FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1982 - 1995 » Jahrgang 1985 » No. 375-378
Hannes Androsch • Gerlinde Bergbauer • Paul Blau • Ernest Borneman • Willy Brandt • Fritz Csoklich • Milo Dor • Heinrich Drimmel • Hermann Dworczak • Gottfried von Einem • Iring Fetscher • Heinz Fischer • Paul Flora • Peter Glotz • Leopold Gratz • Willfried Gredler • Peter Huemer • Leopold Kohr • Bruno Kreisky • Ferdinand Lacina • Freda Meissner-Blau • Erika Pluhar • Franz Taucher • Leopold Wagner • Helmut Zilk

Hundert Worte Sozialismus

Das FORVM hat seinen dreißigsten Geburtstag gefeiert. Aber nicht in der Redaktion und nicht in einem Jubiläumsheft, sondern in der Au bei Hainburg.

Trotzdem — oder vielleicht gerade deshalb — war uns dieses Datum Anlaß eines Begriffes zu gedenken, über den sich diese Zeitschrift und ihre Autoren immer schon und auf die unterschiedlichste Weise ihre jeweiligen Köpfe zerbrochen haben. Daß dieses fortwährende Nachdenken, die Lobpreisungen und die Polemiken auf keinen, nicht einmal auf den kleinsten Nenner zu bringen sind, mag man dieser Zeitschrift zugute halten, oder auch: diesem Begriff.

Im Sommer 1965 hatten im FORVM vierzig Autoren, sowohl Politiker wie Publizisten und Künstler, auf eine Umfrage mit dem Titel »Hundert Worte Sozialismus« geantwortet. Damals hat es geheißen: »Vor fünfzig oder gar hundert Jahren konnte man, tatsächlich oder vermeintlich, mit zehn Worten sagen, was Sozialismus sei. Reichen heute hierfür auch nur hundert Worte aus?« Seither sind wieder zwanzig Jahre vergangen und wir haben diese Umfrage noch einmal gemacht. Von Bedeutung ist, daß der Leser weiß, daß sämtliche Antworten vor Ende November des Vorjahres in die Redaktion des FORVM kamen. Seither ist in Österreich viel passiert und vielleicht wäre inzwischen so manche Antwort entschieden kürzer ausgefallen.

M.S.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Juni
1985
, Seite 21
Autor/inn/en:

Freda Meissner-Blau:

Paul Blau:

Paul Blau, * 28. April 1915 Wien, † 28. Oktober 2005 Wien, war Journalist und Politiker. 1956-67 im ÖGB, 1962-67 Chefredakteur der Monatszeitschrift „Arbeit und Wirtschaft“, 1967-70 Chefredakteur der „Arbeiterzeitung“, danach bis 1972 Presse- und Kulturattaché in Paris. 1972-79 wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Gesellschaftspolitik und Leiter des Referats für Umweltpolitik in der Arbeiterkammer.

Peter Glotz:

Jahrgang 1939, Lehrbeauftragter und wissenschaftlicher Assistent am Universitätsinstitut für Zeitungswissenschaft in München, SPD-Funktionär dortselbst und Organisator des „Arbeitskreises Gesellschaftspolitik“ bei den Sozialdemokratischen Akademikem, in welchem die mit der Reformschrift „Mobilisierung der Demokratie“ begonnene Arbeit fortgeführt werden soll. Glotz war einer der jungen Mitarbeiter an dieser Schrift. Wurde 1980 auf Empfehlung des damaligen Parteivorsitzenden Willy Brandt Bundesgeschäftsführer der SPD. Zuletzt war Peter Glotz am Institut für Medien- und Informationstechnik an der Universität St. Gallen tätig.

Willy Brandt:

Willy Brandt war von 1964 bis 1987 Vorsitzender der SPD, von 1969 bis 1974 Bundeskanzler der BRD.

Hannes Androsch:

Bruno Kreisky:

Heinz Fischer:

Foto: Von Bwag - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74269256

Leopold Gratz:

Foto: Von Bert Verhoeff / Anefo - Nationaal Archief, CC BY-SA 3.0 nl, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27650736

Fritz Csoklich:

Jahrgang 1929, Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“, Graz und Klagenfurt, des auflagenstärksten katholischen Tagblattes in Österreich, sowie Mitglied des Präsidiums der Katholischen Aktion Österreichs und Mitherausgeber des Neuen FORVM.

Peter Huemer:

Helmut Zilk:

Heinrich Drimmel:

Leopold Wagner:

Willfried Gredler:

Hermann Dworczak:

1948 in Wien geboren, engagierte sich der Gewerkschafter und spätere „68er“ in der Sozialistischen Jugend (SJ) und in der Wiener Hochschulpolitik, war in Zwentendorf und Hainburg dabei. Neben seiner beruflichen Tätigkeit bei der Wiener Städtischen avancierte er Anfang der 1980er Jahre zum Pressesprecher der Gewerkschaftlichen Einheit, aus der später die Alternative und grüne Gewerkschaft (Auge) hervorging. Seit seiner Pensionierung bemüht sich Dworczak, die Linke in Österreich als Partei zu positionieren.

Ferdinand Lacina:

Präsident der Österreichischen Liga für Menschenrechte, Finanzminister a.D.

Iring Fetscher:

Geb. 1922, Dr. phil., ist o. Professor für die Wissenschaft von der Politik an der Universität in Frankfurt am Main. — Veröff. u. a.: „Marx — Engels Studienausgabe“ (Hrsg.), 1966; „Der Rechtsradikalismus“, 1967; „Karl Marx und der Marxismus“, 1967; „Politikwissenschaft“, 1968; „Rousseaus politische Philosophie", 21968; „Hegels Lehre vom Menschen“, 1970; „Der Sozialismus“ und „Der Kommunismus“, (Hrsg.; Reihe „Mächte und Kräfte unseres Jahrhunderts“), 1968 und 1969; Marx/Engels „Die Geschichte im 19. Jahrhundert“ (Hrsg.), 1969. — I. F. ist Mitglied des internationalen Redaktionsbeirates des NEUEN FORVMs.

Erika Pluhar:

Gottfried von Einem:

Gerlinde Bergbauer:

Paul Flora:

Milo Dor: Milo Dor, Jahrgang 1923 und nicht nur aus diesem Grunde repräsentativ für die junge Generation, hat ungefähr ein halbes Dutzend Bücher geschrieben, teils allein, teils in Gemeinschaft mit Reinhard Federmann. Zumindest der Novellenband „Unterwegs“ und der Roman „Tote auf Urlaub“ (1952 in der Deutschen Verlagsanstalt Stuttgart erschienen) legitimieren ihn als höchst begabten und eigenwilligen Schriftsteller. Seine Eigenwilligkeit äußert sich unter anderem darin, daß er leicht in Zorn gerät, und, was wichtiger ist, seinem Zorn auch ziemlich unumwundenen Ausdruck gibt. Die Redaktion des FORVM wollte ihm bei seinem Entschluß, quer durch die österreichische Literatur Amok zu laufen, nicht im Wege stehen; da sie nicht weit genug ausgewichen ist, hat sie dabei auch selbst etwas abbekommen.

Ernest Borneman:

Franz Taucher:

Geboren 1909 in Graz, gehörte dem Redaktionsstab der alten „Frankfurter Zeitung“ an und gab nach 1945 die „Wiener Bühne“ heraus, Romancier, Essayist und sozialistischer Publizist, Mitglied der Programmdirektion des Rundfunks, ehemals Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen“ und Chefredakteur der „Zeit“.

Leopold Kohr:

Jahrgang 1909 aus Oberndorf bei Salzburg, Sohn eines Landarztes, studierte Rechtswissenschaften und Politik in Innsbruck (Dr. jur. 1933), Paris, London und Wien (Dr. rer. pol. 1961). Vom spanischen Bürgerkrieg berichtete er für die französische „Agence Viator“. 1938 emigrierte er nach Kanada, wo er zeitweise als Goldarbeiter schürfte. In Toronto war er dann Sekretär des Historikers Georges M. Wrong. 1946 bis 1973 lehrte er Wirtschaftswissenschaften an der Rutgers University, New Jersey. Außerdem war er noch an den Universitäten in Mexiko, Puerto Rico, Wales und Cambridge tätig. Hauptwerke: The Breakdown of Nations, New York 1958 (demnächst deutsch im Wiener Orac-Verlag: Das Ende der Großen); Die Überentwickelten, Düsseldorf 1962 (Econ-Verlag); Weniger Staat, Düsseldorf 1965.

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