FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1982 - 1995 » Jahrgang 1988 » No. 417-419
Michael Wimmer

Befreiherrschaft

Die sogenannten „Neuen Technologien“ sind spätestens mit dem Beginn der 80er Jahre ein die öffentliche Diskussion bestimmender Begriff geworden. Nicht nur im wirtschaftlichen Bereich durchziehen sie als Leitmotiv die Auseinandersetzungen um die sich abzeichnende „Informationsgesellschaft“. Dabei paaren sich antimodernistische Skepsis mit euphorischer Hoffnung, was die Möglichkeiten einer möglichst universal gedachten Anwendung dieser „Neuen Technologien“ betrifft.

Über den unmittelbaren Anwendungsbereich hinaus begnügt sich die Analyse der gesellschaftlichen Auswirkungen zumeist mit dem Beharren auf die Wertneutralität jeglicher technischer Innovation: Es käme nur darauf an, die Resultate möglichst im Dienste der Menschen, noch besser „des Menschen“ einzusetzen.

Das mag damit zusammenhängen, daß den hochindustrialisierten Nachkriegsgesellschaften insgesamt die gesellschaftliche Analyse abhanden gekommen ist, ohne die der Stellenwert der Entwicklung einer neuen Produktivkraft nicht mehr fundiert und damit relativ und beliebig wird. Das abstrakte Pluralismuskonzept, das in immer rasenderer Geschwindigkeit um die Verweigerung menschlichen Zusammenlebens rotiert und dabei Mensch und Maschine gleichermaßen erfaßt hat, schafft tendenziell von Beliebigkeit ununterscheidbare Gleichheit, von existenzieller Verunsicherung ununterscheidbare Freiheit, von isolierender Fremdheit ununterscheidbare Brüderlichkeit.

Wie ist, bei solchen Voraussetzungen, das massenhafte Auftreten dieses neuen Produktivkrafttyps einzuschätzen? Wie immer dies gegen den Zeitgeist eines wildgewordenen Dynamismus verstößt — die historisch gewachsenen Herrschaftsformen, auf die die „Neuen Technologien“ heute treffen und aus denen sie gleichermaßen entstehen und entstanden sind, müssen in jeden Erklärungsversuch miteinbezogen werden. Nur so sind wohl die Auswirkungen dieser Innovationen auf das Zusammenleben von Menschen in konkreten gesellschaftlichen Verhältnissen zu beobachten und darüber hinaus verallgemeinerungsfähige Handlungsstrategien zu entwickeln.

Zur weltwirtschaftlichen Entwicklung

Die Nachkriegsjahre der kapitalistisch organisierten Industriestaaten waren gekennzeichnet durch einen bis in die frühen 70er Jahre kaum unterbrochenen wirtschaftlichen Aufschwung. In einer relativ beständigen Balance von profitablem Wachstum und sozialer Akzeptanz realisierte sich ein Akkumulationsmodell, das immer weitere Teile des gesellschaftlichen Lebens durchkapitalisierte, sich aber gleichzeitig durch Lohnsteigerungen und zunehmende Sozialstaatlichkeit eine breite Legitimationsbasis verschaffte.

Dieses langanhaltende dynamische Wachstumsmodell gelangte, gebremst durch die Produktion von immer mehr Widersprüchen, Ende der 60er Jahre an seine Grenzen.

Die Investoren wurden unruhig; nicht mehr konnte nunmehr unbesehen davon ausgegangen werden, daß der gesellschaftliche Primat des Kapitals mittelfristig gewährleistet bleiben würde, ebensowenig, daß sich der fordistische Produktionszusammenhang mittelfristig auf immer höherem Niveau mit weiter steigenden Löhnen bei gleichzeitig befriedigenden Profitraten reproduzieren würde. [1]

░░░░░░░░░░ [*] seit mehr als zehn Jahren, von sozialpartnerschaftlichen Instanzen besser oder schlechter abgefedert, als großangelegte gesellschafts- und wirtschaftspolitische „Wende“, die sich u.a. als gezielte Schwächung der traditionellen Arbeitnehmervertretungen unter dem Sachzwangdiktat der Verschärfung der internationalen Konkurrenzverhältnisse äuBert.

Nicht nur in den großen transnationalen Unternehmungen kam es auf Grund der neuen Prioritäten „Kostensenkung“ und „Flexibilisierung“ zur Rücknahme der produktiven Investitionen zugunsten von Finanzanlagen und Spekulationen, zur Erhöhung des Anteils an Rationalisierungsinvestitionen zu Lasten der Erweiterungsinvestitionen sowie insgesamt zu einer weltweiten Reorganisation der Produktion bei Erhöhung der nationalen staatlichen Vorleistungen. Dazu kam auf der Basis steigender Arbeitslosenraten die zunehmende Forçierung von „flexiblen“, arbeits- und sozialrechtlich ungesicherten Beschäftigungsverhältnissen, was mit dazu führte, die bereits erreichte Sozialstaatlichkeit zu unterhöhlen und abzubauen.

Auf dieses Szenario trifft nun die verstärkte Einführung und Anwendung der sogenannten „Neuen Technologien“.

Unter dem Prätext offensiver Modernisierung, die sich gegen erstarrte Strukturen wendet, wird von den Trägern des modernen Industriesystems, denen sich offenbar ein immer geringer werdender Teil der politischen Entscheidungsträger aller staatstragenden Couleurs zu entziehen vermag, mehr oder weniger euphorisch der Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft im Rahmen einer „wissenschaftlich-technischen“ Revolution versprochen. Das veraltete Produktionssystem sei radıkal umzugestalten und den neuen, rationalen Erfordernissen anzupassen.

Die mit den Rationalisierungsinvestitionen verbundene massenhafte Verweigerung von Arbeit, die Monopolisierung und Enteignung von Wissen, der Verlust zwischenmenschlicher Beziehungen durch umfassend mediale Vermittlung von segmentierten Wirklichkeiten oder die „Technologisierung des Inneren“ werden als temporäre Anpassungsschwierigkeiten auf dem Weg in eine bessere Zukunft bagatellisiert und als Sachzwang oktroyiert. Dessen Propagandisten können darauf bauen, daß es heute kaum mehr einen Bereich menschlicher Existenz gibt, der nicht in irgend einer Form von den neuen technologischen Innovationen beeindruckt ist und/oder würde. Die Betriebsorganisationen sind ebenso wie die Wahrnehmungs- und Kommunikationsformen in immer rascherer Veränderung begriffen. Technologische Verfahren dringen ebenso in den Weltraum wie in die Erbmasse von Menschen ein.

Der umfassende Anspruch der „Neuen Technologien“, à la longue eine integrale Programmierung und Steuerung der Gesellschaften und ihres Umgangs mit der Natur zu leisten, ist so erschreckend wie faszinierend.

Le grand ordinateur

Es macht Sinn, daß der Computer im Französischen „ordinateur“ heißt; ein Name übrigens, mit dessen Hilfe 1955 IBM den französischen Markt zu erobern suchte. Der Begriff weckt nicht nur technische Assoziationen, sondern verweist auf die weiterreichenden Ambitionen seiner Anwender auf ein totalisierendes „Ordnung-Schaffen“ und damit Eliminieren der jeweils konstatierten menschlichen und naturischen Unzulänglichkeiten, die dem Willen zur Konstruktion eines perfekt funktionierenden, weltweiten und automatisierten Produktions- und Reproduktionssystems im Wege stehen.

(Vor der französischen Aufklärung war Gott das Prädikat „grand ordinateur“ zugekommen: der große Ordner des Universums.)

Um die Auswirkungen eines solchen Denkmodells besser abzuschätzen, seien vorerst zwei technologisch motivierte, historische Fortschrittskonzepte gegenübergestellt:

Technolog-Optimismus

Zum einen hat sich trotz aller seither aufgetretenen Desaster ein theoretischer „technologischer Optimismus“ aus dem 19. Jahrhundert herübergerettet, der, mechanistisch determiniert, Geschichte als kontinuierliche, stadiale, historisch zunehmende Übertragung von Arbeitsfunktionen vom Menschen auf Produktionsmittel begreift. Die gegenwärtig stattfindende „wissenschaftlich-technische Revolution“, so deren Proponenten, sei dadurch gekennzeichnet, daß neben der Übertragung von Antriebs- und Werkzeugfunktionen nunmehr auch Bedienungs-, Kontroll- und Planungsfunktionen in eine Maschinerie auslagerbar würden. Dadurch würde über die durch die „industrielle Revolution“ möglich gewordene umfassende Mechanisierung der Produktionsprozeß auf die Stufe der Automation gehoben und dieser weitgehend von menschlichen Begrenzungen befreit.

Auf diese Art könnte die durch wachsende Arbeitsteilung herbeigeführte Trennung von Erkenntnis und Produktion, von Basis und Überbau rückgängig gemacht werden und damit auch die direkte Wiederanbindung von Forschung und Entwicklung in den gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsprozeß erfolgen. „Flexible Automatisierung“ in Form selbständiger Maschinenkommunikation würde möglich und schüfe die Voraussetzungen für ein weltumspannendes automatisiertes Produktionssystem. „Aufklärung“ im Prozeß der Moderne käme zu sich, und Descartes’ Wunsch nach einer Weltmaschine im Dienste aller Menschen fände seine Erfüllung. Gehemmt würde dieser Prozeß, so die orthodox-marxistische Interpretationsvariante, ausschließlich durch die Zerstückelung des Eigentums an den Produktionsmitteln. Transnationale Konzerne würden aber, jedenfalls innerhalb ihrer Konzerngrenzen, die Bedingungen der Realisierung solch globaler Produktionsvernetzung bereits weitgehend erfüllen.

Diese die Moderne als Geschichte des Immer-besser-Werdens erzählende Theoriebildung ist von der Hoffnung begleitet, die auf einer „wissenschaftlich-technischen Revolution“ basierende Entwicklung der Produktivkräfte würde à la longue dazu führen, ja historisch-notwendig darauf hinarbeiten, die Produktionsverhältnisse zu sprengen. Das Kapital würde auf Dauer auch die Impulse zu seiner eigenen Negation hervorbringen. In einer Mechanik der Geschichte käme die Menschheit quasi automatisch zu sich selbst und würde damit übergeführt in eine raum- und zeitnegierende universell funktionsfähige Maschinerie. Die Menschheit würde auf diese Art ein für alle Mal von den Fesseln der herrschenden Produktionsverhältnisse befreit, das Reich der Freiheit und des Überflusses wäre eröffnet.

Technolog-Skepsis

Demgegenüber steht eine „technologische Skepsis“, die heute vorwiegend von einer bildungsbürgerlichen Mittelschicht vorgetragen wird. Sie beruft sich in ihrer mannigfachen Kritik auf die Auswirkungen anonymer, nicht kontrollierbarer und ungeheure Schäden verursachender Großtechnik; auf den Skandal einer wahnwitzigen Rüstungsspirale, die den Fortbestand der Welt ebenso bedroht, wie durch gigantische Akkumulation von Ressourcen zur Verelendung von immer mehr Menschen in der sogenannten Dritten Welt und zunehmend auch wieder in den hochindustrialisierten Ländern bewirkt; auf die tendenzielle Enteignung der Reproduktionsfähigkeit von Frauen usw.

Der Ursprung dieser mittlerweile breiter gewordenen und von „grünen Parteien“ für sich beanspruchten Kritik an einem technologisch inspirierten Fortschrittsoptimismus findet sich bereits in früheren Analysen historischer Entwicklungen, die jeweils an den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen anknüpften. Als zentrales Moment der Erschütterung des Glaubens an die humanisierende Kraft der Moderne steht wohl die katastrophale Niederlage vor allem der deutschen und österreichischen Arbeiterbewegung im Kampf gegen den Nationalsozialismus, die deren Hoffnungen auf deterministische Fortschrittskonzepte, jedenfalls für die Opfer ein für alle Mal, über den Haufen warf.

Walter Benjamin, dessen Interpretation des Angelus Novus von Paul Klee den Mythos des Fortschritts einer unaufhaltsamen Moderne konterkariert, notierte kurz vor seinem Tod auf der Flucht vor dem Faschismus:

Es gibt nichts, was die deutsche Arbeiterbewegung in dem Grade korrumpiert hat, wie die Meinung, sie schwimme mit dem Strom. Die technische Entwicklung galt ihr als das Gefälle des Stroms, mit dem sie zu schwimmen vermeinte ... Dieser vulgärmarxistische Begriff von dem, was die Arbeit ist, hält sich bei der Frage nicht lange auf, wie ihr Produkt den Arbeitern selbst anschlägt, solange sie nicht darüber verfügen können. Er will nur die Fortschritte der Naturbeherrschung, nicht die Rückschritte der Gesellschaft wahrhaben. Er weist schon die technokratischen Züge auf, die später im Faschismus begegnen werden. [2]

Benjamin verstand die Revolution angesichts der nationalsozialistischen Herrschaft nicht mehr als „Lokomotiven der Weltgeschichte“, mehr schon als „Griff des in diesem Zuge reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse“. Mit dieser Metapher wird die Hoffnung, in der über das strukturelle, konkurrenzvermittelte Akkumulationsgebot forçierten technologischen Entwicklung läge zumindest das historische Potential von Befreiung, wie es damals besonders von der reformistischen Sozialdemokratie formuliert wurde, in ihr Gegenteil verkehrt.

Die Theorie, durch die im kapitalistischen Ordnungszusammenhang geschaffene Maschinerie werde die Produktivkraft der Arbeit in solchem Maße erhöht, daß sie notwendig zur Überwindung der (die Lohnabhängigen in Abhängigkeit haltenden) Produktionsverhältnisse führe, wurde von der Übernahme der Herrschaft durch die bislang äußerste menschenverachtende Barbarei des Nationalsozialismus und die damit verbundene Lösung der kapitalistischen Produktionswidersprüche mittels Entfesselung des Zweiten Weltkriegs ein für alle Mal widerlegt.

Die immer weitere Entfaltung der Produktionsmittel, die es gestatten sollten, mit immer geringer werdendem lebendigem Kraftaufwand den individuellen und gesellschaftlichen Bedarf an Gütern zwanglos zu decken und damit für alle Menschen erstmals in der Geschichte ein Leben in Freiheit und Muße zu verwirklichen seien, so die Lehre aus dieser Lesart von Geschichte, nicht schon der Motor eines historisch-emanzipativen Automatismus.

„Neue Technologien“, politische Schätzung

Heute erleben wir, national wie international, trotz oder gerade wegen der extremen Beschleunigung der technologischen Produktivkraftentwicklung wieder eine Verschärfung der Verteilungskämpfe, die die Schere zwischen arm und reich mehr denn je auseinanderreißt und im Weltmaßstab strukturelle Parallelen zu Entwicklungen der 20er und 30er Jahre aufkommen läßt.

Noch vor wenigen Jahren wurden auf dem Boden der kapitalistischen expansiven Wachstumsgesellschaft soziale Reformmodelle konzipiert, die auf der Basis einer prosperierenden Wirtschaft tunlichst alle Menschen dazu befähigen sollten, das Leben glückhaft zu gestalten.

Offenbar haben sich die Rahmenbedingungen auch für die Ideologiebildung verändert. Der Mythos von der Unumkehrbarkeit historisch erworbener Errungenschaften ist auch bei den ehemaligen Reformisten ins Wanken geraten. So meinte etwa der frühere österreichische Bundeskanzler Fred Sinowatz 1985 als Ansporn für einen neuen Modernisierungsschub.

Wir stehen heute in einer völligen Umorientierung unserer technologischen Strukturen. Die Mikroelektronik hält immer mehr Einzug in die verschiedenen Arbeitsbereiche. Es wird wenige Bereiche geben, wo hier nicht in den nächsten Jahren revolutionäre Umwälzungen erfolgen werden. [3]

Aber er prognostizierte bei dieser Gelegenheit nicht mehr „die Entfaltung des Menschen in allen Lebensbereichen“, vielmehr entwarf er eine Perspektive, bei der durchaus auch negative Auswirkungen in Kauf genommen werden müssen.

Steigende Mobilität heißt auch Entwurzelung, die neuen Berufsbilder mit ihrem hohen Abstraktionsgrad verringern die sinnliche Erfahrbarkeit der Arbeit ... Nicht zuletzt droht mit dem Auseinanderfallen der alten Gesellschaftsschichten eine Entsolidarisierung der Menschen, die Verfolgung gemeinsamer Interessen wird mühsamer.

Mit Peter Glotz [4] mußte auch die deutsche Sozialdemokratie zugeben,

daß wir gegenüber der Technik nicht Herr der Entwicklung sind. Einmal mehr hat der Wunsch, wir wollten selbst bestimmen können, was wir haben wollen gelogen,

meinte Glotz 1985. Den Griff zur Benjamin’schen Notbremse mag er trotzdem nicht tun:

Die Entfaltung der Produktivkräfte ist erster Beweggrund von Geschichte und Fortschritt. Der kennt die Geschichte wenig, der nicht sieht, daß aller gesellschaftlicher Fortschritt nur im Gefolge, bestenfalls auf dem Rücken der Technik erkämpft wurde.

Den „Neuen Technologien“ gälte es, utopische Antriebe abzupressen, die Sozialdemokratie habe daran zu arbeiten, durch technische Neuerungen soziale Utopien möglich zu machen, formulierte er in der „Neuen Gesellschaft“. Konservative Politiker tun sich da offenbar leichter. So meinte ihr Ministerpräsident Franz Josef Strauß 1986:

Konservativ sein heißt an der Spitze des technologischen Fortschritts zu marschieren. [5]

Und er wird wissen, wovon er spricht.

„N. T.“ quant. qual.

Die „Neuen Technologien“ in ihren wichtigsten Formen als Computer sollen schnelles und massenhaftes Erfassen, Verarbeiten, Speichern und Auswerten von Informationen möglich machen. Zugleich sollen sie die Zugriffsmöglichkeiten und damit bestimmte Aussagen über komplexe Zusammenhänge erhöhen. Ihr primärer Vorteil wird somit quantitativ in der Beschleunigung der Prozesse der Informationserfassung, -bearbeitung und -ausgabe, das heißt ihrer Fähigkeit, auch komplexe Prozesse zu rationalisieren und mit bisher ungeahnter Geschwindigkeit und Präzision zu bearbeiten, gesehen.

Es gibt aber auch ein qualitatives Charakteristikum, damit einen inhaltlichen Wandel, der durch die Informationstechnologien hervorgerufen wird; es entsteht die weitgehende Notwendigkeit zur Formalisierung sowohl der Produktions- als auch der Zirkulationssphäre:

Natürlich beziehen sich Daten stets auf Gegenstände, Personen oder ihre Eigenschaften und Bewegungen. Diese materiellen Bezüge können bei der Verarbeitung zunehmend vernachlässigt werden. Unabdinglich aber ist, daß vor der datengerechten Verarbeitung der Produktions- und Zirkulationsprozesse diese selbst zuvor formalisiert werden müssen. Entsprechend gibt es genaue und vorgegebene Regeln für die Erfassung, Weitergabe, Speicherung und Verarbeitung von selektierten Informationen, bevor die Maschine sie zu verwerten vermag. Die Computertechnik setzt daher grundsätzlich eine eindeutige Gestaltung oder „Lesbarkeit“ des Informationsprozesses und damit der Betriebsbedingungen, Arbeitsplätze, ja möglichst rationalisierte Arbeitsprozesse voraus.

Techno-Logik

Die qualitative Änderung besteht nun darın, daß die Einbeziehung nicht nur energieumwandelnder und mechanischer Vorgänge, sondern auch solcher der Kontrolle und Planung der Produktions- und Zirkulationszusammenhänge die „Maschinisierung auch der Kopfarbeit“ erlaubt. Interaktive und intellektuelle Tätigkeiten, die sich nicht mehr unmittelbar auf ein materielles Natursubstrat richten, werden selbst Ziel von Rationalisierungsstrategien. Eine solche Maschinisierung entspricht der technischen Anwendung der geistigen Arbeit auf sich selbst und hebt sie als vormals „geistige“ Arbeit zugleich auf. Sie wird objektiviert und damit in die elementar-repetitiven Formen entqualifizierter Arbeit gepreßt.

Die vom englischen Mathematiker Alan M. Turing [6] 1950 hypothetisch gestellte Frage, ob eine Maschine denken könne, wurde von ihm und John von Neumann mittels ihrer „Allgemeinen und logischen Theorie der Automaten“ zu beantworten versucht. Mit dieser Theorie läßt sich zeigen, daß Digitalrechner mit hinreichend großem Speichervermögen und entsprechender Aktionsgeschwindigkeit in der Lage sind, jede andere denkbare Maschine, deren mögliche Zustände durch diskrete Parameterwerte beschrieben sind, mit beliebiger Genauigkeit mathematisch zu simulieren.

Die Beschäftigung mit diesen „universellen Maschinen“, deren Konzepte bereits auf die „analytical machine“ Charles Babagges vor mehr als 150 Jahren zurückreichen, lassen, wie der Wiener Philosoph Rudolf Burger [7] etwa in seinem Beitrag „Die Sprache der Puppen“ darzustellen versucht hat, nichts weniger als die Beantwortung der Frage nach einer möglichen Subjektwerdung des Apparats aufkommen. Denn die Frage nach der Denkfähigkeit der Maschine finde ihr Pendant in der Frage nach der maschinellen Simulationsfähigkeit menschlichen Denkens durch Maschinen.

Entsprechend arbeitet die wissenschaftliche Avantgarde an Konzepten „künstlicher Intelligenz“ in Form von informationsverarbeitenden Systemen, die unter Berücksichtigung ihrer eigenen Vergangenheit und Umweltbeziehungen so etwas wie Erfahrung oder gar Bewußtsein zugesprochen erhalten sollen.

Ist also der Mensch unbegrenzt maschinell simulationsfähig? Geht er eines Tages in einem automatisierten Maschinensystem auf? Entspricht der äußeren Naturumwandlung nach formalisierbaren Gesetzmäßigkeiten eine ebensolche innere, die die Subjekthaftigkeit des Menschen zu einer sinnlosen Leerformel degeneriert? Oswald Wiener hat 1984 die Diskussion um den Turing-Test als Übergang vom dialektischen zum binären Denken gedeutet. [8]

Diese wissenschaftlichen Bemühungen legen den Verdacht nahe, es handle sich um Kompensationsversuche einer tiefliegenden Angst vor jeglichen Widersprüchen. Agiert hier doch eine positivistisch verbrämte Wissenschaftsideologie, die in der Konstruktion einer mechanistischen Anthropologie Transzendentales mit Empirischem verwechseln zu müssen meint. Dazu Burger: Bewußtsein, so der Kategorienfehler, sei ja nicht etwas, von dem man in empirischem Sinn sagen könnte, daß es existiere; es ist vielmehr immer erst die Bedingung der Möglichkeit dafür, daß Wirklichkeit erkannt und strukturiert werden kann.

Denkt man den Wunsch nach beliebiger Rationalisierbarkeit auch des menschlichen Denkens weiter, so gelangt man notwendig zu dem einer zeitlosen Logik unterworfenen Erkenntisideal, das die endlose Wiederholung des Gleichen im Experiment als die Bedingung aller Wahrheit begreift. Beliebige Reproduzierbarkeit als identische Reproduktion des Identischen mit identischen Mitteln als erster Maßstab experimentellen Handelns, ausgestattet mit den höheren Weihen der Wissenschaftlichkeit, führt notwendig dazu, daß die Sinnlichkeit der Erfahrung aus der Erfahrung der Sinnlichkeit ausgeblendet wird.

In dieser Diagnose liegt eine der Begründungen für den wachsenden Erfahrungsverlust bei aller Vergrößerung der unvermittelten Erfahrungshorizonte, für eine „progressive Entsinnlichung“ durch die Herrschaft kognitiv-rationalisierter Kommunikation, für die die „Neuen Technologien“ stehen. Das Fremde, das Andere, das Singuläre, das Besondere, das Ereignis als qualitativ Neues, der Einspruch sinnlicher Erfahrung gegen das Ideal formaler Widerspruchsfreiheit werden aus der Computersprache ausgeschlossen und in künstlerische, (noch?) als autonom postulierte Reservate gewiesen. Was, so fragt Burger, sage das über eine Gesellschaft aus, wenn der Test der Maschine durch den Experimentator sich umkehrt in einen Test des Experimentators durch die Maschine:

Welcher Begriff von Denken und von Sprache muß in einer solchen Gesellschaft durchgesetzt werden, damit ihre besten Köpfe auf den Gedanken kommen können, ihr Denken sei durch eine Maschine substituierbar.

Im Ideal der computerisierten Sprache, im Ideal vollständiger Algorithmisierung menschlicher und sonstiger Kommunikation, zeichnet sich der Traum von einer Welt ab, in der der Widerspruch keine Repräsentanz mehr hat. Dieses maschinenförmige Gerede ist nicht weniger als eine gigantische Tautologie. [9]

In diesem erkenntnistheoretischen Zusammenhang hat die Berliner Projektgruppe „Technologie und Sozialisation“ [10] den Versuch gemacht, Maschinen nicht mehr als dem Menschen bloß Äußerliches zu definieren, sondern die Schnittstelle Mensch/Maschine in dessen Inneres zu verlegen: In der mit dem Heraufkommen der „Informationsgesellschaft“ verknüpften Verabschiedung des klassischen Maschinenbegriffs würden immer weitere menschliche Psycho- und Organiısationsstrukturen in den Prozeß der logischen Formalisierbarkeit einbezogen. Der immaterielle Charakter der „neuen Maschinen“ würde von ihnen selbst als Algorithmus identifiziert, der sich nicht mehr inhaltlich bestimme und sich daher der Interpretation verweigere. Eine dadurch bedingte Transformation von Informationen frage nicht mehr nach dem Warum; sie frage in einem systemischen Sinn ausschließlich nach Kriterien der Funktionsfähigkeit.

Die Berliner Autoren kommen zu dem Schluß, daß die Herrschaft dieser „neuen Maschinen“ zu einer Begrenzung von Vielfalt und damit zu einer normativen Einschränkung menschlichen Verhaltens führe. Die Maschine habe sich eines einseitigen, ausschließlich der aristotelischen Logik verpflichteten Vernunftbegriffs bemächtigt, der als abstraktes Denken im Verlauf der Moderne zur höchsten Entwicklungsstufe des menschlichen Denkens hochstilisiert wurde. Ihren Herstellern und Anwendern gelinge es, immer mehr Eigenschaften und Verhaltensweisen zu normieren, um sie unter dem Prätext von Aufklärung als formale Logik in den „neuen Maschinen“ zu objektivieren und damit Herrschaft über die als defizitär erklärte Unberechenbarkeit menschlicher Existenz auszuüben.

Es soll nicht verschwiegen werden, daß es auch diametral entgegengesetzt argumentierte Auffassungen gibt. Günther [11] etwa kommt zu dem Schluß, Menschen könnten präzises, eindeutiges und abstraktes Denken getrost den Maschinen überlassen. Die menschliche Existenz würde die Verknüpfung mit den „Neuen Technologien“ nicht negativ beeinträchtigen. Vielmehr würden zu bloßer Mechanik heruntergesunkene Formen menschlicher Reflexion durch diese Anbindung erst entäußerungsfähig. Der Mensch würde erst dadurch in die Lage versetzt, zu einer tieferen Spiritualität vorzustoßen.

Beim Vergleich beider Erklärungsversuche fällt aber auf, daß sowohl die Berliner Projektgruppe als auch Günther von einer beliebig verschiebbaren Mensch/Maschine-Schnittstelle ausgehen. Beide wollen offenbar nicht wahrhaben, daß Menschen selbst Bestandteil der Natur und damit eben diesen Gesetzen unterworfen werden, die sie ihrer äußeren Umgebung aufherrschen. Jede Begrenzung der maschinisierten Anteile von Menschen weist aber logisch immer auch schon über diese Grenzen hinaus in einen Bereich, der gerade nicht maschinisiert ist. Der Mensch ist in diesem Sinn zwar noch nicht ganz durchrationalisiert, immerhin aber rigid in zumindest zwei unvermittelte Bereiche getrennt.

Die Fundierung dieser gewaltsamen Spaltung menschlicher Existenz in (a) der formalen Logik unterworfene und (b) dieser noch unzugängliche emotionale und affektive Bereiche ist aber selbst bereits (c) Ergebnis einer Moral bürgerlichen und damit temporären Denkens, das auf Grund der dadurch aufgeherrschten Widersprüche die menschliche Existenz als ganzheitliche nicht (mehr) zu begreifen vermag. Die Frage nach einem „humanen Substrat“, das als ganz anderes sich der maschinellen Formierung immer wieder zu entziehen trachtet und die Basis von „Lebendigkeit“ abgeben soll, ist in dieser „Trennung“ als irrationale Komponente gedanklich diskriminiert und in seinem Auftreten auch schon als eliminierenswert verurteilt.

Lyrik von Siegfried Holzbauer

Gibt es „kapitalistische“ Technologien?

Autoren wie Bahr, Breuer, Pohrt, Burger oder Ötzel [12] haben versucht, die zur Zeit stattfindende „wissenschaftlichtechnische Revolution“ mit den damit verbundenen technologischen Innovationen als eine den kapitalistischen Strukturerfordernissen immanente und daher gerade nicht systemüberwindende Krisenintervention zurechtzurücken. Sie ziele darauf ab, die bestehenden Herrschaftsverhältnisse zu verfestigen und zu perpetuieren. Nur wenig deute darauf hin, daß der Sog zu weiterer Konzentration und Zentralisation des Kapitals zu behindern, gar aufzuhalten sei.

In diesem Prozeß einer einseitig radikalisierten, den kapitalistischen Strukturgesetzen gehorchenden Moderne hat sich die 11. Feuerbachthese nach Burger in ihr ironisches Gegenteil verkehrt: Auch den Todfeinden von Marx komme es nunmehr darauf an, die Welt zu verändern, aber, und das sei das wirklich „Neue“, damit sie die gleiche bleibe und nicht mehr interpretiert würde.

Dieser Entwicklung dienlich ist die Strategie einer wachsenden Formalangleichung von Produktions- und Zirkulationssphäre, die dazu angetan ist, stabilisierend die ehemals geschichtsmächtige Dialektik von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen durch immer weitere Monopolisierung einzuziehen und damit außerhalb jeglicher interessenspezifischer Verfügbarkeit zu stellen. Der Markt, ideologisch geheiligter Ort kapitalistischen Handelns, erweist sich im internationalen Maßstab von einem Machtgeflecht der Monopole überlagert und erfüllt nur mehr zum Schein seine Funktion als Ort eines wie immer gearteten äquivalenten Tausches. Die Zırkulationssphäre definiert als bloßer Funktionszusammenhang immer mehr die Erfordernisse auch der Produktion, was zur Folge hat, daß diese immer weniger auf konkreter, Gebrauchswerte bildender Arbeit basiert. Das Ergebnis sind Abstraktionen des Tauschwertes, wie sie sich etwa in der betrieblichen Verwaltung manifestieren. Sie vergegenständlichen sich in der Apparatur einer bloß funktional-produktiven Maschinerie und prägen dem unmittelbaren Arbeitsprozeß die entqualifiziert-quantitative Struktur der Zirkulationssphäre auf.

Negt/Kluge [13] haben in „Geschichte und Eigensinn“ die vage Hoffnung, diese Entwicklung politisch unterlaufen zu können, an die prinzipielle Unfähigkeit einer noch so automatisierten Produktions- und Zirkulationsweise geknüpft, den gesamten Stoffwechselprozeß mit der ersten Natur erfassen zu können. Vielmehr sei diese auf immer neue Ausbeutung eigensinniger lebendiger Ressourcen gebunden, die, quergestellt, diesen Begriff des Fortschritts als Idee der Katastrophe, wie Benjamin einmal gemeint hat, zumindest temporär immer wieder zu behindern vermögen.

Letztere Hoffnung verweist notgedrungen auf die (wenn auch heute kaum in politische Strategien umsetzbar erscheinende) Fortsetzung der Suche nach prinzipiell anderen, die kapitalistischen Organisationsformen unterlaufenden Lebens- und Produktionsformen. Das Postulat der „Andersartigkeit“ ist dabei bereits Ausdruck des herrschenden Gewaltverhältnisses. Ihre Formulierung hält aber zumindest den noch unausgelöschten Willen nach Überwindung wach.

Männliche und weibliche Produktivität

Hier mag man sich an die Unterdrükkung der weiblichen Produktivität erinnern, die als reale Benachteiligung weiblicher Existenz auch oder gerade in der modernen Gesellschaft ihre Begründung findet.

Der französische „postmoderne“ Philosoph François Lyotard [14] hat dazu die Provokation geäußert, der gesamte rationale Diskurs inklusive der sprachlichen Begriffsbildung von Sexualität sei der Versuch der Männer, in einer objektivierenden Entäußerung ihrer als defizitär empfundenen Natur der unbegreiflichen Konsistenz des Weiblichen zu begegnen. Die dem Kapitalismus innewohnende Expansion erzwinge in einer Art Kohabitation mit dem Patriarchat die „Homologisierung“ der Frauen durch Angleichung an die patriarchalischen Normen, was dazu führe, daß à la longue alle natürlichen weiblichen Ressourcen inklusive ihrer Reproduktionsfähigkeiten fremdbestimmt und ausgebeutet würden.

Gegen diese Vereinnahmungsversuche in den eindimensionalen „männlich-menschlichen Fortschrittsprozeß“ rekurriert zumindest ein Teil der feministischen Theorie auf das Postulat kreisförmiger Naturprozesse als mögliche Widerstandsform. Eine damit assoziierte weibliche Produktivität durchbräche nach Brigitte Wartmann [15] als Form einer Praxis faktisch die mit Waren als einzig mögliche gesellschaftliche Produktionsweise gesetzte Norm, als gesellschaftliche Arbeit nur anzuerkennen, was sich deutlich und überprüfbar in sichtbaren, materiellen und wahrhaften Produkten niederschlägt. Eine solche Produktivität verbinde faktisch körperliche und geistige, emotionelle und zweckrationale, kommunikative und handwerkliche Handlungsabläufe, die sich der eindeutigen Definition entzögen.

Maria Mies [16] geht noch einen Schritt weiter und definiert einen originären „weiblichen Gegenstandsbezug zur Natur“, der den Frauen, und nur ıhnen, als kooperativ-produktives Verhältnis erfahrbar sei. Durch ihre Fähigkeit, selbst Leben zu gebären, hätten die Frauen die Sicherheit, daß ihr ganzer Körper produktiv sei und nicht nur ihre Hände und ihr Kopf: Die Frauen verstehen, so Mies, ihren eigenen Körper als produktiv, wie sie auch die Natur als produktiv verstehen, nicht nur als Material für ihre Produktion.

Als männliches Pendant dazu formuliert Gerhard Schwarz ın „Die heilige Ordnung der Männer“, [17] diese seien dem evolutionären Verlauf nicht gewachsen gewesen. Sie hätten sich, bestochen durch den Mangel, nicht selbst Leben produzieren zu können, auf den Weg gemacht, durch Entäußerung und „Exteriorisierung der natürlichen Organe und Funktionen“ mittels Wissenschaft und Technik dieses Defizit auszugleichen. In einem grandiosen Prozeß gewaltsamer, gottgleicher Naturformung soll die Zerrissenheit zwischen Mann und Natur überwunden werden.

Solche Projektionen von Defiziten der eigenen Körperlichkeit und Identität erzwingen nach Mies immer neu die Erfindung von und Kontrolle durch die „Neuen Technologien“. Ihre Analyse gipfelt in dem Ausspruch: „Ohne Werkzeug ist der Mensch kein Mann.“

Zu diesen feministischen Fundierungsversuchen, die ihren Vorwurf neben den Begründungsversuch einer sich gesamtgesellschaftlich wieder verschärfenden Benachteiligung der Frauen auch oder gerade in den sogenannten hochentwickelten Ländern in der bereits erwähnten Entsinnlichung männlicher und weiblicher Existenz finden, existieren bereits eine Reihe von empirischen Belegen, die auf eine „Technologisierung“ auch der „Lebensproduktion“ hindeuten und damit „weibliche Produktivität“ als „Eigensinn“ existentiell bedrohen. So machen sich die zweifellos männlich dominierten biomedizinischen Ingenieurswissenschaften daran, das soziobiologische Konzept des Menschen als „Überlebensmaschine“, als Roboter, blind programmiert zur Erhaltung der selbstsüchtigen Gene, wie Richard Dawkins [18] 1878 gemeint hat, umzusetzen. Gensynthese und andere Techniken der molekular- und zellbiologischen Manipulation sind in ein Stadium der möglichen Realisierung getreten, die zudem radikale Eingriffe und umfassende prospektive Kontrollen der Gesellschaften ermöglichen. Damit soll langfristig nicht nur die technische Realisierung menschlicher Reproduktion, etwa durch künstliche Befruchtung, künstliche Gebärmutter oder Parthenogenese möglich werden, sondern auch körperliche und geistige Modifikation bis hin zur Schaffung neuen genetischen Lebens technologisch realısiert werden. Dazu Jos Herbig:

Von der Außenseite des Lebens ist die biologische Forschung in das bisher unzugängliche Innere der Zellmaschinerie, man beachte die Bezeichnung, vorgedrungen. Sie zerlegt die Teile und fügt die Elemente zu neuen nützlichen Lebensformen zusammen. Das Erbmaterial mit dem Steuerprogramm des Organismus ist zum Objekt eines Milliardengeschäfts geworden. [19]

Daß es die interessenspezifischen Umstände sind, die etwa die künstliche Menschenproduktion als gesellschaftlich wünschenswert und vorgeblich unbedingt notwendigen Fortschritt der Naturbeherrschung erscheinen lassen, kann man immerhin daran erkennen, daß es derzeit mehr als 50 Millionen Kinder sind, die weltweit jährlich an Unterernährung auf unmenschliche Weise zugrunde gehen.

Der Frauenbewegung in den 70er Jahren ist es gelungen, Frauen einen erweiterten öffentlichen Stellenwert zu geben. Heute weht ihnen der neokonservative Wind entgegen und bläst einen nicht unbeträchtlichen Teil zurück zu Heim und Herd. Für den verbleibenden Rest wird die oft konstatierte Mehrfachbelastung durch die jüngsten technologischen Innovationen verstärkt, nicht vermindert. Einerseits ist das Konzept der Wiederzusammenführung von Arbeits- und Wohnbereich auf elektronischer Basis nicht aufgegeben. Andererseits schwächt die etwa mit Bildschirmarbeit überwiegend begleitete Senkung der Qualifikationschancen bei gleichzeitiger Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse im Interesse der betrieblichen Erfordernisse weiter den gesellschaftlichen Stellenwert von Frauen. Einmal mehr wird es möglich, die nicht „verwertbaren“ Anteile der weiblichen Produktivität, wie die Gebärfähigkeit, die immer als latente und manifeste Minderwertigkeit und Minderleistungsfähigkeit am Arbeitsmarkt ausgespielt wurde, als individuelles Risiko zu privatisieren und deren gesellschaftlichen Charakter zu negieren.

Im Sinne einer Doppelstrategie zwischen Ausgrenzung und Hombologisierung steht einer immer größeren Masse von Frauen als „elektronischer Reservearmee“ die Existenz nach wie vor vergleichsweise weniger Karrierefrauen gegenüber, die, ihr gesellschaftliches Potential verleugnend, sich den techno-logischen Erfordernissen zu unterwerfen haben („Die Frau muß ihren Mann stehen“) und womöglich sich ihrer weiblichen Produktivität mit Hilfe von Leihmüttern entäußern.

„Neue Technologien“ und Gewerkschaftsbewegung

Die bisher aufgezeigten Veränderungen machen deutlich, daß es Gewinner, wohl aber mehr Verlierer beim derzeit tobenden Kampf um Art, Charakter und Verfügungsmacht über die „Neuen Technologien“ gibt. Wo sind nun die organisierten Kräfte, die in der Lage wären, den negativen Auswirkungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt zumindest paroli zu bieten?

Natürlich bieten sich bei der Suche auf Grund des bisherigen Verlaufs des Industrialismus in erster Linie die traditionellen Arbeitnehmervertretungen, die sich einstmals als Vertretungen der Lohnabhängigen verstanden haben, an. Sehr rasch aber wird klar, daß mit dem Wiedererstarken liberaler und konservativer Kräfte im Zuge der weltwirtschaftlichen Veränderungen, wie sie zu Beginn dieses Beitrags angedeutet wurden, die Gewerkschaften mehr und mehr in die Defensive gedrängt worden sind.

„Die Zeit“ hat im Frühjahr 1986 eine Artikelserie „Gewerkschaften in der Krise“ veröffentlicht, in der angesichts des Niedergangs der alten Industriezweige, der immer weiter wachsenden Arbeitslosenraten sowie des verstärkten Einsatzes von „Neuen Technologien“ gar die Frage aufgeworfen wird, ob „die Gewerkschaften in der westlichen Welt am Ende“ seien.

Dazu folgende Überlegungen: Besser als es ein orthodoxer Marxismus prognostizierte, scheint es dem überraschend lernfähigen Kapital, trotz aller Krisenerscheinungen, zu gelingen, sein ihm in früheren Stadien der Produktion noch äußerliches und widersprüchlich gegenüberstehendes Pendant (die Lohnabhängigen) gleichsam in sich hineinzunehmen und etwa in Form von sozialpartnerschaftlichem Krisenmanagement als sein eigenes Anderes zu konstituieren. Der arbeitslose Rest aber, der im Zuge der Konstruktion einer „Zwei-Drittel-Gesellschaft“ außerhalb der gesellschaftlichen Arbeit, möglichst am Existenzminimum angesiedelt wird, bleibt als quantité négligeable massenhaft vereinzelt zurück.

Das im Monopol mit seinem Begriff identisch gewordene und damit quasi zur geschichtlichen Vollendung gekommene Kapitalverhältnis kennt, trotz allen peripheren Strampelns ökologischer Erregung, kein gesellschaftsrelevantes Außen mehr und keine innere Dynamik, die über es hinausweisen würde. Das ist wohl der tiefere Grund für den gesellschaftlichen „Verlust an Utopie“ auf seiten der „Arbeit“, der sich ab sofort mit einem endzeitlichen „Immer-noch-besser-als“ begnügen muß.

Empirisch äußert sich diese „Verschiebung des Klassenkompromisses“ in Richtung eines „neuen sozialen Konsenses“ auf möglichst niedrigem Niveau im Abbau sozialstaatlicher Leistungen, in einer Einschränkung von Gewerkschaftsrechten, einer Aushöhlung kollektiver Schutzrechte durch Flexibilisierung und Deregulierung von Arbeitszeitverhältnissen sowie einer Segmentierung von Randgruppen. Begleitet wird dieser repressive Umbau vom Schrumpfen der traditionellen Mitgliederbasis und von gewerkschaftlichen Niederlagen bei Arbeitsauseinandersetzungen, die sich seit dem Beginn der 80er Jahre häufen und längerfristig zumindest in Österreich konservativen bis rechtsradikalen politischen Strömungen in die Hände spielen.

Die laufenden erfolgreichen Eroberungsversuche der „kulturellen Hegemonie“ durch eine wiedererstarkte Rechte werden begünstigt durch eine jahrzehntelange ideologische Abstinenz der in den Machtapparaten eingebundenen Gewerkschaftsführungen, denen dabei wohl auch die „sinnliche und solidarische Kampferfahrung“ abhanden gekommen ist. Statt dessen wird — wieder ist Österreich dafür ein gutes Beispiel — die weitgehende Anpassung an die „objektiven Erfordernisse“ der herrschenden Entwicklung weithin alternativlos von den Führern der Gewerkschaften, aber auch der sozialdemokratischen Parteien mitgetragen, die sich damit einmal mehr als die besseren „Ärzte am Krankenbett des Kapitalismus“ bewähren wollen.

Die ideologische Offensive von Rechts ist getragen von dem Wunsch, sich als Kraft der Erneuerung und des Bruchs mit den leidigen Gegenwartsproblemen zu präsentieren. Kern solcher konservativen bis liberalen Konzepte ist die Vorstellung, daß es zur Bewältigung aller anstehenden Probleme vor allem notwendig sei, durch eine forçierte Modernisierung unter privatkapitalistischer Dominanz den „Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft“ weiter zu beschleunigen, in der — alles neu — die „neuen Technologien“ den Fortschritt garantieren, wenn nur die politischen Rahmenbedingungen eine weitgehende Flexibilisierung erlaubten.

Dem kleineren, leider kaum entscheidungsrelevanten Teil der Gewerkschaftsbewegung, der sich nicht mehr ausschließlich korporatistisch, sondern als solidarische Interessenvertretung möglichst aller Arbeitenden versteht, ist mittlerweile klar geworden, daß ein „Überwintern“ der eigenen Organisation in der vagen Hoffnung auf einen neuen Wachstumsschub die Defensive nur verschärft. Er weiß um die Notwendigkeit von durchsetzbaren Konzepten für einen Übergang zu sozialer, ökologisch ausgerichteter und demokratisch geplanter Produktion, ansonsten, so die Befürchtung, würde der eine Teil der Menschen zu bevormundeten, überwachten, in Existenzunsicherheit gehaltenen „Anhängseln“ der modernen Maschinerien, während der andere Teil, mehr oder weniger am Existenzminimum, überhaupt vom gesellschaftlichen Leben (wieder) ausgeschlossen würde.

Es fehlt nicht an Appellen verschiedener Gewerkschaftsfunktionäre, die neuen Produktivkräfte müßten für die arbeitenden Menschen vestehbar, beeinflußbar, kontrollierbar und nützlich sein. Es ginge darum, Kenntnisse, Engagement und daraus resultierende Einflußmöglichkeiten zu vergrößern oder mehr Veto- und Mitbestimmungsmöglichkeiten, Verträglichkeits- und Sicherheitsprüfungen durchzusetzen. Die politischen, mehrheitlich durchsetzbaren politischen Strategien hiefür sind jedoch (noch) nicht gefunden. Gerade die in diesem Zusammenhang äußerst wichtigen Auseinandersetzungen um Arbeitszeitverkürzung zeigen drastisch die Schwierigkeiten gewerkschaftlicher Organisation. Alle Appelle zugunsten einer solidarischen Linie gegen die vielfältigen Rationalisierungsstrategien entbehren eines ähnlich offensiven Charakters, wie sie auf Seiten der überwiegend dynamischen Anwender charakteristisch geworden sind. Skepsis beginnt sich breitzumachen, jene Appelle wenden sich nur noch an einen ohnmächtigen Idealismus, der ja doch über keine gesellschaftsverändernde Massenbasis mehr verfügt.

Die zur Zeit absehbare Entwicklung der gesellschaftlichen — und der damit untrennbar verknüpften technologischen — Verhältnisse steht der Wiedergewinnung einer an den Interessen der Mehrheit der (noch) Arbeitnehmer orientierten „kulturellen Hegemonie“ entgegen. Das Kapital wird sich als „progressiver“ Anwender der „Neuen Technologien“ diese, als Instrumente gesellschaftlicher Veränderung zugunsten verbesserter Verwertungsbedingungen, mit auch noch so gut gemeinten Mitbestimmungsmodellen nicht aus der Hand nehmen lassen.

Der Kapitalismus hat durch die massenhafte Innovation der „Neuen Technologien“ einmal mehr mit seinem Selbstzweifel gebrochen, wohingegen die sozialistische Bewegung von ehedem, mit dem Banner „Wissen ist Macht“ in der Hand, davon nicht ablassen wollte, an die Möglichkeit eines natürlichen Todes durch Verschleiß zu glauben. Doch, so die Autoren des Anti-Ödipus Deleuze und Guattari, [20] noch nie sei jemand an Widersprüchen gestorben: Und je mehr alles aus dem Leim geht, um so besser läuft es — auf amerikanische Art und Weise.

Vor diesem Hintergrund ist selbst die Artikulation des Wunsches nach einem zu dieser Entwicklung querstehenden und trotzdem politisierbaren „Eigensinn“, der sich nicht sofort durch Begriffsbildung und Herrschaftsanspruch über das Ganze entlarvt, schwierig geworden. Alle Entwürfe, Demonstrationen und Verstellungen, Taktiken und Strategien, kollektiv oder individuell, erwecken im Kontrast zur Hermetik der systemischen Herrschaftsideologie schon den Anschein des Chaotischen und Abnormalen.

In der Interpretation der Moderne als zunehmender Verfallsgeschichte erlöschen zwar alle gesamtgesellschaftlichen Utopien, aber es zerbrechen auch die Totalitäten:

„Möglicherweise“, so Michel Foucault, [21]

gibt es im Verhältnis zur Macht nicht (mehr) den einen Ort der großen Verweigerung ..., sondern es (bleiben) ... einzelne Widerstände: Mögliche, notwendige, unwahrscheinliche, spontane, wilde, einsame, abgestimmte, kriecherische, gewalttätige, unversöhnliche, kompromißbereite, interessierte oder opferbereite Widerstände, die nur im strategischen Feld der Machtbeziehungen existieren können ... große radikale Brüche, massive Zweiteilungen? So etwas kommt vor.

Und Burger setzt provozierend noch eins drauf:

... selbst wenn der Bruch eintritt, was unwahrscheinlich ist, aber niemals ausgeschlossen: Wir zweifeln stark daran, daß er jemals das Ende der Vorgeschichte markieren und den Eintritt in ein Reich der Freiheit eröffnen wird können. Der revolutionäre Umschlag bedeutete immer nur ein Neuarrangement des Kampfgeländes und eine neue Form der Verstrickung. Ein Ende des Krieges ist nicht absehbar und die alt gewordene Frage, ob die Geschichte trotz allem der Weg zur Vernunft und zur Freiheit sei, werden wir, in Momenten der Ehrlichkeit (aber im allgemeinen sind wir nicht ehrlich, warum auch?) mit einem Achselzucken beantworten.

Zehn Thesen zu den Auswirkungen der „Neuen Technologien“

1.

Die massenhafte Innovation der sogenannten „Neuen Technologien“ fällt zusammen mit strukturellen Änderungen eines „neuen“ Weltwirtschaftsmodells, das sich nicht mehr vorrangig an Wachstum und damit verbundener Balance von hohen Profitraten und Ausbau von Sozialstaatlichkeit orientiert. An deren Stelle treten Kostenminimierung und Flexibilisierung bei insgesamt stagnierenden Märkten.

2.

Die „Neuen Technologien“ sind von sich aus nicht in der Lage, neue volkswirtschaftlich relevante Wachstumsschübe zu initiieren. Sie stellen in erster Linie Rationalisierungsinvestitionen dar, deren Auswirkungen die Gesellschaften in Rationalisierungsgewinner und Rationalisierungsverlierer spalten.

3.

Der Übergang zu einem neuen Weltwirtschaftsmodell ist begleitet von der Offensive einer konservativen bis neoliberalen Allianz, die die „Neuen Technologien“ als ideologische Instrumente zur Verschleierung der herrschenden Widersprüche in einem Konzept dynamischer Modernisierung nutzt und die traditionellen Arbeitnehmervertretungen mangels entsprechender sozialer Utopien in die Handlungsdefensive drängt.

4.

Die „Wissenschaftlich-technische Revolution“, für die die „Neuen Technologien“ stehen, ist eine „kapitalistische“ und nicht in der Lage, die herrschenden Produktionswidersprüche zu überwinden, vielmehr werden einzelne Widersprüche im Zuge der Etablierung von „Zwei-Drittel-Gesellschaften“ verschärft.

5.

Die „Neuen Technologien“ zeichnen sich dadurch aus, daß sie nicht nur in der Lage sind, mechanische und energieumwandelnde Funktionen zu erfüllen, sie integrieren auch bisher ausschließlich den Menschen zugeordnete Planungs- und Kontrollfunktionen.

6.

Diese Rationalisierung der Hand- und Kopfarbeit wirkt als Rationalisierung auf die menschliche Existenz zurück. Entsprechend führt der massenhafte Einsatz in nahezu allen Lebensbereichen zu Segmentierung und Entsinnlichung.

7.

Die Versuche, die äußere Natur als Maschinensystem zu beschreiben und dadurch zu beherrschen, finden ihre Entsprechung in den Maschinenkonzepten einer „artifical intelligence“ oder den biomedizinischen Ingenieurswissenschaften. Erweisen sich diese Versuche wider Erwarten als erfolgreich, dann münden sie in eine grandiose Tautologie.

8.

Feministische Gegenkonzepte einer „weiblichen Produktivität“ halten zumindest die Erinnerung an ganzheitlichen Lebensformen wach, deren Vertreterinnen auf Grund ihrer Fähigkeit zu ungeteilter Lebensproduktion sich nicht, wie es die bürgerliche Gesellschaft verlangt, als gewaltsam in rationale, emotionale und körperliche Bestandteile zerlegt denken müssen. Diese Konzepte stehen für Mann und Frau als positiver Vorwurf bei der Suche nach querstehendem „Eigensinn“.

9.

Der derzeitige Grad der Monopolisierung des Kapitals erlaubt mit den Mitteln der „Neuen Technologien“ den Einzug auch einer kritischen Wissenschaft, die gegenüber der systemischen Hermetik ihren politisierbaren Anspruch mehr und mehr verliert und bestenfalls vom Zentrum als chaotisch denunzierte und damit ausgegrenzte Handlungsimperative abgibt.

10.

„Neu“ ist ein Modewort der herrschenden Verhältnisse. In diesem Sinn „Neue Technologien“ ja, „neue Menschen“ nein. Der Prozeß der Moderne, einmal mehr radikalisiert, nimmt vorerst seinen Lauf.

[1Fröbel/Heinrichs/Kreye, Umbruch in der Weltwirtschaft. Reinbek 1986, S. 93

[*░ Text im gedruckten Umbruch verloren gegangen.

[2Benjamin, Walter, IX. These, Über den Begriff der Geschichte, Band 1, 2. Frankfurt/Main 1980, S. 697 f.

[3Fred Sinowatz, Sozialdemokratische Wirtschaftspolitik — Die Permanente Herausforderung. In: Novotny/Tieber, Perspektiven 90. Wien — München — Zürich 1985, S. 22 f.

[4Peter Glotz, Arbeit und Technik I, Zum Stand der Diskussion. In: Die Neue Gesellschaft, Nr. 3. Bonn, März 1985, S. 208

[5Franz Josef Strauß, zit. Michqel Th. Greven, Die Konservativen am Drücker? In: Zukunft Nr. 5, Wien, Mai 1986, S. 8

[6Alan Turing, Kann eine Maschine denken? In: Kursbuch 8, Neue Mathematik, Grundlagenforschung. Theorie der Automaten. Berlin, März 1967, S. 106 ff.

[7Rudolf Burger, Die Sprache der Puppen oder: Die Angst vor dem Widerspruch. In: Falter Nr. 20, Wien, 1984

[8Oswald Wiener, Turing-Test. Vom dialektischen zum binären Denken. In: Kursbuch 75, Computerkultur. Berlin, März 1984, S. 12 ff.

[9Rudolf Burger, Die Sprache der Puppen oder: Die Angst vor dem Widerspruch. In: Falter Nr. 20, Wien, 1984

[10Arno Bamme u.a., Maschinen-Menschen. Mensch-Maschinen. Grundrisse einer sozialen Beziehung. Reinbek, 1983

[11Gerhard Günther, Beiträge zu einer operationsfähigen Dialektik, Band III, Hamburg 1980

[12Vgl.: Rudolf Burger, Monopolisierung und Automation. Zur Maschinerie der Postmoderne. In: Österreichische Zeitschrift für Soziologie, Nr. 3+4, Wien, 1982, S 51 f.

[13Negt/Kluge, Geschichte und Eigensinn. Frankfurt, 1985

[14François Lyotard, Ein Einsatz in den Kämpfen der Frauen, in: Lyotard, das Patchwork der Minderheiten. Berlin 1977, S. 77 ff.

[15Brigitte Wartmann, Die Grammatik des Patriarchats. In: Ästhetik und Kommunikation, Heft 47, Weibliche Produktivität. Berlin, April 1982, S. 12 f.

[16Maria Mies, Gesellschaftliche Ursprünge der geschlechtlichen Arbeitsteilung. In: Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis, Nr. 3, München 1980, S. 61 f.

[17Gerhard Schwarz, Die „Heilige“ Ordnung der Männer. Patriarchalische Hierarchie und Gruppendynamik. Opladen 1985

[18Richard Dawkins, Das egoistische Gen. Berlin — Heidelberg — New York 1978

[19Jos Herbig, Hg., Biotechnik, Genetische Überwachung und Manipulation des Lebens. In: Technologie und Politik, Nr. 17, Reinbek 1981

[20Deleuze/Guattari, Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie. Frankfurt/Main, 1974

[21Michel Foucault, Sexualität und Wahrheit. Frankfurt/Main 1977, S. 177

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Oktober
1988
, Seite 28
Autor/inn/en:

Michael Wimmer:

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