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Beiträge

Karl August Horst

Ideologien sind ein Irrtum

März
1954

Daß ideologische Argumente binnen weniger Jahre in ihr Gegenteil umschlagen können, ohne darum an Stärke einzubüßen, ist ein Zeichen, daß logische Prinzipien — wie etwa der Satz vom Widerspruch — auf sie nicht anwendbar sind. Die Tatsache, daß der Sündenbock zum Heilsbringer, der Todfeind zum (...)

Karl Bednarik

Die Zukunft ist schon vorüber

Anmerkungen zur „Konservativen Revolution“ aus Anlaß der ersten drei Bände von Rowohlts „Deutscher Enzyklopädie“
Januar
1956

Die sogenannte „konservative Revolution“ ist eine ziemlich zweifelhafte Angelegenheit. Es gibt sie eigentlich nicht, aber sie „wirkt“. Sie ist vage und vieldeutig, hat keine geschlossene Organisation hinter sich und besitzt kein Programm. Kommt sie aus einer gemeinsamen Quelle? An einem hübschen (...)

Arthur Koestler

Das ideologische Gerüst

September
1957

Von Arthur Koestler, der seit einigen Jahren wieder in seiner englischen Wahlheimat lebt und dessen „Sonnenfinsternis“ — eine Dramatisierung des gleichnamigen Romans — demnächst in Wien am Volkstheater zur Aufführung gelangt, erschien in Buchform zuletzt der zweite Band seiner Memoiren: „Pfeil ins (...)

Georg Lukács

Probleme der kulturellen Koexistenz

April
1964

Vom FORVM wird niemand erwarten, es sei einer Meinung mit Georg Lukács, großem Überlebendern aus Zeiten, da der Kommunismus prästalinistisch intellektuellen Glanz hatte. Vom FORVM wird desgleichen, schon seinem Namen nach, niemand erwarten, es drucke nur, wessen Meinung es ist. Vom FORVM wird, (...)

Georg Lukács

Probleme der kulturellen Koexistenz (II)

Mai
1964

Die großen Tendenzen unserer Zeit führen die kulturelle Koexistenz in ihrem eigentlichen Sinne herbei. Ich bin dabei weit entfernt davon, die bereits vorhandenen anfänglichen Formen — von Sportveranstaltungen und Schachwettkämpfen bis zu Ballettaufführungen und Virtuosenkonzerten — zu unterschätzen. (...)

Tibor Déry • Mirza von Schüching (Übersetzung)

Über die Annehmlichkeiten der Zivilisation (I)

November
1964

Mit freundlicher Genehmigung des Autors und des S. Fischer-Verlages drucken wir nachfolgend ein Kapitel aus dem Roman „Herr G. A. in X.“, welcher auf deutsch noch nicht vorliegt. Tibor Déry, zu dessen siebzigstem Geburtstag wir herzlich gratulieren, gibt uns dazu die folgende Erläuterung: „Herr G. (...)

Paul Hernadi

Von Kapitalisten und Misanthropen

Soziologische Betrachtungen zum Werk G. E. Lessings
November
1964

Nathan der Weise, der Jude, der Klassische, der Zeitgemäße — sie verdecken oft den Blick auf Nathan den Bürger. Sir William Sampson oder der Oberst Odoardo Galotti, ein Patrizier mit Landgut und kleinadeligem Lebensstil, werden viel häufiger als der Kaufmann Nathan zu den frühen Repräsentanten des (...)

Ernst Topitsch

Marx ist tot, es lebe Marx!

Februar
1965

Bekanntlich ist die Loslösung des modernen wissenschaftlichen Denkens von älteren Formen der Weltauffassung und Selbstinterpretation nur langsam und schrittweise erfolgt. So tragen zahlreiche Philosophen der europäischen Neuzeit das Doppelgesicht eines Janus: Sie können sich nur unvollständig aus (...)

Ernst Topitsch

Marx ist tot, es lebe Marx!

(II.)
März
1965

Marx und Feuerbach haben das Motiv der Entfremdung aus theologisch-metaphysischen Spekulationen übernommen, nämlich aus dem deutschen Idealismus, dessen Zusammenhänge mit den Traditionen des Neuplatonismus und der Gnosis noch immer zuwenig bekannt sind. In Fortführung solcher Überlieferungen wollte (...)

Jürgen Rühle

Die Republik der Unpolitischen

Zur 90. Wiederkehr des Geburtstags von Thomas Mann
Juni
1965

Die Republik — wie gefällt euch das Wort in meinem Munde? Thomas Mann Im Oktober 1922 hielt Thomas Mann vor Berliner Studenten seine Rede „Von Deutscher Republik“, worin er es unternahm, die akademische Jugend „für die Republik zu gewinnen und für das, was Demokratie genannt wird und was ich (...)

Jürgen Rühle

Thomas Manns Republik der Unpolitischen

(II.)
August
1965

Kann nach eindeutigem Frontwechsel noch von einer Kontinuität der Weltanschauung gesprochen werden, wie es Thomas Mann bei der Drucklegung seiner Rede „von Deutscher Republik“ tat? Dieser republikanische Zuspruch setzt die Linie der ‚Betrachtungen‘ genau und ohne Bruch ins Heutige fort, und (...)

Andrej Sinjawski

Kommunismus als Religion

März
1966

Den nachfolgenden Aufsatz schrieb Andrej Sinjawski im Jahr 1959 für die französische Zeitschrift „Esprit“, die ihn anonym veröffentlichte. Heute liest man ihn über weite Strecken wie einen gespenstischen Hinweis auf seine nunmehr erfolgte Verurteilung zu sieben Jahren Zwangsarbeit. Tatsächlich war (...)

Oskar Kokoschka

Warnung vor der Weltpolizei

März
1966

Am 1. März wurde Oskar Kokoschka 80 Jahre alt. Aus diesem Anlaß bringen wir nachstehend erstmals in deutscher Übersetzung (von Dr. Otto Graf) Ausschnitte aus einem Aufsatz, den Kokoschka im Jahre 1945 im Londoner Exil verfaßt hat. Der Originaltitel lautet: „A petition from a foreign artist to the (...)

Andrej Sinjawski

Die Heiligen des Kommunismus

April
1966

Verlorene Illusionen, zerbrochene Hoffnungen, nicht verwirklichte Träume, wie sie die Literatur anderer Epochen und Systeme auszeichnen, widersprechen dem sozialistischen Realismus. Selbst wenn es sich um eine Tragödie handelt, ist es eine „optimistische Tragödie“, wie W. Wischnewski sein Stück (...)

Roland Nitsche

Vom Unfug, Köpfe zu zählen

Prolegomena einer gegenwärtigen Metaphysik der Statistik
Februar
1967

Statistik als eine Methode der Gesellschaftsbetrachtung ist sehr alt. Schon die „Schätzung“, zu der Joseph und Maria nach Bethlehem zogen, war eine Erhebung zu bevölkerungsstatistischen Zwecken. Leistungs-, Waren-, Steuer- und Vorratstatistiken für den Staatsbedarf waren bereits den so (...)

Friedrich Geyrhofer

Positivisten gegen Studenten

März
1969

Ernst Topitsch: Die Sozialphilosophie Hegels als Heilslehre und Herrschaftsideologie, 1967, und Die Freiheit der Wissenschaft und der politische Auftrag der Universität, 1968; Luchterhand Verlag, Neuwied/Rhein. Die Verwandlung, die die Lehre von den menschlichen Beziehungen aus einer (...)

Joachim Schickel

Lebendiger Hund Hegel

Zum VII. Internationalen Hegel-Kongreß in Paris
Mai
1969

Vom 8. bis 12. April 1969 fand wieder ein Kongreß der Internationalen Hegelgesellschaft statt. Den Themen und Orten früherer Tagungen — „Logik“ 1962 in Genf, „Ästhetik“ 1964 in Salzburg, „Rechtsphilosophie“ 1966 in Prag — folgte nun eine Diskussion von „Philosophie und Geschichte“; wie bisher sollten (...)

Roland Nitsche

Zur Genealogie des Spießers

August
1969

Aus seinem eben erscheinenden Buch „Der häßliche Bürger“, Kremayr & Scheriau, Wien Er wähnt selber Kulturmensch zu sein; ein unbegreiflicher Wahn, aus dem hervorgeht, daß er gar nicht weiß, was der Philister und was sein Gegensatz ist: weshalb wir uns nicht wundern werden, wenn er meistens es (...)

Robert Havemann

Sind Materialisten naiv?

2. Teil des Essays vom Dezemberheft 1969
Januar
1970

Die Entwicklung des Neuen im Schoße des Alten vollzieht sich heute auch durch eine sehr bemerkenswerte Durchdringung aller ökonomischen und soziologischen Theorien mit den Termini und den Begriffsbildungen des Marxismus. Gleichzeitig beobachten wir eine starke Strömung zur Überwindung der (...)

Paul Kruntorad (Übersetzung) • Ivan Sviták

Fast Prager Parabeln

Februar
1970

Der Wert der Erkenntnis Es war einmal ein Knabe, und der war sehr brav. Er quälte keine Katzen, warf nicht Steine nach Hunden, zerschlug keine Fenster, spießte nicht Maikäfer auf. Er war überhaupt kein Sadist und gönnte jedem seine Lebensfreude. Fast könnten wir sagen, daß er ein Liberaler war, aber (...)

Friedrich Geyrhofer

Wertlose Geschichte

Über ein Buch von Ernst Topitsch
März
1970

Am jüngsten Buch von Ernst Topitsch fällt auf, daß soziologische und methodologische Erwägungen fast gänzlich hinter Feststellungen zurücktreten, die sich ausführlich mit der menschlichen „Natur“ und mit dem tierischen Erbe beschäftigen, das in der psychophysischen Ausstattung der Menschen enthalten ist. (...)

Georg Lukács

Goethe mal Marx

Oktober
1970

Rede zur Verleihung des Goethepreises der Stadt Frankfurt, 28. August 1970, verlesen in der Paulskirche (da Lukács gesundheitshalber in Budapest bleiben mußte). — Vgl. Günther Nenning, „Georg Lukács oder Die Flucht in die Ästhetik. Zu seinem 85. und zum Goethepreis“, NEUES FORVM, August/September (...)

Friedrich Geyrhofer

Lügen die Historiker
oder
Adam Schaff als Metaphysiker

Oktober
1970

Der vorstehende Abschnitt über die logischen Aporien der Wissenssoziologie gehört zu den interessantesten Passagen aus dem Buche Adam Schaffs über „Geschichte und Wahrheit“, das in seinem Titel die Beschäftigung mit dem zentralen Problem der marxistischen Philosophie verspricht. Auch in den (...)

Adam Schaff

Wissenssoziologie als Purzelbaum

Vgl. Adam Schaff, Sartre und Marx, FORVM März 1964
Oktober
1970

Adam Schaff, zwischen Warschau und Wien als akademischer Lehrer pendelnd, gehört zu den Initiatoren der Renaissance marxistischer Philosophie nach Stalins Tod. Sein Buch „Marxismus und das menschliche Individuum“, im Wiener Europa-Verlag erschienen, markierte die Wende im Denken der (...)

Wilhelm Burian

Zur Ideologie und Ökonomie der Medizin

Am Beispiel Österreichs
Dezember
1971

I. Ideologie in der Medizin Der Beruf des Arztes zählt deshalb zu den schönsten in unserer Gesellschaft, weil das ärztliche Streben und Handeln darauf ausgerichtet ist, die Gesundheit des Menschen zu erhalten und Krankheiten zu heilen. In dieser Bezogenheit auf den Menschen übt der Arzt seinen (...)

Adalbert Krims

Wozu Religionsunterricht?

Januar
1972

I. Das gegenwärtige Schulsystem ist autoritär strukturiert Bevor näher auf die Problematik des Religionsunterrichtes eingegangen wird, muß kurz vom Schulsystem als gesellschaftliche Bedingung und Kontext des Religionsunterrichtes gesprochen werden (Näheres vgl. Literaturverzeichnis). Die Situation (...)

Hans Kühner

Kirche als konservative Großmacht

Von 1871 bis 1972
Mai
1972

Seitdem aber steht die Kirche als siegreiche, rücksichtslose Reaktion gegen den eigentlichen Geist der Zeit, als Polizei da; sie ist an die äußersten Mittel gewöhnt und befestigt nun das Mittelalter künstlich aufs neue ... Heiß klammert sie sich an die Vergangenheit in Macht und Besitz an und ebenso (...)

Michael Springer

Die Sparmeisterschaft von Österreich

16.12.72, ORF, FS 1, 20.15 Uhr
Januar
1973

Michael Springer Institut für Vergangenheit Sol III, Terra/Eur, Dep. Austria Sehr geehrte Herren, ich bestätige den Eingang des archäologischen Materials und Ihres Begleitschreibens. Es handelt sich um einen Fund von größter Bedeutung für die Geschichtsforschung. Der Inhalt der Metallkapsel, die (...)

André Gunder Frank

Ökogorillas

Chicago-Mafia in Chile
November
1974

Offener Brief an Professor Arnold Harberger, Leiter des Zentrums für Lateinamerikanische Studien, University of Chicago Starnberg, 6. August 1974 Hiroschima-Tag Als Dein früherer Schüler habe ich das Interview, das Du der Zeitung El Mercurio (Santiago de Chile) gegeben hast, natürlich mit (...)

Lutz Flörke • Peter Weigelt

Leben von unten statt Frieden von oben

Dezember
1982

„Ach”, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort (...)

Hans-Dieter Klein

Romantik, Ästhetik, Liebe & Co

April
1983

H.-D. K. ist Extraordinarius am Institut für Philosophie der Universität Wien, Jahrgang 1940, war Vorzugsschüler mit Promotion sub auspiciis über Leibniz und hat trotzdem interessante Gedanken. Wenn’s so weitergeht haben wir einen neuen ständigen Autor, nach einiger Zeit von diesem eine diskutable (...)

Rudolf Burger

Arbeit ist (nicht) genug

August
1983

Im Jahr 1883, dem Todesjahr von Karl Marx, ist ein Text erschienen, der niemandem ein Jubiläum wert zu sein scheint. Seine ersten Sätze lauten: Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder, in denen die kapitalistische Zivilisation herrscht, eine Sucht, die das in der modernen (...)

Hans-Dieter Klein

Die Verwilderung der Geschichte als technische Veranstaltung*

Dezember
1983

a) Marxismus-Leninismus • b) offene Gesellschaft c) Nationalsozialismus • d) Kalter Krieg a) Marxismus — Leninismus In der Alternative von mechanistisch-utilitaristischer und romantisch-illusionärer Selbstbestimmung ist das Leben entfremdet. Dies wurde namentlich von den idealiistischen (...)

Jürgen Langenbach

Unter Brüdern

März
1988

Die Erblast ist drückend. Denn es ist nichts mehr da für jene Generation, die um die Jahrhundertwende geboren ist, das deutsche Bürgertum hat abgewirtschaftet und hinterläßt seinen Söhnen hohle Phrasen und leere Taschen. Nimmt man die „Kinderstube“ als Annäherung an die Charakterstruktur der sinkenden (...)

Klaus Nüchtern

Kulturkampf & Entmündigung

Oktober
1988

Über Rhetorik, Strategie und Ideologie der Konservativen, die Hegemonie zu gewinnen und die politische Öffentlichkeit zu zerstören. Mit einem Fallbeispiel Sex aus dem Koffer. Als die ÖVP im Zusammenhang der Diskussion um Hrdlickas Mahnmal gegen Faschismus und Krieg den Begriff Kulturkampf in die (...)

Klaus Nüchtern

Christlichsoziale Marktwirtschaft

Oder: Kirche, bleib bei Deinem Beichtstuhl
August
1989

Die ÖVP, im Vollbesitz ihrer Erbseligkeit, veranstaltete ein Hearing gegen den geplanten „Sozialhirtenbrief“ der Österreichischen Bischöfe, am 16. Juni im Wiener Luxushotel „Marriott“ — ein Beweis für die Stilsicherheit der Veranstalter, findet unser Redakteur Klaus Nüchtern, und konstatiert auch sonst (...)

Rudolf Burger

Mediale Sittlichkeit, oder:
Die neue Lust auf Tugend

August
1989

Bei den diesjährigen Römerberg-Gesprächen setzte unser Herausgeberbeirat R. B. die Diskussion (begonnen mit „Geist und Zeitgeist“ in Heft Okt. 1987) über Moral und neue Liederlichkeit fort; das Frankfurter Publikum, unvorbereitet, fand sich in einem Wechselbad widerstreitender Gefühle. Die Welt ist (...)

Ilse Bindseil

Die Medien und ihr Auftrag*

März
1990

Zum Jahreswechsel 89/90 haben die „Ereignisse im Osten“ ihren Begriff gefunden: um „gewaltlose Revolutionen“ handelt es sich. Noch nie haben Massen sich so friedlich und diszipliniert verhalten. Wo noch vor kurzer Zeit totalitäre Regimes Akklamationsaufmärsche befahlen, da versammeln sich heute (...)

Ellie Großebner (Übersetzung) • Ivan Illich • Camilla R. Nielsen (Übersetzung)

„Das menschliche Leben“

Der institutionelle Aufbau eines neuen Fetischs
April
1990

Zur Abhängigkeit der modernen Wirklichkeit von den Bedürfnissen professionellen Managements und zur Mission der Kirche, mittels des Wortes Gottes über Fetische zu urteilen. Rede in Chicago Meine Damen und Herren. Am 1.Jänner 1988 wurde, wie Sie mir mitteilten, die Evangelisch Lutherische Kirche (...)

Gerhard Scheit

Die Demokratie läßt sich scheiden

Allerlei Außenseiter in der österreichischen Literatur von Anzengruber bis Karl Kraus
Juli
1990

I. Anzengruber ist in Verruf geraten seit langem. Wie um seine eigene Dramaturgie auf den Punkt zu bringen, formulierte Ödön von Horváth in der „Gebrauchsanweisung“ zu „Kasimir und Karoline“ — „Das Stück darf nicht also anzengruberisch gespielt werden“. Der Autor des „Pfarrers von Kirchfeld“ und des (...)

Rudolf Burger

Die Welt im Katalog

Randglosse zur Expo
März
1991

I. Im Jahr nach der ersten Weltausstellung (London 1851) eröffnete ein gewisser Aristide Boucicault in Paris ein Straßengeschäft namens „Bon Marché“. Der Laden war das, was man heute eine „soziale Innovation“ nennen würde. Durch Einführung neuartiger Verkaufsprinzipien hat er den Einzelhandel (...)

Ilse Bindseil

Kritische Politologie und politische Triebtheorie

Zwei wiederaufgelegte Grundlagentexte der ersten APO* in der Bundesrepublik Deutschland
Mai
1991

1987 brachte der Freiburger Ça ira-Verlag ein Reprint von Frank Böckelmanns im März 1966 erstmals veröffentlichtem Essay über „Die schlechte Aufhebung der autoritären Persönlichkeit“, im Frühjahr 1990, beinahe auf den Tag seiner Emeritierung, Johannes Agnolis 1967 im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit (...)

Ivan Illich

Gesundheit in eigener Verantwortung: Danke, nein!

Die Substantivierung des Lebens im 19. und 20. Jahrhundert — eine Herausforderung für das 21. Jahrhundert
März
1992

Sie haben mich hierher eingeladen, obwohl sie sehr wohl wußten, daß ich ihrem Vorhaben widersprechen werde. Ich bin davon überzeugt, daß Gesundheit und Verantwortung einer verlorenen Vergangenheit angehören, und daß ich — da ich weder Romantiker, Phantast noch Aussteiger bin — auf beides verzichten (...)

Joachim Güntner

Der neueste Angriff auf das liberale Ego

November
1992

Zur amerikanischen Kontroverse zwischen Liberalismus und Kommunitarismus. Mit einer polemischen Marginalie aus bundesdeutscher Sicht. Die Selbstsucht dörrt alle Tugenden im Keim aus, der Individualismus legt vorerst nur den Quell der öffentlichen Tugenden trocken; mit der Zeit aber greift er (...)

Günther Anders

Sieg des Methodenmangels

Zu Sieg des Nationalsozialismus, Paris 1933 — Versuch einer Selbstverständigung [I]
Dezember
1993

Kommunismus und lange Sicht {Der Bruderkampf zwischen KPD und SPD} In gewissem Sinne ist es prinzipiell verständlich, daß die KPD zur besiegten Partei werden mußte. Die S.P.D. hatte eine Theorie der Taktik: in jedem gegebenen Augenblick die möglichste Erträglichkeit des Arbeiterdaseins, (...)

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