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Heinz Kloppenburg

(66), Studium bei Bultmann und Barth. 1932 Pfarrer in Wilhelmshaven-Heppens, 1937 von Nazis abgesetzt, bis 1945 Arbeit in der Bekennenden Kirche, 1945 Oberkirchenrat in Oldenburg, 1947 Sekretär beim Ökumenischen Rat in Genf, seit 1953 in Dortmund. Vizepräsident der Christlichen Friedenskonferenz, Vorsitzender des deutschen Versöhnungsbundes, Präsident der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen, Mitglied der ökumenischen Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten. Dr. h. c. der Comenius-Fakultät in Prag und des Eden Theol. Seminars St. Louis (USA).

Beiträge

Erhard Eppler • Heinz Kloppenburg

Friedensdienst als Initiative von unten

No. 196/I
April
1970

Heinrich Kloppenburg bei Wikipedia

Heinrich (Heinz) Ferdinand Otto Kloppenburg (* 10. Mai 1903 in Elsfleth; † 18. Februar 1986 in Bremen) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe der Bekennenden Kirche und Oberkirchenrat.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich Kloppenburgs – ein Sohn des Kapitäns der Handelsmarine Diedrich Kloppenburg – besuchte zunächst die Volksschule in Hude, danach die Oberrealschule und dann das Alte Gymnasium in Bremen. Anschließend absolvierte er von 1919 bis 1922 eine kaufmännische Ausbildung in der Wollbranche, um danach für zweieinhalb Jahre zur See zu fahren. 1925 holte er sein Abitur am Bremer Alten Gymnasium nach.[1]

Nach dem Abitur studierte er von 1925 bis 1930 Evangelische Theologie an den Universitäten Marburg, Göttingen, Münster und Bonn. Nach dem Tentamen (1. Prüfung) war er ab November 1930 provisorischer Hilfsprediger in Bad Zwischenahn und ab Oktober 1932 Vikar in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Nach dem Examen (2. Prüfung), das er am 30. Juni 1932 in Oldenburg ablegte, wurde er am 9. Oktober 1932 zum Pfarrer ordiniert und war ab dem 30. Oktober 1932 zunächst in Wilhelmshaven-Heppens tätig. Anfänglich war er von den Versprechungen der Nationalsozialisten eingenommen und wurde Mitglied der NSDAP[2] sowie der Deutschen Christen. Bald erkannte er, dass deren Politik seinem Glaubensverständnis widersprach. Im Jahre 1934 wurde er Gründungs- und Vorstandsmitglied des Pfarrernotbundes und nahm im Mai 1934 an der Barmer Bekenntnissynode teil. Im Februar 1935 wurde Kloppenburg in das Präsidium der Bekenntnissynode gewählt und damit faktisch Leiter der Bekennenden Kirche von Oldenburg. Nach einem zunächst erfolglosen Disziplinarverfahren wurde er am 26. November 1937 vom deutsch-christlichen Kirchenregiment in den einstweiligen Ruhestand versetzt und durch die Gestapo mit einem Reichsredeverbot belegt. Seit 1941 wirkte er auf Wunsch der Gemeinde als Vertretung in Wiefelstede. Ab 1942 war er außerdem Vorsitzender der Konferenz der Landesbruderräte der Evangelischen Kirche.

Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus 1945 wurde Kloppenburg zum Oberkirchenrat seiner Landeskirche berufen und behielt dieses Amt, bis er 1953 in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde. Von 1947 bis 1950 war er der deutsche Sekretär in der Flüchtlingskommission beim Ökumenischen Weltrat der Kirchen in Genf und bis 1970 Beauftragter der Evangelischen Kirche für gesellschaftspolitische Fragen sowie Berufsschulpfarrer in Dortmund. In dieser Phase war er Mitglied der Kommission der Kirchen für Internationale Angelegenheiten des Ökumenischen Rates geworden. 1952 kandidierte Kloppenburg vergeblich für das Bischofsamt in Oldenburg.[3]

Im Jahre 1961 nahm er an der I. Allchristlichen Friedensversammlung in Prag teil, hat seine Mitarbeit in der CFK allerdings nach 1968 wieder eingestellt, als die CFK die Niederschlagung des Prager Frühlings durch den Warschauer Pakt unterstützte. Auch als Bundesvorsitzender des Internationalen Versöhnungsbundes engagierte er sich. In enger Gemeinschaft mit Martin Niemöller und anderen Vertretern der bundesdeutschen Friedensbewegung wurde Kloppenburg Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft deutscher Friedensverbände.“ Aus dieser Arbeitsgemeinschaft ging 1956 die Zentralstelle KDV hervor, deren Vorsitzender er von 1959 bis 1971 war. In dieser Zeit war Kloppenburg ein Mitherausgeber der Zeitschrift atomzeitalter.[4]

Kloppenburg trat nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges der SPD bei. In späteren Jahren wurde er auch Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Ebert-Stiftung. Teile seines schriftlichen Nachlasses wird im „Archiv der sozialen Demokratie“ aufbewahrt.[5]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Veröffentlichungen erfolgten auch unter dem Autorennamen Heinz Kloppenburg.

Monografien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Niemöller. Festschrift zum 90. Geburtstag. Pahl-Rugenstein Verlag, Köln 1982, ISBN 978-3-760-90673-7.
  • Ist unsere deutsche Gewissensnot schon überwunden? Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V., Hamburg 1959.
  • Der Aufstand der Gewissen gegen die Atombombe. Verlag Wissen und Verantwortung, Göttingen 1959.
  • Zusammen mit Ernst Wolf u. Helmut Simon: Christusbekenntnis im Atomzeitalter? (=Theologische Existenz heute, Neue Folge Nr. 70). Christian Kaiser Verlag, München 1959.
  • Indienfahrt eines Wandervogels. Bremen – Kalkutta. Treue Verlag, Wülfingerode-Sollstedt 1926.

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jack Mendelsohn: Die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit. Rassenkampf und Bürgerrechtsbewegg in vierzehn Schicksalen . Mit einem Vorwort von Günter Jacob. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1969.
  • Edwin Hanton Robertson: Christen gegen Hitler. Aus dem Englischen übersetzt, überarbeitet u. mit Ergänzungen versehen. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1964.
  • Daniel Thambyrajah Niles: Feuer auf Erden. Aus dem Englischen übersetzt. Evangelischer Missionsverlag, Stuttgart 1962.
  • Daniel Thambyrajah Niles: Die Botschaft für die Welt. Aus dem Englischen übersetzt. Kaiser Verlag, München 1960.

Predigten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Predigt über 2. Korinther 6, 1-10, geh. am Sonntag Invokavit, d. 14. Februar 1937, in d. Kirche zu Rüstringen-Heppens. Barmen-Gemarke : Presbyterium d. evang.-ref. Gemeinde, 1937
  • Predigt über Hebräer 10, 19-25, geh. am 2. Adventssonntag, den 10. Dezember 1936 in d. evang.-luth. Kirche zu Rüstringen-Heppens. Barmen-Gemarke : Presbyterium d. evang.-ref. Gemeinde, [1937]
  • Predigt über Hebräer 10, 19-25, geh. am 2. Adventssonntag, d. 6. Dezember 1936 in d. evang.-luth. Kirche zu Rüstringen-Heppens. Köhler, Wuppertal-Elberfeld 1936.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. munzinger.de: Heinrich Kloppenburg, abgerufen am 13. Oktober 2015.
  2. Jubelgeläut Wochen nach Kriegsbeginn (Memento vom 3. August 2012 im Webarchiv archive.today).
  3. Notstand des Glaubens. In: Der Spiegel vom 18. Februar 1953. Abgerufen am 2. April 2021.
  4. Impressum der Zeitschrift atomzeitalter, Heft 1/Januar 1961.
  5. fes.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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