FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1982 - 1995 » Jahrgang 1982 » No. 344-346
Viktor Matejka • Gerhard Oberschlick

Neu die Linie, alt das Blatt

  1. Bisher war die erste Umschlagseite ein Verhau. Dilletantischer Versuch, auf Neo-Dada zu spielen, oder sonst ein Bluff. Ab der vorigen FORVM-Nummer teilt der Umschlag klar mit, was drin zu finden ist. Das ist ein Fortschritt.
  2. Bei jeder „neuen Blattlinie“ bleibt dem Leser, zu warten, bis sie älter wird. Als altgewordener FORVM-Durchsteher hab ich noch genug Neugier, wie’s weitergeht. Bis zum Beispiel „Sonne“ eingeht. Ich halte sie für eine verwirrende Unterhaltungsbeilage, die aber mitunter sogar Spaß bereitet. Was hat das mit den Welträtselauflösern Ernst Fuchs und Friedensreich Hundertwasser zu tun? Die üppigen Bilderseiten würden vielleicht ganz gut nach Bayreuth passen. Auf keinen Fall nach Beirut, das in der vorigen Nummer total ausgespart ist.
  3. In der nächsten Nummer erwarte ich eine Replik des Paradeiser-Kienzl auf den Spinatwachter Nenning. Die Gemüseplatte kann auch sonst weiter serviert werden. Das ist sehr amüsant und hochaktuell und äußerst anregend. Im Goethe-Jahr besonders: „Anregung ist alles“.
  4. Worüber V. M. „soeben 80, Juso-Chef Josef Cap instruiert“ (Photo, S. 10), bleibt unbekannt. Man müßte mich halt fragen.

Herzlich grüßt und hofft und wartet

Viktor Matejka
Wien 6
  1. Hoch die Klarheit! — aber schad is’ um’s Neo-Dada.
  2. Hoch die Neugier! — aber schad wär’s um die sonnigen Essays von Gerti. Lies Sie einfach als Forum-Artikel. Auf die Bilderflut könnt’ ich verzichten, aber Günther hält die Mehrheit. Blattlinien nimmt der Redakteur ganz ernst: im gewogenen Durchschnitt pro Dutzend. Wildgewordene Hochkultur (B & B) ist immer grauslich. Muß ich von der grausigen Durchführung noch aktuelle Details ins Forvm setzen, wenn ich die alte Absicht aus dem „persönlichen Tagebuch“ des Moshe Sharett [**] kenne? Von Wilfried Daim im Heft Juni/Juli 1969 bis zu Freimut Duve in diesem Heft haben wir gescheite Analysen, wohlmeinende Erregung und hilflose Friedensvorschläge zuhauf publiziert.
  3. Von Goethe und Kienzl hab ich kein Manuskript bekommen, daher diesmal Fisch [**] statt Gemüse: Anregen bringt Segen.
  4. Ich hab’ Viktor gefragt, bin aber diskret. Bitte, lieber Viktor, instruier’ uns noch möglichst oft.

Ebenso herzlich grüßt und hofft und wartet Dein

G.O.
Karausche

[**Hg. von seinem Sohn: Yoman Ishi, Ma’ariv, Tel Aviv 1979, auszugsweise deutsch in: Livia Rokach, Israels Heiliger Terror. Mit einer Einführung von Noam Chomsky, 1982. Minotaurus Projekt, Hintergasse 2, D-6102 Pfungstadt 2 — lesenswert.

[**Die Karausche ist ein Karpfen. s. Gertis Kurzgeschichte, hinten S. 39.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Oktober
1982
, Seite 0
Autor/inn/en:

Gerhard Oberschlick:

Herausgeber der Print-Ausgabe des FORVM 1986-1995 und der Online-Ausgabe hier.

Viktor Matejka:

Geboren 1901 in Korneuburg, gestorben 1993 in Wien. Bis 1936 war er an den Wiener Volkshochschulen als Bildungsreferent der Arbeiterkammer tätig. In der NS-Zeit war er von 1938 bis 1944 in den Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg inhaftiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er im Jahr 1945 als Vertreter der KPÖ Stadtrat für Kultur und Volksbildung in Wien (Koalition aus SPÖ, ÖVP und KPÖ). Matejka förderte zahlreiche namhafte zeitgenössische Künstler und setzte sich für deren Rückkehr aus dem Exil ein (z. B. Oskar Kokoschka). Nach Stimmenverlusten der KPÖ 1949 schied Matejka aus der Wiener Landesregierung aus, 1966 verließ er die KPÖ und war dann als freier Schriftsteller und Förderer junger Künstler tätig.

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