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Helge Pross

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In Sachen Israel

Offener Brief an Ministerpräsident Kossygin
No. 182/I
Februar
1969

Helge Pross bei Wikipedia

Helge Pross, Büste am Neuen Schloss in Gießen

Helge Agnes Pross, geborene Nyssen (* 14. Juli 1927 in Düsseldorf; † 2. Oktober 1984 in Gießen) war eine deutsche Soziologin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Texttafel unterhalb der Büste

Helge Pross studierte und promovierte in Heidelberg. Anschließend war sie in den 1950er Jahren Assistentin bei Max Horkheimer und später bei Theodor W. Adorno in Frankfurt. Von 1965 bis 1976 lehrte sie an der Justus-Liebig-Universität Gießen und war dort Mitgründerin des Seminars für Soziologie.

Helge Pross lehrte als Professorin von 1976 bis 1983 an der Universität-Gesamthochschule-Siegen Soziologie. Auf ihre Initiative wurde dort 1977 das Forschungsinstitut für Geistes- und Sozialwissenschaften (figs) gegründet.

Helge Pross war in erster Ehe (1950–1954) mit dem Sozialwissenschaftler Harry Pross verheiratet,[1] in zweiter Ehe (seit 1972) mit dem Soziologen und Sozialpolitiker Karl W. Boetticher.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Forschungsschwerpunkte lagen im Bereich Frau und Familie. In zahlreichen empirischen Untersuchungen belegte sie die strukturelle Benachteiligung von Frauen und Mädchen. Von radikaleren feministischen Positionen grenzte sie sich insofern ab, als dass sie für eine Gleichberechtigung der Frauen innerhalb der bestehenden gesellschaftlichen Strukturen eintrat.

Mit aufklärerischen journalistischen Beiträgen in der Zeit und im Spiegel versuchte sie, Ergebnisse soziologischer Forschung in gesellschaftspolitische Debatten einzubringen. Sie schrieb zudem in einer regelmäßig erscheinenden Kolumne in der von feministischer Seite stark kritisierten Frauenzeitschrift Brigitte.

Seit 1984 ist der Nachlass von Helge Pross im Besitz der Universitätsbibliothek Siegen. Mitte der 1990er Jahre wurde er erschlossen und durch ein Findbuch dokumentiert.[2] Im April 2010 wurde der Nachlass ins Universitätsarchiv Siegen überführt.

Helge-Pross-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forschungsinstitut für Geistes- und Sozialwissenschaften (figs) der Universität Siegen verleiht seit 1994 den mit 5000 € dotierten Helge-Pross-Preis an Wissenschaftler/innen für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Familien- und Geschlechterforschung.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Eine Demokratie, in der die größere Hälfte der Bevölkerung weder in den Parlamenten noch in den Regierungen angemessen vertreten ist, ist bloß eine Demokratie am Anfang.“

Helge Pross: Politische Partizipation von Frauen in der Bundesrepublik Deutschland. In: Die Psychologie des 20. Jahrhunderts. Bd. VIII, Zürich 1979.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Helge Nyssen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Soziologie der Romantik und des vormarxistischen Sozialismus in Deutschland. Bettine von Arnims soziale Ideen. (Diss., Heidelberg 1950)

Von Helge Pross[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die deutsche akademische Emigration nach den Vereinigten Staaten 1933–1941. Berlin 1955
  • Über die Bildungschancen von Mädchen in der Bundesrepublik. Frankfurt am Main 1969
  • Manager des Kapitalismus. Untersuchung über leitende Angestellte in Grossunternehmen (zusammen mit Karl W. Boetticher). Frankfurt am Main 1971
  • Kapitalismus und Demokratie. Studien über westdeutsche Sozialstrukturen. Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-8072-4013-6
  • Die Wirklichkeit der Hausfrau. Die erste repräsentative Untersuchung über nichterwerbstätige Ehefrauen: Wie leben sie? Wie denken sie? Wie sehen sie sich selbst? Rowohlt, Reinbek 1975
  • Die Männer. Eine repräsentative Untersuchung über die Selbstbilder von Männern und ihre Bilder von der Frau. Rowohlt, Reinbek 1978, ISBN 3-498-05232-2
  • Was ist heute deutsch? Wertorientierungen in der Bundesrepublik. Rowohlt, Reinbek 1982, ISBN 3-498-05242-X
  • Der Geist der Unternehmer. 100 Jahre Vorwerk & Co. Düsseldorf 1983, ISBN 3-546-47589-5
  • Soziologie der Masse (hrsg. mit Eugen Buss in Zusammenarbeit mit Alois Heinemann). Quelle und Meyer (UTB), Heidelberg 1984.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Infamie der Wahrheit. In: Die Zeit, Nr. 9/1967
  2. Sabine Hering (Hrsg.): Findbuch – Der Bestand des Helge-Pross-Nachlasses. Siegen 1996

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