Militär
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Die Verhandlungen zwischen Mitgliedern der französischen Regierung und Vertretern der „Provisorischen Regierung der Republik Algerien“ vom 11. bis zum 18. Februar an einem geheimgehaltenen Ort nahe der Schweizer Grenze haben zu einem positiven Resultat geführt. Nach Billigung der (…)
Die nachfolgende, von uns erbetene Stellungnahme des Bundesministers für Landesverteidigung geben wir ungekürzt und völlig unverändert wieder: Ich wurde aufgefordert, zum Artikel „Unbewaffnete Neutralität“ von Herrn Univ. Prof. Thirring Stellung zu nehmen. Dieser Aufforderung komme ich gerne (…)
Bisher hatte ich stets gedacht, daß wir die Schlacht von Königgrätz nur deshalb verloren hätten, weil einer meiner Onkel Stabschef des österreichischen Oberkommandierenden, Feldzeugmeisters Ludwig Benedek, gewesen war; und nicht nur das: die Schlacht fand auch auf einem Gebiete statt, wo meine (…)
Neben den heute dominierenden unmittelbaren Zielen der Abrüstungsverhandlungen — Ausdehnung des Testverbotes auf unterirdische Experimente und Verbot der Weiterverbreitung von Atomwaffen — sollten gleichzeitig auch andere, weniger sensationelle, aber vielleicht aussichtsreichere Teilprobleme des (…)
Hohes Haus! Ich darf Sie hier mit der demonstrativen Geste eines kleinen Landes vertraut machen. Demonstrativ, weil sie die tatsächlichen Machtverhältnisse in der Welt keineswegs verändert. Trotzdem glauben wir an die Sinnhaftigkeit unseres Tuns. Österreich ist der Rest einer einmal (…)
Die Wahlzeit mußte genutzt werden. Denn in ihr gab es gewaltige, unsere Erwartung weit übertreffende Publizität für das BH-Volksbegehren, unentbehrlicher Vorspann für unsere sehr schwachen eigenen Kräfte (vgl. die Dokumentation der Pressestimmen und Schlagzeilen in diesem und dem vorigen Heft). (…)
Griechenland gehört im Kräftefeld der gegenwärtig dreigeteilten Welt politisch zum US-orientierten „freien Westen“, geographisch zur Interessensphäre des Ostblocks, seiner wirtschaftlichen Situation nach zur dritten Welt der Entwicklungsländer. Durch die künstliche Übernahme verschiedener (…)
I. Die folgenden scheinen die wichtigsten Charakteristika einer militarisierten Gesellschaft zu sein: Eine militarisierte Gesellschaft ist eine autoritäre Gesellschaft. Freiheit des Wortes ist für sie eine Bedrohung, abweichende Meinung kann sie nicht tolerieren, auf Ungehorsam reagiert sie (…)
Miguel Arraes: Die Erfolge der Stadtguerillas Vorstellung und Empfindung sind zutiefst berührt von den detaillierten Berichten über Brutalität und Gewalt an Hunderten Brasilianern. Ungleich mehr Folterungen und Morde bleiben anonym: jene durch Hunger, Armut, Unterdrückung, Ausplünderung. Dies (…)
Personen der Handlung: 1. Volksbegehrler 2. Volksbegehrler Dr. Georg Roessler, a.o. und bevollm. Gesandter José Figueres, Staatspräsident von Costa Rica Außenminister von Costa Rica, Geheimpolizist, Heurigenbesucher 1. Akt Redaktion NEUES FORVM, Freitag, 18.00 Uhr 1. Volksbegehrler (…)
Bei einer Unternehmung von der Größe des US-Verteidigungsministeriums wäre es erstaunlich, wenn es keine Vergeudung, keine Korruption, keine Wuchergeschäfte gäbe. III. Korruption, Profite, Lobbies Walter Adams, Nationalökonom an der Michigan State University, berichtet („The American (…)
I. Angesichts der Tatsache, daß das Wort Frieden jahrelang als kommunistische Vokabel diffamiert worden ist, ist allein schon dies: daß man die Notwendigkeit entdeckt hat, sich mit Frieden systematisch und wissenschaftlich zu beschäftigen, ein Fortschritt. Allerdings ist die Gefahr zu (…)
Im neutralen Österreich, im Herzen des europäischen Kontinents, brach innerhalb des letzten Jahres die Diskussion über den Sinn einer Landesverteidigung eruptiv aus. Unter der Decke brodelte es eigentlich schon Jahre hindurch, fast seit Beginn der Aufstellung des Bundesheeres 1955. Den Anstoß (…)
In Kuba wird heuer ein Fest stattfinden, wie es die Insel noch nie erlebt hat. Um den 15. Juli wird man das letzte Zuckerrohr schneiden, das für die Herstellung von 10 Millionen Tonnen Zucker notwendig ist. Auf der Trocha von Santiago, auf der Rampa von Havanna wird man Tag und Nacht nach dem (…)
Man mag das Bundesheer-Volksbegehren für unsinnig, für gefährlich, sinnlos, abenteuerlich, dumm halten: immerhin hat dieses Volksbegehren zum erstenmal seit 1945 die Grundsatzdiskussion über Fragen der Landesverteidigung in Österreich erzwungen. Die Problematik der militärischen Verteidigung (…)
Abrüstung ist eines der gängigsten Worte der internationalen Politik. Dem Reden von Abrüstung steht jedoch kaum eine politische Praxis gegenüber. Die Notwendigkeit der Abrüstung wird beteuert, zugleich ihre Unmöglichkeit behauptet, solange nicht alle Staaten sie vornehmen. So entsteht eine immer (…)
Am 24. März 1971 fand auf Einladung des Bundeskanzlers eine Enquête zum Thema „Alternativdienst“ statt (siehe NF März/April, S. 43). Ein von dieser Enquête eingesetzter Arbeitsausschuß sollte Grundlagen für die Regierung zur Schaffung eines Alternativdienstgesetzes ausarbeiten. Am 30. April (…)
Herr General, zu Ihrer Rede vor dem Kameradschaftsbund am 20.5. in Salzburg und Ihren Erklärungen am 21.5. im Fernsehen: Als Minister einer sozialdemokratischen Regierung obliegt es Ihnen, jeden Verdacht zu zerstreuen, daß Sie der NDP nahestehen und/oder NDP-Gedankengut verzapfen. Sie haben (…)
I. Von Maria Theresia zur Technokratie Die Krise der Heeresorganisation ist zugleich eine „technische“ und eine politische. Technisch insofern, als das moderne Gerät (Flugzeuge, Radar usw.) andere Organisationsformen und Einstellungen verlangt als die absolutistischen aus der Zeit des (…)
der vorliegende aufsatz ist dem buch „the pentagon watchers“ von nancy lipton, l. s. rodberg u.a. entnommen. die darin gesammelten untersuchungen über den „national security state“ basieren auf der arbeit einer studentengruppe, die im sommer 1969 sämtliche aspekte der amerikanischen (…)
1 Halbkolonien: Gefahrenzone Nr. 1 Die Widersprüche der kapitalistischen Entwicklung kommen vorläufig an der Peripherie, in den halbkolonialen Ländern, am vehementesten zum Austrag. Die geringe Produktivität des nationalen Kapitals in den Staaten der Dritten Welt wird ausgeglichen durch (…)
1 Illusionen der Keynesianer Bis auf wenige Ausnahmen stimmen die Ökonomen der kapitalistischen Länder, liberale wie konservative, darin überein, daß die Regierungen in den fast vier Jahrzehnten seit der Veröffentlichung von Keynes’ „General Theory of Employment, Interest, and Money“ über (…)
1 Die Alternativen: Linksregierung, Gaullismus, Faschismus Marx hat einmal gesagt, daß alle großen weltgeschichtlichen Ereignisse zweimal passieren — das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. Als Mussolini im Oktober 1922 seinen „Marsch auf Rom“ im Schlafwagen zurücklegte, vollzog (…)
Der Fisch stinkt vom Kopf. Nicht die Unteroffiziere sind das größte Übel im Bundesheer, so hart sie den Mann angehen mögen, sondern die Kommandanten, so urban sie mit Journalisten reden mögen. Die Scheinliberalisierung der Dienstzeitverkürzung (acht Monate Gesamtdienstzeit) wird mehr als (…)
Seit dem Putsch in Chile von 2. September 1973 ist unter den Linken ein gewisser Fatalismus bezüglich der bürgerlichen Exekutive verbreitet. Unser italienischer Mitarbeiter Alexander Langer zeigt anhand von jüngsten Beispielen aus Portugal und Italien, daß und wie man einem reaktionären Putsch (…)
Otelo spricht
Aus einem Interview, das der Brigadegeneral und COPCON-Kommandant Otelo Saraiva de Carvalho der italienischen Linkszeitung Lotta Continua gab (im Dreigestirn des Direktoriums vom 25. Juli vertritt Carvalho das Prinzip der Unterwerfung der Räte unter ein Militärregime, Gonçalves die KP, Costa (…)
Blutige Geburt
Das leichte Artillerieregiment Nr. 1 (RAL 1, die „RALIS“) in Sacavem, einem nördlichen Vorort Lissabons, ist die Rote Garde der portugiesischen Revolution. Der Kommandant dieser linksten Einheit der portugiesischen Armee ist Major Dinis de Almeida, 29. Unsere Mitarbeiterin Cornelia Frey (…)
Die Revolution in Portugal sei wie eine schwangere Frau. Der Sozialismus — das Kind, das geboren wird. „Wann sie niederkommt, weiß ich nicht, doch eines ist gewiß: jede Geburt ist blutig.“ Zehn Stunden, nachdem mir RALIS-Kommandant Dinis de Almeida diesen Vergleich ausgemalt hatte, gingen in (…)
MFA-Projekt vom 8./9. Juli: Staatskapitalismus, gemischte Wirtschaft oder Räte in Selbstverwaltung? In der Nacht vom 8. zum 9. Juli 1975 überschritt die Bewegung der Streitkräfte (MFA) den Rubikon zum Rätesozialismus: erstmals definierte die MFA-Generalversammlung, damals das oberste legale (…)
Man kommt hier einfach nicht mit — was immer man schreibt, denkt, quatscht, stimmt eine halbe Stunde später nicht mehr. Man hat den ganzen Tag das Radio laufen, liest Zeitungen überall, in Zügen, Hotelhallen, Telefonzellen, Stehcafés, Restaurants, Fabrikskantinen, die Leute über Zeitungen (…)
Portugal hat noch zuwenig Geld, um Gemeinheiten zu verbergen. Hier strecken die Bettler und Krüppel den Reichen noch ihre rotgefrorenen Stümpfe entgegen, hier laufen die Kinder noch im Nebel nach Mitternacht ohne Hemd und Schuhe herum und betteln an den Tischen der Stadtcafés für ihre Mutter in (…)
Das Gleichgewicht des Schreckens verblaßt angesichts neuer technischer Entwicklungen und militärischer Strategien. Mehrfachsprengköpfe der Raketen, ihre Lenkbarkeit, neue Waffen wie Cruise Missiles verführen die Militärs und Politiker zu einer neuen Doktrin: daß nämlich der den Gegner lähmende (…)
Unter diesem Motto initiierten die »Journalisten News« eine Pressefahrt, dienlich der Imageverbesserung des Heeres. Um 8:45 Uhr war Treffpunkt an der Bootsanlegestelle Reichsbrücke, und nach einer kurzen Begrüßung durch Divisionär Semlitsch, Militärkommandant für Wien, Oberleutnant Call, (…)
Der oberste und ausschlaggebende Gesichtspunkt für die Beschäftigungspolitik des Dritten Reiches. Ein für alle Mal. Gegeben zu Berlin, den 8. Februar 1933, — gez. Adolf Hitler 1. Finanzielle Maßnahmen. Der Reichsminister für Finanzen verwies auf die den Reichsministern mit Schreiben vom 4. (…)
Zur Lektüre empfohlen wird das zunächst stehende PDF des Originaldrucks. Der darunter stehende, nicht synoptisch und auch sonst unformatierte Text dient nur der Such-Funktion, die systembedingt keine PDFs durchsucht. „Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen (…)
Militär bei Wikipedia

Als Militär (französisch militaire, gegen 1700 ins Deutsche entlehnt; letztlich zu lateinisch miles ‚Soldat‘ bzw. militaris ‚den Kriegsdienst betreffend‘), mitunter mit Streitkräfte oder Streitmacht gleichgesetzt, werden die mit Kriegswaffen ausgestatteten Träger der Staatsgewalt bezeichnet, die vorwiegend hoheitlich mit der Gewährleistung der äußeren Sicherheit betraut sind und oft auch zum Erreichen weiterer politischer Ziele eingesetzt werden. In den meisten Staaten dient das Militär auch bei besonderem Bedarf als Verstärkung der Polizei zum Schutz der inneren Sicherheit.
Die Bezeichnung Militär (Einzahl: ‚der Militär‘; Mehrzahl: ‚die Militärs‘) wird auch als Synonym für eine Anzahl von Soldaten verwendet. In der Einzahl steht sie ähnlich wie die Bezeichnung Dienstgrad für eine einzelne Militärperson der Offiziere und Generäle.
Zum Militär gehören außer den Streitkräften auch ihre zivilen Bereiche.
Definition
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Brockhaus Enzyklopädie bezeichnet Militär vor allem die Gesamtheit der planvoll organisierten und bewaffneten Streitkräfte; auch in Abgrenzung zu paramilitärischen Verbänden und Privatarmeen. Streitkräfte sind der Enzyklopädie zufolge die bewaffneten Verbände eines Staates oder Bündnisses.[1]
Dem Duden zufolge ist das Militär die Gesamtheit der Soldaten eines Landes.[2]
Gemäß Zusatzprotokoll I zur Genfer Konvention bestehen die Streitkräfte einer am Konflikt beteiligten Partei aus der Gesamtheit der organisierten bewaffneten Verbände, Gruppen und Einheiten, die einer Führung unterstehen, welche dieser Partei für das Verhalten ihrer Untergebenen verantwortlich ist. Diese Streitkräfte unterliegen einem internen Disziplinarsystem. Die Angehörigen der Streitkräfte einer am Konflikt beteiligten Partei (mit Ausnahme des Sanitäts‑ und Seelsorgepersonals) sind Kombattanten, das heißt, sie sind berechtigt, unmittelbar an Feindseligkeiten teilzunehmen. Eine Konfliktpartei kann paramilitärische oder bewaffnete Vollzugsorgane in ihre Streitkräfte aufnehmen.[3]
Auftrag und Bedeutung des Militärs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Außenauftrag des Militärs
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Das Militär wird typischerweise mit der Gewährleistung der äußeren Sicherheit beauftragt, also mit der Landesverteidigung und/oder der Bündnispartner gegen Gefahren und Bedrohungen von außen.[4]
Spannungen zwischen Staaten können zu internationalen Konflikten und Krisen anwachsen und schließlich bewaffnete Konflikte (kriegerische Auseinandersetzungen) hervorrufen. Dem Militär steht in diesen Anlassfällen das Instrument Waffengewalt zur Verfügung, wodurch entsprechend den Genfer Konventionen grundsätzlich Kombattanten von Zivilisten unterschieden werden.
Allerdings werden zunehmend auch andere Risiken, Gefahren und Bedrohungen (wie z. B. Terrorismus) für Kampfeinsätze ursächlich. Dadurch wird das Militär häufiger mit der sogenannten unkonventionellen Kriegführung (auch hybride Kampfführung genannt) konfrontiert werden.
Im Weiteren beschränkt sich die Aufgabe des Militärs in internationalen Konflikten nicht mehr ausschließlich auf den bewaffneten Kampf, sondern es rücken Techniken der Informationsgewinnung sowie die Friedenssicherung nach Kapitel VI und VII der UN-Charta (z. B. in internationale Friedensmissionen, Beobachtermissionen) oder andere Arten der militärischen Auseinandersetzung (wie z. B. der Cyberwar) in den Vordergrund.
In der politischen Praxis erhält das Militär häufig weitreichendere Außenaufträge, die Aufgabengebiete zur Durchsetzung der wirtschaftlichen und politischen Interessen im Rahmen vertraglicher internationaler Bündnisverpflichtungen enthalten.
Andere Aufträge für das Militär
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In den meisten Staaten kann Militär auch zusätzliche Aufgaben zur Verstärkung der Polizei zur Gewährleistung der inneren Sicherheit, d. h. zur Abwehr innerstaatlicher Gefahren und Bedrohungen erfüllen.
Außerdem kann Militär, aufgrund Präsenz und mit kurzer Vorbereitungszeit, Aufgaben zur Rettung und Hilfeleistung (Katastrophenhilfe) erfüllen.
Traditionell tritt Militär zur staatlichen Repräsentanz auf und vollzieht Aufgaben zur Sicherstellung des diplomatischen und staatlichen Zeremoniells.
Bedeutung des Militärs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf die Bedeutung lässt bereits die frühe antike Herkunft des Sammelbegriffs das Militär aus dem Lateinischen (von lateinisch militaris – ‚soldatisch‘, den ‚Kriegsdienst betreffend‘ sowie miles – Soldat) schließen. Dessen Entlehnung ins Französische vor dem 18. Jahrhundert (zu französisch militaire – hoher Offizier) verbreitete sich mit Frankreichs militärischer Dominanz in Europa auch zum Begriff die Militärs (aus dem franz. Plural militaires umgeformtes Kollektivum).[5]
In der Öffentlichkeit war das Militär vor allem in der Vergangenheit eine wichtige Komponente des Nationalverständnisses. In vielen Staaten ist es auch heute ein Wesensbestandteil des Patriotismus. Die Ausuferung einer innerstaatlichen Macht des Militärs kann von der Unterdrückung eines Volkes bis zu einem Putsch und einer Militärregierung führen.
Vor allem in militärisch geprägten Ländern wie China, Russland oder den USA spielen die Streitkräfte eine entscheidende Rolle, um Stärke zu demonstrieren. Das Militär ist seit jeher ein wichtiges Mittel der Politik, insbesondere der Außen- und Sicherheitspolitik.
Neben der Landes- und Bündnisverteidigung leistet das Militär auch weitreichendere Beiträge für die Friedenssicherung (z. B. bei Internationalen Blauhelmeinsätzen), für die Katastrophenhilfe (so auch Hurrican Katrina), zur Durchsetzung der wirtschaftlichen und politischen Interessen eines Landes/Bündnisses (wie die oft kritisierten „Öl-Kriege“) sowie für zeremonielle Zwecke (u. a. Staatsempfänge).
Die Militärtechnik hat traditionell eine wichtige Vorreiter- und Schrittmacherrolle bei der allgemeinen technischen Entwicklung inne. So wurden beispielsweise das Fernsehen, das Internet oder GPS ursprünglich im militärischen Auftrag entwickelt und anfangs nur vom Militär genutzt (siehe Wehrtechnik und Rüstung).
Verzicht auf Militär versus Militärbündnis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Aufstellung und der Unterhalt von Militär sind kostenintensiv und machen einen großen Teil der Staatsausgaben aus. Daher gibt es Staaten ohne Militär.
Militärbündnisse wie die NATO verteilen die militärischen Aufgaben und Lasten auf mehrere Mitglieder und gewährleisten ein gegenseitiges Schutzverhältnis.

Als aktuell quantitativ größte Militärmacht der Welt hat China circa 2 Millionen Soldaten (Stand 2024) unter Waffen. Auf Platz 2 folgt Indien mit rund 1,4 Millionen Soldaten, während die USA etwa 1,3 Millionen Soldaten haben.[6] Die USA verfügen mit 916,9 Milliarden US-Dollar (Stand 2023) über den höchsten Militär-Etat der Welt, gefolgt von China mit 296 Milliarden US-Dollar und Russland mit 109 Milliarden US-Dollar.[7]
Laut dem Global Militarization Index 2018 sind Israel, Singapur und Armenien die am meisten militarisierten Gesellschaften der Welt.[8]
Organisationsformen des Militärs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unterscheidungsmöglichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu den Organisationsformen des Militärs zählen: die regulären Streitkräfte mit ihren Teilstreitkräften und weiteren militärischen und zivilen Bereichen bzw. Dienststellen. Dazu gehören oft auch spezielle Polizeiformationen, wie Miliz, Gendarmerie, Grenzschutz, Nationalgarde, Formationen des Paramilitärs, Kombattantenformationen und andere.
Mit dem Begriff „militärische Organisationsform“ können auch die bewaffneten Formationen von Gemeinwesen mit pseudostaatlichem Charakter bezeichnet werden (z. B. im ehemaligen Kalifat Islamischer Staat im Irak und in Syrien [ISIS] sowie im Irak und in der Levante [ISIL] oder die Taliban im ehemaligen Islamischen Emirat Afghanistan).
Streitkräfte und Teilstreitkräfte
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Zwar ist jede Streitkraft unterschiedlich organisiert, allerdings kann in der Gegenwart allgemein nach Teilstreitkräften unterschieden werden. Dies sind zumeist Landstreitkräfte (Heer), Seestreitkräfte (Marine) und Luftstreitkräfte (Luftwaffe). Manche Staaten ergänzen ihre Streitkräfte durch weitere Teilstreitkräfte, wie: Weltraumstreitkräfte (perspektivisch), Marineinfanterie, einer Küstenwache oder paramilitärischer Gendarmerie.
Paramilitär
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sogenannte paramilitärische Organisationen oder Milizen (Bürgerwehr) sowie militärische Formationen privater Sicherheits- und Militärunternehmen (kurz PMC, für Private Military Company oder Private Military Contractors) sind als militärische Einheiten meist offiziell nicht den Streitkräften zugehörig, erfüllen dennoch streitkräfteähnliche Aufgaben und nehmen an bewaffneten Konflikten (etwa Bürgerkriegen) teil. Sie sind in der Regel uniformiert und werden gemäß internationalen Konventionen meist als Kombattanten behandelt.
Streitkräfte versus Polizei
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In demokratisch organisierten Gesellschaften wird die außenpolitische Rolle des Militärs von der Funktion der innerstaatlichen Sicherheitskräfte (Polizei) abgegrenzt sein. Außerdem bestehen Schutzmechanismen, um das Militär zu kontrollieren. Dies zeigt sich in der Eigenschaft einer sogenannten Parlamentsarmee.[4]
Dagegen sind in vielen autoritären Staaten diese beiden Funktionen vermischt und das Militär übernimmt innenpolitische, repressiven Aufgaben.
Ausdruck für diesen Dualismus ist die Gendarmerie. Gendarmen sind dabei häufig Teil der Streitkräfte (wie in Frankreich und Italien) oder unterstanden in der historischen Entwicklung dem Verteidigungsressort, wie die frühere Bundesgendarmerie in Österreich.
Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Normen stellen dabei sicher, dass solche Einheiten in Friedenszeit vom Innen- bzw. dem Justizressort geführt werden.
Kombattanten versus Zivilbevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemäß den Genfer Konventionen wird bei den Beteiligten an einem militärischen Konflikt grundsätzlich zwischen Kombattanten und der Zivilbevölkerung unterschieden.
Kombattanten sind alle unter Waffen stehenden und auch als solche erkennbaren Mitglieder einer Konfliktpartei. Nur sie sind zu Kriegshandlungen berechtigt und im Gegensatz zu Zivilisten auch nicht direkt vor gegnerischer Gewalteinwirkung geschützt. Ihnen stehen im Falle einer Kriegsgefangenschaft bestimmte Rechte, wie z. B. ein faires Gerichtsverfahren, zu.
Demgegenüber haben die USA den völkerrechtlich stark umstrittenen Begriff des „ungesetzlichen (unrechtmäßigen, illegalen) Kombattanten“ eingeführt.
Da sich seit dem Übergang 20./21. Jahrhundert die Art der bewaffneten Konflikte immer mehr in Richtung einer asymmetrischen Kriegführung verschoben hat, kann in der militärischen Praxis nicht mehr leicht zwischen Soldat und Zivilperson unterschieden werden, was weitreichende Konsequenzen für den Schutz der Zivilbevölkerung hat.
Charakteristische Merkmale des Militärs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verpflichtende Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Streitkräfte und andere militärische Formationen zeichnen sich in der Regel (und nach internationalen Standards) durch folgende Eigenschaften aus:
- Sie stehen unter einem einheitlichen Kommando, das dem Staat gegenüber für die Führung der Unterstellten verantwortlich ist,
- Die Angehörigen unterscheiden sich durch Uniformen, Abzeichen, Zeichen oder andere aus der Ferne erkennbare äußere Merkmale von der Zivilbevölkerung,
- Die Waffenträger (Soldaten) unterliegen einem internen Disziplinarsystem, das im Einsatzfall auch die Regeln der Kriegführung durchsetzt,
- Sie sind bewaffnet; ein Soldat muss seine Waffe offen führen.
Hierarchiebildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Militärische Organisationen zeichnen sich durch eine hierarchische Organisationsstruktur und Dienstgradstruktur aus, der eine Befehlsstruktur folgt. Alle Soldaten unterliegen dabei dem Prinzip von Befehl und Gehorsam gegenüber ihren Vorgesetzten und müssen gewisse Einschränkungen ihrer Freiheiten und Grundrechte hinnehmen. Die aus Befehlen höherrangiger resultierenden Aufgaben führen hierbei bis zum Verlust des eigenen Lebens.
Rechtlicher Status des Militärs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Militär genießt nach Verfassungsrecht der meisten Staaten sowie nach dem Kriegsvölkerrecht (z. B. durch die Genfer Konventionen und die Haager Landkriegsordnung) einen gesonderten Status.
Soldaten (sogenannte Kombattanten) nehmen einen rechtlichen Sonderstatus ein, indem sie einer speziell eingerichteten Militärgerichtsbarkeit in verschiedenen Staaten sowie überwiegend dem internationalen Völkerstrafrecht (z. B. dem Internationalen Militärgerichtshof) unterliegen.
Die sogenannte Innere Führung wird geprägt von Rangordnung und Gehorsam (siehe Militärischer Befehl), allerdings haben Soldaten in Deutschland die Möglichkeit, sich außerhalb des normalen Dienstweges an den Wehrbeauftragten zu wenden, der die Behandlung der „Staatsbürger in Uniform“ nach gültigem Recht überwacht.[9]
Wehrpflicht und Reservesystem
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In vielen Staaten der Welt, insbesondere in jenen mit langer Militärtradition, oder unter ständiger Bedrohungslage (z. B. Israel, wo auch Frauen zum Militärdienst verpflichtet werden), müssen die Staatsbürger für einen gewissen Zeitraum in der Armee oder einer anderen Wehrformation (zum Beispiel im Bereich des Katastrophenschutzes) ihrem Land dienen.
Dieses System der Wehrpflicht soll die Bevölkerung (vorrangig die männliche) für den Fall eines Krieges vorbereiten, in dem sie dann gegebenenfalls zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden können, um ihr Land als Reservisten zu verteidigen. Diese Personen können, wenn sie als wehrfähig erachtet wurden, im Notfall zu den Streitkräften eingezogen werden und stehen somit als sogenanntes Reservesystem zur Verfügung.
Kritik am Militär
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Militär genießt in den meisten demokratischen Staaten wie Deutschland tendenziell hohes öffentliches Ansehen.[10]
Das Militär wird durch Friedensbewegungen kritisiert, die das Töten von Menschen, die Kriegführung und die daraus folgende Zerstörung und Vernichtung als barbarisch, moralisch verwerflich und für eine nachhaltige Konfliktbearbeitung als ungeeignet erachten.
Antimilitarismus und Pazifismus problematisieren das Militärische und erstreben eine gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten durch Hinwendung zur Diplomatie und Zivilen Konfliktbearbeitung. Sie versuchen aktiv, bewaffnete Konflikte und die militärische Rüstung zu verhindern, den Krieg als Mittel der Politik langfristig auszuschließen und Bedingungen für dauerhaften Frieden zu schaffen. Damit stehen sie Bellizisten gegenüber.
Durch die zunehmende Aufrüstung (insbesondere beim Wettrüsten in der Zeit des Kalten Krieges) wurde durch die militärtechnische Weiterentwicklung eine Grenze überschritten, wodurch bei einem Kriegsausbruch zwischen zwei Supermächten nicht mehr nur die beteiligten Staaten, sondern die gesamte Weltbevölkerung betroffen wäre, da die Vernichtungskraft des Militärs einiger Staaten durch Massenvernichtungswaffen unkalkulierbar sein kann (siehe auch Overkill). Angesichts des Ausmaßes der potenziellen Vernichtungswirkung dieser Waffen sind viele Staaten inzwischen Teilnehmer an multilateralen Verträgen (z. B. Atomwaffensperrvertrag) oder an Rüstungskontroll/Abrüstungsabkommen (z. B. der im Februar 2026 erloschene START sowie der im August 2019 erloschene INF) und zur Streitkräftebegrenzung (KSE), damit diese Gefahr zumindest teilweise reduziert werden kann (siehe auch Rüstungskontrolle und Conference on Disarmament). Besonders nennenswerte Abkommen, die von der Staatengemeinschaft als überaus unmenschlich angesehene Vorgehensweisen verhindern wollen, sind bspw. die Ottawa-Konvention, die Chemiewaffenkonvention, oder der ABM-Vertrag.
International unterliegen die Streitkräfte heute völkerrechtlichen Abkommen, die militärische Auseinandersetzungen regeln und verhindern sollen. Wichtige Schriften sind dabei die Haager Landkriegsordnung und die Genfer Konventionen. Nach Artikel 2 (4) der Charta der Vereinten Nationen besteht ein generelles Gewaltverbot, das nur in Ausnahmefällen (zur Verteidigung und im Rahmen einer friedenserzwingenden Maßnahme durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates) umgangen werden darf.[11]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Militärwesen
- Listen:
- Liste der Streitkräfte;
- Liste von Militärs (Militärpersonen);
- Liste von Staaten ohne Militär;
- Global Militarization Index.
- Militärformen (Organisationsformen):
- Arten von Soldaten:
- Militärrecht:
- Militärakademie:
- Militärwissenschaften:
- Militärgeschichte.
- Friedensforschung:
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans Delbrück: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte, 4 Bde., [Berlin 1900–1920], Neuaufl.: Walter de Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-016886-3.
- Autorenkollektiv: Wörterbuch zur Deutschen Militärgeschichte, 2 Bde. (Schriften des Militärgeschichtlichen Instituts der Deutschen Demokratischen Republik), Militärverlag der DDR, Berlin (Ost) 1985, ISBN 3-327-00239-8.
- Klaus Schubert / Martina Klein: Das Politiklexikon. Begriffe, Fakten, Zusammenhänge. Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), 5., aktualisierte und erweiterte Auflage, Bonn 2011.
- Manfred G. Schmidt: Wörterbuch zur Politik. 3.,überarbeitete und aktualisierte Auflage, Kröner, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-520-40403-9.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur über das Thema Militär im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Brockhaus 20. Auflage
- ↑ Duden Bedeutungswörterbuch, Band 10, 2. Aufl.
- ↑ Zusatzprotokoll vom 8. Juni 1977 zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I)
- ↑ a b Siehe Manfred G. Schmidt: Wörterbuch zur Politik. 3., überarbeitete und aktualisierte Auflage, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-520-40403-9, S. 790 f.
- ↑ Siehe Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch. 23., erweiterte Auflage, Berlin/New York 1999, S. 559.
- ↑ Staaten mit den größten militärischen Streitkräften nach Truppenstärke im Jahr 2024, auf de.statista.com
- ↑ Die Länder mit den weltweit höchsten Militärausgaben im Jahr 2023 , auf de.statista.com
- ↑ GLOBALER MILITARISIERUNGSINDEX 2018. (PDF) Max M. Mutschler, Marius Bales \ BICC, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 15. März 2023; abgerufen am 10. Februar 2019.
- ↑ Siehe Innere Führung. In: Klaus Schubert / Martina Klein: Das Politiklexikon. Begriffe, Fakten, Zusammenhänge. Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), 5., aktualisierte und erweiterte Auflage, Bonn 2011, S. 146.
- ↑ Simone Meyer: Bundeswehr: Das widersprüchliche Image deutscher Soldaten. In: welt.de. 1. November 2013, abgerufen am 7. Oktober 2018.
- ↑ Charta der Vereinten Nationen. UNITED NATIONS, abgerufen am 10. September 2019.