FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1968 - 1981 » Jahrgang 1974 » No. 244
Karl Kraus

Ewiger Knabe durch Dich

Briefe an Sidonie Nádherný von Borutin

Der bisher unbekannte private Karl Kraus wird in den hier zum erstenmal publizierten Briefen an Sidonie Nádherný sichtbar. Die Krisen des Privaten standen stets in unmittelbarem Zusammenhang mit politischen Krisen der Zeit. Im Privaten steckt eigentlich das Politische: die Bindung an eine böhmische Landadelige war für Karl Kraus zugleich ein politisches Programm („Sehnsucht nach aristokratischem Umgang“).

Die beiden Bände: Karl Kraus, Briefe an Sidonie Nádherný von Borutin 1913-1936, Preis DM 150,—, öS 1185,—, erscheinen zur hundertsten Wiederkehr des Geburtstages von Karl Kraus am 28. April im Kösel-Verlag, München. Der erste Band enthält die Briefe, Karten und Telegramme, der zweite Band Anmerkungen und Abbildungen.

Vorabdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Rainer Maria Rilke

... am ganzen Leibe fremd

Paris, 17 RUE CAMPAGNE-PREMIERE XIVE,
am 21. Febr. 1914

Meine gute Sidie,

Danke für beide Mittheilungen, Ihr erster Brief (vom 16.) kam kurz nach einem von Clara [1] und stimmte mit dem ungefähr überein: sie war glücklich über Ihr Dortsein, sehr sehr froh über den Marmor und, wie Sie richtig vermuthet haben, äußerst unzufrieden mit K[arl] K[raus]. Davon sprach sie nur in einer einzigen Zeile, aber ich kenne ihren Styl zu gut, um nicht zu verstehen, daß sie irgendwie um Sie in Unruhe war. Nun weiß ich freilich auch, wie hart und fanatisch Clara eine menschliche Sache anzusehen vermag, zumal wo, wie es hier gewiß der Fall ist, ein wenig Eifersucht mit in’s Spiel kommt. Also war ich weit davon, deshalb besorgt zu sein.

Aber, stellen Sie sich vor, Sidie, als bald darauf Ihr Brief kam, da überfiel mich die unerwarteteste Besorgnis aus dem heraus, was Sie selber sagen, daß Sie sich freuten, daß ich ihn so richtig erkannte. Liebe Sidie, Sie sagen „erkannte“, da stürzte mirs übers Herz, daß ich das eigentlich doch gar nicht imstande sei. Ich habe nur Ihrer schönen Meinung von ihm zugestimmt und diese Zustimmung, so gut es ging, in Einklang gebracht mit meinen sehr sehr entfernten, sehr sehr knappen und allerdings lebhaft sympathischen Erinnerungen an K. K.; mit meiner Überzeugung zu seiner muthigen Thätigkeit, die sich aber auch, wie Sie wissen, auf die fernen Jahre stützt, da es noch eine Wiener Rundschau gab, etwa noch auf die „Fackel“ in ihren frühsten Anfängen. Nun mein ich mit alledem nicht, etwas von jenem damals freudig Zugegebenen zurückzunehmen, dazu liegt ja nicht der mindeste Anlaß vor. Es scheint mir eine so freundliche Fügung, daß Sie ihn zuweilen in Janowitz haben, durch ihn von hundert Dingen hören, die sich Ihnen sonst nicht böten, Bücher und Verhältnisse sich zu eigen machen und in schönen und vielfältigen Gesprächen mit dem guten Rathgeber (dem Sie das alles danken und der Ihnen dafür eine großmüthige und lebendige Gastfreundschaft zu verdanken hat) Ihren neuen inneren Besitz erproben und befestigen können. Aus alledem kommt meine Beunruhigung nicht. Nur steigt mir unversehens eine schmerzliche Erfahrung auf, die ich mehrmals im Leben habe machen müssen, immer von Neuem, obwohl ich mich allmählich hätte vor ihr hüten können: es kommt vor, und ist mir dreiviermal geschehen, daß ich über geistige Wege (Umwege, wenn man so will) einen Menschen, ohne es zu merken, näher in mein Leben einbezog, als ich eigentlich meinte, als ob man vergäße, daß man mit der geistigen Existenz des Anderen auch sein anderes, möglicherweise sehr fremdes Dasein fortwährend einsaugt —, es kann da zu einem Punkt kommen, wo man, gleichsam erwachend, ihn wie einen Fremdkörper in allen Gliedern fühlt, ja sich selber, um seinetwillen, am ganzen Leibe fremd wird.

Dieses Erlebnis ist ein überaus schwieriges und mühsames, ich denke nicht gern daran zurück —, und hier bin ich nun fast bestürzt in der Vorstellung, es könnte Ihnen, bei einem sehr kontinuierlichen Umgang mit Karl Kraus, etwas Verwandtes widerfahren. Als ob Sie, ganz ohne seine, noch Ihre Schuld —, irgendwann zurück müßten, denn sehen Sie, liebe Sidie (bedenken Sie sein Leben, bedenken Sie das Ihre): er kann Ihnen nicht anders als fremd sein, ein fremder Mensch; ein Sie nahe angehender ausgezeichneter Schriftsteller; ein Geist, der auf den Ihren vom glücklichsten Einfluß sein kann, wenn ... wenn: die Distanz keinen Moment verloren geht, wenn Sie irgend einen letzten unaustilgbaren Unterschied, auch im Geistigsten noch, zwischen sich und ihm aufrechthalten: denn so viel er sein mag und ist, die Anwendung, die er seinem Geiste geben mußte, hat aus diesem ein zu einem bestimmten Gebrauche einseitig geschärftes Instrument gemacht, — Sie stehen da nicht der lieben, rein bewegten Geistigkeit eines fühlenden und sich mittheilenden Menschen —, Sie stehen einer Waffe, einem Bewaffneten, einem geistigen Angreifer gegenüber — und die natürliche Gegenseitigkeit dieses Gegenüberstehens ist nur solange fruchtbar, als Sie sich irgendwie wehren; wenn sich Freundschaft daraus ergiebt, so kann es nur eine Freundschaft ganz in Waffen sein, zu dem Zwecke, daß die Ihrigen daran sich übten.

Viel lieber, Sidie, hätt ich das alles im Gespräch gesagt, ich weiß gar nicht, ob mans überhaupt, geschrieben, verständlich machen kann. (Verstehen Sie, was ich meine?) Da mein Kommen doch immer noch so unsicher hinausgeschoben bleibt (selbst wenn der Gärtner mit dem Phlox irgend ein heimliches Abkommen treffen sollte!) so wollt ich nicht warten, sondern auf gut Glück mich aussprechen, tant bien que mal und plutôt mal als bien, aber wie’s mein Herz eben zu leisten vermag. Sie werden schon Nachsicht haben und den alten Freund reden lassen und wenn er gar nicht recht hat, mit nichts, — so hat er eben diesmal unrecht.

Ich weiß ja selbst nicht warum, aber sowohl Ihr Brief wie Ihre Briefkarte haben mich unruhig gemacht, — vielleicht fühl ich nur die neue höhere Welle der Traurigkeit, die über Sie gerade hinüberschlägt, — aber vielleicht klingt auch diese Welle gerade deshalb so hohl, weil etwas um Sie im Begriffe steht, falsch zu werden.

Überlegen Sie das, Sidie, — das ganze gute treue Janowitz wird Ihnen dabei beistehen, und wenns überlegt ist, bitte ich um ein kleines oder ein längeres Wort, wie’s Ihnen kommt.

Sie wissen, wie’s der alte Freund lesen, — wie er sichs zu Herzen und Einsicht nehmen wird:

Rainer

P. S.: Den Chopin haben Sie inzwischen. Nun kommt die Keats-Zeichnung von Joseph Severn.

(Bitte behalten, ich ließ diese für Sie kommen, in der Voraussetzung, sie könnte Ihnen lieb sein, — ich habe noch ein zweites Exemplar.) In der unendlichen Traurigkeit ist ein Hingegebensein ausgedrückt, das auch wieder tröstet: denn vollkommen wie sie ist, muß sie eine Hingegebenheit sein an etwas, das bei aller Härte, die Milde einer Macht besitzt, die im Recht ist. Ich schrieb davon, als ich die Zeichnung zuerst sah, dieses Folgende in mein kleines Taschenbuch:

Vom Zeichner dringend hingeballter Schatten
hinter das nur noch scheinende Gesicht:
so kommt die Nacht dem reinen Stern zustatten.
 
Da ist ein Ding, das alles unterbricht,
wozu die Dinge sich verstanden hatten;
denn, da es wurde, siehe: war es nicht.
 
O langer Weg zum schuldlosen Verzicht.
O Mühe zum ermächtigten Ermatten.
R.

Aus: Rainer Maria Rilke, Briefe an Sidonie Nádherný von Borutin, Insel Verlag, Frankfurt am Main 1973, 382 Seiten, DM 32, öS 252,80. Abdruck mit freundlicher Erlaubnis des Insel-Verlags.

[Brief] 7./8. Dez. [1914]

Eine Nacht wie die andere: semper eadem. Das Telegramm mit der Hoffnung auf die Lagunen ist sehr lieb. Aber morgen, Feiertag, würde der Brief wieder nicht kommen, wenn ich heute nicht dem Amt geschrieben hätte, man möge ihn mit Nachnahme expreß zustellen. Wie wird das in Wien sein? Diese Liebe ist so gar nicht danach angethan, ihren Reiz aus dem Versteck zu beziehen. Man soll das Wahrste vor der Welt verstecken — aber es müssen?

Das Beiliegende habe ich aus „Troilus und Cressida“ herausgeschrieben. Ich nannte es mein Todesurtheil, wiewohl ich weiß, daß Du anders bist. Nur die Möglichkeit, daß ich, manches weckend, manches verschlossen haben könnte, versetzt mich manchmal in Schüttelfrost und in solchen Augenblicken denke ich, es wäre besser, Dir nicht nach Rom zu folgen. Vielleicht müßte bewiesen werden, daß es ohne mich nicht geht.

8. Dez. abends

Ich habe Deinen Brief erhalten und werde mit diesem hier zum Bahnhof fahren, damit ich ihn — es ist Feiertag — rekommandiert aufgeben kann.

Ich danke Dir innigst und ich sehe nun, wie Du Dich bemühst, mir und meinen Zweifeln gerecht zu werden. Es kann gar nicht anders in mir sein als wie es ist. Daß Du mich willst, glaube ich fast immer. Aber ich will, daß Du mich noch anders willst, nämlich wählst. Ich verlange nicht Verzicht um der Bestätigung willen, um ein Opfer zu sehen. Sondern ich weiß, daß ich so viel verliere, wenn Du nicht anderes aufgibst. Für Dich sind es „Kampromisse“ — für mich ist es ein ganzes Opfer. Zehn vollkommen glückliche Stunden im Jahr sind viel, für mich ein übergroßer Lohn, für Dich zu wenig. Ich kann es nicht mehr ertragen, daß bis dahin und hinterdrein Mächte am Werk sind, Dich zu verkümmern. Das Glück leuchtet nur, wie Du sagst, „dazwischen“ auf. Das ist zu wenig, gerechter Weise müßte es umgekehrt sein, das wäre genug Kontribution an jene Welt, die Du selbst „niederträchtig“ nennst, weil sie „uns alles rauben möchte“. Es ist mir unfaßlich, wie Du es niederschreiben konntest: „Vielleicht, wenn ich älter bin, vielleicht könnte ich dann fort mit Dir.“ Umgekehrt solltest Du fühlen. Für alles andere außer mir und uns ist Raum, wenn Du älter bist — ohne daß Gefahr besteht, daß wir uns dann nichts mehr wären. Denn ich werde Dich nach zwanzig Jahren so sehen wie heute. Aber Du bist heute ganz anders glücklich als Du es später sein wirst. „Janowitz, Charlie, Bobby, Tangy, die Schwäne ---- verlassen“: ich sehe nur Sidi. In unserer Beziehung ist nichts, was Dich um Janowitz bringt und nichts was der Befassung mit Bobby, Tangy und den Schwänen widerstrebt ... Das übrige? Es gehört, wenn ich Dir das sagen darf, was Du im Tiefsten empfindest und selbst oft genug gesagt und geklagt hast, nicht in jene Reihe. Hier brauchts nur Muth und Selbstbewahrung! Auch ich weiß einer Kinderstube Dank — mir würde sie nur im Weg stehen, um zu Deinem Bett zu gelangen! Sidi, Du opferst mehr, als Du durch Kompromisse gewinnst. Es ließe sich ein anderer Ausweg finden — außer der Heirath. (Du würdest aber G. [2] heiraten, um eben jenen Fesseln zu entgehen. Das wolltest Du ja. Und ein Umweg zu mir — warum nicht der direkte? Verlierst Du dann nicht Janowitz, Ch. B., T., die Schwäne?) Ein Ausweg: die schroffere Betonung Deiner Willensfreiheit in Bezug auf Deinen Umgang und die Dir unentbehrliche, Deinem Nervenwohl untrennbar verbundene Freundschaft mit mir. Die es selbstverständlich ermöglicht, daß ich, wenn ich Dich in Janowitz besuche, zumal wenn Du dort momentan die alleinige Verfügung hast, dort auch übernachte. Du mußt verstehen und Du bist gerecht und fühlend genug, zu spüren, daß die Plastik eines solchen abendlichen Abschieds wie neulich mich beschäftigen muß: irgendwo fehlt etwas, irgendwie bin ich schutzlos. Ich weiß ganz genau, daß Du in der gegebenen Situation Dein Äußerstes thust, aber es fehlt etwas, das die Situation wendet. Als ich Dir den Fall Th. [3] vorstellte, sagtest Du richtig: „Ja, war denn damals nicht Ch. [4] anwesend?“ Zum Unglück fiel mir heute Nacht der Fall R. [5] ein. Vielleicht auf den Tag ein Jahr, ehe ich nach Tabor fuhr. Es sind Äußerlichkeiten, die an Deinen Gefühlen nichts ändern können. Aber wir wollen Liebe verbergen, weil sie zu schön ist, nicht weil sie verboten ist. Wenn wir sie Freundschaft nennen, muß sie sogar erlaubt sein. Hier fehlt es mir an einem Bekenntnis, vor dessen Unumgänglichkeit die Konvention parieren müßte. Jede Situation, die wir künftig — sei’s die Wendung der Dinge in Janowitz — eingehen, macht es so furchtbar anschaulich, daß irgendwas fehlt. Wie sollen diese zwei Tage in Wien werden? Ist das möglich, daß Du Sonntag abend kommst und ich Dich erst Montag nachmittag sehe? Wenn Du Dich bemühst — was mir leid thäte — fändest Du ja Ausreden: Gretel, May-May in ihrer Wohnung besuchen — aber wäre es nicht schöner, sagen zu können: „Ich habe hier meinen besten Freund, den Du nicht magst oder nicht verstehst, dessen Gesellschaft ich Dir deshalb erspare, aber ich muß ihn noch heute sprechen, wir gehen spazieren od. dgl.“ Ich weiß, daß es sehr, sehr schwer ist, so wie die Dinge heute liegen — aber ich weiß auch, daß ich nicht in Wien sein werde, wenn Du zehn Minuten von mir bist und ich Dich nicht sehen darf. (Und konntest Du nicht allein mit M. kommen, früher, oder mit dem Nachtzug erst am Morgen, so daß keine Nacht in derselben Stadt dazwischen ist?) Es ist verrückt, aber ich kann nicht anders. Du hast mein Gedicht „Alles oder nichts“ verstanden, Du weißt, daß ich nicht Kompromisse schließen kann. Nie solche zu Gunsten von Mächten, die Dir weniger geben als ich, da es sich mir nie um mich und immer um Dich handelt. Wäre ich ein Ehebrecher, so würde ich so bescheiden sein können, wie es die Umstände verlangen, Geduld haben und aus unserem Geheimnis mehr Genuß ziehen als aus unserer Liebe. So dürften wir nie zu einander stehen, weil wir doch anders geartet sind. Mir graut vor der Verstellung, zu der meine Freundschaft gezwungen wird und ein Leben lang gezwungen sein soll. Du kannst nicht ermessen, welche Demüthigung es ist! Wir haben es selbst falsch angelegt und uns durch den allerkonventionellsten Ton bei fortwährendem Beisammensein in Janowitz nur verdächtig gemacht, anstatt nach außen mindestens so freundschaftlich zu sein wie Du eben mit Rilke bist. Dabei ist das Ganze so widerspruchsvoll in sich selbst: ich dürfte Dein ärztlicher Assistent sein und wir sprechen nicht anders als Leute, die sich vor fünf Stunden kennen gelernt haben. Es wird in Zukunft, zumal in Rom, zu den allerunwahrscheinlichsten Situationen führen, die den Leuten viel mehr zu kombinieren geben als offene Freundschaft. Bitte denke darüber nach — rein in dieser Richtung. Bemühe Dich nicht mit lieben Worten, die ich ja doch als eine Umarmung und nicht als eine Überredung hinnehme. Du wirst dazu kommen, den Zustand als unhaltbar zu empfinden, als Verlust von Zeit und Kraft, und plötzlich muthiger geworden sein. Denn in einer einmal gegebenen, augenblicklich als unabwendbar erkannten Lage benehme ich selbst mich für Dich vorsichtiger als eine Gouvernante, aber darum ist noch lange nicht gesagt, daß ich diesen Zustand für erträglich halte. Vergiß nie, daß mein Außerhalb-Sein im Leben, meine besonderste Stellung, es uns ja erleichtert, und daß wir, was wir verstecken wollen, nicht außerdem auch noch verstecken müssen wie zwei beliebige andere. Die Aussichten sind sonst gar zu elend: Wien zwei—drei Tage verloren, dann nervöse Hast vor der Vorlesung, dann — ja wer weiß wann!

Nach dem Ineinandersein dieses Jahres hätte ich mir ein anderes Weihnachten vorgestellt, nicht wegen des Festes, aber wegen der Gelegenheit. Du bist so oft erfroren und ermüdet und hast gefunden, daß Du es bei mir wärmer und lebendiger hast. Mit welchem Recht soll ich Dich zurückgehen lassen? Ich kann für mich Kompromisse eingehen, aber nie mehr auf das, was Du brauchst, verzichten.

Das mit dem „Todesurtheil“ entsprang nur einer manchmal wiederkehrenden Stimmung: dem Zweifel an der eigenen Stärke vor der Deinen. Ich fürchte, wenn ich bei Sinnen bin, nicht den äußeren Feind, nur den „innern“: der Dich verhindert, mit mir „Landes- und Gesellschaftsgrenzen zu überschreiten“ und Dich durch nichts entschädigt, aber statt Leben Langeweile gibt. Ich soll zusehen, wehrlos, machtlos, wie sich eine Falte bildet! Sie dann wegzuküssen, ist ja ein Glück, aber besser wäre es, die Schönste noch schöner zu machen. So habe ich Dich schon gesehen: und ich kann es nicht ertragen, daß irgendetwas diese Fähigkeit, sich zu steigern, aufhalten soll.

Es ist ein Versäumnis: ich hätte Dich damals beim Ausgang aus der Wüste erwarten und übernehmen sollen!

Für Prag dachte ich natürlich keinen Augenblick an einen Gang zum Telegraphenamt, sondern an ein Wort auf Briefpapier Hotel de Saxe, wie früher.

Mein Todesurtheil bei Shakespeare:
(Cressida Diomedes nachrufend:)

Gut’ Nacht; — ich bitt’ dich, komm! — Ach, Troilus,
Noch blickt mein Eines Auge nach dir hin,
Das andre wandte sich, so wie mein Sinn.
Wir armen Fraun, wir dürfens nicht verhehlen,
Des Aug’s Verirrung lenkt zugleich die Seelen:
Was Irrthum führt, muß irr’n: so folgt denn, ach!
Vom Blick bethört, verfällt die Seel’ in Schmach.

[Brief] [Rom, 12.3.1915?] [Rom]

Ich bin gestern abend aus Florenz hiehergekommen, um von Dir Abschied zu nehmen. Seit gestern also hoffe ich auf den Zufall; vergebens. Ich wollte Dich nicht verständigen, um Dich nicht zu stören. Nun muß ichs doch thun und bitte Dich um fünf Minuten — noch heute abend, denn ich reise gleich ab.

Ich kann die heutige Nacht nicht mehr in Rom zubringen. Hier müßte ich mit einem halben Leben, das ich nicht ergänzen kann, ein Ende machen. Darum will ich es so schnell als möglich in das alte Elend zurückschleppen. Verzeih die Ungelegenheit, die ich Dir bereite. Ich habe Dich längst vor einer Leidenschaft, die keine Rücksicht auf gesellschaftliche Grenzen kennt, gewarnt. Aber vielleicht findest Du eine Ausrede. Ich würde um elf abreisen. Sidi, es ist mir unbeschreiblich elend zu Muth. Soll ich weggehen, ohne Dich gesehen zu haben? Ich habe nun gesehen, was es geheißen hätte, mit Dir einen Winter in Rom zu verbringen. Diesen Brief bringt ein Chauffeur. Ich warte in der Nähe, im Wagen. Es wäre so schön gewesen, mit Dir ein paar Minuten im Collosseum zu sein.

Ich weiß nicht, was ich schreibe. Ich stehe seit gestern auf der Straße und bin halb todt.

[Brief] [Rom, 13.3.1915] [Rom]

Meine Braut vor Gott,

auf die ich warten werde bis zum letzten Athemzug — ewiger Knabe durch Dich. Es war nicht nöthig. Wenn es ist, kann es nur als Abenteuer zu unserm großen Leben geschlagen werden. Nie kann es Sünde gegen ihn, immer nur gegen mich geben. Schon der Zweifel war Sünde. Ich will mein künftiges Leben daran wenden, Dein Bild zu retouchieren — zu unserer Wahrheit zurück. Durch Wochen schien der Plan — den wir nie hätten ersinnen sollen — in sein tötliches Gegentheil verkehrt: Du bist über mein Herz geschritten, Du wolltest mein Gehirn zertreten und damit diese unsere Welt von Herrlichkeit, die es allein bewahrt hat. Gestern hast Du mich gerettet, und das war mehr Gnade als die letzten Wochen Schmerz hatten.

Heute — meine Sidi, wenn Du an das denkst, was über uns und nur über uns ist, wirst Du die Kraft haben. Denn es kann, darf und wird höchstens der alte Plan sein — besser noch, ein neues Abenteuer, mir von Dir zugeschickt, meine Kraft zu prüfen, — weil Du mich so lange nicht gesehen hast. Du merkst, ich habe sie. Ich kann auch geistreich sein, wenn ich um Dich weine. Er aber soll von Deinem Wink leben, sonst überhaupt nicht. Animal senza anima — zwischen Gutmüthigkeit und Zorn nur von Dir zu regieren. Dafür haben wir nicht Tränen nöthig. Sagen wir, es sei nothwendig für uns. Ich liebe Dich über alle Sterne.

[Brief] Rom, 15.III.[1915] [Rom]

Sidi, noch einmal:

in meiner letzten Stunde, die vor der Deinen schlagen wird, soll das verzerrte Gesicht vor mir stehen, das mir Deine Schönheit gezeigt hat — als eine Anklage, daß ich zu schwach, zu verliebt war, um diesem Elend früher ein Ende zu machen.

Woran leide ich denn? An dem Konflikt, den Du durchkämpfst. Ich vermehre ihn durch Anwesenheit, will mich darum entziehen. Nur so helfe ich Dir und mir. Denn jetzt sind wir zwei uns eine immer wirkende Erinnerung daran, daß Du es nicht gut gemacht hast. Du fühlst eine große Schuld gegen mich und Dich. Ich will sie Dir abnehmen, nicht aus Freundschaft allein, sondern weil ich es nicht ertragen kann, Dich nicht in allem großartig zu sehen. Dein Entschluß war — trotz allem — nicht auf der Höhe, auf die Dich meine Liebe berufen, nein, auf der sie Dich vorgefunden hat. Es muß aber alles was Du thust auf Deiner Höhe sein, hörst Du, es muß! Sei gerecht gegen mich. Ich verlasse Dich nicht, ich muß mich nur entfernen, bis die Zeit für uns da ist und es nicht mehr nothwendig ist, das Schöne dem Häßlichen zu opfern. Ich bin nicht, wie Du klagst, jeden Tag ein anderer, nein in Wahrheit semper idem. Nur schwankt meine Seele zwischen dem maßlosen Glück, Dich in Übereinstimmung mit einer himmlischen Landschaft zu wissen, und dem maßlosen Unglück, Dich von Dir selbst entfernt zu sehen. Deine Müdigkeit kommt wirklich von innen, Du hast recht, und Du mußt das Gefühl haben, daß die Liebenden scheinbar fürsorgend an Dir zerren. Ich will das nicht, weil meine Kraft keine Gleichstellung mit einer andern erträgt, ich meine: die Kraft, Dich zu lieben und für Dich besorgt zu sein. Sie will es, indem sie sich entrückt, nicht weiter als Du von Dir selbst gekommen bist. Dieses Opfer ist ungeheuer, aber es hat Vernunft, während das Opfer, dort stehen zu bleiben, wo Du nicht stehst, dem Wahnsinn zutreibt. Meine Leidenschaft ist kein Hochzeitsgeschenk. Und sie muß eines Tages die Hülle sprengen, die ihr aufgehalst ist. Eher könnte sie, abgeschieden, warten: bis das schönste Herz durch alle Hindernisse sich zur Menschlichkeit entschlossen hat. Wie schade, daß die Leidenschaft nicht um ein geringes kleiner ist; sie ließe sich an die Kette legen und würde der angebeteten Herrin gehorsam überallhin folgen. Aber bei Gott, wenn sie kleiner wäre, Du hättest heute nicht geweint. Denn nicht weil das Leben so unbequem ist, sondern weil Du eine Schuld gegen mich hast, bist Du ausgebrochen. Ich nehme sie von Dir und ich will Dir das Leben bequemer machen.

Wäre es der alte Plan und fühltest Du Dich diesem gewachsen, so hättest Du gestern nicht geweint und gesagt: „Ich liebe ihn nicht“. Daran hat nur meine Nähe schuld. Als ich entfernt war, hattest Du kein Hindernis und lebtest bald losgelöst von unserer Verpflichtung. Ich muß, weil mir Dein Leben, Deine Nervenruhe, Dein Glück teuer, unentbehrlich, eigener Lebenshalt ist, Dir wieder zu diesem Zustand verhelfen. Dieses Opfer kann ich hoffentlich noch bringen, das andere nicht mehr. Von Dir getrennt zu sein, ohne zu wissen, war höllisch. Hier zu sein, ohne von Dir gehört zu werden, Zeuge Deiner Verwirrung, sie selbst mehrend — diese Qual ist dem Teufel selbst nicht eingefallen. Was Du gethan hast, war nicht gut. Wenn ich dabei bin, wird es hundertmal schlechter. In den wenigen Minuten des Allein-Zusammenseins können wir immer nur neue Mißverständnisse schaffen, anstatt die alten zu beseitigen. Es ist ein Taumel des Aneinandervorbeisprechens, in dem hin und wieder, von mir erpreßt, ein schon erfrorener Refrain erklingt: daß Du mich liebst. Da bist Du viel größer, wenn ich Dich (selbst nicht allein!) als Silhouette auf dem Grund einer abendlichen Landschaft sehe. Dann bekommt meine Phantasie zu schaffen und ich bin glücklich mit Dir. Dies der Dir unbegreifliche Wechsel meiner Laune. Bedenke, daß ich in einer halben Stunde mehr erlebe als ein Philister in einem ganzen Leben. Und darum ist’s ja wohl in Ordnung, daß ich nur die halbe Stunde habe.

Ich will’s Dir leichter machen — mit der unverlierbaren Freundschaft, die Rücksicht kennt, und mit der unverlierbaren Liebe, die Dich wieder ganz so herstellen will wie Du bist und nach Erfüllung äußerer Verpflichtungen wieder sein wirst.

Komm zu mir, bis Du frei bist! Ich werde meine ganze, nur Dir aufbewahrte Seelenkraft zusammennehmen, daß Du mich dann noch vorfindest. Ich verspreche es Dir bei der Wahrheit von irgendetwas, das wir je gemeinsam erlebt haben. So wahr die Glockenblumen auf unserer Wiese noch blühen, nein klingen werden, wenn Du wieder in Janowitz, in Dir selbst Einzug hältst.

Dein, Dein Karl
Schloß Janowitz

[Brief] 11./12.III.[1929]

München war außerordentlich. In größter Hast innigsten Dank für alle liebe Sorge und alle entzückenden Worte. Nur das von den 2 herausfordernd jüd. Gesichtern ist nicht gerecht, weil der Eindruck dem Wesen von Menschen, von denen ich weiß, daß sie für ihre Kunst leben, nicht entspricht. Wie könnte ein Zweifel obwalten, daß mir „Offenb. näher steht als K.“? Aber würde nicht das landläufige Antisemitentum, das doch tief unter dem geistigen Semitentum steht und gegen das ungeistige schmählich und feige unterliegt, nicht gerade den Gesichtszügen Offenb.’s diesen Vorwurf machen? Ich weiß genau, daß Du es nicht so meinst, aber ich möchte nicht das Vorurteil dieses äußerlichen Eindrucks gegen einen jungen Menschen angewandt wissen, der nachweislich kein Handelsjud, also nicht um Noten andern Begriffs bemüht ist. Ob der künstlerische Mißeindruck berechtigt ist, kann ich nicht entscheiden. Sehr ernste Musiker sagen das Gegenteil. Aber manche urteilen wie Du (obschon Du ja bei der Probe einen guten Eindruck hattest). Die Situation ist sehr schwierig. Ich mußte froh sein, einen Ersatz für J. zu bekommen, dem es eben jene Instanzen, die von Rassenfeindschaft her über Posten gebieten und verfügen, unmöglich gemacht haben. Ein Umtausch wäre nur wieder gegen J. möglich, ist aber vorläufig nicht möglich, solange der neue Vorgesetzte sich zu dem Fall nicht gestellt hat. Ein Umtausch gegen M. wäre in dieser „Saison“ eine Hörte gegen K., die ihn direkt ruinieren würde; in der nächsten geht er ohnedies höchstwahrscheinlich von Wien in ein Engagement. Dann käme selbstverständlich M. in Frage, wenn J. weiter verhindert wäre. Maßgebend ist auch dann noch die Rücksicht auf J., der selbst K. gut gefunden hat. Dein Gefühl für diese Dinge ist mir natürlich über alle Fachbegutachtung hinaus wichtig für solche Berufung und Entscheidung; aber für die zwei oder drei oder 4 Vorlesungen ın dieser „Saison“ kann leider nichts geändert werden, abgesehen von den Proben, die wieder nötig wären. Ich weiß, daß manche wie Du empfinden, andere finden gerade wieder diese Begleitung richtig. Ich muß wirklich damit vorlieb nehmen, daß es, wie Du sagst — oder wenn es „klappt“. Es „klappt“ offenbar zu sehr, und ich wäre ja gewiß am frohesten, wenn die Katastrophe mit J. nicht eingetreten wäre. Man mag es auch beklagen, daß ich nicht damals (auf der Suche) auf den M. aufmerksam gemacht wurde. Aber wie könnte ich es zunächst ändern, und jetzt wo er mit so großer Arbeit die „Pr.[inzessin] v.[on] Trapezunt“ eingerichtet hat! Also innigsten Dank und wir haben unsympathische Gesichter gemeint, deren Eindruck wie jeder Eindruck berechtigt ist, wiewohl ich Dir versichern kann, daß selbst das unsympathische Gesicht an der Arbeit mir sympathisch wurde.

Mary D. hat mich heute angerufen.

Am 15. oder 16. reise ich ab (wohl via Passau); bitte wenn möglich noch um eine Zeile, die mich erreicht, wenn Du sie sofort schreibst: ich möchte wissen, daß Du meine Bedrängnis verstehst. Sonst Berlin Prinz Albrecht (für einen Tag), dann Hamburg Palasthotel — für diese Abende kann ich doch schon gar nichts ändern, und verglichen mit den dortigen Begleitern ist der K. sicher ein Rubinstein. Wenn es mir irgendmöglich ist, komme ich auf der Rückreise, Ende März, für einen Tag nach dem immer ersehnten Janovice. Die innigsten Grüße euch beiden und nochmals Dank für Deine liebevolle Sorge wie für jedes geliebte Wort.

Warum ich das von den „Jüdischen Gesichtern“ Dir sage? Weil ich selbst zwar ganz genau weiß, wie es gemeint ist, weil ich Dich aber für jedes andere Ohr, welches das Glück hat, Deine Stimme zu hören, verpflichten möchte auf die Abneigung gegen alles Mitteleuropäische, aus dem solche Formulierungen kommen und das Du doch so hassest wie ich selbst, mit einem Hasse, den ich an Dir lieben würde, wenn ich Dich sonst nicht liebte.

[Brief] Prag, Palace Hotel 1.III.34

Liebste!

Alles trostlos, ausweglos.

Ein wahrer Schmerz die Vorstellung, daß unter all dem Heiligen in J. mein stärkstes Beispiel für Phrasengift zu finden ist, das Blatt, [6] von dem Du in R. sagtest, Du seist damit sehr „zufrieden“. Wie erschütternd in der heutigen Nummer — wohl die einzige wahre Tatsachenmeldung — der Brief des armen Gehenkten für seine Kinder. Aber der Kommentar ist Lüge, insofern doch Todeswaffe und Sprengmittel auch dazu bestimmt sind, Kinder ihres Ernährers zu berauben. Aber wäre es selbst, losgelöst von der Grausamkeit der Kriegshandlung und ihrer Folgen — im Weltkrieg gab es 10.000 Galgen —, das beispielhafteste Martyrium — noch erschütternder der Kontrast der vierten Spalte: Rezension der Broschüre, die der eigentliche Henker des Armen hier zu veröffentlichen wagt und in der er nicht nur zugibt, daß „jeder Generalstreik in einen bewaffneten Kampf umschlagen müsse“ und zugleich beklagt, daß die (berechtigte) Verhinderung jenes nichtsnutzigen Parlaments nicht „mit dem Generalstreik verhindert“ würde, sondern — und das geht über alle Berchtolds hinaus — die Hoffnung ausspricht: „Aber wenn die Gegenrevolution zum Krieg führen wird, so wird der Krieg zur Revolution führen. Der Tag der Vergeltung, der Tag des Sieges wird kommen!“ Dieser intellektuelle Schwachkopf [7] — noch dümmer als verbrecherisch — hofft also, daß nach dem Gas- und Bakterientod von 150 Millionen seine Partei als Phönix auferstehen wird! Und am Tag vorher hat sein Kumpan, nicht zufrieden mit der Zahl der Märtyrer, die er auf dem Gewissen hat, aus der Entfernung zu neuem, frischem Kampf aufgefordert. Über diese Schandtaten gehen hier den Blindesten die Augen auf.

Was aber die Wahl betrifft zwischen den beiden Abendblättern: beide brachten gestern (oder vorgestern) die gleiche Fälschung der Rede, in der angeblich eine Bruderhand gereicht wurde. (Schon im Vergleich mit dem Montagsblatt nachzuweisen). Durch die Weglassung der Antithese und den Titel ist die Fälschung bewirkt. Man sollte sich von all dem abwenden. Es gibt noch eine Sprache und einen Garten. Wenn ich auch jene zunächst verlieren muß, dieser muß mir bleiben und uns. Ich hielte es hier nicht aus, wenn ich nicht an Dich zu denken hätte.

Mit M. hast Du recht. F. tust Du etwas unrecht, es ist eine Durchlässigkeit (durch Wertvolles) zu beklagen, die mit Existenzdingen zusammenhängt. An dem dritten fürchte ich, vorausgesetzt, daß er volle publizistische Verantwortung trägt, eine Enttäuschung zu erleben. Dann wäre ich nur ein Unterhaltungspartner gewesen. Der Fall wird untersucht werden.

Arbeiter-Zeitung, Brünn, 18. März 1934:
Otto Bauer

Neue Wege zum alten Ziel

(Auszug)

Das Mittel: die revolutionäre Volkserhebung

In der Demokratie haben wir mit der Waffe des Stimmzettels gekämpft. Wir wollten die Mehrheit des Volkes für unsere Ideen gewinnen, um mit dem friedlichen Mittel des Stimmzettels die sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft zu erringen.

Die austrofaschistische Diktatur hat uns diese demokratischen Kampfmittel entrissen. Sie kann nicht anders besiegt werden, als mit den Waffen der Revolution.

Die Zerrüttung des von der schwersten Krise erschütterten Weltkapitalismus; die inneren Gegensätze innerhalb der austrofaschistischen Diktatur; der Gegensatz zwischen Austrofaschisten und Nazifaschisten; der Kampf zwischen Frankreich und Italien um die Vorherrschaft im Donauraum; die ganze internationale Entwicklung, die auf einen neuen Weltkrieg zusteuert — all das gibt uns die Gewähr, daß die Gelegenheiten für eine neue revolutionäre Volkserhebung in Österreich kommen werden.

Wie der Niederlage der russischen Revolution von 1905 der weltgeschichtliche Sieg von 1917 gefolgt ist, so wird unserer Niederlage im Februar der Sieg folgen.

Die Übergangsform: eine revolutionäre Diktatur

[1Clara Westhoff (1878-1954), Bildhauerin, seit 1901 mit Rilke (1875-1926) verheiratet.

[2Graf Carlo Guicciardini, mit dem Sidonie im Februar 1915 eine kurz dauernde Verlobung einging.

[3Dr. med. Maximilian Graf von Thun und Hohenstein (1887-1935). Er heiratete Sidonie Nádherný am 12. April 1920. Die Ehe hielt nur einige Monate; gerichtlich wurde sie erst 1933 geschieden.

[4Carl („Charlie“) Nádherný von Borutin (1885-1931), Zwillingsbruder Sidonies und seit dem Tod des Vaters (1895) und der Mutter (1910) entsprechend adeligem Brauch Sidonies „Vormund“.

[5Vermutlich gemeint: Rilke

[6Sozialdemokratisches Organ in der ČSR

[7Otto Bauer

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Erstveröffentlichung im FORVM:
April
1974
, Seite 44
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