Philosophie, Theorie
Themen
Dialektik
- Ehrenrettung der Dialektik
- Marx, reideologisiert
- Soziologie für oder gegen die Gesellschaft?
- Philosophie der kleinen Wahrheiten
- Die kastrierte Dialektik
- (...)
Existenzphilosophie
- Philosophie der kleinen Wahrheiten
- Kritik der Kritik der
- Traum & Faulheit
Positivismus
- Zur Frage des praktischen Syllogismus
- Recht als Willensakt
- Soziologie für oder gegen die Gesellschaft?
- Kelsen und die Ideologien
- Kelsen und das Naturrecht
- (...)
Postmoderne
- Zerebrale Sinnlichkeit und die Agnostik der Formen
Beiträge
Untersuchungen über die philosophische Aktivität in den kommunistischen Ländern werden oft mit der Bemerkung als überflüssig bezeichnet, daß die Philosophie in der deutschen Sowjetzone, in der Tschechoslowakei oder in Ungarn nur eine Lizenzausgabe der Sowjetphilosophie sei. Dabei wird nicht (…)
Der Monolog des Zweiflers
Daß Gedanken diskutiert werden, ist kein Beweis dafür, daß sie lebendig sind. Was über Nacht ins Gerede kommt, ertrinkt am nächsten Tag darin. Dies zu verhindern, wäre der Skrupel da, der eine Barriere zwischen den Ausdruck und die Absurdität legt. „Was sich überhaupt sagen läßt, läßt sich klar (…)
Eine Szene von solcher Symbolkraft, daß man meint, Herbert Eulenberg habe sie für seine „Schattenbilder“ erfunden, aber sie ist dokumentiert: Hegel, Schelling und Hölderlin, drei studierende Jünglinge aus der Schule des Tübinger „Stiftes“, reichen einander unter einem Baum, nahe der (…)
Kontaktverlust ist mehr als ein soziologisches Problem. Es ist dieses erst, seitdem es das ontologische Problem des von seinem Denken verratenen Menschen gibt. In dieser beispiellosen Verwandlung seiner Bewußtseinslage und Bedrängnis seines Lebensgefühls ist der Zeitgenosse nicht einmal mehr so (…)
Der Wert der fundamentalen Unterscheidung Diltheys zwischen verstehenden und erklärenden Erkenntnisakten ist bis zu einem gewissen Grade von der psychologischen Interpretation dieser Unterscheidung überschattet worden. Es hat sich jedoch zeigen lassen, daß die psychologische Interpretation (…)
Am 8. Juli 1885 wurde Ernst Bloch in Ludwigshafen geboren, von wohlhabenden Eltern. Zunächst Studium aus Lust am geistigen Abenteuer: Philosophie, Germanistik, Physik, in München, Würzburg, Berlin, dortselbst bei Georg Simmel. Hierauf Reisender großen Stils, aus gleicher Lust, schließlich aber (…)
Über die Unentbehrlichkeit der Metaphysik
Die räumliche Vorstellung vom Verhältnis des „Bewußtseins“ zu den Körpern ist selbstverständlich zulässig. Zweideutigkeit entsteht jedoch immer dann, wenn der Materialist versucht, von diesem Standpunkt aus einen gegnerischen Standpunkt zu bekämpfen. Er schreibt dann seinem Gegner die Behauptung (…)
[(Antonio Gramsci ist der Begründer der italienischen KP. Wenn man sich unter einem Kommunisten einen sturen stalinistischen Apparatschik vorstellt, ist Gramsci das Gegenteil hievon — ein Denker hohen Ranges und, durch Absorption und Umformung der idealistisch-liberalen Philosophie seines (…)
Mit fast zehnjähriger Verspätung erscheint die „Strukturale Anthropologie“ in deutscher Übersetzung — zu einem Zeitpunkt, da Lévi-Strauss schon das Buch „Du miel aux cendres“, den zweiten Band seines Hauptwerks ‚„‚Mythologiques“, veröffentlicht hat. Dies erweist, daß der intellektuelle (…)
Philosophie der kleinen Wahrheiten
Zu den tiefen Kränkungen der menschlichen Eigenliebe im vergangenen und in unserem Jahrhundert muß man neben Darwinismus, Marxismus und Psychoanalyse den sogenannten Positivismus zählen. Auch der Positivismus leitete schmerzhafte Resektionen ein, verkürzte die Perspektiven oder zerstörte (…)
Daß zwischen Erkenntnis und Entscheidung, zwischen Theorie und Praxis und letzten Endes auch zwischen Philosophie und Politik enge Zusammenhänge bestehen, ist keine neue Entdeckung. Was das Zeitalter der Ideologien ins allgemeine Bewußtsein gehoben hat, ist nicht die Existenz solcher (…)
Claude Lévi-Strauss, Das wilde Denken (La pensée sauvage). Übersetzt von Hans Naumann, Suhrkamp Verlag 1968. In der Kritik am einst so einflußreichen Begriff des „Totemismus“ haben die charakteristischen Eigenschaften im Denken von Lévi-Strauss sich entfaltet. Diese Kritik ist weit über den (…)
Vom 8. bis 12. April 1969 fand wieder ein Kongreß der Internationalen Hegelgesellschaft statt. Den Themen und Orten früherer Tagungen — „Logik“ 1962 in Genf, „Ästhetik“ 1964 in Salzburg, „Rechtsphilosophie“ 1966 in Prag — folgte nun eine Diskussion von „Philosophie und Geschichte“; wie bisher (…)
Stephen Toulmin, Philosoph, Wissenschafter und Historiker, unterrichtet gegenwärtig an der Brandeis University in den USA. Er schrieb für die englische Zeitschrift „Encounter“ eine Neubewertung Ludwig Wittgensteins, deren ersten Teil wir in der Übersetzung Karin Achleitner-Macks in dieser Nummer (…)
Besonders in den Briefen an Engelmann gibt es Hinweise, was für Wittgenstein selbst der grundlegenden, uneinschränkbaren Dichotomie von Tatsache und Wert zugrunde gelegen haben mag. Wir können diesen Hinweisen in jede der beiden Richtungen folgen, der psychologischen und der soziologischen, (…)
Adam Schaff, zwischen Warschau und Wien als akademischer Lehrer pendelnd, gehört zu den Initiatoren der Renaissance marxistischer Philosophie nach Stalins Tod. Sein Buch „Marxismus und das menschliche Individuum“, im Wiener Europa-Verlag erschienen, markierte die Wende im Denken der (…)
Der Aufsatz aus dem Nachlaß Ernst Blochs vermittelt zwischen Lenins Widerspiegelungstheorie (das Bewußtsein bildet die Wirklichkeit ab) und dem subjektiven Idealismus Kants (das Bewußtsein formt die Wirklichkeit): also zwischen Abbild- und Erzeugungstheorie. Dabei wendet sich Bloch gegen den (…)
Nach der Niederschlagung der Arbeiterbewegung am 12. Februar 1934 wurden die letzten Sozialdemokraten aus der Universität vertrieben, Max Adler etwa, dessen Ernennung zum Ordinarius die Burgbrüder der „Deutschen Gemeinschaft“ schon 1926 verhindert hatten. Schwieriger ging es schon mit den (…)
Peter Sloterdijk. Kritik der zynischen Vernunft. es NP 99 Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1983. Zwei Bände, 954 Seiten. öS 273,60 / DM 36 Ein zweibändiges Werk solchen Umfangs und dieses Titels — unmöglich, sich anders als in größter Spannung zu nähern. In Zeiten geistigen Verfalls ist allein schon (…)
Mit dieser Rede eröffnete Österreichs habilitierter Wissenschaftsminister das sog. Europäische Forum Alpbach. Die Medien wußten nichts Rechtes damit anzufangen — also ist’s gerade richtig für’s FORVM. G.O. Folgende Anekdote betrifft den berühmten Physiker und einen der Schöpfer der modernen (…)
SDI und SO2, Becquerel und Beau-Bâle — wer kann das alles noch hören, auf all das noch antworten? Die professionellen Dichter und Denker jedenfalls nicht, sie werfen dem Weltgeist ihre Tintenfässer hinterher, mit trotziger Gebärde oder mild und abgeklärt: Während in Österreich die (…)
1. Die kurzlebigen Veränderungen und Moden, auf die sich der Begriff „Zeitgeist“ bezieht, drücken Verschiebungen und Veränderungen von gesellschaftlichen Substrukturen aus. Diese Veränderungen sind natürlich bedeutungslos, es sind Rochaden, die sich in Summe aufheben, ohne zu einer (…)
Negation vermag in Lust umzuschlagen, nicht ins Positive. Th. W. Adorno Zu Beginn der achtziger Jahre, so sagen manche, habe der „Zeitgeist“ sich gewandelt, er habe seine Inhalte geändert und seine Richtung verkehrt. Andere vermuten, er sei damals erst entstanden, denn bis dahin habe kein (…)
Der Zeitgeist ist, wie Franz Schuh anmerkte, „ein Geist wie auch alle anderen Geister, die man auf Schlössern oder verlassenen Ruinen findet“. Diese sind ja bekanntlich zur Ruhelosigkeit verdammte Seelen, deren Sehnsucht der rasche Tod, deren Tragik die nie stattfindende Erlösung ist. Solche (…)
Bei dem nachfolgenden Essay handelt es sich um den ausgearbeiteten Text eines Vortrags, den R. B. am Symposion der Wiener Festwochen: „Kunstbilder — Weltbilder. Manierismus und Postmoderne“ am 20. Mai 1987 ım Palais Palffy gehalten hat. In einem seiner letzten Interviews, 1983, ein Jahr vor (…)
Nur noch ein Gott kann uns retten Martin Heidegger Der Feldprediger: Wir sind eben jetzt in Gottes Hand. Mutter Courage: Ich glaube nicht, daß wir schon so verloren sind, aber schlafen tu ich doch nicht nachts. Bertolt Brecht Angesichts der Unbefangenheit, mit der manche amerikanische (…)
Teil I erschien in FORVM Nr. 423/424, März 1989. § 3. Das Faktum als Fatum Obwohl Heidegger zu den ersten Denkern gehört hat, die die Großtechnik, namentlich die atomare, als das Problem von heute, nein, als unser möglicherweise endgültiges Verhängnis, durchschaut hatten, hat er es doch (…)
Fast nur der Titel verrät, daß dies in Parenthese zum vorigen entstand, weil Konrad — der das Anders-Symposium konzipiert und organisiert hatte — sich bei der Eröffnung nicht selbst als Redner vordrängen wollte (redaktionelle Interpretation). So kommen wir in den Genuß zweier Texte, die in der (…)
Schwindsucht der Systeme
Vor ein paar Jahren ist er noch munter ausgeschritten und hat unterwegs Vermessungen vorgenommen, so jedenfalls der Titel der damaligen Aufsatzsammlung. Inzwischen läßt Rudolf Burger das Abstecken bleiben und hat sich ganz aufs Zurückstecken geworfen. Nur die alte Munterkeit ist auch im neuen (…)
Wolfgang Müller-Funk, Die Enttäuschungen der Vernunft. Von der Romantik zur Postmoderne‚ 192 Seiten, Edition Falter im GBV, Wien 1990 Sie kennen vermutlich alle, die Sie hier sitzen um einer „Vernetzung“ beizuwohnen, den traurigen alten Witz von den zwei Männern, die, einander unbekannt, auf (…)
Michael Benedikt (Hrsg), Verdrängter Humanismus — verzögerte Aufklärung, Verlag Turia und Kant, Wien 1992, 959 Seiten, öS 460 Vor vielen Jahren hatte alles ideal begonnen: Es gab die Idee, Studenten wieder in jene Universität zu integrieren, die ihren Lehrbetrieb je nach Fakultät ausgelagert (…)
Ist intellektuelle Probität eine philosophische Kategorie?
»Wehret den Anfängen«, mahnten noch vor kurzem viele Stimmen, oder aber auch: »Der Schoß ist fruchtbar noch ...«, zitierten andere Bertold Brecht. Nun, von Anfängen kann wohl nicht mehr die Rede sein, wir sind mitten drin in der braunen Jauche, die schneller kam, als es sich die ärgsten (…)
Lob der Unangenehmheit
Bei der Vorbereitung bin ich wieder einmal darauf gestoßen worden, daß Günther Anders ein äußerst unangenehmer Mensch war. Immer wenn ich mich hingesetzt habe, um irgendwas aufzuschreiben, imaginiert sich mir der und macht mir Einwände und pflanzt mich hin und her, so ungefähr: Er sagt, was (…)
Anders und Adorno
Wie die ambivalente Beziehung der beiden Philosophen wechselseitig begründete Wertschätzung mit ebensolcher Feindseligkeit, wenn nicht Verachtung mischt, sollen diese Beiträge nachzeichnen. Am Anfang steht der peinlichste Auftritt, den ein philosophisches Seminar je erlebt haben dürfte. Der (…)
«Wenn ich verzweifelt bin,
was geht’s mich an?»
Die ungewöhnliche Informiertheit seines Gesprächspartnes macht dieses frühe Interview zu einer reichhaltigen philosophiehistorischen und biografischen Quelle über Günther Anders. Zuerst erschienen in Mathias Greffrath: Die Zerstörung einer Zukunft. Gespräche mit emigrierten (…)