FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1968 - 1981 » Jahrgang 1968 » No. 171-172
Friedrich Achleitner • Herbert Eisenreich • Humbert Fink • Gerhard Fritsch • Gerhard Rühm • Oswald Wiener

Die Wiener Gruppe

Eine Kontroverse

Humbert Fink, in Villach lebender Romanautor und Literaturkritiker, hat in einer Glosse Gerhard Rühm als Herausgeber des Sammelbandes „Die Wiener Gruppe“ (Rowohlt, Reinbek 1967; siehe auch Reinhard Priessnitz: „Provokationen“, in diesem Heft) scharf angegriffen. Seine Glosse liegt in zwei Fassungen vor: in einer längeren, die über das Studio Klagenfurt und über den Sender ÖR I verbreitet wurde, und in einer kürzeren, von Radio Bremen gesendeten, die wir hier abdrucken, weil sich Gerhard Rühms Antwort auf ihren Wortlaut bezieht.

Die Wiener Gruppe war lange Zeit, hauptsächlich in den Fünfzigerjahren, die Avantgarde der österreichischen Literatur. Die Redaktion hat außer Humbert Fink und Gerhard Rühm einige andere Autoren gebeten, zu den Streitfragen Stellung zu nehmen: Friedrich Achleitner und Oswald Wiener als Mitglieder der Gruppe, Herbert Eisenreich und Gerhard Fritsch als Zeugen der Zeit.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
März
1968
, Seite 237
Autor/inn/en:

Gerhard Rühm:

Geboren 1930 in Wien. Studierte Klavier und Komposition an der Wiener Musikakademie, danach privat bei Josef Matthias Hauer, und beschäftigte sich während eines längeren Aufenthalts im Libanon mit orientalischer Musik. Mitte der fünfziger Jahre war er Mitbegründer der „Wiener Gruppe“ (Achleitner, Artmann, Bayer, Rühm und Wiener). Er war in den 1950er und 1960er Jahren überwiegend literarisch tätig und wurde zuerst durch Buchveröffentlichungen experimenteller Poesie bekannt. Von Anfang an aber intermedial orientiert, entwickelte er Dichtung vor allem in Grenzbereichen weiter — sowohl zur bildenden Kunst (visuelle Poesie, gestische und konzeptionelle Zeichnungen, Fotomontagen, Buchobjekte) als auch zur Musik (auditive Poesie als Sprech- und Tonbandtexte, Chansons, Melodramen, Vokalensembles, Tondichtungen). Sein Wirkungsbereich umfasst literarische und musikalische Publikationen, Vorträge, Konzerte, Ausstellungen, Theateraufführungen und Rundfunkproduktionen.

Humbert Fink:

Humbert Fink, geboren am 13. August 1933 in Salerno, Italien, gestorben am 16. Mai 1992 in Klagenfurt, Schriftsteller, Kulturhistoriker. Schrieb anfangs Gedichte, dann Romane und wandte sich schließlich der kulturhistorischen Reisebeschreibung zu; er gestaltete zahlreiche Sendereihen im ORF, gab ab 1959 gemeinsam mit Paul Kruntorad die „Hefte für Literatur und Kritik“ heraus, entwickelte 1977 die Idee des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs und war auch als Glossist bei der „Kronen Zeitung“ tätig.

Friedrich Achleitner:

Herbert Eisenreich:

Oswald Wiener:

Gerhard Fritsch:

Vormals Chefredakteur der Monatsschrift „Wort in der Zeit“, Staatspreisträger, Lyriker und Romancier („Moos auf den Steinen“), ständiger Mitarbeiter an gewerkschaftlichen Publikationen.

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