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Macht & Gewalt

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Beiträge

Alexander Lernet-Holenia

Über die Machtlosigkeit des Literaten

Juni
1955

Liebe Freunde! Von dem bißchen Unsterblichkeit abgesehen, worauf dieser oder jener unter uns Anspruch erheben mag, sind wir — gestehn wir’s uns doch offen! — eigentlich recht lächerliche Figuren geworden; und das traurigste dran ist, daß wir’s durch eigene Schuld geworden sind. Seit den Tagen, zu (...)

Hannah Arendt

Über den Autoritätsbegriff

Ein Versuch zur Unterscheidung von „autoritär“, „tyrannisch“ und „totalitär“
November
1955

Plato, Rom und die Kirche Der Autoritätsbegriff ist, wie das Wort selbst, römischen Ursprungs. Weder die griechische Sprache noch die vielfältigen politischen Erfahrungen der altgriechischen Geschichte kennen ihn. Am nächsten kam griechisches Denken dem Begriff der Autorität in Platos politischer (...)

Manès Sperber

Die falsche Alternative

Zur Hinrichtung Julian Grimaus in Spanien
Juni
1963

Wir sind zahlreich, wir, die niemals vergessen haben, daß der Westen durch sein verächtliches Versagen am Beginn des spanischen Bürgerkrieges eine Schuld auf sich geladen hat, die bis heute nicht getilgt ist. Die junge Republik war durch eine Armee von Landsknechten und Kolonialtruppen (...)

Kurt Skalnik

Dollfuß war zur Machtprobe entschlossen

Februar
1964

I. Die Frage gilt der „Alleinschuld, der Hauptschuld oder der größeren Schuld am Ausbruch des unseligen Bruderkrieges vom Februar 1934“. Hier muß jeder Historiker, der die Ergebnisse der zeitgeschichtlichen Forschung der letzten Jahrzehnte nicht ignoriert, zu der Erkenntnis gelangen, daß die (...)

Vladimir Dedijer

Die Revolution der primitiven Rebellen

Zweiter Teil des Aufsatzes „Portrait des Mörders“
August
1964

Eine ganze Reihe theoretischer Spielarten des Individualterrorismus beeinflußte das Denken der Gruppe um Gavrilo Princip. Auf Grund der von mir eingesehenen Dokumentation kannten und studierten Princip und seine Freunde: Die klassischen Vorstellungen des Tyrannenmordes, in einem weiten Bogen (...)

Robert A. Kann

Am Beispiel Friedrich Adlers

Oktober
1966

Die Ermordung des Grafen Stürgkh, Hauptvertreters des österreichischen Kriegsabsolutismus, durch Dr. Friedrich Adler, Sohn des Schöpfers und Führers der österreichischen Sozialdemokratie, hat, wie kaum ein Vorgang der Innenpolitik während des Krieges, aufwühlenden Eindruck auf die Bevölkerung gemacht. (...)

Elias Canetti

Macht und Überleben

Januar
1968

Elias Canetti, der im Jänner den Österreichischen Staatspreis für Dichtung 1967 erhalten hat, ist mit seinem in viele Sprachen übersetzten Roman „Die Blendung“ (Wien 1935) einer der bedeutendsten Autoren der modernen Weltliteratur. Er schrieb außerdem drei Theaterstücke (siehe auch die kritische (...)

Ernst Fischer

Alle Macht ist verseucht

Oktober
1968

Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Aufsatzes ist Ernst Fischer, Mitglied unseres Internationalen Komitees für den Dialog, noch Mitglied des ZK der KPÖ. Die Macht ist die Mutter des Krieges. Hinter dem Haben und Herrschen steht die Gewalt, hinter jeder Gewalt der Tod, häufig verhüllt, doch (...)

Herbert Marcuse

Friede als Utopie

November
1968

Die nachfolgenden beiden Texte von Herbert Marcuse und Hans Morgenthau entstammen Referaten des 4. Salzburger Humanismusgespräches (10. bis 13. September). Thema dieses von Dr. Oskar Schatz initiierten und vom Österreichischen Rundfunk mit außerordentlicher Liberalität veranstalteten Symposions war (...)

Milovan Đilas

Warnung an die Neue Linke

April
1969

Milovan Djilas, mehrfach FORVM-Autor ist nach neun Jahren Gefängnis entlassen und sogar mit einem Paß versehen worden. Er wird in Wien, auf Einladung des NEUEN FORVMS und des Kritischen Klubs, einen Vortrag halten: „Die unvollkommene Gesellschaft/jenseits der Neuen Klasse“. Dies ist auch der Titel (...)

Peter Buckman

Nordirlands weiße Neger

November
1969

P. B. ist Reporter für „Ramparts“, San Franzisko. FORVM publiziert den nachfolgenden Bericht in Kooperation mit dieser befreundeten Zeitschrift. Die Iren sind für England, was die Indianer für Amerika sind. Ihr Land wurde verwüstet, die Einwohner wurden gezwungen, sich in die unfruchtbarsten Winkel (...)

Carsten Colpe

Das Füllhorn des Schah

Epilog zu den Feiern von Persepolis
November
1971

C. C. ist Professor für Iranistik an der Freien Universität Berlin. Er lehnte eine Einladung des Schahs zu den Feiern von Persepolis ab. Den nachfolgenden Text sprach er auf der Pressevollversammlung der Literaturproduzenten, 16.10.1971, auf der Frankfurter Buchmesse vor 800 Teilnehmern. (...)

Angela Davis • Irma Reblitz (Übersetzung)

Schwarze Frau kontra weißen Mann

Notizen zur Sklavenhaltergesellschaft
März
1973

Die matriarchalische schwarze Frau ist wiederholt als eines der verhängnisvollen Nebenprodukte der Sklaverei beschworen worden. Sogar unter Schwarzen lassen sich noch immer bedauerliche Rückbezüge auf das Matriarchat finden. Gelegentlich wird sogar ein „Einschlag ins Pathologische“ anerkannt, den (...)

Gisela Wenzel

Die schwarze Spur

Attentate und Putschversuche der Neofaschisten
Dezember
1974

1 Die Alternativen: Linksregierung, Gaullismus, Faschismus Marx hat einmal gesagt, daß alle großen weltgeschichtlichen Ereignisse zweimal passieren — das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. Als Mussolini im Oktober 1922 seinen „Marsch auf Rom“ im Schlafwagen zurücklegte, vollzog sich — (...)

Kathy

Mädchen mit Gewalt

Wider den Männerwahn, daß Vergewaltigung lustvoll ist
März
1975

1 Angst — die tägliche Vergewaltigung Ich war nie vergewaltigt worden (im Sinne eines Überfallenwerdens an einem einsamen Ort), und Frauen, die ich kannte, sprachen auch nie davon. Es war ein Verbrechen, das weit weg von mir war. Als ich in Kalifornien lebte und erfuhr, daß es eine Gruppe gab, die (...)

Alexander Langer

Was tun gegen einen Putsch?

Portugal und Italien im Frühjahr 1975
April
1975

Seit dem Putsch in Chile von 2. September 1973 ist unter den Linken ein gewisser Fatalismus bezüglich der bürgerlichen Exekutive verbreitet. Unser italienischer Mitarbeiter Alexander Langer zeigt anhand von jüngsten Beispielen aus Portugal und Italien, daß und wie man einem reaktionären Putsch bzw. (...)

Cornelia Frey

Kapitalistisches Morgengrauen

Am 25. und 26. November 1975 in Lissabon dabei
Januar
1976

Portugal hat noch zuwenig Geld, um Gemeinheiten zu verbergen. Hier strecken die Bettler und Krüppel den Reichen noch ihre rotgefrorenen Stümpfe entgegen, hier laufen die Kinder noch im Nebel nach Mitternacht ohne Hemd und Schuhe herum und betteln an den Tischen der Stadtcafés für ihre Mutter in der (...)

Ulrike Meinhof

zerstörte fighter

letzte aufzeichnungen aus der zelle
Juli
1976

Staatssschutzwissen und Staatsschutzmeinung über Baader/Meinhof füllt mittlerweie Tonnen von Papier. Als Ulrike Meinhof am 9. Mai 1976 tot in ihrer Zelle in Stuttgart/Stammheim aufgefunden wurde, versuchten die Behörden sofort, die Ursache in Streitigkeiten innerhlab der Gruppe zu verlegen, um (...)

Helmut Konrad

Kein Putsch

Legendenkehraus zum Oktoberstreik 1950
Oktober
1977

Manche historischen Prozesse verdeutlichen anschaulicher als jede theoretische Erläuterung die Schwierigkeiten der positivistischen Forderung nach „objektiver‘‘ Geschichtsbetrachtung. Sie soll sich ausschließlich an den konkreten historischen Fakten orientieren, wird aber gerade dadurch dem (...)

Jean Genet

Staatsschuld

Die RAF hat recht
Oktober
1977

Am 2. September 1977 gab sich Jean Genet als Sympathisant zu erkennen, und das gleich auf der ersten Seite von Le Monde, wo dieser Essay unter dem Titel „Gewalt und Brutalität“ erschien, quasi als Solidaritätsadresse zum Hunger- und Durststreik der RAF-Häftlinge. Notabene drei Tage vor der (...)

Günther Nenning

Genet ist ein alter Tepp

Beitrag zur Gewalt-Diskussion
November
1977

Sogar ohne das gehobene Bein einer Distanzierungsformel — riskieren wir’s. M. S. (= Michael Siegert), Vorspann zu Jean Genet, Staatsschuld. Die RAF hat recht, NF Oktober 1977 I. Ich hingegen hebe das Bein, aus dem triftigen Grund, daß ich muß. Ich halt’s nicht aus, wenn linkes Gehirnschmalz dafür (...)

Heidi Pataki

Traumkassiber

Ulrike Meinhofs Stück „Bambule“
November
1977

Bambule — das bedeutet in der Gaunersprache soviel wie Radau schlagen, Stunk machen, eine Meuterei inszenieren. Das Stück „Bambule“ von Ulrike Marie Meinhof ist jetzt schon ein Stück deutscher Geschichte. Mai 1977, nach dem Mord an Buback: In Saarbrücken wie in Stuttgart werden Theaterintendanten zu (...)

Vera Kamenko

Unter uns war Krieg!

Eine jugoslawische Arbeiterin in Berlin
Mai
1978

In der Bundesrepublik und in West-Berlin leben zwei Millionen ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter. Vera Kamenko ist eine von ihnen. Sie ist eine von den wenigen, die aufschrieb, was sie hier erlebt hat. Sie ist 1969 als Arbeiterin angeworben und nach Berlin transportiert worden. Sie hat hier (...)

Michael Siegert

Direktorendirektorium

Schleichendes Berufsverbot in Österreich
Januar
1979

In Österreich ist man bisher ohne formales Berufsverbot ausgekommen. Eine in Jahrhunderten von Gegenreform und Gegenrevolution erfahrene Bürokratie braucht das nicht, sie hat subtilere Kontrollmittel. Umso grausamer wirkt sie, weil damit auch das rechtsförmige Verfahren ausgeschaltet ist. In (...)

Elisabeth Kmölniger

Kotza Kola

Comic strip
Juli
1979

Cheryl Benard • Edit Schlaffer

Durchsuchung, Bewegung, Spaltung

Deutschland im Herbst
Februar
1982

Mit dem Intercity durch 25 Städte. Der Intercity, das ist eine eigene Kultur, eine segregierte: Geschäftsmänner reisen darin, aufgereiht wie im Flugzeug. Manchmal betrinkt sich einer und muß vom Zugpersonal auf den Bahnsteig gehoben werden, wenn er angekommen ist, routiniert und ohne Aufhebens. Im (...)

Lutz Flörke • Peter Weigelt

Leben von unten statt Frieden von oben

Dezember
1982

„Ach”, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort (...)

Günther Anders

Der Tatort

März
1984

I. Am 12. Februar 1984 sind österreichische Rekruten vor dem Gemeindehaus »Karl Marx-Hof« vereidigt worden. Das bescheidene Pfeifkonzert, das sich während dieser Zeremonie erhoben hat, ist nicht etwa nur berechtigt gewesen, sondern, wie chaotenhaft das auch klingen mag, viel zu brav. Denn die (...)

Rudolf Burger

Orwell nach dem Countdown

Obszöne Buchbesprechung*
März
1984

Orwell or not well

Sozialistische Volksrepublik Albanien

Verfassung vom 28.12.1976 (Auszug)
März
1984

Präambel Das albanische Volk hat gefunden und findet eine immerwährende Erleuchtung in der großen Doktrin des Marxismus-Leninismus, unter deren Banner es, geschart um die Partei der Arbeit und unter ihrer Führung, den Aufbau der sozialistischen Gesellschaft vorantreibt, um hernach schrittweise in (...)

Jürgen Langenbach

Die Kartei und die Leichen

Zur Bürokratisierung der Welt
September
1986

Für Carl Die Kartei wuchs ständig ... (Die Gestapo besaß) zwei riesige Karteiräder, die automatisch arbeiteten und nur eine Bedienung durch zwei Personen ertorderten. Diese zwei Männer saßen wie vor einem Harmonium und konnten im Nu automatisch die benötigten Karteikarten herausholen ... Obwohl (...)

Günther Anders

Notstand und Notwehr
Das Ende des Pazifismus

Ein imaginäres Interview
Januar
1987

Keiner von denen — und ich spreche vor allem von Politikern, Generälen, Wissenschaftern und Journalisten — keiner von denen, die die atomare Massenbedrohung und den Massenmord vorbereiten, mit diesem drohen oder die Möglichkeit des Massenmordes durch sogenannte friedliche Atomanlagen mindestens in (...)

Helmut Gollwitzer

Lieber Günther Anders!

Offener Brief
April
1987

Erlaube mir, bitte, zu den beiden Artikeln, die Du jetzt über die Gewaltfrage (in „Natur“, Dezember 1986, und im FORVM, Jänner-Februar 1987) veröffentlicht hast, einiges zu sagen, da mich das Gewaltthema seit meinen frühen Jahren nahezu pausenlos verfolgt, von einer Schlageter-begeisterten Knabenzeit (...)

Günther Anders

Reicht der gewaltlose Protest?

April
1987

§ 1 Der Verrat Das vorrevolutionäre Stadium unserer aus bloß sentimentalen und symbolischen Scheinhandlungen bestehenden Proteste gegen die Vorbereitung der Totalvernichtung gehört nun wohl der Vergangenheit an. Dieses Stadium der Gewalt — also der Harmlosigkeit, zu verlassen, widerspricht zwar (...)

Alfred Frisch

Feuer am Dach der Republik

Juli
1987

Am 15. Juli, vor 60 Jahren, erschoß Wiener Polizei ca. 90 Passanten und Demonstranten gegen das Urteil im Schattendorfer Prozeß, den der emeritierte Rechtsanwalt A. F. im Märzheft analysierte — hier berichtet er, als Augenzeuge, von den Unruhen, und belegt seine These: Es war eine Kraftprobe der (...)

Peter Gutjahr

Plädoyer für einen Idioten

Erzählung
Juli
1992

Wenn Sie mich so direkt fragen, Herr Rat — ich weiß nicht. Es gibt keine kurze, klare Antwort auf diese Frage. Warum ist jener junge Mann dort, den Sie mir als meinen Sohn ans Herz legen, zu dem gefährlichen, scheinbar allen moralischen oder vernünftigen Argumenten unzugänglichen Banditen und (...)

Jakov Lind

Jeder Tag ist ein Freudentag
oder
Das erste Gebot

Juni
1995

Krieg und Gewalt, Auschwitz und Hiroshima ist für alle, die das Schlamassel am eigenen Körper, in meinem Fall in falscher Haut, erlebten und nur durch Wunder überlebten, kein Thema für Ansprachen oder Vorträge. Aber persönlich-privates Trauma, Zeugenaussage, eine Art Bekenntnis. Über einen Alptraum (...)

Gerhard Oberschlick

Lob der Unangenehmheit

»Über einen Fehler unsrer Tugend« und seine Wiederholung — »Ja oder nein?«
Juni
1995

Bei der Vorbereitung bin ich wieder einmal darauf gestoßen worden, daß Günther Anders ein äußerst unangenehmer Mensch war. Immer wenn ich mich hingesetzt habe, um irgendwas aufzuschreiben, imaginiert sich mir der und macht mir Einwände und pflanzt mich hin und her, so ungefähr: Er sagt, was machst (...)

Gerhard Oberschlick

P.S.: Verrückt, wie? liebe Madeleine!

Warum das FORVM die Hetze der Medien sowie der Grünen nicht mitmacht
Juni
1995

Liebe Madeleine, Du hast mich — ich danke Dir! — an meine redaktionelle Verantwortung gemahnt und überzeugt, daß ich Dein obiges Bekennerschreiben kommentieren muß. Hier also eine glasklare Distanzierung von Deinem unverantwortlichen Spiel mit den vier Feuern: 1. Hetze, 2. Denkverbot, 3. (...)

Perrine Wilhelm

Gewalt und Politik bei Günther Anders und Hannah Arendt

Vortrag an der Tagung „Technik – Macht – Gewalt. Günther Anders und die Politik / das Politische“, Freiburg 16.–18. November 2017
September
2021

Dieser elfte der zweiundzwanzig Beiträge konfrontierte am zweiten Tag präzise das Tagungsthema. Günther Anders’ späte Thesen zur Gewalt hatten dem beinahe Neunzigjährigen fast ausschließlich heftigen Widerspruch, Schelte und die Verdächtigung als senil eingetragen. Er selbst konstatierte schmunzelnd, (...)

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