Zeitschriften » FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1968 - 1981 » Jahrgang 1969 » No. 184/II
Gerd-Klaus Kaltenbrunner

Von Dühring zu Himmler

Das Leben Eugen Dührings (1833-1921) — Schluß

III

Eugen Dühring verstand es nicht, die durch seinen Konflikt mit der Universität Berlin mobilisierten liberalen und sozialistischen Kräfte für ein sachlich artikuliertes Alternativprogramm zu gewinnen, obwohl die Gelegenheit dazu günstig war. Mochte der unabhängige Gelehrte auch nach außen hin als Geschlagener aus dem Zusammenstoß hervorgegangen sein, so blieb doch kulturpolitisch engagierten Beobachtern nicht verborgen, daß es um die Lehrfreiheit nicht gut bestellt war in einem Lande, in dem ein Kollege Dührings, der Physiologe Emil du Bois-Reymond, anläßlich einer Huldigungsfeier der Universität Berlin unter allgemeinem Applaus verkündet hatte: „Die Universitäten sind die Erziehungsstätten für die geistige Leibwache der Hohenzollern.“ [49]

Statt sich aber unbeirrt dem Ziel einer umfassenden Reform des öffentlichen Lebens zu widmen, was nicht zuletzt auch eine produktive Zügelung seiner privaten Ranküne erfordert hätte, wurde Dühring von jenen Schatten überwältigt, die schon seine Polemik gegen Marx verdüstert hatten und nun sein ganzes weiteres Leben und Schaffen durch fast noch ein halbes Jahrhundert heillos beschädigen sollten. Mit Recht meinte Fritz Mauthner:

Eugen Dühring ... wäre ein gutes Beispiel für den ästhetischen Satz, daß nicht zum Helden einer Tragödie taugt, wer bei allen heroischen Eigenschaften ein unangenehmer Mensch ist. Sein Lebensschicksal hätte ihm (auch abgesehen von seiner Erblindung) die herzliche Teilnahme aller freien Menschen zuwenden müssen, weil er wirklich um seiner Überzeugung willen gelitten hat; aber die Form, in welcher er seinen Kampf ausfocht, war unschön, und das Opfer, das er zu bringen hatte, war doch schließlich nur die akademische Tätigkeit, auf die ein Schopenhauer in etwas vornehmerer Haltung verzichtete, von Spinozas stolzer Ablehung jeder Berufung gar nicht zu reden. Dühring verquickt, zu nicht geringem Schaden seiner Bücher, seine Urteile mit seinen persönlichen Angelegenheiten ... [50]

1877 wurde Dühring die Venia legendi entzogen. Im gleichen Jahr begann Friedrich Engels’ „Anti-Dühring“ zu erscheinen. 1878 kam er in Buchform heraus. Im November 1879 hielt der gestürzte Philosoph seinen ersten Vortrag über die Judenfrage, nachdem bereits am 19. September der Hofprediger Stöcker über „Unsere Forderungen an das moderne Judenthum“ gesprochen hatte. Ebenfalls im November 1879 erklärte Heinrich von Treitschke in den „Preußischen Jahrbüchern“:

Unterdessen arbeitet in den Tiefen unseres Volkslebens eine wunderbare, mächtige Erregung ... Bis in die Kreise der höchsten Bildung hinauf, unter Männern, die jeden Gedanken kirchlicher Unduldsamkeit oder nationalen Hochmuths mit Abscheu von sich weisen würden, ertönt es heute wie aus einem Munde: die Juden sind unser Unglück! [51]

Bernhard Förster, der betrügerische Schwager von Friedrich Nietzsche, begann um die gleiche Zeit für ein Antisemitengesetz zu agitieren, das die Juden unter Ausnahmerecht stellen sollte. Von Berlin aus verbreitete sich die neue Epidemie durch ganz Deutschland, dessen durch den Gründerkrach von 1873 irritierter Mittelstand seine Panik und Ressentiments nur allzugern auf das „jüdische Kapital“ entlud. [52]

Der deutsche Bazillus griff alsbald auf das Ausland über: 1878/79 fielen in Österreich die ersten antisemitischen Äußerungen Georg von Schönerers, des erklärten Vorbildes des Österreichers Hitler.

Einige seiner treuesten Parteigänger fand Dühring in österreichischen Landen: Schönerer berief sich auf den Berliner Fanatiker, als er im Reichsrat den Juden Ritualmordgreuel unterstellte; die „Villacher Zeitung“, ein deutschnationales Wochenblatt, brachte viele antisemitische Hetzartikel Dührings; und in Steyr ließ ein Sonderling namens Johann Simander bis 1893 „Die Judenfrage“ erscheinen, eine Zeitschrift, deren Leitspruch von Dühring stammte: „Die Judenfrage ist eine Existenzfrage der modernen Völker.“ Die deutschnationalen Sympathien für Dühring ließen zwar nach, nachdem dieser 1894 ihr Idol, den Reichskanzler Bismarck, angegriffen hatte, doch fand der greise Racheapostel noch zu Beginn unseres Jahrhunderts in Salzburg einen neuen beredten Anwalt in Paul Pacher. Dieser wohlhabende Pensionär, dessen Frau entfernt mit Friedrich List verwandt war, brachte auf eigene Kosten verschiedene Flugblätter und Schriften heraus, in denen er Dühring verteidigte („Die Höllenangst vor Eugen Dühring“, „Der klägliche Versuch, Eugen Dühring todtzuschweigen“).

1880 erreichte die judenfeindliche Welle in Rußland einen ersten Höhepunkt. Der russische Pogrompöbel war für die neue deutsche Lehre sehr empfänglich und entwickelte sie weiter: nach dem Ersten Weltkrieg kam sie mit zahlreichen Emigranten in das besiegte Deutsche Reich zurück, wo man die mit Hilfe der zaristischen Geheimpolizei fabrizierten „Protokolle der Weisen von Zion“ als Bestätigung der eigenen Dolchstoßlegende willkommen hieß. [53]

In diesem „Erwachen des Volksgewissens“, das Treitschke begrüßte, fiel das Erscheinen von Eugen Dührings Buch „Die Judenfrage“, [54] mit dem er seine Lebens- und Schaffenswende besiegelte. In seiner Autobiographie bemerkte er nicht ohne Stolz dazu:

Zum ersten Mal wurde hier die Frage rein vom Standpunkt der Race und nicht mehr blos als Frage, sondern mit der völligen Entschiedenheit einer unfraglichen Antwort behandelt. Völlig neue Gesichtspunkte sowohl für die theoretische Aufassung des Judenwesens als auch für die praktischen Maßregeln wurden darin angegeben, und ich unterschied sorgfältig zwischen dem, was zur Einschränkung der Judenrace seitens der modernen Völker und insbesondere seitens der Deutschen sofort und was erst später geschehen könne. ... [55]

Zeitlebens bestand Dühring auf seiner Priorität in Sachen des Rassenantisemitismus, wohl zu Recht. Erst bei ihm — und nicht bei dem spätfeudalen Katholiken Gobineau, bei dem Judenfeindschaft nur ansatzweise vorkommt [56] — finden wir alle Elemente jenes nicht mehr religiös, sondern rassisch motivierten Antisemitismus, den Hitler, Himmler, Rosenberg und Streicher in die Tat umgesetzt haben.

Dühring forderte anfänglich die „Einschränkung, Einpferchung und Abschließung“ der Juden, also deren Rückkehr ins Getto, sowie die „Mediatisierung der jüdischen Finanzfürsten“. Im Laufe der Zeit steigerte sich sein Antisemitismus bis zur offenen Ausrottungshetze, die auch von den Nazis nicht mehr überboten wurde. Im Jahre 1900 kündigte er in einem Leitartikel diese letzte Radikalisierung ausdrücklich an:

Angesichts der heutigen Sachlage geht es nicht mehr an, die Judenfrage als eine Frage der bloßen Einschränkung des Hebräervolkes zu behandeln ... Im Hinblick auf die Unverbesserlichkeit eines verderblichen Nationalcharakters, der in aller Geschichte eigentlich nur ein einziges Geschäft, nämlich die Schädigung anderer Völker und aller bessern Menschheit betrieben hat, sind alle bloßen Eindämmungsmaßregeln unzureichend, so daß Sein oder Nichtsein schließlich die allein passende und entscheidende Fragestellung werden muß. [57]

Er proklamiert offen den Völkermord als „höheres Recht der Geschichte“, die Zuspitzung der Judenfrage zu einer „Existenzfrage“. „Ausmerzung“ und „blutradical“ werden seine bevorzugten Worte, wenn er auf die Juden zu sprechen kommt. Und er kommt bei jeder Gelegenheit auf sie zu sprechen: ein Beweis dafür, daß die Ursachen des Antisemitismus nicht bei seinen Opfern liegen. Noch so gut gemeinte und solide Aufklärung über jüdische Geschichte oder die wissenschaftlichen Leistungen großer Juden von Spinoza bis Einstein trägt daher kaum dazu bei, den Judenhaß zu vermindern.

Seinem Antisemitismus opfert Dühring alle früheren Einsichten und Zielsetzungen: aus seinen sozialpolitischen und volkswirtschaftlichen Vorstellungen schwinden alle sozialistischen Elemente, so vor allem die Konzeption der Wirtschaftskommunen: [58] Privateigentum, Kapital, Zins und Rente werden nun gegen den Sozialismus rehabilitiert. Übrig bleiben Spuren mildernder Sozialpolitik im Rahmen des Status quo: Gesinnungsreform statt sozialinstitutioneller Änderungen; viel Gerede von Persönlichkeit und Individualität, auf die es letztlich einzig ankomme; vor allem aber: ein alle Gedankengänge tingierender Judenhaß.

Während Dührings mittlere Periode Theodor Hertzkas utopischen Roman „Freiland“ (1889) inspirierte und den Ausgangspunkt Franz Oppenheimers bildete, der seinerseits zum Wirtschaftsberater Theodor Herzls wurde, erinnern die Auslassungen des späten Dühring an die sozialdemagogischen Programmpunkte der Nazis.

Ähnlich wie Hitler schon vor der Machtergreifung aus seinem Programm alle Forderungen eliminierte, die an Sozialismus erinnern konnten — man denke an seinen Rückzieher vom 13. April 1928 gegenüber Punkt 17 des Parteiprogramms, das „unentgeltliche Enteignung von Boden für gemeinnützige Zwecke“ in Aussicht gestellt hatte —, liquidierte auch der alte Dühring die sozial-kritischen Intentionen seiner mittleren, „sozialitären“ Periode, um allmählich das Niveau eines Gottfried Feder, des NS-Wirtschaftstheoretikers, zu erreichen. [59]

Der monoman forcierte Rassenantisemitismus soll diese sukzessive Absage an jegliche Gesellschaftsreform kompensieren. Sein indirekt apologetischer Charakter wird von Dühring geradezu naiv hervorgehoben, so daß man kaum mehr von Betrug sprechen kann. Klassenkampf, Sozialpolitik, gar erst kommunistische Gemeinwirtschaft wird als schnöder Mammonismus beiseite geschoben, während Blut und Rasse zu den eigentlichen Menschheitsfragen deklariert werden.

Durch Rekurs aufs „Persönliche“, in dem sowohl der Max-Stirnersche „Einzige“ als auch bereits das faschistische Führerprinzip mitschwingt, und eine falsche Biologisierung der Politik entfällt die ganze Dialektik des Sozialen: die Dialektik von Wirtschaft — Gesellschaft — Kultur, von Individuum und Allgemeinem, von Anlage und Milieu. Es ist klar, daß wir es hier nicht einfach mit einer irrigen Theorie zu tun haben, wie es etwa die Phlogiston- oder Weltätherlehre gewesen ist, Dühring lieferte die Bestandstücke zu jenem gigantischen Verschleierungs- und Ablenkungsmanöver, mit dem die spätbürgerliche Gesellschaft ihre eigene liberale Vergangenheit verriet.

Der Gegensatz von Besitz und Arbeit ist dem gegenüber nur eine Kleinigkeit, und Revolutionsvelleitäten, deren letztes Ziel blos Besitz oder Nichtbesitz gewesen, müssen nicht nur mit der Zeit durch ihre eigene Beschränktheit versumpfen, sondern auch durch den Stillstand im Hauptpunkte und durch die Kleinheit ihres Gegenstandes die entschiedenste Verachtung herausfordern.

Wer sich zum Ziel setzt, die Menschen und Völker dadurch zu reformieren, daß er deren persönliche Eigenschaften und maaßgebende Charaktertypen umschafft, und wer dieses Umschaffen nicht etwa blos auf halbem Wege, sondern durch alle gerechten Mittel der Ausscheidung und Vernichtung zu erreichen sucht, der eröffnet einen ganz andern Kampf, als um den sich die Besitzkleinigkeiten drehen. Völkerausmerzungen wie beispielsweise gegenüber gemeinschädlichen Racentypen hebräischer Analogie, sind denn doch schon ein ganz anderes Programm, als irgend eine armselige, geistesbeschränkte und selber von der Raubgier erzeugte Communisterei. [60]

Diese schauerlichen, gnadenlosen Worte stammen nicht aus den Akten des Dritten Reiches, sondern aus einer Berliner Winkelzeitschrift, erschienen im Jahre 1900, dem Geburtsjahr Heinrich Himmlers. Sämtliche Mythen und Parolen der Nationalsozialisten waren bereits um die Jahrhundertwende parat. In der bis zu seinem Tod auf 3300 Seiten angewachsenen Halbmonatsschrift „Personalist und Emancipator“ hat Dühring seit 1899 von der deutschen Physik bis zur Endlösung der Judenfrage, vom Rassenkult als Religionsersatz bis zum Primat der Propaganda nichts vergessen. Er zürnte in teilweise nicht zitierbaren Wendungen gegen:

„die schöne Dreieinigkeit von Professoren, Juden und Socialjudodemokraten“, gegen die „socialdemokratische Halbwelt ım Verein mit Juden und Judengenossen“, gegen die „Professorgestelle“ und „Philosophaseler“ sowie die ganze „Intellectuaille“, gegen die „Nasen“ und „Futtercommunisten“, gegen die „Metze Kunst“, den „Bestattungswahn der Antigone“ und „das Ordinäre und Niedrige“ im Typus Goethe, den „Asiatismus“, gegen Impfzwang, Koedukation, Gleichberechtigung der Frau und die ersten Flugversuche der „Luftstapler“.

Dies sind nur ein paar aufs Geratewohl gewählte Beispiele. Allein die Aufzählung sämtlicher schäbiger Namensverballhornungen — Goethe = Kothe, Schiller = Schillerer, Dreyfuß = Dreyfusel, Minkowski = Wurzelminuskowski, Nietzsche = Nichtske — würden etliche Seiten füllen. Wie unter einem schrecklichen Zwang beschädigt Dühring selbst die ganz, ganz wenigen hellen Gedanken, die ihm noch vergönnt sind: etwa die merkwürdige Neubestimmung des Utopischen, [61] seine geradezu unwahrscheinlichen Überlegungen zum Thema Entkolonialisierung [62] oder die ideologiekritische Einsicht in die Zusammenhänge von pessimistischer Philosophie und Gegenrevolution. [63]

Auch treffliche Einzelbetrachtungen und Reminiszenzen an seine aufklärerische Vergangenheit geraten bei ihm sofort ins Schiefe, weil sein Wahn sie nicht unverderbt passieren läßt. In seinem letzten Werk „Soziale Rettung“ [64] schlägt sein staatsfeindlicher Personalismus in eine verzweifelte Bejahung der Diktatur um. Bereits 1905 hatte er mit den russischen „Schwarzen Hundert“ sympathisiert, einer rechtsextremen Terrororganisation, die in ihrer Ideologie und politischen Praxis an die späteren faschistischen Sturmstaffeln erinnert. [65]

In einem Artikel aus dem Jahre 1909, in der er auch auf die Lage in Österreich einging, wurde Dühring zum Propheten: er entwirft darin das Bild des ersehnten Retters:

Ob so einer gut oder schlimm, das würde im Zusammenwerfen der Welt nicht viel austragen. Er würde heut besonders das Sociale benützen können, um die Widerstandskräfte der Staaten und Regierungen zu paralysieren. Er würde, was Landkarten anbetrifft, einen neuen Geographen abgeben und die bisherigen Atlanten erheblich antiquieren können ... Er wüßte die Völker bei dem zu fassen, was sie wirklich wollen: Volk und Völker wollen Sicherheit, Leben, Brod und Recht. Sie wollen die Ausbeuter, vor allem jetzt in erster Linie die Juden unschädlich gemacht wissen. Man denke sich also, Einer, an der Spitze von einigen Millionen Waffenträgern, und unterstützt durch die willigen Volkskräfte, käme mit den entsprechenden ernstgemeinten Schlagwörtern, die er sofort in Thaten bewährte. Würde er dann nicht als der wahre Volkspräsentant bejubelt werden und demgemäß nicht im Entferntesten nöthig haben, sich um die Abstimmeriche und Vormünder zu kümmern, deren falsche Gattung heut kaum mehr als volksvertreterisch, sondern im Grunde nur als volkszertreterisch gilt? Es würde eine lustige wie heilsame Umkehrung der Dinge geben. ... [66]

Kurz bevor Dühring, fast neunzigjährig, am 21. September 1921 in dem Berliner Vorort Nowawes starb, hatte er seinem selbst schon greisen Sohne Ulrich anvertraut, er wolle „ganz sterben“, unbedingt und für immer. Mit Heraklit hielt der zähneknirschende Freidenker dafür, daß Leichen eher fortzuschaffen seien als Mist.

Doch inzwischen war Dührings Wahn nicht mehr an jenes armselige, vergällte und haßerfüllte Menschenwesen gebunden, von dem man kaum glauben kann, es sei jemals jung gewesen. Die schrillen Parolen dieses ehrgeizigen Hochbegabten, der daran scheiterte, seine vielversprechenden, aber ungeläuterten Anlagen humaner auszubilden, sollten bald in gellender Anonymität widerhallen.

[49Zit. bei August Bebel: Die Frau und der Sozialismus, Stuttgart 1899, S. 248. Du Bois-Reymond hat diesen Satz aus dem Jahre 1879 im Februar 1885, bei einer Gedenkfeier für Friedrich den Großen, wiederholt.

[50Fritz Mauthner: Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande, Stuttgart — Berlin 1923, Bd. 4, S$. 316.

[51Heinrich von Treitschke: Unsere Aussichten. In: Preußische Jahrbücher, November 1879. Zit. nach: Walter Boeblich (Hrsg.): Der Berliner Antisemitismusstreit, sammlung insel, Bd. 6, Frankfurt a.M. 1965, S. 5 und 11.

[52Vgl. Franz Oppenheimer: op. cit. Anm. 14, 5. 58 ff. Der Autor skizziert aus eigener Erinnerung jene um 1880 einsetzende kollektive Neurotisierung Deutschlands, die er soziologisch zu erklären sucht. Vgl, auch S. 32 f., 90 f.

[53Vgl. Walter Laqueur: Deutschland und Rußland, Berlin 1965, S. 107 f.

[54Eugen Dühring: Die Judenfrage als Racen-, Sitten- und Kulturfrage, Karlsruhe 1880.

[55Eugen Dühring: op. cit. Anm. 17, S. 246. Vgl. auch S, 248 ff. und 282.

[56Über seine Ablehnung der Rassenlehre Joseph Arthur Graf Gobineaus vgl. Eugen Dühring: Der Ersatz der Religion durch Vollkommeneres und die Abstreifung des Asiatismus, Leipzig 1928 (1. Aufl. 1883), S. 152 f. Ähnlich äußerte sich Dühring auch in dem Artikel „Erdichtungen zur Racenungleichheit“. In: Personalist und Emancipator, Nr. 18, Mitte Juni 1900, S. 141-143. Gobineaus ständisch-feudale Allüren konnte Dühring ebensowenig akzeptieren wie seinen Geschichtspessimismus, sein Bekenntnis zum Christentum und seine Gleichsetzung von Rasse und Klasse, die dann Ludwig Gumplowicz (Der Rassenkampf, Innsbruck 1883) aufgriff.

[57Eugen Dühring: Heutige Zuspitzung der Judenfrage. In: Personalist und Emancipator, Nr. 26, Mitte Oktober 1900, S. 201 f.; ders.: Der Knoten der Judenfrage, ebd. Nr. 29, Anfang Dezemer 1900, S. 225 f.

[58Schon in der dritten Auflage seines „Cursus der National- und Socialökonomie“ (1892) hatte Dühring sein System der Wirtschaftskommunen aufgegeben. Wie primitiv Dührings Argumentation auf wirtschaftspolitischem Gebiet seit dieser Revision wurde, beweist u.a. seine Serie „Personalistisches Gerechtigkeitsprincip an Stelle bloßer Interessenökonomie“. In: Personalist und Emancipator, Nr. 4, 5, 7, 9, 10, 11 (1899-1900).

[59Vgl. Gottfried Feder: Der deutsche Staat auf nationaler und sozialer Grundlage. Neue Wege in Staat, Finanz und Wirtschaft, München 1923.

[60Eugen Dühring: Personalistisches Gerechtigkeitsprincip an Stelle bloßer Interesseökonomie, Teil 4. In: Personalist und Emancipator, Nr. 9, Anfang Februar 1900, S. 70. Ähnlich äußert sich Dühring in der sechsten Folge des genannten Beitrages: ebd. Nr. 11, Anfang März 1900, S. 85, sowie in seiner Autobiographie: op. cit. Anm. 17, S. 404 f.

[61Eugen Dühring: Die Knechtung des Arbeiters durch den Arbeiter. In: Personaliıst und Emancipator, Nr. 170, Mitte Oktober 1906, S. 1353 f.

[62Eugen Dühring: Das Aufathmen Asiens, ebd. Nr. 21, Anfang August 1900, S. 161-163; ders.: Der Allerweltskrieg, ebd. Nr. 23, Anfang September 1900, S. 177-179.

[63Vgl. Eugen Dühring: Der Wert des Lebens, Leipzig 1922.

[64Eugen Dühring: Soziale Rettung durch wirkliches Recht statt Raubpolitik und Knechtsjuristerei, 1907.

[65Vgl. Eugen Dühring: Nicht Zionismus sondern Sibirismus. In: Personalist und Emancipator, Nr. 174, Mitte Dezember 1906, S. 1385.

[66Weltlage, Menschheits- und deutsche Sache. In: Personalist und Emancipator, Nr. 223, Anfang Januar 1909, S. 1778.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
April
1969
No. 184/II, Seite 323
Autor/inn/en:

Gerd-Klaus Kaltenbrunner:

Geboren 1939 in Wien, studierte Rechts- und Staatswissenschaften, Soziologie und Philosophie. Seit 1964 ist er Lektor in einem Münchner Verlag. Veröffentlichte in Zeitungen und Zeitschriften Aufsätze über Paul Lafargue, Franz von Baader, Ferdinand Ebner, Alfred Schuler und verschiedene Frühsozialisten, daneben zahlreiche Rezensionen. Seine besonderen Interessengebiete sind Marxismus, Ideologiekritik, Geschichte der Utopien und des Irrationalismus. 1966 edierte er in der „sammlung insel“ Franz von Baaders „Sätze aus der erotischen Philosophie und andere Schriften“.

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