Erzählen als Krankheitsbericht
In der Hamburger Zeitschrift „ konkret“ ist von der linken deutschen Literaturkritik der „Fall Bernhard“ behandelt worden: Die Kritik von Gerd Fuchs („... einerseits die bürgerlich-idealistische Herkunft des Bernhardschen Kunstbegriffs‚ anderseits die immer schon ambivalente Position des bürgerlichen Schriftstellers gegenüber seiner Klasse ...“) beantwortete Peter Hamm mit einem Plädoyer für Thomas Bernhard („... rücksichtslose Selbstentblößung eines Autors und damit Entblößung der bestehenden Verhältnisse ...“). Abschließend äußerte sich eine Reihe prominenter und nicht nur linker Literaturkritiker (Peter Rühmkorf, Karl Heinz Bohrer, Christian Enzensberger, Reinhard Baumgart, Hans Christoph Buch) zu einer Kontroverse und dem Ort ihrer Austragung. Lutz Holzinger, Mitglied der Gruppe österreichischer Literaturproduzenten, hat sich vor der „konkret“-Kontroverse Gedanken über Bernhard gemacht und kommt von ähnlichen Ansatzpunkten zu einem anderen Resultat. Vgl. Reinhard Prießnitz über T. B. im Kritischen Lexikon, NF, Mitte März 1970.
