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Karl Schleinzer

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No. 100
April
1962

Karl Schleinzer bei Wikipedia

Karl Schleinzer (* 8. Jänner 1924 in Frantschach-Sankt Gertraud im Lavanttal; † 19. Juli 1975 in Bruck an der Mur) war ein österreichischer Politiker und Bundesminister von 1961 bis 1970. Als Kanzlerkandidat der ÖVP starb er 1975 bei einem Verkehrsunfall.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Volksschule und der Mittelschule absolvierte Karl Schleinzer die Hochschule für Bodenkultur mit Promotion.[1] Im November 1942 suchte er um Aufnahme in die NSDAP an, die rückwirkend mit dem 1. September 1942 erfolgte. Schleinzer wurde die Mitgliedsnummer 9,244.264 zugeteilt.[2] Im Frühjahr 1943 wurde er zur Wehrmacht einberufen, den Krieg beendete er 1945 als Leutnant der Reserve in britischer Kriegsgefangenschaft. Der gelernte Landwirt war dann ab 1956 als Abgeordneter der ÖVP in den Kärntner Landtag gewählt. 1959 avancierte er zum Landesparteiobmann der Kärntner ÖVP und wurde dann 1960 bis 1961 Landesrat für Land- und Forstwirtschaft sowie Geschäftsführer des Kärntner Bauernbundes. Von 1961 bis 1964 übernahm er unter Bundeskanzler Alfons Gorbach den Posten des Verteidigungsministers und im Anschluss daran, von 1964 bis 1970 unter Bundeskanzler Josef Klaus Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft.

Nach dem Machtwechsel zur SPÖ war Schleinzer 1970 bis 1971 ÖVP-Generalsekretär unter dem Bundesparteiobmann Hermann Withalm.

Bis zu seinem Tod war Karl Schleinzer stets Abgeordneter zum Nationalrat für die ÖVP. Am 4. Juni 1971 beim außerordentlichen Parteitag in Wien mit 286 von 423 gültigen Stimmen (67 %) zum Bundesparteiobmann der Österreichischen Volkspartei gewählt [3], fungierte er ab damals in dieser Funktion und war Spitzenkandidat der ÖVP für die Nationalratswahl 1975.

Tödlicher Unfall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Samstag, den 19. Juli 1975 kehrte Schleinzer vom Urlaub in Rhodos zurück und fuhr anschließend von Wien mit seinem Privatwagen in Richtung Kärnten nach Hause. Bei dieser Fahrt verunglückte er auf der damals berüchtigten Gastarbeiterroute in Bruck an der Mur durch einen Frontalzusammenstoß mit einem türkischen Sattelzug. Der damalige Oberarzt der Chirurgie des Landeskrankenhauses Bruck/Mur, Berger, konnte nur mehr den Tod feststellen. Als Unfallursache wurde Sekundenschlaf vermutet. Es kursierten seinerzeit Gerüchte um mögliche Manipulationen am Ford Granada des damaligen ÖVP-Vorsitzenden. Am Ort des Unfalls wurde später eine Gedenktafel errichtet.

Die zu seinem Gedenken errichtete „Dr. Karl Schleinzer-Stiftung“ vergibt Studienförderungen an Studierende der Universität für Bodenkultur.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Schleinzer: Das Bergbauerngebiet Limberg. Eine betriebswirtschaftliche Untersuchung. Dissertation. Hochschule für Bodenkultur, Wien 1952, OBV.
  2. Michael Wladika: Zur Repräsentanz von Politikern und Mandataren mit NS-Vergangenheit in der Österreichischen Volkspartei 1945–1980. Eine gruppenbiographische Untersuchung. Forschungsprojekt im Auftrag des Karl von Vogelsang-Instituts. Wien 2018, S. 171f (PDF).
  3. „Putsch“ der VP-Jungen mißlang: Schleinzer und Kohlmaier gewählt. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 5. Juni 1971, S. 1 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).

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