FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1954 - 1967 » Jahrgang 1961 » No. 91/92
Herbert Eisenreich

Mörder und Mimosen

Zum psychologischen Verständnis des Nationalsozialismus

Herbert Eisenreich unternimmt hier den riskanten Versuch, ein brennendes, von unsäglichen Emotionen belastetes Thema — das Thema der nazistischen Morde und der nazistischen Mörder — so kühl und nüchtern zu behandeln, als wäre diese Behandlung in der Wirklichkeit schon längst abgeschlossen. Wir wissen indessen, und erleben gerade jetzt als schaudernde Zeugen, daß dem keineswegs so ist. Auch Eisenreich weiß das, und nichts könnte die Lauterkeit, mit der er sich dem schmerzhaften Versuch dieser Analyse dennoch unterzieht, besser bekunden als die folgenden Zeilen aus seinem Begleitbrief:

Meine Bemühung zielt dahin, die unbegreifliche Massenvernichtung bestimmter Volksteile, insbesondere der jüdischen, begreiflich zu machen: eben aus der Nazi-Psyche mit ihrer doppelten Moral, einer für den konkreten und einer für den abstrakten Bereich. Der individuelle Mord gehört noch durchaus in den menschlichen Bereich. Um so schärfer tritt dann das im genauen Wortsinn Unmenschliche des abstrakten Tötens hervor, des Mordens, das bewußtseinsmäßig nur auf dem Papier geschieht. Fast jedermann begreift die Unsittlichkeit der Ermordung einer Frau Schulze oder sogar eines Herrn Kohn — nicht aber die der Ermordung von Millionen Juden. Denn das Abstrakte ist nicht gut faßbar, und deshalb erregen sich die Leute weit mehr über einen Engleder oder einen Gufler als über Eichmann ...

(Diese Wahrnehmung wurde vor kurzem durch einen von der „Furche“ durchgeführten Meinungstest erschütternd bestätigt. Anm. d. Red.) — Die Bücher, aus denen Eisenreich im nachfolgenden zitiert: Achim Besgen: „Der stille Befehl. Medizinalrat Kersten, Himmler und das Dritte Reich“ (Nymphenburger Verlagshandlung, München). — „Das Tagebuch von Joseph Goebbels 1925/26“. Mit weiteren Dokumenten herausgegeben von Helmut Heiber (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart). — „Kommandant in Auschwitz“. Autobiographische Aufzeichnungen von Rudolf Höß, eingeleitet und kommentiert von Martin Broszat (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart).

Die in dem Prozeß zu Jerusalem aufgeworfene Frage, ob Eichmann (1944 in Budapest) persönlich einen Juden getötet habe, erscheint fürs erste belanglos angesichts der Tatsache, daß an seiner, Eichmanns, wesentlicher Mitschuld an der Ermordung etlicher Millionen Juden seit mindestens sechzehn Jahren kein Zweifel besteht. Um einen mehr oder weniger — so möchte man argumentieren — das ist keine merkbare Retusche an dem schlechthin unfaßbaren Bild, das wir uns von dem Organisator der so genannten Endlösung mittlerweile gemacht haben.

Eben deshalb aber kommt dem eingangs erwähnten Mordfall besondre Bedeutung zu: weil Eichmann es da nicht mit einer abstrakten Zahl, sondern mit einem konkreten Menschen zu tun hatte, mit Fleisch von seinem Fleische, mit einem Bruder. Die laut Anklage persönlich begangene Tötung dieses einen Juden bringt unerwartet und tief irritierend ein Moment der Menschlichkeit ins unbegreifliche Spiel — Menschlichkeit freilich in ihrer negativsten Realisierung, aber immerhin: Menschlichkeit. Ein Mann, vom Zorn gepackt, tötet einen andern: das ist, seit Kain und Abel, eine Möglichkeit menschlichen Verhaltens, genau wie das Lieben, das Helfen, das Verzeihen. Weil jeder von uns, er wasche auch täglich seine Hände in Unschuld, potentiell nicht nur Abel, sondern auch Kain ist, vermögen wir zu begreifen, daß (beispielsweise) eine fanatisierte Horde ein jüdisches Kaufhaus stürmt und den Inhaber zu Tode trampelt, wie wir ja auch begreifen, daß aus eben so nichtigem Anlaß eine Wirtshausrauferei entsteht, in deren Verlauf die Messer gezogen werden, oder daß Rachsucht oder unbefriedigter Ehrgeiz zur tödlichen Waffe greifen — was aber durchaus nicht heißt, den Täter zu entschuldigen und damit die Tat zu billigen! Wenn Eichmann, gemeinsam mit seinem Untergebenen Slavik, einen jüdischen Burschen erschlägt, der ihm ein paar Kirschen vom Baum gestohlen hat, dann tut er das selbe wie jener Mann, der — es ist jüngst im friedlichen Österreich geschehen — einem jugendlichen Kirschendieb eine Ladung Schrot in den Leib jagt. Die Ermordung dieses einen Juden gehört in eine andere Kategorie als die Ermordung der Millionen andern. Mit dieser Tat ist Eichmann aus seiner Rolle gefallen, und zwar — wir sagen’s noch einmal — in die Kategorie der Menschlichkeit.

Denn was hat Eichmann ansonsten getan? Er ist am Schreibtisch gesessen und hat Unterschriften gegeben, und jede Unterschrift war ein Todesurteil für ihm gänzlich unbekannte, aber genau so konkrete Menschen, wie der eine es war, den er eigenhändig erschlagen haben soll. Und das Unmenschliche und deshalb Unfaßbare, Unbegreifliche dieser Tätigkeit liegt eigentlich nicht in der Zahl, sondern in der Methode begründet. Wären im Zug der Endlösung, etwa infolge eines frühen Zusammenbruchs der Nazi-Herrschaft, nur zehn oder zwanzig Juden ums Leben gekommen — also wesentlich weniger als im Verlauf der mehr oder minder spontanen Pogrome, der mehr oder minder individuellen Terrorakte gegen die jüdischen Volksteile —, so bliebe noch immer der kategoriale Unterschied, von dem wir hier sprechen. Im persönlich begangenen Mord oder Totschlag waltet noch immer, wenn auch in äußerst pervertierter Form, die Du-Beziehung, in der — etwa nach Martin Buber — das menschliche Lebewesen erst wirklich zum Menschen wird, sich überhaupt erst als Individuum realisiert; die sozusagen normale Tätigkeit Eichmanns, seiner Auftraggeber und Helfer hingegen vollzog sich völlig abseits von dieser unerläßlichen Bedingung des Mensch-Seins: im Raum der Abstraktion, in der Irrealität. Sie war, wie wir oben schon (mit vollem Bewußtsein) geschrieben haben, ein Spiel: gekennzeichnet durch die Absentierung der Wirklichkeit, bei strengster Regelhaftigkeit innerhalb der Fiktion. Man tat, als blieben die Konsequenzen und Resultate dieses Spieles genau so auf die Büros beschränkt wie die des Fußballspiels auf den Sportplatz, wie die des Tarock auf den Kartentisch. Korrekt, ja pedantisch widmete man sich den Problemen der Organisation (wie der Ansage, der Vorbereitung und der Durchführung eines „Pagatultimo“). Man litt unter organisatorischen Mängeln und Mißgriffen und setzte sich herzhaft ein, sie zu beheben (wie in der letzten Minute eines Fußballkampfs sogar der Verteidiger vorstürmt, um vielleicht das siegbringende Tor zu schießen). Und man hatte für die zu diesem Spiel benützten Menschen die selben Empfindungen wie für den Fußball, wie für das Paket Karten: über das Spiel hinaus, in der Realität, wollte man nichts mit ihnen zu schaffen haben und hätte es auch gar nicht können, es sei denn unter Preisgabe des ganzen Spieles; nichts mit ihrem Leben, schon gar nichts mit ihrem Sterben. Als Himmler einmal — und dann nie wieder — einer Massen-Erschießung beiwohnte, wurde ihm übel, und beim folgenden Abendessen griff er, der sonst spartanisch Mäßige, zur Flasche. Die Gaskammern wurden nicht bloß erfunden, um die Vernichtung zu rationalisieren, sondern vor allem auch, um den mit der Durchführung betrauten SS-Männern übermäßige seelische Erschütterungen zu ersparen. (Die mobilen Einsatzgruppen, die hauptsächlich mit dem MG arbeiteten, hatten zahlreiche Ausfälle durch Selbstmord oder Wahnsinn.) Und der KZ-Kommandant Höß berichtet wörtlich:

Der Reichsführer-SS schickte verschiedentlich höhere Partei- und SS-Führer nach Auschwitz, damit sie sich die Vernichtung der Juden ansähen. Alle waren davon tief beeindruckt. Einige, die vorher sehr eifrig über die Notwendigkeit dieser Vernichtung dozierten, wurden beim Anblick der ‚Endlösung der Judenfrage‘ doch ganz still und schwiegen sich aus ... Jeder dieser Herren erklärte, er möchte diese Aufgabe nicht haben. — Selbst Mildner und Eichmann, die bestimmt ‚hart verpackt‘ waren, hatten keinerlei Neigung, mit mir zu tauschen.

Gemordet wurde bewußtseinsmäßig nur auf dem Papier, auf welchem das menschliche Individuum Abraham Egelstein gewiß keinen Tropfen Blut zurückläßt wie, nach der Aussage eines überlebenden Zeugen, jener jüdische Bursche auf dem Hemd des Adolf Eichmann. Ja, wir haben einigen Grund zu der Annahme, daß der Reichsführer-SS seinen Obersturmbannführer gerügt hätte, wenn ihm dessen individuelle Mordtat von Budapest zu Ohren gekommen wäre. Man wollte allenfalls Tinte, aber kein Blut an den Fingern haben; so menschlich war man.

So menschlich? Nein: so sentimental.

Ende 1943 sagt Himmler zu seinem finnischen Leibarzt Kersten: „Dieses Schwein Goebbels hat mich und meine SS schon einmal, und zwar in der Judenfrage, reingelegt.“ Er, Himmler, sei ursprünglich nicht für die physische Vernichtung der Juden, sondern für deren Aussiedlung nach Madagaskar gewesen, aber Goebbels habe bereits 1938, durch die Zerstörung der Synagogen, einen anderen Kurs eingeschlagen. Und weiter:

Goebbels beschwatzte den Führer in der widerlichsten Form, und eines Tages entschied dann der Führer, es war zu Anfang des Krieges, daß die Juden vernichtet werden sollten. Goebbels hatte Hitler sogar vorgeschlagen, die Vernichtung sei eine Arbeit für die SS. Ich war darüber sehr empört, aber ich konnte nichts ausrichten. Der Führer gab mir den strikten Befehl, die Juden zu vernichten. Und als gehorsamer Soldat mußte ich diesen Befehl ausführen, getreu der Devise der SS: meine Ehre heißt Treue.

Seit 1945 hat man diese Ausrede — „Ich habe es nicht gewollt, aber der Führer hat es befohlen“ — wohl schon hunderttausendmal zu hören bekommen. Sie mag für den kleinen Schergen gelten, der manchmal wirklich nur die Wahl hatte, zu töten oder getötet zu werden (und vom Menschen in solcher Situation zu fordern, daß er zum Märtyrer werde, hieße, die Natur des Menschen profund verkennen). Sie gilt aber nicht mehr für Männer im Rang eines Himmler, ja selbst eines Höß oder Eichmann, die nicht nur die reale Macht hatten, die Durchführung eines Führerbefehls zu verweigern oder zu sabotieren, sondern auch die Möglichkeit, in ein Flugzeug zu klettern und aus dem Gewissenskonflikt ins neutrale Ausland zu fliehen. Die wahrhaft gewissenlose Gefolgschaftstreue hoher und höchster Funktionäre in Staat, Partei und Wehrmacht ist nur zu erklären aus der dämonischen Faszination, die Hitler derart zu üben verstand, daß in dem erstaunlich weiten Bereich seiner Ausstrahlung sogar kritische und oppositionelle Köpfe an sich selber irre zu werden begannen. Das Dämonische selbst aber ist in seinem Wesen unergründlich und nur in seinen Wirkungen feststellbar und beschreibbar; mit vollem Recht setzt Konrad Heiden seiner unübertrefflichen Hitler-Biographie von 1936 das folgende Zitat aus Goethe voran:

Am furchtbarsten aber erscheint dieses Dämonische, wenn es in irgendeinem Menschen überwiegend hervortritt. Während meines Lebensganges habe ich mehrere teils in der Nähe, teils in der Ferne beobachten können. Es sind nicht immer die vorzüglichsten Menschen, weder an Geist noch an Talenten, selten durch Herzensgüte sich empfehlend; aber eine ungeheure Kraft geht von ihnen aus, und sie üben eine unglaubliche Gewalt über alle Geschöpfe, ja sogar über die Elemente, und wer kann sagen, wie weit sich eine solche Wirkung erstrecken wird? Alle vereinten sittlichen Kräfte vermögen nichts gegen sie; vergebens, daß der hellere Teil der Menschen sie als Betrogene oder als Betrüger verdächtig machen will, die Masse wird von ihnen angezogen.

Damit ist ausgesprochen, daß — und warum — es in Hitlers nächster und naher Umgebung, insbesondere also in der NSDAP, keine Persönlichkeiten von Format hat geben können, nur subalterne Erscheinungen vom Schlage eben eines Himmler, eines Ley, eines Keitel, oder auch eines Goebbels, der, gewissermaßen stellvertretend für sie alle, Tagebuch geführt hat — ein Tagebuch, das, auch wenn es nur in Fragmenten auf uns gekommen ist, ganz unzweideutig enthüllt, was unter dem Nimbus schauriger Größe und heroischer Einsamkeit, hinter bombastischem Wort und gigantischer Geste sich verborgen gehalten hat: im Falle des Dr. Joseph Goebbels — aber eben nicht nur in dem seinen — „ein von Selbstmitleid und zerfließendem Weltschmerz zernagter Kleinbürger, der nachts schlecht schläft“ (Heiber). Als Advocatus diaboli, den wir hier, um zum Verständnis schier unverständlicher Gestalten und Ereignisse beizutragen, zeitweise spielen müssen, sind wir verpflichtet zu dem Einwand, daß der sensible Intellektuelle seine überdurchschnittlichen Leistungen wohl stets mit übermäßigen Gefährdungen, mit persönlichen Schwachheiten und Niederlagen erkauft; daß (beispielsweise) Grillparzers Hypochondrie kein Argument gegen seine Schriften, Schuberts Trunksucht keines gegen die „Unvollendete“ ist. Wie aber, wenn der Kommandant des Vernichtungslagers Auschwitz, den das naive Gemüt sich nur als eine geifernde, bellende, blutsaufende Bestie vorzustellen vermag — wie, wenn dieser offenbar grob organisierte „Bluthund“ eine Autobiographie hinterlassen hätte und wenn diese Autobiographie genau die selbe psychische Verfassung offenbarte wie das Tagebuch des Dr. Goebbels und die Aufzeichnungen, die Kersten über seinen Patienten Himmler gemacht hat?

Der Kommandant von Auschwitz, Rudolf Höß, hat tatsächlich — unter dem Titel „Meine Psyche. Werden, Leben u. Erleben.“ — eine Autobiographie geschrieben. Sie ist zwar, 1946/47 zu Krakau, im Angesicht des Galgens entstanden, aber der Psychologe sieht keinen Grund, an ihrer inneren Wahrhaftigkeit und somit an ihrer Glaubwürdigkeit zu zweifeln. Im Gegenteil: sie ist nicht bloß von subjektiver Richtigkeit, sondern auch über ihren Verfasser hinaus repräsentativ. Daß Höß der Kommandant von Auschwitz war, ist purer Zufall; kein Zufall aber ist, daß er ein gläubiger Gefolgsmann Hitlers und ein aktiver Funktionär der NSDAP gewesen ist: er war vom Typ her dazu prädestiniert. Der Medizinalrat Kersten hat uns die Beschreibung, Dr. Goebbels hat uns das Tagebuch des typischen Nationalsozialisten geliefert. Dem SS-Obersturmbannführer Höß verdanken wir die Autobiographie dieses Typs.

Der Entsprechungen und gegenseitigen Belege, bei allem Unterschied dieser drei Dokumente nach Autorschaft und Absicht, sind so viele, daß wir selbst diejenigen, die uns die hier gewählte Aufgabe erleichtern, nur in knapper Auswahl zitieren und auswerten können.

Der typische Nationalsozialist war von seinem Führer fasziniert. Noch am 13. April 1926 notiert der von Gregor Strassers linkem (sozialistischem und pro-russischem) Flügel kommende Goebbels:

Hitler ... Er spricht 3 Stunden. Glänzend. Könnte einen irre machen ... Wir kommen aneinander. Wir fragen. Er antwortet glänzend. Ich liebe ihn ... So ein Brausekopf kann mein Führer sein.

Aber schon wenige Wochen später macht der „Brausekopf“ ihn gar nicht mehr „irre“. Im Gegenteil: Goebbels wird der wohl treueste Diener seines neuen Herrn, den er, nach Otto Strassers Zeugnis, kurz vorher noch einen „kleinen Bourgeois“ geschimpft und aus der Partei hat ausgeschlossen sehen wollen. Ob auch ihm, als die Kurve sich abwärts neigte, Zweifel am Führer gekommen sind, muß dahingestellt bleiben; er wird sie, so sie überhaupt auftauchten, zwar mit eleganteren Worten, doch aus dem selben Treue-Wahn wie Himmler oder Höß unterdrückt haben. Der Reichsführer-SS, der den Führer immer wieder „das größte Gehirn aller Zeiten“ nennt, streckt schon 1943 die ersten Friedensfühler aus, aber trotz der Macht, die er mit SS und Polizei in seinen Händen hält, wagt er nicht, irgend welche Konsequenzen aus seiner pessimistischen Lagebeurteilung zu ziehen: das kann er dem Führer nicht antun. Und der Auschwitz-Kommandant gesteht: „Diese menschlichen Regungen“ — Mitleid mit den zur Vergasung bestimmten Juden — „kamen mir beinah wie Verrat am Führer vor.“ Diese Treue war aber nicht auf Vernunft und Einsicht gegründet, sondern auf das Bewußtsein der eigenen Inferiorität gegenüber dem einen, den man für gesandt und berufen hielt, der Retter, ja der Erlöser aller zu werden. Himmler hatte, wenn er zu Hitler befohlen war, Angst — eine eigentlich unbegründete, eine schlechthin animalische Angst; und um nicht in den Verdacht zu geraten, er kritisiere den Führer, ließ er beim Vortrag alle nicht unbedingt positiven Notizen und Berichte in seiner Mappe. Im Juli 1944, nachdem sein Arzt ihm wieder einmal die abscheuliche Behandlung der Juden vorgeworfen hat, gesteht der Reichsführer kleinlaut:

Sagen Sie nichts darüber, Kersten, ich weiß es und will auch ein edler Mensch sein. Aber Sie wissen nicht, mit welcher Härte mich der Führer dazu gezwungen hat. Über jede Verordnung, die ich erließ in puncto Juden, mußte ich immer dem Führer die Durchschläge zeigen und zwar unter vier Augen. Überall machte er Bemerkungen, und er fand immer meine Maßregeln zu schwach und zu weich ... Sie können sich nicht vorstellen, Kersten, wieviel Anschnauzer und ironische Bemerkungen mir da zuteil wurden.

Sie galt, diese Treue, auch nicht dem Staatsoberhaupt als dem Repräsentanten der Nation, sondern ganz persönlich dem Herrn Hitler. Und deshalb war der typische Nationalsozialist das genaueste Ebenbild dieser einen Person, nur im kleinern Format.

Und wie war sie, diese Person?

Um’s kurz zu sagen: hart gegen andere, und weich gegen sich selber. Von der Härte gegen die anderen muß hier wohl nicht gesprochen werden; wohl aber davon, wie weich dieser unermüdliche Prediger der Härte gewesen ist: gegen sich selbst. Durch all seine Schriften, von „Mein Kampf“ bis zum Testament, zieht sich eine tiefe, keineswegs immer bloß taktisch gemeinte, also vorgetäuschte, Wehleidigkeit. Immer sind die andern schuld. Alle sind bös zu ihm gewesen: die Juden, der Vater, die Schule, die Kunst-Akademie, die Habsburger, die Arbeiter am Bau, seine Genossen im Männerheim, die Wiener überhaupt, seine Verwandten, die Siegermächte von 1918, die Juristen, die „November-Verbrecher“, die demokratischen Parteien, Röhm, die Kommunisten, die Engländer, die Generäle, Göring, sogar die SS, am Ende die Deutschen allesamt, und immer wieder und noch in der letzten Zeile von seiner Hand: die Juden. Mit einem Wort: alle Menschen. Sie, die Menschen, haben immer und überall seine schönsten Pläne zunichte gemacht, seine besten Absichten mißverstanden. Und nur einer ist immer schuldlos: er selber. Das deutsche Volk, ja die Menschheit war seiner nicht würdig. Und wie sein Führer, so schiebt auch der typische Nationalsozialist die Schuld stets auf die andern: konkret und ad hoc etwa — so Höß in den Kapiteln über seine Jugend — auf überstrenge Eltern, auf einen Pfarrer, der das Beichtgeheimnis verletzt, auf die Gewöhnung der jungen Männer an Krieg und Terror ; oder — so wiederum Höß, wenn er die katastrophalen sanitären Zustände im Lager beklagt — auf unfähige Vorgesetzte oder eigenmächtige Untergebene; abstrakt und allgemein vor allem auf die Juden. Jeder von ihnen wollte ja — wie Himmler — „ein edler Mensch sein“, aber die Umstände erlaubten es nicht. Der Gedanke, daß man selber und allein verantwortlich sei für das, was man in sittlicher Arbeit an sich selbst aus den natürlichen Gegebenheiten macht; daß die so viel zitierten Umstände nicht als Material für Ausreden, sondern als Anlässe persönlicher Bewährung zu nehmen seien; daß man, im Falle des Versagens, die Schuld oder wenigstens die Ursache dafür zuerst einmal im eignen Verhalten zu suchen habe: solche Gedanken sind dem typischen Nationalsozialisten nie gekommen. Daß er an seiner Misere selber schuld sei, daß er selber versage: das ist ihm schlechthin undenkbar, solches zu denken ist er zu feig, zu weich. Und darin — wir legen auf diesen Satz besondres Gewicht —, und darin erblicken wir den Urgrund aller Unmenschlichkeit. Von der Behauptung, daß die andern schuld seien, bis zur Praxis von Auschwitz ist’s nur ein Schritt. Nur ein gradueller, kein kategorialer Unterschied trennt diese beiden Reaktionen.

Diese zweischichtige Seelenlage mit ihrer doppelten Verhaltensweise — hart nach außen und weich nach innen — erzeugte jene doppelte Moral, die dem hier in Rede stehenden Menschentyp eigentümlich war. Aus dieser Seelenlage heraus konnte Himmler (in seiner Posener Rede vor SS-Führern am 4. Oktober 1943) sagen:

Von euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn hundert Leichen beisammen liegen, wenn fünfhundert daliegen oder wenn tausend daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei — abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen — anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht.

Und in der Tat: im konkreten Bereich sind sie alle „anständig“, diese Massenmörder mit den reinen Händen. „Ich selbst habe nie einen Häftling mißhandelt oder gar getötet“, behauptet Rudolf Höß, und es ist ganz bestimmt wahr; auf einer Rückzugsstraße des Jahres 1945 wird er sogar zum Rächer eines Häftlings, indem er dessen Mörder eigenhändig erschießt, wie er überhaupt nie seine sittliche Entrüstung über Individual-Verbrechen verhehlt. Und noch kurz vor Kriegsende wird, nach fast zweijähriger Prozeßdauer, der frühere Lagerkommandant von Buchenwald wegen persönlicher Bereicherung und wegen seines willkürlichen und grausamen Terrors hingerichtet.

Aber diese auf den allgemeinen Normen der Humanität basierende Anständigkeit galt, wie gesagt, nur im konkreten Bereich, in der persönlichen Beziehung von Mensch zu Mensch, also fallweise sogar auch vom SS-Mann zum Häftling (daß de facto die Lager ein Dorado der Sadisten gewesen sind, stellt weniger ein Prinzip als viel mehr eine notwendige Konsequenz des Systems dar). Im abstrakten Bereich hingegen herrschten andre Gesetze. Himmler erläutert das, Kersten gegenüber, so (und verwendet dabei ein Argument, das jeder parat hat, der keine Beziehung zum Du besitzt):

Man darf die Dinge nicht unter kleinen ichbezogenen Gesichtspunkten betrachten, sondern muß das Gesamtgermanentum ins Auge fassen, das ja auch ein Karma hat. Einer muß sich opfern, auch wenn dies manchmal noch so schwer ist.

Hier wieder die Wehleidigkeit, wie etwa bei Goebbels:

Ich sehe aus wie das arme Leben. Grauenvoll! Und heute soll nun der Kampf um die Personen beginnen. Kaufmann, Pfeffer oder ich. Grauenvoll ist mir dieser Kitsch. Ich möchte am liebsten den ganzen Schwindel in die Ecke werfen. Es ist zum Kotzen! Nun sitzen die Herren hier und palavern. Und dies und das. Quatsch! Intrigue! Brechreiz!

Oder, ein halbes Jahr vorher:

Von Strasser ein Brief. Auch er ist krank. Sehr krank. Wir alle sind krank. Wir werden innerlich aufgefressen. Vom Dämon! Das ist furchtbar. Und man ist dem unentrinnbar überliefert. Das ist noch grauenhafter. Man arbeitet, um sich zu betäuben! Nachdenken über sich selbst bringt Verzweiflung. Und so geht man weiter! Im selben Schritt und Tritt. Bis an das Ende! Bis an das selige oder unselige Ende ...

Seitenlang und immer wieder, bis man fast zu dem Schlusse kommt, der Jud’ in Auschwitz habe es vergleichsweise gar nicht so schlecht gehabt. Aber weiter bei Himmler:

Es ist natürlich angenehmer, sich mit den Blumenbeeten als mit den Kehrichthaufen und der Müllabfuhr eines Staates zu befassen. Im übrigen versuche ich für mich selbst einen Ausgleich dadurch zu schaffen, daß ich, wo ich nur kann, helfe und Gutes tue, Unterdrückten beistehe und Ungerechtigkeiten beseitige ... Glauben Sie, ich sei mit dem Herzen bei all den Dingen, die einfach aus der Staatsraison getan werden müssen? Aber unsere innere wie äußere Situation drängte einfach auf die Zusammenlegung zwischen Reichsführer-SS und Chef der Polizei. Das ist eben auch ein Karma, mit dem man sich abfinden muß.

Das selbe bei Höß:

Ich wäre [angesichts der Vergasung jüdischer Kinder] am liebsten vor Mitleid von der Bildfläche verschwunden — aber ich durfte nicht die geringste Rührung zeigen ... Jede Rücksicht, auch die geringste würde sich später bitter rächen. Dieser harten Konsequenz gegenüber mußte ich meine menschlichen ‚Hemmungen‘ zutiefst begraben ... Ich war in Auschwitz seit Beginn der Massen-Vernichtung nicht mehr glücklich ... Wirklich kein erfreulicher und wünschenswerter Zustand ... Mit diesem übertriebenen Pflichtbewußtsein habe ich mir das Leben selbst immer schwerer gemacht als es an und für sich schon war.

Und bei Goebbels:

Es geht voran. Und ich muß dabei zu grunde gehen ... Es geht um die Sache, und nur um die Sache.

Wahrhaftig: nur um die Sache, und nicht um den Menschen. Nicht um den, der man selber hätte werden sollen, und nicht um den, der einem anvertraut war — zu schweigen von denen, über die man sich absolute Gewalt angemaßt hatte.

Die Mörder fühlten sich als die Opfer, und wahrlich: sie hatten so unrecht nicht. Nur waren sie keineswegs die Opfer fremder Härte, sondern eigener Schwäche. Aus der Not ihrer Inferiorität machten sie eine Tugend: Führer, befiehl, wir folgen! Aber dieses neue Bewußtsein der Inferiorität verlangte erst recht nach Balance, nach Kompensation, und deshalb war die Diskriminierung der Juden (und später insbesondere auch der „östlichen Untermenschen“) nicht bloßer Teil, sondern die unerläßliche Voraussetzung der Verwirklichung eines Programms; denn: wer getreten wird, will selber treten. Die dafür nötige Härte freilich brauchte wiederum einen — wie Himmler sagt — „Ausgleich“ im Gefühl, und diesen schafft man in der individuellen Anständigkeit: man läßt (als Mensch) ein paar Zigaretten springen für die Häftlinge, mit deren Vergasung man (als Funktionär) befaßt ist. Ein isoliertes, ein auf ausgewählte Objekte beschränktes, ein aus dem Lebenszusammenhang gehobenes Gefühl jedoch ist im genauen Sinn kein Gefühl mehr, sondern schon dessen Perversion; im Deutschen sagen wir dafür: Sentimentalität. Und dieses Wort müssen wir lesen, wenn Himmler und seinesgleichen von Anständigkeit spricht.

Nichts bezeugte die Sentimentalität als seelische Grundstimmung des typischen Nationalsozialisten stringenter als die Tatsache, daß er sich immer wieder zu den Tieren rettet, ganz wörtlich sogar: rettet, wie Höß, der in den Pferdestall zu seinen „Lieblingen“ geht, wenn „die schaurigen Bilder“ seines Tagewerks ihn nicht schlafen lassen. Weiter heißt es bei ihm:

In der ganzen Familie war die Liebe für die Landwirtschaft, besonders für alle Tiere, hervorstechend. Jeden Sonntag mußte ich mit allen über die Felder fahren, durch die Ställe gehen, auch die Hundeställe durften nie versäumt werden. Unseren beiden Pferden und dem Fohlen galt die besondere Liebe. Immer hatten auch die Kinder im Garten besonderes Viehzeug, das die Häftlinge immer angeschleppt brachten. Ob Schildkröten oder Marder, ob Katzen oder Eidechsen, stets gab es was Neues, Interessantes im Garten.

Himmler empört sich gegenüber Kersten, der gern auf die Jagd geht:

Wie können Sie nur ein Vergnügen daran haben, auf diese armen Tiere, die so unschuldig, wehrlos und ahnungslos am Waldrand äsen, aus dem Hinterhalt zu schießen? Das verstehe ich nicht; es ist, richtig gesehen, reiner Mord.

Zum selben Thema sagt er ein anderes Mal, nach dem Kriege sollten die Kinder systematisch zur Liebe zum Tier erzogen werden; dem Tierschutzverein würde er die größten polizeilichen Befugnisse geben. Und Goebbels schreibt über seinen Hund Benno:

Ich freue mich darauf, diesen guten Freund zu mir zu bekommen. Vielleicht wird das mein einziger Freund sein ... Je mehr ich die Menschen kennen lerne, desto lieber wird mir mein Benno.

Die Liebe zum Tier ist gerade hier ein Surrogat für die Liebe zum Menschen, die man nicht hat, nicht haben kann, nicht haben darf. Aus dem Umgang mit seinesgleichen hat man nichts anderes gelernt als „eine grenzenlose Verachtung der Canaille Mensch“ (Goebbels). Die Tiere aber sind genau so, wie man den Menschen haben möchte: stumm, gefügig, und beliebig zu benützen. Das Tier erhebt keinen Anspruch auf Gleichberechtigung, stellt keine sittliche Forderung; daß man Tiere nicht quälen soll, ist ja eine banale Selbstverständlichkeit. Der Umgang mit Tieren entbehrt jener höchsten gegenseitigen Verantwortlichkeit, die die Voraussetzung der Kommunikationsfähigkeit des Menschen im Umgang mit Menschen ist; jener unteilbaren Verantwortlichkeit, der zu gehorsamen der typische Nationalsozialist zu schwach, zu feig, zu weich gewesen ist.

Wir sagen’s noch einmal: Einer, der für einen Häftling, den er ein paar Tage später in die Gaskammer schickt, eine Handvoll Zigaretten hergibt, handelt ungleich perverser als einer, der einem Lämmchen, ehe er es schlachtet, kocht und verspeist, noch einmal liebkosend das Fell krault; er beweist damit nicht sein menschliches Gefühl, seine humanitäre Anständigkeit, sondern bloß seine Sentimentalität. Und vor dieser graust uns mehr als vor der Tat eines Kain, dessen Hand sich gegen den Bruder hebt — aus einem wenn auch bösen, so doch vollen Gefühl.

Höß klagt (bezüglich der russischen Kriegsgefangenen in Auschwitz): „Es waren keine Menschen mehr. Sie waren Tiere geworden.“

Gewiß. Denn man hat sie, diese Menschen, zu dem gemacht, was sie im Bewußtsein des Nationalsozialisten von vornherein gewesen sind. Und war man „anständig“ zu einem Menschen, dann war man’s so wie zu einem Tier.

Auf den hier in Rede stehenden Typus trifft die erste Zeile jenes Verspaares zu, das Oscar Wilde einmal geschrieben hat: „Der Feige mordet mit einem Wort, der Tapfre mit einem Schwert.“ Sich selber haben diese feigen Mörder als Idealisten bezeichnet. Sie meinen damit: sie fühlten sich nur für die Idee, nicht aber für deren Verdrehung und Beschmutzung in der Praxis verantwortlich; sie hätten nur das Beste gewollt, und es sei nicht ihre Schuld, daß die Verwirklichung der Idee in ungeeignete Hände geraten sei. Beweis dafür: sie selber hätten keinen einzigen Menschen getötet, wohl aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten Gutes getan, Unterdrückten geholfen und Ungerechtigkeiten beseitigt. Wir wollen das erst gar nicht bezweifeln. Wir wenden nur ein: es ist kein Alibi, für den einzigen Überlebenden einer Tafelrunde, die man mit Zyankali vergiftet hat, einen Arzt gerufen zu haben.

In einem höheren Sinne freilich haben sie recht, wenn sie sich „Idealisten“ nennen; nämlich insofern, als sie das Maß der Realität verloren, ja preisgegeben hatten: den Menschen, wie er leibt und lebt. Was sie für ihr Menschenbild hielten, war eine Abstraktion. Man könnte auch hier ein Wort Saint-Exupérys (aus einem Bericht vom spanischen Bürgerkrieg) anwenden: daß die Ideen stärker als die Menschen waren. Der Nationalsozialismus war, philosophisch gesprochen, ein Sieg Platons über Aristoteles, also Rückschritt, Reaktion. Und der Nationalsozialist war eine reine Ausprägung desjenigen Menschen, der in der Welt, weil er mit ihr nicht zurecht kommt, nur ein unvollkommenes Abbild der sie meinenden Idee erblickt und den es juckt, die irdischen Dinge im Hinblick auf die Idee, statt gemäß ihrem wirklichen Sein, zu ordnen — eine platonische Konsequenz, die nur deshalb noch in einigem Ansehen steht, weil sich dem antiken Philosophen keine Gelegenheit zur Verwirklichung seines Ideal-Staates geboten hat. Leider. Denn im unmittelbaren Kontrast von reiner Idee und verwirklichter Idee wäre die Pleite des Unternehmens sofort und für alle Ewigkeit offenbar geworden.

Man hat behauptet, der Nationalsozialismus sei ein spezifisch deutsches Phänomen gewesen. Diese These erscheint uns insofern haltbar, als die deutsche Philosophie — wie man den Idealismus wohl nennen darf — den Menschen auf den Weg der Abstraktion führt. Auch der größere Versuch einer idealistischen (statt realistischen) Welt-Ordnung, der Kommunismus, hat seine philosophischen Grundlagen in deutschen Hörsälen apportiert, und tatsächlich ähnelt er, allen gut oder bös gemeinten gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz, dem Nationalsozialismus wie ein Kuckucksei dem anderen: nicht in den deklarierten Zielen, nicht in den Motivierungen, nicht in der Terminologie, wohl aber in der prinzipiellen Voraussetzungeiner Welt, die der Idee von ihr nicht entspricht und daher entsprechend geändert werden muß; also im Primat der Abstraktion.

Indessen: auch außerhalb des Einflußbereichs der deutschen Philosophie und ihrer politischen Nutzanwendung neigt der Mensch, denn er ist schwach, zur Flucht in die Abstraktion und damit zur Negierung des Lebens in seiner Tatsächlichkeit, des Menschen in seiner Geschöpflichkeit. Und deshalb befriedigen wir, wenn wir heute den Nationalsozialismus studieren, nicht bloß unser historisches Interesse, sondern viel mehr unser existentielles.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Juli
1961
, Seite 262
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Herbert Eisenreich:

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