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Theater

Beiträge

Peter Szondi

Zur Philosophie der Tragödie

Mai
1961

Dr. Peter Szondi (Jahrgang 1929) gehört zu den jüngsten und markantesten Vertretern der deutschen Literaturkritik. Er lebt abwechselnd in Berlin und Zürich, wo er 1954 zum Dr. phil. promovierte und sich im Februar 1961 für das Fach „Deutsche Philologie“ habilitiert hat. Neben seinen Essays in (…)

Ernst Ginsberg

Karl Kraus und die Schauspieler

Juni
1961

Für uns, deren Jugend in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg fiel und die wir damals tausend geistigen und ungeistigen, literarischen und politischen Einflüssen, Verwirrungen und Versuchungen ausgesetzt waren, bedeutete die „Fackel“ des Karl Kraus ein wegweisendes Licht. Für uns stand es fest, (…)

Friedrich Torberg

Der Herr Qualtinger

Dezember
1961

hat in der österreichischen Öffentlichkeit einen Sturm von noch nicht dagewesener Dimension und Dauer hervorgerufen, indem er auf den Fernsehschirmen als „Der Herr Karl“ erschien und dem österreichischen Menschen, insonderheit dem wienerischen, einen Zerr-, Rück- und Hohlspiegel vorhielt, darin (…)

Leopold Lindtberg

Shakespeares Königsdramen

Zur Einstudierung des Zyklus am Burgtheater
Juli
1962

Die einzelnen Tragödien aus dem Zyklus der Shakespeare’schen Königsdramen sind ein vergleichsweise wenig betretenes Gebiet. Die beiden Richard-Dramen und „Heinrich IV.“ gehören zwar zum festen Repertoire der Bühnen. In Wien allerdings zählen auch diese Stücke, die auf englischen und deutschen (…)

Leopold Lindtberg

Shakespeares Königsdramen (II)

Zur Einstudierung des Zyklus am Burgtheater
September
1962

Hiemit präsentieren wir den zweiten und letzten Teil des Aufsatzes, in dem der vielleicht bedeutendste Regisseur des gegenwärtigen Theaters deutscher Sprache nicht bloß seine eigenen Inszenierungen erläutert, sondern die Beziehungen zwischen Shakespeare und unserer Mitwelt überhaupt. Daß diese (…)

Siegfried Melchinger

Grundfunktionen des Theaters

März
1963

Der nachstehend abgedruckte Text gibt das — nur unwesentlich gekürzte — Referat wieder, das Dr. Siegfried Melchinger bei der jüngsten Tagung der „Deutschen Dramaturgischen Gesellschaft“ in Köln gehalten hat, Inzwischen ist aus dem Feuilletonchef der „Stuttgarter Zeitung“ ein Professor für (…)

Elisabeth Stengel

Mißbehagen am Mittelmaß

Wiener Kellertheater als Prüfstein
Juli
1963

In Wien kann man den jeweils letzten Stand der dramatischen Neuheiten am besten bei den Aufführungen der Kellerbühnen registrieren. Hier erfolgte vor einigen Jahren der Einbruch des Neuen Theaters, hier wurden die ersten Stücke von Genet, Ionesco oder Beckett gespielt, bevor sie nach einer (…)

Franz Theodor Csokor

Bevor die Welt in Scherben ging

Die Bühne Österreichs um die Jahrhundertwende
Mai
1964

Auch in Wien besinnt man sich nun, wie allerorten, auf den „Anbruch unseres Jahrhunderts“; die im Mai beginnenden Wiener Festwochen stehen unter diesem Motto und versprechen einen Blick auf „Kunst und Kultur um 1900“. Mag die emsige Beschäftigung mit der Jahrhundertwende anderswo eine Reaktion (…)

Friedrich Torberg

Im memoriam Hans Moser

(† 19. Juni 1964)
August
1964

Sie hießen „Die Budapester“, weil sie ursprünglich aus lauter Budapestern bestanden und weil das Theater, in dem sie ihre Schwänke und Soli darboten, sich ursprünglich in Budapest befand. Übrigens wurde damals, vor 1914, auch in Budapest jeweils einer der drei Einakter des Programms in deutscher (…)

Ernst Ginsberg

Die goldenen Zwanzigerjahre

September
1964

Der Schauspieler Ernst Ginsberg, dessen letztes Auftreten in Wien (1959 im Volkstheater als Molières „Misanthrop“) unvergessen und unvergeßlich ist, liegt seit vielen Monaten schwer erkrankt in einem Zürcher Hospital und hat dort mit der Niederschrift seiner Lebenserinnerungen begonnen. Ginsberg (…)

Lynn Snook

Der lächerliche Liebesambassadeur

Zur Geschichte des Hanswurst
Februar
1967

Wie leid ist es mir, daß wir um das Extemporieren gebracht sind ... denn es war die Schule und der Probierstein des Akteurs ... er war gezwungen, sich mit allen Ressourcen, die das Theater anbietet, bekannt zu machen ... und ein Dichter, der Gabe genug gehabt hätte, diese Werkzeuge zu brauchen, (…)

Friedrich Hacker

Wirklichkeiten suchen eine Illusion

Rede im Wiener Burgtheater zum 100. Geburtstag Pirandellos
August
1967

Dr. Friedrich Hacker, 1914 in Wien geboren, leitet in Los Angeles die von ihm gegründete „Hacker Clinic and Foundation“, eines der bekanntesten psychiatrischen Forschungsinstitute in den USA. In Wien las er 1958 als Gastprofessor der Universität über „Sozialpsychologie und Ichpsychologie“, (…)

Hans Daiber

Aus dem Büro für Esprit

Marivaux zu seiner Zeit
Oktober
1968

Immer wieder einmal wird Marivaux entdeckt, meistens im Ton des Vorwurfs. Tadel verleiht den Bemühungen um Marivaux den rechten publizistischen Aplomb. Das Verfahren wird dadurch möglich, daß man wenig von Marivaux weiß, noch weniger, als man wissen könnte. Er ist zwischen die Epochen gefallen. (…)

Peter Hamm

Konkrete Idealismuskritik

Januar
1969

Am 9. November 1918, vor 50 Jahren, begann in Berlin. unter Karl Liebknechts Losung „Alle Macht den Räten“ die Revolution; am Tag zuvor war Bayern Republik geworden, und als neue Repräsentanz des Staates wirkte nun ein Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat unter dem Vorsitz Kurt Eisners; 5 Jahre (…)

Paul Kruntorad

Theater: moralische Anstalt und Behörde

Januar
1969

Nestroys „Der Unbedeutende“ war bei seiner Uraufführung 1846, knapp vor dem Revolutionsjahr, ein großer Erfolg. Um so merkwürdiger ist es, daß das Stück seither nicht mehr gespielt wurde. Die Intrige geht vom bürgerlichen Sekretär eines reichen Edelmannes aus, in ihrem Zentrum steht die Bemühung (…)

Fernando Arrabal • Wilhelm Genazino • Alice Schwarzer

Göttlicher Orgasmus

Gespräch
Mai
1970

Das Theater, wenn es ein Stück von ihm spielt, darf alles: auf der Bühne wird geliebt, gefurzt, geschissen, gedemütigt, geprügelt, gemordet. Es treten schöne Mädchen auf, Fernsehsprecher, wilde Tiere, starke Männer, Richter, Trompeter, Nonnen, Schafe, Flötenspieler, Polizisten, Mütter, Sanitäter (…)

Wilhelm Kainrath

Straßentheater für Mieter

März
1972

Ich kam zur Theatergruppe „Agit-prop“ eigentlich durch das Erlebnis der großen Vietnam-Demonstration in London im Oktober 1968. Dort hatte ich sehr schlechtes Theater erlebt. Von Demonstrationen unterschied uns die Spielmethode, von anderen Theatergruppen das Verhältnis zum Publikum und zu den (…)

Peter Weibel

Aktion statt Theater

Mai
1972

der toten poesie gebt neues leben dante, purg. 1,7 als 1909 g. p. lucini den futuristen in die knochen schnitzte „vereinfachen wir leben und kunst“ — als raoul hausmann in „der dada“ den tödlichen besuch von museen und bibliotheken mit geballter faust hart und laut bremste „wir fordern die (…)

Ilse Hanl

Der Wundervogel fliegt

Animazione: Das Publikum selbst ist das Theater
Dezember
1974

[(Unter dem Namen Animazione hat sich zuerst in Italien eine neue Mischdiszıplin von Theater/Pädagogik/Gruppentherapie entwickelt, welche die Mittel verschiedener Disziplinen vereinigt: Theater, Psychotherapie, Happening, Pädagogik, Soziologie — verbunden mit neuen Techniken wie (…)

Heidi Pataki

Traumkassiber

Ulrike Meinhofs Stück „Bambule“
November
1977

Bambule — das bedeutet in der Gaunersprache soviel wie Radau schlagen, Stunk machen, eine Meuterei inszenieren. Das Stück „Bambule“ von Ulrike Marie Meinhof ist jetzt schon ein Stück deutscher Geschichte. Mai 1977, nach dem Mord an Buback: In Saarbrücken wie in Stuttgart werden (…)

Uli Trostowitsch

Die rote Blume geht wieder in den Untergrund

Interview mit dem persischen Schriftsteller Nasi Khaksa
September
1979

Wir besuchten den iranischen Schriftsteller Nasi Khaksa in seinem Haus in der Hafenstadt Abadan, einem Zentrum der persischen Ölindustrie. Unter Pahlevi hatte Nasi Khaksa als Dorfschullehrer gearbeitet. Er schrieb Gedichte und Prosa, nach deren Bekanntwerden er von der SAVAK eingesperrt und (…)

Ulrike Holz-Dahrenstaedt

Gejagt von Leibwächtern & Betschwestern

Februar
1982

Ich bin seit sechs Jahren in Innsbruck. Eigentlich komme ich aus Salzburg. Ich bin schon sehr lang beim Theater am Landhausplatz. Gegründet hat’s der Ernst Paar, und der beißt sich noch immer durch. Sonst sind bei uns immer sehr verschiedene Leut’, weil das ja kaum auszuhalten ist, dieses (…)

Theater bei Wikipedia

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Das antike Theater von Epidauros aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.

Theater (von altgriechisch τὸ θέατρον théatron ‚Schaustätte‘, ‚Theater‘; von θεᾶσθαι theasthai ‚anschauen‘) ist die Bezeichnung für eine szenische Darstellung zwischen Schauspielern, die ihre Rollen auf der Bühne in einem fiktiven Raum, in einer fiktiven Zeit, über einen fiktiven Inhalt hinweg vor dem Publikum verhandeln. Mit dem Wort Theater kann das Gebäude gemeint sein, in dem Theater gespielt wird (siehe Theaterarchitektur), oder der Prozess des Theater-Spielens oder allgemein eine Gruppe von Menschen, die Theater machen, also eine Theatergruppe.[1]

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Deutsches Schauspielhaus Hamburg
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Gustaf Gründgens in Hamlet 1936
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Theaterszene, Gemälde von Honoré Daumier

Traditionelle Sparten des Theaters

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Es gibt vier klassische Sparten des Theaters:

  1. Sprechtheater oder Schauspiel (Tragödie, Komödie)
  2. Musiktheater (Oper, Operette, Musical)
  3. Bühnentanz (Tanztheater, Ballett, Eurythmie)
  4. Figurentheater (Puppentheater, Objekttheater)

Überschneidungen der hier genannten Sparten sind in der Geschichte des Theaters der Regelfall. Eine Trennung vollzog sich erst spät, etwa im 19. Jahrhundert. In den jeweiligen Sparten sind unterschiedlich ausgebildete und qualifizierte Künstler tätig.

Kunstform Theater

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Als Minimalformel von Theater kann gelten: A spielt (B) und C schaut zu (und beide haben ein Bewusstsein von ihren Rollen als Spieler und Zuschauer). Zum Theater gehört ein Publikum. Aufgrund der kollektiven Rezeption und des Live-Charakters von Aufführungen steht Theater in besonderer Nähe zur (realen) Gesellschaft: Es erzählt von Menschen und vom Leben. Sprachliche Formulierungen, die Figuren und die Gesten der Schauspieler unterliegen hierbei einer ständigen Anpassung an den gesellschaftlichen Kontext.[2]

Geschichte des Theaters in Europa

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Hauptartikel: Geschichte des Theaters

Frühe Formen des Theaters entwickelten sich schon in der Frühzeit der Zivilisation in Form von Tänzen in Steinzeitkulturen. Mit dem „Theatron“, dem Zuschauerraum, wurde einerseits die Möglichkeit zu Diskussionen der griechischen Demokratie ermöglicht, aber auch die religiösen Feste, vor allem die Dionysien, abgehalten. Die Abhandlungen des Aristoteles begründeten auch die Theaterwissenschaft, vor allem verlangte er die Einheit von Handlung, Ort und Zeit im Drama.

Das athenische Dionysostheater wurde zum Prototyp des Theaters und in die griechischen Kolonien im ganzen Mittelmeerraum exportiert. Es besaß neben dem Zuschauerraum eine Bühne, die skené, auf der die danach benannte Szene dargestellt wurde (auf in die skené gehängten Bildern). In Tragödien, der ersten Form des Dramas seit spätestens 534 v. Chr., und Komödien seit etwa 480 v. Chr., wurde in den „Großen Dionysien“ der Gott Dionysos verehrt. Das heitere Nachspiel der Tragödien bildete ein Satyrspiel[3].

Theatergebäude

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Theaterbau (Königliches Opernhaus Budapest)
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Schaubühne Berlin

Historische und moderne Theater sind oft eigens errichtete Bauten und werden als architektonische Glanzbauten verstanden. Besonders herausgefordert werden die Architekten durch den Zwang, raffinierte ästhetische Vorstellungen und praktische Erfordernisse miteinander vereinen zu müssen, bis hin zu dem profanen Umstand, dass ein Theater vor allem auch von der Akustik im Inneren her hohen Ansprüchen genügen und zudem gegen Außenlärm so gut wie schalldicht sein soll. Zum modernen Theaterbetrieb gehören aufwändige Licht- und Tonanlagen. Die großen Häuser haben ausreichend große Seitenbühnen, auf denen die Kulissen und Requisiten für die verschiedenen Szenen des laufenden Stückes „versteckt“ werden können. Die Hinterbühne wird in modernen Inszenierungen als willkommene Möglichkeit gesehen, große Tiefe der Spielfläche zu erreichen. Die Oberbühne, der Schnürboden („Bühnen-Himmel“), ist allein schon wegen des Eisernen Vorhangs mindestens ebenso hoch wie die sichtbare Bühne selbst. Dort oben hängt, was beim Umbau der Bühne von einer Szene zur anderen mit Hilfe von Seilzügen herabgelassen werden kann. In Bühnennähe findet man die Künstler-Garderoben sowie Handmagazine für den Tagesbedarf an Requisiten und Dekorationen.

In Opernhäusern und Mehrspartenhäusern sitzt zwischen der ersten Sitzreihe und der Bühnenrampe das Orchester im Orchestergraben, der bei Musicals, Opern und Operetten meist abgesenkt ist. Große Häuser haben Drehbühnen und auch Teile des Bühnenbodens, die hydraulisch versenkt werden können. Weil der Zuschauerraum während des Spiels dunkel, die Bühne aber aus Richtung der Zuschauer mit Scheinwerfern ausgeleuchtet ist, sind die Akteure auf der Bühne „geblendet“. Sie spielen gegen die „vierte Wand“, die durch die Helligkeit der En-face-Beleuchtung errichtet wird.

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Barocke Guckkastenbühne des Schlosstheaters Český Krumlov
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Arenabühne des Renitenztheaters Stuttgart

Viele Neubauten wenden sich ab von der traditionellen Guckkastenbühne hin zur Raumbühne, Arenabühne und Rundumbühne, um eine andere Zuschauer-Darsteller-Zuordnung zu erreichen (die so neu allerdings nicht ist, denkt man etwa an die Shakespeare-Bühne, das „Globe-Theater“). Es gibt einen Disput unter Theatermachern darüber, ob es nicht dem Wesen des Theaters widerspricht, die Zuschauer rund um eine Bühne zu setzen. Kritiker meinen, dabei entstünde kein (Bühnen-)„Raum“ – das Geheimnis des „Dahinter“, der imaginären anderen, nicht sichtbaren Räume ginge verloren. Es fehle der Zuschauerfokus auf das Geschehen, die Phantasie über das „Dahinter“ werde beschnitten. Man werde zum Beobachter der jeweiligen anderen Besucher, was die Beobachteten an der völligen Konzentration hindere, sie negativ beeinflusse und die Rezeption des Bühnengeschehens mit allen Sinnen unmöglich mache. Beobachtet man das aktuelle Theatergeschehen, stellt man fest: Auch ansonsten frei und unkonventionell arbeitende Theatermacher greifen, was die Zuordnung Bühne / Zuschauerraum angeht, eher wieder zur „alten“ Praxis zurück.

Organisation und Personal

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Theater in öffentlicher Trägerschaft werden in der Regel künstlerisch vom Intendanten geleitet. Diesem ist ein Verwaltungsdirektor zur Seite gestellt. In enger Zusammenarbeit mit dem Dramaturgen wird für ein bis zwei Jahre im Voraus der Spielplan erstellt. Er ist Grundlage für alle Dispositionen bis hin zum Lösen bisheriger Verträge und zu (Neu-)Verpflichtungen im Bereich künstlerisches Personal.

Der Etat der öffentlich getragenen Theater wird von den Trägern vorgegeben, inklusive der zu erzielenden Eigeneinnahmen. In der Regel erhalten die Theater Budgets, die einen gewissen Spielraum beim Verwenden der Gelder zulassen, wobei etwa 85 % des Budgets für Personalausgaben gebunden sind. Für die Verwaltung fallen in der Regel etwa 9 % des Budgets an.[4]

Im Theater gibt es folgende künstlerische Berufe:

Die meisten Theater haben eigene technische Abteilungen, unterteilt in:

Theaterlandschaft

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Das Bild der Theaterlandschaft in Deutschland wird wesentlich durch die rund 140 öffentlich getragenen Theater bestimmt, also durch Stadttheater, Staatstheater und Landesbühnen. Hinzu kommen rund 220 Privattheater und ca. 70 Festspiele, rund 150 Theater- und Spielstätten ohne festes Ensemble und um die 100 Tournee- und Gastspielbühnen ohne festes Haus. Darüber hinaus gibt es noch eine unübersehbare Anzahl freier Gruppen.[6] Die meisten der heutigen Stadttheater entstanden auf private Initiative und wurden auch zunächst als Privattheater geführt. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es nur 16 Stadttheater in kommunaler Verantwortung, aber es gab 360 Privattheater.

Die 140 öffentlichen Häuser werden mit Mitteln aus Landes- und Kommunalhaushalten unterstützt. Die Einnahmen durch Kartenverkauf (Eigenanteil) belaufen sich in diesen Theatern durchschnittlich auf rund 20 Prozent des Gesamtetats. Eine Theaterkarte in Deutschland wird im Durchschnitt mit 95,74 Euro gestützt. Weitere Finanzierungsquellen sind Mäzene, Sponsoren, Fördervereine und Stiftungen (Kulturstiftung des Bundes). Weiterhin sind in den neuen Ländern viele Theater in Haustarifverträgen, in denen die Gehälter gekürzt sind. Somit finanzieren die Mitarbeiter der Theater ihr Theater selbst mit.

Deutsche Städte mit Spielstätten aber ohne eigenes Ensemble haben sich zur Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen zusammengeschlossen. Deutschlands größte Gastspieltheater sind das Landestheater Detmold und die Landesbühnen Sachsen. In manchen Städten werden auch Kulturhäuser, Mehrzweckhallen oder Kongresszentren mit den entsprechenden technischen Einrichtungen für Tourneetheater genützt. Abgesehen davon machen Theater mit eigenem festen Ensemble auch zahlreiche Gastspiele, vor allem die Landestheater, aber auch andere Bühnen.

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Millowitsch-Theater Köln

Rund 80 der 220 Privattheater sind im Deutschen Bühnenverein organisiert (Beispiele: Altes Schauspielhaus in Stuttgart; Ohnsorg-Theater in Hamburg; Komödie am Kurfürstendamm in Berlin; Millowitsch-Theater in Köln; Komödie im Bayerischen Hof in München, das Grenzlandtheater Aachen, das Mitteldeutsche Theater in Dessau).

In anderen Ländern

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In Österreich konzentriert sich das Geschehen auf die Bundestheater (Burgtheater, Staatsoper und Volksoper), die großen Wiener Privattheater, die Vereinigten Bühnen Wien sowie die Länderbühnen und Stadttheater. Die dortigen Aufführungen wurden 2012/13 von 3,59 Mio. Zuschauern und Zuschauerinnen besucht.[7] Zudem gibt es noch private Amateurtheaterbühnen.

In Liechtenstein zählen das Theater am Kirchplatz (TaK) in Schaan mit 295 Plätzen, die Nebenspielstätte im TaKino mit 100 Plätzen[8] und die Kleinkunstbühne in Vaduz zu den meistbesuchten Theaterbühnen.[9]

Für die Schweiz gibt es keine genauen Zahlen, in Bern, Basel, Zürich und Genf gibt es jedoch eine reiche Theatertradition.[10]

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Innenraum des Teatro Colón in Buenos Aires

Am Broadway in New York gibt es rund 40 Privattheater, wobei diese sich überwiegend auf Musicals spezialisiert haben.

In Paris gibt es 208 Theater und Cabarets.[11]

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Wikisource: Theater – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

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  1. Schlussbericht der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" (Memento vom 30. Mai 2008 im Internet Archive), abgerufen am 11. März 2022
  2. Erika Fischer-Lichte: Semiotik des Theaters: Das System der theatralischen Zeichen, Band I, Gunter Narr Verlag, Tübingen, 1983, S. 65 f.
  3. Masuhr, Karl F.: "Die Visite, ein Satyrspiel. Hoof-Verlag, Berlin 2014
  4. Was kostet was im Theater?, Theaterbrief des Deutschen Bühnenvereins, der die Ausgaben der Theater aufschlüsselt, abgerufen am 11. März 2022
  5. Salzburger Festspielfonds, abgerufen am 11. März 2022
  6. Deutscher Bühnenverein, Theater- und Orchesterlandschaft, Zugriff am 11. März 2022
  7. Statistik Austria, Theater und Musik, Zugriff am 11. März 2022
  8. Theater am Kirchplatz, abgerufen am 11. März 2022
  9. Kleinkunstbühne in Vaduz, Zugriff am 11. März 2022
  10. Theater in der Schweiz, Zugriff am 11. März 2022 (Memento vom 18. Dezember 2014 im Internet Archive)
  11. ParisInfo, Zugriff am 11. März 2022

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