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Fritz Vilmar

Geboren 1929 in Insterburg/Ostpreußen, gestorben 2015 in Berlin. War nach seinem Soziologiestudium in der politischen Erwachsenenbildung tätig, 1959-70 Referent in der Abt. Bildungsarbeit beim Vorstand der IG Metall. Er war einer der Mitbegründer der Friedensforschung. Seit den siebziger Jahren konzentrierte er seine Arbeit auf die Theorie reformtheoretisch fundierter humaner Alternativen zu den herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen.

Beiträge

Michael Roick • Fritz Vilmar

Politische Naivität

No. 367/370
Oktober
1984

Acht „engagierte Sozialdemokraten“ machen sich im Sammelband „Wohin treibt die SPD“ Sorgen um den außen- und sicherheitspolitischen Kurs der Partei.

Fritz Vilmar

Technorevolution

No. 309/310
September
1979

Fritz Vilmar

Gewerkschaft, erwache!

Zum westdeutschen Stahlarbeiterstreik
No. 303/304
März
1979

Horst Heimann • Fritz Vilmar

Bernstein und die Jusos

Gespräch über eine Revision
No. 295/296
Juli
1978

Fritz Vilmar

Hier sind Arbeitsplätze!

Plädoyer für Arbeitszeitverkürzung
No. 291/292
März
1978

Durch keine wie auch immer gesteuerte Wachstumspolitik, selbst mit irreparablen ökologischen Schäden erkauft, ist das 30-Millionen-Heer der Arbeitslosen in den westlichen Industrieländern aus der Welt zu schaffen. Die „westlichen“ Arbeitslosenheere sind nämlich nicht mehr vorübergehende Erscheinungen (...)

Fritz Vilmar

Etwas mehr links

Zur Bilanz des SPD-Parteitags
No. 234
Juni
1973

Fritz Vilmar

„Begrenzter Krieg“ auf unsere Kosten

No. 202/I
Oktober
1970

Fritz Vilmar

Organisierter Unfrieden

No. 198/I
Juni
1970

Fritz Vilmar bei Wikipedia

Fritz Vilmar (* 28. Juli 1929 in Insterburg, Ostpreußen; † 20. November 2015 in Berlin) war ein deutscher Hochschullehrer. Er lehrte Politikwissenschaft und Soziologie am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Soziologiestudium war er in der politischen Erwachsenenbildung tätig. Von 1959 bis 1970 war er Referent in der Abteilung Bildungsarbeit beim Vorstand der IG Metall. Er war einer der Mitbegründer der „Kritischen Friedensforschung“, unter anderem durch seine Bücher Rüstung und Abrüstung im Spätkapitalismus (1965) und Sozialistische Friedenspolitik für Europa (1972). Seit den 1970er-Jahren konzentrierte er seine Arbeit auf die Theorie reformtheoretisch fundierter „humaner Alternativen“ zu den herrschenden Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen.

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Vilmar war seit 1975 Professor für Politikwissenschaft an der FU Berlin. Gegen linken Dogmatismus gründete er 1976 mit Gleichgesinnten die „Hochschulinitiative Demokratischer Sozialismus“. (1980 publizierte er in diesem Zusammenhang mit Ossip K. Flechtheim und anderen Der Marsch der DKP durch die Institutionen.) Ab 1977 Mitglied der Grundwertekommission der SPD, 1984 wegen Bekenntnis zu den Grünen abgewählt. Seit 1983 war er Vorsitzender beziehungsweise Vorstandsmitglied des „Arbeitskreises Atomwaffenfreies Europa“ sowie 1990 Initiator der „Ökologischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft“ (ÖkoLeA), die seit 1993 in Klosterdorf bei Strausberg ein kibbuzähnliches Kommuneprojekt aufgebaut hatte. Später war Vilmar Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac Deutschland.

Wichtige Elemente von Vilmars Lebenswerk haben Weggefährten und Schüler 1994 in der Festschrift Mut zur Utopie[1] dargestellt.

Am 15. November 2003 entschloss sich Fritz Vilmar nach 52-jähriger Mitgliedschaft, die SPD zu verlassen, weil sie zunehmend kapitalhörig sei und einen hochgradigen sozialen Substanzverlust zeige.[2]

Der Verein Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde hat Fritz Vilmar 2008 seinen „Menschenrechtspreis“ vergeben.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Auswahl:

  • Strategien der Demokratisierung. 2 Bände. Luchterhand, Darmstadt u. a. 1973, (Zugleich: Hannover, Technische Universität, Dissertation, 1974).
  • als Herausgeber: Menschenwürde im Betrieb. 2 Bände. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1973–1975.
    • Band 1: Modelle der Humanisierung und Demokratisierung der industriellen Arbeitswelt (= rororo 1604 rororo aktuell). 1973, ISBN 3-499-11604-9.
    • Band 2: Industrielle Demokratie in Westeuropa (= rororo 1711 rororo aktuell). 1975, ISBN 3-499-11711-8.
  • mit Karl-Otto Sattler: Wirtschaftsdemokratie und Humanisierung der Arbeit. Systematische Integration der wichtigsten Konzepte Europäische Verlagsanstalt, Köln (u. a. 1978), ISBN 3-434-45071-8.
  • mit Leo Kißler: Arbeitswelt. Grundriß einer kritischen Soziologie der Arbeit (= UTB 1167). Leske + Budrich, Opladen 1982, ISBN 3-8100-0400-6.
  • mit Thomas Kutsch: Arbeitszeitverkürzung – ein Weg zur Vollbeschäftigung? Westdeutscher Verlag, Opladen 1983, ISBN 3-531-11587-1.
  • mit Klaus J. Scherer: Ökosozialismus? Rot-grüne Bündnispolitik. Verlag Europäische Perspektiven, Berlin 1985, ISBN 3-89025-025-4.
  • mit Brigitte Runge: Auf dem Weg zur Selbsthilfegesellschaft? 40.000 Selbsthilfegruppen: Gesamtüberblick, politische Theorie und Handlungsvorschläge. Klartext, Essen 1986, ISBN 3-88474-415-1 (Auch als: Handbuch Selbsthilfe. Gruppenberichte. 900 Adressen. Gesellschaftliche Perspektiven. Überarbeitete und wesentlich erweiterte Neuauflage. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1988).
  • mit Walter B. Godenschweger: Die rettende Kraft der Utopie. Deutsche Juden gründen den Kibbuz Hasorea. Luchterhand, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-630-86733-2.

Seit 1991 koordinierte er die „Forschungsgruppe Kritische Analyse der Vereinigungspolitik“; deren Arbeitsergebnisse:

  • als Herausgeber mit Wolfgang Dümcke: Kolonialisierung der DDR. Kritische Analysen und Alternativen des Einigungsprozesses (= Agenda-Zeitlupe. 7). Agenda-Verlag, Münster 1995, ISBN 3-929440-67-9.
  • mit Gislaine Guittard: La face cachée de l'unification allemande. Les Éditions de l'Atelier, Paris 1999, ISBN 2-7082-3462-5.
  • als Herausgeber: Zehn Jahre Vereinigungspolitik. Kritische Bilanz und humane Alternativen (= Reihe kritische Analysen zur Vereinigungspolitik. Bd. 1). Trafo-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-89626-221-1.
  • als Herausgeber mit Stefan Bollinger: Die DDR war anders. Kritische Würdigung ihrer wichtigen sozialkulturellen Einrichtungen. 2 Bände. 2002.
    • Hauptband. Edition Ost im Verlag Das Neue Berlin, Berlin 2002, ISBN 3-360-01036-1.
    • Ergänzungsband. Forschungsgruppe Kritische Analyse der Vereinigungspolitik am Institut für Politikwissenschaft der FU Berlin, Berlin 2002, ISBN 3-929532-29-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wasmuth Scherer (Hrsg.): Mut zur Utopie. Festschrift für Fritz Vilmar, Agenda-Verlag, Münster 1994, ISBN 3-929440-46-6.
  2. Fritz Vilmar: Von einem, der trotzdem austrat In: Der Tagesspiegel, 19. November 2003

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