FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1982 - 1995 » Jahrgang 1993 » No. 480
Oliver Marchart

Für eine gewisse Korrektheit

Innerösterreichischer Kulturaustausch mit Baroneß Münchhausen

In ihrem Kommentar »Fussenegger, die Letzte« im Profil 44/93 gelang es Sigrid Löffler, zum bereits bestehenden Katalog von Verunglimpfungen für die Kritiker Fusseneggers eine neue hinzuzufügen. Bisher wurden dem »Verfolger-Grüppchen im NEUEN FORVM« (Löffler) nur so relativ läßliche Sünden angelastet wie »rachsüchtige Bosheit« und »Anzetteln von Hetzkampagnen«. Aber nun hat Löffler die Kardinalsünde aufgedeckt. Political Correctness ist das Schandwort — und zwar »›Political Correctness‹ von der fanatischen, wohlfeilen und kontraproduktiven Sorte«.

Mit der Insinuation von Political Correctness trifft sie als erste den Nagel auf den Kopf. Sie hat verstanden um was es geht, wenn sie auch nicht verstanden hat, was Political Correctness eigentlich ist. Da der Begriff seit 1990 in mannigfaltigen Mißdeutungen durch die Kommentarspalten spukt, wird er immer wieder zum Totschlagen unangenehmer Argumente mißbraucht. Dafür kann er nichts. Denn allein durch seine Herkunft entzieht sich der Begriff dem Verständnis Löfflers und anderer, entspringt er doch einem fremden Kulturkreis (USA) und einer fremden Sprache (Englisch).

Um dem Mißstand abzuhelfen, schlug unlängst Dieter E. Zimmer in der »Zeit« zur Übersetzung von Correctness das deutsche Wort Rechtschaffenheit vor. Die Übersetzung hat den Nachteil, daß sie von Dieter E. Zimmer stammt, und den Vorteil, daß sie die gründende Funktion des Recht-Schaffens anklingen läßt, die Einführung neuer Verhaltens- und Sprachregelungen. Hinter diesem Akt des Recht-Schaffens wittert Zimmer eine Unterwanderung der freiheitlich demokratischen Grundordnung im Zeichen von »Ressentiment, Unduldsamkeit, Dogmatismus, Intoleranz, Ignoranz, Fundamentalismus und Gesinnungsterror«; [1] dem fügte Löffler aus österreichischer Sicht Fanatismus, Wohlfeilheit und Kontraproduktivität hinzu. Beide sind sich einig in einer düsteren Ahnung, einem beunruhigenden Verdacht. Löffler und Zimmer ahnen, was wohl als erster Chesterton erkannte: die »Tatsache, daß Rechtschaffenheit die dunkelste und gewagteste aller Verschwörungen ist«. [2]

Aus dieser Ahnung scheint für die Europäer eine Faszination zu entspringen, welche erst die obsessionelle Beschäftigung mit dem Phänomen »Political Correctness« erklärlich macht. Es fasziniert der Rigorismus dieser unverständlichen Rechtschaffenheit, mit der amerikanische Studenten die Einhaltung von Sprachregelungen überwachen und jede Form von »insensitive speech« verfolgen. Einer Rechtschaffenheit, die sich nicht durch eine über Kalkül, Profit oder persönliche Betroffenheit allein deutbare Motivation erklärt. Es scheint, als träfe man hier auf die Moral im Reinzustand.

Obwohl die puritanische Situierung von PC den Vergleich mit dem Terror Cromwells nahelegen würde, fallen den Kommentatoren immer wieder Parallelen mit einem anderen Terror auf: »Tugendterror«, »Tugenddiktatur«, »Jakobinismuss, »Schreckensherrschaft à la Robespierre« u.s.w. sind die regelmäßigen Stichworte. Seit 1990 wird Political Correctness verglichen mit der Herrschaft des Terreur im Jahre II — PC als Tugendterror. Diffamatorische Absicht oder tragische Verwechslung?

Terror

Der französische Philosoph Claude Lefort ging in seiner Untersuchung »La terreur révolutionnaire« von genau dieser Faszination des terroristischen Diskurses aus, von den Geburtswehen, die die Erfindung der Demokratie (l’invention démocratique) begleiteten. Was den Revolutionsterror von jedem vorhergehenden Terror irgendwelcher Despoten unterschied, war, daß er sprach: La terreur parle. Léfort:

Der revolutionäre Terror spricht. Er impliziert seine Rechtfertigung, eine Debatte über seine Funktion, seine Ziele, seine Grenzen ... [3]

Dieses Sprechen des Terrors hängt zusammen mit der Verschiebung des Legitimationsortes durch die Erfindung der Demokratie. Mit der Dekorporation von Louis XVI. unter der Guillotine wurde nicht nur der weltliche, sondern auch der jenseitige, transzendente Körper des Königs, aus welchem er seine Legitimation zog, »dekorporiert«. Der Ort der Macht in der Demokratie wurde leer, eine in der französischen politischen Theorie schon kanonisch gewordene Formulierung.

Der Terror ist wie jedes andere Vorgehen nun nicht mehr von vornherein durch die Transzendenz königlicher Macht legitimiert, sondern muß seine Legitimation in der Rede suchen, die sich nur noch auf ihren eigenen Aussageakt stützen kann.

»Die demokratische Legitimität gründet auf der Rede der Macht als einem performativen Akt, d.h. als einer rein formellen, inhaltslosen Geste«. [4]

Die Wirklichkeit der Zeit des Terreur — darauf wies Francois Furet schon vor 20 Jahren hin — war entgegen dem populären Bild, das die Trivialwissenschaft von ihr zeichnet, keine caesarische, sondern eine parlamentarische. [5] Und somit eine diskursive, wenn auch mit hohem Einsatz. Man braucht sich nur die Reden des »Diktators« Robespierre anschauen und wie er parlamentarisch taktiert, laviert, fraktioniert und immer wieder zu überzeugen versucht, um die ihn tragende politische Achse vom linken Flügel der Montagnards bis zum marais, der Mehrheit der Parteilosen, aufrechtzuerhalten. Eine Achse, deren Zusammenbruch ihn letztlich den Kopf kosten wird. Freilich. Die damalige parlamentarische Situation entspricht insofern nicht der heutigen, als jeder mit seinem Wort auch sein Leben zur Diskussion stellte. Aber genau das ermöglichte es, daß der Akt der reinen Aussage zum performativen Sprechakt wurde:

Kurz gesagt, der Diskurs von Robespierre macht den Terror nicht zu seinem Objekt; er übt ihn aus; er bildet einen großen Moment des Terrors als Handlung, er spricht ihn. [6]

Diese Verlagerung des Legitimitätsortes der Macht auf die Rede und die Eröffnung ihrer performativen Dimension im Diskurs des Terrors bindet, wie Léfort gezeigt hat, den Terror unlösbar an die Erfindung der Demokratie. In diesem und nur in diesem Sinne trifft der Satz von Babeuf zu: »Der Robespierrismus ist die Demokratie«.

Tugend

Da es sich im jakobinischen Terror somit um einen sprechenden und keinen sich selbst genügenden Terror handelt, schließt sich die Frage an, mit welchem Argument er sich legetimiert. Und hier kommt die Tugend ins Spiel. Robespierre definiert den Terror als die Anwendung des allgemeinen Grundsatzes der Demokratie — der Gerechtigkeit:

Der Terror ist nichts anderes als die unmittelbare, strenge und unbeugsame Gerechtigkeit; er ist also eine Emanation der Tugend; er ist nicht so sehr ein besonderer Grundsatz als vielmehr die Folge des allgemeinen Grundsatzes der Demokratie, angewandt auf die dringendsten Bedürfnisse des Vaterlandes. [7]

Schon die Wortwahl verrät, daß man es offenbar nicht mit einer blutrünstigen Hetzrede zu tun hat, sondern mit einer abstrakten argumentativen Operation. Es empfiehlt sich also, für einen Moment jede Zimperlichkeit abzulegen, um zu verstehen, was hier vor 200 Jahren vor sich ging.

Zwei weitere Begriffe tauchen neben »Gerechtigkeit« immer wieder in Robespierres Rede auf, die alle der selben Operation unterliegen: Freiheit und Gleichheit. Aber diese Prinzipien sind nicht die Prinzipien der Tugend, noch sind sie wie etwa Gerechtigkeit — die Tugend selbst. Im Gegenteil. Für Robespierre kann man

in gewissem Sinne sagen, daß das Volk, um die Gerechtigkeit und die Gleichheit zu lieben, keine große Tugend benötigt; es genügt, daß es sich selber liebt. [8]

Das Volk braucht Gerechtigkeit und Gleichheit nicht zu lieben, denn das Volk ist die Gerechtigkeit und die Gleichheit. Um diese zu aktualisieren, muß es sich nur selber lieben, dafür ist keine Tugend nötig. Aber was ist dann die Tugend?

Die uns hier begegnende Tugend ist jedenfalls nicht die Moral in ihrem Aggregatzustand Moralin. Tugend ist nicht der Sammelbegriff für die Partikularität der Sitten, wie sie z.B. im Diskurstyp des Moralisierens gepredigt werden, sondern deren abstrakte gemeinsame Formel, die Form der Moral. So wie Kants kategorischer Imperativ keine einzelne Maxime ist, sondern die »bloße allgemeine Form« der Gesetzgebung in Absehung jedes kontingenten Inhalts. Vor diesem Hintergrund kann Slavoj Zizek sagen:

Der jakobinische Terror ist das konsequente Ergebnis der Kantschen Ethik. [9]

Darum ist auch Political Correctness nicht inhaltlich moralisierend, denn abzuschaffen ist ja gerade das traditionelle Reich der mores — als Schöpfung der »dead white males«. Vielmehr diktiert Political Correctness die allgemeinen Regeln, mit denen das zu leisten ist. Wer glaubt, dem PC-Movement dabei anhand des Vergleichs mit dem jakobinischen Tugendterror etwas vorwerfen zu können, versteht beide falsch. Als sublimierte Form des Tugendterrors im Regelfall der Demokratie ist PC ein rein sprachliches Phänomen. Das PC-Movement hat verstanden, daß man mit Worten Dinge tut, Worte also nicht reiner Schall sind, sondern reale Verhältnisse der Unterordnung begleiten und teilweise stiften.

Die Konsequenz-Logik, mit der diese Erkenntnis umgesetzt wird, zersetzt den auch in der Linken immer wieder anzutreffenden Hang zum Versöhnlerischen, etwa das: »Es war ja nicht so gemeint«. Nicht was gemeint wird zählt, sondern was gesagt wird. Unserem kontinentaleuropäischen schlampigen Umgang mit diskriminierenden Vokabeln würde ein Schuß protestantischen Rigorismus nottun, so wie umgekehrt manchen amerikanischen Universitäten ein Schuß katholischer Verschlampung. [10] Es ist ja nicht so, daß wir in Europa in einer Korrektheits-Diktatur leben, in der jede Form latenten Rassismus und Sexismus unterdrückt werden würde, sondern vielmehr in einer Kultur grassierender Inkorrektheit, in der sogar der Innenausschuß des österreichischen Parlaments in der Öffentlichkeit das Bild eines sexistischen Heustadels bietet.

Und wenn Fussenegger heute noch ihren Anschluß- und Führerhymnus »Stimme der Ostmark« als »Liebesgedicht an Österreich« bezeichnet und ihre Friedhofsbeschimpfung damit rechtfertigt, sie hätte eben »Angst vor den Juden« [11] gehabt, dann würde ihr das auf jeder amerikanischen Universität zurecht größere Scherereien einbringen, als nur einen Pflichtkurs sensitivity training. Dabei zum Beweis nach immer mehr Schandstellen aus der NS-Zeit zu verlangen — wie es ihre Verteidiger tun — geht an der Sache völlig vorbei. Nicht die Quantität ihrer Nazi-Ausrutscher, sondern die heutige Wortwahl und die Unbedenklichkeit, mit der die »Mohrenlegende« von jedem Rassismus freigesprochen wird, mit der die Bezeichnung »Drachensaat« für den jüdischen Friedhof als »mehr mytologisch gemeint« entschuldigt wird, lassen auf Fusseneggers Haltung schließen.

Das PC-Movement hat nicht nur erkannt, wie verräterisch eine rassistische und diskriminierende Wortwahl sein kann, sondern auch welche performative Kraft ihr zukommt. Auch bei uns geht rechter Aktionismus Hand in Hand mit der Enttabuisierung der Sprache. Mit der Begründungsklausel Das-wird-man-dochwohl-noch-sagen-dürfen (Benjamin Erenz) wird das Recht gefordert, wie Botho Strauß »die Verhöhnung des Soldaten« beklagen oder wie D. E. Zimmer selbst, Mißfallen an »einem bestimmten tuntigen Benehmen eines bestimmten Mitbürgers« kundtun zu dürfen. Das dagegengehaltene Darf-man-eben-nicht-sagen ist »Iugendterror« nicht der »wohlfeilen«, sondern der notwendigen Sorte. Um wieviel mehr im Fall alter Nazis.

Löffler

Nicht für Löffler. Für Löffler ist diese Correctness nicht notwendig, sondern »fanatisch, wohlfeil und kontraproduktiv«. Eine Kritik an Fussenegger hätte nur im Geheimen und unter Ausschluß der Offentlichkeit stattfinden dürfen, um

die mühsame systemanalytische Aufklärungsarbeit jener Journalisten, Schriftsteller, Historiker und Germanisten, die seit langem gegen die Lebens- und Legitimationslügen des kulturellen Österreich kämpfen,

nicht zu desavouieren. Da die ersten offenen Briefe nicht nur so diabolische Gestalten wie Christian Michelides, sondern auch Gustav Ernst, Peter Gstettner, Martin Dimiter Hoffmann, Konstantin Kaiser, Marie-Thérèse Kerschbaumer, Andreas Maislinger und Karl Müller unterzeichneten, gehören diese für Löffler entweder nicht zum hehren Personenkreis der von ihr verteidigten »Schriftsteller, Historiker und Germanisten«, oder diese desavouieren ihre »systemanalytische Aufklärungsarbeit« selbst.

Aufgrund ihrer monarchischen Stellung im österreichischen Feuilleton kann Löffler die Vorgehensweise des Ancien Régime praktizieren: Terror ohne Tugend. Da Political Correctness in ihrem Vokabular vorzugsweise als Schmähruf vorkommt, fühlt sie sich offenbar selbst nicht zu Korrektheit angehalten.

Erste Inkorrektheit: In ihrem Kommentar »Fussenegger, die Letzte« beschreibt sie zwar deren Untaten, verschweigt aber gleichzeitig ihre eigene zweijährige Zusammenarbeit mit Fussenegger in der Jury des Grillparzer-Preises. Angesichts dieser kollegialen Kontamination mit Fusseneger wundert es nicht, daß Löffler dafür eıintritt, »Werk und Autorin heute auf sich beruhen zu lassen«. Löffler schilt die Jean-Paul-Preis-Jury ob ihrer Wahl und hält Fussenegger für nicht preiswürdig. Wohl aber hielt sie Fussenegger für würdig, in der Grillparzer-Preis-Jury über die Literatur anderer zu richten. Oder hat sich Löffler zu Fussenegger nur in die Jury gesetzt, um Unheil abzuwenden? Die Welt wird die löfflerschen Motive nie erfahren, und sie interessieren auch keinen. Nur — da sich Löffler »dem unpopulären Dienst an der historischen Ehrlichkeit verschrieben« hat, hätte sie ihre Zusammenarbeit mit »Fussenegger, der Letzten« wenigstens erwähnen können.

Zweite Inkorrektheit: Löffler unterscheidet zwischen dem guten Offenen Brief österreichischer Schriftsteller zur Solidarisierung mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland einerseits, und den bösen vorhergehenden Offenen Briefen des fanatischen »Verfolger-Grüppchens« andererseits. Die Kritik ersterer ist »differenziert« und rührt »an den eigentlichen Kern des Problems«, die letzterer ist billig und »spekuliert auf einen Skandal«. Diese Unterscheidung liegt ihr am Herzen — denn Antifaschist darf nicht jeder sein. Jelinek, Achleitner und Haslinger dürfen. Marginale Fanatiker dürfen nicht. »profil« darf. FORVM darf nicht. Und über allen thront Löffler und entscheidet.

Das wäre als pure dezisionistische Anmaßung nicht weiter erwähnenswert, hätten nicht beide Kritiken die selben Autoren. Auch der Brief der Schriftsteller wurde von dem Löffler so verhaßten Verfolger-Grüppchen formuliert, nur Elfriede Jelinek und Josef Haslinger haben kleinere Verbesserungen vorgenommen. [12]

Was beweist, daß Löfflers Furor in Wirklichkeit nicht ad argumentum, sondern ad personam zielt. Diese galoppierende politische Inkorrektheit ist nur durch böse Absicht oder durch völlige Traumtänzerei, d.h. schlechte Recherche zu erklären. Sollte das zweite zutreffen, dann muß sich Löffler vollkommen von den österreichischen Literaten abgekoppelt haben, denn sie hätte nur eine der unterzeichnenden SchriftstellerInnen anzurufen gebraucht und hätte erfahren, wer die Unterstützungserklärung für den Zentralrat der Juden ausformuliert hatte. Möglicherweise ist sie aber schon mit so vielen zerstritten, daß sie überhaupt keine SchriftstellerInnen mehr anruft.

Jedenfalls bastelt die Antifaschistin Sigrid Löffler aus ihren persönlichen Aversionen lieber mit am Mythos der alten Nazisse als Verfolgter, als dem Verfolger-Grüppchen recht zu geben. Zu ihr gesellt sich der Generaldirektor der Staatlichen Bibliotheken Bayerns Eberhard Dünninger. Weil Dünninger als gebildeter Bibliothekar auch Chesterton kennt, sah er wie Löffler in der fanatischen Political Correctness der »Initiatoren der Verleumdungskampagne in Wien« die dunkelste und gewagteste aller Verschwörungen. Eine Verschwörung mit linksextremen bayerischen Verfassungsfeinden, die anläßlich der Preisverleihung gegen Fussenegger demonstriert hatten. Was er sofort aus seinen Bibliotheken in alle Welt faxte.

Das erfordert ein abschließendes Dementi:

Weder mit Linksextremisten, noch mit anderen Verfassungsfeinden, noch mit den Freimaurern, ja nicht einmal mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland wurde in verschwörerischer Absicht Kontakt aufgenommen. Zu keiner Zeit gab es eine Konspiration anti-bayerischer Kräfte zur Vernichtung der großen Humanistin und steten Trauerarbeiterin Gertrud Fussenegger.

Denn letztlich sind wir nicht tugendhaft genug, um dermaßen schreckenerregend zu sein.

[1Aufzählung des Zimmer-Katalogs durch Benjamin Erenz, der Zimmer-Text selbst findet sich in »Die Zeit«, 43/1993

[2Gilbert K. Chesterton, zit. nach Zizek: Der erhabenste aller Hysteriker, Wien 1992, S. 51

[3Claude Léfort, Essais sur le politique, Paris 1986, S. 88, Übers. durch O.M.

[4Rado Riha, Der Terror der demokratischen Revolution, in: S. Zizek (Hg.), Gestalten der Autorität, Wien 1991, S. 37

[5S. dazu: F. Furet/D. Richet, Die Französische Revolution, FfM. 1987, S. 272. Jede personalistische Deutung der Tugenddiktatur des Jahres II läuft vollkommen ins Leere. Carlo Schmid schrieb einmal: »Man kann in langes Sinnen verfallen, wenn man daran denkt, daß dieser Mann, der den Terror auf die Tagesordnung gesetzt hatte — häkeln konnte ...«

[6Claude Léfort, S. 76

[7Maximilien Robespierre, Ausgewählte Texte, Hamburg 1971, S. 594

[8ebd. S. 592

[9S. Zizek: Der erhabenste aller Hysteriker, Wien 1992, S. 137. Zur Frage der wiederum moralischen Bewertung der Tugend als abstrakter Moral Rudolf Burger: »Abstrakte Moral abstrakt zu verwerfen, wie es die konventionelle Moral verlangt und heute Mode ist, heißt mit ihrem Mittelcharakter das Ziel verurteilen, das in der Abschaffung gewaltförmiger Verhältnisse liegt. Mit anderen Worten, die Amoralität des politisch Militanten ist nur die zu Ende gedachte Moralität selbst.« Abstriche, Wien 1991, S. 76, s. dort auch den Essay »Ein herrlicher Sonnenaufgang oder Die Tugend und der Terror«

[10An dieser Stelle kann man daran erinnern, daß die Herrschaft der Tugend nicht von den Katholiken Robespierre oder Saint-Just erstmals ausgerufen wurde, sondern im August 1791 vom noch radikaleren »Bluthund der Revolution« Jean-Paul Marat. Marat war Calvinist.

[11Beides im Interview mit Michelides, Falter 42/93

[12Selbst unterzeichneten wir aus verschiedenen Gründen nicht: Michelides, weil er schon oft genug genannt worden war und weil er Frau Löffler mit seinem Namen nicht unnötig reizen wollte. Ich, weil ich mir auf einer Schriftsteller-Liste deplaziert vorkam.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Dezember
1993
No. 480, Seite 8
Autor/inn/en:

Oliver Marchart:

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