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Ladislav Mňačko

Geboren 1919 in Valašské Klobouky, gestorben 1994 in Bratislava. Nach der deutschen Besetzung der damaligen Tschechoslowakei wurde er als Zwangsarbeiter in ein Essener Bergwerk „dienstverpflichtet“. Bekannt geworden durch Reportagen aus der Welt der Arbeit, wurde er in den 60-er Jahren zunehmend kritisch gegenüber der Sowjetunion und der tschechoslowakischen KP. Emigirerte 1967 nach Israel, kehrte während des Prager Frühlings in die Tschechoslowakei zurück, emigierte nach dessen Niederschlagung nach Österreich und kehrte 1991 in die Slowakei zurück.

Beiträge

Ladislav Mňačko

Verbrennt alle Akten!

No. 460/461
Mai
1992

Dieser Tage erschien — als aktuelles Statement zur heutigen Situation — in der Slowakei der nachstehende, leicht gekürzte Diskussionsbeitrag unseres Autors vom »II. Kongreß der tschechoslowakischen Schriftsteller 1956«. »Radio Free Europe« verbreitete bereits eine Stunde nach dem Statement, L. M. sei (...)

Ladislav Mňačko

Tschistka auf demokratisch

No. 456
Dezember
1991

Als slowakischer Starjournalist beim Eichmann-Prozeß, protestierte L.M. 1967 von Israel aus gegen Antisemitismus in der CSSR und wurde prompt ausgebürgert. Schon vorher zählte er, wiewohl Mitglied der Kommunistischen Partei, zu deren schärfsten Kritikern. Von Dubcek 1968 zurückgeholt, emigrierte er (...)

Ladislav Mňačko

Slowakei — gibt es denn so was?

No. 448-450
Mai
1991

Unser Autor, dessen Austreibungsgeschichte im Dezember-Heft ordnungsgemäß von Adi Wimmer (im vorigen Heft) und Wilfried Daim (auf den vorigen Seiten) angegriffen wird, antwortet auch diesmal nicht, sondern erzählt uns von einem unbekannten Land, wo Unbekannte (...)

Ladislav Mňačko

Ich war für die Austreibung

No. 444
Dezember
1990

Sein Buch „Wie die Macht schmeckt“ hat L. M. weltberühmt gemacht. Seit seiner zweiten Ausbürgerung im Prager Herbst 1968 lebte er im burgenländischen Ortchen Großhöflein; die erste, wegen Protests gegen tschechoslowakischen Partei- & Regierungs-Antisemitismus zur Zeit des EichmannProzesses, als (...)

Ladislav Mňačko

Eurohorror

No. 442/443
Oktober
1990

Ladislav Mňačko

Lob der Hure

No. 430/431
November
1989

Ladislav Mňačko

In dieser Stunde

No. 428/429
August
1989

Ladislav Mňačko

Wahre Meinungen

No. 426/427
Juni
1989

Ladislav Mňačko

Brief an einen sonderbaren Freund des slowakischen Volkes

No. 417-419
Oktober
1988

Ladislav Mňačko

Die letzten Arier

No. 415/416
Juli
1988

Ladislav Mňačko

Katyn

No. 413/414
Mai
1988

Versuch der Wiederbelebung einer vor 24 Jahren unterbrochenen Diskussion, die in Form von Offenen Briefen in der slowakischen kulturpolitischen Zeitschrift „Kulturny zivot“ und in der Hamburger „Zeit“ gleichzeitig geführt wurde.

Ladislav Mňačko

Die Pfaffenrepublik*

No. 411/412
März
1988

Ladislav Mňačko

Die Juden waren, sind und werden sein unser Unglück

No. 409/410
Januar
1988

Ladislav Mňačko

Geschichte und deutscher Sinn

No. 406-408
Oktober
1987

Im Jahr 1986 brach unter namhaften deutschen Historikern ein Streit um die geschichtliche Einmaligkeit, Singularität des Holocaust aus. Der „Historikerstreit“ wurde vom Piper Verlag als Buch publiziert. Der Kommentar des im österreichischen Exil lebende slowakischen Schriftstellers Ladislav Mňačko (...)

Ladislav Mňačko

Hitler — Stalins Agent?

Enthüllung
No. 401-405
Juli
1987

Ladislav Mňačko

Ovomaltine war es

No. 397/398
April
1987

Ladislav Mňačko

Wollt Ihr die totale Moral?

No. 395/396
Januar
1987

Ladislav Mňačko

Rambo’s Glück und Ende

Eine Reportage
No. 387/394
September
1986

Ladislav Mňačko

Woher kommen all die Battistas und Somozas?

No. 364/365
April
1984

Ladislav Mňačko

Sonntags nie

No. 360
Dezember
1983

Ladislav Mňačko

Krieg durch Frieden

No. 358/359
November
1983

Ladislav Mňačko

Das größte Friedensfest der Weltgeschichte

No. 356/357
August
1983

Ladislav Mňačko

Offener Brief an Staberl

No. 356/357
August
1983

Ladislav Mňačko bei Wikipedia

Ladislav Mňačko (* 29. Januar 1919 in Valašské Klobouky; † 24. Februar 1994 in Bratislava) war ein systemkritischer slowakischer Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gelernte Drogist versuchte nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei 1939 zunächst in die Sowjetunion und später in den Westen zu gelangen. Beide Fluchtversuche scheiterten, Mňačko wurde gefasst und in ein Konzentrationslager transportiert. In der Folge entkam er jedoch dem KZ und schloss sich dem slowakischen Widerstand gegen die Deutschen an.[1] Ab 1945 war er Redakteur bei Rudé právo und bei Pravda. Im selben Jahr verfasste er sein erstes Theaterstück Partisanen. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er durch das Stück Brücken nach Osten bekannt. 1959 erschien seine literarische Aufarbeitung des slowakischen Nationalaufstands von 1944 in Form des Romans Der Tod heißt Engelchen. In den sechziger Jahren richtete Mňačko seinen Fokus auf die Aufarbeitung des Stalinismus. Sein Buch Verspätete Reportagen beschäftigte sich mit Schauprozessen, der Roman Wie die Macht schmeckt kritisierte ebenfalls die kommunistische Diktatur. 1967 emigrierte er mit seiner jüdischen Frau nach Israel, woraufhin er ausgebürgert wurde. Im Zuge des Prager Frühlings kehrte er in die Tschechoslowakei zurück. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings im August 1968 floh er nach Österreich, wo er bis 1990 lebte. In den nächsten Jahren widmete sich Mňačko der literarischen Aufarbeitung seiner Abkehr vom Kommunismus. Bekanntestes Beispiel seiner nun in deutscher Sprache geschriebenen Romane ist Die siebente Nacht. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kehrte er 1990 in die Slowakei zurück. Seine im Exil verfassten Bücher erschienen nun auch in der Slowakei.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Já, Adolf Eichmann ..., Slovenské Vydavatelstvo politickej literatúry, Bratislava, 1961 (Diese Reportage (wörtlich: »Ich, Adolf Eichmann ...«) vom Eichmann-Prozess darf nicht verwechselt werden mit dem revisionistischen Machwerk von A. Eichmann und Willem Sassen »Ich, Adolf Eichmann. Ein historischer Zeugenbericht«).
  • Der Tod heißt Engelchen. (Originaltitel: Smrt' sa volá Engelchen, übersetzt von Hans Gaertner, illustriert von Horst Bartscht). Neues Leben, Berlin 1962 (DNB 453413684).
  • Wie die Macht schmeckt. Roman. Aus dem slowakischen Manuskript übersetzt von Erich Bertleff. Molden, Wien / Frankfurt / Zürich 1967.
  • Die Aggressoren. Von der Schuld und Unschuld der Schwachen. Aus dem slowakischen Originalmanuskript übersetzt von Erich Bertleff. Molden, Wien / Frankfurt / Zürich 1968.
  • Die Nacht von Dresden. Roman. (Originaltitel: Nočný rozhovor übersetzt von Erich Bertleff), Molden, Wien / Frankfurt / Zürich 1969.
  • Verspätete Reportagen. (Originaltitel: Oneskorené reportáže, übersetzt von Erich Bertleff), Molden, Wien / Frankfurt / Zürich 1970.
  • Die siebente Nacht. Erkenntnis und Anklage eines Kommunisten. Aus dem slowakischen Originalmanuskript übersetzt von Adolf Maldess. Molden, Wien / Frankfurt / Zürich 1968. (Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1970, ISBN 3-499-11344-9. (rororo 1344/1345))
  • Der Vorgang. Roman. (Aus dem slowakischen Manuskript übersetzt von Erich Bertleff), Kindler, München 1970.
  • Der Gigant. Roman. (Deutsche Bearbeitung: Katerina Horbatsch), Ullstein TB 22869, Berlin 1992, ISBN 3-548-22869-0.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1963: Der Tod heißt Engelchen (Smrt si říká Engelchen)
  • 1971: Die Entführung. Drama, Fernsehfilm
  • 1972: Der Tod des Ministers. Drama, Fernsehfilm
  • 1972: Der Leuchtturm. Fernsehfilm
  • 1973: Der Vorgang. Novelle, Fernsehfilm
  • 1974: Das einsame Haus. Drama, Fernsehfilm
  • 1974: Die Rache. Kurzgeschichte, Fernsehfilm
  • 1977: Flucht Drehbuch, Fernsehfilm
  • 1994: Rochade. Novelle
  • 1995: Jak chutná smrt. Thriller

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jan Pauer: Moralischer Diskurs und die deutsch-tschechischen Beziehungen Forschungsstelle Osteuropa Bremen, Arbeitspapiere und Materialien Nr. 17, Tschechien, Juni 1998, Seite 11
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