FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1982 - 1995 » Jahrgang 1988 » No. 417-419
Klaus Nüchtern

Kulturkampf & Entmündigung

Über Rhetorik, Strategie und Ideologie der Konservativen, die Hegemonie zu gewinnen und die politische Öffentlichkeit zu zerstören. Mit einem Fallbeispiel Sex aus dem Koffer.

Als die ÖVP im Zusammenhang der Diskussion um Hrdlickas Mahnmal gegen Faschismus und Krieg den Begriff Kulturkampf in die öffentliche Debatte einführte und gleichzeitig beteuerte, einen solchen Kampf vermeiden zu wollen, hatte dieser längst schon begonnen.

Die Auseinandersetzungen um Peymann oder das antifaschistische Denkmal sind im Zusammenhang eines seit Jahren im Gange befindlichen konservativen roll-back zu interpretieren. Diese Wende läßt sich aber nicht als ein Datum oder ein Ereignis angeben, sie ist nicht einfach ein schlagartiges Umkippen, sondern vielmehr ein Prozeß, der noch immer anhält. Entscheidende Faktoren dieser Veränderung des innenpolitischen Terrains lassen sich freilich benennen: Die Wahl Waldheims und die anschließende, noch nicht beendete Debatte, in der nicht nur die Vergangenheit des einen, sondern die vieler Menschen verhandelt wird, der Richtungswechsel in der katholischen Kirche oder der Aufstieg des Rechtspopulisten Haider gehören dazu. Die großkoalitionäre Wirtschaftspolitik, die weitgehende Isolation des Sozialministers innerhalb der eigenen Partei, die Stellungnahmen sozialdemokratischer Funktionäre zum Thema wie „Sozialschmarotzer“ oder Zumutbarkeit von Arbeitsplätzen beweisen, daß die politische Landschaft dieses Landes tektonischen Beben ausgesetzt ist, die zu einer Verschiebung und Verwerfung von Grenzen geführt haben.

I. Die Unübersichtlichkeit des Sozialen

Ob die Unübersichtlichkeit, in der wir leben, tatsächlich „neu“ ist (wie der Titel von Habermas Buch suggeriert) oder wird sie uns nur erst jetzt bewußt? Die Orientierungslosigkeit, mit der etwa die österreichischen Sozialdemokraten agieren, kann jedenfalls als Symptom dieser Situation ebenso interpretiert werden, wie als eine relativ hilflose Reaktion auf diese. Das Lavieren mit einer diffusen Begrifflichkeit, [1] die Unfähigkeit, noch eigenständige wirtschafts- oder sozialpolitische Positionen zu beziehen, [2] sprechen in dieser Hinsicht — im Unterschied zu den meisten Funktionären — eine klare Sprache. Die Komplexität des Problems wird aber verfehlt, wenn man das alles lediglich der Unfähigkeit der Parteiführung und/oder der mangelnden Besinnung auf Tradition und Grundwerte zuschreibt. Eine fundamentalistische Kritik an der SPÖ, die Partei möge sich doch einfach wieder ihrer „Basis“, der Arbeiterschaft, („Proletariat“ sagt ohnehin niemand mehr) besinnen, greift zu kurz. Denn auch, wenn die guten alten Grundwidersprüche Kapital vs. Arbeit und Bourgeoisie vs. Proletariat nicht ohne weiteres hinfällig geworden sind, so wäre doch die Annahme von „Klassenbewußtsein“, die in sich homogen, jenen Klassen eindeutig zuweisbar und mit ihnen koextensiv wären, ein Fehler. Mehr denn je ist es heute notwendig geworden, sich von der „intellektualistischen Illusion, als bilde die vom Wissenschafter entworfene theoretische Klasse eine reale Klasse oder tatsächlich mobilisierte Gruppe“ [3] zu trennen. Selbst jene, die mit ihrem Bescheidwissen um die „objektiven Interessen“ immer so schnell zur Hand sind, müssen zugestehen, daß das offensichtliche Nichtsubjektiv-Werden jener objektiven Interessen ein nicht unerhebliches Problem darstellt.

Soziale Identität ist nicht hinreichend definiert, wenn man sie auf die Stellung der jeweiligen Individuen innerhalb des Produktionsprozesses zurückführt. Keineswegs ist es damit getan, etwa sämtliche „kulturellen“ Phänomene mit höflicher Nachsichtigkeit, für zweifelsohne sehr wichtig, aber „in letzter Instanz“ doch aus der ökonomischen Sphäre ableitbar zu erklären. Schon Lois Althusser wußte,

daß die ökonomische Dialektik nie im reinen Zustand sich geltend macht, daß man in der Geschichte nie sieht, daß diese Instanzen, die Überbauten etc., sich respektvoll zurückziehen, wenn sie ihr Werk vollbracht haben oder sich auflösen wie ihre reine Erscheinung, um auf dem königlichen Weg der Dialektik ihre Majestät die Ökonomie voranschreiten zu lassen, weil die Zeit gekommen wäre. Die einsame Stunde der ‚letzten Instanz‘ schlägt nie, weder im ersten noch im letzten Augenblick. [4]

Die soziale Identität wäre also vielmehr als eine überdeterminierte Struktur zu fassen, als ein Ort, an dem sich zahlreiche ökonomische, politische und soziokulturelle Verhaltensweisen und Zugehörigkeiten überlagern und -schneiden. Ob jemand Anzüge von Armani oder Kleider Bauer trägt, wo jemand sein Bier, und ob er überhaupt Bier (und nicht Rotwein oder Martini) trinkt, wer wo und wie seinen Urlaub verbringt, ein Staatsopernabonnement besitzt oder Mitglied einer Volkstanzgruppe ist ... das alles trägt entscheidend zur (Selbst) identifikation bei. Selbst so „willkürliche“ Unterschiede wie der zwischen Arbeiter- und Angestelltenstatus gewinnen hier symbolische Realität. Das mag jene irritieren, die alles gerne auf etwas Handfestes zurückführen und derart bei einer pseudo-materialistichen Vulgär-Psychologie des wirtschaftlichen Interesses enden (übrigens insofern bloß eine abstrakte Negation und schlechte Umkehrung idealistischer Anthropologie, als lediglich die anthropologischen Konstanten ausgewechselt werden).

Es gilt m.E., der „materiellen Realität“, [5] die symbolische Praktiken auf diese Weise gewinnen, gerecht zu werden.

„Politik“, schreibt Bourdieu,

ist der Ort schlechthin symbolischen Wirkens: jenes Handelns, das mittels Zeichen sich vollzieht, die soziale Dinge und zumal Gruppen zu erzeugen vermögen. Kraft desältesten, an die Existenz des Symbolischen gebundenen metaphysischen Effekts: das als [sic!] seiend zu halten, was bedeutet werden kann. [6]

Damit nähern wir uns unserem eigentlichen Problem. Ein Dilemma politischer Parteien und diverser Interessenvertretungen ist es wohl, daß unter der Voraussetzung zunehmender Komplexheit sozialer Identität die „Erzeugung von Gruppen“ [7] immer schwieriger wird. Will man — zwecks Erreichung von Mehrheiten — bzw. Erkämpfung der ideologischen und politischen Hegemonie voneinander z.T. erheblich differenzierte Gruppen ansprechen, besteht die Gefahr, daß die verwendeten Kategorien und Begriffe derart unspezifisch werden, daß sie ihren Zweck, nämlich Identitäten zu stiften oder zu verfestigen, verfehlen. Wer fühlt sich als „Arbeitnehmer“ denn noch wirklich angesprochen?

Nun bestehen politische Auseinandersetzungen wesentlich darin, derartige symbolische Konstruktionen anzubieten, durchzusetzen und die des Gegners zu denunzieren. Politik ist so (u.a.) ein Kampf um die Definitionsmacht, und existiert oft in der Form eines Streites verschiedener Oppositionspaare, resp. um die Gültigkeit von behaupteten Gegensätzen. Ein (schon historisches?) Beispiel wäre die Kontroverse, ob der Opposition Proletariat vs. Bourgeoisie überhaupt Realität zukommt, oder ob sie bloß „ideologisch“ (im bürgerlichen Sinne), also Ausdruck des Machtstrebens bestimmter Gruppen oder Parteien ist. Die Bourgeoisie, die — so Roland Barthes — „definiert wird als die soziale Klasse, die nicht benannt werden will“, [8] „unterwirft ihren Status einer regelrechten Operation der Ent-Nennung“. [9] Diese Ent-Nennung aber ist nicht einfach ein passives Schweigen, sondern ein aktives Ver-Schweigen, das sich in Umbenennung und Neudefinition der als wesentlich betrachteten Gegensätze manifestiert. In letzter Zeit hat es an Versuchen, neue Trennlinien zu definieren, wahrlich nicht gefehlt. Erinnern wir uns: Arbeitende vs. Schmarotzer, Extremisten vs.
Demokraten (nicht ganz so neu), Modernisierer vs. Fortschrittsfeinde, Kulturkämpfer vs. Anhänger eines friedlichen Konsenses. Daß diese Dichotomien nicht ohne weiteres den „Bürgerlichen“ oder der ÖVP zugeordnet werden können, verdeutlicht einmal mehr die prekäre Lage der Sozialdemokratie.

II. „Anrufung“ und „Vergesellschaftung-von-oben“

In diesem Zusammenhang erscheint mir eine Überlegung Althussers im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit dem Ideologie-Begriff interessant:

Wir behaupten außerdem, daß die Ideologie in einer Weise ‚handelt‘ oder ‚funktioniert‘, daß sie durch einen ganz bestimmten Vorgang, den wir Anrufung (Interpellation) nennen, aus der Masse der Individuen Subjekte ‚rekrutiert‘ (sie rekrutiert sie alle) oder diese Individuen in Subjekte ‚transformiert‘ (sie transformiert sie alle). Man kann sich diese Anrufung nach dem Muster der einfachen und alltäglichen Anrufung durch einen Polizisten vorstellen: ‚He, Sie da!‘

Wenn wir einmal annehmen, daß die vorgestellte theoretische Szene sich auf der Straße abspielt, so wendet sich das angerufene Individuum um. Durch diese einfache physische Wendung um 180 Grad wird es zum Subjekt. Warum? Weil es damit anerkennt, daß der Anruf „genau“ ihm galt und daß es „gerade es war, das angerufen wurde“ (und niemand anderes). [10]

Lyrik von Siegfried Holzbauer

Die Problematik dieser Bestimmung, ihre lacanistischen Implikationen und ontologisierenden Tendenzen [11] brauchen uns hier nicht zu bekümmern. Gewiß kann nicht jede „Anrufung“, also jede Identität konstituierende symbolische Praxis (ohne die, wie wir gesehen haben, politisches Agieren unmöglich wäre) als Ideologie bezeichnet werden. Ich glaube aber, daß Althussers Gedanken fruchtbar sind, wenn wir sie in Zusammenhang mit einer Definition des „Ideologischen“ bringen, wie sie von Wolfgang Fritz Haug vorgeschlagen wird:

In Idoelogischen fassen wir den Wirkungszusammenhang ideeller Vergesellschaftungvon-oben. [12]

Damit soll der Sachverhalt bezeichnet sein,

daß ursprüngliche Kompetenzen, Bestandteil normaler gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit aller Individuen, aus der Gesellschaft herausgezogen wurden. Es handelt sich dabei stets um Kompetenzen der Vergesellschaftung der Arbeit und anderer Lebenstätigkeit, die ursprünglich ‚horizontal‘, das heißt zwischen Gesellschaftsmitgliedern ohne ‚vertikale‘ Dazwischenkunft einer übergeordneten Macht wahrgenommen werden. Diese Kompetenzen werden nun transferiert auf Überbauinstanzen und deren Beamtenapparate. An der ‚Basis‘ entstehen im selben Zug Formen der Kompetenz/Inkompetenz. Es sind dies einerseits die überlassenen Funktionen vor allem des unmittelbaren produktiven Stoffwechsels mit der Natur; andererseits sind es Formen der begrenzten ‚von oben‘ regulierten Partizipation an der Vergesellschaftung oder Konfliktaustragung [13]

Fassen wir die beiden zitierten Bestimmungen zusammen, so läßt sich Ideologie oder, besser, eine fundamentale Operation der Ideologie als Anrufung bestimmen, deren Zweck Vergesellschaftung-von-oben wäre.

Tatsächlich ist es nicht schwer, konkrete Beispiele der jüngeren Vergangenheit zu finden, die dieser Beschreibung entsprechen. Erinnern wir uns zunächst an die verquere Argumentation Alois Mocks in der Causa (perennis) Waldheim. Ihr zufolge ist die einmal erfolgte Wahl eines Bundespräsidenten mit der Verpflichtung (sowohl derjenigen, die ihn gewählt haben, als auch derjenigen, die dies nicht taten) zur Kritiklosigkeit nach erfolgter Wahl verbunden. Den angerufenen „wahren“ Demokraten („ein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt, meine Damen und Herren ...“) wird dabei nichts anderes abverlangt, als die Einwilligung in die eigene Entmündigung. Was übrig bleibt, ist ein zynischer Formalismus, der „Demokratie“ auf die Formel „Wählen gehen, Maul halten“ reduziert.

Ein anderes Beispiel ist die sogenannte EG-„Debatte“, deren Wesen darin besteht, daß sie nicht stattfindet. Nicht genug, daß eine sachliche, Vor- und Nachteile (vor allem: für wen?) abwägende Diskussion durch eine mit Schlagwörtern wie „Europareife“ operierende Verneblungstaktik ersetzt verhindert wurde. Industriellen-Häuptling Herbert Krejci fordert darüber hinaus noch, daß dieses „Thema“ aus Wahlkämpfen „herauszunehmen“ sei. Gleichzeitig konstatiert er scharfsichtig, „daß vor allem von linken akademisch-intellektuellen Gruppierungen sehr subtil Stimmung gegen die EG“ [14] gemacht werde. Daß zuvor Mock & Co. weit weniger substil Stimmung für die EG gemacht hatten, daß es gerade jene wieder einmal als subversiv-zersetzerische Elemente denunzierten Intellektuellen waren, die die „Debatte“ allererst auf argumentatives Niveau brachten, wird geflissentlich verschwiegen. Was derart scheibchenweise geopfert wird, ist nichts anderes als die conditio sine qua non genuiner Demokratie — jene politische Öffentlichkeit, die hierzulande ohnehin an permanenter Schwindsucht leidet.

III. Kultur und kollektive Identität

Wenn, wie im Falle der EG-„Debatte“, der ökonomische Bereich als vorgebliche Sachgesetzlichkeit der öffentlichen Diskussion entzogen bleibt und Politiker zu technokratischen Exekutoren von „Sachzwang“ verkommen, bleibt als Freiraum, in dem sich kompensatorisch Kontroversen inszenieren lassen, das weite Feld der Kultur. Dort mag sich jeder ausagieren: Es tangiert nicht die Verwertungsbedingungen des Kapitals, jedenfalls nicht unmittelbar. Der von den Konservativen ungewohnt explizit und präzis als solcher bezeichnete „Kulturkampf“ hat unter anderem dieselbe Funktion wie jenes Ritual von Skandalen und deren Aufdeckung, das für das Funktionieren dieser Republik so wichtig ist: Jeder darf und kann mitreden, jeder kann sich eine Meinung verschaffen, was um so leichter ist, als die Tageszeitungen Information ohnehin tendenziell von ihren Kolumnisten durch deren täglich produzierte Meinungen ersetzen lassen; allerorten herrscht das befriedigende Gefühl, zu wissen, worum es geht, und irgendwie doch am politischen Geschehen teilzunehmen, das gibt selbst der SPÖ manchmal Gelegenheit, ihr kümmerliches Restprofil als eigenständige Identität zu verkaufen. Hier hat Otto Schulmeister einmal klar gesehen:

Wo die SPÖ wirtschafts- und sozialpolitisch nicht mehr fuhrwerken kann wie bisher, suchen ihre Restideologen dem Partner wenigstens kulturpolitisch Mores zu lehren ... [15]

Aber es wäre ein verhängnisvoller Fehler, wollte man im „Kulturkampf“ lediglich eine Simulation sehen, eine Verschiebung, die von dem, „worum es wirklich geht“, ablenken soll.

Mit zunehmender Differenzierung der sozialen Welt und der Konstituierung relativ autonomer Felder,

schreibt Bourdieu,

vollzieht sich die Produktion wie Durchsetzung von Sinn in den und vermittels der Auseinandersetzungen auf dem Feld der Kulturproduktion (insbesondere auf dem Teilfeld des Politischen). [16]

Sicher stellten die (verräterisches Wort:) Kulturgüter etwas dar, was sich hervorragend als Katalysator kollektiver Identitätsbildung eignet. Mozart, der Stephansdom (Freunde nennen ihn auch „Steffl“) oder die Sachertorte unterliegen — im Gegensatz etwa zur unverläßlichen österreichischen Fußball- oder Skimannschaft — keinem Erfolgszwang mehr. Was einmal als zeitloses Versatzstück petrifiziert wurde, läßt sich leicht zur Herstellung einer pseudo-kollektiven Tradition verwenden, auf deren schlecht Positives und ideellen Wert diejenigen verpflichtet werden sollen, denen der schnöde materiell-ökonomische Wert ohnehin entzogen bleibt. [17] Demgegenüber ist an Walter Benjamins Skepsis gegen dergleichen Identitäts- und Traditionsstiftung zu erinnern. Der Geschichtsschreiber des Historismus, so bemerkt Benjamin in seinen Thesen Über den Begriff der Geschichte, fühlt sich immer in den Sieger ein. Und er fährt fort:

Die jeweils Herrschenden sind aber die Erben aller, die je gesiegt haben. Die Einfühlung in den Sieger kommt demnach den jeweils Herrschenden allemal zugute. Damit ist dem historischen Materialisten genug gesagt. Wer immer bis zu diesem Tage den Sieg davontrug, der marschiert mit in dem Triumphzug, der die heute Herrschenden über die dahinführt, die heute am Boden liegen. Die Beute wird, wie das immer so üblich war, im Triumphzug mitgeführt. Man bezeichnet sie als Kulturgüter. Sie werden im historischen Materialisten mit einem distanzierten Betrachter zu rechnen haben. Denn was er an Kulturgütern überblickt, das ist ihm samt und sonders von einer Abkunft, die er nicht ohne Grauen bedenken kann. Es dankt sein Dasein nicht nur der Mühe der großen Genien, die es geschaffen haben, sondern auch der namenlosen Front ihrer Zeitgenossen. Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne ein solches der Barbarei zu sein. [18]

(Noch) problematisch(er) wird die Indienstnahme von Kulturdenkmälern zum Zwecke vertikaler Vergesellschaftung dann, wenn sie mit anderen kollektiven Mythen und Traditionen kollidiert. Vielleicht, so läßt sich hoffen, ist dies im Falle von Hrdlickas Mahnmal gegen Krieg und Faschismus (trotz des schlecht allgemeinen und schludrigen Titels) der Fall. Und — lediglich — hoffen läßt sich auch, daß Konrad Paul Liessmann unrecht behalten wird:

Gerade weil Hrdlicka ausdrucksstark arbeiten kann, wird man sich — die Wiener und die Gäste, woher auch immer sie kommen — an diesem begehbaren Moment delektieren. Zum zweiten Mal wird der straßenschrubbende Jude Objekt nur allzu vergnügter Blicke sein. Es wird das gschehen, was gerade mit Auschwitz nie hätte geschehen dürfen: Auch diese Geschichte wird sich wiederholen — als Farce. [19]

IV. Der verordnete Konsens

Eine höchst bemerkenswerte Reaktion hat das Mahnmal jedenfalls herausgebracht: den bereits zitierten Leitartikel Otto Schulmeisters. Darin weiß dieser in ahnungsvoller und unheilschwangerer Metaphorik eindrucksvoll zu vermitteln, worum es geht — nämlich wieder einmal ums Ganze. Während der Fortschritt auf sicheren Schienen Richtung europäischen Binnenmarkt rollt, herrscht im kulturellen Bereich der Verfall. [20] Dessen Ursprung liegt allerdings noch weit vor dem Hrdlicka-Denkmal:

Zeitzeugen der Republik II erinnern sich, wie vieles mit der Freigabe der Abtreibung begann ... [21]

Und wer sich nicht erinnern kann, muß auf den Rang eines Zeitzeugen sowie ein Interview durch Hugo Portisch verzichten. Worin aber dieses „viele“, das damals anhub, besteht, erfahren wir ein wenig später:

So läuft das Szenario von Peymann über den Sexkoffer bis Hrdlicka, von Vergewaltigung in der Ehe bis Freigabe der männlichen Prostitution — ... [22]

Warum auch nicht. Lediglich die Aufhebung der Chefarztpflichtigkeit von Präservativen und der Bekleidungsvorschriften für importierte Tomaten hat Schulmeister vergessen. Aber jedes „kulturkritische Märchen“ (Dubiel), hat sein Es-war-einmal: „Konservative Gesellschaftsbilder kritisieren nämlich ihre jeweilige Gesellschaft im Lichte eines unterstellten status quo ante, einer historisch als real angenommenen, aber revolutionär zerstörten alten Ordnung. [23] In unserem Falle sieht das dann so aus:

Der Grundkonsens an Werten, der sich nach dem NS-Schock als tragfähig für den Wiederaufbau erwies, ist seither immer stärker angenagt worden. [24]

Ungesagt bleibt, worin dieser Konsens bestanden haben soll. Aber gerade das soll und darf auch gar nicht ausgesprochen werden. Denn was letztlich beschworen wird, ist eine abstrakte Konsensbereitschaft jenseits konkreter Inhalte. Gefordert wird ein prinzipieller staatsbürgerlicher „Pazifismus“, der sich mit dem status quo schon einverstanden erklärt — sozusagen ein Blankoscheck auf die eigene demokratiepolitische Bankrotterklärung.

Lyrik für Österreich

Schulmeister zieht eine Trennlinie zwischen friedliebenden Konsensbereiten und aggressiven Kulturkämpfern. Dem entspricht die Scheinheiligkeit, mit der die Konservativen nach Ausgrabung des kulturpolitischen Kriegsbeils (wogegen prinzipiell nichts einzuwenden ist) die „Kriegsschuld“ dem Gegner in die Schuhe schieben und die eigene Friedfertigkeit beteuern. Aber weniger diese nicht ungeschickte Taktik ist ihnen vorzuhalten, als vielmehr die falsche Opposiion Kulturkampf vs. Konsensbereitschaft. Der Kulturkampf muß, einmal ausgebrochen, bekämpft werden — um in der martialischen Metaphorik zu verbleiben. Nie kann ein jeweiliger status quo als sakrosankt außer Diskussion gestellt werden. Was Schulmeister, indem er dies trotzdem versucht, in Frage stellt, sind die Prinzipien moderner Demokratien, letztlich die, für welche die bürgerliche Aufklärung gekämpft hat. Das entbehrt, angesichts der Tatsache, daß Schulmeister den Verfall bürgerlicher Werte beklagt, nicht einer gewissen Ironie. Ein Grundkonsens läßt sich nicht verordnen, so sehr Mock, Krejci, Schulmeister & Co. dies auch bedauern mögen. Er ist an die Zustimmung der Betroffenen, der Staatsbürger, gebunden. Präziser gesagt, er wäre erst diese Zustimmung selbst. Diese kann aber legitimerweise jederzeit zurückgezogen werden.

Wonach sich Schulmeister zurücksehnt, ist die Sicherheit und Stabilität traditionaler Gesellschaften, in denen alles aus einem selbst nicht mehr hinterfragbaren letzten Prinzip deduzierbar war. Heute soll der a priori erfolgte Konsens die Stelle Gottes einnehmen. Diese Resakralisierung des Politischen mag angesichts des unbestimmt-drohenden Verhängnisses verständlich(er) sein:

Wir lachen über das Hrdlicka-Theater, wir vergessen, was gestern war, doch in dem Bauch des Holzpferdes, das Waldheim verhöhnen sollte, reisen noch ganz andere mit. [25]

Vox populi

Noch mehr als für das Burgtheater interessieren sich die Bürger und Bürgerinnen dieses Landes für das Sexualleben, vor allem anderer Leute. Mit wem, wie und wann Personen des öffentlichen Lebens es treiben, ist ein unerschöpfliches Thema, dem die Medienbranche eine nicht unerhebliche Zahl von Arbeitsplätzen verdankt. Neben dem Klatsch über Schauspieler, Politiker, Adabeis und sonstige Personen des öffentlichen Interesses gibt es noch seriöse Diskussionen, da geht es dann um Werte. Es genügt — finden maßgebliche Kreise — nämlich nicht, daß die jeweilige Form der praktizierten Sexualität (nicht alle sind von gleichem Wert) die beteiligten Personen (wertvollster Numerus: Dual, aber auch hier gibt’s noch potentielle Komplikationen) erfreut, es braucht zusätzlich einen höheren Wert. Die Produktion von Kindern etwa oder der Umstand, daß der Verkehr ein ehelicher ist, stellen solch einen Wert dar.

Lyrik von Siegfried Holzbauer

Im Aufwind des Siegeszuges eines reaktionären und fundamentalistischen Katholizismus, personifiziert durch Groër und Krenn, gehen die Konservativen in letzter Zeit mit verstärktem Engagement daran, die Wende bis in die heimischen Betten voranzutreiben. Der bislang mißglückte Versuch, Familie und Ehe in der Verfassung zu verankern und dadurch indirekt andere Formen des (Zusammen-)Lebens zu diskreditieren, war ein erster Schritt in diese Richtung. Eine weitere Offensive der gleichen Tendenz stellt der zum Teil massive und heftige Protest gegen den sogenannten Sexkoffer dar. Schenkt man den engagierten Kommentaren bodenständiger Kolumnisten, der offiziösen Empörung mancher Politiker und den von Leserbriefschreibern prognostizierten Szenarios vom Untergang des Abendlandes Glauben, so kommt in Zukunft einiges auf uns zu: Taferlklassler stehen nicht mehr mit den Insignien okzidentaler Kultur und christlicher Tradition, den Schultüten, vor den Toren heimischer Erziehungsstätten, nein, in Zukunft haben sie einen Koffer in der Hand. Der ist nun wiederum nicht mit Süßigkeiten gefüllt, sondern mit dem Schmutzigsten und Obzönsten, was sich die Phantasie bigotter Kleinbürger auszumalen vermag: Masturbationsanleitungen statt ABC-Fibeln, pseudo-aufklärerische Pornofilme statt der spannenden Lehrfilme über die Herstellung von Holzkohle, die wir als Volksschüler so geschätzt haben ... etc. Man kann sich ausmalen, was aus dem harmlosen Tempelhüpfen im Pausenhof wird, oder dem einst „Leibeserziehung“ oder „Leibesübungen“ genannten Turnunterricht.

Sexkoffer: Umgangssprachlich für den „Medienkoffer Sexualkoffer“. Der fußt auf einem Grundsatzerlaß zur Sexualerziehung vom 24.11.1970. Nachdem eine Arbeitsgruppe von Fachleuten Vorschläge für den Inhalt des Medienkoffers erstellte, wurden diese „im Oktober 1986 (um die Elternvertreter bereits von Anfang an einzubinden und nicht erst mit einem fertigen Produkt zu konfrontieren) an Eltern- und Schülervertreter, Lehrerverbände, die Ärztekammer, die katholische und evangelische Kirche und andere weitergegeben, um deren Mitsprache von Anfang an sicherzustellen. [26] Das Recht zur Mitsprache wird seitdem unter reger Beteiligung der sogenannten Öffentlichkeit ausgiebig genützt; Inhalt und Geschwindigkeit des Informationsstromes als indirekt proportional zur Heftigkeit der Debatte. Daher nur noch einmal das Notwendigste: Der Sexkoffer ist für die Benützung durch alle interessierten Lehrer vorgesehen (der Sexualkundeunterricht ist fächerübergreifend!), denen es dann obliegt, den ihnen als geeignet erscheinenden Gebrauch (in Übereinstimmung mit den jeweiligen Lehrplänen) zu machen.

Es trägt nicht unwesentlich zum Reiz der Auseinandersetzung über den Sexkoffer bei, daß die wenigsten der an ihr Beteiligten den Gegenstand ihrer Ereiferung kennen. Experten, Kommissionsmitglieder, Interessenvertreter ... beschweren sich, nicht oder unzureichend über angebliche Änderungen des Koffers informiert worden zu sein, und aus dem Zusammenhang gerissene Sexkoffer-Zitate wandern durch die Presse wie Kassiber durch die Hände von Strafgefangenen. Es zeigt fundamentale Unkenntnis, wenn ein „Presse“-Leser beklagt, die Koffer würden an die Schüler verteilt werden, [27] und es wird bizarr, wenn sich der Präsident des niederösterreichischen Landesschulrates, der Nationalratsabgeordnete Adolf Stricker, darüber beschwert, daß es trotz

mehrmaliger Aufforderung (...) nicht gelungen [sei], entsprechende Informationen und abschließendes Material über diesen sogenannten Unterrichtsbehelf zu erhalten, [28]

gleichzeitig aber jedenfalls darüber bescheid weiß, daß der Inhalt des Koffers

ganz einfach eine ‚Schweinerei‘ sei. [29]

Die Wochenpresse wiederum muß die ganze journalistische Routine ihrer Mitarbeiter aufbieten, um auf dunklen Wegen und unter ungeklärten Umständen ein Exemplar des ebenso begehrten wie fürchterlichen Koffers zu ergattern. [30] Dafür verzichtet sie dann großzügig darauf, über den Inhalt des ganzen Koffers zu informieren. Stattdessen bringt sie ein Potpourri an besonders „argen“ High-Lights, wobei sie die Information, daß man/frau sich auch selbst befriedigen kann und das jeweilige Geschlechtsorgan nicht der einzige Körperteil ist, mittels dessen man/frau einander erfreuen kann, derartig überrascht, daß sie gleich dreimal darauf hinweist. [31]

Neben der Möglichkeit, daß die lieben Kleinen über Masturbation nicht vom Banknachbarn aufgeklärt werden und über Oralverkehr nıcht durch die Video-Cassette erfahren, die der Papa vergessen hat, aus dem Recorder zu nehmen, und neben den vielfach inkriminierten Berührungsspielen [32] ist es vor allem eine Passage, die die Gemüter erhitzt:

Im Sexuellen gibt es kein ‚richtig‘ und ‚falsch‘, sondern nur ein ‚glücklich‘ oder ‚nicht glücklich‘. [33]

Mit penetranter Abgeklärtheit und unter Verdrängung der eigenen pubertären Leiden stilisieren die Erwachsenen das sexuelle Erwachen zu einem instinktmäßig determinierten Naturvorgang, einem problemlosen Hinübergleiten ins „Erwachsenenalter“, das natürlich im harmonischen Familiendasein kulminiert:

Als vor etwa 20 Jahren dieses Thema aktuell wurde, führte ich mit meiner Kollegin folgendes Gespräch: ‚Was hältst du von der Sexualerziehung? Hast du das gebraucht?‘ ‚Nein.‘ ‚Ich auch nicht.‘ [34]

Das war mit der g’sunden Hauswatsch’n auch schon so: „Hat’s uns geschadet?“ „Nein.“ Darüber hinaus weiß Oberstudienrat Dr. Karl Nawratil aus Wien XIII, offensichtlich unbeleckt von jeglicher Kenntnis über den Prozeß der Zivilisation auch,

daß bei aller Instinktarmut des Menschen der Bereich des Sexuellen in hohem Maße instinktbestimmt ist. Nun ist bekannt, daß instinktive Abläufe durch rationale Momente eher beeinträchtigt als gefördert werden, was gegen ein Zuviel an Aufklärung und Technik spricht. Wichtig erscheint mir weiters, daß die Natur dieses Lebensgebiet mit dem Erlebnis der Scham umkleidet hat ... [35]

Der Landtagsabgeordnete a.D. J. Eugen Doppler wieder weiß über die erstaunliche Tatsache zu berichten, daß die Erreichung des post-analphabetischen Stadiums auch ohne Sexualkunde möglich ist:

Was waren wir eigentlich für ‚Asse‘, die wir ohne Schulpsychologen, Sozialberater, Sexkundler lesen, rechnen und schreiben gelernt haben ... [36]

Lyrik für Österreich

Der Profi: Professor Heitger

Wenngleich nicht untypisch, handelt es sich bei diesen Leserbriefen um die Artikulation von Laien. Relevant ist immer die Meinung eines Experten, insbesondere wenn sie in der Zeitung steht. Marian Heitgers Meinung eines, wie Hans Rauscher zu versichern weiß, „keineswegs konservativen Wiener Pädagogikprofessors“, [37] stand in „Presse“ und „Wochenpresse“. Nachdem er seine kritische Stimme erhoben hatte, bekam er doch noch die Möglichkeit, den Sexkoffer mitzupacken: „60.000 Schilling war ein Gutachten des bekannt konservativen Pädagogik-Professors Marian Heitger wert. Wichtigstes Ergebnis: Heitger darf nun auch noch einen Beitrag zur Sexualerziehung schreiben. Neuerlich honoriert, versteht sich.“ [38] Daß ausgerechnet ein Pädagoge die jugendliche Sexualität offensichtlich für eine existierende Spielwiese entspannter und selbstbestimmter Erotik hält, indem er so tut, als wisse er nichts von schulderfüllter Onanie, hektischem, mehr angst- denn lusterfülltem Geremmle in Gebüschen öffentlicher Bäder, in Parks und auf Klos, ist schon befremdlich. Daß ausgerechnet Coitus Interruptus und ungewollte Schwangerschaften „ein letzter Bereich des individuellen Abenteuers, der Erotik und Liebe ...“ [39] sein sollen, wird auch er nicht ernsthaft annehmen. Was aber hat der Herr Professor, der im Sexkoffer nur „die Tendenz einer umfassenden Bevormundung von Lehrern und Schülern“ [40] und „eine vordergründige Rezeptologie“ [41] zu erblicken vermag, stattdessen anzubieten? Nichts. Denn Heitger umgeht das strittige Thema einfach, indem er auf eine Meta-Ebene ausweicht. Es ist nicht falsch, „daß die Sexualerziehung natürlich eingebunden sein muß, in Erziehung überhaupt“. [42] „Wenn Schüler“, so fährt Heitger fort, „im Unterricht nicht gelernt haben, rücksichtsvoll, meinetwegen auch zärtlich und liebevoll, einfühlsam miteinander umzugehen, wie sollen sie das plötzlich lernen, dadurch, daß sie sich an bestimmten Körperstellen berühren.“ [43]

Dergleichen Binsenweisheiten, typisch für viele Pädagogen, sagen über das konkrete Problem so gut wie nichts, es wird einfach wegdefiniert. Die Debatte um den Sexualkundeunterricht wird dezent ent-sexualisiert. Vielen Lehrern wird eine große Last genommen: Eigentlich brauchen sie sich nur als softe Gruppendynamiker um eine nette Atmosphäre im Unterricht zu kümmern, die peinliche Auseinandersetzung mit dem Bereich unter der Gürtellinie können sie sich ersparen. Wen wundert’s, daß Heitger am Ende des Interviews gar seine eigene Legitimierung als Wissenschafter subtil-subversiv unterläuft:

... wir sind uns sicher darin einig, daß man sich einlassen muß auf die Situation der Jugendlichen, auf ihre Fragen, auf ihre Anliegen, auf ihre Probleme und dergleichen mehr. Nur meine ich, daß das ein jeweils individuelles Unternehmen ist, daß man Lehrer am besten dazu hilft, Jugendliche wieder zu verstehen, und nicht indem man ihnen ein Bild irgendeines Jugendlichen aus irgendwelchen Erhebungen vorstellt und sagt, daraus könnt ihr dann den einzelnen deduzieren. Das halte ich für törıcht, so etwas zu verstehen. Das sind dann gewissermaßen soziologische Urteile zu Vorurteilen über konkrete individuelle Menschen. [44]

So gesehen bleibt dem Professor Heitger nichts übrig, als seinen Beruf samt Anspruch auf Wissenschaftlichkeit an den Nagel zu hängen. Denn womit könnte eine wissenschaftliche Pädagogik sonst arbeiten, als mit Verallgemeinerungen, Deduktionen und Modellbiographien. Heitger reproduziert hier nur die wohlfeile und kokette Selbstverleugnung jener Apologeten des individuum ineffabile, die sehr gut davon leben, daß sie Platitüden als Wissenschaft verkaufen. Heitger wird auf dem Markt für wissenschaftliche Gutachten weiterhin gute Preise erzielen.

Literatur

  • Althusser, Louis:
    • Für Marx, Frankfurt/M. 1968.
    • Ideologie und ideologische Staatsapparate. Hamburg/Westberlin 1977.
  • Bourdieu, Pierre: Sozialer Raum und „Klassen“. Leçon sur la leçon. Zwei Vorlesungen. Frankfurt/M. 1985.
  • Benjamin, Walter: Gesammelte Schriften, hg. v. Tiedemann, Rolf und Herrmann Schweppenhäuser unter Mitwirkung von Th. W. Adorno und Gershom Sholem. Frankfurt/M. 1980.
  • Dubiel, Helmut: Was ist Neokonservatismus? Frankfurt/M. 1985.
  • PIT (Projekt Ideologie-Theorie): Theorien über Ideologie. 1982?
  • Barthes, Roland: Mythen des Alltags. Frankfurt/M. 1964.

[1Siehe dazu O. Pollak im vorigen FORVM.

[2Erst jüngst hat z.B. der Wiener SP-Chef Hans Mayr sein wirtschaftspolitisches Credo an einem Zitat des klassischen bürgerlichen Ökonomen Adam Smith festgemacht. S. „Profil“ Nr. 33, S. 10.

[3Bourdieu, Pierre: Sozialer Raum und „Klassen“, S. 9.

[4Althusser, Lois: Für Marx, S. 81.

[5„Eine Ideologie existiert immer in einem Apparat und dessen Praxis oder dessen Praxen. Diese Existenz ist materiell. Die materielle Existenz in einem Apparat und dessen Praxen besitzt selbstverständlich nicht die gleichen Eigenschaften wie die materielle Existenz eines Pflastersteins oder eines Gewehrs.“ Althusser, Louis: Ideologie und ideologische Staatsapparate, S. 137).

[6Bourdieu, Sozialer Raum ..., S 39.

[7Diese Erzeugung ist selbstverständlich nicht rein willkürlich und uneingeschränkt möglich.

[8Barthes, Roland: Mythen des Alltags, S. 124.

[9Ibd.

[10Althusser, Lois: Ideologie und ideologische Staatsapparate, S. 142 f.

[11Zur Kritik daran siehe: PIT (Projekt Idoelogie-Theorie): Theorien über Ideologie, S. 105 ff.

[12PIT: Theorien über Ideologie, S. 11.

[13Ibd.

[14Kurier vom 10. Juli, S. 2.

[15Schulmeister, Otto: Kulturkampf als Machtkampf. („Presse“ vom 23.7.1988, S. 1).

[16Bourdieu, P.: Sozialer Raum ...,S. 19 f.

[17Und die, wie Bourdieu wohl hinzufügen würde, vielfach nicht einmal über jenes „kulturelle Kapital“ verfügen, das die adäquate Aneignung/Rezeption vieler Kunstwerke überhaupt erst ermöglicht.

[18Benjamin, Walter: Gesammelte Schriften, Bd. 1/2, S. 696.

[19Liesmann, K. P.: Geschichte als Farce (Falter Nr. 33, 5. 11).

[20Ein in seiner Trennung von technisch-ökonomischem Fortschritt und kulturellem Verfall typisch (neo)konservatives Argumentationsmuster. Siehe dazu Dubiel, Helmut: Was ist Neokonservatismus?

[21Schulmeister, Otto: Kulturkampf als Machtkampf. „Presse“ vom 23.7., S. 1.

[22Ibd.

[23Dubiel, Helmut, Was ist Neokonservatismus?, S. 130.

[24Schulmeister: Kulturkampf ..., S. 1.

[25Ibd.

[26Presseinformation zum Pressegespräch am Freitag, dem 26. Juni 1987, mit Bundesminister (sic!) Dr. Hilde Hawlicek zum Thema „Sexualerziehung im österreichischen Schulwesen“, S. 7.

[27Die Presse vom 17.7., S. 11.

[28Neues Volksblatt vom 29.6.1988.

[29Ibd.

[30Siehe Wochenpresse vom 1.7.1988, S. 19.

[31Ibd., S. 19 und 21, sowie Folgenummer vom 8.7., S.11.

[32Etwa das sogenannte Denkmalspiel, dessen Aufführung durch Adolf Holl und Hilde Hawlicek einem Club 2 zur Berühmtheit verhalfen, und das „sich als Empfohlenes seit gut einem Jahrzehnt in der Spielekartei der Katholischen Jungschar findet“. (AZ vom 12.7.1988, S. 17)

[33Kurier vom 3.7.1988

[34Die „Presse“ vom 17.7.1988, S. 11.

[35Die „Presse“ vom 17. 7., S. 11.

[36Ibd.

[37„Kurier“ vom 3.7.1988

[38AZ vom 12.7.1988, S. 17.

[39M. Heitger in: Wochenpresse vom 1.7.1988, Interview S. 20-22.

[40Ibd., 20.

[41Ibd.

[42Ibd., 21.

[43Ibd.

[44Ibd., S. 22.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Oktober
1988
, Seite 54
Autor/inn/en:

Klaus Nüchtern:

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