FORVM » Themen » AkteurInnen der Kritik

Alternative Medien, Selbstreferenzielles

Beitræge

FORVM erscheint weiter

Dezember
1961

Wir bitten unsere Leser zunächst um Entschuldigung für das verspätete Erscheinen dieses Heftes. Es wäre um ein Haar das überhaupt letzte geworden, und unser Freund Paul Flora hatte bereits den Zug der trauernden Hinterbliebenen konterfeit, der das FORVM mit Abschluß des VIII. Jahrgangs zu Grabe (...)

FORVM erscheint weiter

Dezember
1964

Mit dieser Mitteilung haben wir unseren Lesern schon einmal zuvor aufgewartet: es ist jetzt auf den Monat genau drei Jahre her, daß das weitere Erscheinen unserer Zeitschrift in Frage gestellt war. Erst in letzter Minute wurden wir damals durch das Dazwischentreten des Hans Deutsch Verlags (...)

FORVM DES FORVMS

April
1969

Im letzten Augenblick erfuhren wir, daß die Rede Außenminister Waldheims vor der UNO (S. 251 f.) in Wahrheit von Wilfried Daim stammt. Aber sie ist trotzdem sehr treffend. Vgl. dessen (Daims) neuestes Buch: Analyse einer Illusion. Das österreichische Bundesheer, Verlag Hindler & Deelmann, (...)

Günther Nenning

Im Eigentum der Redakteure

Januar
1970

Ausgerechnet an meinem Geburtstag wurde ich enteignet. Am 23. Dezember 1969 unterzeichnete ich die entsprechenden notariellen Schriftstücke, mit denen meine Stammanteile als Alleingesellschafter der Schriften zur Zeit, Publikationsgesellschaft m.b.H., welche das NEUE FORVM verlegt, zur Gänze (...)

Waschzettel unserer Pressekonferenz

Oktober
1970

Ort und Zeit: Presseclub Concordia, Wien, 1.10.1970. Zweck: Wir wollen uns wehren gegen den Versuch, eine unbequeme Zeitschrift stillschweigend abzuwürgen. Kritik in Zeitungen darf nicht mit materieller Pression beantwortet werden. Das ist kein Problem des NF, sondern der Pressefreiheit. (...)

Forumhilfe

Oktober
1970

Österreichs Schülerzeitungen

Dezember
1970

Wien „Brennessel“, Helmut Mayr, Preßgasse 18, 1040 Wien „Bürgerschreck“, Henner Hanekop, Gestettengasse 16/6/2, 1030 Wien „Contra“ c/o NEUES FORVM, Museumstraße 5, 1070 Wien „Ekel“ c/o VSM, Lindengasse 32, 1070 Wien „Gärung“, Helmut Aigner, Braungasse 41, 1170 Wien „Hepp-Hepp“ c/o Mittelschülerklub (...)

Helmut Dité

Schülerzeitung als Spielwiese

Zu Lage und Funktion der österreichischen Schülerpresse
Dezember
1970

H. D. (so etwas wie) Sekretär des jüngst gegründeten „Österreichischen Schülerzeitungszentrums“, eines Vereines, der von Schülerzeitungsredakteuren initiiert wurde und sich — siehe nachfolgend gedruckte Resolution — nicht „als bürokratischer Dachverband der Schülerpresse, sondern als eine Art Basisgruppe (...)

Forum im Spiegel

Februar
1971

Der eigenwilligsten links-katholischen Zeitschrift des deutschen Sprachgebiets droht der Kuckuck. Das in Wien erscheinende „Neue Forum“, ein in Europa einzigartiges publizistisches Organ des christlich-kommunistischen Gesprächs, sucht 193.000 Schillinge, gleich rund 27.000 Mark, um 1971 zu (...)

Beschlußprotokoll

der Redakteurskonferenz vom 9. September 1971
September
1971

Kritik der Kulturredaktion wegen Zurückstellung verschiedener Artikel. Kritik an Erscheinungsweise. Vorstellungen über NF differieren scharf mit Realität. Kruntorad empfindet Kommunikation in Redaktion (mit Chefredakteur) als unterentwickelt und legt seine Funktion zurück. Brandstaller fühlt sich (...)

Klaus Wagenbach

Berlin: Ein Verlag wird ruiniert

Dezember
1971

Die Geschichte der politischen Zensur (siehe: Albrecht Götz von Olenhusen, Politische Literatur und Politische Justiz, Frankfurter Hefte 6/71) zeigt, daß Zensur von Büchern stets beginnt, seit Dreyfuß, bei Texten, die von der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden. In diesem (...)

Friedrich Geyrhofer • Lutz Holzinger • Günther Nenning • Heidi Pataki • Reinhard Priessnitz • Peter Sagerschnig • Rudolf Schönwald • Michael Siegert • Michael Springer • Wilhelm Zobl

Gegen Treibjagd auf Spartakus

Erklärung der Gesellschaft der Redakteure des NEUEN FORVM
Februar
1972

Wir appellieren an die Regierung, die Justiz, die Polizei und die Massenmedien vor einer Kriminalisierung der Gruppe „Spartakus“. Der gegenwärtige Kurs der gerichtlichen und polizeilichen Maßnahmen steuert auf einen Punkt hin, wo politische Aktionen mit Gefängnis bestraft werden. Die von der (...)

Brigitte Kirchhoff

Frauenbefreiung

März
1973

Jede Zeile dieses Heftes, die sich mit der Frauenbewegung beschäftigt, wurde von Frauen, die sich im Dunstkreis des NF bewegen dürfen, erkämpft. Heidi Pataki, als einzige Frau Redakteurin des NF, erklärte mir, daß sie „schon schön langsam jede Lust verliert, sich mit den Ärschen herumzustreiten“. Ein (...)

Lutz Holzinger • Michael Siegert • Michael Springer

Warum wir gehen

Mai
1973

Erklärung: Lutz Holzinger und Michael Springer geben ihren Austritt aus dem Verein „Gesellschaft der Redakteure des Neuen Forums“ bekannt. Lutz Holzinger legt seine Funktion als Obmann des Vereins zurück. Holzinger und Springer entledigen sich damit der formalen Verantwortung als „Eigentümer“ und (...)

Wilhelm Burian • Franz Jindra • Adalbert Krims

Warum wir bleiben

Mai
1973

Warum bleibe ich im NF? Es gibt in Österreich keine andere politische Zeitschrift, in der ich mitarbeiten könnte; weder „Tagebuch“ noch „Weg und Ziel“ entsprechen meiner politischen Position. Es gibt Bindungen an die SPÖ, der Herausgeber und Geschäftsführer ist Sozialdemokrat, der einzige in der (...)

Lutz Holzinger

Anatomie des FORVM-Lesers

Ergebnisse der Leseranalyse 1973
Mai
1973

Das erfreulichste Ergebnis der Fragebogenaktion war die ungeheuer hohe Quote von Antworten. Sie betrug rund 17%, während man in der Werbebranche mit Rücklaufquoten von maximal 5% rechnet. Das Bild, welches sich aus den Einsendungen ergibt, dürfte repräsentiv für die NF-Leser überhaupt sein. Dies (...)

Günther Nenning

Bemerkungen zur neuesten Neuen-Forum-Krise

Mai
1973

1. Eigentumsübergabe, sonstiges Materielles Ich war Alleineigentümer des „Neuen Forums“. Ende 1970 übergab ich es dem Verein der Redakteure. In den rund zweieinhalb Jahren seither erhielt ich von den 200.000 S Stammkapital 69.080 S zurückbezahlt auf Beschluß der Redaktionskonferenz, in monatlichen (...)

Jean-Paul Sartre

Ich glaube an die Illegalität

Ein Interview
Mai
1974

Sie sind nun seit zwei Jahren Chefredakteur der Cause du Peuple. Sie haben die Zeitung auf der Straße kolportiert und kämpferische Artikel für sie geschrieben. Nun arbeiten Sie für eine neue Zeitung Libération. Sie haben an einer großen Zahl von maoistischen Kundgebungen und Aktionen teilgenommen. (...)

Harry Magdoff • Paul M. Sweezy

Die Weltrevolution war ein Irrtum

25 Jahre linke Publizistik — ein Rechenschaftsbericht
September
1974

„In Wirklichkeit“, schrieb Lenin Anfang 1920, „hatten sich alle alten Formen der sozialistischen Bewegung mit neuem Inhalt gefüllt, vor die Zahlen trat deshalb ein neues Vorzeichen: das ‚Minus‘; unsere Neunmalweisen aber fuhren (und fahren) hartnäckig fort, sich selbst und anderen einzureden, (...)

Cornelia Frey

Der Streit um die Medien

República: Arbeiter machen Zeitung
November
1975

Geschichte Im Mai 1975 begann der Kampf der Arbeiter gegen die Kontrolle der Sozialdemokraten über die Zeitung República. Unter Mitwirkung des COPCON wurde die Redaktion Ende Juni/Anfang Juli den Arbeitern übergeben. Die Redakteure, die unter der Leitung des Sozialdemokraten Raul Rêgo zum Diario (...)

Josef Dvorak

Big Reinlege

Dezember
1977

Antwort an Nenning

Rudi Dutschke

Die allergrößte Sauerei

Oktober
1978

Aarhus, den 15. Oktober 1978 Wie doch eine echt linkssozialistisch berührte, allerdings sozialdemokratisch grundorientierte Zeitschrift manipulieren kann bzw. muß. In miserabelster „Status-quo“-Tradition von West und Ost. Die konkrete Wahrheit steht da nicht im Vordergrund. Vor Jahren schon mußte (...)

Elfriede Gerstl

Schwarze Botinnen

Frauenbewegung in Westberlin. Ein Report.
Januar
1979

Frauenbewegung = Studentinnen War die Neue Deutsche Linke ein Aufstand der Bürgersöhne — die führenden Köpfe entstammten dem Großbürgertum —, so ist die feministische Bewegung vornehmlich ein Protest der Kleinbürgerstöchter. Ein weibliches akademisches Proletariat, das sich unter seinem (...)

Günther Nenning
Zum Tod Friedrich Torbergs, Begründer des FORVM

Literatur und Kalter Krieg

Januar
1980

Friedrich Torberg starb am 10. November 1979, 71jährig. 1954 begründete er, zusammen mit Friedrich Hansen-Loeve, Felix Hubalek, Alexander Lernet-Holenia, das FORVM. Es hatte damals den Untertitel „Österreichische Monatsblätter für kulturelle Freiheit“ und wurde finanziert vom „Kongreß für die Freiheit (...)

Konrad Bielinski

Wir drucken gern

Medienmacht im Untergrund
März
1981

Seit dreieinhalb Jahren schlagen sie der Zensur ein Schnippchen, die jungen Leute vom polnischen Untergrundverlag NOWA. Unter den Augen der Polizei, oft durch Verhaftungen unterbrochen, haben sie mit primitivsten Mitteln hunderttausende Bücher gedruckt. Allein 120 Schreibmaschinen wurden als (...)

Leo Gabriel • Michael Siegert

Reagans Schlachthof

Gespräch über die Lage in Zentralamerika mit Michael Siegert
Februar
1982

Wenn Jaruzelski täte, was die mittelamerikanischen Diktatoren von Reagans Gnaden dürfen, nämlich Tag für Tag fünfzig Menschen umbringen, dann würden sich unsere Medien überschlagen (Jaruzelski hat in Summe etwa 200 auf dem Gewissen, an die 20 gibt er zu). Reagan ist dabei, in sein eigenes Vietnam zu (...)

Günther Nenning

Neue Blattlinie

Juli
1982

Viktor Matejka • Gerhard Oberschlick

Neu die Linie, alt das Blatt

Oktober
1982

Bisher war die erste Umschlagseite ein Verhau. Dilletantischer Versuch, auf Neo-Dada zu spielen, oder sonst ein Bluff. Ab der vorigen FORVM-Nummer teilt der Umschlag klar mit, was drin zu finden ist. Das ist ein Fortschritt. Bei jeder „neuen Blattlinie“ bleibt dem Leser, zu warten, bis sie älter (...)

Gerhard Oberschlick

FORVM der Krise

Oktober
1982

Michael Siegert, seit August wohlbestallter Redakteur des profil, ist gelernter Zeitgeschichtler. Fast zehn Jahre war er, bis zum vorigen Heft, geschäftsführender Redakteur des FORVM — nach knapp zehn Jahren Torberg (wortwitzstolze kalte Kriegskultur) und gut zehn Jahren Nenning (aufklärerische (...)

Fritz Herrmann • Günther Nenning • Gerhard Oberschlick • Alfred Pfabigan
Jubiläumskrach

30 Jahre FORVM

Dezember
1983

Günther Nenning hat, in Umkrempelung der Torberg’schen Gründung, vor etwa 20 Jahren einen neuen Typ Zeitschrift erfunden: die ihre äußeren und Binnen-Konflikte, statt sie in Vernichtungsintrigen auszukämpfen, relativ unverblümt im Blatt dokumentiert. Ein Beitrag zum Lehrfach: Vom Umgang mit Konflikten. (...)

Josef Dvorak • Michael Hopp • Günther Nenning • Gerhard Oberschlick
Anhang • Prolongation • Weitere 30 Jahre

Kleines Einigungsspiel

März
1984

Aber Günther Nennings Umkrempelung der Torberg’schen Gründung vor etwa 20 Jahren fortführend , spielen wir vor Euch unser Einigungsspiel, mittels dessen das FORVM zuletzt inneren Gleichmut wieder bewahrte. Wir spielen darin unsere eigenen Rollen und das Spiel ist erheblich Teil unserer Leben. Die (...)

Ernst van Loen

Der Irrweg eines Essays

April
1984

Am Pfingstdienstag 1983 hatte Friedrich Heer mit der ihm üblichen skandierenden, sich fast überschlagenden Stimme zu ungewohnter Stunde frühmorgens ins Mikrophon des ORF I gesprochen. Zufällig hatten wir eingeschaltet. Wir erkannten sogleich, daß er eines der heißesten Eisen der gerade ihrem (...)

Gerhard Oberschlick • Peter Pelinka

„Hat nun verkauft ...

September
1986

Was war das „Forvm“ doch für eine traditionsreiche Zeitung! In den fünfziger Jahren von Friedrich Torberg gegründet, im bisweilen angeblich von CIA-Geldern unterstützten konservativen Eck angesiedelt, aber für derlei Zeiten erstaunlich offen und dialogbereit ausgerichtet. Und erst gegen Ende der (...)

Gerhard Oberschlick • Andrea Orgonyi • Verein der Redakteure und Mitarbeiter des Forums

... will nun abtreten“

September
1986

Günther Nenning hat genug vom Erbe Torbergs und Lernet-Holenias: Außer Spesen nichts gewesen, fürs „Neue Forvm“ soll ein „Tepperter“ gefunden werden ... „Jo, jo: Verkaufts mei Gwand, i foar in Himmel ...“, dröhnt es aus dem Hörer begleitet von schallendem Gelächter. Der da dieserart röhrt, daß er die (...)

Gerhard Oberschlick

Einladung

September
1986

Liebe Leser! Zur Zeit werden die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Fortführung des FORVM geprüft. Für den Fall, daß sie durch den Herausgeber dieses Heftes erfolgt, ergeht hiermit die Einladung zur Subskription eines Abonnements des FORVM 1987 Mindestens sechs‚ höchstens (...)

Gerhard Oberschlick

Liebe Leser!

Januar
1987

Liebe Leser! Wir beehren uns, bekanntzumachen, daß wir den Medieninhaber gewechselt und den Herausgeber der vorigen Ausgabe in dieser und jener Funktion behalten haben. Stets Euer FORVM PS: So wird einer, leicht angejahrt, unversehens zum Jungunternehmer: materiell unverschuldet, wenn auch (...)

Buchhandlung Herrmann

Licht im Schatten von WAZ und Springer

FORVM (Wien)
Dezember
1988

Diesen Beitrag in der Zeitschrift „Listen“ schrieb Brigitte Herrmann 1988, damals Inhaberin der gleichnamig berühmten Buchhandlung aller Wiener Linken. Seit einigen Jahren heißt sie wieder Brigitte Salanda und ist gleich unterhalb des Dokumentationszentrums des österreichischen Widerstandes (DÖW) zu (...)

Gerhard Oberschlick

Ehret das Alter! • Vom Feiern

Dezember
1988

Soeben ist das FORVM 35 geworden, ist das nicht schön?, wenn auch an und für sich kein Alter. Weil doch das FORVM wahrlich kein Unmensch ist: zu Waldheim, gerade doppelt so alt, diesmal statt Recherche schönste Literatur; von uns aus kann er sich feiern. Davon verstehen wir unserenteils nıcht sehr (...)

Nikolaus Dimmel

Vorausdenken und Revidieren

Gründe, ein FORVM-Leser zu werden
Mai
1990

Mediale Öffentlichkeit besteht in Österreich zum überwiegenden Teil darin, Nachrichten und Vorurteile dermaßen zu vebinden, daß das Vor-gerichtete nachrichtlich selbst-verständlich wird. Daß die massenmediale Fast-Food-Ausgabe bis dato nicht zur allumfassenden intellektuellen Anorexie geführt hat, (...)

Gerhard Oberschlick • Hannes Tretter

Im Namen der Menschenrechte

Juli
1991

Am 23. Mai, um halbneun, wurde Österreich vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt, wegen Verletzung des fairen Verfahrens (Artikel 6, einstimmig) und der Meinungsfreiheit (Artikel 10, 16 zu 3 Stimmen, unter den Gegenstimmen der österreichische Richter). Die Republik wird Strafe, (...)

Wiener Landesgericht: Kurzer Prozeß

Im Namen der Republik

Juli
1991

Am 23. Mai, kurz vor halbelf, wurde G.O. verurteilt, wegen angeblicher „Beschimpfung“ des „freiheitlichen“ Parteiführers und Landeshauptmanns von Kärnten. Das Verfahren geht, schon wegen seiner hübschen Analogie zur Causa Grabher-Meyer, an die Berufungsinstanz und, wenn nötig, auch wieder nach (...)

Gerhard Oberschlick

Bombenvergessenheit schlägt Seinsversessenheit

(Untertitel:) Die ›FAZ‹-Philosophie der postatomaren Epoche (oder umgekehrt, ganz wie Sie wollen)
November
1992

Betrifft: Werner Fuld, „Zur Freiheit verurteilt, 11.7.1992 & „Wen die Bombe küßt. Neue Literatur von und über Günther Anders“, 26.9.1992, in Ihrem Blatt. S.g. Herren ›FAZ‹-Herausgeber, mit angemessener Verspätung gerät mir der zweite von Fulds diesjährigen Anders-Beiträgen für die ›FAZ‹, über „Neue (...)

Ursula Kubes-Hofmann • Maria Windhager

Stimmbruch der Frau

Juli
1993

Die Einstellung der KPÖ-Zeitschrift Stimme der Frau blieb, trotz 48-jähriger Geschichte, weitgehend unbemerkt und unwidersprochen. Mit Ursula Kubes-Hofmann, Redakteurin des verbliebenen Blattes und Proponentin eines Nachfolge-Projekts, sprach Maria Windhager. Maria Windhager: Die (...)

FORVM-Suchrätsel

Februar
1995

Postkarte bitte ausschneiden ausfüllen, einsenden Ja, ich beteilige mich am FORVM-Suchrätsel und finde, wir sollten □ die Regierung unterstützen, oder wir werden uns Löschnak & Matzka noch zurückwünschen (Knecht), □ Haider nicht dämonisieren (Thurnher): er wird als Kanzler auch nicht viel (...)

FORVM des FORVMs

Einstellen oder Übergang

Februar
1995

Presse-Resonanz auf die Akut-Drohung im Dezember-Heft: Alfred Worm, früher heftig von uns kritisiert, hat, zu seiner Ehre, als einziger es gemeldet; als erste »Top-Secret-Meldung« des Jahres in »News«; und er will, wie andere auch, sonst was für die Existenz des FORVM tun. Wer weiß was? Nachstehend (...)

Gerhard Oberschlick
Kleine Aufmerksamkeit

Dr. Jörg Haider

Betrifft: Einem, sie und mich
Juni
1995

an alle seine mir bekannten Adressen: F Kärntnerstr. & Parlament, privat in Klagenfurt, Wien und im arisierten Bärental Aus mehreren meiner Artikel wissen sie ja, daß sie in meinen Augen seit ihrer Ulrichsberg-Rede 1990, wo sie u. a. den Raubkrieg der Nazi verherrlichten, ein (...)

Gerhard Oberschlick

P.S.: Verrückt, wie? liebe Madeleine!

Warum das FORVM die Hetze der Medien sowie der Grünen nicht mitmacht
Juni
1995

Liebe Madeleine, Du hast mich — ich danke Dir! — an meine redaktionelle Verantwortung gemahnt und überzeugt, daß ich Dein obiges Bekennerschreiben kommentieren muß. Hier also eine glasklare Distanzierung von Deinem unverantwortlichen Spiel mit den vier Feuern: 1. Hetze, 2. Denkverbot, 3. (...)

Madeleine Petrovic

So verrückt wie sie meinen

Warum die Grünen die Hetze gegen das TATblatt nicht mitmachen
Juni
1995

Wie gewaltbereit ist die linke Szene wirklich? Seit Jahren hat kein Thema die emotionalen Wogen der Österreicher so in die Höhe gepeitscht wie der Anschlag von Ebergassing. Leider, denn der rechte Terror hat bereits Opfer gefordert, ohne gewaltige Reaktionen dieser Art auszulösen. Die Grünen (...)

Gerhard Oberschlick

Wer, wenn nicht wir?

»Schützt Euer Land selbst!«
Juni
1995

Hans Lebert, 1992 Exil-FORVM, Amsterdam 1998 Wir waren also dort, am 12. April, präsentierten die vorige Ausgabe und beratschlagten die europäische Lage: Den wachsenden Rechtsextremismus mit nationalsozialistischem Kondensationskern in Österreich; einer Viertel-Partei, die keine mehr sein mag, (...)

Gerhard Oberschlick

P.S.: Widerrufliche Einstellung. Jetzt.

Dezember
1995

Das FORVM ist künftig nicht weniger wichtig als bisher. So wie bisher ist es aber nicht fortzuführen: Der Jahrgang 1995 umfaßt 4 Hefte mit zusammen 124 durchpaginierten Seiten; 1994 waren es 196 Seiten in 3 Ausgaben gewesen. Wenn mehr FORVM finanziell nicht möglich ist, ist so wenig FORVM erst (...)

Erich Klein • Klaus Nüchtern • Gerhard Oberschlick

„Nenning war ein korrupter Hund“

Juni
2016

Vor 30 Jahren übernahm Gerhard Oberschlick die intellektuell aufregendste Zeitschrift der Zweiten Republik: das FORVM. Ein Gespräch über 40 Jahre Zeitgeschichte. Wer versuchen wollte, das Geistesleben der Zweiten Republik zu rekonstruieren, kommt um das FORVM nicht herum. Der Jurist Alfred Noll (...)

Gerhard Oberschlick

Nah und fern Günther Nenning

Später Nachruf ohne Kollegenrabatt
September
2020

Gesprochen an der Tagung „Günther Nenning — Journalist, Schriftsteller und politischer Querdenker“ am 20. Oktober 2018, veranstaltet vom Kulturausschuss der Gemeinde Weidring, wo G.N. zuletzt gelebt und der er seine Bibliothek vermacht hatte. Um diese mit Leben zu erfüllen, veranstaltet Helmut (...)

Gegenöffentlichkeit bei Wikipedia

Gegenöffentlichkeit beschreibt eine Form gesellschaftlicher Aktivität, die sich bewusst in den Gegensatz zur „herrschenden“ Öffentlichkeit stellt, um vernachlässigte oder unterdrückt erscheinende Themen, Probleme oder soziale Gruppen der allgemeinen Wahrnehmung zugänglich zu machen. So wie Öffentlichkeit steht auch Gegenöffentlichkeit im Gegensatz zu privat – im Grundsatz geht es um die Besetzung öffentlicher Räume, in denen sich Menschen versammeln und einander und andere informieren können. Die Entwicklung der Kommunikationsmittel beeinflusste die Formen und Möglichkeiten von Informationsvermittlung entscheidend.

Anti-AKW-Demonstration in Hannover 1979

Die Demonstration ist das älteste und unvermindert aktuelle öffentliche Mittel von Menschen, um auf sich, ihre Lage oder ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Hier wird kein (technisches) Medium zur Vermittlung benötigt – es können auch Rufe, Sprechchöre oder Plakate sein – und die Botschaften werden kurz auf den Begriff gebracht. Der anwaltschaftliche Journalismus versucht ebenfalls auf in den Massenmedien unterrepräsentierte Themen aufmerksam zu machen.

Theorie der Gegenöffentlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung des Begriffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Gegenöffentlichkeit entstand in den 1970er Jahren. Der Begriff erscheint als eine in der Praxis entstandene Vermittlungsweise anderer Auffassungen über Politik und Gesellschaft, die in der bestehenden Öffentlichkeit nicht oder nur verfälscht repräsentiert sind und deren Präsenz in den bestehenden Institutionen – vor allem den Medien – selbst nicht durchsetzbar ist. In der 68er-Bewegung, die diese Erfahrung machte und nach ersten, auch gewaltsamen Aktionen wie die Blockade der Auslieferung der Zeitungen des Axel-Springer-Verlags die Machtlosigkeit im direkten Zugriff einsah, entstand die Idee, die technischen Medien für die Eigenproduktion zu nutzen. Ab Anfang der 1970er Jahre wurde versucht, diesen Bereich von Konfrontation und Auseinandersetzung auch theoretisch und im geschichtlichen Zusammenhang zu untersuchen. Dabei spielte die Herausbildung einer neuen Form von „Massenmedien“, vor allem des Fernsehens, eine entscheidende Rolle. Prägend in dieser Bestimmung war das 1972 erschienene Werk von Oskar Negt und Alexander Kluge: Öffentlichkeit und Erfahrung,[1] das sich auf den Philosophen Jürgen Habermas bezog, der 1962 den Band Strukturwandel der Öffentlichkeit vorgelegt hatte.[2]

Historische Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das ursprüngliche Bedürfnis nach Öffentlichkeit im repräsentativen Sinn scheint das Bedürfnis der herrschenden Feudalklasse gewesen zu sein. […] Die durchgesetzte bürgerliche Gesellschaft übernimmt diese Ausdrucksformen von Herrschaft und verändert sie teilweise in ihrer Funktion.“[3]

Habermas wählte den Begriff der „plebejischen Öffentlichkeit“ – abgeleitet aus den gemischten städtischen Unterschichten, die in der Französischen Revolution die Versuche unternahmen, eine ihnen gemäße Öffentlichkeit herauszubilden.[4]

Oskar Negt und Alexander Kluge wählten „die Bezeichnung proletarische Öffentlichkeit, weil es sich […] nicht um eine Variante der bürgerlichen Öffentlichkeit, sondern um eine in der Geschichte angelegte, […] völlig andere Auffassung des gesamtgesellschaftlichen Zusammenhanges handelt.“[5] In der Vorrede von Öffentlichkeit und Erfahrung definieren die Autoren ihr Interesse, „die innerhalb der fortgeschrittenen kapitalistischen Gesellschaft entstehenden Widerspruchstendenzen auf die Entstehungsbedingungen von Gegenöffentlichkeit zu untersuchen.“[6]

Gegenöffentlichkeit als Zwischenstadium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der besonders im universitären Bereich erfolgenden Rezeption des Werkes blieb vor allem der Begriff „Gegenöffentlichkeit“ haften. Er hat sich bis heute erhalten, obwohl Negt und Kluge Gegenöffentlichkeit als „Vorform von proletarischer Öffentlichkeit“ bezeichneten[7] – eine Vorstellung, die den Begriffswandel nicht überlebt hat. Eine Reduktion auf das Gegensätzliche oder eine bloße Darstellung oppositioneller Auffassungen lag nicht im Sinne der Autoren, auch sollte „proletarische Öffentlichkeit“ mehr als eine Handlungsweise zur Umsetzung der Interessen einer gesellschaftlichen Klasse sein: Es ging ihnen – auch im Ausblick – um einen „Transformationsprozess“ zur Erlangung „der Bündnisfähigkeit zwischen denjenigen gesellschaftlichen Kräften, die den ganzen Umfang der Neuorganisation einer kommenden Gesellschaft zu leisten imstande sind […].“[8]

Unter dieser Prämisse konnte Gegenöffentlichkeit seit den 1970er Jahren nur in rudimentären Formen und in vergleichsweise geringem Umfang entstanden sein. Bezeichnend ist jedoch, dass im Rahmen der Jugend- und Protestbewegungen und später den Neuen Sozialen Bewegungen vor allem die Entwicklung der technischen Möglichkeiten eine Dezentralisierung von Öffentlichkeit bewirkte, die zu einer Vervielfältigung „autonomer Räume“ – insbesondere durch die Expansion kultureller Aktivitäten – bis hin zu den „virtuellen Räumen“ des Internets führte. Dieser Prozess, seine Auswirkungen und sein Zusammenhang mit gesellschaftlichen Entwicklungen sind jedoch seit Negt und Kluge auf theoretischer Ebene nicht mehr umfassend analysiert und dargestellt worden.

Praxis der Gegenöffentlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentlichkeitsarbeit in der Protestbewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Aktivitäten in der Bundesrepublik Deutschland und in West-Berlin, die man in den Rahmen von Gegenöffentlichkeit stellen kann, entstanden während der 68er-Bewegung. Überregional bekannt waren die Periodika Agit 883 und „Langer Marsch“. Wichtigstes Medium war das Flugblatt. Da es noch keine einfachen Druck- oder Kopierverfahren gab, war die Produktion einer Zeitschrift aufwendig und meist nur im Zusammenhang mit Institutionen oder Gewerkschaften möglich. Dies galt auch für audiovisuelle Medien, damals dem 16-mm-Film. Dokumentationen entstanden vorwiegend an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) und dem Institut für Filmgestaltung in Ulm. Eine Sendung im Fernsehen war nur selten möglich. Ein Forum waren die Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen. Meist wurden Vorführungen von den Machern selbst organisiert. Im späteren Verlauf der 68er-Bewegung entstanden die oft gut finanzierten K-Gruppen und DDR-nahe Organisationen, die für ihre Partei-Öffentlichkeitsarbeit ausreichend Produktionsmittel besaßen.

Alternativbewegung der 1970er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angeregt durch die Protestbewegung entfaltete auch die Generation nach den 68ern eine rege mediale Produktionstätigkeit, die jedoch kaum mehr agitatorisch war und anfangs oft der Selbstverständigung von Gruppen oder Szenen diente. Die technische Entwicklung hatte neue Produktionsmittel geschaffen – etwa den Super-8-Film, der 16 mm ablöste – und auch Musikequipment wurde für junge Bands, Studios und Veranstalter (Jugendzentren) erschwinglich.

Songgruppe Unistreik im Audimax der Technischen Universität Berlin 1977

Die Berlin und die Bundesrepublik umfassenden Unistreiks von 1976/1977, in deren Rahmen die „Unorganisierten“ mit ihrer Überzahl und ihrer Erfahrung in Veranstaltungsorganisation und Öffentlichkeitsarbeit die Vorherrschaft der K-Gruppen brechen konnten, führten in der Folge zu einem Gründer-Boom an Projekten. Es war die Zeit, in der man die Unis verließ und in die Stadtteile, in den „Kiez“ ging (Tunix-Kongress 1978). Zunächst in den Universitätszentren, bald in jeder größeren Stadt erschienen nun sogenannte Stattzeitungen wie das Blatt in München, Klenkes in Aachen oder De Schnüss in Bonn. Sie erreichten Auflagen von bis zu 20.000 Exemplaren und boten den verschiedenen Gruppen, die in der Lokalpresse nicht zu Wort kamen, ein Forum. Im deutschsprachigen Raum erschienen eine Fülle von Kleinst- und Alternativzeitungen. Peter Engel und W. Christian Schmitt konnten 1974 für die Zeit seit 1965 ca. 250 Alternativzeitungen feststellen.[9] 1986 nannte das Verzeichnis der Alternativpresse, das vom Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten (ID) herausgegeben wird, ca. 600 mehr oder weniger regelmäßig erscheinende Zeitungen und Zeitschriften.

Plakatmotiv zum Film der Medienwerkstatt Berlin 1980

Einen Erfolg erzielte die Alternativbewegung mit dem sechswöchigen Umweltfestival am Funkturm in Berlin im Sommer 1978, das von zehntausenden interessierter Bürger besucht wurde. Der von einer zugehörigen Gruppe, der Medienwerkstatt Berlin, gedrehte Film über die Veranstaltung mit dem Titel Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen lief im Februar 1980 auf dem Internationalen Forum des Jungen Filmes der Berlinale.

Soziale Bewegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dieser Phase wurden auch zahlreiche Theatergruppen und Kabaretts gegründet (u. a. das Frankfurter Fronttheater und Die Drei Tornados). Der Begriff der Gegenöffentlichkeit löste sich nun aus seiner begrenzten politischen Bestimmung und umfasste auch kulturelle Arbeit sowie fachorientierte Aktivitäten, wie sie im Umwelt-Engagement notwendig wurden. Das Spektrum reichte von der Vergangenheitsbewältigung über den Umweltschutz bis hin zur Anti-Atomkraft-Bewegung. Die einsetzende Spezialisierung ließ eigene Zeitschriften der Frauenbewegung, von Mietervereinen, Umwelt- und Ökogruppen entstehen.

Nicht nur in Berlin wurden die Möglichkeiten der Nutzung autonomer Räume erkannt (Kreuzberg) und diese dann im Zusammenhang mit den Hausbesetzungen erweitert.

Nach dem Abflauen der Bewegungen richteten sich Projekte und Gegenmedien ein, fusionierten oder lösten sich aus verschiedenen Gründen auf. Vielfach war ein Überleben nur durch einen Kommerzialisierungsprozess möglich. Beispiele sind Stadtmagazine wie Ketchup aus Heidelberg, Tip und Zitty in Berlin. Dies besaß auch Rückwirkung auf die Inhalte. Mit dem Internet verlagerte sich Gegenöffentlichkeit auch ins Netz. Der Begriff kam jedoch außer Gebrauch und ist heute eine historische Kategorie.

Gegenöffentlichkeit im Ostblock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der russische Begriff Samisdat (wörtlich: Selbstverlag) bezeichnete in der UdSSR und später auch in weiten Teilen des Ostblocks die Verbreitung von alternativer, nicht systemkonformer „grauer“ Literatur über nichtoffizielle Kanäle, zum Beispiel durch Abschreiben mit der Hand oder der Schreibmaschine oder durch Fotokopie und das Weitergeben der so produzierten Exemplare. Samisdat gab es in nennenswertem Umfang in der Sowjetunion, Polen, der DDR, der Tschechoslowakei und Ungarn.

Vermittlungsformen von Gegenöffentlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevorzugte Medien der Gegenöffentlichkeit wurden neben den Demonstrationen die Druckwerke (Bücher, Broschüren, Zeitungen, Plakate und Flugblätter) sowie audiovisuelle Produkte (Film, Video, Foto, Musik auf Schallplatte, Tonband und Cassette). Dazu zählte man auch öffentliche Darbietungen: Straßentheater, künstlerische oder politisch motivierte Auftritte, Musikdarbietungen und Konzerte. Mit diesen Medien, Werken oder Aktionen wurde „Gegenöffentlichkeit hergestellt“.

Radio, Film und Video[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Versteck eines Radiosenders der Hausbesetzer auf dem Gleisdreieck-Gelände in Berlin 1981[10]

Mit der technischen Weiterentwicklung wurden in den 1980er Jahren weitere Medien für die „Gegenöffentlichkeit von unten“ erreichbar und erschwinglich. Zuerst illegal, später legal, begannen alternative Radiosender wie Radio Dreyeckland oder Radio Z in Nürnberg. Dank der Super-8- und Videotechnik konnten auch eigene Filme mit wenig Geld erstellt werden. Der Super-8-Filmverleih Gegenlicht und Videogruppen wie die Medienwerkstatt Freiburg, das Medienpädagogik Zentrum Hamburg e. V. in Hamburg oder die Autofocus videowerkstatt in Berlin wurden gegründet.

Computerszene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutschsprachige Mailbox-Szene entstammt in großen Teilen den neuen sozialen Bewegungen. Computer-Aktivisten nahmen sich Themen wie des freien Zugangs zum Internet sowie des Datenschutzes an und schufen eine eigene Netzkultur.

Mit der Verbreitung des Internets hat die Gegenöffentlichkeit ein neues Forum gefunden. Ein eigener Bürgerjournalismus ist im Netz entstanden, die Netzbewohner gaben sich Bezeichnungen wie Netizen und Regeln wie die Netiquette.

Neue theoretische Ansätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Interview beschreibt Alexander Kluge die Potentiale des Internets als revolutionär: „Das bisherige Programm wird von oben nach unten ausgestrahlt. Wenn das Online-System nicht in den Besitz von Konzernen kommt, funktioniert es auch von unten nach oben. […] Als Potential tritt es hervor, als Rohstoff. Gelungen ist es bisher nicht. In den Köpfen steckt noch das ganze konservative Pflichtprogramm mit seiner Ideologie. […] Man darf noch nicht jubeln, aber dort (bei YouTube) wird die Enzensberger’sche Radiotheorie vorgeführt. […] Online ist eine Revolution. […] In YouTube gibt es, sehr zerstreut zwar, oft brillante Dinge, und die werden vollkommen neu erfunden, ohne jede Programmdirektion. Diese indirekte Öffentlichkeit ist eine neue Herausforderung […]“[11]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Gegenöffentlichkeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oskar Negt, Alexander Kluge: Öffentlichkeit und Erfahrung. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1972. Hier zitiert in der Ausgabe: edition suhrkamp, 1976.
  2. Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit. Neuwied und Berlin 1962.
  3. Negt/Kluge: Öffentlichkeit und Erfahrung, S. 132.
  4. Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit, S. 8.
  5. Negt/Kluge: Öffentlichkeit und Erfahrung, S. 8.
  6. Negt/Kluge: Öffentlichkeit und Erfahrung, S. 8.
  7. Negt/Kluge: Öffentlichkeit und Erfahrung, S. 163.
  8. Negt/Kluge: Öffentlichkeit und Erfahrung, S. 167.
  9. Peter Engel, Winfried Christian Schmitt: Klitzekleine Bertelsmänner. Literarisch-publizistische Alternativen 1965–1973, Nann. München/Scheden (Gauke) 1974.
  10. „[…] Hausbesetzer[n], die aus dem Wasserturm heraus ihren illegalen Radiosender betrieben.“ In: Jörg Schmalfuß: Gleisdreieck – ein Bahngelände in Berlin. Zitiert nach: Deutsches Technikmuseum Berlin, 4/2013, S. 28.
  11. Süddeutsche Zeitung: Interview von Willi Winkler: Alexander Kluge über Revolution, 29./20. August 2009.

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