Donatien Alphonse François de Sade
Beiträge
Auf dem westdeutschen Büchermarkt hält die Hausse in Büchern von und über den Marquis de Sade unvermindert an. Für jeden Verlag, der das Rennen um diesen Freudseibeiuns aufgegeben hat, springt ein neuer ins Geschäft. Der Merlin-Verlag in Hamburg, der als erster Werke von de Sade herausbrachte, (…)
Bei diesen leidenschaftlichen Geometrien bewegt, wenn die Geometrie selbst nicht mehr überzeugt, immer noch die Leidenschaft oder vielmehr die Darstellung der Leidenschaft ... Hinter matt gewordenen Gründen der Vernunft erkennen wir die Gründe eines Herzens, Tugenden, Laster und die große Mühe, (…)
... in unserer augenblicklichen Situation sollten wir immer von folgendem Prinzip ausgehen: wenn der Mensch all seine Brüder abgeschätzt hat, wenn sein Auge mit einem kühnen Blick seine Schranken vermißt, wenn er, nach dem Beispiel der Titanen, seine kühne Hand bis zum Himmelsrand auszustrecken (…)
I. Radikal ist man nicht mit dem Schwanz, sondern mit dem Kopf. Sades Penisaktionen dienen nur dazu, den Panzer der Verdrängung zu durchbrechen, der den Sexus umgibt. Da auf sexueller Verdrängung die Internalisierung von Herrschaft beruht, hat ein solcher Durchbruch politisch (…)
I. Asketische und hedonistische Linke Seit jeher streiten sich auf der Linken die Asketen und die Hedonisten um die richtige Linie — sei es in Sachen „utopische Vision“, sei es in der Organisationsfrage oder bei der „Kritik des Alltagslebens“ (Lefebvre 1947, Böckelmann 1970). Die asketische (…)
Beiträge von Donatien Alphonse François de Sade
„Was uns zur Lektüre Sades treibt, was diese Lektüre sowohl ermöglicht wie auch vereitelt, ist unsere Komplizenschaft mit der Zensur. Wir sind ein Produkt unseres Sittenkodex. Indem wir Sade lesen, ja noch indem wir guten Willens sind, ihn zu entschlüsseln, sind wir dennoch Komplizen jener (…)
DER CHEVALIER Nur deiner Phantasie konnte dieser Plan entspringen, er ist göttlich, Schwester, und ich verspreche dir, aufs beste jene reizende Rolle zu spielen, die du mir zudachtest. O Schurkin, wie wirst du’s genießen, dieses Kind zu erziehen, welche Wonne für dich, es zu verderben, in. (…)
DOLMANCÉ Es könnte nicht besser sein: das ist genau das, was ich wollte. Bewegen Sie nun diesen schönen Hintern mit dem ganzen Feuer der Lüsternheit rhythmisch auf und ab, wie es Ihnen die Lust eingibt ... Ja, gut, das ist köstlich! EUGENIE Oh, meine Liebe, welche Lust du mir verschaffst (…)
Die Republik braucht Laster
(Die Debatte über Atheismus und Moral, die bereits das letzte Drittel unserer 3. Folge füllte, setzt sich im Original in etwa nochmals dreifacher Länge fort. Da sie keine wesentlich neuen Gesichtspunkte bringt, wird sie hier übersprungen. Desgleichen, aus demselben Grund, der ganze IV. Dialog. (…)