FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1968 - 1981 » Jahrgang 1974 » No. 251
Heidi Pataki

Rote Burg

Majakovski in Wien

Die „Komödianten“ im Wiener Künstlerhaus spielten vom 10. September bis Ende Oktober Vladimir Majakovskis „Mysterium buffo“ in der deutschen Nachdichtung von Hugo Huppert, bearbeitet von Martin Auer; Regie: Walter Pfaff

„Mysterium buffo“ ist ein Revolutionsstück, Majakovski hat es nach der Oktoberrevolution, im Sommer 1918, geschrieben. Bei seiner Uraufführung Anfang November desselben Jahres im Petrograder „Theater des Musikdramas“ führte W. Meyerhold Regie. — Mehr als zwei Jahre später schrieb Majakovski eine neue Fassung, deren Premiere am 1. Mai 1921 im neugegründeten, von Meyerhold geleiteten „Ersten Theater der RSFSR“ in Moskau stattfand. Diese Zweitfassung des „Mysterium buffo“ gilt als ein eigenständiges Stück: Majakovski hat die geänderte politische und ökonomische Situation Sowjetrußlands hineinverarbeitet — beispielsweise die Blockade durch die Interventen während des Bürgerkrieges. Das „Mysterium buffo“ der „Komödianten“ wiederum hat mit dem Majakovski-Text der Zweitfassung nur mehr eine sehr periphere Verwandtschaft.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
November
1974
, Seite 47
Autor/inn/en:

Heidi Pataki:

Studierte Zeitungswissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Wien; Gedichtband „schlagzeilen“, Suhrkamp 1968; Literaturkritik Hessischer Rundfunk u.a. ORF Studio Steiermark (Essays über jugoslawische Literatur „Über die Grenzen“); Übersetzungen aus dem Serbokroatischen, Englischen. Von 1970 bis 1980 Redaktionsmitglied des FORVM. Sie gehörte 1973 zu den Gründungsinitator/inn/en der Grazer Autorinnen/Autorenversammlung, ab 1991 war sie deren Präsidentin.

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