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Beiträge

Gerald Stourzh

Unterrichtsfach „Gesellschaft“

September
1954

Als vor einigen Monaten im Österreichischen Nationalrat die Krise der Hochschulen zur Debatte stand, wurden die Namen Joseph Schumpeter und Friedrich A. Hayek als Beispiele für den hohen Ruf der österreichischen Wissenschaft hervorgehoben. Von Seiten der äußersten Linken kam der Einwurf, daß beide (...)

Ignazio Silone

Massen und Apparate

Notizen zur Soziologie der Industriegesellschaft
Juni
1965

In den wenigen Jahren vom Sieg der russischen Revolution bis zum Auftreten der faschistischen Bewegungen in einigen Ländern Westeuropas verlor die Masse ihren Glorienschein. Sie galt nicht mehr als „fortschrittlich und bewußt“, sondern wurde von den Soziologen zur schwerfälligen, stumpfen, (...)

Peter Demetz

150 Jahre Germanistik

Jubiläumsbetrachtungen statt eines Nekrologs
Februar
1967

Die Germanistik ist eine sehr junge Wissenschaft, aber sie hat viel Vergangenheit. Im Grunde zählt sie zu den romantischen Parvenus, die sich Traditionen anmaßen. Die Philosophie und die klassische Philologie blicken mit tausendjährigen Rechten auf sie herab; und ihre vielfältigen Organisationen, (...)

Walter Strolz

Vom Ungenügen der Wissenschaft

November
1967

Der nachfolgende Text wurde als Vortrag „Die Frage nach der ursprünglichen Einheit der Wissenschaften innerhalb der Ganzheit des Menschen“ an der Universität Zagreb gesprochen. Wir versuchen fürs erste, durch eine Erläuterung der Frage selbst einen Schritt näher an die Sache heranzukommen, die uns (...)

Walter Strolz

Vom Ungenügen der Wissenschaft

(II.)
Januar
1968

In der idealistischen Dialektik Hegels ist das Ziel der „Aufeinanderfolge“ der historischen Gestalten und Schicksale gemäß dem Schlußstück der „Phänomenologie des Geistes“ das absolute Wissen, „die Offenbarung der Tiefe, und diese ist der absolute Begriff“. In dem Augenblick, da die Wahrheit in ihrem (...)

Hermann Bondi • Audouin Dollfus • Albert Ducrocq

Mondfahrt: Apologie

Januar
1969

Gespräch mit Prof. Hermann Bondi, Generaldirektor der European Space Research Organisation; Audouin Dollfus, Präsident der Mondkommission der Internationalen Astronomischen Union; Albert Ducrocq, Professor für politische Wissenschaften, Paris. Im Oktober 1957 startete der erste „Sputnik“. Von da (...)

Günther Nenning

Mondfahrt: Idiotie

Januar
1969

Der Mond hatte schon immer mit dem menschlichen Wahnsinn zu tun. Es ist nur Methode in diesem Wahnsinn, daß wir Mondsüchtige demnächst endlich auf dem Gestirn landen, das seit je Symbol unseres Aberwitzes war. Idiotie heißt nicht einfach Blödheit, sondern speziell unpolitische Blödheit; Idiot war (...)

Robert Havemann

Dialektik der modernen Physik

IV. und letzter Teil des Essays „Dialektik des Materialismus“
Februar
1970

Unser Wissen ist das Bild, das wir vom Sein haben. Es ist Information, von der Norbert Wiener gesagt hat: „Information is nothing but information, no matter and no energy.“ Aber wie sich schon bei der praktischen Anwendung der formalen Logik — und wir wollen sie doch nicht nur handhaben, nicht nur (...)

Robert Havemann

Ehrenrettung der Dialektik

3. Teil des Essays „Dialektik des Materialismus“
Februar
1970

Die Marxisten streben nach einer Form der Gesellschaft, die zur Sicherung ihrer Existenz keiner Täuschung über ihr gesellschaftliches Sein bedarf. Sie streben nach der Aufhebung der Entfremdung, nach der Auflösung der gesellschaftlichen Funktion von Ideologien. Damit ruht der Marxismus nicht (...)

Thomas Höpfl

Schüler sollen Lehrer prüfen

Lehrerbewußtsein und Schülerbewegung in Österreich
Oktober
1970

I. Lehrer sind verpflichtet, zur Weitergabe der herrschenden Ideen, das heißt, sie müssen die von der herrschenden bürgerlichen Klasse anerkannten und zur Verteidigung ihrer privilegierten Stellung formulierten Werte des ideologischen Überbaus an die Schüler weitergeben, um die Vorherrschaft der (...)

Michael Springer

Max Born und Lenin

Physik und Gesellschaft
Januar
1971

Forschung, „a great fun“ I never liked being a specialist and have always remained a dilettante, even in what were considered my own subjects. I would not fit into the ways of science today, done by teams of specialists. The philosophical background of science always interested me more than its (...)

Richard Vahrenkamp

Fetisch Wissenschaft

Zur Kritik der industriellen Technokratie
Mai
1973

1 Bürgerliche Wissenschaft und Industriearbeit Die kapitalistische Produktionsweise hat den industriellen Prozeß in zwei strikt getrennte Phasen zerlegt: Leitung, Planung, Überwachung, theoretische Vorwegnahme des maschinellen Prozesses in der Forschung, Entwicklungsbüros, also alles, was zur (...)

Lutz Holzinger

Fortschritt für die falschen Leute

Innovationsprozeß und Klassenlage
Mai
1973

1 Herrschaft der Maschine über den Menschen Die industriekapitalistische Produktion und Reproduktion der Gesellschaft steht unter dem Joch des Privatbesitzes an den Produktionsmitteln. Sie basiert aber auf einem Prinzip der Naturbeherrschung, welches über diese Schranke hinausdrängt. Das (...)

Michael Siegert

Marx glaubt nicht an die Natur

Zur Kritik der Naturphilosophie. Plädoyer für einen antitechnokratischen Marxismus
Mai
1973

1 Mit Engels und Lenin zurück hinter Kant? Die marxistische Naturphilosophie hat seit je unter dem Handikap der vulgärphilosophischen Bücher von Engels und Lenin gelitten. Erst in jüngster Zeit scheint sich mit der „Entdeckung“ des Werks von Sohn-Rethel ein Ausweg abzuzeichnen. Der Hauptfehler von (...)

Friedrich Geyrhofer
Richard Vahrenkamp (Hrsg.):

Technologie und Kapital

September
1973

Richard Vahrenkamp (Hrsg.): Technologie und Kapital, edition suhrkamp, Frankfurt 1973, 234 Seiten, DM 7, öS 57,30. Kritik der Wissenschaft ist historisch eine Sache der Konservativen. Nietzsche beklagt, daß „die Ausbeutung eines Menschen zugunsten der Wissenschaften“ zur Selbstverständlichkeit (...)

Friedrich Geyrhofer

150 Jahre Technokratie

November
1973

Auguste Comte: Plan der wissenschaftlichen Arbeiten, die für eine Reform der Gesellschaft notwendig sind. Übersetzt von Wilhelm Ostwald‚ eingeleitet und herausgegeben von Dieter Prokop. Reihe Hanser, München 1973, 156 Seiten, DM 7,80, öS 61,60. Über Auguste Comte ist ein Wort von Marx bekannt: an (...)

Michael Huberman

Die Armen zahlen den Reichen die Stipendien

Europas Schul- und Hochschulreform in der Sackgasse
Januar
1974

Michael Huberman ist Verfasser einer offiziellen UNESCO-Studie, die mit ihrer ungeschminkten Kritik an der westlichen Schul- und Bildungsstrategie einen handfesten Skandal hervorgerufen hat. Sofort nach Veröffentlichung ließ der Generaldirektor der UNESCO, René Maheu, alle erreichbaren Kopien (...)

Susanne Keller • Richard Vahrenkamp

Die Illusionen des Spätkapitalismus

Bildungsboom und Produktion, I. Teil
Januar
1974

Seit Elmar Altvaters Seminar über Bildungsökonomie (1970) herrscht auch unter Marxisten das Axiom, daß die Expansion der Schulen und Hochschulen eine Konsequenz der industriellen Konjunktur ist — etwa nach dem Schema: je mehr Fabriken, desto mehr Ingenieure; oder je mehr Arbeiter, desto mehr Ärzte. (...)

Ivan Illich

Werkzeug-Krise

Die freundliche Gesellschaft, II. Teil
Januar
1974

Die Symptome einer herannahenden weltweiten Krise sind unverkennbar. Überall forscht man nach ihren Ursachen. Ich für mein Teil schlage folgende Erklärung vor: Die Wurzel der Krise liegt im Scheitern des Grundstrebens unserer Zeit, nämlich des Versuchs, den Menschen durch die Maschine zu ersetzen. (...)

Susanne Keller • Richard Vahrenkamp

Bildungsboom und Produktion

Kritik der formalen Bildung (II. Teil des Aufsatzes in NF Jänner/Februar 1974)
März
1974

Wir haben in den letzten Heften die Kernstücke der Zivilisationskritik von Ivan Illich veröffentlicht (NF Dezember 1973, NF Jänner/Februar 1974). Die vorliegende Arbeit vertieft diese progressiv-katholische Analyse zur Kapitalismuskritik. Es ist einer der raren marxistischen Versuche, die (...)

Norman Birnbaum

Philosophie des freien Studiums

Zur Open University
März
1974

1 Eine konservative Idee? Erwachsenenbildung hat in Großbritannien eine alte Tradition — und zwar eine zweideutige. Sie wurzelt sowohl im radikalen Demokratismus als auch in einer viel konservativeren Ethik. Der Gedanke, daß nur gebildete Staatsbürger die Verantwortung der Selbstbestimmung auf (...)

Gunter Falk

Universität der Lüfte

Eine technokratische Utopie
März
1974

Die Einführung des Numerus clausus in der BRD bedeutet die Bankrotterklärung des Bildungsbooms. Die liberalen Bildungspolitiker sehen ihre letzte Chance in der englischen „Open“ University“. Diese „Universität der Lüfte“ (Harold Wilson) soll sowohl unbegrenzte Studentenzahlen bewältigen als auch die (...)

Karin Spielhofer

Aufzucht wider die Natur

Kindergarten im Kapitalismus
April
1974

Kindergarten und Schule sind die Kehrseite des Fabrik-Systems. Die Überwindung der „antiautoritären Phase“ durch die Linke legt den Blick frei auf die Strukturen hinter dem Autoritätskonflikt. Das Kinderladen-Problem ist nicht mehr der Angelpunkt der Welt, sondern das Tor zu einer sozialen Erfahrung (...)

Noëlle Bisseret

Begabt ist der oben

Fähigkeit — ein klassenabhängiger Begriff, I. Teil
April
1974

Der Begriff der „Fähigkeit“ hat im Lauf der Zeit einen Wandel durchgemacht, der an seiner Geltung zweifeln läßt. Der Adel sah seine bessere Begabung durch den Akt der Geburt hinreichend bewiesen, die Bourgeoisie glaubte in ihrer liberalen Hoch-Zeit an die Naturkräfte der Auslese in freier Konkurrenz. (...)

Hans Steiner

Schwachsinn von Staats wegen

Aus einem österreichischen Lesebuch für Hauptschüler
April
1974

1 Echte Autoritäten Die österreichische Gewerbeordnung verpflichtet Lehrlinge unter anderem zur Folgsamkeit, Treue, Verschwiegenheit und zu anständigem Betragen. Schon den Hauptschülern wird das in dem Schulbuch „Lebenskunde“, Jugend und Volk 1972 (18. Auflage 1973/74) folgendermaßen schmackhaft (...)

Noëlle Bisseret

Marschallstab im Gen?

Fähigkeit — ein klassenabhängiger Begriff — II. Teil
Mai
1974

Ob die Schwarzen eine niedrigere Intelligenz haben als die Weißen, ist immer noch ein beliebtes Konversationsthema amerikanischer Intellektueller. Ähnlich für südeuropäische Arbeiter in unseren Breiten. Beides ist ein typisches Mittelstandsvorurteil gegen die Unterklassen. Der historisch exakte (...)

Alfred Dallinger

Frischluft nur für den Computer?

Wie die Gewerkschaft die Maschinen zähmt
September
1975

Alfred Dallinger ist Vorsitzender der mitgliederstärksten Gewerkschaft im Österreichischen Gewerkschaftsbund, jener der Privatangestellten. Er hat dort auf eine Weise, die in der internationalen Gewerkschaftsbewegung vielfach zum Vorbild wurde, die Einrichtung einer eigenen Abteilung für (...)

Friedrich Geyrhofer

Abergläubische Wissenschaft

September
1976

Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn, Täuschung, Verstehen, Piper Verlag, München/Zürich 1976, 252 Seiten, DM 29,80, öS 229,50 Wissenschaft? Ihre Fortschritte führen in eine neue Religion, deren Heilige Schriften lauter Bestseller sind. Ein Däniken verarbeitete den (...)

Adler reformiert Einstein

Anarchismus und Konstitutionalismus in der Physik
Mai
1978

Ungefähr einen Monat vor Ausbruch der russischen Revolution hatte Fritz Adler im Gefängnis eine ideologische Vision. „‚Es kam mir ein gewisses Licht‘, wie Kant sagt“, schreibt er an seine Eltern am 12. Februar 1917. „Diese Momente, wo es einem förmlich wie Schuppen von den Augen fällt, sind die (...)

Otto Gross

Lehrt Anarchie

Zur funktionellen Geistesbildung des Revolutionärs
März
1979

Otto Groß ist ein vergessener Vorläufer Wilhelm Reichs, den Josef Dvorak in einer gründlichen Studie im Juli/August-Heft 1978 des NEUEN FORVMs exhumierte. Schon vor dem ersten Weltkrieg hatte Otto Groß begonnen, Psychoanalyse und soziale Revolution zu verbinden. Als Teilnehmer des österreichischen (...)

Philipp Sonntag

Rettung durch 20-Stunden-Woche

Überleben trotz Technik
März
1979

Acker im Turm Mit der Technik bewaffneter Jäger und Sammler könnte in der BRD etwa ein Prozent der heutigen Bevölkerung überleben. Umgekehrt: Würde die gesamte derzeitige Erdbevölkerung in der BRD leben, so wäre dies etwa das Hundertfache der heutigen Bevölkerung. Jeder hätte etwa 50 Quadratmeter zur (...)

Herbert Marcuse

Die Angst des Prometheus

25 Thesen zu Technik und Gesellschaft
Juli
1979

Daß man mit 81 immer noch kraftvoll philosophieren kann, bewies Herbert Marcuse, als er bei den Frankfurter Römerberggesprächen Mitte Mai zur aktuellen Technikdiskussion sprach. Prometheus brachte den Menschen das Feuer, und das war die Ursünde, die die Götter ihn büßen ließen ... Wir bringen (...)

Jost Herbig

Hunger durch grüne Revolution

Wie eine falsche Technik das Elend vergrößert
Juli
1979

1998 wird Thomas Malthus’ Essay on the Principle of Population as it Affects the Future Improvement of Society zweihundert Jahre alt. Bis dahin wird die Zahl der Menschen auf der Erde von vier auf fast sieben Milliarden wachsen, mit den größten Zuwachsraten dort, wo schon heute Hunger und Elend (...)

Wolfgang Harich • Jost Herbig • Ivan Illich • Peter Weish

Klapp off, Rom!

Diskussion bei der Anti-UNO
September
1979

Während sich bei der offiziellen UNO-Veranstaltung die Militärdiktatoren der Dritten Welt um ein paar Brosamen vom Tisch der Multis balgten, während auf der zugehörigen Fachleutekonferenz im Wiener Eisenbahnerheim die Konsulenten der Weltbank Wissenschaft markierten, fand die einzig bemerkenswerte (...)

Ivan Illich

Selig in der 3. Dimension

Referat vor der Wiener UNO-Konferenz am 24. August 1979
September
1979

Ivan Illich hat eine neue Theorie. Die „sanfte Technik“ wird schon von der Weltbank vereinnahmt, propagiert — also bricht der Prophet der Alternativen auf zu neuen Ufern. Es geht ihm um eine neue Lebensform, in der nicht mehr Waren produziert werden, sondern, nach dem Modell der Hauswirtschaft, (...)

Gerhard Oberschlick

Riesenzwergerl

Juli
1980

Robert K. Merton: Auf den Schultern von Riesen. Ein Leitfaden durch das Labyrinth der Gelehrsamkeit, Syndikat Verlag, Frankfurt 1980, 244 Seiten, 9 Abbildungen, DM 28, öS 215,60 Der Untertitel der amerikanischen Originalausgabe lautet A Shandean Postscript. Aber die Anspielungen auf Laurence (...)

Josef Dvorak

Schizophren ist normal

Zum Tode Erich Fromms
Juli
1980

ln der Mitgliederliste des FORVM-Redaktionsbeirats stand hinter dem Namen Erich Fromm der Wohnort „Mexico City“. Aber nach einem Herzinfarkt, den Fromm 1968 erlitten hatte, hielt er sich meist im Tessin auf. Fotografien aus der letzten Zeit zeigen ihn mit dem zerfurchten, lächelnden Gesicht eines (...)

Friedrich Geyrhofer

Wir werden überflüssig

Günther Anders und die Abschaffung des Menschen
September
1980

Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen, Zweiter Band: Über die Zerstörung des Lebens im Zeitalter der dritten industriellen Revolution, Verlag C. H. Beck, München 1980, 465 Seiten, DM 38, öS 292 Linke Ökologie vorausgedacht Was ist menschliches Handeln noch wert, verglichen mit der (...)

Mike Cooley

Mit der Hand gedacht

Arbeiter machen Antitechnik
November
1981

Wirtschaftskrise und Automatisierung der Büroarbeit bringen Ingenieure und Arbeiter zusammen. In England entstanden neue Modelle der Konstruktion, Planung und Selbstverwaltung in einer dahinsiechenden Industrie. Mike Cooley stand lange Zeit an der Spitze eines solchen Modells im englischen (...)

Erwin Chargaff

Tibetanische Papiermühlen

Plädoyer für Kleine Wissenschaft
Juli
1982

Erwin Chargaff hielt am Salzburger Symposion zu Ehren von Leopold Kohr Abrechnung mit der Großforschung. Der Text ist eine leicht gekürzte Abschrift des Tonbands. Klein bei Kaiser Wilhelm Das Dilemma zwischen groß und klein — Sie haben ja alle schon gelernt: „Small is beautiful“. Das ist natürlich (...)

Jürgen Langenbach

Fortschrittsfreudenhäusl

Wissenschaftsmesse Ö3 oder/und Die Weihe der Kunst zur Dritten Kraft
August
1983

Eine Begriffserklärung vorweg (s. Kasten hybrid). Nun aber hinein. Noch nicht in den Messepalast zu Wien, in dem eine „weltweit einzigartige Messe“ ihre „Superlative“ aufgetürmt hatte. Sondern zuerst einmal in die Zusammenhänge, in die Zyklen des Marktes. Der allfrühjährliche Frischfleischhandel hat (...)

Alfred Zellinger

Video macht frei

Zu Ästhetik des industriellen Systems
August
1983

Technische Revolutionen ereignen sich heute in so rascher Folge und globaler Penetration wie noch nie zuvor. Video macht die Welt tatsächlich zum elektrischen, jetzt elektronischen Weltdorf, die Mikroprozessoren transformieren das „Reich der Freiheit“ von Utopie zur Möglichkeit, die (...)

Hans-Dieter Klein

Die Verwilderung der Geschichte als technische Veranstaltung*

Dezember
1983

a) Marxismus-Leninismus • b) offene Gesellschaft c) Nationalsozialismus • d) Kalter Krieg a) Marxismus — Leninismus In der Alternative von mechanistisch-utilitaristischer und romantisch-illusionärer Selbstbestimmung ist das Leben entfremdet. Dies wurde namentlich von den idealiistischen (...)

Jürg Jegge

Schnaps statt Schule

April
1984

Nur mehr 7% Analphabeten in Österreich — eine schöne Kennziffer für die Bilanz von 200 Jahren allgemeiner Schulpflicht. J.J. macht sich für eine Rede vor der Schulgemeinde Bellach im Kanton Solothurn weitergehende, vielleicht auch weiterführende Gedanken. Liebe Zuhörer, zuerst möchte ich Ihnen eine (...)

Peter Kafka

Vielfalt und Gemächlichkeit

Oktober
1984

Woran liegt es, daß die Wissenschaft meist mehr Schaden anrichtet, als sie nützt? Politik soll Werte erhalten und neue schaffen. Das ist die Vorstellung, die wir haben von unseren Politikern. Wertschöpfung hat in der Welt schon stattgefunden, bevor die Menschen da waren. Das ist gerade das, was (...)

Heinz Fischer

Vernunft im Zeitalter ihrer technischen Vernichtbarkeit

April
1986

Mit dieser Rede eröffnete Österreichs habilitierter Wissenschaftsminister das sog. Europäische Forum Alpbach. Die Medien wußten nichts Rechtes damit anzufangen — also ist’s gerade richtig für’s FORVM. G.O. Folgende Anekdote betrifft den berühmten Physiker und einen der Schöpfer der modernen (...)

Jürgen Langenbach

Die Kartei und die Leichen

Zur Bürokratisierung der Welt
September
1986

Für Carl Die Kartei wuchs ständig ... (Die Gestapo besaß) zwei riesige Karteiräder, die automatisch arbeiteten und nur eine Bedienung durch zwei Personen ertorderten. Diese zwei Männer saßen wie vor einem Harmonium und konnten im Nu automatisch die benötigten Karteikarten herausholen ... Obwohl (...)

Jürg Jegge

Kuh frißt Museum

September
1986

Selbstverständlich besaß Dagobert Duck — wer sich in unserer Bubenzeit nicht an die SJW-Heftlein oder an das vom Lehrer Stoll besonders empfohlene Periodikum „Der Schweizer Kamerad“ halten wollte, konnte sich die Welt von Enten erklären lassen — auch ein Museum. Dies diente keinem anderen Zweck als (...)

Stella Reiter-Theil

Die Schweigespirale

Juli
1987

Die Angst vor einem Atomkrieg, die nukleare Bedrohung, ist ein Tabuthema zwischen Eltern und Kindern. So lautet eines der wichtigsten Ergebnisse internationaler Untersuchungen in Ost und West über die Frage, wie wir mit der Atomkriegsgefahr leben. Bereits in den frühen sechziger Jahren konnten (...)

Jürgen Langenbach

Wider den Maschinensturm

Juli
1987

Gudrun Ensslin ist „... gestorben worden“. So ist es. Gudrun Ensslin hat die Probe auf jenes Exempel erlitten, das uns G. Anders als Novität vorschlägt. Gudrun Ensslin hat die Repersonalisierung der anonymen Machtapparate versucht und ist von ihnen zu Tode gehetzt worden. Deshalb spricht ihr Tod (...)

Jürgen Langenbach

Deutsche Wertarbeit

Oktober
1987

Noch eine fast vergessene Erbmasse des Nationalsozialismus: Die Kriege seit 1945 wurden und werden mit Waffen ausgefochten, die großteils auf den Reißbrettern des Dritten Reichs ersonnen worden waren. Noch vor Kriegsende setzte ein heftiges Werben der militärischen Sieger um die wahren Sieger ein, (...)

Engelbert Obernosterer

Killed by Killinger

Januar
1988

Ich habe hier den Killinger eins, das österreichweit verbreitete Sprachlehrbuch. Mit seiner Hilfe gehe ich wie jedes Jahr daran, die Aphasien der in den Bergen aufgewachsenen Kinder zu überwinden: ihr Stammeln, ihr Haarsträuben, den Druck in den Schultern. Es wird im ersten Jahr nur Teilsiege für (...)

Jürgen Langenbach

Preußische Kinderstube

Januar
1988

Die Charakterstruktur der faschistischen Masse liegt nach wie vor ın jenem Dunkel, das die Scheinwerfer älterer und neuerer Bauart — vom immer noch beliebten „Kleinbürger“ bis hin zu den schon wieder vergessenen „Männerphantasien“ — um sich herum verbreiten. Die folgende Annäherung sucht stattdessen zu (...)

Jürgen Langenbach

Unter Brüdern

März
1988

Die Erblast ist drückend. Denn es ist nichts mehr da für jene Generation, die um die Jahrhundertwende geboren ist, das deutsche Bürgertum hat abgewirtschaftet und hinterläßt seinen Söhnen hohle Phrasen und leere Taschen. Nimmt man die „Kinderstube“ als Annäherung an die Charakterstruktur der sinkenden (...)

Jürgen Langenbach

Gutenachtgeschichten

Mai
1988

In der Entwicklung künstlicher Intelligenz würden von führenden Wissenschaftlern in den USA menschliche Gehirnleistungen als ‚überholt‘ betrachtet und Denkmaschinen als legitime Nachkommen der Menschen angesehen ... So werde ernsthaft diskutiert, hochentwickelte Computer in den Weltraum zu schießen. (...)

Karl Reitter

Naturmythos & grüne Technologie

Mai
1988

Grüne Theoriebildung scheint als konsistente nicht möglich, verfängt sich in die unmittelbaren Alternativen der Remythologisierung der Natur einerseits und der Option für eine bessere Technik andererseits. Die Gründe dafür können nicht allein im Unvermögen grüner Theoriebildung geortet werden, sondern (...)

Peter Gutjahr

Ansichten eines Belehrbaren

Erzählung
Oktober
1988

jeden tag von neunuhrfünfunddreißig bis elfuhrfünfzehn und von vierzehnuhrfünfundzwanzig bis sechzehnuhrfünfzehn, mit ausnahme der samstage, sonntage und der feiertage treffe ich schwaighofer in der sperrklinke. er steht am band wie ich, ich allerdings an der sinter, während er an der voere steht. (...)

Michael Wimmer

Befreiherrschaft

Oktober
1988

Die sogenannten „Neuen Technologien“ sind spätestens mit dem Beginn der 80er Jahre ein die öffentliche Diskussion bestimmender Begriff geworden. Nicht nur im wirtschaftlichen Bereich durchziehen sie als Leitmotiv die Auseinandersetzungen um die sich abzeichnende „Informationsgesellschaft“. Dabei (...)

Klaus Nüchtern

Kulturkampf & Entmündigung

Oktober
1988

Über Rhetorik, Strategie und Ideologie der Konservativen, die Hegemonie zu gewinnen und die politische Öffentlichkeit zu zerstören. Mit einem Fallbeispiel Sex aus dem Koffer. Als die ÖVP im Zusammenhang der Diskussion um Hrdlickas Mahnmal gegen Faschismus und Krieg den Begriff Kulturkampf in die (...)

Adalbert Evers

Soziale Rückverriskung

Oktober
1988

Risiko und Sicherheit sind geradezu inflationäre Begriffe geworden. Entsprechende Debatten werden heute in einer Vielzahl von Bereichen geführt, z.B. über: „Sicherheit und Ordnung“, „soziale Sicherheit“, „Risiken neuer Großtechnologien“, Unsicherheit und die erschütterte Rolle der großen Wissens-, (...)

Friedrich Geyrhofer

Die Wissens-Schlächter: Freud, Galilei und die Tyrannei der Wahrheit

März
1989

Ein Philosoph aus Pittsburg, Adolf Grünbaum, bearbeitet die „Grundlagen der Psychoanalyse“ mit dem Sezierrnesser. Paul Feyerabends neues Buch, mit dem plakativen Titel „Farewell to Reason“, ruft hingegen den Philosophen zu: Hände weg vom Seziermesser! I. Feyerabends jüngstes Buch — „Farewell to (...)

Günther Anders

Sprache und Endzeit (III)

Aus dem Manuskript für den dritten Band der „Antiquiertheit des Menschen“
August
1989

Teil I erschien hier im März, Teil II im Juni. § 6 Die Beschränktheit der Experten Arbeitsteilung idiotifiziert Um den Gedanken in Betracht zu ziehen, gegenüber ihrer eigenen Sprache und gegenüber der Weltsituation, die durch ihre Sprache nun einmal entworfen und vorausgesetzt wird, Skepsis (...)

Nikolai Dobrowolskij

Die Affaire Galilei

April
1993

Die neuesten Nachrichten aus den Archiven des Vatikan, der die nachstehend verwendeten Originaldokumente sorglich verwahrt. Politischer Hintergrund: Eine Wirtschafts- und Verwaltungskrise im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, der Dreißigjährige Krieg 1618-1648, die Heilige Inquisition (ab (...)

Ludger Lütkehaus

Gottes Mühlen

April
1993

Gottes Mühlen mahlen langsam; aber dafür diese enorme Gründlichkeit! Lächerliche dreihundertneunundfünfzig Jahre hat es gedauert, bis der Vatikan die Verurteilung Galileo Galileis revidierte. Gleichzeitig, wie es der Zufall oder die Vorsehung oder am Ende gar höhere göttliche Fügung es will, läßt uns (...)

Galileo Galilei

Schuldbekenntnis

April
1993

Ich, Galileo Galilei, Sohn des weiland Vincenzo Galileo aus Florenz, 70 Jahre alt, persönlich vor Gericht gestellt und knieend vor Euern Eminenzen, den Hochwürdigsten Herren Cardinälen General-Inquisitoren gegen Ketzerei in der ganzen Christlichen Welt, die Heiligen Evangelien vor Augen habend und (...)

Ulrich Horstmann

Zauberlehrling mit Rothäuten

Über technologisches Denken und apokalyptische Imagination
April
1993

Wir sind schon ein abgebrühtes Völkchen. Die Tatsache, daß wir unsere Flachdächer nicht dicht bekommen, hat dem munteren Hantieren mit Plutonium keine Sekunde Einhalt geboten, und das Gedankenspiel mit dem Feuer, das Ausmalen der Apokalypse also, besitzt für uns eine Faszination, die allenfalls noch (...)

Irmi Novak

Sind Ihre Gene in Ordnung?

Dezember
1993

Sie wissen es nicht? Oder noch schlimmer, Sie meinen, das ginge keinen außer Ihnen etwas an? Weit gefehlt! Der Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs oder eines seiner Mitglieder könnte Ihnen diese oder eine ähnlıche Frage bald stellen. Natürlich nicht, um bei allfälliger Verneinung (...)

Jürg Jegge

Die Schule als Lernbarriere

November
2018

Ringvorlesung „Lernbarrieren“ an der Fachhochschule für Heilpädagogik Ansprache in Zürich, am 27. Juni 2012 Kurz vor dem Wald zwischen Embrach und Pfungen kreuzen sich die Hauptstrasse und die Bahnlinie. Vor Jahren war diese Kreuzung durch eine Bahnschranke, oder eben: eine Barriere gesichert. Die (...)

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