modernes, eine Totalaufnahme seines gegenwärtigen Zustands: gesundheitlicher Verfall, finanzielle Panik — aber was das Werk betrifft: zufriedene Rückschau, ganz (…)
Simone Weil: Unterdrückung und Freiheit. Politische Schriften, aus dem Französischen von Heinz Abosch. Rogner & Bernhard, München 1975, 276 Seiten, DM 19,80, öS 152,50 Das vorliegende Buch bringt erstmals in deutscher Sprache eine Auswahl der politischen und philosophischen Texte einer (…)
Philipp Buonarroti: Babeuf und die Verschwörung für die Gleichheit mit dem durch sie veranlaßten Prozeß und den Belegstücken. Übersetzt und eingeleitet von Anna und Wilhelm Blos, Verlag J. H. W. Dietz Nachf., Berlin-Bonn 1975, 336 Seiten, DM 15, öS 115,50 Marx lehnte ihn ab Gracchus Babeuf (…)
Staatssschutzwissen und Staatsschutzmeinung über Baader/Meinhof füllt mittlerweie Tonnen von Papier. Als Ulrike Meinhof am 9. Mai 1976 tot in ihrer Zelle in Stuttgart/Stammheim aufgefunden wurde, versuchten die Behörden sofort, die Ursache in Streitigkeiten innerhlab der Gruppe zu verlegen, um (…)
Indianisiert den Marxismus!
Ramiro, warum willst du lieber ein Ketschuaschriftsteller sein als ein bolivianischer? Reynaga: Weil ich mich als Teil eines Volkes, einer Kultur, einer Rasse betrachte, die vor Tausenden von Jahren entstanden ist. Bolivien aber wurde erst im Jahre 1825 gegründet. Die Wirklichkeit, über die (…)
Der Aufsatz aus dem Nachlaß Ernst Blochs vermittelt zwischen Lenins Widerspiegelungstheorie (das Bewußtsein bildet die Wirklichkeit ab) und dem subjektiven Idealismus Kants (das Bewußtsein formt die Wirklichkeit): also zwischen Abbild- und Erzeugungstheorie. Dabei wendet sich Bloch gegen den (…)
Josefinische Beamte als Gewaltrevolutionäre Wien bildete 1792 bis 1794, als die Französische Revolution ihrem Höhepunkt entgegenging, mit einer rund 40 Personen umfassenden demokratischen Verschwörergruppe einen der Schwerpunkte der deutschen Jakobiner. Eine ähnliche oder noch stärkere (…)
I. Gewerkschaften und Gemeinwirtschaft In ihren Anfängen übernahmen die Gewerkschaften gelegentlich notgedrungen — aufgrund der zunächst außerordentlichen ökonomischen und politischen Schwäche der Klasse der Arbeitskraftverkäufer — viele Aufgaben außerhalb ihrer eigentlichen Funktion als (…)
An wem liegt es, wenn die Unterdrückung bleibt? An uns. Brecht Tegel, im Jänner/Februar 1978 Die Gralshüter des Goldenen Kalbes sind auf der Suche nach den Ursachen und Gründen des Terrorismus. Doch für die Reaktion ist nichts gefährlicher, für unser Überleben nichts wichtiger als die wahre (…)
Als die feudale Produktionsweise noch die herrschende, aber nicht mehr die historisch notwendige war, nahm sich der absolutistische Staat der ökonomischen Interessen der aufstrebenen Bourgeoisie an. „Die zentralisierte Staatsmacht, mit ihren allgegenwärtigen Organen — stehende Armee, Polizei, (…)
Am 19. Juli wurde Herbert Marcuse 80. Sein Freund und Schüler Rudi Dutschke schrieb diesen Geburtstagsartikel für das Mitglied unseres Redaktionsbeirats Ende Juni/Anfang Juli, für unser Sommerheft war’s leider zu spät. Im nachhinein: Alles Gute! 1 Begegnung des Augenblicks (Nostalgie und die (…)
Wie man Revolution macht, indem man den Kapitalismus unterstützt
Muffensausen der SP (Betrifft, „Weltgeist ums Eck“ und „Berlinguers Tagebuch“, NF März 1977) Sehr geehrter Herr Nenning, da haben Sie in dem Herrn Oberlercher ja einen prächtigen Mitstreiter gefunden. Nur zu: Machen Sie aus dem NF eine Totengräberschule! Wenn bloß die SPD (SPÖ) kein (…)
Ströme durch die Kaffeehäuser, Klubs, Diskotheken, Arbeitskreise, Universität; durch die Straßen, an den Wochenenden und im Sommer weg von der Stadt, Kulturbetrieb; ein „Suchen“ oder die kleinen „Erfüllungen“. Dabei werden Räume durchstreift und mit Wünschen besetzt. Diese kleinteiligen „Orte“ (…)
Wien, am 17. Dezember 1978 Lieber Rudi, lieber Gottfried! lhr habt nur über die alte Arena von 1976 geschrieben, nicht über die neue von 1978. Heute waren zwei Arenauten bei mir, die jetzt dabei sind und die auch schon damals dabei waren; sie haben mir folgendes erzählt. Während der (…)
mit den durch die bürgerliche restauration nach 1945 eingesetzten politischen strukturen ist es den us-monopolen gelungen, eine annähernde interessengleichheit zwischen dem us- und dem europäischen kapital zu erzwingen, das zugleich folge als auch voraussetzung eines ökonomisierungsprozesses der (…)
was mein verhältnis zur bewegung 2. juni, einer stadtguerillagruppe, deren kampf den geschichtlich legitimen anspruch auf widerstand und befreiung von unterdrückung aktualisiert, bestimmt hat und bestimmt, sind die prinzipien von solidarität, gegenseitiger hilfe, politischer kommunikation, (…)
Gerichtsverhandlungen sind wie Alpträume, kreisen um Nebensachen, man will eingreifen, ist wie gelähmt — die Hauptsache verschwindet hinter einem banalen Konflikt, der mit einer schlechten Pointe endet. Im ersten österreichischen „Terroristenprozeß“, der vom 12. bis 16. Februar 1979 im Wiener (…)
Peter Glotz, Jahrgang 1939, Berliner Senator für Wissenschaft und Forschung, SPD-Mitglied, ist ein eher undeutscher, fast französisch wirkender Typ von Politiker: ein Mann, der denken und schreiben kann. Der beides tut, noch wenn er im Amt ist. Dieser Tage erscheint sein politisches Tagebuch aus (…)
Otto Groß ist ein vergessener Vorläufer Wilhelm Reichs, den Josef Dvorak in einer gründlichen Studie im Juli/August-Heft 1978 des NEUEN FORVMs exhumierte. Schon vor dem ersten Weltkrieg hatte Otto Groß begonnen, Psychoanalyse und soziale Revolution zu verbinden. Als Teilnehmer des (…)
wir machen das maul nicht auf! wenn wir es doch aufmachen, kommt nichts raus! wenn wir es auflassen, wird es gestopft: mit kleinbürgerlichen schwänzen, sozialistischem bumszwang, sozialistischen kindern, liebe, sozialistischer geworfenheit, schwulst, sozialistischer potenter geilheit, (…)
Klapp off, Rom!
Während sich bei der offiziellen UNO-Veranstaltung die Militärdiktatoren der Dritten Welt um ein paar Brosamen vom Tisch der Multis balgten, während auf der zugehörigen Fachleutekonferenz im Wiener Eisenbahnerheim die Konsulenten der Weltbank Wissenschaft markierten, fand die einzig (…)
Kopfarbeiter aller Länder, vereinigt euch!
0 Auf der Suche nach dem revolutionären Subjekt Ob Marcuse ein guter Philosoph war, weiß ich nicht. Ich glaub eher nicht. Aber es interessiert mich nicht wirklich. Den Lustgewinn, den Marcuse für uns Linke rehabilitiert hat, hol ich mir anderswo (Marx, Hegel, Augustinus). Hier geht’s nicht (…)
Ivan Illich hat eine neue Theorie. Die „sanfte Technik“ wird schon von der Weltbank vereinnahmt, propagiert — also bricht der Prophet der Alternativen auf zu neuen Ufern. Es geht ihm um eine neue Lebensform, in der nicht mehr Waren produziert werden, sondern, nach dem Modell der Hauswirtschaft, (…)
I. Er schloß die Ära Adenauer Sozialismus ist die Fortsetzung des Kapitalismus mit anderen Mitteln. Noch schrecklicheren. Gegen diesen Sozialismus war Rudi Dutschke. Sozialismus ist die Fortsetzung unser aller guten Träume in die Wirklichkeit. Für diesen Sozialismus war Rudi Dutschke. Weil (…)
a) Marxismus-Leninismus • b) offene Gesellschaft c) Nationalsozialismus • d) Kalter Krieg a) Marxismus — Leninismus In der Alternative von mechanistisch-utilitaristischer und romantisch-illusionärer Selbstbestimmung ist das Leben entfremdet. Dies wurde namentlich von den idealiistischen (…)
Bernd Rabehl, ehemaliger deutscher Studentenführer der 68-er-Bewegung, ist heute Assistenzprofessor für Soziologie an der Freien Universität Berlin. Mit ihm sprach Walter Famler über seinen Marsch durch die Institutionen, über grüne, rote und schwarze Politik und (außerparlamentarische) (…)
es ist nicht gut, wenn sklaven bücher lesen. bildung zerstört ihre instinkte und verwirrt ihren geist. glauben sie mir: sie sind im irrtum, sie täuschen sich — was ein sklave werden soll, das hat erziehung nötig. die ausbildung seiner fertigkeiten und die erziehung zu ordnung und moral. ein (…)
Zwei Traditionen stoßen hart aufeinander, die andere ungebrochen, die unsrige von ihr immer wieder genickt. Siegen aber, in the long run, werden wir. -Red. Die 200-Jahrfeiern der Französischen Revolution versuchten heuer allenthalben, die Umwälzungen, die mit diesem epochalen Ereignis (…)
Zu den wichtigsten Errungenschaften einer Revolution zählen ihre Rituale; von besonderer Bedeutung sind dabei Jahrestags- und Geburtstagsfeiern, und werden gar Todestage verstorbener Persönlichkeiten begangen, steht einem gelungenen Abend nichts im Wege, kann doch vom Jubilar keine Störung mehr (…)
Kritische Politologie und politische Triebtheorie
1987 brachte der Freiburger Ça ira-Verlag ein Reprint von Frank Böckelmanns im März 1966 erstmals veröffentlichtem Essay über „Die schlechte Aufhebung der autoritären Persönlichkeit“, im Frühjahr 1990, beinahe auf den Tag seiner Emeritierung, Johannes Agnolis 1967 im Rahmen eines gemeinsamen (…)
Wir erleben gegenwärtig einen immer stärkerern Durchbruch planwirtschaftlicher Gedanken in der Wirtschaft. Bruno Kreisky 1967 I. Wenn es in der Öffentlichkeit um die Bürokratie geht, dann wissen wir schon, daß es gegen die Bürokratie geht. Angesagt ist, was gefällig ist: Denunziation statt (…)
1. Teil: Von Benjamin zu Marx (2. Teil: Von Marx zu Benjamin) Marx sagt, die Revolutionen sind die Lokomotive der Weltgeschichte. Aber vielleicht ist dem gänzlich anders. Vielleicht sind die Revolutionen der Griff des in diesem Zuge reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse. Es ist (…)
„1989 wählten die Völker Osteuropas ein Jahrhundert ab“, lautet auch heute noch ein beliebter Stehsatz westlicher Kommentatoren. „Der Sozialismus ist nach beinahe eineinhalb Jahrhunderten von der politischen Bühne abgetreten“, meinen selbst viele Linke, und Resignation herrscht aller Orten. Was (…)
Gestern Abend wieder einmal Adorno gelesen, diesmal gegen den Strich seiner Intention, ihn selber herausgelesen aus seinen Satzschlingen, den Klemmer, der zur Macht will mit dem untauglichsten aller Mittel: der bloßen, sich zu keinem Imperfekt bekennenden Kritik. Was will der Spiesser (…)
Revolution bei Wikipedia

Eine Revolution ist ein grundlegender und nachhaltiger struktureller Wandel eines oder mehrerer Systeme, der meist abrupt oder in relativ kurzer Zeit erfolgt. Er kann friedlich oder gewaltsam vor sich gehen. Revolutionen gibt es in den verschiedensten Bereichen des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Als Antonyme gelten die Begriffe Evolution und Reform: Sie stehen für langsamer ablaufende Entwicklungen beziehungsweise für Änderungen ohne radikalen Wandel. Die genaue Definition ist umstritten, eine allgemein gültige Revolutionstheorie über die notwendigen und hinreichenden Bedingungen bei der Entstehung jeder Revolution, die Phasen ihres Verlaufs und ihre kurzfristigen und langfristigen Folgen, liegt nicht vor. Ein an einer Revolution Beteiligter wird als Revolutionär bezeichnet.
Begriff
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wortherkunft und Begriffsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Fremdwort Revolution wurde im 15. Jahrhundert aus dem spätlateinischen revolutio („Umdrehung“, wörtlich „das Zurückwälzen“) entlehnt und bezeichnete zunächst als Fachwort in der Astronomie den Umlauf der Himmelskörper. Nikolaus Kopernikus verwendete das lateinische Wort revolutio mit dieser Bedeutung in seinem Hauptwerk De revolutionibus orbium coelestium (1543).
Im England des 17. Jahrhunderts wurde der Begriff in Bezug auf die Glorious Revolution im Jahr 1688 im Sinne einer Wiederherstellung des alten legitimen Zustandes verwendet (ein Zurückwälzen der gesellschaftlichen Verhältnisse).[1] Die heutige Hauptbedeutung als ein gewaltsamer politischer Umsturz kam, ausgehend vom französischen révolution[2], im 18. Jahrhundert auf. Im Geschichtsbild der DDR bildete sich mit dem Begriff Frühbürgerliche Revolution eine eigene Interpretation auf marxistischer Grundlage heraus.[3]
Hauptbedeutung
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Der Begriff Revolution wird heute für tiefgreifende Veränderungen in den verschiedensten Bereichen verwendet, etwa in der Wissenschaft, der Kultur, der Mode usw. Als politische oder soziale Revolutionen werden heute krisenhafte Transformationsprozesse bezeichnet, in denen der gesetzmäßige oder konstitutionelle Entscheidungsvorgang außer Kraft gesetzt wird und die bis dahin herrschende Elite abgesetzt und ein anderes politisches System mit anderen Repräsentanten installiert wird.[4]
Eine Realdefinition liegt wegen der Unterschiedlichkeit der vielen als Revolution bezeichneten Prozesse nicht vor. So ist es etwa umstritten, ob eine Revolution notwendig von unten, das heißt von einer unterprivilegierten sozialen Gruppe oder Klasse getragen sein muss, ob Revolutionen immer gewaltsam verlaufen müssen oder ob auch erfolglose, das heißt niedergeschlagene Revolutionsversuche als Revolution zu bezeichnen sind oder in Abgrenzung dazu als Revolten bzw. Aufstände.[4] Der Historiker Reinhart Koselleck klagte 1984, der Begriff sei durch seine ubiquitäre Verwendung derart „zerschlissen“, dass er, um weiter verwendet werden zu können, einer genauen und überprüfbaren Definition bedürfe, „und sei es nur, um Konsens über den Dissens zu finden“.[5]
Typologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Revolutionen lassen sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren. Verbreitet ist die Unterscheidung nach Trägerschichten, deren Interessen in der Revolution jeweils durchgesetzt werden sollen: So werden bürgerliche Revolutionen identifiziert (wie etwa die Glorious Revolution 1688 oder die Französische Revolution), proletarische (wie die Oktoberrevolution 1917) und agrarische Revolutionen wie die mexikanische Revolution, die chinesische Revolution und verschiedene Unabhängigkeitskriege im Prozess der Dekolonisierung nach dem Zweiten Weltkrieg.[4] Der Politikwissenschaftler Iring Fetscher nennt außerdem die „Intellektuellen-“ oder „Managerrevolution“.[6]
Ein weiteres Klassifizierungskriterium ist die Ideologie der Protagonisten der Revolutionsbewegung: Demnach ist etwa zu unterscheiden zwischen demokratischen, sozialistischen und faschistischen Revolutionen.[7] Revolutionen lassen sich auch nach ihren Verursachungen klassifizieren, wobei man exogene Faktoren (also etwa Kriege und ökonomische Abhängigkeiten) und endogene Faktoren (Unzufriedenheit der Bevölkerung, Modernisierungsprozesse und ihre teilweise negative Folgen – etwa der Pauperismus zu Beginn des industriellen Zeitalters – Wandel in den Werten und Ideologien, die in der Bevölkerung geteilt werden usw.) unterscheidet.[8]
Der Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington unterscheidet zwischen Revolutionen des westlichen und den östlichen Typs: Jene wie zum Beispiel die Französische oder die Russische Revolution würden sich in schwachen traditionellen Regimen ereignen, die in einer Krise zusehends desintegrierten. Daher sei nur ein geringes Maß an Gewalt notwendig, um sie zu stürzen. Gewaltsamer sei im Anschluss die Auseinandersetzung zwischen gemäßigten und radikalen Revolutionären. Während dieses Kampfes weite sich die Revolution aus der Metropole, in der sie entstand, auf die ländliche Bevölkerung aus. Demgegenüber würden Revolutionen des östlichen Typus dagegen entstünden in kolonialisierten Gebieten oder Militärdiktaturen: Da diese Regime stark seien, gingen sie von Guerillas aus, die im ländlichen Raum agierten, von wo sie mit erheblichen Gewaltanstrengungen bis hin zum Bürgerkrieg die Hauptstadt eroberten. Beispiele für östliche Revolutionen seien die chinesische Revolution und der Vietnamkrieg.[9] Dem fügte der Politikwissenschaftler Robert H. Dix noch den lateinamerikanischen Typus hinzu, in dem sich eine Stadtguerilla mit urbanen Eliten verbündet und so das alte Regime stürzt.[10]
Theorien der Revolution
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Vorstellungswelt traditioneller vorindustrieller Gesellschaften, die auf einer harmonischen Ordnung, einem Einklang von Mensch, Gesellschaft und Natur mit der göttlichen Schöpfung basierte, waren die Gemeinschaft, einzelne Gruppen und auch der einzelne Mensch durch die corruptio (Verderbnis) bedroht, die immer dann gegeben ist, wenn eine Ordnung (Herrschaftsform) ihre positiven Züge verliert, wenn etwa freie Bürger von anderen einseitig abhängig werden, und wenn dabei die Tugend (virtus) verloren geht, die das eigene Wohl mit dem Gemeinwohl vereinigen soll. In einer solchen Situation ist es geboten, an den Ausgangspunkt zurückzukehren (Machiavelli: Ritorno ai principi), Unordnung wieder in Ordnung zurückzuführen. Tatsächlich ist bis in die Neuzeit bei revolutionären Bewegungen bis hin zu den Anfängen der Französischen Revolution immer wieder die anfängliche Forderung, zum „alten Recht“ zurückzukehren, zu finden. Dass eine „Revolution“ im heutigen Sinn etwas Neues schaffe, hat sich erst nach der Revolution von 1789 als Auffassung durchgesetzt.
Soziologischer Revolutionsbegriff
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine „Revolution“ bezeichnet in der Soziologie sowie umgangssprachlich einen radikalen und meist, jedoch nicht immer, gewalttätigen sozialen Wandel (Umsturz) der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse.[11] Gegebenenfalls kommt es dabei zu einer Umwälzung des kulturellen „Normensystems einer Gesellschaft“.[12] Eine Revolution wird entweder von einer organisierten, möglicherweise geheimen, Gruppierung von Neuerern (vgl. Avantgarde, Elite) getragen und findet die Unterstützung größerer Bevölkerungsteile, oder sie ist von vornherein eine Massenbewegung.
Teils wird der Begriff der Emanzipation hinzugenommen, d. h. die Idee der Befreiung von gewachsenen Strukturen und eines sozialen oder politischen Freiheitsgewinns für den Einzelnen. Der Stellenwert der einzelnen Kriterien für die Definition einer Revolution ist durchaus umstritten.
Wenn ohne tiefgreifenden (radikalen) sozialen Wandel nur eine kleine Organisation oder ein eng verknüpftes soziales Netzwerk mit relativ geringer Massenbasis einen gewaltsamen Umsturz unternimmt, wird das als Staatsstreich oder, insbesondere unter Beteiligung des Militärs, als Putsch, bezeichnet. Nach erfolgreichen Staatsstreichen wird der Begriff der Revolution anschließend oft als ideologische Rechtfertigung genutzt, indem der Putsch zur Revolution umgedeutet wird. Putsche können aber auch im Sinne einer Revolution tiefgreifende Transformationsprozesse auslösen, der Übergang zwischen beiden Begriffen ist fließend.[13]
Mitunter wird der Begriff Revolution auch verwendet, um einen allgemeineren, tiefgreifenden Wandel der Gesellschaftsstruktur zu bezeichnen, auch wenn es sich dabei nicht zwangsläufig um besonders plötzlich und rapide auftretende Veränderungen handelt. So ist von der – global mehrere tausend Jahre dauernden – neolithischen Revolution oder von der sich zwischen 1750 und 1850 von England über den europäischen Kontinent ausbreitenden Industriellen Revolution, die ihrerseits wiederum Vorbedingung für verschiedene politische Revolutionen in diesem Zeitraum war, die Rede.
Ein Beispiel für eine soziologische Revolutionstheorie ist der Marxismus, der ausschließlich endogene, nämlich ökonomische Ursachen von Revolutionen annimmt:[14] Die eigendynamische, dialektische Entwicklung der Produktivkräfte würde die Klassengegensätze derart verschärfen, dass eine proletarische Weltrevolution mit naturwissenschaftlicher Sicherheit die Folge wäre. Diese Prognose erwies sich als irrig.[15]
Politikwissenschaftlicher Revolutionsbegriff
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Politikwissenschaft hat sich bislang nicht auf eine einheitliche Revolutionstheorie einigen können. Der Historiker Eberhard Weis etwa nennt fünf Hauptfaktoren, die wesentliche Voraussetzungen zur Entstehung einer Revolution darstellen, wobei er Entwicklungsländer nicht berücksichtigt:
- Eine plötzliche Rezession
- nach einer Zeit wirtschaftlicher Blüte, steigenden Wohlstands und steigender Erwartungen in die Zukunft oder
- nach einer Naturkatastrophe;
- eine öffentliche Meinung, die die bestehenden Institutionen in Frage stellt;
- die Solidarisierung verschiedener Gruppen der Gesellschaft, die unterschiedliche Gründe haben, mit dem bestehenden Zustand unzufrieden zu sein, und die sich zum Umsturz der alten Ordnung vorübergehend verbünden;
- eine Ideologie;
- Schwäche, Uneinigkeit und Ineffizienz auf Seiten der Gegenkräfte, des Staates.[16]
Der amerikanische Soziologe Charles Tilly sieht als Voraussetzung jeder Revolution, die er als „eine mit Gewalt erzwungene Verlagerung der staatlichen Macht“ definiert, eine „revolutionäre Situation“: Darin stünden sich unversöhnlich zwei Machtblöcke gegenüber, die beide Anspruch auf die Souveränität im Staat erhöben. Insofern stelle eine Revolution „eine eskalierte Form des normalen pluralistischen Ringens gesellschaftlicher Gruppen um die Verteilung der Werte Herrschaft, Sicherheit und Wohlfahrt dar, die den legalen Rahmen des politischen Systems sprengen“. Für den Erfolg der revolutionären Gruppe sei nun nicht so sehr ausschlaggebend, wie groß die allgemeine Unzufriedenheit sei, sondern wie gut und wie nachhaltig es ihr gelinge, diese zur Mobilisierung größerer Anteile der Bevölkerung und zur Bildung von Koalitionen zu nutzen. Falls dies gelinge und falls sich die Inhaber der staatlichen Macht als unfähig erwiesen, die in Opposition zu ihr stehende Gruppierungen zu unterdrücken oder zu reintegrieren, entlade sich die Spannung in einem oder mehreren „revolutionären Ereignissen“: Es kommt zu Gewalt, und die revolutionäre Gruppe kann ihren Machtanspruch eventuell durchsetzen.[17]
Revolution im Staatsrecht (Revolutionsrecht)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das „Revolutionsrecht“ geht in Deutschland begrifflich auf philosophische Überlegungen Johann Gottlieb Fichtes zur Französischen Revolution (1793) zurück. Infolge der Novemberrevolution bildete sich in der Weimarer Republik das Revolutionsrecht in der zivilrechtlichen Rechtsprechung des Reichsgerichts aus,[18] das 1926 auch vom Staatsgerichtshof verfassungsrechtlich anerkannt und übernommen wurde:[19]
„Das Reichsgericht hat sich in ständiger Rechtsprechung auf den Standpunkt gestellt, daß im Staatsleben der tatsächlichen Herrschaft, die sich gegenüber Widerständen durchzusetzen vermocht hat, rechtliche Anerkennung zukommt. Insbesondere ist der durch die Umwälzung neu geschaffenen Staatsgewalt die staatliche Anerkennung nicht versagt worden. Die Rechtswidrigkeit ihrer Begründung ist als kein Hindernis erachtet worden, weil die Rechtmäßigkeit der Begründung kein wesentliches Merkmal der Staatsgewalt ist […]. Damit ist das sogenannte Revolutionsrecht anerkannt worden.“
Diese Rechtsprechung und die damit verbundene Denkweise legitimierte später auch die Machtergreifung der Nationalsozialisten. Die normative Kraft des Revolutionsrechts wurde 1952 nochmals vom Bundesgerichtshof bestätigt.[20]
Theoretiker und Praktiker der Revolution
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Soziologische Theoretiker der Revolution
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten](Siehe auch die Werkverzeichnisse in den Personenartikeln.)
- Vilfredo Pareto („Revolution“ als eine besondere Form der Elitenablösung)
- Max Weber (in Europa/Nordamerika bedurfte der Kapitalismus anfangs einer radikalen nichtwirtschaftlichen – religiösen – Mentalitätsänderung, und zwar in Gestalt des Protestantismus)
- Eugen Rosenstock-Huessy (die europäischen Revolutionen als Abfolge von Ständerevolutionen, beginnend mit der „papalen Revolution“ des Papsttums gegen das mittelalterliche Kaisertum und endend mit der „proletarischen Revolution“)
- Pitirim Sorokin (soziologische Typenbildung)
- Crane Brinton (sozialhistorisch abgestützte Typenbildung)
- Ralf Dahrendorf („Revolution“ als (1) radikaler und (2) rapider sozialer Wandel, bedingt durch (1) intensive beziehungsweise (2) gewaltsame soziale Konflikte)
Theoretisch argumentierende Revolutionäre
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Karl Marx (jede Gesellschaft, in der es eine Form des Besitzes an Produktionsmitteln erlaubt, sich menschliche Arbeit zu unterwerfen, endet zwangsläufig durch Revolution oder Untergang; zu unterscheiden sind „Revolutionen der Produktivkräfte“ von den durch sie ausgelösten „Revolutionen der Produktionsverhältnisse“).
- Friedrich Engels (Arbeit und deren Beherrschung durch Eigentum löste die erste Revolution nach dem Urkommunismus aus, die die „Wildheit“ durch die Barbarei ablöste und der Beginn der Geschichte war, und Arbeit und Eigentum werden durch die letzte Revolution – die Weltrevolution – optimal disponiert werden, in der das Ende des „Reichs der Notwendigkeit“ und der Beginn des „Reichs der Freiheit“ möglich werden wird).
- Rosa Luxemburg (der Imperialismus ist dabei die letzte Verteidigungsmöglichkeit des Kapitalismus vor der abschließenden weltweiten proletarischen Revolution – im Bündnis mit dem Proletariat der Kolonialmächte).
- Lenin (durch den Aufbau einer Kaderpartei von Berufsrevolutionären kann selbst dann, wenn das Proletariat noch eine Minderheit darstellt, die Revolution der Produktionsverhältnisse vorverlegt werden – vgl. auch Revolutionäre Situation).
- Anton Pannekoek (Parteien und Gewerkschaften – einschließlich der leninistischen – sind untaugliche Formen für den Kampf der Arbeiterklasse um ihre Emanzipation, alles kommt auf die Selbstorganisation der Arbeiterinnen und Arbeiter an).
Sowie (alphabetisch) Bakunin, Bolívar, Danton, Debord, Guevara, Ho Chi Minh, Mao Zedong, Marat, Mazzini, Nkrumah, Robespierre, Saint-Just, Schariati, Torres, Trotzki und andere Revolutionäre des 18. bis 20. Jahrhunderts.
Beispiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Herrschaftssysteme und Politik
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Revolutionen von unten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die als Bauernkriege bezeichneten Aufstände, die vom 14. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert hinein immer wieder in Europa aufflammten, wurden regelmäßig blutig niedergeschlagen. In der marxistischen Geschichtsbetrachtung wird insbesondere der Deutsche Bauernkrieg 1524–1526 als „frühbürgerliche Revolution“ bezeichnet.[21]
- Der erste als „Revolution“ bezeichnete Umsturz war die Emder Revolution von 1595 in Ostfriesland.
- Glorious Revolution 1688 in England, die die Herrschaft der Stuarts beendete
- Amerikanische Revolution 1776–1781, oft auch als Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg bezeichnet
- Französische Revolution 1789–1799
- Haitianische Revolution 1791–1804
- Julirevolution von 1830 (Frankreich)
- Februarrevolution von 1848 (Frankreich)
- die gescheiterte Revolution von 1848/1849 in mehreren Staaten Europas
- Russische Revolutionen 1917: Februarrevolution und Oktoberrevolution. Für die Oktoberrevolution werden heute zum Teil die Begriffe Putsch bzw. Staatsstreich verwendet.[22]
- Novemberrevolution in Deutschland 1918/1919, einschließlich der Räterepubliken in Bayern (Münchner Räterepublik) und Bremen (Bremer Räterepublik) sowie einzelne im Ruhrgebiet
- die nationalsozialistische Machtergreifung.[23] Die Anwendung des Revolutionsbegriffs ist in diesem Fall umstritten.[24]
- die kubanische Revolution 1953–1959
- Islamische Revolution im Iran 1979 und die anschließenden Maßnahmen zum Umbau von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft
- Die nicaraguanische Revolution von 1979, nach der kubanischen Revolution die zweite erfolgreiche lateinamerikanische Revolution im Kalten Krieg
- Die friedliche Revolution in der DDR 1989/1990. Die Anwendung des Revolutionsbegriffs ist in diesem Fall umstritten.
Revolutionen von oben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Meiji-Restauration, Erneuerung der kaiserlichen Macht in Japan ab 1868
- Weiße Revolution, Reformprogramm von Schah Mohammad Reza Pahlavi im Iran (1963)
- Kulturrevolution, eine Reihe von Kampagnen in der Volksrepublik China 1966–1976 mit dem Ziel, kapitalistische und traditionelle Elemente aus Kultur und Gesellschaft zu eliminieren und die Dominanz der maoistischen Orthodoxie in der KPCh abzusichern
Gesellschaft, Technik, Wissenschaft
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- Neolithische Revolution, der Übergang vom Jäger- und Sammlertum zu Ackerbau und Viehzucht (Übergang zur Jungsteinzeit, ca. 15.000 v. Chr.)
- Industrielle Revolution, der Übergang von der Agrargesellschaft zur Industriegesellschaft seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
- Wissenschaftliche Revolutionen, z. B. die Sequenzierung („Entschlüssung“) des menschlichen Genoms als Biologische Revolution.[25] Siehe auch Paradigmenwechsel.
- Sexuelle Revolution in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die die überkommenen Moralvorstellungen umwarf.
- Grüne Revolution, die Entwicklung landwirtschaftlicher Hochertragssorten und deren Verbreitung in der Dritten Welt ab Ende der 1960er Jahre.
- Elektronische bzw. Digitale Revolution ab etwa 1980.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Frank Jacob, Riccardo Altieri (Hrsg.): Revolution. Beiträge zu einem historischen Phänomen der globalen Moderne. Wissenschaftlicher Verlag Berlin WVB, Berlin 2019, ISBN 978-3-96138-158-6.
- Gunnar Hindrichs: Philosophie der Revolution. Suhrkamp, Berlin 2017, ISBN 978-3-518-58707-2.
- Florian Grosser: Theorien der Revolution zur Einführung. Junius, Hamburg 2013, ISBN 978-3-88506-075-8.
- Immanuel Ness (Hrsg.): The International Encyclopedia of Revolution and Protest: 1500 to the Present. Wiley & Sons, Malden, MA u. a. 2009, ISBN 978-1-4051-8464-9.
- Karl Marx und Friedrich Engels: Das Kommunistische Manifest. Eine moderne Edition. Mit einer Einleitung von Eric Hobsbawm. Argument-Verlag, Hamburg/Berlin 1999, ISBN 3-88619-322-5.
- Charles Tilly: Die europäischen Revolutionen. C.H. Beck, 1993, ISBN 978-3-406-37703-7.
- H.-W. Krumwiede, B. Thibaut: Revolution – Revolutionstheorien. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): Wörterbuch Staat und Politik. Piper, München 1991, ISBN 3-492-11179-3, S. 593 ff.
- Kurt Lenk: Theorien der Revolution. UTB, 1981, ISBN 3-7705-0795-9.
- Hannah Arendt: Über die Revolution. München 1963, ISBN 3-492-11746-5.
- Eric Hobsbawm: Europäische Revolutionen 1789 bis 1848. Zürich 1962 (Nachdruck: Parkland-Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89340-061-3).
- Pitirim Sorokin: Sociology of revolution. (Die Soziologie der Revolution. Lehmann, München 1928, DNB 368435768)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Cordula Koepcke: Revolution. Ursachen und Wirkungen. Günter Olzog Verlag, München 1971, S. 16.
- ↑ Duden: Das Herkunftswörterbuch. 3. Auflage 2001, S. 673.
- ↑ Max Steinmetz (Hrsg.): Die frühbürgerliche Revolution in Deutschland (= Studienbibliothek DDR-Geschichtswissenschaft. Forschungswege, Bilanz, Aufgaben, Bd. 5). Akademie-Verlag, Berlin (Ost) 1985, ISSN 0232-9468.
- ↑ a b c Ulrich Widmaier: Revolution/Revolutionstheorien. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Politik-Lexikon. 3. Auflage, Oldenbourg, München 2000, ISBN 978-3-486-79886-9, S. 607 (abgerufen über De Gruyter Online).
- ↑ Reinhart Koselleck: Revolution. In: derselbe, Otto Brunner, Werner Conze (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Band 5, Ernst Klett Verlag, Stuttgart, S. 788 f.
- ↑ Iring Fetscher: Evolution, Revolution, Reform. In: derselbe und Herfried Münkler (Hrsg.): Politikwissenschaft. Begriffe – Analysen – Theorien. Ein Grundkurs. Rowohlt, Reinbek 1985, S. 399 – 431, zitiert nach Ulrich Weiß: Revolution/Revolutionstheorien. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): Lexikon der Politik. Band 7: Politische Begriffe. Directmedia, Berlin 2004, S. 561.
- ↑ Ulrich Widmaier: Revolution/Revolutionstheorien. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Politik-Lexikon. 3. Auflage, Oldenbourg, München 2000, ISBN 978-3-486-79886-9, S. 607 f. (abgerufen über De Gruyter Online).
- ↑ Ulrich Weiß: Revolution/Revolutionstheorien. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): Lexikon der Politik. Band 7: Politische Begriffe. Directmedia, Berlin 2004, S. 563.
- ↑ Samuel P. Huntington: Political Order in Changing Societies. Yale University Press, New Haven 1969, zitiert nach Robert H. Dix: The Varieties of Revolution. In: Comparative Politics 15, No. 3 (1983), S. 281; Dieter Wolf und Michael Zürn: Revolutionstheorien. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): Lexikon der Politik. Band 1: Politische Begriffe. Directmedia, Berlin 2004, S. 554 f.
- ↑ Robert H. Dix: The Varieties of Revolution. In: Comparative Politics 15, No. 3 (1983), S. 281–294; Dieter Wolf und Michael Zürn: Revolutionstheorien. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): Lexikon der Politik. Band 1: Politische Begriffe. Directmedia, Berlin 2004, S. 554.
- ↑ Sebastian Haffner zitiert in Geschichte eines Deutschen eine juristische Definition, Revolution sei „die Änderung einer Verfassung mit anderen als den in ihr vorgesehenen Mitteln“, die jedoch auch nach seiner eigenen Ansicht den Sachverhalt nicht treffend beschreibt.
- ↑ H.-W. Kumwiede, B. Thibaut: Revolution – Revolutionstheorien. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): Wörterbuch Staat und Politik. Piper, München 1991, S. 593 ff.
- ↑ Ulrich Widmaier: Revolution/Revolutionstheorien. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Politik-Lexikon. 3. Auflage, Oldenbourg, München 2000, ISBN 978-3-486-79886-9, S. 608 (abgerufen über De Gruyter Online).
- ↑ Ulrich Weiß: Revolution/Revolutionstheorien. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): Lexikon der Politik. Band 7: Politische Begriffe. Directmedia, Berlin 2004, S. 563.
- ↑ Iring Fetscher: Von Marx zur Sowjetideologie. Darstellung, Kritik und Dokumentation des sowjetischen, jugoslawischen und chinesischen Marxismus. Diesterweg, Frankfurt am Main/Berlin/München 1972, S. 39 ff.
- ↑ Nach: Eberhard Weis, Der Durchbruch des Bürgertums. 1776–1847. Propyläen Geschichte Europas, Bd. 4, Berlin 1978, S. 96 f.
- ↑ Charles Tilly: Die europäische Revolution. C.H. Beck, München 1993, S. 25 (hier das erste Zitat) und passim; Dieter Wolf und Michael Zürn: Revolutionstheorien. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): Lexikon der Politik. Band 1: Politische Begriffe. Directmedia, Berlin 2004, S. 561 ff (hier das zweite Zitat).
- ↑ RGZ, 100, 25; vgl. zuvor bereits: RGSt 53, 65.
- ↑ Entscheidung vom 16. Oktober 1926 in RGZ 114, Anhang, S. 1 ff. (6 ff.)
- ↑ Urteil vom 8. Februar 1952 (V ZR 6/50) in BGHZ 5, S. 76 ff. (S. 96).
- ↑ Josef Foschepoth: Reformation und Bauernkrieg im Geschichtsbild der DDR. Zur Methodologie eines gewandelten Geschichtsverständnisses. Duncker und Humblot, Berlin 1976, passim.
- ↑ Dietrich Geyer: Die Russische Revolution. 4. Auflage, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1985, S. 106; Armin Pfahl-Traughber: Staatsformen im 20. Jahrhundert. I: Diktatorische Systeme. In: Alexander Gallus und Eckhard Jesse (Hrsg.): Staatsformen. Modelle politischer Ordnung von der Antike bis zur Gegenwart. Ein Handbuch. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2004, S. 230; Gerd Koenen: Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus. Beck, München 2017, S. 750; Steve A. Smith: Die Russische Revolution. Reclam, Stuttgart 2017, S. 58; Manfred Hildermeier: Die Russische Revolution und ihre Folgen. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 34–36 (2017), S. 13 (online, Zugriff am 18. Juni 2019).
- ↑ Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 4: Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949. C.H. Beck, München 2003, S. S. 601 f. und 619 ff.
- ↑ Horst Möller: Die nationalsozialistische Machtergreifung. Konterrevolution oder Revolution?. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 31 (1983), Heft 1, S. 25–51, das Zitat S. 48 (PDF, Zugriff am 22. Februar 2017).
- ↑ Hans Joachim Winckelmann: Wer vollendet die biologische Revolution? In: Dominik Groß, Monika Reininger: Medizin in Geschichte, Philologie und Ethnologie: Festschrift für Gundolf Keil. Königshausen & Neumann, 2003, ISBN 978-3-8260-2176-3, S. 203–227.