Beiträge von Günther Anders im FORVM

Beiträge zu Günther Anders im FORVM

  • Editorische Notiz

    Auf den folgenden Seiten bringen wir die erste Veröffentlichung aus dem Nachlaß von Günther Anders, der genau ein Jahr vor dem Erscheinungstag starb. Der handgeschriebene, unvollendete Text liegt (...)

  • Jürgen Langenbach
    Wider den Maschinensturm

    Gudrun Ensslin ist „... gestorben worden“. So ist es. Gudrun Ensslin hat die Probe auf jenes Exempel erlitten, das uns G. Anders als Novität vorschlägt. Gudrun Ensslin hat die Repersonalisierung der (...)

  • Gerhard Oberschlick ߦGünther Anders ߦViktor Matejka ߦPeter Pelinka ߦFriedrich Aergerter
    Hommage à Günther Anders

    Ihm verdankt diese Zeitschrift ein gut Teil ihrer wiedergewonnenen internationalen Reputation, für Freundschaft und guten Rat dankt der Herausgeber ihm; in ein paar Tagen wird er sich, ohne (...)

  • Helmut Gollwitzer
    Lieber Günther Anders!

    Erlaube mir, bitte, zu den beiden Artikeln, die Du jetzt über die Gewaltfrage (in „Natur“, Dezember 1986, und im FORVM, Jänner-Februar 1987) veröffentlicht hast, einiges zu sagen, da mich das (...)

  • Konrad Paul Liessmann
    Der Aufschub der Philosophie

    Fast nur der Titel verrät, daß dies in Parenthese zum vorigen entstand, weil Konrad — der das Anders-Symposium konzipiert und organisiert hatte — sich bei der Eröffnung nicht selbst als Redner (...)

Vorläufiger FORVM-Index

Neues im WWW

Neueste Beiträge

  • Herbert Auinger
    FPÖ damals: Die „Nazi-Partei“

    In seinem 14. FORVM-Beitrag zieht Herbert Auinger den parteieigenen „Bericht“ der FPÖ-Historikerkommission ans helle Licht der Aufklärung – mit obgleich erwartbarem, so doch erstaunlichem Ergebnis. (...)

  • IG Autorinnen Autoren
    Solidarität mit Oksana Stavrou

    Am 23.2.2024 informierte die Theodor Kramer Gesellschaft mit der Bitte um Kenntnisnahme und Verbreitung wie folgt: „Unsere Autorin Oksana Stavrou wurde im Aktionsradius Wien physisch (...)

  • Karl Bruckmaier
    Paint it black

    „Bis man mich erschießt, werde ich darauf beharren, dass Kunst, sobald sie mit Politik in Berührung gebracht wird, unvermeidlich auf das Niveau beliebigen ideologischen Plunders herabsinkt.“ (...)

aus 42 Jahren FORVM

  • Hans Sprinzl
    Wissenschaft ist nicht Kultur (November 1962)

    „Trotz der wachsenden Erkenntnis dessen, was im Osten vor sich geht, bleibt die Wohlstandsgesellschaft des freien Westens den Hochschulen das gleiche schuldig, was die kapitalistische Gesellschaft (...)

  • Wolfgang Pehnt
    Ein Stil macht Karriere (Dezember 1962)

    Ferdinand Hodler in der Secession, Gustav Klimt gleich in drei Galerien: mit solch einem Massenangebot an Jugendstil begann die neue Wiener Ausstellungssaison. Wir lassen daher dem (...)

  • Hans Heinz Stuckenschmidt
    Musik unter Hitler (Dezember 1962)

    Musik ist eine unpolitische Kunst. Man kann einer Melodie jeden Text unterlegen, einen weltlichen und einen geistlichen, einen kommunistischen und einen faschistischen. Sie sträubt sich nicht (...)

  • Elisabeth Stengel
    Doctor Doderers Wuthäuslein (Dezember 1962)

    Ganz in der Nähe von Doderers Wohnung im IX. Wiener Gemeindebezirk ist an einem Gittertore auf schwerer Emaille-Platte in schwarzen und roten Lettern folgende Inschrift zu lesen: Bundesstaatliche (...)

  • Arthur Schnitzler
    Bemerkungen zur Politik (Dezember 1962)

    Anläßlich des 100. Geburtstages von Arthur Schnitzler haben wir eine bisher unveröffentlichte „Anatol“-Szene zum Abdruck gebracht (FORVM IX/101). Ehe das Schnitzler-Jahr zu Ende geht, publizieren wir (...)

  • Roland Nitsche
    Revolte gegen die Weltformel (Dezember 1962)

    Kontaktverlust ist mehr als ein soziologisches Problem. Es ist dieses erst, seitdem es das ontologische Problem des von seinem Denken verratenen Menschen gibt. In dieser beispiellosen Verwandlung (...)

  • Oscar Fritz Schuh
    Vom falschen „Spiegel“-Bild (Dezember 1962)

    Als Oscar Fritz Schuh uns ankündigte, er wolle dem FORVM einen Beitrag — ja, worüber? — über die „Spiegel“-Affaire liefern, wußten wir, daß dies etwas Besonderes werden mußte. Einer der Bedeutendsten des (...)

  • Felix Butschek
    Demagogie statt Programm (Dezember 1962)

    Man frage um Gottes Willen nicht, warum die ÖVP gewonnen hat. In Österreich werden Wahlen zumeist nicht von der einen Partei gewonnen, sondern von der andern verloren. Man frage also, warum die SPÖ (...)

  • Josef Kaut
    Volksverdummung statt Propaganda (Dezember 1962)

    Der Kulturpolitiker hat den Wahlkampf mit Unbehagen verfolgt. Ein Vielfaches der bescheidenen Summe, die von Bund, Ländern und Gemeinden in Österreich alljährlich für Volksbildung aufgewendet wird, (...)

  • Nach dem großen Wählerschrecken (Dezember 1962)

    Die ÖVP hat die Nationalratswahlen gewonnen. Da ist es nur fair, die Diskussion über dieses Ergebnis durch Voten aus dem Lager der Verlierer zu eröffnen. Mit jugendfrischem, unsern Lesern längst (...)

  • Hans Heinz Stuckenschmidt
    Musik unter Hitler (II) (Januar 1963)

    Inzwischen hatte Erich Kleiber durchgesetzt, in einem Konzert mit der Staatskapelle in der Staatsoper Unter den Linden ein neues Werk von Alban Berg zu dirigieren. Er hatte mit Berg seit langem (...)

  • Alexander Lernet-Holenia
    Die k. u. k. Vergangenheit (Januar 1963)

    Der Titel, den wir diesem Buche gegeben haben, könnte, zum mindesten auf den ersten Blick, anmaßend scheinen. Denn sollte Wien, von dem doch jeder, der von dort her ist, glaubt, daß es der Nabel der (...)

  • Friedrich Torberg
    Unterwegs in USA (Januar 1963)

    New York Das Flugzeug landet am späten Nachmittag. Ich erkenne die Stadt schon von weitem nicht, und das will etwas heißen. Immerhin habe ich fünf Jahre lang hier gelebt, und bei meinem letzten (...)

  • Gustav Eduard Kafka
    Neutralismus und engagierte Demokratie (Januar 1963)

    Wer unter einer Diktatur gelebt hat, weiß, daß „Neutralität“ gegenüber der Politik — politischer „Neutralismus“, politisches „Disengagement“ — eine der Ursachen totalitärer Herrschaft ist. Die (...)

  • Friedrich Torberg
    Unterwegs in USA (Februar 1963)

    Milwaukee Philadelphia, Washington und Chicago, meine bisherigen Reisestationen seit New York, kannte ich — wenn auch nur flüchtig — schon von früher her. Jetzt beginnt für mich die eigentliche (...)

  • Gustav Eduard Kafka
    Neutralismus und engagierte Demokratie (II) (Februar 1963)

    Die Wissenschaft, oder was sich als Wissenschaft ausgibt, hat jener „Alles ist Schwindel“-Mentalität durch Lehren Vorschub geleistet, die den nicht zu leugnenden Einfluß unsrer Wünsche, unsrer Triebe (...)

  • Siegfried Melchinger
    Grundfunktionen des Theaters (März 1963)

    Der nachstehend abgedruckte Text gibt das — nur unwesentlich gekürzte — Referat wieder, das Dr. Siegfried Melchinger bei der jüngsten Tagung der „Deutschen Dramaturgischen Gesellschaft“ in Köln (...)

  • Friedrich Torberg
    Unterwegs in USA (März 1963)

    Portland (Oregon) Der nordwestlichste Punkt meiner Reise, mit Betonung auf „nord“. Zwischen hier und Kanada, repräsentiert durch die Stadt Vancouver, liegt nur noch Washington. Der Staat (...)

  • Robert Peter
    Lateinamerika nach der Kuba-Krise (März 1963)

    Ob die Kuba-Krise eine Wende in der interamerikanischen Politik bedeutete, wird sich erst zu einem viel späteren Zeitpunkt beurteilen lassen. Im wesentlichen wird das von der Gesamtentwicklung des (...)

  • Karl Theodor zu Guttenberg
    Der alte Mann und der Westen (März 1963)

    In Kennedys „Grand Design“ spielt der Gedanke der Partnerschaft zwischen Europa und Amerika eine wesentliche Rolle. Und von Jean Monnet — einem gewiß vorzüglichen Europäer — soll der Satz stammen, daß (...)

  • Klaus Dohrn
    Der alte Mann und der Osten (März 1963)

    „Mit einem schwachen Frankreich ist die Verständigung unmöglich, mit einem starken sehr schwer“ — wie schwer, konnte wohl auch jener kluge Publizist unsrer Tage nicht voraussehen, von dem dieser Satz (...)

  • Phänomen de Gaulle (März 1963)

    Im vorigen Heft kam ein Europäer zu Wort, und zwar für England, gegen de Gaulle. Diesmal kommen zwei Europäer zu Wort, und zwar beide eher gegen England und jedenfalls für de Gaulle. Im vorigen Heft (...)

  • Franz Nemschak
    Ein Konzept für Österreichs Wirtschaft (März 1963)

    Seit mehr als einem Jahr wächst Österreichs Wirtschaft nur noch mäßig — mit einer Wachstumsrate von ungefähr 2% gegenüber durchschnittlich 6% von 1953 bis 1961 und durchschnittlich 12% von 1945 bis (...)

  • Oscar Fritz Schuh
    Zwischen Engagement und Verstaatlichung (April 1963)

    Ein kommunistischer Staat, der seine Schriftsteller ins Gefängnis wirft, nimmt deren Funktion und Verantwortlichkeit wenigstens ernst: diesen verblüffenden Gedanken äußerte unlängst ein berühmter (...)

  • Eugen Gürster
    Das Rätsel der Dummheit (April 1963)

    In seinem Buch über die Dummheit gesteht Robert Musil ganz offen: „Ich weiß nicht, was sie ist.“ In diesem Sinne wüßte jeder zum Bewußtsein erwachte Mensch von der Dummheit zwar zu sagen, daß sie ein (...)

  • René Marcic
    Was ist eine Tageszeitung? (April 1963)

    René Marcic, Dozent der Staatswissenschaften an der Universität Wien, hielt an der Universität Nürnberg-Erlangen eine Probevorlesung „Politische Tageszeitung und öffentliche Meinung“, und zwar wie (...)

  • Franz Theodor Csokor
    George Saiko zum Gedächtnis (Mai 1963)

    Der in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember 1962 so plötzlich verstorbene Schriftsteller und Kunsthistoriker Dr. George Saiko, der 1892 in Seestadtl in Nordböhmen zur Welt gekommen war, stellte, (...)

  • Ernst Nolte
    Der Faschismus in seiner Epoche (Mai 1963)

    Unter obigem Titel erscheint demnächst bei Piper, München, der Erstling des jungen deutschen Historikers Ernst Nolte, Schülers von Prof. Theodor Schieder. An der Arbeit, aus der wir einen (...)

  • Claus Gatterer
    Jugoslawiens Magen bleibt westlich (Mai 1963)

    Ein knappes Jahr hat genügt, um das gesellschaftliche Klima in Jugoslawien sehr wesentlich zu verändern. Vom optimistischen Aufwind der späten Fünfziger- und der ersten Sechzigerjahre ist heute kaum (...)

  • Borys Lewytzkyj
    Öffentliche Meinung in der Sowjetunion (Mai 1963)

    Zu den bedeutsamsten sowjetischen Neuerungen seit dem Tode Stalins gehört das Entstehen einer öffentlichen Meinung. Eine Parallele zur öffentlichen Meinung, wie sie im Westen heute besteht oder zu (...)

  • Wolfgang Pehnt
    Wenn Hoffnungen bauen ... (Juni 1963)

    Zu den Ruhmestiteln der Zwanzigerjahre zählt die Architektur. In den „weißen Städten im Grünen“, deren Architekten wohl von der Rationalität des Planens sprachen, aber die Poesie des Bauens meinten, war (...)

  • Friedrich Torberg
    Ist Karl Kraus vorlesbar? (Juni 1963)

    Dieser Helmut Qualtinger ist eine der vitalsten und originellsten Begabungen, die in der Zeit nach 1945 dem österreichischen Kulturboden entwachsen sind. Auch in den allmählich legendär gewordenen (...)

  • Alexander Lernet-Holenia
    Geheimbünde in Österreich? (Juni 1963)

    Der Bayerische Rundfunk, der mich für einen genauen Kenner österreichischer Verhältnisse zu halten scheint, hat die Anfrage an mich gerichtet, was ich denn zu den Einflüssen zu sagen hätte, die (...)

  • Claus Gatterer
    Jugoslawien ohne Jugoslawen (Juni 1963)

    Jedes Jahr im Herbst, wenn sich die Hotels an der Adria und in den Bergen leeren, wenn die Volksbanken darangehen, die von den Ausländern ins Land gebrachten Devisen zu bilanzieren, setzt in (...)

  • Friedrich Abendroth
    Lassalle und die Folgen (Juni 1963)

    Von Ferdinand Lassalle ist in diesen Wochen viel gesprochen worden. Die deutsche Sozialdemokratie feiert diesen Mann, der einer der wenigen echten Tribunen der deutschen Geschichte war, geradezu (...)

  • Manès Sperber
    Die falsche Alternative (Juni 1963)

    Wir sind zahlreich, wir, die niemals vergessen haben, daß der Westen durch sein verächtliches Versagen am Beginn des spanischen Bürgerkrieges eine Schuld auf sich geladen hat, die bis heute nicht (...)

  • Elisabeth Stengel
    Mißbehagen am Mittelmaß (Juli 1963)

    In Wien kann man den jeweils letzten Stand der dramatischen Neuheiten am besten bei den Aufführungen der Kellerbühnen registrieren. Hier erfolgte vor einigen Jahren der Einbruch des Neuen Theaters, (...)

  • George Steiner
    Homer bleibt dunkel (Juli 1963)

    Als Schuljunge wurde ich einmal gefragt, welchen Gestalten der Geschichte ich am liebsten persönlich begegnet wäre. Meine Wahl fiel auf Homer, Christus, Shakespeare, und dies nicht aus frühreifer (...)

  • Georg Lukács
    Privatbrief über Stalinismus (Juli 1963)

    Auf sieben Fragen des Herausgebers der italienischen Zweimonatsschrift „Nuovi Argomenti“, Alberto Carocci, betreffend Veränderungen der sowjetischen Szenerie seit dem XXII. Parteitag, antwortete (...)

  • Friedrich Heer
    Was ist Antikommunismus? (Juli 1963)

    Im ersten Heft des FORVM und folglich vor mehr als einem Jahrzehnt unternahm Univ.-Doz. Dr. Friedrich Heer mit unserem Herausgeber Friedrich Torberg ein Gespräch über das „Gespräch mit dem Feind“. (...)

  • Ernst Bloch
    Revolutionäre Verantwortung (Juli 1963)

    Verantwortlich ist man ungern, vor sich und gar vor den anderen. Vor sich wird dann fast jeder höflich, so auch ein sonst roher Kerl. Doch vor anderen, sobald sie einen zur Rechenschaft ziehen, (...)

  • Epilog zum 17. Juni 1963 (Juli 1963)

    Diesmal fiel der 17. Juni auf einen Montag. Also benutzten die Bundesdeutschen den nationalen Gedenktag zur Verlängerung ihres langen Wochenendes. Gibt es andere Formen des Gedenkens? Vor zehn (...)

  • Bernhard Leitner
    Artis sola domina necessitas (September 1963)

    Mit drei Forderungen begründete der Architekt Otto Wagner (1841-1918) seine revolutionierende Leistung: Jeder Bau muß seinen Zweck erfüllen und ausdrücken; das Material muß in jeder Weise diesem Zweck (...)

  • Elisabeth Stengel
    Ein produktiver Pedant (September 1963)

    1860, ein Jahr nach dem Tod Wilhelm Grimms, schrieb sein Bruder Jacob im Vorwort zum zweiten Band des „Deutschen Wörterbuchs“: Angemerkt zu werden verdient, dasz er mit dem buchstaben D, welchen er (...)

  • George Steiner
    Homer bleibt dunkel (II) (September 1963)

    Aber in welcher Schrift vollzogen sich Schöpfung und Überlieferung? Auch in dieser komplizierten Frage gibt es keine Übereinstimmung unter den Gelehrten. Die ionische Schrift, in der die Homerischen (...)

  • Georg Lukács
    Stalin ist noch nicht tot (Juli 1963)

    Stalin ließ den zwischen Hitler-Deutschland und den Westmächten ausbrechenden Krieg für einen ebensolchen imperialistischen Weltkrieg erklären, wie es der Erste Weltkrieg war. Das heißt: die damals (...)

  • Rudolf Strasser
    Hochschulen am Tiefpunkt (Oktober 1963)

    In der Frage der vieldiskutierten Hochschulreform sollte unseres Erachtens auch die Stimme der jungen Hochschullehrer zu Gehör kommen. Möglicherweise könnte sie die richtige mittlere Tonlage treffen (...)

  • Erwin Weissel
    Steuerzahlers Märchen (Oktober 1963)

    Wieder wird um das Budget gekämpft, wieder unter den sturmzerschlissenen Feldzeichen „linker“ und „rechter“ Wirtschaftsmythologie. Fern der einen wie der anderen kämpft untenstehend Dr. Erwin Weissel, (...)

  • Hugh Carlton Greene
    Rundfunk heißt Freiheit (Oktober 1963)

    In Abwandlung Rousseaus läßt sich vom heimischen Rundfunk bestenfalls sagen, er sei, obgleich in Ketten, frei geboren. Daß dieses ethische Postulat auch aktuelle Existenz sein kann, beweist das (...)

  • Norbert Leser
    Konturen des dritten Jahrtausends (Oktober 1963)

    Dem in die Vereinigten Staaten emigrierten, gegenwärtig an der Freien Universität Berlin lehrenden Österreicher Kurt Shell verdanken wir eine Darstellung des österreichischen Nachkriegssozialismus, (...)

  • Willy Brandt
    Abschied vom 19. Jahrhundert (Oktober 1963)

    In diesen Monaten hat sich die deutsche Öffentlichkeit der Tatsache erinnert, daß die Sozialdemokratische Partei hundert Jahre alt ist. Mitten in dieses Jubiläumsjahr fällt das Gedenken an den (...)

  • Wolf Rosenberg
    Gibt es Werktreue in der Musik? (November 1963)

    Es herrscht heute eine gewisse Scheu, Grundfragen musikalischer Wiedergabe zu erörtern. Dabei zieht man sich behaglich auf das Argument zurück, derlei sei dem Geschmack überlassen — als ob ein (...)

  • Salvador de Madariaga
    Don Giovanni und Don Juan (November 1963)

    Eine Amerikanerin — und wenn die Geschichte nicht wahr ist, so ist sie gut erfunden — sah zum erstenmal in ihrem Leben eine Aufführung des „Don Giovanni“; etwa in der Mitte des zweiten Aktes rief sie, (...)

  • Herbert Eisenreich
    Schreiben heißt identisch sein (November 1963)

    Der verdienstvolle Leiter des Deutschen Taschenbuch-Verlages, Heinz Friedrich, sammelt im Auftrag der Nymphenburger Verlagshandlung (München) Antworten deutschsprachiger Schriftsteller auf die (...)

  • Georg Lukács
    Zur Debatte zwischen China und der Sowjetunion (November 1963)

    Vor allem sei der rein theoretische, ja in mancher Hinsicht philosophische Charakter dieser Bemerkungen betont — der aber keineswegs eine Neutralität der Urteilsenthaltung bedeutet. Die (...)

  • Margaret Hacker
    Wie unsere Jugend haust (November 1963)

    Eine Befragung von 2500 jung verheirateten Paaren durch den Verein „Gut Haushalten“ zeigte klipp und klar, daß jenes Problem, welches die jungen Menschen von heute bedrückt, ja an den Rand der (...)

  • Edouard Roditi ߦVictor Brauner
    Surrealisten unter sich (Dezember 1963)

    Victor Brauner (geboren 1903 in Bukarest) ist einer der vielen Außenseiter unter den Pariser Malern. Nach seinen ersten Ausstellungen wurde ihm das Etikett „Surrealist“ angeheftet, das loszuwerden (...)

  • Edwin Hartl
    In den Niederungen Kakaniens (Dezember 1963)

    Es gehört zum paradox Faszinierenden aller Kunstübung, daß sie dem Flüchtigen Dauer verleiht und daß gerade der Moment des Sterbens oder Hinwelkens kraft künstlerischer Darstellung Ewigkeitswert (...)

  • Horst Althaus
    Vom mönchischen Stand des Kritikers (Dezember 1963)

    Es ist nicht sehr lange her, daß Heimito von Doderer behauptete, der Kritiker — und nicht etwa der Schriftsteller — sei der Mittelpunkt des literarischen Kosmos, weil jener das faszinierende (...)

  • Heinrich Bennecke
    Aus Deutschlands Krankengeschichte (Dezember 1963)

    Trotz der umfangreichen Literatur über die Weimarer Republik, ihre Endphase und die Entwicklung des Nationalsozialismus bis zum Regierungsantritt Hitlers sind die Forschungen über diesen Zeitraum (...)

  • Georg Lukács
    Zur Debatte zwischen China und der Sowjetunion (II) (Dezember 1963)

    Die Wahrheit ist, daß sowohl Kapitalismus wie Sozialismus universalistische Wirtschaftssysteme sind, deren innere Logik darauf gerichtet ist, die ganze Welt ihrer Produktionsweise zu unterwerfen. (...)

  • Ernst Bloch
    Traum von einer Sache (Dezember 1963)

    Nach der ungarischen Revolution, im April 1957, beschäftigte sich die SED-Parteigruppe an der Leipziger Philosophischen Fakultät mit der Lehre Ernst Blochs. Sie kam zu folgendem Schluß: „Diese (...)

  • Fred Ungart
    Presse und Werbung (Dezember 1963)

    Der Rahmen meines Themas — Presse, Werbung und Demokratie — mag vielleicht etwas weit gespannt erscheinen; trotzdem bin ich guten Mutes, denn der Zusammenhang zwischen Demokratie und Presse (...)

  • Heinrich Gleissner
    Presse und Partei (Dezember 1963)

    Wenn eine Partei sich mit „Öffentlichkeitsarbeit“ beschäftigt, so kommt darin zweierlei zum Ausdruck. Zunächst einmal ist daraus zu entnehmen, daß sie sich nicht mit den Fragen der Presse allein (...)

  • Fritz Klenner
    Presse und Freiheit (Dezember 1963)

    Pressefreiheit ist in der Demokratie theoretisch unbestritten, doch in der Praxis scheiden sich die Geister. Über die Aufgabe der Presse und die Rolle der unabhängigen Presse hat es daher lebhafte (...)

  • Zeitung heißt Unabhängigkeit (Dezember 1963)

    Real- und Rechtsgestalt des Pressewesens waren im FORVM seit je ein bevorzugtes Diskussionsthema. Hier wurde die Idee des österreichischen Presserates aus der Taufe gehoben — gleich in unserem (...)

  • Christian Broda
    Zwei Programme für Österreich (Dezember 1963)

    Welches ist für uns Österreicher die innenpolitische Bilanz des Jahres, das nun zu Ende geht? Ein sehr angesehener Vertrauensmann der Sozialistischen Partei eines westlichen Bundeslandes hat diese (...)

  • Bruno Kreisky
    John Fitzgerald Kennedy (Dezember 1963)

    Das furchtbare Ereignis ist noch zu nah, und ich bin noch zu sehr ergriffen, als daß ich in der Lage wäre, hier ein abgerundetes Bild der Persönlichkeit des Präsidenten zu geben. Ich bin ihm dreimal (...)

  • Oscar Fritz Schuh
    Kabarett der Enttäuschten (Januar 1964)

    Ein Freund hat mir kürzlich aus Wien zwei Schallplatten mitgebracht. Eine mit neuen Chansons von Georg Kreisler, die andere mit Liedern auf Artmann-Texte von Helmut Qualtinger. Beide Platten sind (...)

  • Peter Wilson
    Boris Pilnjak oder Kommunismus und Romantik (Januar 1964)

    Nach der Veröffentlichung seines ersten größeren Werkes, „Das nackte Jahr und andere Erzählungen“, zu Beginn der Zwanzigerjahre wurde Pilnjak von Trotzkij und anderen, weniger prominenten Kritikern als (...)

  • Hans Mommsen
    Von der k. u. k. Sozialdemokratie (Januar 1964)

    Der junge Historiker Dr. Hans Mommsen, welcher im FORVM bereits mit einem Essay über Victor Adler zu Wort gekommen ist („Die Wandlung Victor Adlers“, Heft VII/78 und 79-80), wäre nach amerikanischem (...)

  • Bruno Kreisky
    Ganz Europa soll es sein (Januar 1964)

    Es scheint mir notwendig, vorerst die Antwort auf eine Vorfrage zu geben: Was meinen wir, wenn wir Europa sagen? Hier könnte ich mich nun all der gängigen Definitionen und Interpretationen (...)

  • Economicus
    ... was nicht sein darf (Januar 1964)

    Zum Jahreswechsel hat die EWG das sechste Jahr ihres Bestandes vollendet, und daß sie dieses Jubiläum erreichte und nicht schon im Dezember in ihre Teile zerbrochen war, nannte Präsident Hallstein (...)

  • Kurt Skalnik
    Dollfuß war zur Machtprobe entschlossen (Februar 1964)

    I. Die Frage gilt der „Alleinschuld, der Hauptschuld oder der größeren Schuld am Ausbruch des unseligen Bruderkrieges vom Februar 1934“. Hier muß jeder Historiker, der die Ergebnisse der (...)

  • René Marcic
    Rechtsbruch geht zu Lasten der Regierung (Februar 1964)

    I. Wie die Erfahrung der Geschichte und theoretische Überlegungen lehren, findet man kaum jemals eine Alleinschuld von der nämlichen Art vor. Ebensowenig wird man hier von einer Hauptschuld oder (...)

  • Norbert Leser
    Schwarze Hauptschuld, rote Mitschuld (Februar 1964)

    I. Es dürfte heute wohl kaum mehr einem Zweifel unterliegen, daß die Hauptschuld an den unglückseligen Februar-Ereignissen und der Zerstörung der österreichischen Demokratie die Christlichsoziale (...)

  • Franz Kreuzer
    Schädeleinschlagen unter Berufung auf Ideale (Februar 1964)

    I. Ich glaube, daß die österreichische Rechte die Hauptschuld am Ausbruch des Bürgerkrieges 1934 auf sich geladen hat. Die Sozialdemokratische Partei war in der Ersten Republik wie in der Zweiten (...)

  • Ernst Koref
    Wie immer, wenn Kompromißlosigkeit ... (Februar 1964)

    I. Es sei zugegeben, daß die Haltung auf beiden Seiten intransigent war und zu einer verhängnisvollen Erstarrung der Fronten führte. Durch überspitzten Dogmatismus und verbissene Orthodoxie auf der (...)

  • Josef Klaus
    Ich kann und will nicht Richter sein (Februar 1964)

    I. Sie fragen nach der Schuld. Ich will Ihnen mit einigen Gegenfragen antworten: Gibt es eine menschliche Auseinandersetzung, an der im Anfang und späterhin ein Teil und nur dieser eine Teil und (...)

  • Ludwig Jedlicka
    Unter dem Druck der Außenpolitik (Februar 1964)

    Der 12. Februar 1934 ist ein wahrer Teufelskreis innen- und außenpolitischer Komponenten, deren keine man gesondert betrachten darf. Die Hauptaufgabe der Regierung Dollfuß war die Erhaltung der (...)

  • Felix Hurdes
    Zum Streiten gehören zwei (Februar 1964)

    Es liegt mir nicht, einen so umfangreichen Fragenkomplex, wie er im übermittelten Fragebogen angeschnitten wurde, in wenigen Sätzen zu beantworten. Es besteht die Gefahr, bei nicht gründlicher (...)

  • Josef Hindels
    Rot-weiß-rot statt schwarz-rot (Februar 1964)

    I. Die Hauptschuld an den Februar-Ereignissen 1934 trägt die Christlichsoziale Partei. Die führenden Männer dieser Partei haben die demokratische Republik stets gehaßt. Es ist kein Zufall, daß am (...)

  • Friedrich Heer
    Dollfuß war schuldiger (Februar 1964)

    Jeder Satz, jedes Wort, das heute ein Österreicher über die Situation von 1934 äußert, ist gleichzeitig eine politische Stellungnahme zu den österreichischen Verhältnissen von 1964. Wie heikel, wie (...)

  • Jacques Hannak
    Weit mehr positive Züge als heute (Februar 1964)

    I. Wenn mit der Frage nach der „Schuld“ der unmittelbare Ausbruch des Bürgerkriegs gemeint ist, so trifft die Schuld daran die Zusammenballung der Rechten. Von Schuld einer „Partei“ kann man (...)

  • Franz Grössl
    Verzeihen gilt auch in der Politik (Februar 1964)

    Obwohl ich nicht glaube, daß Ihre Umfrage dazu beitragen könnte, die Vergangenheit zu „bewältigen“, will ich sie dennoch beantworten, weil ich dem FORVM den guten Willen, mit dieser Aktion der (...)

  • Alfons Gorbach
    Nicht rückwärts blicken (Februar 1964)

    Ich weiche normalerweise der Beantwortung von Fragen, die mir Zeitungen oder Zeitschriften stellen, nicht aus. Diesmal kann ich aber die von Ihnen gestellten Fragen nicht im einzelnen, sondern (...)

  • Leopold Figl
    Es gab zu wenig Österreicher (Februar 1964)

    Eine Stellungnahme zu den einzelnen Punkten Ihres Fragebogens hätte zwangsläufig den Charakter einer individuellen Beurteilung der Ereignisse. Obwohl noch viele Männer leben, die 1934 aktiv in der (...)

  • Fritz Csoklich
    Warnung vor guten und bösen Österreichern (Februar 1964)

    Die Vergangenheit wird bei uns in Österreich gerne in der Weise bewältigt, daß man unangenehme Erinnerungen einfach ausklammert. Jetzt, dreißig Jahre später, werden alle die alten Geschichten wieder (...)

  • Anton Burghardt
    Die Sozialdemokraten waren Demokraten (Februar 1964)

    I. Das Wort „Schuld“ kann nur als subjektive Schuld verstanden werden. Es gibt aber bei Betrachtung der Februar-Ereignisse von 1934 weder eine subjektive, noch auch eine Gruppen-Schuld. Die (...)

  • Christian Broda
    Sie wurden auch Opfer Stalins (Februar 1964)

    Zuerst eine „Vorwarnung“ für Ihre Leser, soweit diese eine solche Warnung vor meiner Person benötigen. Ich bin einer der Jüngeren der älteren Generation, die am 12. Februar 1934 bereits politisch aktiv (...)

  • Karl Ausch
    Wir haben die Lektion gelernt (Februar 1964)

    Zuerst eine Vorbemerkung. Die Ankündigung der Sozialistischen Partei, am 12. Februar eine große Gedenkfeier zu veranstalten, hat die ÖVP veranlaßt, den Sozialisten vorzuwerfen, daß sie mit einer (...)

  • Februar 1934 — Februar 1964 (Februar 1964)

    Wir fragten: I. Zur historischen Schuld: Trägt eine der beiden Parteien des Bürgerkriegs an dessen Ausbruch die Alleinschuld, die Hauptschuld oder doch größere Schuld als die andre, oder verteilt (...)

  • Ludwig Reichhold
    Thesen über Austrofaschismus (Februar 1964)

    Hier wird keine Apologie des österreichischen Faschismus oder dessen, was dafür gehalten wird, versucht. Hier soll nur festgestellt werden, daß man es beim „Austrofaschismus“ mit einem äußerst (...)

  • Joachim-Ernst Berendt
    Der Schritt über die Grenze (März 1964)

    Die großen Musiker des Bebop in den Vierzigerjahren (u.a. Charlie Parker, Dizzy Gillespie, Thelonious Monk) haben den Jazz an jene äußerste Grenze der Abstraktion geführt, auf deren anderer Seite die (...)

  • René Marcic
    Recht, Staat, Rechtsstaat (März 1964)

    In relativer Jugend und doch ganz ohne die oft zugehörige Ellbogentechnik ist René Marcic, Mitglied unserer Redaktion und Chefredakteur der „Salzburger Nachrichten“, vormals Dozent an der Universität (...)

  • Claus Gatterer
    Neue Linke — altes Leiden (März 1964)

    Der italienische Sozialismus ist seiner Tradition treu geblieben: an der historischen Wende zur „apertura a sinistra“, die unternommen wurde, um endlich einen Teil der Arbeiterschaft in die (...)

  • Kurt Wolff
    Einsamer Kämpfer, liebenswerter Mensch (April 1964)

    Als der 76 jährige Kurt Wolff im Oktober vorigen Jahres an den Folgen eines tragischen Unfalls starb, verlor die deutsche Literatur ihre letzte, noch aus großer Vergangenheit herüberragende (...)

  • Georg Lukács
    Probleme der kulturellen Koexistenz (April 1964)

    Vom FORVM wird niemand erwarten, es sei einer Meinung mit Georg Lukács, großem Überlebendern aus Zeiten, da der Kommunismus prästalinistisch intellektuellen Glanz hatte. Vom FORVM wird desgleichen, (...)

  • Hans Winge
    Das Spiel wird ernst (Mai 1964)

    Zurück bis zu den prähistorischen Höhlenmalereien ist der Wunsch des Menschen erkennbar, Bewegung im Bilde festzuhalten. Weihnachten 1895 ging er, nach der Erfindung des elektrischen Lichts und der (...)

  • Hans Heinz Stuckenschmidt
    Wer will unter die Spezialisten gehen? (Mai 1964)

    So weit unser Blick in die Musikgeschichte reicht, sehen wir keine menschliche Gesellschaft, die auch nur annähernd in solchem Maße von Musik überschüttet worden wäre wie die seit dem zweiten Drittel (...)

  • Franz Theodor Csokor
    Bevor die Welt in Scherben ging (Mai 1964)

    Auch in Wien besinnt man sich nun, wie allerorten, auf den „Anbruch unseres Jahrhunderts“; die im Mai beginnenden Wiener Festwochen stehen unter diesem Motto und versprechen einen Blick auf „Kunst (...)

  • Supreme Court of the United States
    Regierende muß man beleidigen dürfen (Mai 1964)

    Zum erstenmal in seiner Geschichte befaßte sich der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Nordamerika mit dem Zusammenhang und Widerstreit von Meinungsfreiheit einerseits und Ehrenschutz (...)

  • Georg Lukács
    Probleme der kulturellen Koexistenz (II) (Mai 1964)

    Die großen Tendenzen unserer Zeit führen die kulturelle Koexistenz in ihrem eigentlichen Sinne herbei. Ich bin dabei weit entfernt davon, die bereits vorhandenen anfänglichen Formen — von (...)

  • Willy Brandt
    Vaterland statt Vaterländer (Mai 1964)

    Wir müssen offen sagen: Es steht nicht gut um Europa. Wo die Zusammenarbeit verstärkt werden müßte, herrscht Wirrwarr. Wo die Ziele weiter gesteckt werden müßten, herrscht Kleinmut. Die (...)

  • Ernst Kux
    Peking vor der Türe (Mai 1964)

    Karl Marx schrieb im „Achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte“, anknüpfend an Hegel und Heine, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen, das eine Mal (...)

  • Hans Heinz Stuckenschmidt
    Überfluß verdirbt den Geschmack (Juni 1964)

    Die Komponisten um die Mitte des 20. Jahrhunderts haben in Zusammenarbeit mit Physikern und Ingenieuren die Bereiche des organisierten Geräusches sowie allen nur denkbaren Schall sich verfügbar (...)

  • Albert Drach
    Der verhaftete Zwetschkenbaum (Juni 1964)

    Wenn nicht alles trügt, wird die österreichische Literatur demnächst um eine neue und sehr markante Autorenpersönlichkeit bereichert sein — „neu“ nicht unbedingt im gleichen Sinn wie „jung“, denn Albert (...)

  • Kurt Skalnik
    Dollfuß, Entdecker Österreichs (Juni 1964)

    Am 25. Juli sind es dreißig Jahre, daß auf dem Ballhaus platz in Wien zwei Schüsse krachten. Sie galten dem damaligen Bundeskanzler Doktor Engelbert Dollfuß. Sie trafen einen Mann, dessen Person und (...)

  • Julius Deutsch
    Dollfuß, Diktator aus Schwäche (Juni 1964)

    In einer Sitzung des parlamentarischen Beirates für den Bundeswohn- und Siedlungsfonds, der staatliche Mittel für gemeinnützige Bauvorhaben verwaltete, traf ich zum ersten Mal Dollfuß. Der kleine, (...)

  • Wien, 25. Juli 1934 (Juni 1964)

    Am 25. Juli 1934 wurde Engelbert Dollfuß erschossen. Dreißig Jahre sind lange genug, um seiner in Objektivität zu gedenken. — Dr. Kurt Skalnik ist unseren Lesern sowohl als Chefredakteur der „Furche“ (...)

  • Vladimir Dedijer
    Portrait des Mörders (Juni 1964)

    Gavrilo Princip wurde 1894 als Sohn einer Kmet-(Leibeigenen-) Familie im Grahovo-Tal, Nordwest-Bosnien, geboren. Geschichtliche Umstände hatten die Entwicklung der bosnischen Gesellschaft (...)

  • Georg Hohenberg
    Portrait des Ermordeten (Juni 1964)

    In den 20 Jahren, in denen ich Volks-, Mittel- und Hochschule besuchte, wurde mein Großvater Franz Ferdinand in so verschiedenen Gestalten aufs Katheder zitiert, daß ein Angehöriger meiner (...)

  • Sarajavo, 18. Juni 1914 (Juni 1964)

    Historische Ereignisse von so weittragender Bedeutung wie das Attentat, dem vor fünfzig Jahren, am 28. Juni 1914, das Thronfolger-Ehepaar der österreichisch-ungarischen Monarchie zum Opfer fiel, (...)

  • Christian Broda
    Das Parlament ist am Zug (Juni 1964)

    Die Menschen, die im öffentlichen Leben stehen, und die Richter — sie stehen in gleicher Weise unter der steten Kontrolle der Öffentlichkeit. Sie formen die öffentliche Meinung und die öffentliche (...)

  • Paul Flora
    ... da ich jenen sowieso nicht leiden kann (August 1964)

    Aus Innsbruck erhielten wir statt einer Karajan-Zeichnung folgenden Brief: Es tut mir leid, Ihrem Wunsche nicht willfahren zu können. Einmal bin ich im Begriffe, in einer Stunde in die freie (...)

  • Hans Menningen
    Die Austreibung Karajans (August 1964)

    An dieser Stelle bemerkte ich vor drei Monaten, nach Karajans Rückkehr, zum munter in Gang gesetzten Kesseltreiben seiner Gegner: „Es ist schwer, an die Aufrichtigkeit jener zu glauben, die meinen, (...)

  • Friedrich Torberg
    Im memoriam Hans Moser (August 1964)

    Sie hießen „Die Budapester“, weil sie ursprünglich aus lauter Budapestern bestanden und weil das Theater, in dem sie ihre Schwänke und Soli darboten, sich ursprünglich in Budapest befand. Übrigens (...)

  • Vladimir Dedijer
    Die Revolution der primitiven Rebellen (August 1964)

    Eine ganze Reihe theoretischer Spielarten des Individualterrorismus beeinflußte das Denken der Gruppe um Gavrilo Princip. Auf Grund der von mir eingesehenen Dokumentation kannten und studierten (...)

  • Norbert Leser
    Marxismus unterwegs zum Geist (August 1964)

    Es gehört zu den traurigsten Kapiteln der an beklagenswerten Einzelheiten nicht armen Nachkriegsgeschichte des geistigen und politischen Österreich, daß das Werk großer österreichischer Denker und (...)

  • Franz Nemschak
    Planung ist nicht Bolschewismus (August 1964)

    Planung in der Wirtschaftspolitik darf nicht mit zentral bürokratischer Planwirtschaft östlicher Provenienz verwechselt oder gar identifiziert werden. Die entschiedene Ablehnung des kommunistischen (...)

  • Walter Antoniolli
    Herrschaft durch Gewaltentrennung (August 1964)

    Der Präsident des Verfassungsgerichtshofes hielt auf dem Zweiten Österreichischen Juristentag das nachstehend abgedruckte Hauptreferat. Es geriet sogleich in den Mittelpunkt des Interesses dieses (...)

  • Harald Kaufmann
    Karajan noch in unserem Besitz (September 1964)

    Unser ständiger Musikreferent Hans Menningen hat im August-Heft unter dem Titel „Die Austreibung Karajans“ Grundsätzliches zum Problem und zur Affäre Karajan vorgebracht und hat damit weitgehend auch (...)

  • Ernst Ginsberg
    Die goldenen Zwanzigerjahre (September 1964)

    Der Schauspieler Ernst Ginsberg, dessen letztes Auftreten in Wien (1959 im Volkstheater als Molières „Misanthrop“) unvergessen und unvergeßlich ist, liegt seit vielen Monaten schwer erkrankt in einem (...)

  • Hans Strotzka
    Wien hat viel vergessen (September 1964)

    Im Zusammenhang mit Ihrer Frage drängt sich die Erinnerung an drei Gesprächsstereotypen auf, die beim zuhörenden Psychiater das gleiche Gefühl milder Verzweiflung auslösen. Erstens; am häufigsten in (...)

  • Ludwig Marcuse
    Die Welt hat wenig gelernt (September 1964)

    Selten merkt eine Epoche, welchen Fortschritt sie nicht gemacht hat. An Freuds fünfundzwanzigstem Todestag wird mancher Heitere den Haß, den Freud hervorgerufen hat, als viktorianisch belächeln. (...)

  • Willi Hoffer
    Die Revolution geht vielleicht weiter (September 1964)

    Ich möchte dem Leser zwei Antworten auf Ihre Frage vorlegen und ihm dann bei seinen Überlegungen assistieren. „Was ist von Freud geblieben?“ — meine erste Antwort ist: die Freud-Relique, der (...)

  • Was ist von Freud geblieben? (September 1964)

    Am 23. September 1939 starb Sigmund Freud in London. Dr.med.et.phil. Willi Hoffer hat noch unter ihm gearbeitet, war sodann Mitarbeiter Anna Freuds, las an der Universität London und ist (...)

  • Norbert Leser
    Marxismus unterwegs zum Geist (II) (September 1964)

    Der von Marx und Engels eingeführte Gesichtspunkt erlaubt es, ideologischen Prätentionen auf die Spur zu kommen und durch den Nebel von Ideen zu den Interessen vorzudringen, die sich dieses Nebels (...)

  • Christian Broda
    Strafrechtsreform — dritter Anlauf (September 1964)

    Nachfolgend drucken wir eine authentische Zusammenfassung betreffend die Ziele, aber auch die Grenzen der von Justizminister Dr. Christian Broda vorangetriebenen großen österreichischen (...)

  • Economicus
    Gulasch und Weltrevolution (September 1964)

    Es ist ein Jammer, daß die großen Augenblicke der Weltgeschichte für ihre Zeitgenossen durch nichts, aber schon gar nichts von ihren Normalaugenblicken zu unterscheiden sind. Da dröhnen keine Tuben (...)

  • Felix Weltsch
    Der Stiefel ist Italien (Oktober 1964)

    In der immer noch anwachsenden Sekundärliteratur zum Werk Franz Kafkas taucht neben anderen mehr oder minder absurden Interpretationen in regelmäßigen Abständen eine bestimmte Art symbolischer (...)

  • Max Brod
    Kafka stand niemals beiseite (Oktober 1964)

    Mit der nachfolgenden, in tschechischer Sprache gehaltenen Rede eröffnete Max Brod am 23. Juni 1964 die Prager Gedenk-Ausstellung für Franz Kafka. Der Achtzigjährige war zu diesem Zweck eigens aus (...)

  • Eduard März
    Planung ohne Planwirtschaft (Oktober 1964)

    I. In vielen akademischen Kreisen der westlichen Welt und insbesondere des deutschsprachigen Teils dieser Welt — wird noch immer die von Professor Hayek gestellte und von ihm negativ beantwortete (...)

  • Ernst Winkler
    Otto Bauer — Bild und Zerrbild (Oktober 1964)

    FORVM ist stets bestrebt gewesen, ein Forum aller geistigen Kräfte Österreichs zu sein. Der Austromarxismus schien uns hievon nicht nur nicht ausschließbar, sondern besonders beachtlich — als bisher (...)

  • Claus Gatterer
    Togliatti und die Ursachen (Oktober 1964)

    Das „Memorandum über Fragen der internationalen Arbeiterbewegung und ihre Einheit“, das der verstorbene Führer der KPI, Palmiro Togliatti, kurz vor seinem Tod in Jalta verfaßt und seiner Partei als (...)

  • Paul Hernadi
    Von Kapitalisten und Misanthropen (November 1964)

    Nathan der Weise, der Jude, der Klassische, der Zeitgemäße — sie verdecken oft den Blick auf Nathan den Bürger. Sir William Sampson oder der Oberst Odoardo Galotti, ein Patrizier mit Landgut und (...)

  • Tibor Déry ߦMirza von Schüching (Übersetzung)
    Über die Annehmlichkeiten der Zivilisation (I) (November 1964)

    Mit freundlicher Genehmigung des Autors und des S. Fischer-Verlages drucken wir nachfolgend ein Kapitel aus dem Roman „Herr G. A. in X.“, welcher auf deutsch noch nicht vorliegt. Tibor Déry, zu (...)

  • Eduard März
    Planung ohne Planwirtschaft (II) (November 1964)

    Was den privatwirtschaftlichen Sektor der Volkswirtschaft anlangt, ist der Plan nur als eine Vorschau auf die kommende wirtschaftliche Entwicklung gedacht, wobei ihm bestimmte Annahmen (...)

  • Hermann Mörth
    Delogierte Meinungsfreiheit (November 1964)

    FORVM verweist auf eine nunmehr elfjährige Regsamkeit als Marktplatz für Meinungsware von anderswo unanbringlicher Qualität und Quantität, als Stadion für den Amoklauf quer über geheiligte (...)

  • Claus Gatterer
    Togliatti und die Ursachen (II) (November 1964)

    Den „gewissen Pessimismus“ und die Furcht vor einer reaktionären Entwicklung teilt Togliatti mit Nenni. Daraus entspringt jedoch keine gemeinsame Politik — erstens wegen der Rivalität zwischen KPI (...)

  • Heinz Ohff
    Pop oder die Kunst, keine Kunst zu machen (Dezember 1964)

    Nicht wir wollen schockieren, sondern die Dinge schockieren uns. Winfred Gaul Es ist erst ein paar Jahre her, da kam uns seltsame Kunde aus Amerika. Die ersten Augenzeugenberichte hörte man mit (...)

  • Tibor Déry ߦMirza von Schüching (Übersetzung)
    Über die Annehmlichkeiten der Zivilisation (II) (Dezember 1964)

    „Meine Damen und Herren, was macht bei uns im Ausland das Leben so anziehend?“ fragte G. A. und beugte sich in seinem Schaukelstuhl nach vorn. Seine Stimme schien diesmal vor nervöser Erregung ein (...)

  • Hermann Mörth
    Entfremdete Arbeitswelt (Dezember 1964)

    Vor einigen Jahren hat Fritz Klenner mit Intuition und Sachkenntnis in einem Buch, das über Österreich hinaus aufhorchen ließ, das „große Unbehagen“ beschrieben, das die spätkapitalistische (...)

  • Guntram Hämmerle
    Entfremdetes Eigentum (Dezember 1964)

    Was Eigentum heißt, wird seit über tausend Jahren durch das römische Recht festgelegt. Nach diesem wird das Eigentum für den Menschen zu einem allgemein gültigen Rechtsverhältnis, welches festlegt, (...)

  • Norbert Leser
    Lenin und Schopenhauer (Dezember 1964)

    Das biographisch bezeugte Interesse Lenins an der Philosophie Schopenhauers führt auf die Spur eines Zusammenhanges zwischen den beiden so verschiedenen Denkern. Was Lenin an Schopenhauer (...)

  • Christian Broda
    Gesellschaft und individuelle Freiheit (Dezember 1964)

    Die individuellen Freiheitsrechte sollen die Privatsphäre des einzelnen in der Gesellschaft schützen. Das ist die geläufige Begriffsbestimmung. Was das Bestehen oder Nichtbestehen von (...)

  • Hans Kelsen
    Die Funktion der Verfassung (Dezember 1964)

    Das Recht ist ein System von Normen; und Normen sind der Sinn von Willensakten, die auf das Verhalten anderer gerichtet sind. Diese Willensakte sind Willensakte von Menschen oder von (...)

  • Christian Broda
    Gesellschaft und individuelle Freiheit (II) (Januar 1965)

    Die moderne arbeitsteilige Gesellschaft vergibt noch größere Macht an jene, die die Geschäfte der herrschenden Klassen führen sollen, als es in früheren Gesellschaftsordnungen der Fall gewesen ist. (...)

  • Heinrich Drimmel
    Was Wien zur Weltstadt fehlt (Januar 1965)

    Dr. Heinrich Drimmel, zweitens langjähriger Unterrichtsminister, erstens noch längerjähriger FORVM-Mitarbeiter, ist zur neuen Würde eines Vizebürgermeisters von Wien aufgerückt. In unsere gelassene (...)

  • Karl Kraus ߦHans Eberhard Goldschmidt
    Verschollene Faschingsnotizen von Karl Kraus (Februar 1965)

    Dem Wiener Buchhändler und Antiquar Dr. Hans Eberhard Goldschmidt verdanken wir die nachstehenden Kuriosa, für die wir uns keinen passenderen Erscheinungstermin wüßten als den jetzigen: der Fasching, (...)

  • Ignazio Silone ߦClaus Gatterer (Übersetzung)
    Begegnungen mit Musil (Februar 1965)

    Der am 1. Mai 1900 in Pescina dei Marsi in den Abruzzen geborene Ignazio Silone hat im FORVM schon so lange nichts veröffentlicht (zuletzt „Vom Schrecken des Wohlfahrtsstaates“, Heft VIII/91-92, und (...)

  • Egon Matzner
    Das Geheimnis des Wirtschaftsbeirates (Februar 1965)

    Hiemit setzen wir die FORVM-Diskussion über wirtschaftliche Grundsatzfragen fort, in der bisher zu Wort kamen: Eduard März („Planung ohne Planwirtschaft“, Heft XI/ 130), Franz Nemschak („Planung ist (...)

  • Ernst Topitsch
    Marx ist tot, es lebe Marx! (Februar 1965)

    Bekanntlich ist die Loslösung des modernen wissenschaftlichen Denkens von älteren Formen der Weltauffassung und Selbstinterpretation nur langsam und schrittweise erfolgt. So tragen zahlreiche (...)

  • René Marcic
    Ernst Jünger und der Weltstaat (Februar 1965)

    Der Mensch, wie er da ist, steht mitten auf dem Feld des Rechts; er bestellt es, nimmer stampft er es aus dem Nichts. Selbst an düstersten Orten leuchtet das Licht des Rechts, „unter armsel’gem, (...)

  • Economicus
    Dollar go home! (Februar 1965)

    Der Beschluß der französischen Nationalbank, 300 Millionen Dollar aus ihren Devisenreserven in Gold zu konvertieren, ist in der westlichen Welt als Claironsignal zum Angriff gegen die westliche (...)

  • Friedrich Torberg (Übersetzung) ߦEphraim Kishon
    Die zögernde Vorhut (Februar 1965)

    Der israelische Satiriker Ephraim Kishon, unseren Lesern durch die Vorabdrucke aus seinen deutsch erschienenen Büchern (und wohl auch durch die Lektüre der Bücher selbst) schon seit langem bekannt, (...)

  • Ivar Ivask
    Werkstatt als Schule des Lebens (März 1965)

    Es ist unwürdig, sich den Tatsachen zu verschließen. Es ist allerdings noch unwürdiger, von vornherein mit ihnen intim zu sein. Aber sich selbst in ihnen zuerkennen, das allein begründet eine (...)

  • Erwin Weissel
    Wirtschaftswunder oder Keynes? (März 1965)

    Die Prognosen über die Zukunft des Kapitalismus lassen sich bis zu Marx zurückverfolgen, also bis zu jener Zeit, da die — am Anfang grenzenlose — Begeisterung für die neue bürgerliche Gesellschafts- (...)

  • Ernst Topitsch
    Marx ist tot, es lebe Marx! (März 1965)

    Marx und Feuerbach haben das Motiv der Entfremdung aus theologisch-metaphysischen Spekulationen übernommen, nämlich aus dem deutschen Idealismus, dessen Zusammenhänge mit den Traditionen des (...)

  • René Marcic
    Ernst Jünger und der Weltstaat (März 1965)

    Wie ist Carl Ritters, des großen Geographen, großer Satz zu verstehen: „Auf den Menschen reimt sich die ganze Natur“? Hat überhaupt Protagoras je das Wort gesetzt, der Mensch sei das Maß aller Dinge? (...)

  • Sokratis Dimitriou
    Roland Rainers Richtmaß (April 1965)

    In einem Begleitwort zum Katalog der Ausstellung „Bauten, Schriften und Projekte 1955-1965“ bittet Roland Rainer um Verständnis, daß er „nur eine recht beschränkte Anzahl von ausgeführten Arbeiten (...)

  • Franz Taucher
    Rede über die Heimat (April 1965)

    Haben wir im ersten, allgemeinen Teil dieses Heftes einen Dominikanerpater und päpstlichen Professor eher „Linkes“ zur Kritik der Demokratie vorbringen lassen, so sei hier, im Literatur-Teil, einem (...)

  • Herbert Read
    Georg Lukács — Kritik und Gratulation (April 1965)

    Sir Herbert Read, 72jähriger Altmeister der angelsächsischen Kunstkritik, schrieb den nachstehenden Beitrag für eine demnächst erscheinende Festschrift (herausgegeben von Frank Benseler) zum 80. (...)

  • Bruno Kreisky
    Europäischer Realismus (April 1965)

    Im Rahmen des ökonomisch-soziologischen Kolloquiums der Universität Basel hielt der Bundesminister für Auswärtige Angelegenheiten eine vielbeachtete, aber ungenügend wiedergegebene Rede. Wir freuen (...)

  • Economicus
    Angriff auf Fort Knox (April 1965)

    De Gaulles Forderung, das Welt-Währungssystem durch Rückkehr zur Golddeckung zu reformieren, hat so viele Gründe und Hintergründe wie seine ganze Politik. De Gaulles hochpolitischer Husarenritt gegen (...)

  • Alfred M. Missong
    E. K. Winter — Mitschöpfer der Zweiten Republik (Mai 1965)

    Der Mann, dem diese Zeilen gewidmet sind, ist, so scheint es, von unserer Gesellschaft bereits kurz nach seinem Tode im Jahre 1959 dem Schicksal der Vergessenheit überantwortet worden: Er hat (...)

  • Carl Grünberg
    Forscher, Lehrer, Mandarine (Mai 1965)

    Dr. Carl Grünberg, vor 25 Jahren fast achtzigjährig gestorben, war Professor an der Universität Wien, Jude und Marxist. Daß er alles drei sein konnte, spricht für die Zeit, in der er es war (...)

  • Felix Ermacora
    Kelsen und die marxistische Staatslehre (Mai 1965)

    Eigentümlicherweise ist in der heute immer reicheren staats- und rechtswissenschaftlichen Literatur der westlichen Welt kaum ein Beitrag zu finden, der sich ernsthaft mit der Marx’schen Prophetie (...)

  • Johannes Spalt ߦFriedrich Kurrent
    Die Flaktürme — Podeste für das zukünftige Wien (Juni 1965)

    Die mittelalterliche Stadt Wien schuf sich mit St. Stephan ihre Mitte und mit dem Stephansturm ihre weithin sichtbare, auch heute noch wirksame Dominante. Die barocke Stadt sprengte zum (...)

  • Ernst Krenek
    Rätselhaftes Spanien (Juni 1965)

    Wie alles andere, wurde auch das Reisen gründlich demokratisiert. Privilegien sind selbst mit viel Geld nicht mehr zu kaufen. In der alten Zeit gab es den Orient-Expreß, der nur Multimillionären, (...)

  • Friedrich Torberg (Übersetzung) ߦEphraim Kishon
    Von Kellnern, Hoteliers und Parkplätzen (Juni 1965)

    Mit seinen beiden Satirensammlungen „Drehn Sie sich um, Frau Lot“ und „Arche Noah, Touristenklasse“ hat Ephraim Kishon, der erste Humorist des jungen Staates Israel, das Lesepublikum dreier (...)

  • Jürgen Rühle
    Die Republik der Unpolitischen (Juni 1965)

    Die Republik — wie gefällt euch das Wort in meinem Munde? Thomas Mann Im Oktober 1922 hielt Thomas Mann vor Berliner Studenten seine Rede „Von Deutscher Republik“, worin er es unternahm, die (...)

  • Alfred M. Missong
    E. K. Winter — Mitschöpfer der Zweiten Republik (Juni 1965)

    Für Winter war somit jeder gegebene Staat besser als der erst kommende, utopische, durch die Revolution erzeugte. Daß man durch politische auch soziale Revolutionen vorantreiben könne, sei ein (...)

  • Hans Mayer
    Von Cicero bis Ulbricht (Juni 1965)

    Die Auffassung der Gegenwart als heroischer Periode ist also im Kapitalismus eine unbewußte Flucht vor dem Realismus ins Rhetorische. Georg Lukács, Aktualität und Flucht (1941) in: Schicksalswende. (...)

  • Willy Brandt ߦErwin Weissel ߦFritz Csoklich ߦHeinrich Drimmel ߦWillfried Gredler ߦIring Fetscher ߦPaul Flora ߦFranz Taucher ߦAlexander Lernet-Holenia ߦErik G. Wickenburg ߦLudwig Reichhold ߦFriedrich Abendroth ߦHerbert Eisenreich ߦRoland Nitsche ߦWilli Schlamm ߦHeimito von Doderer ߦFelix Butschek ߦJosef Hindels ߦRené Marcic ߦBruno Pittermann ߦEduard März ߦGeorg Lukács ߦNorbert Leser ߦFranz-Martin Schmölz ߦRupert Gmoser ߦRudolf Weiler ߦErnst Koref ߦAnton Burghardt ߦJulius Deutsch ߦHermann Mörth ߦEduard Speck ߦGerhard Bronner ߦJosef Dobretsberger ߦAnton Fellner ߦAlbert Massiczek ߦOswald von Nell-Breuning ߦWalter Pollak ߦViktor Pospischil ߦJohann Schasching ߦGustav Scherbaum
    100 Worte Sozialismus (Juni 1965)

    Vor fünfzig oder gar hundert Jahren konnte man, tatsächlich oder vermeintlich, mit zehn Worten sagen, was Sozialismus sei. Reichen heute hiefür auch nur hundert Worte aus? Dies herauszufinden, (...)

  • Ignazio Silone
    Massen und Apparate (Juni 1965)

    In den wenigen Jahren vom Sieg der russischen Revolution bis zum Auftreten der faschistischen Bewegungen in einigen Ländern Westeuropas verlor die Masse ihren Glorienschein. Sie galt nicht mehr (...)

  • Leszek Kołakowski
    Materialismus als negative Mystik (Juni 1965)

    Der Wert der fundamentalen Unterscheidung Diltheys zwischen verstehenden und erklärenden Erkenntnisakten ist bis zu einem gewissen Grade von der psychologischen Interpretation dieser (...)

  • Friedrich Torberg
    Eine Erinnerung an Martin Buber (August 1965)

    Über Martin Buber, der am 13. Juni 1965 im Alter von 87 Jahren in Jerusalem starb, ist zum Gedenken sehr viel Ehrendes und Gründliches veröffentlicht worden, das meiste in der deutschen und (...)

  • Jürgen Rühle
    Thomas Manns Republik der Unpolitischen (August 1965)

    Kann nach eindeutigem Frontwechsel noch von einer Kontinuität der Weltanschauung gesprochen werden, wie es Thomas Mann bei der Drucklegung seiner Rede „von Deutscher Republik“ tat? Dieser (...)

  • Egon Eis
    Recht ist, was dem Richter nützt (August 1965)

    „Die Taktik, ideologische Gegner nicht nur physisch zu vernichten, sondern in Schauprozessen auch moralisch zu verdammen‚ ist uralt“, schreibt Egon Eis im Vorwort zu seinem demnächst im Econ-Verlag, (...)

  • Leszek Kołakowski
    Über die Unentbehrlichkeit der Metaphysik (August 1965)

    Die räumliche Vorstellung vom Verhältnis des „Bewußtseins“ zu den Körpern ist selbstverständlich zulässig. Zweideutigkeit entsteht jedoch immer dann, wenn der Materialist versucht, von diesem Standpunkt (...)

  • Ernst Bloch
    Der Mensch als Möglichkeit (August 1965)

    Am 8. Juli 1885 wurde Ernst Bloch in Ludwigshafen geboren, von wohlhabenden Eltern. Zunächst Studium aus Lust am geistigen Abenteuer: Philosophie, Germanistik, Physik, in München, Würzburg, Berlin, (...)

  • Bruno Kreisky
    Gespräch mit dem Osten (August 1965)

    In einer Zeit, da viel geredet und wenig gesagt wird, müssen Ausnahmen sorgfältig registriert werden. Nachstehend drucken wir daher die Präsentation einer österreichischen Außenpolitik, deren (...)

  • Economicus
    Sechs der Brüder sind wir gewesen ... (August 1965)

    Der große Krach in Brüssel ist da. Ohne jede pariserische Elegance hat de Gaulle die Tür zur EWG mit einem Knall geschlossen, der Widerhall in der ganzen Welt gefunden hat. Und doch ist dieser (...)

  • Albert Drach
    Amtshandlung gegen einen Unsterblichen (August 1965)

    Der Kommissarius nächst dem Westbahnhof, Anselmus Bonifazius Christophorus Linckerhandt, auch von seinen „Spezis“, das ist Duzfreunden, spaßhaft in sprachlichem Anklang an Abe Lincoln ABC Linckhorn (...)

  • Albert Drach
    Amtshandlung gegen einen Unsterblichen (Oktober 1965)

    Und die Klingel schrillte nach dem Sekretarius, der das Aufzusetzende einzusetzen hatte. Aber dieser kam nicht, sondern es erschien statt seiner ein junges Mädchen, das sonst die Bedienung (...)

  • Bericht aus Warschau (Oktober 1965)

    Das Stadtgericht in Warschau hat den 75jährigen Schriftsteller Jan Nepomuzen Miller zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er sich erlaubt hat, kritische Betrachtungen über die rückläufige (...)

  • Ivan Sviták
    Brief aus Prag (Oktober 1965)

    Daß der Weg, auf dem der nachfolgende Brief zu uns gelangte, nicht geschildert werden kann, begreift man bei seiner Lektüre. Der Adressat ist ein hoher kommunistischer Funktionär der ČSSR, der (...)

  • Oscar Bronner
    Die Richter sind unter uns (Oktober 1965)

    Unter dem Titel „Recht ist, was dem Richter nützt“ charakterisierte Egon Eis, FORVM XII/140-141, die NS-Justiz in einem allgemein gehaltenen Beitrag; daran schließt sich leider ganz zwanglos der (...)

  • Hermann Mörth
    Traum vom einen Sozialismus (Oktober 1965)

    Der Autor bat uns um Abdruck seiner folgenden Vorbemerkung: Dem unterrichteten Leser wird es nicht schwerfallen, Widersprüche zwischen den nachstehend entwickelten Gedanken und meinen früheren (...)

  • Hans Kelsen
    Recht und Logik (Oktober 1965)

    Über obiges Thema sprach im Frühling dieses Jahres der Schöpfer unserer Verfassungsurkunde vor jungen Wiener Akademikern. FORVM freut sich über die Bereitwilligkeit des Altmeisters der (...)

  • Hans Daiber
    Volksschriftsteller Marquis de Sade (November 1965)

    Auf dem westdeutschen Büchermarkt hält die Hausse in Büchern von und über den Marquis de Sade unvermindert an. Für jeden Verlag, der das Rennen um diesen Freudseibeiuns aufgegeben hat, springt ein (...)

  • Thomas Terry
    Virtuose des Lebens (November 1965)

    Von Casanova (Johann Jakob de Seingalt) heißt es in der altehrwürdigen siebenten Originalauflage des von Brockhaus herausgegebenen „Conversations-Lexicons“ (1830), er sei „bekannt durch seine Memoiren (...)

  • Hermann Mörth
    Traum vom einen Sozialismus (November 1965)

    Stalin hatte sich zuviel zugemutet, als er versuchte, sowohl den Ketzer Tito zu liquidieren als auch die gesellschaftlichen Konsequenzen der Industrialisierung der Sowjetunion zu verhindern. Die (...)

  • Hans Kelsen
    Recht und Logik (November 1965)

    Die Anwendung der logischen Regel der Schlußfolgerung auf Forderungssätze erfolgt demnach nach Dubislav nach dem folgenden Grundsatz: „Ein Forderungssatz F heißt im weiteren Sinne ableitbar aus einem (...)

  • Oscar Bronner
    Die Richter bleiben unter uns (November 1965)

    Im vorigen Heft brachte das FORVM einen Beitrag von Christian Broda mit der Einbegleitung, es bekenne sich hinsichtlich des Autors „nach wie vor zu Wertschätzung und Hochachtung vor einer Mischung (...)

  • Herbert Schambeck
    Parteiadelsrepublik Österreich (November 1965)

    Österreich ist ein Parteienstaat, d.h. ein Staat, in dem mehr Parteien als eine wirkkräftig sind. Eine Mehrzahl von Parteien tritt wahlwerbend auf und beherrscht in eindeutiger Weise das (...)

  • Friedrich Torberg
    Plädoyer für den Zwischenraum (Dezember 1965)

    Auf der Anfang Oktober abgehaltenen Tagung der „Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung“ in Darmstadt wurden als neu gewählte Mitglieder der Germanist der Universität Amsterdam, Prof. Jan Alker‚ (...)

  • Christian Broda
    Die Republik hat den Schlußstrich gezogen (Dezember 1965)

    [(Vorbemerkung Ich komme der Aufforderung der Redaktion des FORVM zur Stellungnahme zu den Aufsätzen „Die Richter sind unter uns“ (Heft XII/142) und „Die Richter bleiben unter uns“ (Heft XII/143) (...)

  • Marcel Reding
    Sozialismus als christliche Idee (Dezember 1965)

    Marcel Reding, aus Luxemburg gebürtig, ist Professor für Theologie an der Freien Universität Berlin. Er gehört zu den hervorragenden Kennern, Kritikern — und fast hätten wir hinzugefügt: Schätzern — (...)

  • An unsere Leser (Dezember 1965)

    Mit Ende dieses Jahres kehrt Friedrich Torberg, Gründer und langjähriger Herausgeber des FORVM, zu seiner literarischen Arbeit zurück und übergibt die Leitung der Zeitschrift nunmehr zur Gänze an (...)

  • J. Peter Stern
    Der teure Kauf (Januar 1966)

    Es ist wohl allgemein anerkannt, daß die deutsche Literatur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Weltliteratur gehört; keine andere literarische Epoche, auch nicht die der Weimarer Klassik, (...)

  • Eduard März
    Das Neo-Kapital (Januar 1966)

    Dr. Eduard März, Leiter der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung der Arbeiterkammer in Wien, gehört zu den wenigen auch international wohlakkreditierten Vertretern der österreichischen (...)

  • Erwin Weissel
    Zur Mythologie der Investition (Februar 1966)

    Dr. Erwin Weissel, unorthodoxer Vertreter der jüngeren Generation sozialistischer Nationalökonomen in der Wiener Arbeiterkammer, setzt hiemit seinen Emmythologisierungsfeldzug fort, siehe „Der (...)

  • Economicus
    Warten auf de Gaulle (Februar 1966)

    Als de Gaulle am 1. Juli 1965 unter gewaltigem internationalem Aufsehen den Verhandlungstisch des EWG-Ministerrates verließ und sich in den Pariser Schmollwinkel zurückzog, begann jene Krise der (...)

  • Friedrich Heer
    Der Fremde aus Wien (Februar 1966)

    Es war einmal ein Dichter, dem die erwachende Jugend ganz West- und Osteuropas zujubelte; Goethe hat ihm in der Gestalt des Euphorion im „Faust“ ein Mal der Erinnerung gesetzt; Lord Byron, der sich (...)

  • Alexander Lernet-Holenia
    Blätter der Erinnerung (Februar 1966)

    Die Wildgänse Zu einer gewissen Zeit brachten es die Umstände mit sich, daß ich fast jeden Sonntag nachts, gegen zehn Uhr etwa, über den Heldenplatz zu gehen hatte; und zwar kam ich von meinem Vater (...)

  • Adolf Schärf
    Oktoberputsch (Februar 1966)

    Aus dem stenographischen Protokoll des Nationalrates, 31. Sitzung, VI. Gesetzgebungsperiode (1949-1953), S. 1128 ff. In allen von den Russen besetzten Ländern war das, was die Kommunisten (...)

  • Karl Gruber
    In Fischers Netzen (Februar 1966)

    Aus seinem Memoirenwerk „Zwischen Befreiung und Freiheit“, Ullstein-Verlag, Wien 1953, 2. Auflage, S. 164 ff. Am 5. Mai 1947 organisierte die Kommunistische Partei „Hunger“-Demonstrationen in den (...)

  • Otto Bauer
    Wir Bolschewiken (Februar 1966)

    Der Bundeskanzler hat mir Freitag zugerufen: „Sie sind ein Bolschewik! Sie haben sich nie ehrlich zur Demokratie bekannt!“ Ich habe dem Bundeskanzler im Parlament nicht antworten können. Man kann (...)

  • Heinrich Drimmel
    Lauter Intellektuelle (Februar 1966)

    Der erste große Auftritt der Intellektuellen auf der politischen Bühne läßt sich auf den Tag genau feststellen: Versailles, 5. Mai 1789. Der König hatte die Generalstände einberufen; es war dies ein (...)

  • Mihajlo Mihajlov
    Warum ich schweigen muß (Februar 1966)

    Dr. Mihajlo Mihajlov, Dozent der Universität Zadar, wurde wegen einer Artikelfolge, worin er die Sowjetunion kritisierte, verhaftet und verurteilt. Er berief, und der Oberste Gerichtshof Kroatiens (...)

  • Otto Haindl
    Unterschiede zwischen Planung und Planung (März 1966)

    Gibt es Unterschiede zwischen Planung und Planung? Die Auseinandersetzung darüber ist in vollem Gang. Die alten Anhänger der Planung sind voll Hohn über Ausdrücke wie Planifikation, (...)

  • Zedenko Skreb
    Für rücksichtslose Literatur (März 1966)

    Nachfolgender Text des Ordinarius für Germanistik an der Universität Zagreb wurde auf der Studienkonferenz über kulturelle Beziehungen zwischen Ost und West im Europahaus Wien gesprochen. Wenn wir (...)

  • Louis Aragon
    Das Urteil (März 1966)

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Kommunist das Urteil, das die Geschworenen im Prozeß Sinjawski-Daniel in Moskau fällten, unbeteiligt zur Kenntnis nimmt. Wir haben es hier mit einer, (...)

  • Andrej Sinjawski
    Kommunismus als Religion (März 1966)

    Den nachfolgenden Aufsatz schrieb Andrej Sinjawski im Jahr 1959 für die französische Zeitschrift „Esprit“, die ihn anonym veröffentlichte. Heute liest man ihn über weite Strecken wie einen (...)

  • Oskar Kokoschka
    Warnung vor der Weltpolizei (März 1966)

    Am 1. März wurde Oskar Kokoschka 80 Jahre alt. Aus diesem Anlaß bringen wir nachstehend erstmals in deutscher Übersetzung (von Dr. Otto Graf) Ausschnitte aus einem Aufsatz, den Kokoschka im Jahre (...)

  • Erich Heller
    Die realistische Täuschung (April 1966)

    Zehn Jahre ist es her, daß Erich Heller, damals noch Professor für deutsche Literatur in England, zuletzt im FORVM publizierte („Beim Aphorismus genommen. Ein imaginärer Dialog über Karl Kraus“, Heft (...)

  • Gunnar Kumlien
    Besuch bei Frau Djilas (April 1966)

    Der Authentizität halber wurde der nachfolgende, in deutscher Sprache niedergeschriebene Bericht in seinem originalen, zur schwedischen Muttersprache des Autors hinneigenden Zustand fast (...)

  • Andrej Sinjawski
    Die Heiligen des Kommunismus (April 1966)

    Verlorene Illusionen, zerbrochene Hoffnungen, nicht verwirklichte Träume, wie sie die Literatur anderer Epochen und Systeme auszeichnen, widersprechen dem sozialistischen Realismus. Selbst wenn es (...)

  • Fritz Hochwälder
    Auf der Gassen ... (April 1966)

    Wien VII. Westbahnstraße 3, 3. Stock, Tür 11: Zimmer, Küche, Kabinett — da wohnten vor dem Ersten Weltkrieg mein Vater, meine Mutter, deren alte Mutter, unser Dienstmädchen Anna Waldbrühl und ich, das (...)

  • Andrej Sinjawski
    Tod dem positiven Helden (Juni 1966)

    Obwohl die sowjetischen Schriftsteller stolz sind auf die Traditionen der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts, die sie um jeden Preis weiterführen wollen — was sie in gewissem Maß auch tun — (...)

  • Alexander Lernet-Holenia
    Königgrätz (Juni 1966)

    Bisher hatte ich stets gedacht, daß wir die Schlacht von Königgrätz nur deshalb verloren hätten, weil einer meiner Onkel Stabschef des österreichischen Oberkommandierenden, Feldzeugmeisters Ludwig (...)

  • Heimito von Doderer
    Das Mark der Kritik (Juni 1966)

    In Sachen Literatur führt nichts so schnell zur vollständigen Barbarei wie die Ignoranz der Deuter. Günther Busch (in: „Der rote Sündenbock Anmerkungen zu Georg von Lukács“) Literaturkritik überall, (...)

  • Sokratis Dimitriou
    Die neue Welle in der Architektur (Juni 1966)

    Seit einiger Zeit scheint sich auf der Bühne der österreichischen Architektur ein Szenenwechsel vorzubereiten. Das zeigt sich in Wettbewerben und in veröffentlichten Projekten. Lautstarke Kritik (...)

  • Georg Prader
    Bewaffnete Neutralität (Juni 1966)

    Die nachfolgende, von uns erbetene Stellungnahme des Bundesministers für Landesverteidigung geben wir ungekürzt und völlig unverändert wieder: Ich wurde aufgefordert, zum Artikel „Unbewaffnete (...)

  • Hans Thirring
    Unbewaffnete Neutralität (Juni 1966)

    Neben den heute dominierenden unmittelbaren Zielen der Abrüstungsverhandlungen — Ausdehnung des Testverbotes auf unterirdische Experimente und Verbot der Weiterverbreitung von Atomwaffen — sollten (...)

  • Elisabeth Schilder
    Willkomm für Christian Broda (Juni 1966)

    Ich halte Christian Broda für nicht gänzlich unschuldig an der sozialistischen Wahlniederlage vom 6. März — soweit diese überhaupt personelle Ursachen hatte, also sehr weitgehend, denn was die (...)

  • Hans R. Klecatsky
    Für ein neues Pressegesetz (Juni 1966)

    Lassen Sie mich zum 20. Jahrestag der Gründung der Sektion Journalisten im Österreichischen Gewerkschaftsbund die herzlichsten Glückwünsche der Justizverwaltung, der Richter und Staatsanwälte, zum (...)

  • Anton Benya
    Für unbehinderte Kritik (Juni 1966)

    Aus Anlaß des 20jährigen Bestehens der Sektion Journalisten überbringe ich die Glückwünsche des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Die Journalistensektion zählt unter den rund 1,5 Millionen (...)

  • Koalition für Pressefreiheit (Juni 1966)

    FORVM ist ein bißchen stolz darauf, schon in den Jahren des Hinwelkens der Koalition, und damals sehr einsam, behauptet zu haben, daß die Alternative Koalition oder Opposition in jeder Demokratie (...)

  • Norbert Leser
    Tod und Leben des Austromarxismus (Juni 1966)

    Laut Otto Bauer, dem Führer der österreichischen Sozialdemokratie während der Zwischenkriegszeit, hat der amerikanische sozialistische Publizist Boudin die junge Wiener Marxistenschule, die sich in (...)

  • Mihajlo Mihajlov
    Bekenntnis zu Djilas (Juni 1966)

    „Warum ich schweigen muß“ hieß der erste FORVM-Aufsatz des jungen Dozenten der Universität Zadar, Dr. Mihajlo Mihajlov. Mit dem nachfolgenden Aufsatz bricht er dieses Schweigen. Wir neigen uns vor (...)

  • Friedrich Torberg
    Brief von der Schwiegermutter (Juni 1966)

    Wenn mit schöner, traditionsgesättigter Unregelmäßigkeit am jeweils Monatsfünften oder Monatsneunten das jeweils neue Heft des Neuen FORVM erscheint, geht mit mir eine so unheimliche anatomische (...)

  • Miroslav Krleža ߦBožena Begović (Übersetzung)
    Requiem für Habsburg (September 1966)

    Notwendige Vornotiz „Obzor“, Nachmittagsausgabe, 14. November 1918, Nr. LXIX, S. 3: Das Fest dauerte bis zum frühen Morgen. Und wie es schon geht in diesen stürmischen Zeiten, in denen sich alle, (...)

  • Georg Lukács
    Kunst als Selbstbewußtsein der Nation (September 1966)

    Vom Altmeister der revisionistisch-marxistischen Literaturgeschichte, dessen gesammelte Werke bei Luchterhand, Neuwied, bereits auf sechs starke Bände gediehen sind, erscheint ebendort im (...)

  • Norbert Leser
    Die Tragödie des Austromarxismus (September 1966)

    Die vorliegende deutsche Fassung dieses Aufsatzes wird Anfang 1967 in einem Sammelband der Nymphenburger Verlagsanstalt, München, unter dem Titel „Die europäischen Linksintellektuellen der (...)

  • Mihajlo Mihajlov
    Für eine freie Stimme (September 1966)

    Jüngsthin gab es in Jugoslawien eine immer größere Zahl offener und öffentlicher Äußerungen von Leuten, die mit der Politik des Bundes der Kommunisten (KP Jugoslawiens) ideologisch nicht übereinstimmen (...)