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FORVM

Beiträge

FORVM erscheint weiter

Dezember
1964

Mit dieser Mitteilung haben wir unseren Lesern schon einmal zuvor aufgewartet: es ist jetzt auf den Monat genau drei Jahre her, daß das weitere Erscheinen unserer Zeitschrift in Frage gestellt war. Erst in letzter Minute wurden wir damals durch das Dazwischentreten des Hans Deutsch Verlags (...)

Friedrich Torberg

Eine Erinnerung an Martin Buber

August
1965

Über Martin Buber, der am 13. Juni 1965 im Alter von 87 Jahren in Jerusalem starb, ist zum Gedenken sehr viel Ehrendes und Gründliches veröffentlicht worden, das meiste in der deutschen und schweizerischen Presse, das wenigste in der österreichischen — denn Buber war gebürtiger Wiener und entstammte (...)

An unsere Leser

Dezember
1965

Mit Ende dieses Jahres kehrt Friedrich Torberg, Gründer und langjähriger Herausgeber des FORVM, zu seiner literarischen Arbeit zurück und übergibt die Leitung der Zeitschrift nunmehr zur Gänze an Günther Nenning, der ihm seit 1959 als engster Mitarbeiter zur Seite stand und seit 1963 die Redaktion (...)

Friedrich Torberg

Brief von der Schwiegermutter

Juni
1966

Wenn mit schöner, traditionsgesättigter Unregelmäßigkeit am jeweils Monatsfünften oder Monatsneunten das jeweils neue Heft des Neuen FORVM erscheint, geht mit mir eine so unheimliche anatomische Veränderung vor, daß die Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde sich daneben wie ein harmloser Gschnas (...)

FORVM DES FORVMS

Oktober
1966

Liebe Leser, während unser Einfluß bei Einfußlosen rapide wächst, schwindet unsere Beliebtheit bei Einflußreichen noch rapider. Das Neue FORVM wurde mittels eingeschriebenen Briefes per 15. September d.J. aus seinen seit 12 Jahren innegehabten Räumen, als Untermieter im kulturellen Aktionsbereich (...)

FORVM DES FORVMS (II)

Dezember
1966

Liebe Leser, unter obigem Titel hatten wir letzthin den Verlust unserer Redaktionsräume und fast sämtlicher Einrichtung zu melden. Aus dem Aktionsbereich der Gemeinde Wien kam keine Rücknahme der Kündigung, aber die Versicherung, es sei nicht bös gemeint gewesen. Das freut uns. Mehr freut uns nur (...)

FORVM DES FORVMS (III)

Januar
1967

Liebe Leserinnen und Leser, dankenswerterweise ist auch dieses Jahr 1966 zu Ende gegangen. Zur Jahresmitte (Neues FORVM, Juni/Juli 1966) berichteten wir vom rapiden Anstieg der Auflage — bei weiterhin prekärer Finanzlage, denn das vorangegangene erste Jahr unserer verlegerischen Selbständigkeit (...)

Günther Nenning

Achtung, Maulkorb!

Januar
1967

An die Delegierten des Parteitags der SPÖ: Liebe Freunde, normalerweise würde ich das Folgende Euch auf dem Parteitag sagen können. Die innerparteiliche Kritik auf diesem Parteitag wird jedoch den Schönheitsfehler haben, daß die Vertreter bestimmter Meinungen dorthin nicht delegiert wurden. (...)

Günther Nenning

Friedrich Torberg

60 Jahre
August
1968

FRIEDRICH TORBERG wurde am 16. September sechzig Jahre alt. Das Ereignis wird, indem man es vermerkt, nicht wahrscheinlicher. Eben erst (1954) gründete Torberg das FORVM als seine unvergleichliche Waffe gegen alle Totalitären, insbesondere Stalinisten. Romancier und Lyriker von Graden, einer der (...)

Günther Nenning

Mord auf dem Gipfel

August
1968

Auf dem Gipfel eines steilen Anstiegs der Auflage, mitten in der Verwunderung, ob es so viele für uns geeignete Leser überhaupt geben kann, trifft uns ein fast perfekter Mordversuch. Im vorigen Heft erschien mein Aufsatz „Polizeisozialismus“, enthaltend durch Kritik qualifizierte Sympathie für die (...)

Günther Nenning

Ende einer Affaire

März
1969

Ich erkläre den einseitigen Bombenstop, Mögen die Nenning-Töter in hellen Scharen ihr Kriegshandwerk weitertreiben. Ich gedenke nicht, mich in einen professionellen Kreisky-Töter umfunktionieren zu lassen. Es gibt Wichtigeres zu tun. G. N., FORVM Nov./Dez. 1968 Solches Wichtigere ist zum Beispiel: (...)

FORVM DES FORVMS

April
1969

Im letzten Augenblick erfuhren wir, daß die Rede Außenminister Waldheims vor der UNO (S. 251 f.) in Wahrheit von Wilfried Daim stammt. Aber sie ist trotzdem sehr treffend. Vgl. dessen (Daims) neuestes Buch: Analyse einer Illusion. Das österreichische Bundesheer, Verlag Hindler & Deelmann, (...)

Humbert Fink

Kärntner Klagelied

April
1969

Merkwürdiges ereignet sich in diesem Land, und niemand zeigt darüber Bestürzung oder doch Befremden. Denn immerhin hat eine der spektakulärsten und — wie es schien — auch heilsamsten und aufrichtigsten Auseinandersetzungen vor allem kulturpolitischer Provenienz in Österreich jetzt ein Ende gefunden, (...)

Günther Nenning

So schön hams grauft

Zusätzliche Enttäuschungen für Humbert Fink
April
1969

Lieber Humbert Fink, in der Chronik Ihrer Heimatstadt Villach findet sich, wenn ich recht unterrichtet bin, schon im Jahre 1699 nach dem Bericht über ein besonders prächtiges Kirchweihfest die Eintragung des Stadtschreibers: „So schön hams grauft, ewigk schade dasz es jetzund aus is.“ Sie äußern (...)

Günther Nenning

Im Eigentum der Redakteure

Januar
1970

Ausgerechnet an meinem Geburtstag wurde ich enteignet. Am 23. Dezember 1969 unterzeichnete ich die entsprechenden notariellen Schriftstücke, mit denen meine Stammanteile als Alleingesellschafter der Schriften zur Zeit, Publikationsgesellschaft m.b.H., welche das NEUE FORVM verlegt, zur Gänze (...)

Waschzettel unserer Pressekonferenz

Oktober
1970

Ort und Zeit: Presseclub Concordia, Wien, 1.10.1970. Zweck: Wir wollen uns wehren gegen den Versuch, eine unbequeme Zeitschrift stillschweigend abzuwürgen. Kritik in Zeitungen darf nicht mit materieller Pression beantwortet werden. Das ist kein Problem des NF, sondern der Pressefreiheit. (...)

Forumhilfe

Oktober
1970

Forum im Spiegel

Februar
1971

Der eigenwilligsten links-katholischen Zeitschrift des deutschen Sprachgebiets droht der Kuckuck. Das in Wien erscheinende „Neue Forum“, ein in Europa einzigartiges publizistisches Organ des christlich-kommunistischen Gesprächs, sucht 193.000 Schillinge, gleich rund 27.000 Mark, um 1971 zu (...)

Friedrich Geyrhofer • Lutz Holzinger • Günther Nenning • Heidi Pataki • Reinhard Priessnitz • Peter Sagerschnig • Rudolf Schönwald • Michael Siegert • Michael Springer • Wilhelm Zobl

Gegen Treibjagd auf Spartakus

Erklärung der Gesellschaft der Redakteure des NEUEN FORVM
Februar
1972

Wir appellieren an die Regierung, die Justiz, die Polizei und die Massenmedien vor einer Kriminalisierung der Gruppe „Spartakus“. Der gegenwärtige Kurs der gerichtlichen und polizeilichen Maßnahmen steuert auf einen Punkt hin, wo politische Aktionen mit Gefängnis bestraft werden. Die von der (...)

Brigitte Kirchhoff

Frauenbefreiung

März
1973

Jede Zeile dieses Heftes, die sich mit der Frauenbewegung beschäftigt, wurde von Frauen, die sich im Dunstkreis des NF bewegen dürfen, erkämpft. Heidi Pataki, als einzige Frau Redakteurin des NF, erklärte mir, daß sie „schon schön langsam jede Lust verliert, sich mit den Ärschen herumzustreiten“. Ein (...)

Lutz Holzinger

Anatomie des FORVM-Lesers

Ergebnisse der Leseranalyse 1973
Mai
1973

Das erfreulichste Ergebnis der Fragebogenaktion war die ungeheuer hohe Quote von Antworten. Sie betrug rund 17%, während man in der Werbebranche mit Rücklaufquoten von maximal 5% rechnet. Das Bild, welches sich aus den Einsendungen ergibt, dürfte repräsentiv für die NF-Leser überhaupt sein. Dies (...)

Günther Nenning

Genet ist ein alter Tepp

Beitrag zur Gewalt-Diskussion
November
1977

Sogar ohne das gehobene Bein einer Distanzierungsformel — riskieren wir’s. M. S. (= Michael Siegert), Vorspann zu Jean Genet, Staatsschuld. Die RAF hat recht, NF Oktober 1977 I. Ich hingegen hebe das Bein, aus dem triftigen Grund, daß ich muß. Ich halt’s nicht aus, wenn linkes Gehirnschmalz dafür (...)

Josef Dvorak

Big Reinlege

Dezember
1977

Antwort an Nenning

Rudi Dutschke

Die allergrößte Sauerei

Oktober
1978

Aarhus, den 15. Oktober 1978 Wie doch eine echt linkssozialistisch berührte, allerdings sozialdemokratisch grundorientierte Zeitschrift manipulieren kann bzw. muß. In miserabelster „Status-quo“-Tradition von West und Ost. Die konkrete Wahrheit steht da nicht im Vordergrund. Vor Jahren schon mußte (...)

Günther Nenning
Zum Tod Friedrich Torbergs, Begründer des FORVM

Literatur und Kalter Krieg

Januar
1980

Friedrich Torberg starb am 10. November 1979, 71jährig. 1954 begründete er, zusammen mit Friedrich Hansen-Loeve, Felix Hubalek, Alexander Lernet-Holenia, das FORVM. Es hatte damals den Untertitel „Österreichische Monatsblätter für kulturelle Freiheit“ und wurde finanziert vom „Kongreß für die Freiheit (...)

Günther Nenning

Neue Blattlinie

Juli
1982

Viktor Matejka • Gerhard Oberschlick

Neu die Linie, alt das Blatt

Oktober
1982

Bisher war die erste Umschlagseite ein Verhau. Dilletantischer Versuch, auf Neo-Dada zu spielen, oder sonst ein Bluff. Ab der vorigen FORVM-Nummer teilt der Umschlag klar mit, was drin zu finden ist. Das ist ein Fortschritt. Bei jeder „neuen Blattlinie“ bleibt dem Leser, zu warten, bis sie älter (...)

Gerhard Oberschlick

FORVM der Krise

Oktober
1982

Michael Siegert, seit August wohlbestallter Redakteur des profil, ist gelernter Zeitgeschichtler. Fast zehn Jahre war er, bis zum vorigen Heft, geschäftsführender Redakteur des FORVM — nach knapp zehn Jahren Torberg (wortwitzstolze kalte Kriegskultur) und gut zehn Jahren Nenning (aufklärerische (...)

Fritz Herrmann • Günther Nenning • Gerhard Oberschlick • Alfred Pfabigan
Jubiläumskrach

30 Jahre FORVM

Dezember
1983

Günther Nenning hat, in Umkrempelung der Torberg’schen Gründung, vor etwa 20 Jahren einen neuen Typ Zeitschrift erfunden: die ihre äußeren und Binnen-Konflikte, statt sie in Vernichtungsintrigen auszukämpfen, relativ unverblümt im Blatt dokumentiert. Ein Beitrag zum Lehrfach: Vom Umgang mit Konflikten. (...)

Josef Dvorak • Michael Hopp • Günther Nenning • Gerhard Oberschlick
Anhang • Prolongation • Weitere 30 Jahre

Kleines Einigungsspiel

März
1984

Aber Günther Nennings Umkrempelung der Torberg’schen Gründung vor etwa 20 Jahren fortführend , spielen wir vor Euch unser Einigungsspiel, mittels dessen das FORVM zuletzt inneren Gleichmut wieder bewahrte. Wir spielen darin unsere eigenen Rollen und das Spiel ist erheblich Teil unserer Leben. Die (...)

Gerhard Oberschlick • Peter Pelinka

„Hat nun verkauft ...

September
1986

Was war das „Forvm“ doch für eine traditionsreiche Zeitung! In den fünfziger Jahren von Friedrich Torberg gegründet, im bisweilen angeblich von CIA-Geldern unterstützten konservativen Eck angesiedelt, aber für derlei Zeiten erstaunlich offen und dialogbereit ausgerichtet. Und erst gegen Ende der (...)

Gerhard Oberschlick • Andrea Orgonyi • Verein der Redakteure und Mitarbeiter des Forums

... will nun abtreten“

September
1986

Günther Nenning hat genug vom Erbe Torbergs und Lernet-Holenias: Außer Spesen nichts gewesen, fürs „Neue Forvm“ soll ein „Tepperter“ gefunden werden ... „Jo, jo: Verkaufts mei Gwand, i foar in Himmel ...“, dröhnt es aus dem Hörer begleitet von schallendem Gelächter. Der da dieserart röhrt, daß er die (...)

Gerhard Oberschlick

Einladung

September
1986

Liebe Leser! Zur Zeit werden die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Fortführung des FORVM geprüft. Für den Fall, daß sie durch den Herausgeber dieses Heftes erfolgt, ergeht hiermit die Einladung zur Subskription eines Abonnements des FORVM 1987 Mindestens sechs‚ höchstens (...)

Gerhard Oberschlick

Liebe Leser!

Januar
1987

Liebe Leser! Wir beehren uns, bekanntzumachen, daß wir den Medieninhaber gewechselt und den Herausgeber der vorigen Ausgabe in dieser und jener Funktion behalten haben. Stets Euer FORVM PS: So wird einer, leicht angejahrt, unversehens zum Jungunternehmer: materiell unverschuldet, wenn auch (...)

Frank Tichy

Ein fauler Hund

Oktober
1988

Friedrich Torberg, wäre er nicht schon 1979 gestorben, hätte kürzlich seinen Achtzigsten begangen. Beides reizte die österreichische Kulturwelt zu exzessivem Feierjubel, was das FORVM mit berechtigtem Stolz auf seinen Gründer erfüllt — Frank Tichy, Salzburger Pädagoge und Autor eines Buchs über China (...)

Buchhandlung Herrmann

Licht im Schatten von WAZ und Springer

FORVM (Wien)
Dezember
1988

Diesen Beitrag in der Zeitschrift „Listen“ schrieb Brigitte Herrmann 1988, damals Inhaberin der gleichnamig berühmten Buchhandlung aller Wiener Linken. Seit einigen Jahren heißt sie wieder Brigitte Salanda und ist gleich unterhalb des Dokumentationszentrums des österreichischen Widerstandes (DÖW) zu (...)

Gerhard Oberschlick

Ehret das Alter! • Vom Feiern

Dezember
1988

Soeben ist das FORVM 35 geworden, ist das nicht schön?, wenn auch an und für sich kein Alter. Weil doch das FORVM wahrlich kein Unmensch ist: zu Waldheim, gerade doppelt so alt, diesmal statt Recherche schönste Literatur; von uns aus kann er sich feiern. Davon verstehen wir unserenteils nıcht sehr (...)

Jürgen Langenbach

Ich kann es auch nicht mehr hören

Der Autor als unzufriedener Leser
November
1989

Der Antifaschismus hat Konjunktur, Verlagsprospekte und Rezensionsspalten quellen über vor lauter „Der Nationalsozialismus und ...“ (jede erdenkliche Berufsgruppe in jedem entlegensten Weiler), das launige Radioprogramm Ö3 hat den Unterhaltungswert des Widerstandes entdeckt und plaziert zwischen (...)

Gerhard Oberschlick

P.S: Geburtsfehler

November
1989

Rassenmerkmale finde ich keine in der Haider-Karikatur, pag 41 des vorigen Heftes, drum weise ich den Vorwurf faschistischer Ästhetik entrüstet von mir. Für einen Landeshauptmann, der (1., im Inlandsreport) Giselbert Hocke mit Valentin Oman verwechselt, diesen als „Subventionsempfänger“ diffamiert (...)

Nikolaus Dimmel

Vorausdenken und Revidieren

Gründe, ein FORVM-Leser zu werden
Mai
1990

Mediale Öffentlichkeit besteht in Österreich zum überwiegenden Teil darin, Nachrichten und Vorurteile dermaßen zu vebinden, daß das Vor-gerichtete nachrichtlich selbst-verständlich wird. Daß die massenmediale Fast-Food-Ausgabe bis dato nicht zur allumfassenden intellektuellen Anorexie geführt hat, (...)

Wiener Landesgericht: Kurzer Prozeß

Im Namen der Republik

Juli
1991

Am 23. Mai, kurz vor halbelf, wurde G.O. verurteilt, wegen angeblicher „Beschimpfung“ des „freiheitlichen“ Parteiführers und Landeshauptmanns von Kärnten. Das Verfahren geht, schon wegen seiner hübschen Analogie zur Causa Grabher-Meyer, an die Berufungsinstanz und, wenn nötig, auch wieder nach (...)

FORVM des FORVMs

Einstellen oder Übergang

Februar
1995

Presse-Resonanz auf die Akut-Drohung im Dezember-Heft: Alfred Worm, früher heftig von uns kritisiert, hat, zu seiner Ehre, als einziger es gemeldet; als erste »Top-Secret-Meldung« des Jahres in »News«; und er will, wie andere auch, sonst was für die Existenz des FORVM tun. Wer weiß was? Nachstehend (...)

Gerhard Oberschlick

P.S.: Widerrufliche Einstellung. Jetzt.

Dezember
1995

Das FORVM ist künftig nicht weniger wichtig als bisher. So wie bisher ist es aber nicht fortzuführen: Der Jahrgang 1995 umfaßt 4 Hefte mit zusammen 124 durchpaginierten Seiten; 1994 waren es 196 Seiten in 3 Ausgaben gewesen. Wenn mehr FORVM finanziell nicht möglich ist, ist so wenig FORVM erst (...)

Erich Klein • Klaus Nüchtern • Gerhard Oberschlick

„Nenning war ein korrupter Hund“

Juni
2016

Vor 30 Jahren übernahm Gerhard Oberschlick die intellektuell aufregendste Zeitschrift der Zweiten Republik: das FORVM. Ein Gespräch über 40 Jahre Zeitgeschichte. Wer versuchen wollte, das Geistesleben der Zweiten Republik zu rekonstruieren, kommt um das FORVM nicht herum. Der Jurist Alfred Noll (...)

Gerhard Oberschlick • Christian Palmers
Betrifft:

„Nenning war ein korrupter Hund“

Interview von Erich Klein und Klaus Nüchtern, Falter 29/16
Juni
2016

Betrifft: „Nenning war ein korrupter Hund“, Interview von Erich Klein und Klaus Nüchtern, Falter 29/16 Je 1 Berichtigung, Erklärung, Rechtfertigung Die beiden Interviewer haben aus meinem ungestalten Daherreden einen wundersam strukturierten Text vollbracht. Das war, schätze ich, eine schreckliche (...)

Gerhard Oberschlick

Nah und fern Günther Nenning

Später Nachruf ohne Kollegenrabatt
September
2020

Gesprochen an der Tagung „Günther Nenning — Journalist, Schriftsteller und politischer Querdenker“ am 20. Oktober 2018, veranstaltet vom Kulturausschuss der Gemeinde Weidring, wo G.N. zuletzt gelebt und der er seine Bibliothek vermacht hatte. Um diese mit Leben zu erfüllen, veranstaltet Helmut (...)

FORVM bei Wikipedia

Zeitschrift Neues Forvm Februar/März 1971

Die österreichische Zeitschrift FORVM wurde mit dem Untertitel Österreichische Monatsblätter für kulturelle Freiheit 1954 von Friedrich Hansen-Loeve, Felix Hubalek, Alexander Lernet-Holenia und Friedrich Torberg unter dessen Federführung und mit Mitteln des Kongresses für kulturelle Freiheit gegründet. 1966 wurde Günther Nenning Herausgeber, 1986 Gerhard Oberschlick. 1995 wurde die Print-Version des FORVM eingestellt. Ab dem Jahr 2000 gab es eine im Umfang stark reduzierte Online-Version, die im Juli 2018 umfassend erneuert wurde. Die international verbreitete Zeitschrift war Ausgangspunkt und Meinungsforum für zahlreiche politische und ideologische Diskussionen und Auseinandersetzungen.

Herausgeber Friedrich Torberg (1954–1965)

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Im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens war die Zeitschrift durch den rigiden Antikommunismus ihres Herausgebers Friedrich Torberg geprägt. Bereits in ihrer ersten Nummer gab es unter dem Titel „Gespräch mit dem Feind“ eine Kontroverse zwischen Torberg und Friedrich Heer über die Frage, ob es statthaft sei, mit Kommunisten zu reden (wobei Torberg „hoffnungslos nach Punkten dem Pro-Autor Friedrich Heer unterlegen“ war).[1] Es gelang Torberg, mit tatkräftiger Unterstützung von Hans Weigel und Ernst Haeusserman, aber gegen Günther Nenning, an den Wiener Bühnen einen Brecht-Boykott durchzusetzen, der Bestand hatte, bis das Wiener Volkstheater am 23. Februar 1963 Mutter Courage und ihre Kinder aufführte. Trotz starker Akzentuierung auf Theater und Literatur setzte das FORVM bereits in den ersten Jahren seines Bestehens wesentliche Impulse im Dialog zwischen Kirchen und Staat und zwischen den Ideologien und trug zur sozialwissenschaftlichen Fundierung der bevorstehenden Revolten bei.

1967 deckten Recherchen der Zeitschrift Ramparts und der Saturday Evening Post auf, dass es sich beim Geldgeber „Kongress für kulturelle Freiheit“ um eine CIA-Vorfeldorganisation mit dem Auftrag handelte, liberale und linke intellektuelle Strömungen in Europa im Kalten Krieg gegen den Kommunismus zu unterstützen.[2] Torbergs rabiater Antikommunismus erschien den Finanziers – nach mehreren Warnungen – schließlich nicht mehr tragbar, weshalb die CIA-Finanzierung 1961 eingeschränkt und 1964 eingestellt wurde.

Ab 1958 fungierte Günther Nenning de facto als Blattmacher des FORVM, erst streng kontrolliert von Torberg, ab 1964 jedoch in weitgehender Alleinverantwortung. Nach dem Rückzug des neuen Financiers Hans Deutsch 1965 zog sich Torberg ganz zurück.

Herausgeber Günther Nenning (1966–1986)

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Torberg übergab 1966 Eigentum und Herausgeberschaft des FORVM an Günther Nenning, der das Blatt – als „Christ und Sozialist“ – nach links öffnete, es bis Torbergs Tod aber in NEUES FORVM umbenennen musste. Er konnte die Auflage von 2.700 auf fast 30.000 Exemplare steigern. 1970 führte der Abdruck der Philosophie im Boudoir des Marquis de Sade (mit einem Kommentar von Michael Siegert)[3] zur Beschlagnahme der Nummer und einem Aushangverbot für mehrere Folge-Ausgaben durch das österreichische Innenministerium.[4] In dieser Zeit wurde im FORVM ebenso über Österreichs Verfassung und Neutralität diskutiert wie über Naturrecht, Vergangenheitsbewältigung, die sexuelle Revolution, Aktionismus und Terrorismus.

Von 1973 bis 1982 redigierte Michael Siegert die Zeitschrift. Er griff stärker als Torberg oder Nenning in die Texte von Autoren ein, was gelegentlich verärgerte Reaktionen hervorrief.[5] 1973 wurde das FORVM in der Folge der 68er-Revolte in das Eigentum eines Vereins „der Redakteure und Angestellten des FORVM“ überführt, Nenning blieb aber Herausgeber und Chefredakteur. Es gab einen Redaktionsbeirat Österreich und International.

1982 übernahm Gerhard Oberschlick die Funktion des Blattmachers, wurde jedoch von Nenning Anfang 1984 wegen Unbotmäßigkeit entlassen. Wesentliche Streitpunkte waren Nennings Kooperation mit dem damaligen profil-Herausgeber Peter Michael Lingens und dem Wiener Stadtrat Jörg Mauthe sowie die heimliche Finanzierung des so genannten Konrad-Lorenz-Volksbegehrens durch Hans Dichand und dessen Kronen Zeitung, mit denen Nenning auch publizistisch kooperierte.[6] Nenning brachte das FORVM auf eine fundamentalistisch-grüne Linie. Die Auflage sank dramatisch bis auf 1.700 Exemplare, das Blatt stand vor dem Konkurs. 1986 übergab Nenning die Zeitschrift an Gerhard Oberschlick.[7]

Herausgeber Gerhard Oberschlick (1986–1995 als Print- und ab 2000 als Online-Version)

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Oberschlick positionierte das FORVM neu, die Zeitschrift erholte sich und konnte die Auflage wieder auf bis zu 25.000 Exemplare steigern. Günther Anders wurde zum wichtigsten Autor, Rechtsstaat und Menschenrechte zentrale Themen. Aufmerksamkeit erzielte das FORVM, als Hans Lebert als Empfänger des von Alfred Toepfer gestifteten Grillparzer-Preises diesen zwar annahm, aber in seiner Rede den Stifter und alle Anschlussbemühungen heftig kritisierte. Der im Vorhinein eingeweihte Oberschlick druckte die Rede und ließ sie unmittelbar nach ihrer Verlesung durch den Heldenplatz-Darsteller Wolfgang Gasser im Großen Festsaal der Universität Wien als Sonderausgabe des FORVM verteilen.

1995 wurde die Druckversion der Zeitschrift „widerruflich eingestellt“. Ein Reprint aller 42 Jahrgänge (504 Heftnummern mit 6.664 Beiträgen von 2.121 Autoren auf 21.387 Seiten) ist 2004 erschienen.[8] 2021 erschien noch einmal eine Sonderausgabe Rudolf Burger Austrokopernikus als Heft 505.[9]

Ab dem Jahr 2000 existierte eine stark reduzierte Online-Version unter www.forvm.at. Im Juli 2018 wurde der Webauftritt neu gestaltet und erhielt den Untertitel, den auch die Print-Ausgabe im letzten Jahrzehnt ihres Erscheinens trug: Internationale Zeitschrift für kulturelle Freiheit, politische Gleichheit und solidarische Arbeit. Die Website enthält nun neben online veröffentlichten Beiträgen auch die Texte der Druckausgaben von 1954 bis 1995 samt Autorenregister sowie das Günther-Anders-Archiv, unter anderem mit einer Günther-Anders-Bibliographie 1924–2012.

FORVM-Autoren (Auswahl)

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  • Wissenschaft und Freiheit. Hrsg. Der Kongress für die Freiheit der Kultur. Internationale Tagung Hamburg, 23.–26. Juli 1953, veranstaltet vom Kongress f.d.F.d.K. und der Universität Hamburg. Grunewald, Berlin 1954.

Einzelnachweise

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  1. FORVM. Sondernummer im Frühjahr 1994
  2. Ebenfalls vom „Kongress“ finanzierte Schwesterzeitschriften waren Der Monat in (West-)Berlin, Preuves in Paris, Tempo presente und möglicherweise Libertà della Cultura in Italien, Cuadernos in Madrid, Encounter in London und Freedom First als Monthly des Indian Committee for Cultural Freedom in Bombay.
  3. Später separat als Michael Siegert: De Sade und Wir (= Makol Marxismus Bibliothek mab. 16). Frankfurt 1971
  4. Das Aushangverbot wurde später als verfassungswidrige Vorzensur generell aufgehoben.
  5. Z.B. Rudi Dutschke: Die allergrößte Sauerei. In: FORVM. XXV Jahr, Heft 299/300, S. 4.
  6. Gerhard Oberschlick: Das Konrad Lorenz-Millionen-Bingo. In: Wochenpresse. Nr. 52/1/24. Dezember 1984, S. 22 f.
  7. FORVM Heft 387–394, 30. September 1986, S. 2
  8. Reprint FORVM 1954–1995. 28 Bände plus Registerband in 6 Schubern. Ueberreuter, Wien 2001–2004, ISBN 3-8000-3834-X, AU 0568 (Gesamtausgabe).
  9. LXVIII. Jahr, Heft 505, Wien, Mai/Juni 2021, IV. Sonderausgabe Rudolf Burger Austrokopernikus

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