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Hermann Schürrer

Beiträge

Hermann Schürrer

Sie saßen mit Kurfürst Himmler Unter den Linden

No. 257/258
Mai
1975

Hermann Schürrer

Gesunder Dichter unter kranken Ärzten

No. 208/I/II
März
1971

Unter dem Titel „Europa: die Toten haben nichts zu lachen“ erscheint im Hanser Verlag (reihe Hanser) der erste Prosa-Band von Hermann Schürrer. Siehe auch Reinhard Prießnitz über H. Sch.: schürrers dichterleben, NF, Anfang Februar1970, S. 125 ff., und Schürrers Gedichte im selben (...)

Hermann Schürrer

Lyrik zum Gebrauch

No. 194/I
Februar
1970

Hermann Schürrer

Plädoyer für ein Denkmal

No. 194/I
Februar
1970

Hermann Schürrer bei Wikipedia

Hermann Schürrer (auch: Hermann Schürer; * 14. Dezember 1928 in Wolfsegg am Hausruck, Oberösterreich; † 29. November 1986 in Wien) war ein österreichischer Schriftsteller, vor allem Lyriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Bergarbeiterdorf als Sohn eines Steigers geboren,[1] kam Schürrer 1951 nach Wien, wo er Jura, Geschichte, Englisch, Psychologie und Germanistik studierte. Nach der Relegation von der Universität lebte er als Mitarbeiter eines Grafikers, verrichtete Handlangerdienste und verkehrte in Kaffeehäusern. Im Juli 1970 stellte er sein Projekt Europa ist ein faules Ei. Ich setze meinen Kopf dagegen in einem griechischen Lokal ("Hellas") in Wien vor.

Ehrenhalber gewidmetes Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof

Schürrer wurde mehrfach „wegen Amtsehrenbeleidigung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt“ bestraft. Bei einer Anklage wegen „Vagabondage“ zog das Gericht einen Kulturkritiker hinzu, der erklärte, dass „Hermann Schürer als eines der bemerkenswertesten Talente“ Österreichs gelten könne, woraufhin Schürrer freigesprochen wurde.[2] Insgesamt hatte er zwei Jahre im Gefängnis und zwei Jahre in einer psychiatrischen Anstalt verbracht, bevor er für zwei Jahre nach West-Berlin zog.

Er gründete 1975 zusammen mit Gerhard Jaschke die avantgardistische Literaturzeitschrift Freibord und war Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.

Nach seinem Tod wurde er in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 40, Nummer 131) bestattet. Sein Nachlass befindet sich in der Wienbibliothek.

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der kleinere Teil einer größeren Abrechnung – Lyrik und Prosa. Hrsg.: Reinhard Priessnitz und John Sailer. Journal, Jahrgang 1, No. 1, Wien 1970.
  • Europa: Die Toten haben nichts zu lachen. Reihe Hanser 59. Carl Hanser Verlag, München 1971, ISBN 3-446-11399-1.[3]
  • Kriminelle Spielereien in der Sandkiste der Weltverbesserer. – Wiener Blut zur Ergänzung der europäischen Mythomanie. – Ein Märchenbuch für frühreife Erwachsene. Freibord, Wien 1977.[4][5]
  • Der letzte Yankee-Doodle vor dem Untergang der Vereinigten Staaten – Voräffung einer Liquidation. Freibord sr 7, Wien 1981.
  • Klar Schilf zum Geflecht – Das ABC von A–Zet. Lyrische Texte 1954–1984. Hrsg.: Lui Dimanche. Medusa Verlag, Wien/Berlin 1984, ISBN 3-85446-113-5.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Schürrer zum 50. Geburtstag. In: Freibord 3, H. 13/14. (Mit Beiträgen von Gerhard Jaschke, Joe Berger, Gerald Bisinger, Günter Brus, Elfriede Czurda, Elfriede Gerstl, Robert Menasse, Reinhard Priessnitz, Franz West, Franz Schuh und anderen.)
  • Robert Menasse: Der Typus des „Außenseiters“ im Literaturbetrieb (Am Beispiel Hermann Schürrer). Studie zum eigentümlichen Verhältnis von offiziösem Literaturbetrieb und literarischem „underground“ im Österreich der Zweiten Republik. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, Wien 1980.
  • Christian Millecker: Studien zu Hermann Schürrer. Diplomarbeit zur Erlangung des Magistergrades der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, Wien 1992.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schürrers Mutter Katharina beschreibt ihre eigene Herkunft in dem von Therese Weber herausgegebenen Band Häuslerkindheit – Autobiographische Erzählungen. Böhlau, Wien/Köln/Graz 1984, ISBN 3-205-06152-7, S. 39–46.
  2. Manfred Jasser: Der dichtende Landstreicher, der Richter und die Gnade. In: Neue Kronen Zeitung, 23. Jänner 1982, S. 33.
  3. Kosmisches Loch. In: Der Spiegel. 30. August 1971, abgerufen am 26. März 2016 (Buchbesprechung).
  4. Jahreszahl laut books.google.de, im Buch nicht angegeben.
  5. 2005 vom Ersten Wiener Lesetheater aufgeführt.

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