Zeitschriften » FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1968 - 1981 » Jahrgang 1971 » No. 205/206
Aramis

Kindergartenprotokolle

aramis (peter sagmüller) malte, stellte erfolgreich aus, entwickelte dann besonderes interesse für psychoanalyse und pädagogik. das bundesheer brachte ihn fast ums leben (vgl. seinen text „lieber sterben“ im NF, Dez. 1970, „kleine österr. soldatenzeitung“). wir drucken hier seinen erfahrungsbericht über den „antiautoritären kindergarten“ beim kritischen klub, mit unterstützung des NF, 1969 begonnen und beendet.

ICH: kann mich an eine zeit erinnern, wo ich auf der suche nach wegen zur befreiung die erziehung anderer meiner selbsterziehung vorzog. durch den umgang mit kindern wird der umgang mit der eigenen verdrängten kindheit erleichtert. die methoden der psychoanalyse dienten als werkzeug.

ROBERT: mit dem ich bei monika wohnte, war in den „heime“ genannten konzentrationslagern für sozialgeschädigte kinder erzogen worden. er wollte anderen eine glückliche kindheit ermöglichen. seine identifikation mit kindern war so groß, daß sie ihn als ihresgleichen akzeptierten. sie lernten einen erwachsenen kennen der keine autorität war. er konnte mit ihnen spielen ohne daß seine erwachsenenwelt ihre spiele zerstört hätte.

ELTERN: kannte ich teilweise von früher her; junge ehepaare die sich organisieren wollten. gemeinsam war ihnen die ökonomische notwendigkeit auf grund ihrer tagesarbeit ihre kinder in betreuung zu geben, die schlechte erfahrung mit städtischen oder privaten kindergärten und der glaube ihre kinder, was immer sich der einzelne darunter vorstellte, revolutionär erziehen zu können ohne das eigene leben grundlegend zu verändern. (warum ich diesen ausgangspunkt für falsch halte, werde ich in einem zweiten teil darlegen. der ungefähr gleiche negative verlauf antiautoritärer erziehungsmodelle bisher, scheint genügend empirische daten für die richtigkeit meiner these zu liefern.)

KINDER: oral frustrierte, an ihre eltern fixierte, im ödipuskomplex steckende, emotional verhungerte, herrschsüchtige, mit phobien behaftete, sexuell gehemmte und sexuell aktive, beide in ihren beziehungen extrem gestörte ... positiv beschrieben: mit überdurchschniittlicher intelligenz, unbeschränkterer fantasie, allgemein größerem freiheitsspielraum ... alle diese zwischen zweieinhalb- und fünfjährigen waren vorher in mehr oder weniger isolierten kleinfamilien erzogen worden. weihnachten und das christkind waren ihnen vertraute begriffe und bei vielen lag der zeitpunkt ihrer geburt vor der zeit da ihre eltern kritisches bewußtsein ausbildeten. grundsätzlich neue erziehungsmethoden konnten also nicht mehr angewendet werden; wir wollten jedoch versuchen fehlentwicklungen zu korrigieren und neue alternativen zu zeigen.

MOBILIAR: wurde aus kisten, matratzen, einem elektrokocher, geschirr und wenigem schlechtem spielzeug gebildet. langsam gewöhnten sich die kinder daran, daß diese dinge ihnen allen gehörten und an die freiheit ihre spiele selbst bestimmen zu können. anfänglich reproduzierten sie hauptsächlich ihre familienkonflikte in rollenspielen. diese rollen wurden fast nie ausgetauscht und wir fanden damals keine möglichkeit die kinder die unter ihren rollen litten aus diesem zwang zu befreien. eltern suchten auswege in der ablenkung, die sie sich von dem ankauf von mehr spielzeug erwarteten.

ARBEITSKREISE: wurden zur ausarbeitung der theorie und zur aufarbeitung von praktischen problemen einmal wöchentlich abends gebildet. diese institutionalisierung verschlang die realen möglichkeiten zur ausbildung echter kommunikation in der gruppe und unsere diskussionen hatten geschäftsanstrich. die theoretische erziehungsarbeit wurde zum ritual. da die persönlichen anstrengungen echte lernprozesse zu vollziehen gering waren, liefen unsere gespräche im kreis oder wurden banal.

MORDSPIELE: pazifisten verlangten das entfernen der spielzeugwaffen aus dem bereich des kinderkollektivs. man versuchte nicht zu ermitteln, warum die kinder mit waffen spielten, man diskutierte vielmehr über die motive der eltern den kindern waffen zu geben oder wegzunehmen (z.b. waffen zur durchführung der revolution). nur ansätze streiften das wirkliche problem der kinder nämlich ihre ausgeprägten sich als destruktionsbedürfnis äußernden aggressionen. die unterdrückung eines kindes und seine von daher kommende aggression kann nicht dadurch aufgehoben werden, daß man dem aggressor die waffen wegnimmt. nur die analyse und der versuch die konflikte des aggressors zu beheben bieten einen wirklichen ausweg. dazu wäre aber eine weitgehende einbeziehung und analyse der jeweiligen familiensituation notwendig gewesen. da dies nicht möglich war (auf grund des mangelnden engagements der beteiligten) lautete das resultat der diskussion: der gebrauch von waffen aller art ist im kinderkollektiv verboten. auch pazifismus kann repressiv sein.

FRESSEN: an der zubereitung konnten sich alle kinder beteiligen. sie konnten sich untereinander auf eine speise einigen. teller und besteck wurden von uns nur verwendet wo ihr gebrauch durch die konsistenz der speisen notwendig war.

AUSSCHEIDUNGEN. aus dem protokoll oktober 1969: ein pressephotograph war gekommen. er wollte besondere, für einen antiautoritären kindergarten charakteristische bilder machen. ich weigerte mich gestellte motive zu bieten und die kinder parade machen zu lassen. da wir jedoch gerade essen kochen wollten ergaben sich einige schöne szenen: die kinder beteiligten sich an der zubereitung des essens. nach dem essen tollten sie etwas herum. dann fragte ich sie ob sie lust zum baden hätten. alle stimmten zu und wir füllten wasser in unsere wanne. die kinder zogen sich aus und planschten im wasser mit spielzeug. dann mußte chr. schiffen. er stellte sich an den rand der wanne und pinkelte ins wasser. die anderen kinder waren begeistert. zuerst taten es ihm die anderen knaben nach, dann die mädchen. nun badeten sie in dem mittlerweile hellgelben wasser weiter. der reporter äußert bedenken daß die kinder in dem urin-wasser baden kann aber auf meine frage nach dem grund seiner bedenken keinen rationalen grund angeben. so weit sind die irrationalen ängste in uns verankert. er hat so spontan und ungestellt seine „charakteristischen“ photos bekommen.

SAUBERKEIT: auf reinlichkeit achteten wir nur insofern als wir den kindern beim waschen halfen, wenn sie den wunsch dazu äußerten. dies kam eigentlich nur vor, wenn die klebrigkeit ihrer hände sie bei ihren spielen behinderte. auch das ordnen der kleider richteten wir ganz nach den bedürfnissen der kinder: es kam vor, daß ein kind stundenlang seine kleider an einem bein nachschleifte und sich doch nicht im geringsten dadurch gestört fühlte. das ausschalten von pedantisch ordnenden eingriffen von erwachsenen in die spiele der kinder trägt viel zur konzentrationsfähigkeit das heißt unabhängigkeit von äußeren störfaktoren bei.

ABREAKTION: das von äußeren zwängen weitgehend befreite tägliche zusammenleben der kinder ermöglichte ihnen das abreagieren von schwierigkeiten.

ein mädchen verbalisierte extrem ihre anal-interessen. sie gab allen für sie wichtigen begriffen die beifügung „kaka“, „lulu“ und so weiter. die anderen kinder übernahmen diese eigenheit von ihr und nach einiger zeit verloren alle gemeinsam das bedürfnis an dieser form von sublimierter triebbefriedigung und wandten sich anderen spielen zu.

aus dem protokoll september 1969: e. brachte ein spiel in die kindergruppe mit das große bedeutung für sie hatte: „katzenspiel“. sie hatte früher große angst vor katzen gehabt. ihre eltern kauften ihr nun eine ganz kleine katze. e. wurde damit in einen konflikt gebracht den sie durch identifikation mit dem für sie gefährlichen tier löste. indem sie selbst zur katze wurde erkannte sie die katze als wesen das selbst angst hat, selbst liebe braucht und verlor so die irrationale angst vor dem tier. zugleich bewältigte sie ihre eifersucht die dadurch entstand, daß ihre eltern die katze liebten. indem sie selbst zur katze wurde erhielt sie liebe als kind und tier zugleich. nach einiger zeit bewältigte sie das problem völlig und gab dieses spiel auf.

SADISMUS: zur solidarisierung von schwächeren kindern gegen die angriffe und die unterdrückung durch einzelne kinder kam es nicht. so konnte die sicherheit einiger kinder nur durch eingreifen von robert oder mir gewährleistet werden. die sadistischen aggressionen die meist aus familiären konflikten der kinder herrührten konnten im kinderkollektiv wo die äußeren zwänge wegfielen leicht ausgelebt werden. die kinder sollten jedoch lernen ihre konflikte an ort und stelle und nicht an ersatzobjekten auszutragen. dies wurde jedoch wieder durch die trennung von familien- und kollektivsphäre verunmöglicht. ich bemühte mich die schwächeren kinder psychisch widerstandsfähiger gegen aggressionen zu machen und versuchte destruktionsakte von menschen weg auf gegenstände abzulenken. auch dies war jedoch in der praxis nicht konsequen durchführbar, nach der zertrümmerung einiger sessel und kisten mußter wir auf grund mangelnder möbel und geldes den kindern wieder beschränkungen auferlegen. das problem der aggressivität blieb ungelöst.

AUS DEN PROTOKOLLEN.

s. erschien mir als eher ängstliches mit einer menge phobien behaftetes kind (z.b. tiere, stiegenhäuser). seine bindung zur mutter war stark, er wurde jedoch von ihr emotionell frustriert. in rollenspielen mit anderen kindern übernahm er kinder- oder onkelrollen. er lieferte sich dabei einem tyrannischen mädchen völlig aus. war er bereit rollen die ihm zugewiesen wurden zu spielen, so tat eı dies mit viel fantasie. dies war jedoch dem mädchen nicht recht und sie belegte ihn mit neuen repressionen worunter er dann natürlich besonders litt. seine widerstandsfähigkeit war gering und er rächte sich für erlittene qual dadurch, daß er eigenes spielzeug nicht herborgte und so weiter. seine schwäche kompensierte er augenscheinlich durch starke identifikation mit eisenbahnen, die er zeichnete oder im spiel darstellte. sein konflikt scheint mir in seiner frustrierenden mutterbeziehung zu liegen, zu der sein vater (den er sehr liebt) keine genügend starke entlastung bietet.

„lokomotive“
(s., 5 jahre)

j. fand ich als sehr intelligentes kind, sensibel mit großem liebesbedürfnis. ihre eltern stellten hohe intellektuelle forderungen an sie und gaben ihr offensichtlich zuwenig emotionelle zuwendung. aus dem konflikt zwischen frustrierten emotionellen bedürfnissen und hohen intellektuellen anforderungen ergab sich eine für sie unerträgliche spannung, die sie durch grausames und tyrannisches verhalten zu anderen kindern abführte. ihre großen möglichkeiten standen so unter dem negativen zeichen der unterdrückung von anderen. eine lösung für ihr problem sehe ich nur in der veränderung ihrer familiären situation oder auch in der ablösung auf andere bezugspersonen die ihre emotionellen bedürfnisse in ihr entsprechender weise befriedigen.

th. wurde von seiner schwachen mutter als bundesgenosse gegen ihren starken mann verwendet. th. der hohes intelligenzniveau hatte stand in einem starken ödipuskonflikt. bei scherzhaften raufspielen mit seinem vater geriet er regelmäßig in trotzanfälle die häufig mit verzweiflung endeten. sein verhalten war durch ungewöhnlich hohe aggressivität gezeichnet. er bezog befriedigung aus rauf- und mordspielen, der zerstörung und zertrümmerung von gegenständen. analinteresse verbalisierte er oft zum beispiel erzählte er jedem neuen bekannten er hätte „lulu“ getrunken und „aa“ gegessen. bei sexualspielen in der kindergruppe beteiligte er sich nicht, manchmal brach er jedoch in die zärtlichkeit austauschenden kinder ein und versuchte so den ersehnten körperkontakt mit ihnen in form von raufen zu erhalten. da wir seine familiensituation nicht verändern konnten waren wir seiner zerstörungswut ausgesetzt und konnten sie nur von kindern auf objekte ablenken.

a. wuchs auf dem land auf. repressionen wie sie sich durch das stadtleben ergeben fielen bei seiner erziehung weg. seine selbständigkeit ist außergewöhnlich hoch. sein reflexionsniveau und sein wissen sind in volksschulkriterien nicht mehr zu messen. er wird von mehreren erwachsenen die mit ihm zusammenleben unter benützung seiner spielerischen antriebe unterrichtet. außer einer mutterfixierung zeigt er keine regressiven züge und ist in ungewöhnlicher weise fähig frustrationen zu ertragen. er hat viele talente, darunter zeichen- und konstruktionstalent, musikalität. er lebt mit seinen fünf geschwistern und einigen erwachsenen zusammen. schwierigkeiten entstehen aus seiner isolierten, individualistischen position, aus der unmöglichkeit unter kindern seine bedürfnisse voll zu befriedigen, seiner weigerung die von konflikten bestimmten (also unfreien) spiele anderer kinder mitzuspielen, zugleich aber aus seiner unfähigkeit die spiele der anderen direkt zu verändern.

„schwänze spritzen in futen“
(a., 6 jahre)
„zwei fickende“
(a., 6 jahre)

HILFELEISTUNGEN: erzieher sollten sich möglichst wenig in die konflikte zwischen kindern mischen, wenn dann nur vorsichtig schlichtend. es gibt allerdings ausnahmen zum beispiel wenn durch die kämpferische auseinandersetzung das selbstbewußtsein des schwächeren kindes gehoben werden kann. dazu protokoll vom 27. november 1969: zuerst schon sticheleien von seiten e. und t. gegen den etwas ängstlichen m. „wir haben viel schönere scheren als du!“ und so weiter. dann kommt t. darauf zu sagen: „warte nur, wir schlafen heute nacht bei dir.“ der inhalt der drohungen ist dabei völlig gleichgültig. die kränkung entsteht für m. nur daraus, daß die beiden ihn nicht lieben sondern hassen. nicht die angst vor körperlichem schmerz ist ausschlaggebend sondern das schmerzliche bewußtsein gehaßt zu werden. sie bringen m. durch solche drohungen zum weinen, zur totalen verzweiflung. hier greife ich ein und erkläre m. daß sie ihre drohungen nicht gegen seinen willen wahrmachen können, daß sie nur bei ihm schlafen können, wenn er sie selbst einlädt, und so weiter. der trotz der beiden angreifer wird dadurch herausgefordert, sie lassen ihre wut auf mich nun auch an m. aus, bedrohen ihn mit ihren scheren und wollen ihn stechen. ich zeige m. wie er sich wehren kann. er tritt auf dem boden liegend mit den füßen gegen die beiden. die beiden geben auch tatsächlich nach einiger zeit auf. m. macht sich kurz darauf zum schatzmeister einer schachtel kekse. alle die kekse haben wollen bitten ihn darum. auch e. und t. er verteilt glücklich.

LSD, HASCHISCH UND ANDERE „ERZIEHUNGSDROGEN“ die veränderung der erfahrung des erziehers bewirkt die veränderung seines verhaltens, diese verhaltensänderung wird vom kind als neue alternative erlebt und gibt diesem die möglichkeit aus verhaltensklischees auszubrechen. auch kurzzeitige weitgehende veränderung des bewußtseins des erziehers erweist sich diesbezüglich als für die praxis nützlich. solche veränderung erreichte ich durch bewußtseinserweiternde drogen: erhöhte sensibilität, erhöhte analytische denkfähigkeit und liebesfähigkeit. die möglichkeit auf konflikte der kinder ohne eigene negative projektionen einzugehen ermöglichte für sie befriedigendere lösungen. meine ruhe teilte sich den kindern mit. mir wurde dadurch klar, wie sehr ich mich bereits unbewußt an das zerstörerisch-aggressive verhalten einiger kinder angepaßt hatte. nur meine veränderung konnte den kindern helfen. das intensive erleben solch negativer anpassung führte zur erhöhung meiner selbstkontrolle den kindern gegenüber und zeigte mir einige mechanismen unbewußter beeinflussung zum beispiel mein aggressives reagieren auf ihre aggressivität, bevorzugung einzelner kinder und so weiter.

SEXUALSPIELE: robert und ich bemühten uns mit äußerster vorsicht rahmenspiele anzuregen die möglichkeiten zum ausleben der teilweise bereits verdrängten sexualtriebe der kinder boten. solche möglichkeiten lagen zum beispiel im gemeinsamen baden, wo die kinder ihr bedürfnis den eigenen und den körper anderer zu betrachten, zu betasten und zu streicheln ausleben konnten. kitzelspiele bei denen sie aktive und passive rollen austauschten liebten sie besonders. eine der besten möglichkeiten partialtriebe und genitale sexualtriebe im gemeinsamen spiel zu befriedigen bot das spiel mit nassem ton. analkonflikte konnten hier in leicht sublimierter form abreagiert werden. die scheu vor der kotähnlichen masse bauten die meisten kinder bald ab. sie kneteten die weiche masse und beschmierten sich und einander die nackten körper. auch ihren zerstörerischen impulsen ermöglichte das schlagen und treten der tonmasse gute abfuhr. einige eltern zeigten jedoch für diese art von abreaktion kein verständnis und woliten die kinder lieber „kulturell wertvollere“ tätigkeiten ausführen lassen (z.b. das formen von figuren aus ton). mir schien dieser grad an sublimation damals verfrüht und ich meine, daß den kindern dadurch einige möglichkeiten zur bewältigung früher konflikte genommen wurden. an diesem experiment wurde der bruch zwischen den ansichten der eltern und mir manifest.

INNERE SCHWIERIGKEITEN: die entfremdung zwischen mir und den eltern war sehr groß geworden. ich wehrte mich gegen die von den meisten geforderte aufrechterhaltung des status quo unseres erziehungsmodells und wollte in den diskussionen das gesamtkonzept erneuern. die immanenten diskussionen kotzten mich an, jedoch konnte die kluft nicht aufgearbeitet werden, da weder ich noch die eltern die gründe für unser verhalten besprachen. robert hielt seine kinderrolle nicht durch. das vollständige fehlen seiner autorität als erwachsener brachte ihm auch den verlust der sachlich begründeten autorität ein. er wurde der prügelknabe der kinder und wehrte sich dagegen indem er die kinder prügelte. die eltern wollten mehr selbst im kollektiv arbeiten und eigene ideen verwirklichen. wir konkurrierten um die macht und arbeiteten von nun an weitgehend nebeneinander.

ÄUSSERE SCHWIERIGKEITEN: unsere art kinder zu erziehen rief nicht nur die als rationale besorgnis getarnte intoleranz und wut der passanten hervor, sondern leider auch die aktiven bestrebungen der hausparteien diesen „kindergarten“ zu liquidieren. was auch bald geschah.

da die kommunikation zwischen mir und den eltern weitgehend zerstört war und beide teile die probleme des anderen nicht lösen konnten, stieg ich nach unserer delogierung aus dem projekt aus. mein ausstieg bedeutet jedoch nicht, daß ich mich grundsätzlich von solchen experimenten distanziere; auch der praktische versuch einen kindergarten selbst zu organisieren, verändert das bewußtsein der erzieher und wirkt sich dadurch auf die familiäre situation aus. nur sollte das augenmerk der beteiligten auf den mechanismus der gruppenprozesse gerichtet werden. wirkliche möglichkeiten stecken nur in der aufhebung der trennung zwischen revolutionärer arbeit und „privatsphäre“. erst wenn die beteiligten in der totalen veränderung ihrer existenz und nicht in einer art „hobbyrevolution“ den ausbruch versuchen bestehen reale möglichkeiten zur befreiung von erwachsenen und kindern.

(ein weiterer aufsatz folgt)

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Januar
1971
No. 205/206, Seite 1137
Autor/inn/en:

Aramis:

1950-2010. Flucht aufs Land. Lebte im Abseits selbstgeschaffener Inseln rund um historische Gebäude, welche er revitalisierte. Seit 1992 auf Schloss Lind (www.schlosslind.at). Im September 2010 selbstbestimmt gestorben.

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