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Patriarchat / Geschlechterverhältnis

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Sexismus

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Beiträge

Franz Pallin

Barbarisches Strafrecht

Kritik am Entwurf 1968
August
1968

[(Vorgeschichte Das geltende österreichische Strafgesetz wurde im Jahre 1852 als eine Neuausgabe des Strafgesetzbuches vom Jahre 1805 kundgemacht, das seinerseits im Josephinischen Strafgesetzbuch wurzelt. Der erste Auftrag zur Reform des Strafgesetzes erging mit einer kaiserlichen (...)

Helmut Kentler

Kommt die Gruppenehe?

Juni
1969

Wer jung verheiratet ist, merkt es noch nicht. Die ersten Wochen und Monate haben die beiden genug mit einander zu tun, um sich nicht zu langweilen, und sie finden das Alleinsein in der Zweisamkeit schön. Irgendwann aber merken sie, wie sehr sie das Verheiratetsein von ihrem Bekanntenkreis (...)

Fernando Arrabal • Wilhelm Genazino • Alice Schwarzer

Göttlicher Orgasmus

Gespräch
Mai
1970

Das Theater, wenn es ein Stück von ihm spielt, darf alles: auf der Bühne wird geliebt, gefurzt, geschissen, gedemütigt, geprügelt, gemordet. Es treten schöne Mädchen auf, Fernsehsprecher, wilde Tiere, starke Männer, Richter, Trompeter, Nonnen, Schafe, Flötenspieler, Polizisten, Mütter, Sanitäter und (...)

Michael Siegert

Marqis de Sade und Adolf Hitler

2. Folge
Oktober
1970

V. Die Peitschen der SS und unsere Komplicenschaft Man kann sich nicht vorstellen, wie notwendig diese Schilderungen für die Entwicklung der Seele sind. Nur durch die dumme Zurückhaltung derer, die über dieses Thema schreiben, sind wir jener Wissenschaft noch unkundig. Von absurden Ängsten (...)

Karl Glassl

Homos sind normal

März
1971

Dr. jur. Karl Glassl gehört zu den leitenden Beamten des Bundesministeriums für Justiz. Seine nachfolgende Abhandlung ist, soviel wir sehen, die erste und einzige gründlichere wissenschaftliche Arbeit über Homosexualität in Österreich seit Einsetzen der Bemühungen, diese zu entkriminalisieren. I. (...)

Germaine Greer

Warum hassen uns die Männer?

August
1971

Der nachfolgende Text stammt von der vielleicht muntersten Protagonistin der angelsächsischen Frauenbefreiungsbewegung. In ungekürzter Form wird er als Kapitel „Abscheu und Ekel“ in der deutschen Ausgabe des Greer’schen Erfolgsbuches „Der weibliche Eunuch. Aufruf zur Befreiung der Frau“ demnächst bei (...)

Trautl Brandstaller

Zigtausend Jahre Männerherrschaft

Zur Geschichte und Literatur der Frauenbewegung
August
1971

In den USA ist die Revolte der Frauen am heftigsten ausgebrochen. Amerikanerinnen sind auch die Autorinnen der beiden Bücher, die zu Bibeln der zweiten weiblichen Emanzipationswelle geworden sind: Betty Friedan „The Feminine Mystique“ (Der Weiblichkeitswahn. Ein vehementer Protest gegen das (...)

Otto Felicitas Gmelin

Ehe als Ausbeutung

Zur politischen Ökonomie der Hauswirtschaft
September
1971

Ich habe im vorigen Heft („Wir Männer sind Schweine“) thesenhaft, insoferne unzureichend und auch sonst naiv (siehe die Kritik von Heidi Pataki ebendort) über unbezahlte Hausfrauenarbeit, deren Bedeutung für die politische Ökonomie des Kapitalismus, „Hausfrauengehalt“ usw. gehandelt. Desto (...)

Simone de Beauvoir • Alice Schwarzer

Heraus aus der Ehe

Gespräch
Februar
1972

Alice: Ihr Buch „Das andere Geschlecht“ erschien 1949. Erst jetzt — nach 23 Jahren — haben Sie sich aktiv im Kampf der Frauen engagiert. Sie sind in Paris auf die Straße gegangen und beim internationalen Frauenmarsch mitmarschiert. Warum? Simone: Weil sich in den letzten 20 Jahren die Situation der (...)

Simone de Beauvoir • Brigitte Kirchhoff (Übersetzung)

Männerbeschimpfung

Antwort auf Briefe zum Interview im NF Feb. 1972
Juni
1972

Nach meinem Gespräch mit Alice Schwarzer (Simone de Beauvoir: Heraus aus der Ehe, NF Februar 1972) bekam ich viele Briefe, darunter von Frauen, die sich durch Mutterschaft und Haushalt ausgefüllt erklärten; aber sie schrieben mir dies auf so aggressive, zänkische und beleidigende Art, daß ich (...)

Heidi Pataki

Verhütungsmittel

Zu ihrer Technologie und Ökonomie
Juni
1972

I. Verhütungsmittel sind ein Produkt der technologischen Entwicklung. Wenn heute eine gewisse sexuelle Freizügigkeit möglich ist, so verdanken das die Frauen nicht irgendwelchen progressiven Aufklärern oder liberalistischen Manifestationen, sondern einzig und allein der Entwicklung der Industrie: (...)

Valie Export

Gertrude Stein/Virginia Woolf

Feminismus und Kunst
Januar
1973

1 Von Männlich zu Menschlich „die religion ist der ort, wo ein volk sich die definition dessen gibt, was es für das wahre hält“, sagte Hegel. es sei deshalb erlaubt, diesen ort aufzusuchen, um die gründe der täglichen politik, das „wahre“ unserer kultur zu entdecken. frühe religionen und kulturen, (...)

Valie Export

Woman’s Art

Januar
1973

manifest zu der ausstellung MAGNA (arbeitstitel frauenkunst), einer ausstellung, an der nur frauen teilnehmen. geschrieben im märz 1972. DIE STELLUNG DER KUNST IN DER FRAUENBEWEGUNG IST DIE STELLUNG DER FRAU IN DER KUNSTBEWEGUNG. DIE GESCHICHTE DER FRAU IST DIE GESCHICHTE DES MANNES, denn der (...)

Alice Schwarzer (Übersetzung) • Susan Sontag

Männer als Kolonialherren
Frauen als Eingeborene

Zur Struktur des Sexismus
März
1973

1 Biologie und Geschichte Ohne Zweifel ist die Unterdrückung der Frau vorgeschichtlich und hat ihren Ursprung in gewissen Sitten, die ihr erlauben sollten, ihrer besondern biologischen Verantwortung — der Schwangerschaft — nachkommen zu können. Und wie auch immer die komplexeren Formen, die ihre (...)

Germaine Greer

Cunt Power

March
1973

One of the chief mechanisms in the suppression of female humanity is the obliteration of female sexuality. Historically the process can be traced in the change in the iconography of women. In the Middle Ages women were characterised as lustful, allies of the devil weaning men from God and noble (...)

Alice Schwarzer

Frauen sind Gastarbeiterinnen

März
1973

„Darf eine Mutter berufstätig sein?“ fragte „Eltern“ seine Leser im Sommer 1972 und gab mit der Präsentierung beispielhafter junger Frauen auch gleich die Antwort. Die 34jährige Margit Karl z.B. breitete ihren zur Nachahmung empfohlenen, nach Minuten abgestoppten Tag chronologisch aus. Er beginnt um 5 (...)

Margaret Coulson • Brigitte Kirchhoff (Übersetzung)

Frauen wie Leibeigene

Zur Politischen Ökonomie der Frau II.
März
1973

1 Frau im Kapitalismus Margaret Benston sieht die materielle Grundlage der untergeordneten Stellung der Frauen in dem Umstand, daß man von ihnen die unbezahlte Verrichtung der Hausarbeit erwartet; sie produzieren Gebrauchswerte außerhalb der Geldwirtschaft und stehen somit in einem anderen (...)

Susi Petroni

Frauenkampf & Klassenkampf

März
1973

Die patriarchalische Form der Familie ist kein Produkt kapitalistischer Produktionsverhältnisse. Ihr Ursprung liegt in vorangegangenen gesellschaftlichen Formationen. Sie ist eng verknüpft mit dem ersten Auftreten des Privateigentums (siehe F. Engels, Ursprung der Familie, des Privateigentums und (...)

Lu Hsün

Keuschheit in China

Essay aus dem Jahr 1918
März
1973

Lu Hsün (1881-1936) ist einer der bedeutendsten Literaten und Literaturwissenschaftler des neueren China. Vom bürgerlichen Nationalliberalen entwickelte er sich zum Kommunisten, unterstützte die KPCh, ohne je formell beizutreten. Er war das geistige Haupt der 1. chinesischen Kulturrevolution auf (...)

Heidi Pataki
Kritisches Lexikon

Marieluise Fleißer

März
1973

Man kann heute viel von Marieluise Fleißer lesen, aber relativ wenig über sie. Ihren Kritikern wurde der Blick auf ihr Werk durch ihre Biographie weitgehend verstellt — tatsächlich spielen im Werk der Fleißer autobiographische Elemente eine bedeutende Rolle: Am wenigsten noch in ihrem Drama (...)

Brigitte Kirchhoff (Übersetzung) • Vo Thi The

Nicht soviel wie ein Schwanz

Gespräch über Frauen in Vietnam
März
1973

Das Gespräch fand auf einem Frauenkongreß in Montreal statt. „Hundert Mädchen sind nicht soviel wert wie ein Schwanz“, sagte ein altes vietnamesisches Sprichwort. Früher zählte die Frau überhaupt nicht. Das Sklavendasein der Vietnamesin war bestimmt durch die „Drei Schwüre“ (Gehorsam gegen den Vater, (...)

Angela Davis • Irma Reblitz (Übersetzung)

Schwarze Frau kontra weißen Mann

Notizen zur Sklavenhaltergesellschaft
März
1973

Die matriarchalische schwarze Frau ist wiederholt als eines der verhängnisvollen Nebenprodukte der Sklaverei beschworen worden. Sogar unter Schwarzen lassen sich noch immer bedauerliche Rückbezüge auf das Matriarchat finden. Gelegentlich wird sogar ein „Einschlag ins Pathologische“ anerkannt, den (...)

efa Köln

Und lesbisch die Praxis

März
1973

Wir müssen uns ein neues Selbstverständnis schaffen. Das Fehlen eines realistischen Selbstgefühls bei uns liegt darin begründet, daß unsere Identität eine von Männern bezogene Identität ist. Nur Frauen können sich gegenseitig einen neuen Sinn ihres Selbst geben. Wir haben diese Identität in bezug auf (...)

Heidi Pataki

Industrialisierung der Frau

Fließarbeit und Akkord
Juni
1973

Was für eine Verschwendung der menschlichen Fähigkeiten — wenn man bedenkt, was ein Mensch tun, fühlen und ausdrücken kann —, ihn an ein Fließband zu stellen, damit er lediglich Schraubenmuttern anzieht. John Diebold, Die automatische Fabrik Es ist noch nicht allzulange her, da der Anblick einer Frau (...)

Heidi Pataki

Frauen sind Fremdarbeiter

Die Konjunkturen der Weiblichkeit
Januar
1974

Düstere Wolken ziehen auf am Himmel des Kapitalismus: ist die Krise da, so werden Gastarbeiter und Frauen ihre ersten Opfer. Alle Schwankungen in der Arbeitsmarkt- und Beschäftigtenpolitik wirken sich stets zum Nachteil dieser beiden Gruppen aus; die Frauen sind „Gastarbeiterinnen in einer (...)

Heidi Pataki

Bürger-Krieg gegen die Frau

Der Abtreibungsparagraph im österreichischen Parlament
März
1974

Die Große österreichische Strafrechtsreform ist abgeschlossen. Am 23. Jänner 1974 wurde im Nationalrat der Beharrungsbeschluß zum neuen Strafgesetzbuch gefaßt, und zwar mit den Stimmen der SPÖ (92) gegen die der Oppositionsparteien ÖVP und FPÖ (89): der Beharrungsbeschluß war wegen der Reform des § 144 (...)

Annie C.

Arme Männer!

Die Frauen brauchen Euch nicht mehr. Sie machen Sexitus
März
1975

Dies ist der Abschiedsbrief der französischen Feministin Annie C. an ihren Freund. Sie richtet diesen Brief aber auch an alle anderen Männer, die von ihren Frauen bereits verlassen sind oder befürchten müssen, noch verlassen zu werden. Arme Lieblinge, es gelingt Euch sicher nicht, die Furien zu (...)

Teresa Caldas

5.000 Männer fielen über uns her

Brief aus Lissabon
März
1975

Eine Demonstration portugiesischer Frauen am 13. Jänner 1975 auf einem öffentlichen Platz in Lissabon endete in einer richtiggehenden Hexenjagd, Diesen Bericht sandten portugiesische Frauen an die Aktion unabhängiger Frauen (AUF), Wien. Schwestern! Nach der weltbekannten portugiesischen (...)

Alice Schwarzer

Glückliche Sklavinnen

Die Ehefrau als Dienerin, die Mutterschaft als Gefängnis
März
1975

1 Frauen arbeiten doppelt soviel wie Männer Wenn ein Mann und eine Frau heiraten — dann wird sie, spätestens nach den Flitterwochen, zur Hausfrau. Der Mann aber wird darum nicht Hausmann. Ein Mann hat einen Beruf. Das Gesetz verpflichtet ihn zwar neuerdings zum Helfen bei der Hausarbeit, aber es (...)

Alexander Langer

Italiens Frauen sind erwacht

Nach der Ehescheidung kommt die Abtreibung dran
März
1975

Nach dem großen Sieg der Linken über die DC bei der Volksabstimmung über die Ehescheidung am 12. Mai 1974 ist nunmehr der Kampf gegen die Abtreibungsparagraphen der neue Hauptkampfplatz. Für die Gruppen links von der KP ist das ein Hebel, mit dem sie den „großen historischen Kompromiß“ der (...)

Kathy

Mädchen mit Gewalt

Wider den Männerwahn, daß Vergewaltigung lustvoll ist
März
1975

1 Angst — die tägliche Vergewaltigung Ich war nie vergewaltigt worden (im Sinne eines Überfallenwerdens an einem einsamen Ort), und Frauen, die ich kannte, sprachen auch nie davon. Es war ein Verbrechen, das weit weg von mir war. Als ich in Kalifornien lebte und erfuhr, daß es eine Gruppe gab, die (...)

Elfriede Jelinek

wo nimmt man ungebrauchte frauen her?

das schlechte leben, das langsame sterben
März
1975

sie genießen ihr leben unheimlich, solange sie jung sind, ab 13 ist kein mädchen mehr sicher vor ihnen, das allgemeine wettrennen beginnt, und die hörner werden abgestoßen, von welchem vorgang das ganze dorf widerhallt. der vorgang hallt durchs tal. am ende ihrer jugend holen sich die jungmänner (...)

Heidi Pataki

Saaltochter

Als Fremdarbeiterin in der Schweiz
Juli
1975

Die Schweiz, dachte ich mir, ist eine Spielzeugschachtel, und alles darin glänzt so sauber, weiß und rosenrot wie die Backen braver und gesunder Kinder. Das gilt vielleicht für die Schweizer. Um als Fremdarbeiter in dieses Schlaraffenland zu gelangen, muß man sich nicht durch Ströme süßen Breis (...)

Ernest Borneman

Sex im alten Rom

Ein Nachtrag zum Lateinunterricht: Wie das römische Patriarchat die Sexualität deformierte
Oktober
1975

Ernest Borneman, bekannter Sexologe des Wortes, hat aus seiner lebenslangen Beschäftigung mit der antiken Männerherrschaft den Schluß gezogen, daß dieser ein Matriarchat voranging, ein Paradies der Menschheitsgeschichte, dessen Wiederkehr die Lösung der Menschheitsprobleme verspricht. In seinem (...)

Heidi Pataki

Kreuz mit Haken

Zum Volksbegehren der Aktion Leben
Januar
1976

Die therapeutische Behandlung der katholischen Kirche in einem weltlichen Staate ist aber dadurch erschwert, daß die katholische Geistlichkeit ... unter kirchlichen Formen eine politische Institution ist und auf ihre Mitarbeiter die eigene Überzeugung überträgt, daß ihre Freiheit in ihrer Herrschaft (...)

Gerhard Hoffmann • Reinhard von der Marwitz

Schwanz & Ordnung

Ist Homosexualität zu heilen?
April
1976

1 Normal ist, was Männern Spaß macht Alles Sexuelle zwischen Mann und Frau, das nicht eindeutig auf Vermehrung gerichtet ist, und selbstverständlich alles Homosexuelle gilt als nicht natürlich, als zwecklos. So richtet sich z.B. das Verbot des Analverkehrs in bestimmten Staaten der USA gegen (...)

Barbara Ehrenreich • Deirdre English

Die unsichtbare Plage

Hausarbeit im Kapitalismus
Mai
1976

Hausarbeit sieht man nicht. Kein Mensch nimmt von ihr Notiz, niemand bemerkt, daß der Fußboden geschrubbt und gebohnert wurde. Erst wenn nichts geschieht, fällt uns ein ungemachtes Bett auf. Hausarbeit ist Instandhaltung und Instandsetzung: tägliches Auffüllen der Vorräte, der gewaschenen und (...)

Christine Goldberg

Nicht ohne Männer!

Die Frauen sollen sich innerhalb der linken Gruppen zusammenschließen
Mai
1976

Die Befreiung der Frau kann nur unter Aufhebung der Trennung von Öffentlichkeit und Privatheit erfolgen. Bisher war es die Frau, die die Verantwortung für Produktion und Reproduktion der Ware Arbeitskraft trug. Der Frau kam bei der Gestaltung des Privatlebens die dominierende Rolle zu. An diesem (...)

Ingrid Strobl

Wir Hexen

Das Matriarchat im Untergrund vom Mittelalter bis heute
Mai
1976

Das Bild der Hexe wurde schonungslos verfälscht. Seit Grimm erscheint sie als die böse Alte mit Warze und Katze. Für viele Menschen in bäuerlichen Gebieten ist die Existenz von Hexen auch heute noch fester Bestandteil ihres Lebens. Andererseits beginnt sich auch die Frauenbewegung immer mehr mit (...)

Felicitas Gressl

machts doch gleich ein puff auf!

machismo in der arena
September
1976

an dem sonntag, an dem die arena besetzt wurde (27. juni 1976), war ich eigentlich mehr zufällig mit dabei. schon in der ersten nacht hat sich bei mir jedoch immer mehr der gedanke gefestigt, daß dies ja die möglichkeit für aktive frauenarbeit wäre. ich habe mich mit einigen frauen darüber (...)

Günther Nenning

Auf dem Stockerl der Zukunft

Meine ersten 56 Jahre
März
1978

Hermann Glaser, SPD-Stadtrat für Kultur zu Nürnberg, Autor zeitgeschichtlicher Werke, zuletzt über Sigmund Freud, wagte im Oktober 1977, inmitten des Medienterrors gegen alles Linke, eine dreitägige Großveranstaltung in der Meistersingerhalle unter dem Motto „Angst und Hoffnung — Flüchten oder (...)

Heidi Pataki

Ohne Strümpfe, ohne Schuh

Adelheid Popps Arbeiterinnenleben
März
1978

Adelheid Popp: Jugend einer Arbeiterin. Herausgegeben und eingeleitet von Hans J. Schütz, Verlag J. H. W. Dietz’ Nachf. GmbH, Berlin 1977, 187 Seiten, DM 14, öS 107 Fromme Seelen Autobiographien sind heute reinster Anachronismus und zugleich die peinlichste Form von Literatur — macht sich darin (...)

Vera Kamenko

Unter uns war Krieg!

Eine jugoslawische Arbeiterin in Berlin
Mai
1978

In der Bundesrepublik und in West-Berlin leben zwei Millionen ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter. Vera Kamenko ist eine von ihnen. Sie ist eine von den wenigen, die aufschrieb, was sie hier erlebt hat. Sie ist 1969 als Arbeiterin angeworben und nach Berlin transportiert worden. Sie hat hier (...)

Arbeitsmenschinnen

Januar
1979

In diesem Heft handeln fünf Beiträge vom Arbeitsleid der Sekretärinnen. Wie kam es dazu? Im September 1977 schrieb Waltraud Mayer erstmals nieder, was sie in ihrem Beruf bedrückt. Sie arbeitete damals als Sekretärin im Institut für Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik an der Technischen (...)

Waltraud Mayer • Katharina Riese

Leibeigenschuft

Sekretärinnenreport
Januar
1979

Sieh aus wie eine Frau, benimm dich wie eine Dame, denke wie ein Mann und arbeite wie ein Pferd. Blick durch die Wirtschaft Mann lehrt, Frau putzt Wir möchten die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Arbeitsplatz und seine Bedingungen lenken, nämlich den einer Sekretärin im wissenschaftlichen (...)

Helga Gruber

Ach, Egon ...

Antwort auf die Antwort
Januar
1979

Ich bin dankbar Ich gehe davon aus, daß die Arbeitssituation hier am Institut für mich die beste ist, die ich je in meinem Leben hatte. Das ist nicht im mindesten übertrieben, und ich bin Euch allen sehr dankbar dafür, daß Ihr in den ersten zwei Jahren meiner „Tätigkeit“ hier am Institut so (...)

Elisabeth Kmölniger

Die Entstehung des Patriarchats

Comic strip
Januar
1979

Gerlinde Hummel

Die Frauen bleiben zurück

Expedition nach Sardinien
Januar
1979

Heirat mit 20 Sardinien ist eine Welt für sich! Ein Teil Italiens, der aber bis heute seine eigenständigen Lebensformen bewahrt hat und erst langsam vom Rhythmus der Industriegesellschaft mitgerissen wird. Vielleicht ist das der Grund, warum gerade diese Insel soviel Interesse auf sich zieht. (...)

Heidi Pataki

Ehe ist Blödsinn

Januar
1979

Cheryl Benard / Edit Schlaffer: Die ganz gewöhnliche Gewalt in der Ehe. Texte zu einer Soziologie von Macht und Liebe, rororo Frauen aktuell, hrsg. von Susanne von Pacsensky, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1978, 198 Seiten, DM 4,80 öS 47,40 ... Röslein wehrte sich und stach, Half ihm doch (...)

Cornelia Frey

Er und Sie

Ein altes Spiel
Januar
1979

Chef bleibt Chef Er in Schnürlsamthosen und Pullover: fesch, flott und fortschrittlich; sie in knöchelgebundenen Samthosen und Schnürschuhen: resch, schick und engagiert. Beide könnten Studenten sein, es herrscht joviale Kameradschaftlichkeit. Man tratscht über die neuesten Schlagzeilen, duzt (...)

Michael Siegert

Hausmann kriegt nix

Wie der Nichterhalter durch die Maschen des Sozialstaats fällt
Januar
1979

Es begab sich im Frühjahr 1978; da wollten zwei in Graz heiraten. Sie gingen aufs Standesamt. Dieses verlangte vom Bräutigam den Geburtsschein, den Trauschein der Eltern und — da er Ausländer war — ein „Ehefähigkeitszeugnis“ (so stehts wirklich auf dem Vordruck!). Ein Relikt des Nationalsozialismus, (...)

Gertraud Fädler • Michael Hopp

Klasse Hausfrauen

Arbeitslose mit 40-Stunden-Tag
Januar
1979

Ein Hausfrauengehalt? Weniger alsm ein Drittel der Frauen unter 26 „köntte sich vorstellen, sich für die Forderung Lohn für Hausarbeit einzusetzen“. Ihre Mütter konnten sich zu 43 Prozent für die Forderung erwärmen. Aber vielleicht haben sie nur ein Taschengeld im Sinn — langgehegter Traum der (...)

Legt ab schöne Kleider und Make-up!

Büroarbeiterinnen-Kongreß
Januar
1979

111 Frauen aus verschiedenen Städten der BRD und Österreich trafen sich zum ersten selbstorganisierten Büroarbeiterinnen-Kongreß in Frankfurt vom 27. bis 29. Oktober 1978. Als Ergebnis des Kongresses wurde folgende Resolution verabschiedet: Wir üben Kritik an den Gewerkschaften. Fraueninteressen (...)

Heidi Pataki

Pack & zack & weg

Ein Leben im Kaufhaus. Interview.
Januar
1979

Hinter den glänzenden und eleganten Fassaden der Kaufhäuser leisten ein paar Frauen Knochenarbeit. Von ihrem wenig glänzenden Alltag, ihren Arbeitsbedingungen, den Einsparungen und Kürzungen, von der Rationalisierungswelle, die auf ihrem Buckel ausgetragen wird, ist in den Schaufenstern nichts zu (...)

Cheryl Benard • Edit Schlaffer

Sie umarmten sich und weinten beide

Wie man heute noch mit Freuden Frau ist
Januar
1979

Es half alles nichts. Ihr ganzer Feminismus, ihre ganze Unabhängigkeit, ihr ganzer Ruhm hatten sie nur hierher gebracht, zu dieser Hilflosigkeit, diesem Bedürfnis. Sie brauchte ihn. Sie brauchte diesen Mann. Erica Jong: How to Save Your Own Life Holdes Anschmeicheln Die Definition von (...)

Helga Groszer

Wie die schreit

Bürogeschichten aus der DDR
Januar
1979

1 Zwei Sekretärinnen Die eine Beschützerin — die andere Kumpel. Beide gleichermaßen unentbehrlich, nicht einfach austauschbar. Gesichtslos die eine, im Hintergrund wachsam, die andere laut, lärmend und ganz direkt. Sie eignet sich nicht nur das Vokabular desjenigen an, dem sie — widerstrebend — (...)

Sverre Baumgartner • Wolfgang Blàas • Peter Henseler • Egon Matzner • Gerhard Rüsch • Wilfried Schönbäck

Wir sind nicht so

Stellungnahme zu Waltraud Mayer und Katharina Riese
Januar
1979

Der Artikel, der das Ergebnis einer Analyse der Arbeitssituation von Institutssekretärinnen durch einen Arbeitskreis „Frauen an der Universität“ sein soll, enthält eine Reihe von Vorwürfen, die sich auf das Institut für Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik (IFIP) beziehen. Wir sehen uns deshalb (...)

Roswitha M. Böhm • Waltraud Mayer

Frauengewerkschaft

Warnschild vor einer Sackgasse
März
1979

Die beiden Autorinnen nahmen, quasi Wien vertretend, vom 27. bis 29. Oktober 1978 am Frankfurter Büroarbeiterinnenkongreß teil. Warum sie mit dem Verlauf und Ende dieser Veranstaltung nicht ganz zufrieden waren, erklären sie hier. Diktate aufnehmen, für den Chef Besucher empfangen, seine (...)

Elisabeth Kmölniger

Mudlsauber

Comic strip
März
1979

Ingrid Strobl

ach trendbewußte junge frau —

zur neuesten philosophie des feminismus
Mai
1979

wir machen das maul nicht auf! wenn wir es doch aufmachen, kommt nichts raus! wenn wir es auflassen, wird es gestopft: mit kleinbürgerlichen schwänzen, sozialistischem bumszwang, sozialistischen kindern, liebe, sozialistischer geworfenheit, schwulst, sozialistischer potenter geilheit, (...)

Maria Antonietta Macciocchi

Mullarchie

Reise durch die persische Revolution
September
1979

Am 8. und 10. März dieses Jahres war es in Teheran zu Frauendemonstrationen gekommen. Kurze Zeit später bereiste eine Delegation vom Internationalen Komitee für die Rechte der Frau (Präsidentin Simone de Beauvoir), von Paris kommend, den Iran: 18 Journalistinnen, Politikerinnen, Fotografinnen aus (...)

Michael Siegert

Punctum puncti

Große Scham, große Koalition
September
1979

„Diese Hure gehört vergast“ Die deutsche Rocksängerin Nina Hagen, Biermanns Exstieftochter, hat ihren Finger an einen wunden Punkt der Nation gelegt. Mitten im Fernsehen berührte sie ihre Klitoris, und ganz Österreich war erschüttert. An diesem 9. August 1979 brachte Nina die Elektronen zum Tanzen (...)

Elisabeth Kmölniger

Wau!

Comic strip
September
1979

Elisabeth Kmölniger

Goks

Hommage à Schönwald
November
1979

Heidi Pataki

Frauen! Woher nehmen?

Feminismus heute
Januar
1980

Anfang Oktober 1979 wurde an der Freien Universität in West-Berlin zum vierten Mal die „Sommer-Universität der Frauen“ veranstaltet, diesmal von einer Gruppe lesbischer Frauen vorbereitet unter dem Motto: „Autonomie oder Institution? Über die Leidenschaft und Macht von Frauen.“ Eine Woche lang ging (...)

Prostitution ist kein Verbrechen, sondern eine Dienstleistung

Flugblatt der „käuflichen Frauen“ Wiens
Mai
1980

Ende März verteilten Wiener Prostituierte ihr erstes selbstverfaßtes Flugblatt. Es geht gegen Bevormundungen, Heiratsverbot und andere Schikanen (vollständiger Text siehe unten). Die Wiener Prostituierten erfuhren durch die Medien — mehr in Art eines Gerüchts — über Ansätze von Organisation und (...)

Karin Jahn • Brigitte Lehmann

Wildkatzen & strenge Herrinnen

Zu Gast im Stundenhotel
Mai
1980

Die durch nichts zu ersetzende Anziehungskraft, die die ‚Hure‘ auf den Freier ausübt, rührt daher, daß er sie für das bezahlt, was er unter Lust versteht — und das ist, da er ein Mann ist, kläglich und schnell geschehen. (Pascal Bruckner/Alain Finkielkraut: Die neue Liebesunordnung, München 1979) (...)

Ivan Illich • Günther Nenning (Übersetzung)

Das echte Geschlecht

Genus statt Sexus
Mai
1982

Ivan Illich‚ österreichisch-amerikanischer Kulturphilosoph, Priester, Vorreiter alternativen Lebens und Wirtschaftens, hat ein neues Buch in Arbeit, worin er für das echte Geschlecht und gegen ökonomisch ausgebeuteten »Sex« eintritt. — Günther Nenning hat übersetzt, in erweiterter Fassung erscheint der (...)

Katharina Riese

Das Büro der Lüste

April
1983

Die hier vorgestellten Texte sind Originale aus dem Reich der Magengeschwüre, wozu so bedeutende Herrenbünde wie die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Kunst, die Politik, die Medien und nicht zuletzt die guten weißen Lippizaner gehören. Stichworte und Stichsätze in den linguistischen Musterblöcken (...)

Lotte N.

Lieber Norbert

April
1983

nach branchenüblicher quasi-dreimonatiger Probezeit bin ich zu dem Schluß gekommen, daß ich das Sekretariat nicht schaff aus folgenden Gründen: 80% die Arbeit selbst. Mein Kopf kommt mir dabei vor die Anzeigetafel eines „Flippers“ klickklick ratatata stop wichtig nochmal ui, was vergessen (...)

Robert Glattau

Auf der Suche nach Ästhetik

Oktober
1984

Selten ist ein Mann so gut in Stimmung, wie dann, wenn er von sich selbst erzählt. Dieses Zitat, das Marlene Dietrich zugeschrieben wird, müßte eigentlich besagen, daß ich jetzt in ausgezeichneter Stimmung sein sollte, schließlich bin ich eben dabei, eine Menge von mir zu erzählen. Ich bin es aber (...)

Robert Glattau

Der alltägliche Männlichkeitswahn

Vom kleinen Pascha zum Polit-Chauvi
Januar
1985

Feminismus ist mehr als frustrierte Schwanz-ab Ideologie. Und Männerbewegung ist mehr als versteckt-schwules Softietum. Rumms. Welche Linie läßt sich von den blau gekleideten (männlichen) Babies über den Durchschnittsmann bis zu den gelegentlich blaublütigen Polit- und Wirtschaftsmagnaten (...)

Valie Export

Weiberleiber

Mai
1988

Die Bilder der Frau, die unsere Kultur erzeugt hat, sind Abbilder einer Realität, die nicht für alle dieselbe Wirklichkeit ist, sondern als sozial konstruierte verschiedene Interessen vertritt. Eines der wichtigsten Abbildungsmedien unserer Kultur ist heute der Film. 70% der Rollen im (...)

Peter Gutjahr

Das Jesus-Kind und das falsche Matriarchat der Christenheit

Juni
1994

Der Wille zur Macht ist ein Naturinstinkt, er entspricht ganz dem ursächlichen Impuls alles Seins, das ein Beharren, ja ein Aufstand gegen das Vernichtende ist. Ein Kind wird geboren als reiner Wille, der nichts von sich weiß, sein Schreien ist ein Protest gegen seine Hilflosigkeit, die es zum (...)

Patriarchat (Soziologie) bei Wikipedia

Patriarchat (wörtlich „Väterherrschaft“) beschreibt in der Soziologie, der Politikwissenschaft und verschiedenen Gesellschaftstheorien ein System von sozialen Beziehungen, maßgebenden Werten, Normen und Verhaltensmustern, das von Vätern und Männern geprägt, kontrolliert und repräsentiert wird.[1] Von ähnlicher Bedeutung wie Patriarchat („Herrschaft der Väter“) ist die wenig gebräuchliche Neubildung Androkratie,[2] wörtlich „Herrschaft des Mannes“.[3]

Wortherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausdruck „Patriarchat“ ist das Abstraktum zu Patriarch, abgeleitet von altgriechisch patriarches „Erster unter den Vätern, Stammesführer, Führer des Vaterlandes“; gebildet aus patér „Vater“ und archēs „Oberhaupt“, zu archein „der erste sein, Führer sein, herrschen“. Das Adjektiv patriarchalisch hat seit dem 19. Jahrhundert auch die Bedeutung „vaterrechtlich“ (vergleiche patrilinear).[4]

In der ältesten bekannten griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel, der Septuaginta, wird patriarches in der Bedeutung „Erzväter“ verwendet. Dementsprechend wurde die Bezeichnung „Patriarch“ im Mittelalter und in der frühen Neuzeit als Synonym für die Stammväter der Israeliten vor der Sintflut und danach bis zum Auszug aus Ägypten verwendet. Daraus erklärt sich die Assoziation von „Patriarch“ mit einem alten Mann, denn von den Stammvätern der Israeliten wird in der Bibel berichtet, dass sie ein sehr hohes Alter erreichten. Die von den Römern anerkannte Institution des jüdischen Patriarchats unter Führung eines „Nasi“ (Patriarchen) bestand vom 2. bis Anfang des 5. Jahrhunderts in Palästina. In der christlichen Kirche wird die Bezeichnung „Patriarch“ ebenfalls seit der Spätantike als Titel für einen hohen Metropoliten (Oberbischof) verwendet. Entsprechend heißen die von einem Patriarchen regierten Teilkirchen oder KirchenprovinzenPatriarchate“.[5]

Abgeleitet vom griechischen und römischen Recht wird als Patriarchat in der Familiensoziologie eine familiale Organisation verstanden, die dem männlichen Oberhaupt in Anlehnung an den pater familias als dem „Herrn des Hauses“ die rechtliche und ökonomische Macht und Verantwortung über die von ihm abhängigen Familienmitglieder zuschreibt.[6][7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste griechische Text, der ein Patriarchat bezeugt, ist die Ilias von Homer.[8] Laut Uwe Wesel war die griechische Demokratie „eine Männerdemokratie, die Unterdrückung der Frau ohne Beispiel in der damaligen Antike, besonders in Athen“.[9] Plato schrieb, die Frauen seien „daran gewöhnt, verborgen und im Dunkel zu leben“.[10] Das Theater durften sie nicht besuchen, und die Schauspieler waren immer Männer, mit Masken für die Frauenrollen. Die Männer waren also unter sich, wenn die Orestie des Aischylos aufgeführt wurde, die den Konflikt zwischen Mutterrecht und Vaterrecht behandelt. Angeklagt ist Orest, Agamemnons Sohn, der seine Mutter ermordet hat, um den Tod des Vaters zu rächen. Am Ende erklärt die Göttin Athene: „Drum wiegt für mich der Mord an einer Frau doch leichter, die den Mann erschlug.“ Weil ihre Stimme den Ausschlag gibt, wird Orest freigesprochen.[11] Es muss aber auch erwähnt werden, dass die Familienplanung nicht abgelehnt wurde. Aristoteles schrieb: „Die Zahl der zu erzeugenden Kinder ist ja bestimmt. Wenn aber Eheleute durch die Beiwohnung noch weiteren Nachwuchs über diese Grenze hinaus erzielen, so muss man diese Leibesfrüchte, bevor Gefühl und Leben in sie kommt, abtreiben“.[12] Auch die römische Gesellschaft war patriarchal organisiert. Der römische Mann hatte das Recht, seine Ehefrau wegen Untreue zu töten.[13]

Die strikte Ablehnung der Empfängnisverhütung und der Abtreibung, die im 4. Jahrhundert zum Dogma wurde, war ein Rückschritt im Vergleich zur liberalen Haltung, die in der Antike herrschte.[14] Das Gebären und Aufziehen von Kindern wurde zur wichtigsten Aufgabe der Frau (Pronatalismus). Die Reformation und der Humanismus änderten daran nichts, wie auch die folgenden Zitate zeigen. In Bezug auf den zu seiner Zeit noch häufigen Tod einer Mutter im Kindbett schrieb Martin Luther 1522: „Ob sie sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nicht. Lass (sie sich) nur tot tragen, sie sind darum da. Es ist besser kurz gesund denn lange ungesund leben“.[15] Und der englische Humanist Thomas Morus ließ seinen Idealstaat Utopia fordern, dass die Frauen verheiratet werden, sobald sie körperlich ausgereift sind.[16] Einer drohenden Übervölkerung sollte durch Auswanderung und Gründung von Kolonien begegnet werden.

Im 20. Jahrhundert verlangten die Interessen vor allem der Konsumgüterindustrie in den kapitalistischen Ländern ein neues Frauenbild. Die Frau wurde nun als Käuferin von Konsumgütern und Haushaltsgeräten umworben, und dazu diente der von Betty Friedan beschriebene „Weiblichkeitswahn“.[17] Mit ihm hat das Patriarchat sich an die veränderten Verhältnisse angepasst. Aber auch als Arbeitskräfte in traditionellen Männerberufen wurden Frauen verstärkt benötigt, vor allem in und nach den Kriegszeiten.[18]

Warum das Patriarchat die Jahrtausende überdauert hat, wurde erst spät untersucht. In Fortführung einer Theorie von Antonio Gramsci, wonach jede stabile Herrschaft auf die zumindest partielle Zustimmung und Mitarbeit der Beherrschten angewiesen ist, schrieb die marxistische Feministin Frigga Haug: „Die einzelnen Frauen finden selbstverständlich […] die gesellschaftlichen Verhältnisse […] zunächst fertig vor. Aber diese Strukturen existieren nur weiter, wenn sie von denen, die in ihnen leben, immer wieder hergestellt werden“.[19]

Patriarchat als politische Legitimationsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Filmer verwendet in seiner im 17. Jahrhundert abgefassten staatstheoretischen Abhandlung Patriarcha[20] den Ausdruck „Patriarchat“ für eine gottgegebene Autorität, die von Vätern an den ältesten Sohn vererbt werden kann.[21] Auf dieser Basis beruht nach Filmer die Legitimität aller politischen Herrschaft. Die Schrift ist als Rechtfertigung des Gottesgnadentums und des Absolutismus zu verstehen.

Die Überwindung des biblischen Patriarchatsbegriffes zeigt sich zum ersten Mal in der politischen Ideengeschichte als „Emanzipation der Söhne“ Ende des 17. Jahrhunderts bei John Locke, der väterliche Gewalt als Staatsbegründung ablehnte. Als Entgegnung auf Filmer argumentierte Locke, dass die Gewalt des Vaters über den Sohn als Gewalt der Eltern über die Kinder zu verstehen sei. In seiner Neubegründung politischer Gewalt nehmen die Brüder die politische Stellung des Vaters ein, wobei Locke die Emanzipation der Frau vom Mann jedoch ausschloss.[22] Die Politikwissenschaftlerin Carole Pateman bezeichnet dies als „Geschlechtervertrag“ (sexual contract) zwischen Männern, der in dieser Form nicht nur ein vormodernes Phänomen sei, sondern das moderne „brüderliche“ Patriarchat begründe.[23]

Patriarchat als evolutionäre Entwicklungsstufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Entwicklung der Anthropologie im 19. Jahrhundert und evolutionistischen Theorien, die alternative Erklärungsmuster zur biblischen Schöpfungsgeschichte und Chronologie anboten, kamen ab 1860 Vorstellungen einer unilinearen stufenweisen Entwicklung der Menschheit und ihrer sozialen Organisation auf, die sich schnell verbreiteten. Auf der Suche nach dem Ursprung der Zivilisation postulierten Johann Jakob Bachofen (Das Mutterrecht) und Henry Sumner Maine (Ancient Law) das Patriarchat als zivilisatorische Errungenschaft von Männern, dem nach Bachofen ein ursprüngliches Mutterrecht oder Matriarchat vorausgegangen war.[22] Bachofen historisierte das Geschlechterverhältnis und stellte die Naturgegebenheit der patriarchalen Familienordnung und das Verhältnis der Geschlechter in Frage. Er hatte dabei keine Kritik am patriarchalen Geschlechtermodell beabsichtigt, sondern vielmehr, dieses zu legitimieren[24] (siehe auch: Geschichte der Matriarchatstheorien). Damit wurden mit dem Begriff Patriarchat erstmals die Beziehungen zwischen Frauen und Männern in den Blick genommen.[22] Und je nachdem, wie man die vermutete evolutionäre Entwicklung als Ganzes und die zeitgenössischen gesellschaftlichen Verhältnisse bewertete, wurde das Patriarchat oder das Matriarchat als jeweils höhere oder niedrigere Entwicklungsstufe menschlicher Gesellschaftsordnung beurteilt.[25]

Für Bachofen galt der angenommene Übergang vom Mutterrecht zum Vaterrecht als Durchbruch des geistig-männlichen Prinzips, mit dem das höchste Ziel menschlicher Entwicklung erreicht sei.[26] Wie Bachofen nahm auch Lewis Henry Morgan ein ursprüngliches Mutterrecht an. Er war überzeugt, dass diese Gesellschaftsform Vorteile für Frauen aufwies, während der Übergang zur Patrilinearität mit negativen Folgen für die soziale Stellung der Frau verbunden gewesen sei.[27]

Theoretiker des Sozialismus rezipierten Morgans und Bachofens Ideen vom Mutterrecht positiv. Im Gegensatz zu Bachofen beurteilte Friedrich Engels den fiktiven Umsturz des Mutterrechts als die „weltgeschichtliche Niederlage des weiblichen Geschlechts“.[28] Die Frage, ob es sich beim Patriarchat um eine politische oder familiale Herrschaftsform handelt, entschieden sie zu Gunsten der familialen.[22] In diesem Sinne ist Patriarchat als Merkmal der bürgerlichen Gesellschaft seitdem ein fester Bestandteil im Kontext marxistischer Weltanschauung und Wissenschaft.[29] Darauf basierend kritisieren die Vertreter des Freudomarxismus (bzw. der kritischen Theorie) Fromm (1932), Reich (1933) und Horkheimer (1936) die autoritäre Kindererziehung innerhalb der patriarchalen Familie zu einem gesellschaftlich autoritären Charakter als postulierte Grundbedingung zu faschistischen Systemen (siehe auch Studien über Autorität und Familie). Dieses Konzept der Reproduktion des autoritären Charakters aus der (patriarchalen) Familie als „Agentur der Gesellschaft“ wurde von der 1968er-Bewegung[30] sowie in der modernen Kindheitssoziologie (siehe Konzept „Ordnungsfähigkeit“) aufgegriffen und werden darin als weiterhin gültig verstanden.

Marxistische Aktivistinnen der neuen (zweiten) Frauenbewegung beriefen sich insbesondere auf Friedrich Engels, der (frühe) akademische Feminismus übernahm Engels’ Thesen.[31]

Patriarchatsbegriff bei Max Weber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Patriarchat wird in der Herrschaftstypologie Max Webers (1864–1920) eine persönliche, auf Gewalt und Gehorsam beruhende Form der traditionalen Herrschaft klassifiziert.[26] Dieser herkömmliche Patriatchatsbegriff wurde in den verschiedenen gesellschaftstheoretischen Debatten als zu eng kritisiert, da er nur für eine bestimmte historische Epoche gelte.[32] Weber erklärte alle Herrschaftsbeziehungen durch Sozialisation und gesellschaftliche Verhältnisse mit Ausnahme der Beziehung zwischen Männern und Frauen, die er auf eine natürliche Geschlechterdifferenz zurückführte.

„Bei der Hausautorität sind uralte naturgewachsene Situationen die Quelle des auf Pietät ruhenden Autoritätsglaubens. Für alle Hausunterworfenen das spezifisch enge, persönliche, dauernde Zusammenleben im Hause mit seiner inneren und äußeren Schicksalgemeinschaft. Für das haushörige Weib die normale Ueberlegenheit der physischen und geistigen Spannkraft des Mannes.“

Feministischer Patriarchatsbegriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der feministischen Theoriebildung seit den 1960er Jahren ging es darum, die Naturwüchsigkeit der Beziehung zwischen Männern und Frauen, wie von Weber vorausgesetzt, und damit der Nachrangigkeit von Frauen in Frage zu stellen.[22] Die zweite Frauenbewegung weitete den Patriarchatbegriff auf die Bedeutung allgemeiner, nahezu global verbreiteter Männerdominanz aus[26] und erweiterte ihn zu einem Synonym für ‚männliche Herrschaft und Unterdrückung der Frauen‘. Patriarchat wurde zu einem Sammelbegriff für Strukturen und Formen von Nachrangigkeit, Ausbeutung und direkter sowie symbolischer Gewalt, die Frauen betreffen, und zur Grundlage feministischer Theorie und Praxis.[33][32]

„Patriarchat bedeutet wörtlich die Herrschaft von Vätern. Aber heute geht männliche Dominanz über die Herrschaft der Väter hinaus und schließt die Herrschaft von Ehemännern, von männlichen Vorgesetzten, von leitenden Männern in den meisten gesellschaftlichen Institutionen in Politik und Wirtschaft mit ein […] Das Konzept Patriarchat wurde durch die neue feministische Bewegung als ein Kampfbegriff wiederentdeckt, weil die Bewegung eine Bezeichnung brauchte, durch welche die Gesamtheit von bedrückenden und ausbeuterischen Beziehungen, die Frauen betreffen, sowie ihr systematischer Charakter ausgedrückt werden konnte. Außerdem zeigt der Begriff Patriarchat die historische und gesellschaftliche Dimension der Frauenausbeutung und Unterdrückung an, und ist so für biologistische Interpretationen weniger geeignet als zum Beispiel das Konzept der männlichen Dominanz.“

Maria Mies (1988)[34]

Patriarchat bezeichnet demnach zugleich ein analytisches Konzept und einen Zustand, den es zu bekämpfen und zu überwinden gilt. Als Schlüsselbegriff feministischer Theorie und sozialwissenschaftlicher Forschung gewann das Konzept Patriarchat an Bedeutung, um „Ungleichheiten und Diskriminierungen, die Frauen in den unterschiedlichen Lebenssphären betreffen, als Teile eines übergreifenden Phänomens zu erfassen.“[32]

Forschungskontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kate Millett skizzierte in ihrem Werk Sexual Politics (1969; deutsch: Sexus und Herrschaft) Umrisse einer „Patriarchatstheorie“, in der sie postulierte, die Verhältnisse zwischen den Geschlechtern als Herrschaftsverhältnis zu begreifen, da alle Macht von Geburt an in den Händen privilegierter Männer liege. Demgegenüber argumentierte die marxistische Soziologin Juliet Mitchell in ihrer Schrift The Woman’s Estate (1971), dass eine Theorie, die ein universales Patriarchat über alle Räume und Zeiten behauptet, für das Anliegen von Frauen, ihre politischen Rechte einzufordern, eher hinderlich sei. Eine feministische Geschichtsbetrachtung solle Frauen eine „eigene Geschichte“ zumessen, in der sie dem Patriarchat Widerstand geleistet hätten.[35]

Ute Gerhard sieht die Stärken des Konzepts Patriarchat in seinem herrschaftsanalytischen und -kritischen Gehalt. Feministische Theorie brauche einen eigenständigen Begriff, um das Geschlechterverhältnis als Herrschaftsverhältnis zu beschreiben.[36] Diese Annahme wurde insbesondere von Judith Butler kritisiert:

„Die politische Annahme, dass der Feminismus eine universale Grundlage haben müsse, die in einer quer durch die Kulturen existierenden Identität zu finden sei, geht häufig mit der Vorstellung einher, daß die Unterdrückung der Frauen eine einzigartige Form besitzt, die in der universalen oder hegemonialen Struktur des Patriarchats bzw. der männlichen Herrschaft auszumachen sei.“

Mit Hilfe des analytischen Konzepts Patriarchat hat es die britische Soziologin Sylvia Walby unternommen, die Benachteiligung von Frauen in allen zentralen Lebensbereichen in einer systematischen und zusammenfassenden Weise zu erklären und als empirische Realität in Geschichte und Gegenwart nachzuweisen. Um dem Begriff Patriarchat seine universalistischen und ahistorischen Tendenzen zu nehmen, kategorisierte sie sechs Strukturen, die aus ihrer Sicht durch die Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen durch Männer bestimmt sind und von denen Frauen auf unterschiedliche Weise betroffen sein können: Beschäftigungssystem, Reproduktionsarbeit, Sexualität, Kultur, Gewalt und die staatliche Regelung von Geschlechterbeziehungen.[38] Eva Cyba und die Politikwissenschaftlerin Marion Löffler kritisierten, dass der Kategorisierung die Annahme einer überwiegend passiven Rolle von Frauen zugrunde liege.[32][39]

Seit Mitte der 1980er Jahre findet im feministischen Diskurs und in der Gesellschafts- und Geschlechterforschung eine Auseinandersetzung um das Theorem Patriarchat statt. Kritisiert wird, dass der Begriff nicht geeignet sei, die historischen und kulturübergreifenden Formen der Nachrangigkeit von Frauen angemessen zu erfassen, weil er häufig undifferenziert und ahistorisch verwendet werde.[40][41][42]

Die Soziologin Eva Cyba argumentiert, dass dem Konzept Patriarchat ein grundlegender Mangel anhafte, da es die Aufmerksamkeit zu einseitig auf die Rolle von Männern und die von ihnen dominierten Strukturen lenke und es Konstellationen gebe, die von niemandem beabsichtigt, sondern „aufgrund ihrer Trägheit als selbstverständliche Tradition reproduziert werden.“[32] Eine Erklärung, wie es zur Reproduktion von Tradition kommt, lieferte bereits Max Weber. Darauf weist Heike Kahlert hin.[43] Demnach beruht die Fügsamkeit der Gewaltunterworfenen bei der patriarchalen Herrschaft auf „dem Glauben an die Unverbrüchlichkeit des immer so Gewesenen als solchem“. Die Tatsache der traditionalen Herrschaft gehe „im Bewusstsein der Unterworfenen allem anderen voraus“.[44] Frauen, so schlussfolgert Kahlert, wirken in dieser Sichtweise an der Aufrechterhaltung der Geschlechterhierarchie mit. Und es sei zu fragen, „welche Beiträge Frauen zur Reproduktion der bestehenden Geschlechterverhältnisse leisten […] und unter welchen Voraussetzungen sie ihre Zustimmung zur patriarchalen Herrschaft entziehen oder gar offen verweigern.“[43] So ermögliche Webers handlungstheoretische Sichtweise, die Aufmerksamkeit auch auf die Veränderbarkeit der Geschlechterverhältnisse zu lenken.[43] Um die konkreten historischen und gegenwärtigen Ursachen und Wirkungsweisen von Unterdrückung und Benachteiligung von Frauen zu analysieren und zu erklären, müssen, so Cyba und Walby, zum Konzept Patriarchat weitere Spezifizierungen hinzukommen, beispielsweise die Verschränkung von patriarchalen Strukturen mit der (kapitalistischen) Wirtschaftsweise sowie die Rolle des Staates.[32] Die Auseinandersetzung um den Patriarchatsbegriff verweise nach Heike Kahlert darauf, dass eine differenzierte Theorie geschlechtlicher Herrschaft in Vergangenheit und Gegenwart fehle.[43] Auch die Soziologin Gudrun-Axeli Knapp plädiert dafür, an Stelle eines undifferenzierten Patriarchatsbegriffes die Debatte um die Theoretisierung von Macht und Herrschaft im Geschlechterverhältnis wieder aufzunehmen.[45]

Rezeption im Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annabella Misuglio: L’aggettivo donna. Dokumentarfilm, Italien 1971: Kritik des Patriarchats in Italien: analysiert die doppelte Ausbeutung der Arbeiterinnen, die Isolation der Hausfrauen und die Abrichtung der in die Schulen eingesperrten, von den anderen Menschen getrennten Kindern.
  • Paolo Taviani, Vittorio Taviani: Padre Padrone – Mein Vater, mein Herr. Spielfilm, Italien 1977, original Padre Padrone: preisgekrönter Film der Tavianis über die Unterdrückung eines Sohnes durch seinen Vater, nach dem autobiographischen Roman Padre padrone von Gavino Ledda 1975.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierre Bourdieu: Die männliche Herrschaft. 5. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-518-58435-9 (französisch: La domination masculine. Übersetzt von Jürgen Bolder).
  • Eva Cyba: Patriarchat: Wandel und Aktualität. In: Ruth Becker, Beate Kortendiek (Hrsg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17170-8, S. 17–22.
  • Karin Hausen: Geschlechtergeschichte als Gesellschaftsgeschichte. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-37025-4, S. 359–360.
  • Maria Mies: Patriarchat und Kapital: Frauen in der internationalen Arbeitsteilung. 5. Auflage. Rotpunkt, Zürich 1996, ISBN 3-85869-050-3.
  • Sylvia Walby: Theorizing Patriarchy. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 1990, ISBN 0-631-14769-1 (englisch).
  • Sylvia Walby: Structuring patriarchal Societies. In: Anthony Giddens, Philip W. Sutton (Hrsg.): Sociology. Introductory Readings. 3. Auflage. Polity, Cambridge 2010, ISBN 978-0-7456-4884-2, S. 30–31 (englisch).
  • Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie, 3. Abschnitt Patriarchale und Patrimoniale Herrschaft. 5., revidierte Auflage. Mohr/Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147749-9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche – Erstausgabe: 1922, Studienausgabe).

Theorien zur Patriarchatsentstehung:

  • Ernest Bornemann: Das Patriarchat. Ursprung und Zukunft unseres Gesellschaftssystems. 8. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-596-23416-6 (Erstausgabe: 1975).
  • Gerda Lerner: Die Entstehung des Patriarchats. dtv, München 1997, ISBN 3-423-04710-0 (englisch: The Creation of Patriarchy/Women & History. Übersetzt von Walmot Möller-Falkenberg).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl-Heinz Hillmann: Wörterbuch der Soziologie (= Kröners Taschenausgabe. Band 410). 5., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-520-41005-4, S. ??.
  2. Androkratie ist eine Neubildung von altgriechisch ἀνήρ anḗr, deutsch ‚Mann‘, zu Genitiv ἀνδρός andrós mit dem Wortstamm κράτος kratos ‚Herrschaft‘.
  3. Beispielsweise: Birgit Sauer: Die Allgegenwart der „Androkratie“: feministische Anmerkungen zur „Postdemokratie“. In: Politik und Zeitgeschichte. APuZ 1–2/2011, Bundeszentrale für politische Bildung, 28. Dezember 2012.
  4. Patriarchat. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 31. Juli 2020
  5. Ernst Christoph Suttner, Richard Potz, Victor Saxer: Patriarchat (II). In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 7. Herder, Freiburg im Breisgau 1998, Sp. 1465–1468.
  6. Gerda Lerner: Die Entstehung des Patriarchats. Campus 1991, S. 295.
  7. vgl. Michael Mitterauer, Reinhard Sieder: Vom Patriarchat zur Partnerschaft, Becksche Reihe, C.H. Beck, München 5. Aufl. 1991, ISBN 978-3-406-35575-2.
  8. Alfred Weber: Kulturgeschichte als Kultursoziologie. Piper, München 1960, S. 125–126.
  9. Uwe Wesel: Der Mythos vom Matriarchat. Über Bachofens Mutterrecht und die Stellung von Frauen in frühen Gesellschaften. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1980.
  10. Plato: Gesetze. S. 781c.
  11. Antike Tragödien. Aufbau, Berlin 1990, S. 155.
  12. Aristoteles: Politik, 7. Buch, Kapitel 16. S. 1335b.
  13. Gunnar Heinsohn: Privateigentum, Patriarchat, Geldwirtschaft. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1984, S. 77.
  14. J. T. Noonan: Empfängnisverhütung. Geschichte ihrer Beurteilung in der katholischen Theologie und im kanonischen Recht (aus d. Engl.). Mainz 1969.
  15. Martin Luther: Vom ehelichen Stande (1522). In: Werke. 10, II, 1907, S. 301.
  16. Morus, Thomas: Utopia. Reclam, Stuttgart 1964, S. 73 (Übersetzt von Gerhard Ritter).
  17. Betty Friedan: The Feminine Mystique. Penguin Books, London 1982, S. 13.
  18. Lisa Maria, Julia: Die Frau im I. Weltkrieg: Leben in Erfurt zwischen Kriegserfahrung und verändertem Rollenverständnis. In: 100jahre-ersterweltkrieg.jimdofree.com. Abgerufen am 12. Januar 2022 (Dossier von Radio F.R.E.I.: 100 Jahre – Erster Weltkrieg).
  19. Frigga Haug: Opfer oder Täter? Über das Verhalten von Frauen. In: Das Argument. Band 123, 1980, S. 643–649.
  20. Robert Filmer: Patriarcha. Hrsg.: Peter Schröder. Meiner, Hamburg 2019, ISBN 978-3-7873-3684-5.
  21. Beate Wagner-Hasel: Das Diktum der Philosophen: Der Ausschluss der Frauen aus der Politik und die Sorge vor der Frauenherrschaft. In: T. Späth, B. Wagner-Hasel (Hrsg.): Frauenwelten in der Antike: Geschlechterordnung und weibliche Lebenspraxis. Stuttgart u. a. 2000, S. 198–217, hier S. 201 mit Hinweis auf R. Filmer: Patriarchia. The natural Power of Kings defended against the Unnatural Liberty of the People, 1640/1680, Nachdruck 1991 (englisch).
  22. a b c d e Marion Löffler: Feministische Staatstheorien. Eine Einführung. Campus Verlag, 2011, S. 142 f.
  23. Steffen Kailitz: Schlüsselwerke der Politikwissenschaft, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2007, ISBN 978-3-531-14005-6, S. 352 f.
  24. Susanne Lenward: Mythos, Mutterrecht und Magie. Zur Geschichte religionswissenschaftlicher Begriffe. Reimer, Berlin 1993, S. 78.
  25. vgl. auch Peter Davis: Myth, matriarchy and modernity. Johann Jakob Bachofen in German Culture 1860–1945. De Gruyter, Berlin/ New York 2010, ISBN 978-3-11-022708-6, insbesondere Kapitel 2, S. 49 ff.
  26. a b c Elke Hartmann: Zur Geschichte der Matriarchatsidee. Antrittsvorlesung. Humboldt-Universität Berlin 2004 (PDF auf hu-berlin.de).
  27. Meret Fehlmann: Die Rede vom Matriarchat. Zur Gebrauchsgeschichte eines Arguments. Chronos Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-0340-1067-2, S. 81 f.
  28. Friedrich Engels: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates (PDF; 2,8 MB), Stuttgart 1892, S. 61.
  29. Vergleiche Ernst Bornemann: Das Patriarchat. Fischer, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-596-23416-6; Neuauflage ebenda 1991.
  30. „Fromms Untersuchungen über den autoritären Charakter und seine Reproduktionsbedingungen in der bürgerlichen Kleinfamilie als ‚Agentur der Gesellschaft‘ (1932a, GA I, S. 42) wurden z. Zt. der Studentenbewegung wieder aufgegriffen; sie sind aber auch heute noch unverändert aktuell.“ (Helmut Johach: Erich Fromm und die Kritische Theorie des Subjekts [PDF], S. 5).
  31. Sara Delamont: Feminist Sociology. Sage Publications, London 2003, S. 105: „Feminist attention to Engels began in the late 1960s […]. This book [The Origins of the Family, Private Property and the State] did address sex, gender and the reproduction of labour power. Quotes form Origins were an obligatory part of the manifestos of all the Marxist women´s liberation groups, and in the early academic feminism […]. Because Engels recognised that the Victorian bourgeois family was not the acme of an evolutionary process, but merely a transitory form, his ideas were useful for feminists arguing for social change.“
  32. a b c d e f Eva Cyba: Patriarchat: Wandel und Aktualität. In: Becker, Kortendiek (Hrsg.): Handbuch der Frauen- und Geschlechterforschung. VS Verlag, 2010, ISBN 978-3-531-92041-2, S. 17 ff.
  33. Sylvia Walby: Theorizing Patriarchy. John Wiley & Sons, 1990, ISBN 978-3-8252-3061-6.
  34. Maria Mies: Patriarchat und Kapital. 5. Auflage. Rotpunktverlag, Zürich 1996, ISBN 978-3-85869-050-0, S. ?? (erstveröffentlicht 1988)
  35. Claudia Opitz: Nach der Gender-Forschung ist vor der Gender-Forschung. Plädoyer für die historische Perspektive in der Geschlechterforschung. In: Rita Casale, Barbara Rendtorff (Hrsg.): Was kommt nach der Genderforschung? Die Zukunft der feministischen Theoriebildung. Transcript Verlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-748-6, S. 15 f.
  36. Ute Gerhard: Bewegung im Verhältnis der Geschlechter und Klassen und der Patriarchalismus der Moderne. In: Wolfgang Zapf (Hrsg.): Die Modernisierung moderner Gesellschaften. Verhandlungen des 25. Deutschen Soziologentages in Frankfurt am Main 1990. Frankfurt am Main/ New York 1991, ISBN 3-593-34574-9, S. 418–432.
  37. Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 978-3-518-11722-4, S. 18.
  38. Sylvia Walby: Structuring patriarchal Societies. In: Anthony Giddens, Philip W. Sutton: Sociology: Introductory Readings. 3. Auflage. Polity Press, 2010, ISBN 978-0-7456-4884-2, S. 30–31 (englisch).
  39. Marion Löffler: Feministische Staatstheorien: Eine Einführung. Campus, 2011, ISBN 978-3-593-39530-2, S. 147.
  40. Barbara Holland-Cunz: Feminismus: Politische Kritik patriarchaler Herrschaft. In: Franz Neumann (Hrsg.): Handbuch Politische Theorien und Ideologien. 2. Auflage. Band 2. Opladen 2000, ISBN 978-3-8252-1854-6, S. 357–388.
  41. Karin Hausen: Patriarchat. Vom Nutzen und Nachteil eines Konzeptes für Fraupolitik und Frauengeschichte. In: Journal für Geschichte. 5/1986, S. 12–21.
  42. Gudrun-Axeli Knapp: Im Widerstreit. Feministische Theorie in Bewegung (Geschlecht und Gesellschaft), VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, ISBN 978-3-531-18267-4, S. 117 f.
  43. a b c d Heike Kahlert: Das Verschwinden des Patriarchats. Modernisierungstheoretische Ansichten eines umstrittenen Theorems. In: Politische Utopien im Geschlechter- und Modernisierungskontext, Bd. 29/1, 2000, S. 50.
  44. Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie. 5., revidierte Auflage. Studienausgabe, Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 1980 (1. Auflage 1921–1922). ISBN 978-3-16-538521-2. S. 580.
  45. Gudrun-Axeli Knapp: Im Widerstreit. Feministische Theorie in Bewegung (Geschlecht und Gesellschaft), VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, ISBN 978-3-531-18267-4, S. 269.

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