Sinn und Unsinn der Wahlpropaganda
Die Frage nach „Sinn und Unsinn“ der Wahlpropaganda ist nicht nur eine Frage nach Nutzen oder Nutzlosigkeit. Sie zielt zugleich nach grundsätzlichen Problemen der politischen Lebensbedingungen, unter denen ein Volk propagandistisch bearbeitet wird, und sie ist weder mit dem Klischee der Gleichgültigkeit — „es ist sowieso alles Schwindel“ — abzutun, noch mit dem Klischee der Befriedigung darüber, daß unbeschränkte Propaganda schließlich nur ein Zeichen unbeschränkter politischer Freiheit sei (eine Befriedigung, die in Staaten mit diktatorischer Erfahrung freilich verständlich ist). Es mag für unsre Leser ebenso reizvoll sein, die Übereinstimmungen und Divergenzen der drei nachfolgenden Aufsätze festzustellen, wie es für deren Verfasser reizvoll war, das gestellte Thema zu behandeln.
Dr. Alfred Maleta, der Generalsekretär der Österreichischen Volkspartei, hat sich im FORVM schon bei einer früheren Gelegenheit (zur Frage des Österreichischen Rundfunks) geäußert. Dr. Benedikt Kautsky, den wir mit großem Stolz zu unsern ständigen Mitarbeitern zählen, gilt füglich als einer der repräsentativen Köpfe der österreichischen Sozialisten. Peter Dürrenmatt (nicht zu verwechseln mit dem auch in Wien bekannten Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt) ist Chefredakteur einer der angesehensten Schweizer Zeitungen, der „Basler Nachrichten“.

