FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1968 - 1981 » Jahrgang 1973 » No. 232
Gerhard Rühm

briefmarkengrößen

aus österreichs kulturleben

als ich anfang 1969 in warschau eingeladen war und bei dieser gelegenheit mit einer gruppe polnischer studenten diskutierte, wurde ich gefragt, wie ich mich denn als österreicher in deutschland fühle. es ist eine frage, die einem exilösterreicher — wenn ich mich so nennen soll — immer wieder gestellt wird, wenn sie auch für polen, deren geschichte zu einem großen teil ein ringen um nationale identität ist, besonders bezeichnend sein mag.

ich verbinde emotional wohl etwas damit, wiener, das heißt ganz konkret, in wien aufgewachsen zu sein, die vorstellung hingegen, österreicher zu sein, bleibt für mich eigentlich abstrakt. staaten sind für mich fiktionen, fahnen flatternde tücher, hymnen mystifizierendes abrakadabra, das genauer behört die allianz, die gemeinsame wurzel von kirche und staat verrät. ist es nicht lächerlich, ja selbstmörderisch, daß europa — um nur von europa zu sprechen — in unzählige, oft kaum noch lebensfähige nationalstaaten zersplittert ist? nicht einmal gegen die alarmierende verpestung unseres lebensraumes kann einigung, eine wirksame gemeinsame initiative erzielt werden!

wo grenzen durch einheitliche sprachgebiete geschlagen sind, erscheinen sie noch absurder — sofern sich nicht zwei so verschiedene gesellschaftssysteme etabliert haben, wie in west- und ostdeutschland. habe ich an sich schon schwierigkeiten, den begriff ausland zu realisieren, dann vollends, in der bundesrepublik und der deutschen schweiz. man könnte nun vielleicht auf mentalitätsverschiedenheiten ausweichen, um die grenzschranken zu rechtfertigen. ja, ich glaube auch, daß es innerhalb des deutschen sprachraums mentalitätsunterschiede gibt. sie liegen aber anders als die staatsgrenzen und sind vielfältiger. abgesehen von den voneinander abweichenden mentalitäten der großstädter, kleinstädter, landbewohner, ist der mentalitätsunterschied etwa zwischen berliner und münchner, kölner und hamburger sicher nicht größer, als der zwischen berliner und wiener — bei beiden z.b. ein stark slawischer einschlag — und jedenfalls wesentlich geringer als der zwischen salzburger und münchner, die beide bajuwarischer abstammung sind. — man versteht jetzt, warum ich österreicher in deutschland eingeschränkt habe auf wiener in berlin.

dazu kommt noch etwas anderes, nämlich die atmosphäre — wenn ich das so sagen kann — des ortes, an dem man lebt, die eindrücke, die man an gewissen orten gewonnen hat. es ist eine binsenweisheit, daß die nachhaltigsten und prägendsten eindrücke die sind, die man in der kindheit gewonnen hat. das milieu, die umgebung, in denen man aufwächst, haben auf die weitere entwicklung einen entscheidenden einfluß. heimat — wenn dieser begriff konkreten inhalt. haben soll — kann doch nur der ort sein, mit dem man die meisten vorstellungen verbindet, an den man die stärksten erinnerungen knüpft.

für mich ist dieser ort wien, und wenn man mich nach meiner heimat fragt, antworte ich mit wien. wenn ich noch genauer werden sollte, müßte ich breitensee sagen und schließlich: um die johnstraße herum. darum erscheint es mir als mystifikation, wenn man sein heimatgefühl an der landkarte mißt, und nicht an den orten lebendiger anschauung.

ich lebe seit 1964 in berlin und verbinde mit dieser stadt natürlich viele erlebnisse, sie ist nahezu meine zweite heimatstadt geworden. in bregenz z.b. war ich heuer zum erstenmal in meinem leben, es war mir darum auch fremder als berlin, obgleich es in österreich liegt. mit all dem will ich sagen, daß heimat etwas engeres, persönliches, zufälliges ist — zufällig, wie die eltern, die man hat und gern hat, obgleich man sich mit anderen menschen vielleicht vielbesser verständigen kann —, aber heimat ist nichts, worauf man objektiv stolz sein kann, es ist keine leistung, in paris oder london oder wien geboren zu sein. patriotismus ist beschränktheit, global gesehen provinzialismus.

wenn mir der staat österreich, wie jeder staat, auch als fiktion erscheinen möchte, so ist er doch eine handfeste realität, mit deren verschiedenen äußerungen man sich auseinanderzusetzen hat. ich möchte mich hier nicht mit der österreichischen politik der vergangenen jahre beschäftigen, der ich zugegebenermaßen auch keine besondere aufmerksamkeit geschenkt habe. mit dem offiziellen und halboffiziellen österreich hatte ich als sogenannter kulturschaffender hauptsächlich auf dem kulturellen sektor zu tun. die erfahrungen, die ich hier machen mußte, haben mich schließlich zur emigration bewogen. meine lage war kurz gesagt die, daß mir, von wenigen kläglichen ausnahmen abgesehen, sämtliche publikationsmittel, und zwar bis heute, verschlossen blieben, seien es nun verlage, rundfunk oder fernsehen. die resonanz auf meine arbeit in der presse war diffamierend oder blieb ganz aus. auch das ist im großen ganzen — im gegensatz zu deutschland — bis heute so geblieben. da ich meinen fall nicht als einzelfall sehe, sondern als symptomatisch für die kulturelle situation in österreich, möchte ich zu dieser einige bemerkungen machen.

die herrschenden tendenzen im österreichischen kulturleben sind noch immer provinzialismus und konservatismus. speziell in der literatur sorgt eine eingesessene clique von kulturfunktionären dafür, daß alles beim alten bleibt und keiner nachrückt, der nicht ihres geistes ist. ängstlich schirmt sie sich gegen anderswo aktuelles ab, um ja keine maßstäbe erstehen zu lassen, an denen sie selbst gemessen werden könnte. wie traurig für österreich, wenn man sieht, durch welche leute es z.b. im internationalen penclub vertreten wird. altbackenes mittelmaß signalisiert hier die bescheidenen erhöhungen. lebendiges ist in diesem zirkel nicht salonfähig, in dem ein eitler „von“ stocksteif die jugend vertritt.

ein beispiel von schon rührendem provinzialismus: bei meinem letzten wienaufenthalt sah ich zufällig im fernsehen eine sendung, in der hans weigel westdeutsche literaturlexika besprach und sich zu nahezu aufrührerischer geste steigerte, als er bitter das fehlen einer reihe österreichischer schriftsteller beklagte. man horchte auf und da fielen dann namen, die, mit gutem recht, wohl kaum je über passau hinausgedrungen sind. dafür vermißte ich beim zufälligen durchblättern zweier österreichischer gegenwartsliteraturlexika die namen so bedeutender österreichischer schriftsteller wie albert ehrenstein und raoul hausmann — von jüngeren nicht zu sprechen. der grund läßt sich vermuten: sie haben sich im ausland einen namen gemacht.

daß raoul hausmann, einer der wichtigsten künstler der ersten jahrhunderthälfte, österreicher ist, wird hierzulande erst gar nicht zur kenntnis genommen. man muß froh sein, wenn jemand den namen hier überhaupt schon einmal gehört hat und nicht fragt: der hieß doch manfred? hat österreich zur modernen kunst und literatur der zwanziger jahre wirklich so viel beigetragen, daß es sich diese ignoranz gegenüber seinen wenigen zu internationaler bedeutung gelangten künstlern leisten kann? ich fürchte, daß dies mit dem tiefen mißtrauen gegenüber einem internationalen standard zu tun hat. im ausland — ein begriff, der vom österreicher wie selbstverständlich gebraucht wird — bedeutung erlangt zu haben, ruft sogar eine art trotzreaktion hervor: „mia brauchn den goa net“ oder „den kennans haum!“ und glaubt dabei wohl gar, damit dem ausland einen besonders perfiden streich gespielt zu haben. man sieht es unter vielen anderen auch am beispiel albert ehrensteins, walter serners, raoul hausmanns — sie emigrierten und wurden einem internationalen standard gerecht, damit haben sie für die offizielle österreichische literatur zu existieren aufgehört. man verzichtet lieber auf die paar bedeutenden, um die menge der matten lokalgrößen am höheren anspruch nicht um einige etagen tiefer ansiedeln zu müssen. am ende müßte man gar — schrecklicher gedanke — die schulbücher reformieren.

man kann leider noch immer feststellen, daß in österreich — weit mehr als anderswo — kulturell inzucht betrieben wird. die wenigen versuche bei tagungen z.b. auch qualifizierte leute aus dem ausland heranzuholen, wie bei den innsbrucker jugendkulturtagen 1969, stoßen auf mißtrauen, wenn nicht widerstand; so wurde schülern von ihren lehrern verboten, die veranstaltungen zu besuchen und dieser erste versuch einer öffnung nach außen für alle weiteren male abgewürgt. wenn man in österreich qualität hat, ist man konkurrenzlos, denn von dem was draußen passiert, nimmt man nur wenig notiz. daraus folgert: es gibt nur kritiklosigkeit und undifferenzierte befetzung. das gilt nicht nur in der öffentlichkeit, der presse, sondern auch im privaten bekanntenkreis. wenn, wird hier nur kritik um die ecke, als tratsch und nörgelei geübt, sachliche kritik, wie sie zur weiterentwicklung der eigenen arbeit so wichtig ist — in den fünfziger Jahren haben wir sie in unserm engeren kreis permanent praktiziert —, wird, wenn nicht direkt als beleidigung, so doch als störend, gewissermaßen als hausfriedensbruch empfunden. nun, die österreichische pressekritik — ich spreche jetzt im besonderen von literatur- und theaterkritik — ist, mit ein paar personellen ausnahmen, die die regel nur bestätigen, an inkompetenz und daher unverfrörenheit kaum zu unterbieten. ein vergleich mit dem intellektuellen niveau bundesdeutscher zeitungen fällt für die österreichischen verheerend aus. beispiele, die ich anführen könnte, würden ins uferlose führen. stellvertretend für unzählige kritiken gleichen formats, möchte ich nur kurze proben bringen. so konnte z.b. herr peter weiser, jetzt konzerthausdirektor, sich ohne das geringste befremden zu erregen im wiener kurier über lorca — im zusammenhang mit artmann — folgendermaßen äußern:

Man läßt sich ja eine Zeitlang allerlei gefallen, von den ambitioniert-überdrehten jungen Herren, die in den Souterrains der Wiener Cafés Kleinkunst für große Kunst ausgeben, denn hie und da ist ja wirklich eine Trouvaille darunter, ein irgendwo verborgen gewesenes Juwel der dramatischen Literatur, der Schauspielkunst, der Gabe zu inszenieren. Und um dieser immer wieder gehobenen Schätze willen läßt man sich’s auch gefallen, daß man immer wieder genarrt wird: durch Stücke, die den Wert von Matura-Blackouts nicht übersteigen, durch Regisseure und Schauspieler, die keine solchen, sondern erst blutige Anfänger der Bühnenkunst sind. Aber was zuviel ist, ist zuviel.

Der Premierenabend im Ateliertheater ist dieses ganz entschieden. Man gibt zwei Einakter. Der eine wie der andere eine Zumutung. Ans Publikum. Ans Theater. Der erste Einakter heißt „Caspar als Luftschiffeur“ oder „Die mißglückte Luftreise“ und ist, nicht nur dem Titel nach, ganz genau das, was man in Wien als Chuzpe bezeichnet: eine nicht aus Präpotenz, sondern wider besseres Wissen und Gewissen begangene Frechheit. Der Autor ist nämlich h. c. artmann, der Verfasser der Gedichte „med ana schwoazzn dintn“, ein Mann von Bildung und Humor und Klugheit, wie wir dachten. Allein, nun stellt sich’s heraus: er hat auch sehr viel Chuzpe. Je nun. Das Stück zu erzählen, lohnt nicht der Mühe. Es ist ja auch keins. Sondern nur Blödelei. Um diese bemühen sich, unter armin f. akermanns Regie (klein schreiben sie sich auch, die Putzerln) ...

Das zweite Stück heißt, fast ebenso lang, „In seinem Garten liebt Don Perlimplin Belisa“ und handelt von einem älteren Mann, der nicht mehr kann, und dessen junger Frau, die noch sehr muß. Der Autor ist Federico Garcia Lorca, Spaniens Dr. h. c. artmann, mithin der überschätzteste Dichter jenseits der Pyrenäen. ... Das Ganze ist, wie man, so hört man, in Spanien sagt, eine reine Chochme: ein affektiertes Getue um nichts. ...

(Wiener Kurier, 30. März 1961)

vielleicht interessiert noch hans weigels erster kommentar zur heute so gepriesenen neuen dialektdichtung, zumal herr weigel unverständlicherweise den ruf eines förderers des neuen genießt.

(unter dem titel „Med ana schwoazzn maschn“ versucht sich weigel zuerst in einigen parodien auf die neue dialektdichtung und bezieht sich dann in den folgenden bemerkungen auf den 1959 erschienenen band „hosn rosn baa“, dialektgedichte von achleitner, artmann und rühm.)

Diese Parodien auf den Mundart-Artmann und seine Mundart-Unart entstanden, als die „schwoazze dintn“ erschien, doch widerstand ich damals der Versuchung, den Ausfluß meines Zorns zu veröffentlichen. Seither ist aber eine wahre Artmann-Manie zu verzeichnen: Eine „berühmte Stimme“ kam uns bradnseerisch, ein Wiener Verlag druckte neuerliche „gedichta“ von Artmann und zwei Konsorten ...

(Heute, Österreichische Wochenzeitung, 24. Oktober 1959)

gut, das liegt schon etwas länger zurück, ebenso wie torbergs läppischer versuch, beckett lächerlich zu machen und gegen das damalige ambitionierte fleischmarkttheater unter der leitung von herbert wochinz zu wettern und zu stänkern, bis es nach wenigen aufführungen die unterstützungen gestrichen bekam und zusperren mußte. heute werden solche aktionen von reaktionärer seite weniger offen, aber nicht weniger heftig betrieben und auch noch immer mit beachtlichem erfolg.

„von vorgestern“ war eine „kritik“ überschrieben, die ich erst vor kurzem in wien erhielt. ich will mich mit diesem elaborat eines offenbar ebenso überheblichen wie inkompetenten schreiberlings nicht auseinandersetzen, sein stil spricht für sich, bezeichnend erscheint mir aber der titel. dieselben leute, die uns einmal wegen unserer angeblich unverständlichen provokationen verteufelt und abgetan haben, mußten inzwischen widerwillig sehen, daß aus der richtung was geworden ist, unsere arbeit an breite gewonnen hat, ihr einfluß nicht mehr wegzuschimpfen ist. da ist die sache für sie auf einmal passé, als hätten sie, was sie zuvor nicht begreifen konnten, nun längst verarbeitet und hinter sich gebracht. es ist nicht von gestern — was wir heute tun, darüber informieren sie sich natürlich gar nicht mehr — nein, gleich von vorgestern. was ist demnach von gestern? der handke? und was ist von heute? warum sagen sie’s denn nicht? ich vermute, von heute ist nämlich für sie wieder das, was immer schon war: der miese konservativismus von vorgestern. man malt wieder — in wirklichkeit noch immer — realistisch (und wenn’s ein „fantastischer realismus“ ist). man wird vielleicht auch bald wieder — also noch immer — tonal komponieren und hätte sich somit den ärger über schönberg sparen können, der ist ja nun — gottseidank schwingt erleichtert mit — eh passé; daß dreiklang nicht gleich dreiklang ist, das ficht sie nicht an — sie haben es auch zuvor nicht bemerkt. ja und man schreibt wieder brav erzählte geschichten — wie eh und je, nur die themen haben sich ein bißchen geändert. man ist also wieder „zahm“ — wie eh und je. wir werden, allerdings abwertend, nur deshalb als zahm geworden bezeichnet, weil unsere arbeit nicht mehr so vordergründig provokativ wirkt, wie früher. daß aber die progressivität einer arbeit nicht am schock, den sie bei denkfaulen spießern auslöst, zu messen ist, sondern an ihrem bewußtsein, begreifen sie natürlich nicht, weil sie mit ihren nullachtfuffzehngehirnen nur grobe effekte — und die nutzen sich bekanntlich ab — und eben nullachtfuffzehngeschreibe kapieren. sie reagieren nicht auf qualität, sondern auf quantität: des effekts oder der verbreitung, auf das also, was gerade im schwange ist — ob dies nun gerade regressiv oder progressiv ist, wird nicht weiter reflektiert.

zum kapitel tradition möchte ich noch einiges bemerken, weil es da besondere mißverständnisse gibt. ich leugne keineswegs die bedeutung der tradition für kulturelle leistungen. sie ist ein wertvolles reservoir bereits gemachter erfahrungen und — beschäftigt man sich näher mit ihr — voll überraschungen und anregungen. ich glaube, daß man ohne kenntnis dessen, was bereits gemacht wurde, keine bezugspunkte, keine maßstäbe hätte, für das, was man neues tut. nur innerhalb von kontinuität haben veränderungen einen sinn. daher waren die großen revolutionäre, ob auf politischem oder kulturellem gebiet, traditionalisten im guten sinn des wortes. eine revolution zu machen, setzt eine profunde kenntnis der geschichte, auch der geschichte der revolutionen, voraus. und da komme ich zu einem entscheidenden punkt: es gibt zwei weisen, sich mit der geschichte auseinanderzusetzen, eine konservative und eine revolutionäre. die konservative besteht darin, daß sie stur am alten festhält, es gedankenlos konserviert und reproduziert, die revolutionäre bemüht sich, das überlieferte in der veränderung zu bewahren. in österreich herrscht leider das falsche traditionsbewußtsein, das traditionstreue mit stillstand und geistiger bequemlichkeit verwechselt. dieses falsche traditionsbewußtsein favorisierte franz schmidt und joseph marx, statt schönberg und webern. es hob einen anton wildgans aufs podest und ignorierte einen walter serner. jedoch kristallisiert sich bereits heraus, daß wildgans in zukunft wohl nur noch ein objekt für briefmarkensammler sein wird. vielleicht können wir daraus schon eine prognose über die bewertung gegenwärtiger größen in der zukunft ableiten.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
April
1973
, Seite 51
Autor/inn/en:

Gerhard Rühm:

Geboren 1930 in Wien. Studierte Klavier und Komposition an der Wiener Musikakademie, danach privat bei Josef Matthias Hauer, und beschäftigte sich während eines längeren Aufenthalts im Libanon mit orientalischer Musik. Mitte der fünfziger Jahre war er Mitbegründer der „Wiener Gruppe“ (Achleitner, Artmann, Bayer, Rühm und Wiener). Er war in den 1950er und 1960er Jahren überwiegend literarisch tätig und wurde zuerst durch Buchveröffentlichungen experimenteller Poesie bekannt. Von Anfang an aber intermedial orientiert, entwickelte er Dichtung vor allem in Grenzbereichen weiter — sowohl zur bildenden Kunst (visuelle Poesie, gestische und konzeptionelle Zeichnungen, Fotomontagen, Buchobjekte) als auch zur Musik (auditive Poesie als Sprech- und Tonbandtexte, Chansons, Melodramen, Vokalensembles, Tondichtungen). Sein Wirkungsbereich umfasst literarische und musikalische Publikationen, Vorträge, Konzerte, Ausstellungen, Theateraufführungen und Rundfunkproduktionen.

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