Weltanschauung und Professur
Die Frage der sogenannten ,,Weltanschauungs-Professuren“ — also einerseits die Errichtung von Lehrkanzeln für ideologisch bestimmte Fächer, anderseits die Vereinbarkeit eines Hochschul-Lehramtes mit einer politisch ausgeprägten Haltung des Lehrenden — ist seit langem aktuell und ist im FORVM zuletzt durch Vizekanzler Dr. Pittermann im Rahmen eines Gesprächs „Zu aktuellen Fragen“ (IV/45) berührt worden. Mit den beiden hier veröffentlichten Beiträgen möchten wir die Diskussion in einer auf das eigentliche Thema konzentrierten Form wieder aufnehmen. Wir haben uns deshalb an Unterrichtsminister Dr. Drimmel gewandt und freuen uns, seinem sehr dezidierten Standpunkt nebenstehend Raum geben zu können; er unterscheidet sich recht wesentlich von den Anschauungen, die Dr. Hans Klimpt, Leiter der Sozialakademie der Arbeiterkammer in Wien-Mödling, hier vorträgt. Ob sich in absehbarer Zeit eine gemeinsame Basis für die beiden widerstreitenden Meinungen finden lassen wird, wagen wir nicht zu prophezeien. Statt dessen zitieren wir zum Abschluß eine Stelle aus dem Textentwurf der Thunschen Hochschulreform vom Jahre 1849, die in jedem Fall beweist, daß die strittigen Probleme von damals den heute noch strittigen nicht unähnlich waren.
