FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1982 - 1995 » Jahrgang 1988 » No. 420-422
Gerhard Oberschlick

Ehret das Alter! • Vom Feiern

Soeben ist das FORVM 35 geworden, ist das nicht schön?, wenn auch an und für sich kein Alter. Weil doch das FORVM wahrlich kein Unmensch ist: zu Waldheim, gerade doppelt so alt, diesmal statt Recherche schönste Literatur; von uns aus kann er sich feiern. Davon verstehen wir unserenteils nıcht sehr viel, das läßt sich historisch begründen.

Als diese Zeitschrift 5 war, 1959, da hatte die CIA grad die Finanzierung eingestellt, und Torberg war ziemlich mutlos. Weil sein Blatt aber international renommiert war und im Inland als kulturell bedeutend was galt, konnte, nach einem Gastspiel des Hans Deutsch Verlages als Zahler, der frischg’fangt tüchtige Nenning auf Inseratenfinanzierung umstellen.

Als das FORVM 10 wurde, 1964, flogen intern gerade die Fetzen, Tbg wurde von G. N. — der brachte schließlich das Geld, ließ den Gründer die Sekretärin wissen — an die Wand gedrängt, bis der Junge die Zeitschrift, siehe Impressum da unten, bald darauf übernahm.

1969, wir wurden 15, geriet das Blatt gesellschaftlich in den totalen Verschiß: ein Volksbegehren zur Abschaffung des Bundesheeres war in dem Land mit der stolzen Militärtradition einfach nicht tolerabel. Ohne Kreisky, zu seiner Ehre, gäb’ es uns seither nicht mehr.

1974 war die Stimmung gedrückt, wegen der „NFP“, des damaligen Herausgebers Gegengründung zum FORVM. 1979 haben wir die Wunden der Terrorismushysterie geleckt. Für 1984, endlich, hatte Nenning heiße Festspiele zum 30-Jahr-Jubiläum geplant und im Eise der Au wieder abgekühlt.

So mögen wir, des Feierns entwöhnt, auch die 35 nicht festlich begehen. Das Blatt ist zwar über alle Erwartung — durch die kräftige Hilfe unserer Leser, die ihre Bekanntenkreise erschlossen, danke schön! — wiederaufgebaut. Erst wenn das letzte Drittel der alten Schulden bezahlt sein wird, in einem Jahr bestenfalls, können wir wieder irgend etwas in die Leserfindung investieren. Bis dahin müssen wir uns halt, ziemlich passiv, einfach finden lassen.

Sonst geht es uns gut, danke, wir haben zu tun, und es freut uns. Wir hoffen, Euch auch.

Schöne Grüße, frohe Feste, gute Zeit, Euer altes

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Dezember
1988
, Seite 1
Autor/inn/en:

Gerhard Oberschlick:

Herausgeber der Print-Ausgabe des FORVM 1986-1995 und der Online-Ausgabe hier.

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