Rote Burg
Die „Komödianten“ im Wiener Künstlerhaus spielten vom 10. September bis Ende Oktober Vladimir Majakovskis „Mysterium buffo“ in der deutschen Nachdichtung von Hugo Huppert, bearbeitet von Martin Auer; Regie: Walter Pfaff
„Mysterium buffo“ ist ein Revolutionsstück, Majakovski hat es nach der Oktoberrevolution, im Sommer 1918, geschrieben. Bei seiner Uraufführung Anfang November desselben Jahres im Petrograder „Theater des Musikdramas“ führte W. Meyerhold Regie. — Mehr als zwei Jahre später schrieb Majakovski eine neue Fassung, deren Premiere am 1. Mai 1921 im neugegründeten, von Meyerhold geleiteten „Ersten Theater der RSFSR“ in Moskau stattfand. Diese Zweitfassung des „Mysterium buffo“ gilt als ein eigenständiges Stück: Majakovski hat die geänderte politische und ökonomische Situation Sowjetrußlands hineinverarbeitet — beispielsweise die Blockade durch die Interventen während des Bürgerkrieges. Das „Mysterium buffo“ der „Komödianten“ wiederum hat mit dem Majakovski-Text der Zweitfassung nur mehr eine sehr periphere Verwandtschaft.
