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Thomas Sessler

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„Mensch, Maier! sagte der Lord“
oder
Die Übersetzungs-Misere auf dem deutschen Theater

Eine FORVM-Umfrage / Zeichnungen von Paul Flora
No 67/68
Juli
1959

Thomas Sessler bei Wikipedia

Thomas Sessler (geboren als Gabriel Peter Hanno Zeiz am 14. Dezember 1915 in Berlin; gestorben 7. Dezember 1995 in Pfarrkirchen) war ein deutsch-österreichischer Verleger und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabriel Peter Zeiz war ein Sohn des Schriftstellers August Hermann Zeiz und der Gertrud Segall. Seine Mutter wurde in der Zeit des Nationalsozialismus deportiert und im KZ Auschwitz ermordet.

Zeiz absolvierte eine Buchhandelslehre in Berlin, arbeitete in dem Beruf, begann für das Berliner Tageblatt zu schreiben und engagierte sich in der KPD. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten leistete er weiterhin nun illegale Arbeit für die Kommunisten.

1935 floh er über die Tschechoslowakei nach Wien und schrieb dort für den Wiener Tag und Die Stunde und arbeitete am Theater Scala. Er war Mitarbeiter des Nachrichtendienstes der Spanischen Republik. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 floh er nach Zürich. Dort gründete er den „Neuen Bühnenverlag“, der auch ein Zentrum getarnter Widerstandsaktivitäten gegen das nationalsozialistische Deutschland war. Er war Mitherausgeber der Zeitung Der freie Österreicher, die nach Österreich geschmuggelt wurde. 1939 brach er mit den Kommunisten. Er heiratete im Jahr 1941 die in Bern wohnhafte Charlotte Leuenberger, er heiratete erneut 1949 Hildegard Steiner aus Bregenz und 1967 Ruth Judith Berger, eine Kunstmalerin aus St. Gallen.

Da den Flüchtlingen politische Tätigkeit auf Schweizer Boden gesetzlich verboten war, verhafteten die Schweizer Behörden ihn im Januar 1944 wegen illegaler politischer Tätigkeit, und er wurde nach einem Freispruch in das Internierungslager in Magliaso und danach in Engelberg eingewiesen. Zeiz war Verbindungsmann einer Gruppe, die im Auftrag der US-Army ihr den Rheinpegelstand übermittelte, was für den Feldzug der Alliierten gegen das Deutsche Reich eine Bedeutung hatte. Ende 1944 wurde er in der Schweiz erneut verhaftet, konnte aber Anfang 1945 in das befreite Frankreich entweichen. Ein Schweizer Gericht verurteilte ihn im März 1945 in absentia wegen nachrichtendienstlicher Tätigkeit zu 18 Monaten Gefängnis. Zeiz arbeitete inzwischen als Verbindungsoffizier für die US-Army und für das Office of Strategic Services.

Nach Kriegsende ging Zeiz nach Österreich. Er wurde 1946 von der Baronin Malvine von Sessler-Herzinger[1] adoptiert und nannte sich fortan Thomas Sessler-Zeiz und Thomas Sessler. Er erhielt die österreichische Staatsbürgerschaft. In Wien arbeitete er bis 1951 als Kulturredakteur für die Zeitung Welt am Abend und erneuerte zusammen mit seinem Vater den „Georg Marton Verlag“, den vor 1938 sein Vater geleitet hatte. 1952 übersiedelte er nach München und gründete dort den Thomas Sessler Verlag, der 1967 seinen Sitz in Wien verlegte.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fünf gegen eine ganze Stadt. Eine Geschichte für die Jugend. Illustrationen L. Schindler-Edlinger. Linz : Brücken; 1947
  • Bienen-Legende und andere Parabelchen. Linz : Brücken, 1947
  • Harriet Beecher Stowe: Onkel Toms Hütte. Für d. Jugend neu erzählt von Thomas Sessler. Illustrationen Franz Bureš. Wien : Leuen, 1951
  • Rudolf Erich Raspe: Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande. Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen. Illustrationen Franz Bureš. Wien : Leuen, 1951
  • Die Unendlichkeit wird bleiben. Ausgewählte Gedichte. Wien : Österreichische Verlagsanstalt, 1969
  • Im Zeichen der Ratte. Schauspiel in 3 Akten. München : Thomas-Sessler-Verlag, 1970
  • Wächter der Träume : Gedichte. Wien : Edition Roetzer, 1986
  • findest du das Tal der Perlen : Gedichte. Nachwort Frederick Mayer. Eisenstadt : Edition Roetzer, 1986

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Baertschi: Sessler, Thomas. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 18. Dezember 2012
  • Ursula Seeber (Hrsg.): Kleine Verbündete : vertriebene österreichische Kinder- und Jugendliteratur. Wien : Picus, 1998 ISBN 3-85452-276-2, S. 160
  • Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München : Saur, 1980, S. 690
  • Susanne Blumesberger, Michael Doppelhofer, Gabriele Mauthe: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert. Band 3: S–Z, Register. Hrsg. von der Österreichischen Nationalbibliothek. Saur, München 2002, ISBN 3-598-11545-8, S. 1257 (Eintrag 9637).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Da es seit dem Adelsaufhebungsgesetz von 1919 in der Republik Österreich keine Adelstitel mehr gab, erscheint die Betonung der Titel in dem hier benutzten Schweizer Historischen Lexikon zweifelhaft.

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