FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1982 - 1995 » Jahrgang 1992 » No. 460/461
Gert Kerschbaumer

Zwiesel ausschreiben

„Anläßlich der 50. Wiederkehr des Todestages von Stefan Zweig schreibt die Stadt Salzburg zum ersten Mal den Titel des/der Salzburger Stadtschreiber/ in aus.“ — Soweit der Wortlaut der Ausschreibung. „Zwiesel“, ein totes, uns längst fremd gewordenes Wort, soll erstmals wieder hervorgekehrt, entstaubt, beim Haupt- und Zeitwort genommen und in seiner vollen Tragweite ausgeschrieben werden, auf daß die zweite „Vertreibung des Geistigen aus Österreich“, an der sich Östereichs Presse nach Auschwitz wortstark beteiligte, zu Worte kommt und die bis heute wiederkehrende nicht unausgeschrieben bleibe. Das bewegte den Autor, als er sich zum 1. April 1992 um den ausgeschriebenen Stadtschreiber bewarb.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Mai
1992
, Seite 13
Autor/inn/en:

Gert Kerschbaumer:

Geboren 1945 in Spital am Semmering, lebt seit den 60er Jahren in Salzburg. Er arbeitete in der Industrie, studierte nebenher deutsche Literatur und Geschichte und veröffentlichte Publikationen zu den Themen Kunst im Dritten Reich und Kunstraub.

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