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Václav Havel • Olga Havlová

Lebend begraben

Briefe aus dem Gefängnis

Am 23. Oktober 1979 wurde der tschechische Dramatiker Vaclav Havel wegen Staatsverleumdung zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Mit einer aufgeschobenen Strafe von früher macht das fünf Jahre und acht Monate Haft. Havel darf seinen Beruf als Schriftsteller nicht ausüben, er muß in der Zelle manuelle Zwangsarbeit leisten. Einzig in Briefen an die Familie kann er sich äußern, aber auch da nur in dem engen Rahmen, den die immer wieder eingreifende Zensur zuläßt. Seine Frau Olga hat Auszüge aus diesen Briefen im Informationsblatt der Charta 77 veröffentlicht (‚‚Infoch“, herausgegeben von Anna Sabatova, Anglicka 8, Praha, CSSR).

Vaclav Havel (rechts) im Gespräch mit dem Psychologen Jiri Nemec, Sprecher der Charta 77

Familienangelegenheiten

Olga Havlova schreibt über einen Besuch bei ihrem Mann im Gefängnis Hermanice-Ostrava:

Am 6. September [1980] besuchte ich Vasek [1] zusammen mit seinem Bruder. Für diesen Besuch wurde das Dreikilopaket genehmigt, das Obst und die Toiletteartikel aber nicht. Während des Besuchs war wie üblich ein Aufsichtsbeamter dabei. Ich muß leider sagen, das Vasek diesmal nicht gut ausgesehen hat. Er ist blaß, abgemagert und hat einen ungesunden Gesichtsausdruck. Er hat aber keineswegs über irgendeine konkrete Krankheit geklagt ‒ angeblich ist er ein wenig verkühlt und hat Kopfschmerzen. Die früheren Beschwerden sind wahrscheinlich eine Nachwirkung der durchgestandenen Lungenentzündung. Er hat eine zwei Monate alte Stoppelfrisur, die zwar freiwillig ist, mir aber überhaupt nicht gefällt. Aus dem, was er sagte ‒ in Anwesenheit des Aufsichtsbeamten drückte er sich vorsichtig aus ‒, schließe ich, daß man die Haftbedingungen verschärft hat, mir scheinen sie in manchem sogar härter als die seiner Mitgefangenen Vasek Benda und Jiri Dienstbier. Das Notizbuch wurde ihm wieder verboten, er darf sich keine Aufzeichnungen machen. Sobald seine Briefe nur ein wenig allgemeinere Überlegungen enthalten, werden sie nicht abgeschickt. (Der Brief Nummer 41 war eine Ausnahme, aber er hat mehrere ähnliche Briefe geschrieben.) Zwei Briefe seines Bruders wurden ihm nicht ausgehändigt, weil sie zu „fachlich ausgerichtet waren“ (es war in ihnen von Physik die Rede). Er befürchtet, daß er mir in Zukunft noch weniger schreiben können wird, und wenn, dann über ganz alltägliche Angelegenheiten.

Die Arbeit, die er machen muß, ist offensichtlich schwer. Erst im August ist es ihm gelungen, das Plansoll zu erfüllen. Er hat die Hoffnung, daß er leichtere Arbeit zugeteilt bekommt, noch nicht aufgegeben.

Ich schließe aus bestimmten Zusammenhängen, daß er zum Zeitpunkt des Besuches in Einzelhaft war. Er verfolgt die Tagespresse (Rude Pravo) mit Interesse und ist durch aufmerksames Lesen auch über die Ereignisse im Ausland ziemlich genau informiert. Im Gefängniskino wurde die „Göttliche Eva“ gezeigt, und ich muß wohl nicht betonen, daß ihn dieser Film stark beeindruckt hat. Neben Familienangelegenheiten interessierte er sich sehr für das Leben seiner Freunde. Was sie tun, wer eine Reise vorbereitet, wer gekommen ist, um sich zu verabschieden. Ich wollte ihm einen Abschiedsgruß vom Jiri Lederer vorlesen, aber es wurde mir nicht erlaubt.

Es freut ihn, daß man ihn nicht vergessen hat. Jede konkrete Nachricht in dieser Hinsicht ist für ihn sehr bedeutsam. [2] Zum Unterschied von der Zeit, wo er noch in Freiheit war, verlangt er genaue Informationen über die Inszenierungen seiner Stücke im Ausland.

Im großen und ganzen habe ich den Eindruck gewonnen, daß er gesundheitlich nicht in Ordnung ist.

Obwohl ihm angeblich Krankenpflege zuteil wurde, reicht die Autorität der Gefängnisärzte nicht so weit, ihm eine Arbeit zu verschaffen, die seinem angegriffenen Gesundheitszustand entspricht.

Trotz aller Schwierigkeiten ist Vasek noch immer in einer ausgeglichenen Stimmung. Während des Besuches gab es sogar Augenblicke, wo wir zusammen lachten (zum Beispiel über das Problem der Liebeskorrespondenz).

Warum geht ihr weg?

Aus einem Brief von Vaclav Havel:

Weil ich die Mahnung respektiere, mir den Kontakt mit zu Hause nicht unnötig zu erschweren, indem ich meiner schriftstellerischen Phantasie zu sehr freien Lauf lasse, beschränke ich mich heute auf (...)

Ansonsten habe ich den Eindruck, daß es in Eurer äußeren Welt durchaus rege zugeht. Aber glaube mir, hier hat der Mensch auch keine Ruhe. Als ich dachte, daß ich mich im Gefängnis nervlich erholen werde, war ich ein großer Illusionist. Es ist paradox ‒ ich glaube, ich habe es beim letzten Besuch erwähnt ‒, daß ausgerechnet ich, der Freund der Harmonie, der immer nur wollte, daß alle einander gern haben und zueinander nett sind, daß ausgerechnet ich mein ganzes Leben mit Konflikten, Spannungen und Nervenkriegen verbringen muß. Ich kann mich nicht daran gewöhnen, heute genausowenig wie vor zwanzig Jahren, heute sogar noch weniger ‒ alles macht mich nervös, ich erlebe alles überintensiv und ertrage es schwer, quäle mich mit allem ab usw. usf. Es geht immer so weiter, es kann nicht anders sein, und es wird offenbar so bleiben. Merkwürdig. Sehr merkwürdig.

Was könnte ich Dir über mich selbst schreiben? Daß ich die verschiedensten Schwierigkeiten habe und daß ich ihnen auf die übliche Art und Weise begegne: mit legaler Selbstverteidigung. Ich bin merkwürdigerweise gesund (sogar die Hämorrhoiden geben Ruhe), aber ich bin gewöhnlich müde und erschöpft (am schlimmsten sind die Schmerzen in den Füßen, weil ich mich bei der Arbeit nicht niedersetzen kann). Was meinen seelischen Zustand anlangt, gilt das, was ich Dir letztesmal geschrieben habe: die Stimmung ist veränderlich, Depressionen wechseln mit guter Laune. Irgendeine unangenehme Kleinigkeit, irgendeine Unsicherheit, Befürchtung oder Gefahr oder sonstwas (zum Beispiel, wenn mir jemand die Zigaretten stiehlt), ruft plötzlich Bedrücktheit, Nervosität, Beklemmung und das Gefühl von Vergeblichkeit und Hoffnungslosigkeit hervor. Das dauert nur ein paar Stunden ‒ bis zu dem Augenblick, wo mir irgendeine blödsinnige Kleinigkeit unterkommt, die mich auf einmal derart freut, daß ich die vorherigen Gefühle völlig vergesse ‒ die Dinge bekommen wieder Sinn und ich bin auf einmal wieder ein unglaublicher Optimist, voll Energie und Lebenswillen. Und wenn mir keine derartige Kleinigkeit unterkommt, schaffe ich es selber, indem ich mir etwa sage, daß mir das alles zurecht geschieht ...

Jeder, der hier ist, muß sich, ob er will oder nicht, oft die Frage stellen, ob das alles einen Sinn hat, und wenn, dann welchen. Je mehr ich darüber nachdenke, um so mehr werde ich mir bewußt, daß ich die letzte und entscheidende Antwort nicht in irgendwelchen Äußerlichkeiten finden werde, die von den sogenannten Informationen abhängen. Informationen sagen da nichts. Die Antwort ‒ die positive Antwort ‒ finde ich schließlich nur in mir selbst, in meinem Glauben an den Sinn der Dinge, in meiner Hoffnung. Wem ist der Mensch eigentlich verantwortlich? Was ist sein Bezug? Was ist der letzte Horizont seines Handelns (...)

Die Tatsache, daß ich die letzte und entscheidende Antwort nur in mir selbst finden kann, bedeutet natürlich nicht, daß mich nicht interessieren würde, was „die äuBere Welt“ darüber denkt, oder daß ich mich für diese äußere Welt nicht interessieren würde. In ihr lebe ich doch, sie gestaltet meine Möglichkeiten, aus ihrem Stoff gewinnen meine Lebensalternativen ihre Struktur und nur durch sie beziehe ich mich auf diesen „höheren“ Horizont. Das heißt: ich wäre Dir dankbar, wenn Du bei deinem nächsten Besuch für dieses Thema auch ein paar Worte bereithältst. Meine Einstellung hat sich nicht geändert. Aber hat sich die Welt um uns nicht geändert? Verschieben sich in ihr nicht die Bedeutungen? Warum gehen zum Beispiel so viele Freunde weg?

(Mitteilung durch Olga Havlova, September 1980)

Daß ich mir selbst nicht ausgewichen bin

Eine wichtige Neuerung in meinem hiesigen Leben: ich habe einen Schweißerkurs angefangen, aus mir wird ein Schweißer, das heißt ein Mensch, der mit einem Schweißgerät arbeitet, wenn Du weißt, was das ist; das heißt, aus Dir wird eine Schweißersfrau. Die Sache ist deshalb von Bedeutung, weil ich nach neun Monaten endlich eine Arbeit haben werde, die um vieles besser ist als die, die ich bis jetzt hatte, günstiger für mich.

Eines der häufigsten Themen, wenn ich in meinen Gedanken und Träumen „unterwegs“ bin, sind meine abgereisten Freunde.

Der übliche Verlauf meiner Meditation: Anfangs eine leichte Nostalgie und auch ein wenig Neid (wegen ihrer künstlerischen Erfolge) und auch Beklemmung (endlich tun sie das, was ihnen Spaß macht, sie stehen mitten im Karussell der Arbeit, befreit von unseren unendlichen Komplikationen, unsere Plagen kommen ihnen längst nichtig vor), und auf der anderen Seite ich, dem das alles genommen ist, ohne die geringste Chance, etwa in einem Theater zu arbeiten und mit Ideen zu glänzen, zu denen mich die Theaterluft immer inspiriert. So also beginnt es, und am Ende dieser Meditationen steht schließlich immer die innere Freude darüber, daß ich dort bin, wo ich sein soll, daß ich mir selbst nicht ausgewichen bin, nicht nach dem Hintertürchen gegriffen habe [3] und daß ich bei all den Entbehrungen nicht dazu verurteilt bin, das Notwendigste zu vermissen, das Gefühl, auf dem Niveau der eigenen Aufgabe zu sein, selbst wenn ich sie mir in dieser Form und in diesem Ausmaß nicht selbst gestellt habe, sondern sie aus den Händen des Schicksals, des Zufalls und der Geschichte empfing (...)

Endlich ist Dein erwarteter Brief gekommen, er wurde mir aber leider Gottes nicht ausgehändigt. Ich kenne nur einige Absätze (...)

Zu meinen kulturellen Erlebnissen: im Fernsehen habe ich den ersten Teil des amerikanischen Films über M. L. King gesehen (wie Du weißt, mag ich ihn sehr). Die „Grünen Hügel Afrikas“ habe ich nicht zu Ende gelesen. [4] Memoiren von Jägern haben mich schon immer zu Tode gelangweilt. Angelesen habe ich Hemingways Novelle „Haben und nicht haben“ (...)

Morgen habe ich Geburtstag. [5] In meiner Zelle ist ein Häftling, der am selben Tag und im selben Jahr geboren ist, wir bereiten eine kleine Feier vor. Der goldene Höhepunkt wird der Versuch einer Torte sein, die wir aus den uns zugänglichen Materialien herstellen. Ich bin neugierig, was daraus wird, vor allem welche Konsistenz sie haben wird. Alles kommt in Frage, außer gasförmigen Bestandteilen.

(Mitteilung durch Olga Havlova, Oktober 1980)

Irgendwann ist es aus

Mein Gesundheitszustand: Die Lungen widerstehen erfolgreich dem Frost und anderen Schwierigkeiten unseres Lebens. Wir hoffen, daß es noch eine Weile so geht. Dafür belästigen mich Schmerzen in den Ellbogen. Nächste Woche gehe ich zur Untersuchung. Meine Stimmung ist im allgemeinen gut.

Vor vier Tagen hatten wir den ersten Jahrestag der Ankunft in Hermanice. Bei der Gelegenheit dieses Jubiläums mache ich eine wichtige Entdeckung, genauer gesagt, ist es eine banale Selbstverständlichkeit; bedeutsam erscheint sie mir nur in einem ganz konkreten psychisch-nervlichen Kontext, und zwar: alles vergeht, jede Krise, jede Depression, jeder Mißerfolg, jede verwickelte und scheinbar unlösbare Situation, kurz und gut, alles Schlechte hat eine gute Eigenschaft ‒ es dauert nicht ewig. Selbst wenn es im gegebenen Augenblick unwahrscheinlich aussieht ‒ es endet und muß irgendwann aus sein. Das gilt, so hoffe ich, auch für den Gefängnisaufenthalt als ganzen ...

Im Zentrum meiner Überlegungen bleibt das Problem der menschlichen Identität. Wenn ich dieses Wort verwende, heißt das nicht, daß ich glaube, durch seine Einführung das Geheimnis der menschlichen Existenz im geringsten erklärt zu haben. Ich habe mir seinen Gebrauch angewöhnt, als ich an meinen Stücken gearbeitet habe oder später über sie nachdachte, es hat mir geholfen, mir über verschiedene Zusammenhänge klarzuwerden. Alle meine Stücke sind nämlich nur Variationen auf dieses Thema des Zerfalls des Menschen mit sich selbst und des Verlustes von allem, was der menschlichen Existenz sinnvolle Ordnung, Kontinuität und einmalige Gestalt verleiht ...

In meinen Überlegungen erscheint mir der Begriff der menschlichen Verantwortung immer deutlicher als jener grundlegende Angelpunkt, aus dem die jeweilige Identität erwächst und mit dem sie steht und fällt ...

Auch am Weihnachtstag habe ich ziemlich viel ferngesehen und war gezwungen (wie sonst auch oft), mir verschiedene peinliche Shows anzusehen und viele geistlose Poplieder zu hören ... Am Vorabend des Silvester habe ich mich beim „Kugelblitz“ von Smoljak und Sverak sehr gut unterhalten ... Wie bei den meisten tschechischen Komödien kann man ablesen, daß der Handlungsablauf mit der Zeit ins Stocken gerät, als ob die Autoren nicht imstande wären, ihre eigenen Ideen gründlich auszuführen ...

Unter anderem: Ich beginne, Selbstbeherrschung für eine ungeheuer wichtige Sache zu halten; es scheint eine Eigenschaft wirklicher Männer zu sein, und ich bin froh, daß ich diese Fähigkeit habe und übe mich sogar systematisch darin. Dazu provoziert mich unter anderem der Anblick vieler Mithäftlinge, die großartige Rauhbeine und harte Männer spielen und dabei gar keine Kerle sind.

(Mitteilung durch Olga Havlova, Jänner 1981)

Im Sommer frei?

Olga Havlova schreibt:

Wir haben Vasek am Samstag, dem 7. März [1981], besucht. Der Besuch verlief unter den üblichen Bedingungen. Ein Dreikilopaket wurde bewilligt. Vasek war in einer relativ guten und gelockerten Stimmung. Derzeit ist er mit Hämorrhoiden auf der Krankenstation. Die Lehrbücher (Englisch und Deutsch) hat er bewilligt bekommen, aber er klagt über Zeitmangel für das Sprachstudium wie auch für andere persönliche Dinge. Ansonsten ist die Arbeit, die er jetzt verrichtet, für ihn angenehmer und macht ihm sogar Spaß. In seinen Briefen darf er sich auch weiterhin mit keinen allgemeineren Überlegungen beschäftigen, außer den üblichen Sachen darf er nur über seine persönlichen Gefühle und Stimmungen schreiben.

Vasek dankt für alle Grüße von Freunden und läßt alle ebenfalls grüßen. Nach Ablauf der Hälfte des Strafausmaßes (Ende August) will er um bedingte Freilassung ansuchen. Er hat nun einen konkreten Grund, anzunehmen, daß er nicht das Ganze absitzen muß. Vor drei Wochen hat er sich nämlich zu einem Test entschlossen: falls es ihm gelänge, dem Friseur bis zum Besuch fernzubleiben (was vermutlich sehr schwierig ist), wäre es ein Zeichen, daß er vor Ende der Strafe freigelassen wird. Es ist ihm tatsächlich gelungen, und es ist nicht verwunderlich, daß er auf seine drei Wochen alte Stoppelfrisur sehr stolz war.

[1Vasek = Koseform von Vaclav (Havel)

[2Die Adresse ist: Vaclav Havel, Justizvollzugsanstalt Hermanice, Postfach 2, 71302 Ostrava, CSSR

[3Vaclav Havel spielt auf das Angebot an, das man ihm kurz vor Beginn seines Prozesses im Oktober 1979 gemacht hat: Ausreise in die USA zu „Studienzwecken“. Havel lehnte ab. (siehe: Michael Siegert: Harter Winter. Prozeß in Prag, FORVM November/Dezember 1979)

[4Hemingways Erzählung „Die grünen Hügel Afrikas“ (erschienen 1935) beschreibt seine Erlebnisse als Großwildjäger in Afrika.

[5Havels Geburtstag: 5. Oktober 1936

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Mai
1981
, Seite 24
Autor/inn/en:

Václav Havel:

Geboren 1936 in Prag, gestorben 2011 in Vlčice-Hrádeček, tschechischer Schriftsteller und Politiker, der von 1993 bis 2003 Staatspräsident der Tschechischen Republik ist. Der erfolgreiche Schriftsteller beteiligt sich an Protestaktionen gegen das kommunistische Regime. 1977 ist er Mitbegründer der Menschen- und Bürgerrechtsbewegung „Charta 77“ und wird dafür mehrfach inhaftiert. In der „samtenen Revolution“ von 1989 wird Havel zur Symbolfigur des gewaltlosen Widerstands.

Olga Havlová: Während des kommunistischen Regimes der ČSSR arbeitete sie als Organisatorin einer Reihe von Treffen von Dissidenten und wurde zur Adressatin des Buches „Briefe an Olga“, das Václav Havel ihr aus dem Gefängnis schrieb.  Sie gründete nach dem Fall des kommunistischen Regimes in ihrer Position als „First Lady“ die Wohltätigkeitsorganisationen „Komitee des guten Willens“ und „Olga-Havlová-Stiftung“.

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