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Europa

Beiträge

Bruno Kreisky

Europäischer Realismus

April
1965

Im Rahmen des ökonomisch-soziologischen Kolloquiums der Universität Basel hielt der Bundesminister für Auswärtige Angelegenheiten eine vielbeachtete, aber ungenügend wiedergegebene Rede. Wir freuen uns, nachstehend die wesentlichen Gedanken im authentischen Wortlaut veröffentlichen zu können. Die (...)

Fritz Fellner

Weltgeschichte seit 1945

März
1968

Geschichte muß als ein Entwicklungsprozeß aufgefaßt werden, von dem auch die Gegenwart nur ein Glied ist. Wenn dies richtig ist, sollten wir keine Mühe sparen, die Geschichte der Vergangenheit mit den drängendsten Anliegen unserer eigenen Zeit in Verbindung zu setzen. In diesem Bemühen müssen wir (...)

Roland Nitsche

Geschichte, Politik und andere Unglücke

Mai
1968

Österreich Nicht die schlechteste Art, Völker zu unterscheiden, ist die nach der Form ihrer Reflexion auf sich selbst. Man beobachte doch nur einmal den Österreicher beim Spintisieren über Österreich, über seine vermasselte europäische Mission oder seinen inneren Kropf, über den „Schwierigen‘‘ oder (...)

Franz Karasek
Glossen zur Zeit

Kein Westen ohne Osten

Mai
1968

Kants Grab, Danzig, die Wiege Schopenhauers, Litauen, das Land Chopins und Mickiewicz’, der Wawel von Krakau, wo Kopernikus und Veit Stoss künftigen Geschlechtern unvergängliche Zeugnisse ihres Genius hinterlassen haben, das Prag eines Hus und eines Comenius, die Matthias-Corvinus-Ära, diese (...)

Arthur Schnitzler

Briefe zur Politik

Oktober
1968

Die hier erstmals veröffentlichten Briefe Arthur Schnitzlers stammen aus dem Teil des Nachlasses, der sich im Besitz Heinrich Schnitzlers befindet. Druckvorlagen waren die Durchschläge maschinegeschriebener Briefe. Die Orthographie wurde unwesentlich normalisiert. Im übrigen sei daran erinnert, (...)

Conrad Detrez

Zur Strategie der Revolution in Europa

März
1969

Die große revolutionäre Lektion aus den Pariser Maitagen 1968 ist eine strategische Lektion: man muß vom Reden zum Handeln übergehen in Form der Kontestation; sie erscheint heute als, wo nicht einziges, so doch sicherstes Mittel der Revolution, zugleich als das gewaltfreieste Mittel. Man muß sie (...)

Heinz Kuby

EWG: Vergeudete Ressourcen, entmenschte Arbeitswelt

I. Teil einer Analyse
August
1970

0. Die Bilanz der europäischen Gemeinschaften, die Bilanz der Integrations- oder Antiintegrationspolitik der Mitgliedstaaten ziehen, das verlangt die gesellschaftliche Wirklichkeit Europas ebenso wie seine weltpolitische Lage im ganzen zu erfassen, seine politische Struktur ebenso wie seine (...)

Adalbert Krims

Wie die Europäer Afrika ruinierten

Zur Geschichte der Befreiungsbewegungen I
März
1973

In der Nacht zum 21. Jänner 1973 wurde in Conakry der Generalsekretär der „Afrikanischen Unabhängigkeitspartei von Guinea und den Kapverdischen Inseln“ (PAIGC), Amilcar Cabral, ermordet. Einem Verbindungsmann des portugiesischen Geheimdienstes (PIDE) war es gelungen, das Vertrauen führender (...)

Michael Siegert

Sozialdemokratie und Imperialismus

1. Teil: Kriegsziele und Beutehoffnungen 1914-1918
September
1975

Das Schlagwort vom „Sozialimperialismus“ ist jetzt in Mode gekommen, vor allem durch den ausgiebigen Gebrauch‚ den die chinesische Propaganda der Sowjetunion gegenüber davon macht. Ähnlich geht es mit den Stichworten „Führerverrat“ und „Arbeiteraristokratie“; konkrete Untersuchungen, was das bedeuten (...)

Freimut Duve

Eure Polen, unsre Russen

Offener Brief an sozialistische Freunde in Frankreich
Februar
1982

Liebe Genossen, wieder einmal verstehen wir einander schlecht, oder hören aneinander vorbei. Vor vier Jahren sahen viele von Euch den Umgang mit der RAF durch die deutsche Öffentlichkeit als Kennzeichen deutscher anti-demokratischer Staatsräson. Mit Euch haben viele von uns seinerzeit die (...)

Friedrich Heer

Der notwendige Konflikt: Europa — Amerika

April
1984

In amerikanischen Kaufhäusern waren 1982 Kinderspiele zu kaufen, die War-Games, die Kriegs-Spiele der Großen imitierten. Da wurden also auf Karton-Karten Kriegsziele angegeben, die amerikanische Bomber und Raketen anvisieren: in Europa. Kriegsziele dieser Art waren: Hamburg, Köln, München und (...)

Friedrich Geyrhofer

Gott erhalte den Bankrott!

Österreich, Mitteleuropa
Juli
1988

Angenommen, ein „Anschluß“ würde kalt eingefädelt. Deutschmark in astronomischer Anzahl bräuchte man, um einen Block Wiener Zeitungen und Zeitschriften aufzukaufen. Blitzkriegartig wären alle überrumpelt, im nachhinein könnten die Verschwörer lässig beteuern, politische Absichten hätten sie keine. Daß (...)

Friedrich Geyrhofer

Blick in die Zukunft

Dezember
1989

Im Herbst fangen Kriege an, Revolutionen im Frühjahr. Eine bewährte Regel, die in der zweiten Hälfte des Jahres 1989 ad acta gelegt wurde. Daß es Gewißheit nur noch über die Vergangenheit gibt, ist das erste Ergebnis einer echten Umwälzung. Wenn jede Woche neue Fakten setzt, dann müssen Tatsachen im (...)

Thomas Rothschild

Kulturgulasch

Ketzerische Anmerkungen zur Mitteleuropa-Euphorie
Dezember
1989

Eben noch häuften sich die Symposien und Podiumsdiskussionen, die der Frage nachgingen, ob es eine spezifisch österreichische Literatur gebe, die sich von der deutschen signifikant unterscheide, von dieser abgrenzen lasse. Nunmehr gilt das kollektive Kopfzerbrechen nicht der Abgrenzung sondern (...)

Ladislav Mňačko

Eurohorror

Oktober
1990

Der Oberste Sowjet der UdSSR verabschiedete einstimmig, wie es ihm der Vorsitzende des Präsidiums des Obersten Sowjets verordnet hatte, das Gesetz über die sofortige Abschaffung der totalitären Diktatur, verbunden mit sofortigem Übergang zur totalitären Demokratie. Ab sofort wurde, laut diesem (...)

Hannes Hofbauer • Andrea Komlosy

»Gemeinsames Haus Europa«

Ohne Mauern geht es nicht
November
1992

Viel ist von der Heimkehr des Ostens nach Europa die Rede. So, als ob dieser nach 1945 von der westlichen Hälfte des Kontinents abgesprengt worden wäre. Jetzt sollen die Länder, die nach Horthy in Ungarn, Pilsudsky in Polen, Tiso in der Slowakei, König Michael in Rumänien, Zar Boris III. in (...)

Rudolf Burger

Determinanten der europäischen Integration

April
1994

I. Mythologisch ist die Geschichte Europas die Geschichte einer Entführung, semantisch ist sie die Geschichte einer Vergewaltigung: Kaum ein Begriff wurde mehr mißbraucht als der Begriff »Europa«. Er ist eine Sehnsuchtsvokabel für die einen, ein Nostalgiewort für die anderen, eine Beschwörungsformel (...)

Michael Häupl

Neue Chancen für Österreich innerhalb Europas

April
1994

M. H. ist Landesparteivorsitzender der SPÖ Wien Die Wiener Sozialdemokraten bekennen sich zu einem klaren JA für einen EU-Beitritt. Wohlwissend, daß dies zwar nicht den Eintritt in das Paradies bedeutet, aber vor allem aus ökonomischen, ökologischen und sicherheitspolitischen Gründen wünschenswert (...)

Gerhard Föger

Renationalisierung — Europa vor dem Scheitern?

Juni
1994

Europa leidet Qualen. Maastricht hat die EU-Mitglieder gespalten, der Prozeß der inneren Einigung ist trotz und auch wegen neuer Beitrittskandidaten ins Stocken geraten, daran kann das Wort von der »Union« nichts ändern. Der alte ist heute ein verunsicherter Kontinent, auf dem vorwiegend die (...)

Sven Papcke

Europa vor den Toren der EU

Probleme mit der Erweiterung der Brüsseler Gemeinschaft
Juni
1994

Jetzt stellt sich heraus, daß ihr Europa von Anfang an eine Einbildung war, sein Glaube und sein Fundament das Nichts Czeslaw Milosz Brüssel, 1. Februar 1993. An diesem Montagnachmittag eröffnete die Europäische Gemeinschaft das Beitrittsverfahren für die Aufnahme neuer Mitgliedsländer. Nachdem die (...)

Andreas Maier

Europacup

Juni
1994

Die Entscheidung auf den Punkt bringen, das ist das größte Gefühl. Otto Konrad, Fußballtormann* Wäre es zu weit hergeholt, den Fußball als Spiegel für die Politik zu sehen? Man könnte es versuchen. Was im Sport recht ist, scheint für die Politik nur billig zu sein. Das Elfmeterschießen etwa, das (...)

Haimo L. Handl

Versalzen

Dezember
1994

Die Mächtigen, der Geist und die Gespenster des Zeitgeists im Spiegel der Eröffnungsreden zu den Salzburger Festspielen 1994 »Europa beginnt in doppeldeutiger Magie.« Mit diesem Satz leitete der Philosoph George Steiner seine Festrede ein. Bevor auf seine Ausführungen und Schlußfolgerungen (...)

Sven Papcke

Wie geht es weiter mit Europa in Europa?

Über die EU nach der Erweiterung
Juni
1995

Da waren es endlich fünfzehn, nämlich Mitgliedsländer in der Europäischen Union (EU). Nicht sechzehn, wie es vorher in Brüssel nach endlosen und strapazierenden Verhandlungen der Ministerräte über Fischereiquoten, Beitragszahlungen in die Gemeinschaftskasse oder über leidige Agrarfragen verabredet (...)

Francesca Ferraris • Sabine Wagner

»Europäischer Vorzug über die andern drey Theile der Welt«

Zur Wahrnehmung des Fremden in der Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts
Juni
1995

In der uns geläufigen Vorstellung von Geographie und Geschichte erscheint der Europäer zwangsläufig als Beherrscher und Eroberer. Wir sprechen etwa vom »Zeitalter der Entdeckungen«, als hätte der Rest der Welt nur auf das Erscheinen des Entdeckers gewartet, um endlich existieren zu können. Dessen (...)

F. W. Bernstein (images) • Dorothee Piermont

Die letzten europäischen Kolonien

500 Jahre und kein Ende
Dezember
1995

»1492 — 1992: Parallelität aus Zufall oder Absicht?«, diese Frage stellte ein Jugendlicher der zu Frankreich gehörigen Karibik-Insel Guadeloupe 1989 in einem Leserbrief an die Zeitung »Lendépandans«. Die Ankunft 1492 von Columbus, den Austausch von Freundlichkeiten, die dann beginnende Kolonisierung (...)

Europa bei Wikipedia

Europa
Lage Europas auf einer WeltkarteAfrikaAsienEuropaNordamerikaSüdamerika
Lage Europas auf einer Weltkarte
Fläche 10.523.000 km²
Bevölkerung 746 Millionen (2020)
Bevölkerungsdichte 70 Einwohner/km²
Länder ca. 50
Zeitzonen UTC±0 (Island) bis UTC+5 (Russland)

Europa ist ein Erdteil, der sich über das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse erstreckt. Geographisch ist Europa ein Subkontinent, der mit Asien zusammen den Kontinent Eurasien bildet.

Der Begriff „Europa“ bezieht sich ebenfalls auf historische, kulturelle, politische, wirtschaftliche, rechtliche oder ideelle Aspekte. Deshalb wird der Erdteil als eigenständiger Kontinent betrachtet.

Die Einwohner Europas werden als Europäer bezeichnet. Mit über 740 Millionen Einwohnern, die auf einer Fläche von etwa 10,5 Millionen Quadratkilometern leben,[1] gehört Europa zu den dichtbesiedelten und stark urbanisierten Regionen der Erde.

Bedeutende politische Bündnisse Europas sind vor allem der Europarat und die Europäische Union.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europa, der Stier und Gefährtinnen, Fresko aus Pompeji (1. Jh. n. Chr.)

Der Name „Europa“ geht auf das altgriechische Εὐρώπη (Eurṓpē) zurück. Er wurde als Kompositum aus εὐρύς, eurýs, „weit, breit“ und ὄψ, óps, „Sicht, Gesicht“ aufgefasst, woraus sich die Bedeutungen „die mit der weiten Sicht“ oder „die Breitgesichtige“ ergeben.[2] Später wurde der Begriff latinisiert.

Europa in Herodots Weltbild (5. Jh. v. Chr.)

Nach der griechischen Mythologie war Eurṓpē eine phönizische Königstochter, die der in Stiergestalt auftretende Gott Zeus schwimmend auf seinem Rücken nach Kreta entführte. Nach Auffassung der Sprachwissenschaften stammt der Name aus dem Semitischen und wurde gräzisiert. Phonetisch naheliegend ist demnach die Herkunft vom akkadischen oder phönizischen Wort (ʕ)erebu bzw. (ʕ)arab „untergehen“ (bezogen auf die Sonne) sowie dem davon abgeleiteten phönizischen ʕerob „Abend, Westen“ (zur Assoziation des Abends mit der Himmelsrichtung vgl. Abendland sowie das arabische Maghreb, dem dieselbe semitische Wortwurzel zugrunde liegt wie offenbar Europa, nämlich ʕrb bzw. ġrb „vorübergehen“; zum ins Griechische nicht übernommenen semitischen Kehllaut am Anfang vgl. ʕ und ġ).[2]

Im 5. Jahrhundert vor Christus bezog der griechische Schriftsteller und Geograf Herodot den Begriff Eurṓpē, der als geografischer Begriff zunächst nur die Peloponnes bezeichnete[3], auch auf die Landmassen nördlich des Mittelmeers und des Schwarzen Meers, die er so von Asien (Asía) und Afrika (Libýe) unterschied.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Topographie Europas

Europa hat eine Fläche von etwa 10,5 Millionen Quadratkilometern und ist damit nach Australien der zweitkleinste Kontinent. Der nördlichste Punkt des europäischen Festlands ist Kinnarodden auf der Nordkinnhalbinsel in Norwegen, der südlichste ist die Punta de Tarifa in Spanien, der westlichste das Cabo da Roca in Portugal. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 3800 km. In Ost-West-Richtung misst das europäische Festland etwa 6000 km, vom Uralgebirge in Russland bis zur Atlantikküste Portugals.

Europa hat im Osten gegenüber Asien keine eindeutige geographische oder geologische Grenze. Deshalb sind die „Grenzen Europas“ eine Frage gesellschaftlicher Übereinkunft. Heute folgt man bei der Grenzziehung zwischen Europa und Asien weitgehend der Definition von Philip Johan von Strahlenberg. Danach bilden Uralgebirge und -fluss die Ostgrenze Europas. Zwischen dem Kaspischen Meer und dem Schwarzen Meer verläuft die Grenzlinie durch die Manytschniederung nördlich des Kaukasusgebirges, da an ihrer Stelle einst eine Meeresstraße das Kaspische Meer mit dem Schwarzen Meer verband.[4][5] Die oben im Artikel gezeigte Weltkugel zieht – davon leicht abweichend – die Grenze entlang des Kaukasus-Hauptkammes; diese Grenzziehung wird im englisch- und französischsprachigen Raum bevorzugt (→ Innereurasische Grenze).[6]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kontinent liegt hauptsächlich in den gemäßigten Breiten. Das Klima ist in Europa im Vergleich mit Gebieten gleicher geographischer Breite in anderen Erdteilen wegen des Einflusses des relativ warmen Golfstroms milder.

In großen Teilen Westeuropas stehen milden Wintern kühle Sommer gegenüber. In Gebieten, die weit vom Meer, also auch von dessen klimatisch ausgleichendem Einfluss entfernt liegen, sind die Temperaturunterschiede in verschiedenen Jahreszeiten stärker. In den größten Teilen Osteuropas ist das Klima durch das Fehlen des Meeres in unmittelbarer Nähe vorwiegend kontinental geprägt. Kalte Winter und heiße Sommer sind in diesen Regionen vorherrschend.

Klimakarte Europas nach Köppen-Geiger-Klassifikation

Durch die Erdrotation und die damit verbundene ablenkende Kraft kommen Winde hauptsächlich aus westlicher Richtung. Da in den Küstengebieten Westeuropas deswegen Winde vornehmlich vom Atlantischen Ozean wehen, kommt es fast ganzjährig zu Regen. In Ost- und Mitteleuropa ist die Niederschlagsmenge dagegen vergleichsweise gering, der Einfluss des Meeres auf diese Regionen eher ausfällt. Gebirge beeinflussen die Niederschlagsmenge ebenfalls stark. So zählen Teile der nordwestlichen Alpen zu den niederschlagsreichsten Gebieten Europas. Die Alpen wirken in diesem Fall als Barriere für Regenfronten.

In Gebieten nahe dem Mittelmeer herrscht überwiegend mediterranes Klima mit subtropischen Winterregen. Den trockenen und sehr warmen Sommern folgen milde und z. T. regenreiche Winter. Die mittlere Lufttemperatur liegt im Sommer zw. 22 °C im westlichen und 27 °C im östlichen Mittelmeer. Im Winter zwischen 8 °C im Ägäischen, während die Nordumrahmung des Mittelmeeres Januartemperaturen von nur 3 °C hat. Im Sommer gibt es vorwiegend Winde aus nördlicher Richtung, den Etesien. Im Winter bringen westliche Winde aus Richtung des Atlantischen Ozeans dagegen häufig Niederschlag mit. Aufgrund der im Herbst und Winter noch relativ hohen Wassertemperaturen erreichen die Niederschlagssummen, insbesondere an Staulagen (Steigungsregen) der östlichen Adriaumrahmung, die höchsten Werte in Europa. Sie liegen in Montenegro maximal bei über 4500 mm/a (Crkvice) und sind damit fast doppelt so hoch wie in den Staulagen der Nordalpen.[7] Es findet insbesondere im Winter durch kalte Windströmungen ein Luftmassenaustausch zwischen polar geprägter Kaltluft und den subtropischen Luftmassen statt. Diese Winde wehen insbesondere an natürlichen Reliefausflüssen wie der Mistral im Rhonetal sowie die Bora.

Im Norden Europas herrscht arktisches Klima, im Südosten an der Wolga dagegen Kontinentalklima mit heißen Sommern und geringem Niederschlag. So kommt es vor, dass in Lappland noch Schnee liegt, während in Sizilien Sommerhitze herrscht, es auf den Shetland­inseln regnet und in Andalusien Trockenheit dominiert.

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vegetation in Europa lässt sich anhand des Klimas in vier Zonen einteilen: arktisch, boreal, gemäßigt und mediterran. Durch jahrtausendelange menschliche Umgestaltung und agrarische Nutzung des Lebensraums ist die ursprüngliche Vegetation Europas in der gemäßigten und mediterranen Zone selten. Vom Menschen weniger beeinflusste Bereiche gibt es vor allem in den höheren Lagen der Gebirge und in den über 400 Nationalparks des Kontinents.[8]

Im Norden Europas sind in der arktischen Tundra nur Sträucher, Moose und Flechten zu finden. Weiter südlich schließen sich in Skandinavien und dem nördlichen Russland boreale Nadelwälder an (vorwiegend aus Fichten und Kiefern), in die ausgedehnte Moore eingebettet sind. In der gemäßigten Zone würden zwischen dem Atlantischen Ozean und den Karpaten unter natürlichen Bedingungen vermutlich vor allem durch Rotbuchen geprägte Laubwälder wachsen, in den wärmsten Tieflagen auch solche mit sommergrünen Eichen und Hainbuchen. Östlich des Verbreitungsgebietes der Rotbuche, etwa ab der Weichsel und dem Dnjestr bis zum südlichen Ural, wären wohl Mischwälder ausgebildet, in denen Stieleiche, Winter-Linde, Waldkiefer und – im Übergang zur nördlich anschließenden Nadelwaldzone – die Fichte die wichtigste Rolle spielen. Nach Süden schließt an diese Mischwaldzone nördlich des Schwarzen Meeres eine Region an, in der unter natürlichen Bedingungen Steppen­vegetation ausgebildet wäre.

Biogeographische Regionen Europas

Auch der Mittelmeerraum war ursprünglich wohl weitgehend bewaldet. Dort wäre die Vegetation ohne menschliche Einwirkung von mediterranem Hartlaubwald geprägt, der von immergrünen Eichenarten (v. a. Steineiche) beherrscht wäre, in den südlichsten und wärmsten Lagen auch mit starker Beteiligung von Olivenbäumen, Pistazien und Kiefern. Durch den anthropogenen Einfluss aber wachsen heutzutage vor allem Macchie- oder Garrigue-Gewächse. In den kühleren Lagen des Mittelmeergebiets spielen auch verschiedene sommergrüne Eichenarten, etwa die Flaumeiche, eine große Rolle. In den mittleren und höheren Lagen der Gebirge ist eine ursprünglichere Vegetation erhalten als in den Tieflagen. Hier sind auf kleinem Raum mehrere einander überlagernde Höhenstufen ausgebildet, wobei in Abhängigkeit vom Klima die einzelnen Komponenten einer solchen Höhenstufenzonierung sehr unterschiedlich sein können. In den Bergwäldern der mittleren oberen Höhenlagen sind neben der Rotbuche vor allem Tannen- und Kiefernarten, in den nördlicheren Gebirgen auch Fichte und Lärche von Bedeutung. Oberhalb der Waldgrenze sind in den Gebirgen Zwergstrauchheiden, alpine Rasen, und im Mittelmeerraum auch Dornpolstervegetation zu finden. Nach oben zu wird die geschlossene Vegetation von einzeln wachsenden Fels- und Schuttpflanzen abgelöst.

Laut der umstrittenen Megaherbivorenhypothese jedoch wäre Europa vor dem Einfluss des Menschen weniger bewaldet gewesen, vielmehr hätten abwechslungsreiche Weidelandschaften aus Wiesen, Gebüschen und kleineren Hutewäldern großflächig dominiert, geformt durch Pflanzenfresser wie Auerochse, Wisent, Tarpan und Rothirsch. Diese Hypothese wird u. a. durch die Häufigkeit von Eichen- und Haselpollen sowie das Vorkommen anderer Offenlandarten in Mitteleuropa während des frühen Holozän gestützt.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fauna Europas ist maßgeblich beeinflusst durch die naturräumliche Besiedlung des Menschen. Große Raubtiere wie Braunbär, Eurasischer Wolf oder Luchs sind im Norden oder Osten in größeren Beständen zu finden. Im äußersten Norden und Osten Europas kommen Rentiere und Elche häufig vor. Der Wisent wird aus Zoobeständen wieder in Osteuropa ausgewildert. Rothirsch, Reh und Wildschwein findet man in den meisten Regionen Europas. In Alpen, Pyrenäen und im Kaukasus leben Gämsen und verschiedene Arten des Steinbocks.[9] Die Saigaantilope ist auf Gebiete am Unterlauf der Wolga beschränkt.

In Europa typische Vögel sind u. a. Steinadler, Seeadler, Höckerschwäne, Gänsegeier, Ringeltauben, Haussperlinge und Amseln. In Südeuropa gibt es aufgrund des warmen Klimas eine größere Artenzahl an Eidechsen, Schlangen und Schildkröten. An der Küste leben Seehunde und andere Robbenarten. In den nördlichen Meeren sind die bekanntesten Wale Schwertwal und Schweinswal, im Mittelmeer verschiedene Delfinarten. Die bekanntesten Salzwasserfische sind Heringe und verschiedene Thunfischarten.

Zeitzonen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europas Zeitzonen auf der Weltkarte

Die Staaten Vereinigtes Königreich, Irland, Portugal und Island haben sich der westeuropäischen Zeit (WEZ/WET) zugeordnet, die identisch mit der koordinierten Weltzeit (UTC) ist. Sie entspricht der mittleren Sonnenzeit am Nullmeridian, der durch London und Ostengland verläuft.

Alle mittel- und einige west- und osteuropäischen Staaten nutzen die Mitteleuropäische Zeit (UTC + 1 Stunde), das sind Spanien, Frankreich, Andorra, Monaco, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Schweden, Norwegen, Deutschland, Polen, Österreich, die Schweiz, Liechtenstein, Italien, San Marino, die Vatikanstadt, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Nordmazedonien, der Kosovo, Malta und Albanien.

Die osteuropäische Zeit (UTC + 2 Stunden) nutzen Finnland, Estland, Lettland, Litauen, die Ukraine, Rumänien, Moldau, Bulgarien und Griechenland.

Die Moskauer Zeit (UST + 3 Std.) nutzen Belarus und ein Großteil des europäischen Teils Russlands sowie die Türkei.

Die meisten Staaten verwenden von Ende März bis Ende Oktober eine Sommerzeit, bei der die Uhren über diesen Zeitraum hinweg eine Stunde vorgestellt werden. Das gilt für alle EU-Staaten, auch die meisten europäischen Nicht-EU-Staaten folgen diesem Beispiel, jedoch nicht Island, Russland, Belarus und die Türkei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Expansion des Homo sapiens nach Europa vor rund 50.000 Jahren

Älteste Nachweise von Vertretern der Gattung Homo stammen derzeit aus der Sierra de Atapuerca in Spanien und sind bis zu 1,2 Mio. Jahre alt.[10] Noch ältere Fossilfunde aus Georgien (außerhalb der heute gültigen Grenzen Europas) sind 1,8 Mio. Jahre alt und werden als „Homo erectus ergaster georgicus“ bezeichnet. Im nordalpinen Europa beginnt der älteste Besiedlungshorizont mit Homo heidelbergensis vor ca. 600.000 Jahren.

Vor ca. 50.000 Jahren gelangte Homo sapiens nach Europa (vgl. Out-of-Africa-Theorie) und ersetzte nach und nach den Neandertaler. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten.

Zivilisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Römische Reich zur Zeit seiner größten Ausdehnung in den Jahren 115–117

Besonders die griechische Kultur, das Römische Reich und das Christentum hinterließen bis heute ihre Spuren. In der Antike vereinigte das Römische Reich zur Zeit des Augustus erstmals das gesamte südliche Europa zusammen mit den anderen Küstenländern des Mittelmeerraums in einem Großreich. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum in der Spätantike von Konstantin dem Großen gefördert (konstantinische Wende) und unter Kaiser Theodosius I. zur Staatsreligion erhoben – eine Entwicklung, die bis heute fortwirkt. Mit dem Ende der Antike brach im Westen das Imperium Romanum zusammen, bestand im Osten jedoch als (immer mehr griechisch geprägtes) Byzantinisches Reich bis 1453 fort. In dieser Zeit drängten mit der Völkerwanderung eine Vielzahl von meist germanischen Stämmen (Angelsachsen, Franken, Goten u. a.) in das westliche Europa und bildeten den Grundstein für zukünftige Nationen (England, Frankreich, Spanien).

Fränkisches Reich 481-814

Im Frühmittelalter erklärte das Paderborner Epos den Herrscher des Frankenreichs, Karl den Großen, zum „Vater Europas“ (pater Europæ).[11] Das Mittelalter war unter anderem geprägt von der Konkurrenz zwischen dem neuen römischen Kaiser im Westen (→ Römisch-deutscher Kaiser) und dem byzantinischen Kaiser in Konstantinopel (→ Zweikaiserproblem), auf deren beider Einflusssphären die später weiter vertiefte Spaltung in ein westliches und östliches Europa zurückgeht (→ Morgenländisches Schisma). Missionare verbreiteten das Christentum seit dem Frühmittelalter über Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa im Spätmittelalter christlich wurde. Im westlichen Europa gab es jedoch seit dem Investiturstreit im 11. Jahrhundert Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst um die Vorherrschaft. Im Zeitalter der Renaissance entdeckte man im lateinischen Westen das „Wissen der Antike“ wieder, was teils einen kulturellen Aufschwung bewirkte. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die westliche Kirche (mit der orthodoxen Kirche war es bereits im Jahr 1054 zum Bruch gekommen) in einen katholischen und evangelischen Teil. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verwüstete der Dreißigjährige Krieg weite Teile Mitteleuropas.

Seit dem 15. Jahrhundert bauten europäische Nationen (besonders Spanien, Portugal, Russland, die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland) koloniale Imperien mit großen Besitztümern auf allen anderen Kontinenten auf. Europa ist der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel durch christliche Missionierung, Kolonien, Sklavenhandel, Warenaustausch und Kultur).

Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der Aufklärung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit. In Frankreich kam 1789 durch die Französische Revolution das Bürgertum zur Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des nach der Revolutionszeit zur Macht gekommenen französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein Fiasko erlebte. Die konservativen Siegermächte versuchten darauf im Rahmen des Wiener Kongresses die vorrevolutionären Zustände wiederherzustellen, was nur vorübergehend gelang. Die Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt von der Verbreitung demokratischer Ideen und Systeme, der konservativen Reaktion darauf und dem mit ungezügeltem Nationalismus einhergehenden Imperialismus der Großmächte. Sowohl der Erste (1914 bis 1918) als auch der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und richteten riesige Zerstörungen an. In Letzterem verloren rund 60 Millionen Menschen ihr Leben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg ab 1947 war Europa in zwei große politisch-ökonomisch-militärische Blöcke durch den sogenannten Eisernen Vorhang geteilt. Sozialistische Nationen in Osteuropa waren im Warschauer Pakt durch die Sowjetunion dominiert. Eher Kapitalistische Nationen in Westeuropa waren in einem Block durch die Vereinigten Staaten von Amerika angeführt. Dazwischen gab es einige neutrale Staaten. Erst Perestroika und Glasnost führten in der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre zu einem politischen Kurswechsel. 1989 brach der Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel. Die Sowjetunion und der Warschauer Pakt lösten sich auf, US-Militärstützpunkte weiteten sich nach Zentraleuropa aus.

Mit Beginn der 1950er Jahre und insbesondere nach 1990 wachsen die Kulturen, Volkswirtschaften und politischen Staatsformen Europas verstärkt zusammen. Durch die Europäische Integration bildeten sich zahlreiche Institutionen der EU.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Länder Europas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Ziehung der Grenze zwischen Europa und Asien (siehe Abschnitt Geographie) gibt es zurzeit 46 bis 49 souveräne Staaten, die ganz oder teilweise in Europa liegen (Hauptstädte in Klammern); die Zugehörigkeit Georgiens und Aserbaidschans sowie die Unabhängigkeit Kosovos sind dabei nicht eindeutig.

ÖsterreichBelgienBulgarienRepublik ZypernTschechienDeutschlandDänemarkDänemarkEstlandSpanienFinnlandFrankreichFrankreichVereinigtes KönigreichVereinigtes KönigreichGriechenlandGriechenlandUngarnIrlandItalienItalienItalienLitauenLuxemburgLettlandNiederlandePolenPortugalRumänienSchwedenSlowenienSlowakeiIslandMontenegroNordmazedonienKroatienTürkeiTürkeiMaltaSerbienGrönlandFäröerNorwegenNorwegenIsle of ManGuernseyJerseyAndorraMonacoSchweizLiechtensteinVatikanstadtSan MarinoAlbanienKosovoBosnien und HerzegowinaRepublik MoldauBelarusRusslandUkraineAutonome Republik KrimKasachstanAbchasienSüdossetienGeorgienAserbaidschanAserbaidschanArmenienIranLibanonSyrienIsraelJordanienSaudi-ArabienIrakRusslandTunesienAlgerienMarokko
Staaten Europas
(Hauptstädte in Klammern)
Fußnoten
  1. a b Liegt je nach Auslegung (teilweise) in Europa, siehe #Teilweise in Europa liegende Staaten
  2. a b c d e f Hat außereuropäische Besitzungen, siehe #Außereuropäische Besitzungen europäischer Länder
  3. a b c Liegt teilweise in Europa, siehe #Teilweise in Europa liegende Staaten
  4. Umstritten. Kosovo wird von der Mehrheit der europäischen Staaten als eigenständig anerkannt. (Siehe Umstrittene Gebiete)
Außereuropäische Besitzungen europäischer Länder

Umstrittene Gebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Gebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daneben gibt es noch kleinere Territorien, die nicht integrierter Bestandteil eines Staates, aber auch nicht voll selbständig sind:

Teilweise in Europa liegende Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kasachstan liegt nach der am weitesten verbreiteten geographischen Abgrenzung am Uralfluss mit 5,4 Prozent seiner Landfläche in Europa. Etwas mehr als 20 % der Einwohner sind Angehörige europäischer Völker (Russen, Ukrainer, Polen, Deutsche). Es ist Mitglied in der UEFA sowie als Nachfolgestaat der Sowjetunion Mitglied der OSZE. Für gewöhnlich wird es politisch und kulturell zu (Zentral-)Asien gezählt.
  • Russland liegt mit bis zu 25 Prozent seiner Fläche in Europa, wenn man den Nordkaukasus dazuzählt. Im europäischen Teil leben, je nach Zuordnung des Nordkaukasus, etwa 65 bis 75 Prozent der Bevölkerung. Das Land ist ethnographisch, historisch und kulturell Teil Europas. In Asien liegen der Ostteil des Uralgebietes, Sibirien und der Ferne Osten Russlands.
  • Die Türkei liegt nach der traditionellen geographischen Abgrenzung an Bosporus und Dardanellen mit 3 Prozent ihrer Fläche in Europa. Etwa 12 Prozent der Bevölkerung leben auf dem europäischen Teil, allem voran in der Altstadt Istanbuls, der größten Stadt und historischen Hauptstadt. Die Türkei ist Mitglied des Europarats, bildet mit der EU eine Zollunion und wird bei internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen meist Europa zugeordnet.
  • Wenn man die Wasserscheide des Kaukasus als innereurasische Grenze ansieht, dann liegen auch kleinere Teile Georgiens und Aserbaidschans in Europa. Beide Länder sind, wie auch Armenien, Mitglied im Europarat.

Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliedschaft in Europäischen Organisationen 2024

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde als erste gemeinsame europäische Institution der Europarat gegründet, der nach Ende des Ost-West-Konfliktes 47 Staaten umfasst. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die 1975 als Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) damals blockübergreifend gegründet wurde, und der neben europäischen Ländern auch die USA und Kanada angehören.

Europaflagge

1951 schlossen sich Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Italien und Frankreich zur Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl EGKS zusammen. 1957 wurden mit den Römischen Verträgen die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Ab dem EG-Fusionsvertrag 1967 teilten sich die drei Europäische Gemeinschaften (EGKS, Euratom und EWG) die gemeinsamen Institutionen Kommission, Rat, Parlament und Gerichtshof. Mit dem Vertrag von Maastricht 1993 wurde die EWG in Europäische Gemeinschaft (EG) umbenannt und die Europäische Union gegründet, die die drei Gemeinschaften umfasste sowie um zwei intergouvernementale Politikbereiche die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und die Zusammenarbeit im Bereich Justiz und Inneres erweiterte. Nach der Ost-Erweiterung in den Jahren 2004, 2007 und 2013 sowie dem Austritt Großbritanniens zählt die EU gegenwärtig 27 Mitgliedsstaaten. Durch den Vertrag von Lissabon ging die EG 2009 vollständig in der EU auf. Heute sind 26 europäische Länder Mitglied der Europäischen Union sowie die Republik Zypern, die geographisch zu Asien zählt.

Mitgliedstaaten der Europäischen Verteidigungsagentur
Grün: Opt-in (Norwegen, Schweiz, Serbien, Ukraine)

Ein Großteil der Mitgliedstaaten der ebenfalls in den 1950er Jahren gegründeten Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) ist mittlerweile in die EU übergetreten, nur noch Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein sind Mitglieder. Die EFTA ist eine reine Freihandelszone ohne supranationale Entscheidungsbefugnisse.

In militärischer Hinsicht ist die NATO (Nordatlantikvertrag-Organisation) in Europa von Bedeutung. Sie wurde 1949 aufgrund der sich abzeichnenden Differenzen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zwischen den Westalliierten und der UdSSR gegründet. Neben den 23 europäischen Mitgliedern sind auch die USA, Kanada und die Türkei Mitglieder der NATO. Die Europäische Verteidigungsagentur trägt seit 2004, „zur Ermittlung von Maßnahmen zur Stärkung der industriellen und technologischen Basis des Verteidigungssektors“ in der EU bei.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der UNO kennt eine Region Europa, die die Russische Föderation und die gesamte Türkei mit einschließt.[12]

Einige Staaten gehören geographisch nicht zu Europa, sind aber Mitglieder europäischer Organisationen. Zypern liegt im östlichen Mittelmeer nahe der Küste Asiens, zu dem es deshalb geographisch gezählt wird. Geschichtlich und kulturell ist es jedoch eng mit Europa verbunden und politisch und kulturell Mitglied europäischer Organisationen. Seit 2004 ist die Republik Zypern Mitglied der EU. Die transkaukasischen Staaten Armenien, Aserbaidschan und Georgien werden geographisch je nach Definition teilweise oder vollständig zu Asien gerechnet. Geschichtlich und kulturell sind jedoch die beiden mehrheitlich christlichen Staaten Armenien und Georgien mit Europa verbunden. Alle drei Staaten sind Mitglieder des Europarates und werden bei internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen meist Europa zugeordnet. Israel liegt geographisch in Asien. Bei internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen wird es oft in Europa einbezogen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsdichte in Europa 1994

Mit über 740 Millionen Einwohnern gehört Europa zu den dichter besiedelten Teilen der Erde. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt etwa 70 Einwohner pro km². Vor allem in West-, Mittel- und Südeuropa ist die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während sie weiter nach Nord- und Osteuropa stark abnimmt.

Die zentral gelegene Bevölkerungskonzentration in West-, Mittel- und Südeuropa, die sich bandförmig zwischen der Irischen See und dem Mittelmeer erstreckt, wird unter der Bezeichnung „Blaue Banane“ als wirtschafts- und siedlungsgeographisch bedeutende Megalopolis klassifiziert.

Bevölkerungsentwicklung in Europa[13]
Jahr Bevölkerung Geburten Tode Veränderung Quoten (pro 1000) Geburten-
rate
Lebens-
erwartung
Geburten Tode Veränderung Zuwanderungs-
quote
1950 549,721,718 12,202,220 6,473,233 5,728,987 22.2 11.8 10.4 -1.6 2.70 62.8
1960 605,629,870 12,098,378 5,783,828 6,314,550 20.0 9.6 10.4 -0.4 2.58 68.8
1970 656,521,426 10,568,071 6,602,177 3,965,894 16.1 10.1 6.0 0 2.28 70.0
1980 693,437,228 10,156,371 7,422,720 2,733,651 14.6 10.7 3.9 0.4 1.93 70.9
1990 721,497,282 9,235,425 7,681,197 1,554,228 12.8 10.6 2.2 0.7 1.72 72.9
2000 726,968,473 7,325,763 8,401,888 -1,076,125 10.1 11.6 -1.5 1.4 1.42 73.5
2010 736,276,813 8,227,484 8,128,387 99,097 11.2 11.0 0.1 1.7 1.61 76.5
2020 746,225,356 6,938,739 9,119,281 -2,180,542 9.3 12.2 -2.9 1.5 1.47 77.7

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als 90 Prozent der Einwohner Europas sprechen indogermanische Sprachen. Am weitesten verbreitet sind slawische, germanische und romanische Sprachen. Auch Griechisch, Albanisch, die baltischen und keltischen Sprachen sowie das Romani zählen zu den indogermanischen Sprachen.

Gemessen an der Zahl der Muttersprachler sind Russisch, Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Ukrainisch, Polnisch, Rumänisch und Niederländisch die am häufigsten gesprochenen Sprachen in Europa. Deutsch, Englisch und Französisch werden als interne Arbeitssprachen in den Institutionen der Europäischen Union verwendet.

Die uralischen Sprachen stellen die zweitgrößte Sprachfamilie Europas dar. Sie unterteilen sich weiter in die samojedischen Sprachen, und in die finno-ugrischen Sprachen. Dazu zählen vor allem Finnisch, Ungarisch und Estnisch, ferner die in Lappland gesprochenen samischen Sprachen und einige Minderheitensprachen, vor allem in Russland.

Karte der wichtigsten europäischen Sprachen 2006

Im europäischen Teil der Türkei ist mit Türkisch eine Turksprache Amts- und Titularsprache, ebenso Kasachisch im europäischen Teil Kasachstans. Andere Turksprachen kommen als Minderheitensprachen in Ost- und Südosteuropa vor, so etwa das Gagausische, das Tatarische und das Baschkirische. Mit Kalmückisch wird am Ostrand des Kontinents auch ein Vertreter der mongolischen Sprachfamilie in Europa gesprochen.

Mit Maltesisch ist auf der Insel Malta zudem eine Sprache des semitischen Zweigs der afroasiatischen Sprachen vertreten. Die in Spanien und Frankreich gesprochene baskische Sprache wird keiner größeren Sprachfamilie zugerechnet. Darüber hinaus werden heute in Europa zahlreiche weitere Sprachen aus anderen Sprachfamilien gesprochen, die durch Einwanderer in jüngerer Zeit hierher gelangt sind.

Betrachtet man den Kaukasus-Hauptkamm als Südostgrenze Europas, zählen auch zahlreiche Kaukasische Sprachen, zu den Sprachen, die geschlossene Sprachgebiete in Europa haben. Südlich des Hauptkammes angesiedelt sind die Kartwelischen Sprachen Georgisch und Swanisch. Turksprachen, die in Europa nur an der Nordflanke des Kaukasus gesprochen werden, sind Aserbaidschanisch, Karatschai-Balkarisch, Kumykisch und Nogaisch. Eine Iranische Sprachinsel im zentralen Nordkaukasus bildet weiterhin das Ossetische.[14]

Bezogen auf die Zahl der Bewohner ist in Europa das lateinische Schriftsystem am gebräuchlichsten, gefolgt vom kyrillischen Alphabet und dem griechischen Alphabet. Die lateinische Sprache hat durch die römisch-katholische Kirche bis in die Neuzeit als Schriftsprache des Kontinents überleben können.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorherrschende Religionszugehörigkeiten in Europa um 1990

Die verschiedenen Ausrichtungen des Christentums haben weite Teile des europäischen Kontinents über mehr als 1500 Jahre geprägt. Christliche Einflüsse erreichten Europa erstmals im 1. Jahrhundert nach Chr. In der Gegenwart sind die Römisch-katholische Kirche, protestantische Kirchen und orthodoxe Glaubensgemeinschaften mit über 70 % die am häufigsten vertretenen Religionsgemeinschaften in Europa.[15] Die römisch-katholische Kirche hat seit 1964 sechs Heilige zu Patronen Europas ernannt.[16]

In Russland, dem bevölkerungsreichsten Staat Europas, sind über 50 % Christen, mindestens 30 % Atheisten bzw. konfessionslos und etwa 14 % Muslime. Deutschland hat mit über 82 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Bevölkerungszahl. Knapp 60 % sind Christen (Stand: 2016),[17] etwa 5 % Muslime,[18] der Rest vor allem Atheisten und Konfessionslose. Im Osten Deutschlands machen Konfessionslose bis zu 70 % aus.

Etwa 20 % der Europäer sind in der Gegenwart konfessionslos, besonders in Estland, Tschechien, den Niederlanden, Russland, Ostdeutschland und insbesondere in den Großstädten. Nach der European Values Study 2017 bezeichneten sich etwa ein Drittel der Europäer als unreligiös, 5 % als überzeugte Atheisten. Die Staaten und Gesellschaften Europas sind heute weitgehend säkularisiert.

Der Islam breitete sich im 8. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel aus, wurde aber im Zuge der „Reconquista“ vom 13. bis zum 15. Jahrhundert wieder verdrängt. Gegenwärtig leben etwa 42 und 53 Millionen (6–8 %) Muslime in Europa. Die meisten davon in den europäischen Teilen Russlands (13–20 Millionen). Ca. 16 Millionen[19] sind muslimische Einwanderer und deren Nachkommen in der Europäischen Union. 9,5 Millionen leben im europäischen Gebiet der Türkei, 2,2 Millionen in Bosnien und Herzegowina und 1,4–2,5 Millionen in Albanien.[20]

Knapp 1,3 Millionen der europäischen Bevölkerung sind Juden, die meisten davon in Frankreich (ca. 449.000), dem Vereinigten Königreich (ca. 295.000), Russland und Deutschland (ca. 118.000).[21] Andere Religionen (Hinduismus, Buddhismus etc.) sind ebenfalls mit weniger als 0,3 % vertreten.

Metropolen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Städte und Gemeinden bilden die kleinsten administrativen Einheiten im Verwaltungsaufbau der Staaten. Noch 1950 befanden sich sechs Städte Europas unter den 20 größten der Welt.

Auf dem Kontinent gibt es auch einige polyzentrische Ballungsräume, in denen die Kernstädte im Vergleich zum Ballungsraum sehr klein sind (z. B. Rhein-Ruhr, das oberschlesische Industriegebiet oder Mittelengland).

Karte Europas mit den Hauptstädten

Städte mit mehr als 1,5 Millionen Einwohnern in Europa sind (Stand: 2018–2022):[22]

# Stadt Staat Einwohner­zahl in Mio. Gründungs­jahr
(Urkunde /
Erwähnung)
Ballungs­raum
01 Moskau Russland Russland 010,4 013,8 1147
02 London Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 007,4 012,0 0047 n. Chr.
03 Istanbul (West)* Turkei Türkei 006,9** 016,0 0660 v. Chr.***
04 Sankt Petersburg Russland Russland 004,8 005,3 1703
05 Berlin Deutschland Deutschland 003,8 004,8 1237
06 Madrid Spanien Spanien 003,3 005,3 1083
07 Kiew Ukraine Ukraine 002,8 003,3 0840
08 Rom Italien Italien 002,7 003,8 0753 v. Chr.****
09 Paris Frankreich Frankreich 002,1 011,5 0053 v. Chr.
10 Minsk Belarus Belarus 002,0 002,7 1067
11 Wien Osterreich Österreich 001,9 002,8 0881
12 Bukarest Rumänien Rumänien 001,9 002,6 1459
13 Hamburg Deutschland Deutschland 001,9 002,6 9. Jh.
14 Budapest Ungarn Ungarn 001,7 002,4 0089 n. Chr.
15 Warschau Polen Polen 001,7 002,4 1281
16 Barcelona Spanien Spanien 001,6 003,9 0230 v. Chr.
17 München Deutschland Deutschland 001,5 002,4 1158
* Istanbul liegt auf der Grenze zwischen Europa und Asien, der alte Stadtkern und etwa 2/3 des Stadtgebietes gehören zum europäischen Teil
** Anzahl der Einwohner des europäischen Teils Istanbuls
*** als Byzantion auf europäischer Seite
**** Gründungsdatum, das schon in der Antike nicht unumstritten war

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder der Eurozone (2023)
  • Staaten mit Euro als gesetzlicher Währung
  • EU-Staaten
  • Nicht-EU-Staaten, die den Euro verwenden
  • Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert bauten zahlreiche europäische Nationen koloniale Imperien mit großen Besitztümern auf allen anderen Kontinenten auf. Im 19. Jahrhundert wurde Europa durch die auf den ganzen Kontinent übergreifende Industrielle Revolution die führende Wirtschaftsregion der Erde.

    Nach 1945 brachten verschiedene internationale Einrichtungen und Organisationen, wie die EFTA (Europäische Freihandelszone) und die Europäische Gemeinschaft – der heutigen EU – einen Wachstumsschub, der in vielen Teilen Europas bis in die 1970er und teilweise in die 1980er Jahre anhielt. Die Versorgung der Bevölkerung Europas konnte durch die Verringerung von Handelsbeschränkungen ebenfalls weiter ausgebaut werden.

    Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Europa ein wohlhabender Kontinent mit großen Industriemetropolen, ertragreicher Landwirtschaft, wachsendem Dienstleistungssektor und florierender Außenwirtschaft. Die Industrie und die Dienstleistung konzentrierten sich vor allem auf die Ballungsgebiete.

    Im 21. Jahrhundert konnten die europäischen Volkswirtschaften in zahlreichen technologieintensiven Branchen nur noch selten Innovationen oder am Weltmarkt erfolgreiche Firmen hervorbringen. Die Wertschöpfung im globalen Vergleich sank. Insbesondere in den Wirtschaftszweigen der Informationstechnik, der Militärtechnik und der Kulturwirtschaft wurden weite Teile Europas abhängig von Importen aus den USA.[23] Unter Zusammenwirkung zahlreicher Krisen, wie dem Abbruch der Handelsbeziehungen zwischen Russland und der EU, trat nach 2020 eine Phase der wirtschaftlichen Stagnation auf dem Kontinent ein.

    Ausfuhrgüter sind vor allem Maschinen, Stahl, Chemische und Pharmazeutische Produkte, Luxuswaren und Autos. Einfuhrgüter sind unter anderem Kakao, Tee, Kautschuk, Erdöl, Erdgas und Erze sowie zahlreiche Vorprodukte zur industriellen Fertigung.

    Währungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Mit dem Vertrag von Maastricht bildeten zunächst 12 Staaten der EU ab 1999 eine Währungsunion. Ab 2002 wurden Euro-Geldscheine und -münzen eingeführt. Heute ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in 20 EU-Staaten und sechs weiteren europäischen Staaten (Stand: 2023). Die Währung zählt gemessen am Volumen der durch Zentralbanken gehaltenen Währungsreserven zu den weltweit wichtigsten Leitwährungen. Zu den genutzten Währungen in Europa zählen auch u. a. das Pfund Sterling und der Russische Rubel.

    Rohstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Europa verfügt über zahlreiche Vorkommen an unbearbeiteten Grundstoffen. Im nördlichen Teil sind Eisenerze und verschiedene Buntmetallvorkommen häufig vorhanden. Erdöl und Erdgasvorkommen von größerer Bedeutung gibt es in Russland und in der Nordsee. Neben dem Einsatz als Energieträger wird Erdöl für die chemische Industrie genutzt.

    Bedeutende Vorkommen an Steinkohle gibt es in der Ukraine, Polen, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Der Steinkohlenbergbau ist im internationalen Vergleich nur noch wenig konkurrenzfähig. Steinkohle als Exportgut spielt nur noch für Polen eine gewisse Rolle. Die Braunkohlereserven in Deutschland, Polen und Tschechien dienen überwiegend der Verstromung vor Ort.[24] Manganerzvorkommen gibt es in der Ukraine, Silber in Polen und Bauxit in Griechenland.

    Norwegen, Schweden und Finnland haben wegen ihres Waldreichtums zahlreiche Standorte der Holz verarbeitenden Industrie sowie der Papier- und Zelluloseindustrie.

    Volkswirtschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    BIP pro Kopf (kaufkraftbereinigt) in Europas Staaten 2021
    # Land BIP  2022
    (nominal)
    (Mio. USD)[25]
    Europaische Union Europäische Union 16.713.030
    1 Deutschland Deutschland 4.085.681
    2 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 3.081.871
    3 Frankreich FrankreichA2 2.780.136
    4 Russland Russland 2.244.249
    5 Italien Italien 2.012.014
    6 Spanien Spanien 1.418.916
    7 Turkei Türkei 1.154.600
    8 Niederlande Niederlande 1.010.193
    9 Schweiz Schweiz 818.471
    10 Polen Polen 690.680

    Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Transeuropäische Netze sind ein Beitrag der Europäischen Union zur Umsetzung und Entwicklung des Binnenmarktes und zur Verbesserung des wirtschaftlichen Zusammenhaltes in Europa. Mit dem Programm wird eine bessere Vernetzung eine gewisse Vereinheitlichung der Verkehrssysteme angestrebt. Ferner soll die Infrastruktur von Energie und Telekommunikation verbessert werden. Teil des Programs ist Entwicklung und Unterhalt des Satellitennavigationssystem Galileo.

    Europastraßen sind eine Straßenkategorie von Fernstraßen, die sich in Europa, Zentral- und Kleinasien befinden. Sie bilden ein Straßennetz von etwa 50.000 Kilometern Länge, dienen dem internationalen Verkehr und sind durch ein weißes E mit Straßennummer auf grünem Grund gekennzeichnet. Der Verlauf der Europastraßen wird unter dem Dach der UN/ECE festgelegt.

    Netz der Schnellfahr-Eisenbahnstrecken Europas
    Atomkraftwerke in Europa
    Das Europastraßennetz

    Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Bildhauerei, Malerei, Literatur, Architektur, Musik, Film und Kulinarische Kultur haben in Europa eine lange Tradition. Nach einer bekannten Formulierung von Bernard-Henri Lévy ist Europa „kein Ort, sondern eine Idee“.

    Städte, wie beispielsweise Paris, Wien, Rom, Berlin, London und Moskau werden heute als kulturelle Zentren betrachtet. Außerdem besitzen Städte und Regionen wichtige Theater, Museen, Orchester, Sportveranstaltungen und weitere bedeutende Einrichtungen wie Medienzentren. Der Europatag wird in zahlreichen Ländern und Städten gefeiert.

    Siehe: Kategorie Kultur (Europa)

    Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    In allen Staaten Europas gibt es eine Bildungspflicht, in einigen auch eine Schulpflicht, die oft vom 6. oder 7. bis zum 15. oder 16. Lebensjahr dauert. Die Grundschulzeit beträgt in den meisten Ländern vier bis fünf – in wenigen Staaten auch sieben oder acht Jahre. Danach folgt meist eine weiterführende Schule, die verschiedene Schultypen und -arten umfassen kann.

    Die Analphabetenquote ist in fast allen Ländern durch verschiedene Förderungen des Bildungssystems sehr niedrig. In vielen Ländern gibt es außerdem renommierte Hochschulen und Universitäten.

    Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Seit der erstmaligen Verleihung des Nobelpreises im Jahr 1901 gingen die meisten Auszeichnungen an europäische Persönlichkeiten (Stand: 2012).[26]

    Zu den wesentlichen Forschungsbündnissen an denen europäische Mitgliedsstaaten beteiligt sind zählen u. a. das CERN und die ESA.

    Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Sport hat für die Vorstellung eines einheitlichen europäischen Raumes eine besondere Rolle gespielt, da es seit Ende des 19. Jahrhunderts Europameisterschaften (zuerst 1891 im Eiskunstlauf) gibt.

    Die UEFA ist der größte Sportverband in Europa. Sie organisiert den populärsten Sport des Kontinents, den Fußball. Zu den global bekanntesten Wettbewerben, die die UEFA organisiert zählt die UEFA Champions League.

    Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Europäische Rundfunkunion (EBU) ist ein Zusammenschluss aus 68 Rundfunkanstalten in 56 Staaten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens. Die EBU veranstaltet den jährlich ausgetragenen Eurovision Song Contest; einem der weltweit populärsten Medienereignisse.

    Die Europäische Filmakademie (EFA) vereint über 4000 Filmschaffende aus Europa und verleiht seit 1988 jährlich den Europäischen Filmpreis.

    Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Wikimedia-Atlas: Europa – geographische und historische Karten
     Wikinews: Politik in Europa – in den Nachrichten

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. European Continent/Map of Europe. 25. Dezember 2018, abgerufen am 20. Januar 2019 (amerikanisches Englisch).
    2. a b Eintrag „Europe“ im Online Etymology Dictionary (englisch).
    3. Dieter Hägermann: Karl der Große. Herrscher des Abendlandes. Propyläen Verlag, Berlin und München 2000, ISBN 3-549-05826-8, S. 10.
    4. Europa. In: Brockhaus Enzyklopädie. 21. Auflage. F. A. Brockhaus, Leipzig/Mannheim 2006. „Als Grenze Europas zu Asien gilt seit dem 18. Jahrhundert der Ural … Konventionelle Grenzen zu Asien bilden außerdem der Fluß Ural, das Kaspische Meer, die Manytschniederung, das Schwarze Meer, der Bosporus, das Marmarameer, die Dardanellen sowie das Ägäische Meer“.
    5. Europe. In: The New Encyclopaedia Britannica. 1998. “… West of the Caspian, the European limit follows the Kuma-Manych Depression and the Kerch Strait to the Black Sea.”
    6. Europe. In: National Geographic Atlas of the World. 7. Auflage. National Geographic, Washington, DC 1999, ISBN 0-7922-7528-4, S. 68–69.
      Asia. In: National Geographic Atlas of the World. 7. Auflage. National Geographic, Washington, DC 1999, ISBN 0-7922-7528-4, S. 90–91. “A commonly accepted division between Asia and Europe … is formed by the Ural Mountains, Ural River, Caspian Sea, Caucasus Mountains, and the Black Sea with its outlets, the Bosporus and Dardanelles.”
    7. World Meteorological Organization's World Weather & Climate Extremes Archive WMO Region VI (Europe): Greatest Average Annual Precipitation
    8. National Parks of Europe, nationalparksofeurope.org, abgerufen am 20. Mai 2024.
    9. Fauna Europaea, gbif.org, abgerufen am 18. Mai 2024.
    10. E. Carbonell u. a.: The first hominin of Europe. In: Nature. Band 452, 2008, S. 465–469.
    11. Dieter Hägermann: Karl der Große, Herrscher des Abendlandes. Berlin u. a. 2000, ISBN 3-549-05826-8, S. 10.
    12. Auch Sanktionen : Ärztekammer für Impfpflicht orf.at, 23. November 2019, abgerufen am 24. November 2019.
    13. World Population Prospects – Population Division – United Nations. In: Population Division – United Nations. Abgerufen am 13. Juli 2022.
    14. Bernhard Chiari (Hrsg.): „Wegweiser zur Geschichte Kaukasus.“ Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn u. a. 2008, PDF-Download 7 MB mgfa.de (Memento vom 19. Juni 2012 im Internet Archive) (S. 123 ff)
    15. Christianity in Global Context: Trends and Statistics. Center for the Study of Global Christianity, 2005 (Memento vom 24. April 2010 im Internet Archive)
    16. vgl. Das Ordensleben in Europa: Schutzpatrone Europas. (Memento vom 20. Oktober 2007 im Webarchiv archive.today) Union der Europäischen Konferenzen der Höheren Ordensoberen/innen U.C.E.S.M.
    17. Deutsche Bischofskonferenz: Flyer Eckdaten Kirchenstatistik 2016.
    18. Anja Stichs: Wie viele Muslime leben in Deutschland? (PDF) Eine Hochrechnung über die Anzahl der Muslime in Deutschland zum Stand 31. Dezember 2015. BAMF, 14. Dezember 2016; (ISSN 1865-4967).
    19. S. Frisch, U. Hengelhaupt, F. Hohm: „Taschenatlas Europäische Union.“ Gotha 2007 (Summe der auf den Seiten 73–203 angeführten landesspezifischen Zahlen).
    20. Der Anteil der Muslime an der albanischen Bevölkerung wird auf 40–70 % geschätzt, zu Einzelheiten und Nachweisen siehe Islam in Albanien.
    21. Andrea Spalinger: Europas Juden werden immer weniger. Neue Zürcher Zeitung, 31. Oktober 2020, abgerufen am 2. November 2020.
    22. CIA – The World Factbook, Major urban areas – population. Archiviert vom Original am 13. Oktober 2018; abgerufen am 29. Januar 2018.
    23. Europa – es ist fünf vor zwölf!, Handelsblatt, abgerufen am 16. Mai 2024.
    24. Infoblatt Europa, klett.de, abgerufen am 16. Mai 2024
    25. World Economic Outlook Database October 2023. In: World Economic Outlook Database. Internationaler Währungsfonds, 2023, abgerufen am 21. Oktober 2023 (englisch).
    26. The History of the Nobel Prize in Maps and Charts, and It’s Not Fair – There’s a Lot of Inequality in the Global Distribution, AEI.org, abgerufen am 13. Mai 2024.
    27. Vgl. Vanessa Conze: Rezension zu: L. Bluche u. a. (Hrsg.): Der Europäer – ein Konstrukt. In: H-Soz-u-Kult. 22. Januar 2010, abgerufen am 22. Januar 2010.

    Koordinaten: 55° N, 25° O

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