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Hermann Langbein
Zum 76. Jahrestag der Befreiung am 8. Mai 1945

Vergangenheitsbewältigung und Trauerarbeit in Österreich

Von ihm können wir lernen, was Gedenkpolitik heißt, und den Umgang mit Vergangenheit. Der Wiener Schauspieler flüchtete nach dem „Anschluss“, kämpfte in Spanien gegen die Errichtung der Diktatur, floh nach Frankreich, wurde 1941 nach Dachau, 42 nach Auschwitz, 44 nach Neuengamme und weiter ins Außenlager Lerbeck verschleppt, sprang Mitte April 45 nahe Hannover aus dem Evakuierungszug und fuhr per Fahrrad heim nach Wien. Nach den vier KZ-Jahren
hat er sich neu sortiert, aber das berichtet er ja hier gleich selber.
Kurt Langbein, dem selbst wohlbekannten Sohn, danken wir
zwei Fotos seines Vaters und die Genehmigung
dieser Präsentation.

Hermann Langbein 1912–1995
Foto: Gisela Ortner, 1987 in Spanien

Es bedarf keiner Erklärung, dass jemand, der aus nationalsozialistischen Konzentrationslagern in das befreite Österreich zurückgekommen war, dem, was man immer wieder als „Vergangenheitsbewältigung“ umschreibt, anders gegenübersteht als einer, der das „univers concentrationaire“ – wie es David Rousset genannt hat – nicht hat kennenlernen müssen. Ich kam von dort. Am 18. Mai 1945 erreichte ich Wien. Am 5. Mai bin ich von Hannover mit dem Fahrrad aufgebrochen. Ich habe den schnellstmöglichen Weg gesucht, um nach Hause zu kommen.

Bereits am 19. Mai war ich im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei, habe mich dort selbstverständlich sofort bereit erklärt, eine Arbeit zu übernehmen. Wenn ich – rückblickend – meine damalige Einstellung zusammenfassen darf, so etwa in dieser Form: Jetzt, nachdem die Welt erfahren hat, dass ein Auschwitz möglich gewesen war, muss sich die Welt ändern; es muss alles anders, besser werden, damit Gaskammern und zweieinhalb Jahre exekutierter Massenmord, der zum Alltag gehört, unmöglich werden. Um dabei mitzuhelfen, habe ich mich so beeilt. Ich war von August 1942 bis August 1944 in Auschwitz.

Die täglichen Probleme des Aufbaus – die in der Stadt Wien und diejenigen im Apparat der KP – standen damals dringend im Vordergrund. Das habe ich verstanden; und habe gewartet, bis man sich damit auseinandersetzt, wieso es zu einem Auschwitz kommen konnte und was zu tun ist, damit ein ähnlicher Weg nie mehr beschritten werden kann. Ich habe vergeblich gewartet.

Wie ich damals beobachtete – und vor allem, wie es mir später andere mitteilten – ging es vielen ähnlich. Ich glaube, Grete Salus hat für diese Enttäuschung die treffendsten Worte gefunden:

„Wir haben geglaubt, dass wir Ruhe finden werden am Herzen der Welt, das für uns schlägt, für unser Schicksal. Dass dem nicht so ist, das ist ein schwerer Schlag für uns, der es uns schwer macht, uns wiederzufinden. Sicher sind wir zu anspruchsvoll und haben uns in unserer Gefangenschaft eine Welt zusammengeträumt, die es nicht gibt, nicht geben kann. Wir haben ein Extrem erlebt, das wirklich Böse. Jetzt dachten wir, das andere zu erleben – das wirklich Gute. Wir haben die richtigen Maße verloren.“

Grete Salus hatte in Auschwitz den Judenstern zu tragen. Juden hatten dort das schlimmste Schicksal.

Sprach man mit jemandem und erwähnte dabei Auschwitz, dann konnte man nahezu regelmäßig die gleiche Reaktion beobachten: Mitleidvoll wurde man angeblickt und der Gesprächspartner wich dem Thema aus, so, als ob er uns schonen wollte. Ich hatte die Empfindung, dass dieses Mitleid geheuchelt und eher die eigene Schonung beabsichtigt war. In den Reihen der Funktionäre der KPÖ wurde jede ernsthafte Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit durch ständig neu anlaufende Kampagnen überdeckt, die zu organisieren zum Handwerkszeug der KP-Führung gehörte – eine Art Beschäftigungstheraphie.

1947 habe ich mich nach längerem Warten endlich entschlossen, von mir aus das Thema anzuschneiden: Ich schrieb aus vollem Herzen meinen Erlebnisbericht über die Jahre in den Konzentrationslagern. Das Echo auf dieses Buch war gering. Das hat mich nicht mehr hart enttäuscht. Als ich – nachdem ich lange vorher mit der kommunistischen Partei gebrochen hatte – dieses Buch im Jahr 1982 mit einem Vor- und Nachwort nochmals herausgegeben habe, hörte ich ein deutlich stärkeres Echo. Es kam freilich von Angehörigen einer Generation, die später geboren war.

Damals blieb das Thema „Vergangenheit“ und „Nationalsozialismus“ tabu. Alle Energie konzentrierte sich darauf, die Voraussetzungen für das aufzubauen, was später als Wirtschaftswunder einer Epoche den Namen gab. Ein Blick zurück passte nicht dazu. Das erste Mal merkte ich, dass dieses Tabu gebrochen wird, in der Bundesrepublik Deutschland.­ In Frankfurt begann im Jahr 1963 der Auschwitz-Prozess, den ich durch Strafanzeigen ausgelöst und dann beobachtet habe. Die Medien befassten sich ausführlich nicht nur mit dem Verfahren – das war ja unvermeidlich –, sondern auch mit dem Hintergrund. Schulklassen folgten im Gerichtsgebäude den Verhandlungen; ich wurde in Schulen zu Diskussionen eingeladen. Bei diesen Gesprächen hatte ich mich auf eine völlige Unwissenheit der jungen Menschen einzustellen. Ich erfuhr gleichzeitig, mit welchem Ernst viele fragten, forschten, um Verständnis mit den Problemen dieser Epoche rangen, über die offensichtlich die Generation ihrer Eltern nie mit ihnen gesprochen hatte. Mir ist ein Mädchen in Erinnerung geblieben, das solche Fragen mit besonderer Intensität stellte. Nach Beendigung der Stunde kam sie zu mir: „Mein Vater war SS-Führer. Wie soll ich mich jetzt zu ihm verhalten?“

Hermann Langbein 1964, zur Zeit des Frankfurter Auschwitz-Prozesses

Das erlebte ich in einer kritischen Phase meines Lebens: Nach der Niederwerfung des Aufstandes in Ungarn durch russische Panzer hatte ich endlich meine politische Konsequenz gezogen. Ich wurde heimatlos, isoliert, hatte mich neu zu orientieren. Nach dem schmerzhaften Scheitern meines bisherigen politischen Weges – dem eines gläubigen Kommunisten – habe ich mir vorgenommen, nur mehr das zu tun, was ich selbst verantworten kann, mich nie mehr einer Autorität so unterzuordnen, dass ich ihre Entscheidungen über mein Gewissen stelle. Die Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Frankfurter Auschwitz-Prozess und den Gesprächen mit jungen Menschen über dieses Kapitel meiner Vergangenheit wiesen mir einen Weg: Ich sah eine Aufgabe, die bisher vernachlässigt war, von deren Notwendigkeit und Bedeutung ich voll überzeugt war und für die ich bessere Voraussetzungen mitbrachte als viele andere: Den nachwachsenden Generationen das Bedürfnis zu wecken, nachzudenken, wieso ein Auschwitz im 20. Jahrhundert in Mitteleuropa möglich werden konnte.

Damals spürte ich in Deutschland eher Voraussetzungen für eine solche Tätigkeit als bei uns in Österreich. Der in Wien Anfang 1972 geführte Prozess gegen die Erbauer der Auschwitzer Krematorien und Gaskammern zeigte das drastisch. Beide Angeklagten wurden freigesprochen. Das lag nicht daran, dass der Prozess schlecht geführt worden wäre; das Gegenteil war der Fall. Noch schlimmer als der Freispruch war das Stimmenverhältnis beim Votum der Geschworenen. Bei Fritz Ertl haben weniger Geschworene dafür gestimmt als bei Walter Dejaco. Ertl hat sich von Auschwitz zur Front weggemeldet, als er feststellen musste, dass in jedem der vier Krematorien eine überdimensionierte Gaskammer eingeplant war. Er wollte damit nichts zu tun haben. Dejaco verteidigte sich damit, dass auf dem Plan, der seine Unterschrift trug und der dem Gericht vorlag, die Gaskammer als „Leichenkammer“ bezeichnet war. Er hätte also den Zweck nicht gewusst, dem sie zu dienen hatte. Er blieb in Auschwitz und hatte laufend Instandhaltungsarbeiten der überanspruchten Krematorien zu leiten. Trotzdem nahmen ihm die Geschworenen ab, dass er den Zweck der Bauten – den Ertl erkannt zu haben zugegeben hatte – beim Bau nicht geahnt hatte. Auch das Echo dieses Prozesses unterschied sich krass von dem, was ich in Deutschland Jahre zuvor kennengelernt hatte: Keine Schulklassen im Gericht, Flugzettel, die mich als Judas bezeichneten – ich hatte den Prozess durch eine Strafanzeige ausgelöst und habe ihn beobachtet –, wurden im Zuschauerraum verteilt.

Manche zogen aus dem Fehlurteil den Schluss, dass Geschworenengerichtsbarkeit eben doch nicht am Platz sei. Ich meine, dass der Spruch der Geschworenen besser als Mahnung hätte aufgefasst werden müssen, einer Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit nicht weiter auszuweichen. Die Geschworenen sprechen mit der Stimme des Volkes, das nicht zum Nachdenken veranlasst worden war. Die Justiz hat wieder eine andere Schlussfolgerung gezogen: Es wurden keine weiteren Prozesse dieser Art geführt.

Weil nach wie vor das einschneidendste Kapitel unserer Zeitgeschichte in den Schulen und an den Universitäten nicht ernsthaft behandelt wurde, hatten diejenigen Kreise, welche daran interessiert waren, das nationalsozialistische System zu exculpieren, es relativ leicht: Immer dreister stellten sie in Frage, ob das, was über Gaskammern und Auschwitz geschrieben wird, beweisbar ist, ob es sich nicht um krasse Übertreibungen handelt. Dass derlei nicht bloß von den ehemaligen Nazi-Funktionären verbreitet wurde, die ihrer „großen Zeit“ nachtrauerten, sondern von jungen Menschen, die damals noch nicht gelebt hatten, alarmierte uns. Im April 1977 kamen Überlebende der nationalsozialistischen Konzentrationslager aus acht Ländern gemeinsam mit – in der Regel jüngeren – Zeitgeschichtlern in Wien zusammen, weil sie sich durch diese Tatsache noch einmal herausgefordert fühlten. „Wir sind davon überzeugt,“ – stellten sie in einer Zusammenfassung ihrer Beratung fest – „dass die Generationen, die den Nationalsozialismus nicht selbst kennengelernt haben, gegen die Überreste seiner Ideologie immunisiert werden, sobald sie Kenntnis von den Folgen dieser Ideologie – den Massenverbrechen des Nationalsozialismus – bekommen. Die für die Erziehung der Jugend zuständigen Behörden sorgen im Allgemeinen offenbar – wenn auch in den verschiedenen Ländern unterschiedlich – zu wenig dafür, dass entsprechende Informationen vermittelt werden. So wird es der rechtsextremistischen Propaganda ermöglicht, jungen Menschen ein völlig verkehrtes Bild über die jüngste Vergangenheit aufzudrängen. Die Überlebenden nationalsozialistischer Konzentrations- und Vernichtungslager fühlen sich verpflichtet, dieser Propaganda die Tatsachen gegenüberzustellen. Mehr als andere sind sie legitimiert, dies zu tun.“

Die Konferenz wurde ermöglicht, weil die österreichischen Ministerien für Wissenschaft und Unterricht die materiellen Voraussetzungen schafften. Ein Vertreter des Unterrichtsministeriums arbeitete mit. Signalisierte das bereits eine klare Änderung in der offiziellen Einstellung, so wurde sie noch deutlicher, als Anton Pelinka und ich – wir beide waren die Österreicher, welche von der Tagung in die Kommission zum Studium des Neofaschismus gewählt worden waren – namens der Konferenzteilnehmer beim Unterrichtsminister vorsprachen. Bereits während der Tagung wurden Zeitzeugen, die an ihr teilnahmen, auf Grund eines ministeriellen Erlasses eingeladen, in Schulen zu diskutieren. Diese Diskussionen verliefen überaus positiv, das Interesse war groß, die Wissenslücken wurden eindeutig sichtbar, und in mehreren Schulen wurde der Wunsch geäußert, solche Diskussionen fortzusetzen. – So unsere zusammenfassende Beurteilung. Daran knüpften wir bei der Unterredung mit Minister Fred Sinowatz an. Unsere Anregung wurde positiv aufgenommen. Seitdem bietet das Ministerium in jedem Schuljahr den Schulen an, Zeitzeugen aus dem Kreis der Überlebenden der nationalsozialistischen KZs einzuladen. Bei ähnlichen Interventionen, die Jahre vorher erfolgten, erhielt ich unverbindlich-freundliche Antworten, auch mit dem Hinweis, dass „nur eine verschwindend kleine Zahl von einigen wenigen Jugendlichen – und diese zum Großteil aus kindischem Unverstand und Abenteuerlust“ an neonazistischen Aktionen beteiligt gewesen wären. (So steht es in einer Antwort des Unterrichtsministeriums vom 26.2.1960. [1])

Frauen und Männer, die KZs überlebt hatten, durften und dürfen in Österreichs Schulen über die KZs berichten und Schülerfragen beantworten. Monika Horsky dokumentierte mehr als hundert solcher Stunden mit Berichten ehemaliger KZ-Häftlinge, mit Fragen von SchülerInnen und den Antworten von
Hermann Langbein: Sucht euch nicht den leichteren Weg
Fritz Kleinmann: Über Nacht waren wir nicht „rassenrein“
Ella Lingens: Das Versprechen
Ferdinand Berger: Das Schlimmste: absolute Rechtlosigkeit
Anni und Heinrich Sussmann: Macht’s den Mund auf und red’s
Hilde Zimmermann: Sich die Menschenwürde nicht nehmen lassen
1988, Zweite Auflage 2015/16

Im Lauf der Zeit bildete sich eine Form dieser Tätigkeit heraus, die am geeignetsten zu sein schien: Die Kommission zum Studium des Neofaschismus stellte einen Stock von Referenten zur Verfügung (der allerdings aus Altersgründen der Zeitzeugen mit den Jahren kleiner wurde). Diese nahmen ihre Aufgaben ernst und diskutierten zur Vorbereitung mit Fachleuten in jährlich abgehaltenen Seminaren Probleme, welche bei den Aussprachen erfahrungsgemäß von Schülern angeschnitten wurden. In den Schulen wurden grundsätzlich zwei Unterrichtsstunden für dieses Thema zur Verfügung gestellt, sodass ausreichend Zeit für Fragestellung und Diskussion blieb.

Das Institut für Zeitgeschichte an der Wiener Universität und die zeitgeschichtlichen Institute an den anderen österreichischen Universitäten (die in diesen Jahren endlich geschaffen wurden) übernahmen die Vermittlung, das Ministerium alle Kosten. Zur Unterstützung der Vorträge habe ich eine Diareihe „Selektion in Auschwitz/Birkenau“ zusammengestellt, die Fotos des SS-Chefs des Erkennungsdienstes von Auschwitz aus dem Jahr 1944 enthält. Sie zeigt nicht nur anschaulicher als es jede Schilderung vermöchte, wie sich eine Selektion dort abgewickelt hat; die Originalaufnahmen sind auch am besten geeignet, jeden Zweifel an der Tatsache der Massenvergasungen in Auschwitz zu zerstreuen. Schließlich wurde nun bereits zum 6. Mal ein einwöchiges Seminar für Pädagogen zum Thema „Ideologie und Praxis des Nationalsozialismus“ abgehalten. Es wird in Linz durchgeführt, da Exkursionen nach Mauthausen und in die ehemalige „Euthanasie“-Anstalt Hartheim in den Arbeitsplan eingefügt sind.

So gewannen wir den Eindruck, das in unseren Möglichkeiten und Kräften Stehende zu tun, damit die Jugend Lehren aus den Geschehnissen der Vergangenheit ziehen kann. Wir hatten freilich nicht die Illusion, dass wir auch nur einen beachtlichen Teil der Schuljugend erreichten; es gab Landesschulräte, welche die Rundschreiben des Ministeriums sabotierten (das hatte sich an den Dienstweg zu halten). Und es gab zahlreiche Schulen, die keinen Zeitzeugen einluden. Stand der Direktor oder ein Teil des Lehrkörpers dem Thema ablehnend gegenüber, so konnten sie nicht gezwungen werden, diese Aktion zu nützen.

In denjenigen Schulen, welche von der Möglichkeit Gebrauch machten, verliefen die Aussprachen in aller Regel erfreulich positiv. Eindeutig widerlegten sie den einen Einwand, der häufig von Älteren gemacht wird: „Für junge Menschen ist das alles Vorvergangenheit. Die wollen davon nichts wissen.“ Überall war das Interesse groß, häufig musste die Diskussion verlängert werden, wenn es der Stundenplan zuließ. Wiederholt baten Klassen, die gehört hatten, dass in einer anderen Klasse Zeitzeugen zum Thema „Ideologie und Praxis des Nationalsozialismus“ sprachen, auch am Vortrag und der anschließenden Diskussion teilnehmen zu können. Ich konnte beobachten, dass nicht nur diejenigen Lehrer dabei waren, die dazu verpflichtet waren. In der Regel sind sie heute erfreulich jung, gehören nicht der Generation von Pädagogen an, die das Thema scheuen, weil es mit ihrer eigenen Vergangenheit verbunden ist. Oft schalteten sich die jungen Lehrer recht aktiv in die Diskussionen ein und nicht selten schlossen sich intensive Gespräche im Konferenzzimmer noch an.

Eine Erfahrung haben wir im Lauf der Zeit immer mehr berücksichtigt. Es ist weder nötig noch zielführend, alle Einzelheiten zu schildern, die wir erleben hatten müssen. Das Schwergewicht verlegen wir nach Möglichkeit auf das Problem, welche mörderische Ideologie es möglich gemacht hatte, dass Tausende an den Massenmorden mitwirkten, die keineswegs von vornherein als Abartige oder Sadisten bezeichnet werden konnten. Junge sollen so veranlasst werden, die ideologischen Wurzeln, die auch gegenwärtig spürbar sind, rechtzeitig zu erkennen und sich vor ihnen in Acht zu nehmen.

Wir werten es als einen Erfolg, wenn sich die Fragen der Schüler nicht nur auf Einzelheiten beschränken, die mit dem Sterben und Leben in den Lagern zusammenhängen, sondern wenn auch gegenwärtig aktuelle Probleme in die Diskussion einbezogen werden. Ich investierte meine ganze Energie in diese Aktion, und hoffte, meinen Anteil im Aufholen der Unterlassungssünden, die nach 1945 so deutlich waren, geleistet zu haben. Ging es auch langsam vorwärts, so glaubten wir doch, Fortschritte in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu registrieren.

Und weil uns klar war, dass unsere Möglichkeiten zeitlich immer enger beschränkt werden, hat sich unsere Gruppe der Überlebenden der KZs entschlossen, eine Dokumentation auszuarbeiten, die auch einem Skeptischen belegt, was vor 1945 geschehen war. „Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas“ konnte 1983 im S. Fischer-Verlag erscheinen, 24 Fachleute aus 6 Ländern haben sie zusammengestellt. Für die Schulen stellten wir eine Video-Serie her, in der vier Überlebende der Lager thematisch gegliedert ihre Erfahrungen und Erlebnisse sachlich schildern. So soll unsere Stimme noch gehört werden, wenn wir selbst außer stande sind, in Schulen zu sprechen.

Dann kam des Jahr 1986 und der Bundespräsidenten-Wahlkampf. Er brachte eine grausame Ernüchterung, Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass Waldheim mit den immer wiederholten und stets mit starkem Beifall bedachten Worten „Ich habe nur so wie Hunderttausende andere im Krieg meine soldatische Pflicht erfüllt“ offensichtlich viele Wähler angesprochen hat; dass nur eine kleine Minderheit bemerkte und dagegen auftrat, dass mit solchen Worten diejenigen als pflichtvergessen beschimpft wurden, welche sich dem Zwang, in Hitlers Armee dienen zu müssen, entziehen wollten – sei es als Deserteure oder Partisanen, sei es wie Jägerstätter mit todesmutiger Weigerung. Als pflichtvergessen müssten dann auch diejenigen Österreicher abqualifiziert werden, die sich am 20. Juli 1944 gemeinsam mit anderen Offizieren bemüht hatten, das nationalsozialistische Regime zu stürzen, akzeptiert man Waldheims Wahlslogan.

Und in diesem Wahlkampf zeigte es sich erschreckend deutlich, wie lebendig der Antisemitismus in Österreich geblieben ist. Namhafte Politiker bezeichneten Juden als „ehrloses Gesindel“, nicht nur in der „Krone“ schrieben sattsam bekannte Kolumnisten in ähnlichem Sinn; die stellvertretende Chefredakteurin der „Presse“, das sich gern als seriöses Weltblatt bezeichnet, griff ins Vokabular der Nationalsozialisten. Leitenberger schrieb vom „Weltjudentum“.

Mehr als vier Jahrzehnte nach der Zerschlagung des Nationalsozialismus steht die Vergangenheit gespenstisch deutlich vor uns. Waren alle unsere Bemühungen umsonst, nur frommer Selbstbetrug?

Die österreichische Lebenslüge, die da lautet: „Wir sind 1938 besetzt worden, wir sind 1945 befreit worden, was dazwischen geschehen ist, dafür können wir nichts.“ hat ihre Kraft erschreckend deutlich bewiesen. Sie wurde die ganzen Jahre hindurch mit Fleiß von Politikern aufgebaut. Und nur zu gern spricht man sie nach. Selbst sich seriös gebende Autoren sprechen von der „Stunde Null“ im Jahr 1945; als ob es vorher nichts gegeben hätte, was uns Österreicher betrifft. Damit wird jedes Nachdenken, jede Auseinandersetzung erspart. Glaubte man, sich billig darüber hinwegschwindeln zu können? Wie teuer muss vier Jahrzehnte später die Aufrechterhaltung dieser Lebenslüge bezahlt werden.

Wie grundverlogen dieser „österreichische Schmäh“ ist, entlarvt schon die Alltagssprache. Mit Mühe zwingen sich Journalisten Anführungszeichen ab, wenn sie vom „Anschluss“ schreiben. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist davon nichts zu hören. „1938 gab’s den Anschluss“, sagt man im allgemeinen ohne irgendwelche einschränkende Hinzufügung. Und wer bezeichnet das Jahr 1945 als das unserer Befreiung? Man spricht vom Zusammenbruch. Fragt man einen Österreicher, wann unser Land von einer fremden Armee besetzt war, so bekommt man mit Sicherheit die Antwort: „Von 1945 bis 1955“. Dass wir seit 1938 von einer ausländischen Macht besetzt waren, wird nicht registriert.

Dass Adolf Hitler – übrigens ein Österreicher, woran zu erinnern nicht üblich ist – in Deutschland Reichskanzler werden konnte, haben die Deutschen zu verantworten. Dass aber diese politische Modeströmung zum Faschismus von der österreichischen Regierung genützt wurde, um wenige Monate später aus formalem Anlass auch bei uns die Demokratie abzubauen, wird nicht gern in diesem Zusammenhang gesehen. Schuschnigg hat Österreich Gottes Schutz empfohlen, als Hitler einmarschierte. Wären damals Brücken gesprengt und Barrikaden errichtet worden, hätte zwar dieser Einmarsch nicht verhindert werden können; er hätte aber nicht den Charakter eines Triumphzuges gehabt, den die Österreicher ihm mit Jubel und Blumen gaben. Österreichische Polizisten hatten bereits am 11. März 1938 eine Hakenkreuzbinde umgestreift, die sie vorsorglich in der Tasche bereit hatten. Ihre Karteien und die Akten der österreichischen Justiz ermöglichten die Massenverhaftungen unmittelbar nach dem 11. März. Was dann den Juden geschah, das taten Österreicher. Und sie „arisierten“. In der „Kristallnacht“ haben Österreicher die Synagogen angezündet und Juden ermordet.

Solche Fakten – und man kann unschwer weitere anführen – widerlegen die österreichische Lebenslüge, dass wir für die Geschehnisse in den Jahren 1938 bis 1945 keine Mitverantwortung tragen. Und was der deutschen Wehrmacht in dem Krieg Hitlers angelastet wird, belastet auch Österreicher, die zu dieser Wehrmacht eingezogen worden waren. Ist es nicht das krampfhafte Übertönen eines Schuldgefühls, das so viele lauthals „Bravo“ schreien und klatschen ließ, wenn Waldheim seinen Stehsatz von der „soldatischen Pflichterfüllung“ in seinem Wahlkampf pathetisch verkündete?

Wie sehr all das bei Alten verdrängt, bei Nachgeborenen unbekannt geblieben ist, hat uns das Jahr 1986 gelehrt. Auch wir haben in unseren Diskussionen mit Jungen dem offenbar zu wenig Gewicht verliehen, wie wir nun wissen. Wohl haben wir auf Kaltenbrunner, Seyss-Inquart, Globocnik und andere Österreicher verwiesen, wenn wir von den Massenverbrechen der Nationalsozialisten berichteten, aber die unzähligen Kleinen, Namenlosen, die ja erst die Atmosphäre schufen, welche die Verbrechen möglich machten, blieben in der Regel unerwähnt. Übrigens: Als ich in Kärntner Schulen nach der Bundespräsidenten- und der Nationalratswahl fragte, wer Globocnik war, konnte kein Schüler antworten. Und ich fürchte, auch die Lehrer wussten nicht, was dieser Kärntner Altnazi in den Vernichtungslagern Ostpolens verbrochen hat. Auch der Name seines Stabsführers, des Kärntners Ernst Lerch, war niemandem bekannt. [2] Daher wusste auch niemand, dass ein Verfahren gegen ihn auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt worden war. [3]

Das ist die Realität. Und die andere Seite dieser bitteren Wahrheit: Wie Gegner des nationalsozialistischen Regimes deswegen scheel angesehen werden. Als sich unsere Regierung für den Staatsvertrag einsetzte, wurde der österreichische Widerstandskampf mit Fleiß hervorgehoben; galt es doch, die Bestimmungen der Moskauer Deklaration zu bedenken, die besagten, dass Österreich danach gemessen wird, welchen Beitrag seine Bürger im Kampf gegen das nationalsozialistische Regime geleistet hatten. Sobald der Staatsvertrag abgeschlossen war, waren die Widerstandskämpfer uninteressant. Diese kleine Minderheit fiel bei Wahlen nicht ins Gewicht. Dort, wo der Widerstand am aktivsten und effektivsten gewesen war – in dem Teil Kärntens, in dem unsere Kärntner Slowenen leben –, wurde die Stimmung gegen diese Minderheit beschämend stark angeheizt. Und keine politische Gruppierung kann sich davon freisprechen. Ich kann auch nicht vergessen, welche Antwort ich erhielt, als ich einmal eine in Wien lebende Zigeunerin, die glücklicherweise Auschwitz hatte überleben können, bat, in einer Fernsehsendung das Schicksal der Zigeuner in diesem Vernichtungslager zu schildern. „Nein, ich gehe nicht ins Fernsehen“, erwiderte sie. „Ich habe in einem Wiener Betrieb eine gute Stelle. Erfährt man dort, dass ich Zigeunerin bin, so geht’s mir schlecht.“

Nach 1986 kann niemand abstreiten, wie erschreckend stark sich die Unterlassungssünden der Vergangenheit rächen. Ist es nicht symbolisch, dass unsere Regierung zwar einen Nationalfeiertag proklamiert hat, dass dieser jedoch mehr für Fit-Märsche als für ein Erinnern und Überdenken der jüngsten Vergangenheit genützt wird?

Für uns Zeitzeugen – wie wir nun genannt werden – bedeutete das Jahr 1986 einen Schock. Wir haben aber nicht deswegen resigniert. Solange wir dazu imstande sind und solange die Möglichkeit dazu erhalten bleibt, werden wir das Gespräch mit der jungen Generation suchen. Aber dass andere sie nicht als eine Art Alibi betrachten und uns dabei allein lassen dürfen, jungen Menschen dabei behilflich zu sein, Schlussfolgerungen für sich aus dem dunkelsten – und daher wichtigsten – Kapitel der Zeitgeschichte zu ziehen, muss jetzt jedem Verantwortungsbewussten evident sein. Wehe, wenn irgendwelche kurzsichtige wahltaktische Überlegungen diese Erkenntnis verdrängen!

Es geht nicht in erster Linie darum, das Ansehen Österreichs wiederherzustellen, das im vergangenen Jahr einen Tiefstand erreicht hat, so wichtig das auch ist. Es geht vor allem um unsere Jugend, die nicht von denen verdorben werden darf, welche zu ihrem politischen Nutzen die österreichische Lebenslüge wach halten. Mehr als vorher bange ich um unsere Zukunft, die uns in den schlimmsten Jahren unserer Geschichte am Herzen gelegen war und die uns auch heute sehr am Herzen liegt.

Diese Zeilen sind sehr persönlich geworden. Ich hoffe, dass die Ursache dafür verständlich ist; und es ihnen nicht nur zum Nachteil gereicht.

[1[Bundesminister für Unterricht war von 1. November 1954 bis 1. April 1964 ein gewisser Dr. Heinrich Drimmel, der ebenso wie sein Bundeskanzler Raab, vormals niederösterreichischer Heimwehrführer, den „Korneuburger Eid“ mitgeschworen hatte, dessen fünfter, sechster und zehnter Grundsatz also lauten:

► „Wir müssen den eigenen Vorteil vergessen, müssen alle Bindungen und Forderungen der Parteien unserem Kampfziele unbedingt unterordnen, da wir der Gemeinschaft des deutschen Volkes dienen wollen!

► Wir verwerfen den westlichen demokratischen Parlamentarismus und den Parteienstaat!

► Der Staat ist die Verkörperung des Volksganzen, seine Macht und Führung wacht darüber, dass die Stände den Notwendigkeiten der Volksgemeinschaft eingeordnet bleiben.“

Kurz zusammengefasst: Antidemokratischer Macht- & Führungs- und Ständestaat der deutschen „Volksgemeinschaft“ ohne parlamentarische Volksvertretung. Noch kürzer: Deutschnationale Dikatur. In 1 Wort: Austrofaschismus. -Red.]

[2[Lerch machte in den 1950er Jahren aus dem Café Lerch in Klagenfurt, Wiener Gasse 10, das er von seinem Vater übernommen hatte, das beliebte Tanzcafé Lerch. Später eine Wienerwald-Gaststätte, dann das Restaurant Ossiacher Hof, wird das Lokal seit Oktober 2020 als Restaurant mit Takeaway Zommstehn am Mårkt mit feiner Alpen-Adria-Küche zweisprachig geführt – slowenisch und deutsch. -Red.]

[3[Auch die Generationen jugendlicher Schüler*innen, die nach Tanzkurs oder „Perfektion“ in der renommierten Tanzschule Hans Tachler zum Weitertanzen ins unweit gelegene „Lerch“ kamen, hatten vom kriminellen Vorleben des stets unaufdringlich freundlichen Cafetiers nicht die mindeste Ahnung. -Red.]

Das Typoskript des obigen Beitrags aus dem Archiv des Publizisten Franz Richard Reiter, Wien, wurde nicht mit der Druckfassung abgeglichen, die unter dem Titel „Darf man vergessen?“ in: Anton Pelinka/Erika Weinzierl (Hgg.): Das große Tabu, Wien 1987, Seite 8–15 erschienen ist. – Vierzehn Jahre vor den Irrtümern des Rudolf Burger, auf sie im Voraus eine stimmige Antwort und inhaltlich zeitlos, ohne denkbares Ablaufdatum.

Eine andere, detaillierte Antwort vom 1.und 6. April 2021, die Burger 19 bzw. 13 Tage vor seinem Tod noch zur Kenntnis nehmen konnte, aber nicht mehr beantwortet hat, findet sich hier: Gerhard Oberschlick: „Rudolf Burger Austrokopernikus“

Empfehlung der Redaktion:

Hermann Langbein: Die letzte Epoche der nationalsozialistischen Konzentrationslager.
Zuerst erschienen in: FORVM, 481-484, XLI. Jahr, 22. April 1994, S. 18-23; vermutlich noch sonst nirgendwo, denn das Judaica-Portal verzeichnet nur diese Fundstelle.*

Als dieser Beitrag von Hermann Langbein erschien, folgte eine Einladung des Herausgebers in die Hitzinger Villa von André Heller, der mit Dank und Anerkennung für die Bedeutung des Artikels die höchste private Einzelspende übergab, die das FORVM in den 42 Jahren seines gedruckten Erscheinens erhalten hat. Die Gelegenheit ist günstig, Langbein und Heller für ihre Beiträge herzlich zu danken. G.O.


* [https://judaica.kobv.de/uid.do?query=judaica_rnb_990001300690705171&index=internal&plv=2]

Lieferbare Bücher von H. L.:

  • Menschen in Auschwitz, Europa Verlag, Wien 1987;
  • ... nicht wie die Schafe zur Schlachtbank — Widerstand in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern, Fischer TB 3486, Frankfurt 1988;
  • Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas (Herausgeber gemeinsam mit Eugen Kogon und Adalbert Rückerl), Fischer TB 4353, Frankfurt 1989;
  • Die Stärkeren. Ein Bericht aus Auschwitz und anderen Konzentrationslagern, Wien (Ephelant) 2008.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Mai
2021
Autor/inn/en:

Hermann Langbein:

Schriftsteller, Schauspieler und Journalist. Vor dem Jahre 1938 wurde er als Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs mehrmals verhaftet. 1938 kämpfte er im Spanischen Bürgerkrieg, wurde in einem französischen Lager interniert und 1940 an die Gestapo ausgeliefert. Er überlebte das Konzentrationslager Auschwitz. 1956 kam es zum Bruch mit der Kommunistischen Partei. Er wurde Gründungsmitglied der „Gesellschaft für politische Aufklärung“ und Generalsekretär des „Internationalen Auschwitz-Komitees“. 1968 erhielt er die Medaille der Gerechten. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und setzte sich als Zeitzeuge mit fundierten Wissen mit dem System der Nationalsozialisten auseinander.

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