FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1982 - 1995 » Jahrgang 1992 » No. 458/459
Karl Pfeifer

Die katholische Kirche Kroatiens, der Vatikan und die Ermordung der kroatischen Juden

Ob die katholische Kirche eine moralische Autorität oder bloß eine weltweite politische Institution ist? Ihr Anspruch werde an ihren Taten gemessen.

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Erzbischof Aloys Stepinac, das Oberhaupt der katholischen Kirche Kroatiens, mit einer Anzahl seiner Gehilfen vor ein jugoslawisches Gericht gestellt und wegen Kollaboration mit den Nazis und Unterstützung des Satellitenstaates UKS [1] zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. In der Gerichtsverhandlung wurden viele Beweise ihrer Schuld präsentiert: Es wurde der Nachweis erbracht, daß der Vatikan von den Verbrechen der Regierung Pavelic wußte. Es wurde auch bewiesen, daß viele Priester sich an den Morden und Grausamkeiten gegen Serben, Juden und Zigeuner beteiligten. Allerdings hatte Erzbischof Stepinac, 1942, auch gegen den mörderischen Rassismus öffentlich Stellung bezogen.

Der Vatikan publizierte, nachdem Hochhuths Drama Der Stellvertreter eine internationale Diskussion ausgelöst hatte, in einer unüblichen Geste eine Dokumentation über seine Aktivitäten während des Zweiten Weltkrieges.

Die katholische Kirche Kroatiens hatte im Pavelic-Regime eine ähnliche Position wie die Kirche in der Slowakei Tisos. [2] Der katholische Charakter des Regimes und die religiöse Treue ihrer Führer garantierte einen starken Einfluß der Kirche im Staat. Die Kirche war also über alle Aktivitäten in Kroatien informiert und hatte große Einflußmöglichkeiten.

Obwohl es kein Konkordat gab, blühte die katholische Kirche Jugoslawiens nach eigenem Zeugnis im Königreich Jugoslawien vor dem deutschen Angriff im April 1941. Doch bereits im Oktober 1940 publizierte das offizielle Organ der kroatischen Kirche, »Hrvatska Straza« einen Artikel, der erklärte: „Das heutige Deutschland weiß, daß Kroatien mit Deutschlands Kampf für Gerechtigkeit und Erneuerung sympathisiert ... es ist eine bekannte Tatsache, daß kroatische Nationalisten das nationalsozialistische Deutschland vom Anbeginn seines Kampfes unterstützt haben.“

Die Haltung der kroatischen Kirche zu den Juden war ein „gemäßigter Antisemitismus“. Es war die klassische christliche Anschauung: die Juden hätten sich geweigert, die Lehre Christi zu akzeptieren, hätten ihn gekreuzigt, und deswegen wären sie zur ewigen Erniedrigung verurteilt. Die Kirche widersetzte sich nicht, als man die Juden ihrer Rechte beraubte, sie wollte nur so viele wie möglich konvertieren. Der Unterrichtsminister und katholische Priester Korosec war 1940 der Initiator eines Numerus Clausus-Gesetzes. Der ideologische Antisemitismus der führenden Würdenträger der Kirche wurde von den untergeordneten Klerikern in einen wilden Antisemitismus à la Stürmer umgewandelt. Außer für den Mord an Jesus wurden die Juden auch für den Bolschewismus haftbar gemacht und beschuldigt, mit der „Plutokratie“ zusammenzuarbeiten; als allerschlimmste Beschuldigung erwies sich die angebliche Unterstützung der so gehaßten serbischen Behörden. Trotzdem wurden die Juden nicht besonders schikaniert. Die Beziehungen zwischen den kirchlichen Würdenträgern und den Leitern der jüdischen Gemeinden waren korrekt bis freundlich.

Bereits am Tag nach der Proklamation des UKS ging Stepinac zu Pavelic’ Stellvertreter, General Kvaternik und erwies ihm seine Reverenz. Am 28. April 1941 veröffentlichte Erzbischof Stepinac einen Hirtenbrief: „Auf der Grundlage der persönlichen Bekanntschaft mit denen, die heute den Staat führen, bin ich überzeugt, daß unser Volk volles Verständnis und Hilfe erhalten wird.“ Von Anfang bis Ende des UKS bestand engste Zusammenarbeit zwischen Pavelic und der Kirche. Bischöfe und Priester saßen im Sabor, dem Ustascha-Parlament, Geistliche dienten als Offiziere in Pavelic’ Leibwache, Franziskaner kommandierten Konzentrationslager, selbst Nonnen, die Busen teilweise beladen mit Ustascha-Orden, grüßten nach Art der Faschisten und marschierten bei den Paraden unmittelbar hinter dem Militär. Anfang Mai 1941 wurde ein Te Deum in allen Kirchen des neuen Staates für das Wohlergehen des Ustascharegimes zelebriert.

Der Zagreber Erzbischof Aloys Stepinac war ein kroatischer Nationalist, ein Antikommunist, der glaubte, Nazi-Deutschland wäre des kleinere Übel. Der schlimmste Ustaschahetzer war der Bischof von Sarajewo, Ivan Saric. Am 25. Mai 1941 veröffentlichte seine Zeitung den Artikel „Warum werden die Juden verfolgt“. Saric schrieb: „Die Nachfahren derjenigen, die Jesus haßten, ihn zu Tode brachten, ihn kreuzigten und seine Schüler verfolgten, sind größerer Sünden schuldig als ihre Vorfahren. Die jüdische Gier wächst. Die Juden haben Europa und die Welt in eine moralische und ökonomische Katastrophe geführt. Ihr Appetit wird immer größer, nur die Herrschaft über die ganze Welt kann sie befriedigen ... Der Satan half ihnen bei der Erfindung des Sozialismus und des Kommunismus. Es gibt eine Grenze für die Liebe. Die Bewegung, die die Welt von den Juden befreien will, ist eine Bewegung für die Erneuerung der menschlichen Würde. Der allwissende und allmächtige Gott steht hinter dieser Bewegung.“

Der Bischof von Djakovo, Asamovic schrieb in seiner Zeitung: „Heute ist es für jeden Bürger eine heilige Pflicht, seinen arischen Ursprung nachzuweisen.“ Einen wichtigen Platz nahm auch der Theologieprofessor Ivan Guberina, Geistlicher und Führer der Katholischen Aktion, Hauptmann in Pavelic’ Leibwache ein, er wollte Kroatien „von allem Gift auf jede nur mögliche Weise“ gereinigt sehen, „auch durch das Schwert“; „auch präventiv, ohne den Augenblick des Angriffs abzuwarten“. Nannte er es doch „die Pflicht des Katholiken, alles zu tun, um Werkzeug der vollkommenen Offenbarung dessen zu werden, was in der Ustascha-Bewegung wesentlich und positiv ist ... Die Kirche wird zufriedener sein, wenn ihre Gläubigen bewußt in den Reihen der Ustascha kämpfen werden“.

Erzbischof Stepinac hat nichts unternommen, um solche Stimmen zum Schweigen zu bringen. Während die Spitzen der kroatischen Kirche gegen nationale Minderheiten hetzten, sich selbst lobten und fremdes Eigentum „aneigneten“ bemühten sich Dutzende Priester und Mönche, Kroatien „von allem Gift auf jede nur mögliche Weise“ zu reinigen, sie zogen die kirchlichen Kleider aus und erschienen in Ustaschauniformen, um an der „Heiligen Arbeit“ des Mordes, der Vergewaltigung und des Raubes teilzunehmen. Einer, der Priester Mate Mugos, schrieb in der Zeitung »Novi List« „Bisher dienten wir dem katholischen Glauben mit dem Gebetbuch und dem Kreuz. Die Zeit ist gekommen für das Gewehr und den Revolver“. Besonders erwähnt werden müssen folgende mörderische Priester: der Franziskaner Miroslav Filipovic-Majstorovic, der „Teufel“ der Konzentrationslager Jasenovac und Stara-Gradiska; Bozidar Bralo aus der Umgebung des Bischof Saric, Chef der Ustascha-Sicherheitspolizei in Sarajewo und einer der Initiatoren der judenfeindlichen Maßnahmen dieser Stadt; Dyonisy Juricev, Chef der Abteilung für Religion im Ministerium für Erneuerung, der erklärte: „Es ist keine Sünde mehr, ein siebenjähriges Kind zu töten, wenn es gegen die Gesetzgebung der Ustaschen verstößt. Obwohl ich das Kleid des Priesters trage, muß ich oft nach dem Maschinengewehr greifen“; Ilja Tomas, einer der Chefmörder in der Herzegowina — und viele andere.

Der Vatikan und die Ustascha-Massaker

Anfang August 1941 erreichten die Nachrichten von den Ustascha-Massakern gegen Serben und Juden den Vatikan. Der Vertreter des Vatikans berichtete über die Lage der kroatischen Juden: „Die kroatischen Juden müssen einen speziellen Fleck ... mit den Buchstaben »Z« (Zidov, d.h. Jude) in der Mitte tragen. Dieses Zeichen führt zum Haß (gegen die Juden) in kroatischen Herzen, verursacht ökonomischen Schaden und drängt die Juden zur Taufe. Ich halte es nicht für unmöglich, daß übernatürliche Kräfte und die göttliche Vorsehung involviert sind. [Hervorhebung K.P.] Unsere Priester kommen den Bitten um die Taufe nach, aufgrund der Annahme, wenigstens die Kinder der getauften Juden, die christliche Schulen besuchen, werden (in Zukunft) wirkliche Christen.“

Der Staatssekretär des Vatikans, Maglione, antwortete, daß der Vertreter des Vatikans mit diskreten Aktivitäten fortfahren möge, um die Wiederholung von „zu bedauernden Aktionen“ (fatti lamentatı) gegen die Serben zu vermeiden. Über die Juden schrieb er: „Wenn Ihre Eminenz (Marcone) eine passende Gelegenheit finden können, dann sollte er in diskreter Form, die nicht als offizielle Bitte interpretiert werden sollte, vorschlagen, daß man auf kroatischem Territorium die Juden mit Mäßigung behandelt. Ihre Eminenz sollten vorsehen, daß die Aktivitäten des Klerus, die politischer Natur sind, keine Reibung zwischen den Parteien verursacht, und daß der Eindruck einer loyalen Kooperation mit den Zivilbehörden immer gewahrt werde.“ Der Vatikan war — wo es um Massenmord an Serben oder Juden ging — sehr vorsichtig. Sogar den Anschein einer Konfrontation mit dem mörderischen Ustascharegime wollte er vermeiden.

Anfang September 1941 besuchte der erste Ustascha-Vertreter im Vatikan, Pater Cherubin Segvic den Papst, der ihn viel länger als die Erzbischöfe bei sich behielt, und ihn über „alles“ befragte, „was in Kroatien vorgeht; insbesondere fragte er mich nach dem Poglavnik und nach allen anderen Mitgliedern der Regierung, nach ihren religiösen Meinungen und ihrer religiösen Erziehung“. Papst Pius XII. begrüßte 1941 und 1942 Ustascha-Jugend-Delegationen. Im Dezember 1942 rief er den Ustascha-Jugendlichen zum Abschied zu: „Es leben die Kroaten“. Die Serben und Juden wurden zur gleichen Zeit von der Ustascha ermordet.

Die Bischofs-Synode

Segvic berichtete bereits im Herbst 1941 aus Italien: „Man hat von uns die Vorstellung, wir seien eine Horde von Barbaren und Kannibalen.“ Unter dem Eindruck des furchtbaren Geschehens rief Stepinac eine Bischofsynode (17.-20. November 1941) zusammen. Stepinac berichtete über die Resultate direkt an Pius XII: „Die Bischofs-Synode diskutierte die Angelegenheiten derjenigen, die heute leiden, und sandte einen Brief an den Staatsführer, der fordert, daß man die Juden menschlich behandeln soll, soweit das möglich ist, die Anwesenheit der Deutschen dabei in Betracht ziehend. Der Fall der unlängst Getauften und der Nachfahren der (längst) getauften Juden wurde insbesondere betont.“ In Wirklichkeit intervenierte die Bischofs-Synode exklusiv nur für die getauften Juden.

Die Kirche und die Deportation im August 1942

Anfang 1942 kam das Gerücht auf, daß man die kroatischen Juden nach Polen deportieren wolle. Stepinac sandte am 7. März 1942 einen Brief an Inneminister Artukovic und versuchte, alle Juden zu verteidigen. Ende April 1942 besuchte Stepinac Rom. Nach seiner Ankunft sandte er ein neun Seiten umfassendes Memorandum an den Papst, in dem er behauptete, die Ustascha-Greuel wären die Ausnahme und ohne Kenntnis der Behörden durchgeführt. Der einzige Bericht über diesen Besuch stammt aus kroatischer Quelle (der Vatikan hat bis jetzt nichts darüber veröffentlicht), Rusinovic, der kroatische Vertreter im Vatikan, berichtete: Stepinac „informierte mich über die wichtigsten Punkte seines Memorandums, das er an den Papst sandte; Ich kann versichern, daß er mit seinem Angriff auf die Tschetniks und die Kommunisten, die er für die Ursache des Übels hält, uns sehr günstig gesinnt ist. Nach seiner (Stepinac’) Meinung sollte es niemandem gestattet sein, das unabhängige Kroatien anzugreifen. Stepinac wurde eine Audienz gewährt, die eine Stunde dauerte.“

Eine Woche nach seiner Rückkehr aus Rom lancierte Stepinac einen öffentlichen Angriff gegen die Ustascha-Greuel vor tausenden Katholiken. Er sagte am 24. Mai 1942: „Alle Rassen und Nationen wurden nach Gottes Ebenbild geschaffen ... deswegen hat die Kirche in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart jede Ungerechtigkeit und Gewalt kritisiert, die im Namen einer Klasse, Rasse oder Nationalität verübt wird. Es ist verboten, Zigeuner und Juden zu vernichten, weil man sagt, sie gehören einer minderen Rasse an ...“ Eine Woche später, am 31. Mai 1942, sprach er wieder über das gleiche Thema und sagte u.a.: „Das Weiterbestehen einer anständigen Ordnung verlangt die anständige Behandlung der Nachbarn, d.h. man muß die Menschen, als Schöpfung Gottes, behandeln wie uns selbst und nicht wie wilde Bestien.“

Zagrebs Oberrabbiner Freiberger wandte sich an die Kirche mit der Bitte um Hilfe. Er befolgte Stepinac’ Rat und schrieb (acht Tage vor Beginn der Deportationen) am 4. August einen persönlichen Brief an den Papst. In der Antwort vom 29. August (als die Deportationen fast beendet waren) instruierte der Vatikan seinen Vertreter in Zagreb, Rabbi Freiberger zu danken für seinen Brief, jedoch „vorsichtig, taktvoll, den Umständen entsprechend“ Am 30. September (!) fand Marcone die Zeit, um dem Vatikan über die Juden zu berichten: „... während einiger Wochen [d.h. während der Zeit der Deportationen, K. P.] habe ich den Oberrabbiner von Zagreb öfter getroffen. Freiberger ... ist voll des Dankes für die Aktivitäten des Heiligen Stuhls für die Juden. Er wußte auch, daß ich und mein Sekretär ständigen Kontakt mit dem Polizeichef hatten. Unglücklicherweise waren wir nicht in der Lage, den Lauf der Sache zu ändern, doch viele Bitten, die wir für die Entlassung von Juden gestellt haben, wurden gewährt. Alle Angehörige gemischter Familien, Katholiken und Nicht-Katholiken, wurden gerettet.“

Am 6. Oktober erhielt Marcone aus dem Vatikan folgende Instruktion: „Der Heilige Stuhl erhält weitere Nachrichten und Briefe betreffend die bedauernswerte und alarmierende Lage der kroatischen Juden. [Die Briefe] waren von Bitten begleitet, daß wir für diese unglücklichen Leute intervenieren ... Ich bitte daher Ihre Eminenz, zwischen anderen Angelegenheiten, die Aufmerksamkeit der betreffenden Behörden, mit entsprechendem Takt [Hervorhebung K.P] auf diese Angelegenheit zu lenken.“ Mitte 1942 war der Vatikan über den industriellen Massenmord an den Juden voll unterrichtet.

Marcone handelte nach den Instruktionen von Staatssekretär Maglione. Er schrieb am 8. November: „Ich tat mein Bestes, um die bedauernswerte Lage der kroatischen Juden zu erleichtern. Ich diskutierte die Angelegenheit immer wieder mit dem Poglavnik und dem Polizeichef, der mir offen sagte, er könne nicht die Maßnahmen gegen diese unglückliche Leute abstellen, und daß früher oder später alle nach Deutschland verschickt werden.“ [Hervorhebung K. P.]

Obwohl die Kirche ihre Kritik „taktvoll“ äußerte, hatte diese bei der Ustascha-Führung Befürchtungen ausgelöst. Ende November sandten sie den Militär-Bischof Vilim Cecelja (starb in Maria Plain bei Salzburg) zu Stepinac. Laut einem deutschen Bericht machte der Zagreber Erzbischof die kroatische Regierung für das Wachsen der kommunistischen Partisanenbewegung verantwortlich, die die Deutschen kopiere mit ihren drakonischen und ungesetzlichen Maßnahmen gegen orthodoxe Serben, Juden und Zigeuner.

Meinungsverschiedenheiten im Vatikan

Im März 1942 wurde der kroatische Vertreter Dr. Rusinovic zum erstenmal von Montini (dem späterem Papst Paul VI.) im Vatikan empfangen. Montini wußte sehr wohl, daß es „gegen Kroatien in der Welt so viel Lärm“ gibt und fragte: „Ist es möglich, daß so große Verbrechen geschehen sind?“

Tardini, Montinis Kollege sprach mit Rusinovic im April 1942 und sagte, Kroatien sei noch ein junger Staat, „und junge Menschen begehen oft Irrtümer, die schicksalsmäßig an ihr Alter gebunden sind; darum überrascht es nicht, daß auch Kroatien solche begangen hat. Das ist menschlich, man kann es begreifen und rechtfertigen ... Aber mit Intelligenz, gutem Willen und der Hilfe Gottes werdet ihr alle Schwierigkeiten überwinden.“

Staatssekretär Maglione war viel vorsichtiger und zurückhaltender, meistens hörte er sich schweigend an, was ihm der kroatische Vertreter berichtete.

Pius XII. hat die Ustascha-Brutalitäten nie verurteilt. Er pries noch im Juli 1943 vor dem General und Ustaschaminister Simcic die Kroaten als „ein Volk guter Katholiken“ und gab sich „sehr zufrieden“ darüber, „daß er Gelegenheit gehabt habe, mit dem Poglavnik zu sprechen, von dem alle sagten, er sei ein praktizierender Katholik“.

Doch nicht alle Würdenträger des Vatikans waren dem Verbrecherregime der Ustascha so freundlich gesinnt. Kardinal Eugene Tisserant sagte den Ustaschavertretern klipp und klar, was er von ihnen hielt. Der dritte Ustaschavertreter im Vatikan, Fürst Erwin Lobkowicz, notierte: „Nach solchen Beleidigungen für Kroatien kann man mit Tisserant keine Beziehungen mehr aufrechterhalten.“

1943: Bemühungen der Kirche zur Verhinderung der Deportation

Anfang 1943 gab es wieder Gerüchte, daß man auch die wenigen in Kroatien verbliebenen Juden deportieren werde. Doch diesmal ging es hauptsächlich um Getaufte und Partner gemischter Ehen. Die Kirche intervenierte unverzüglich. Am 14. und am 28. März predigte Stepinac gegen die Rassendiskriminierung. Am 6. März sandte er einen scharfen Protestbrief an Pavelic, mit dem er seine jüdischen Schützlinge verteidigte. Der Brief erzielte die gewünschte Wirkung. Von diesem Datum an wurden jüdische Ehepartner und ihre Kinder weder verhaftet noch in ein Konzentrationslager verschickt. In den wenigen Fällen, wo es zu einem Fehler oder zu einer deutschen Eigenmächtigkeit kam, intervenierten die kroatischen Behörden und fast alle wurden wieder freigelassen. Es ist bemerkenswert, daß Stepinac, der in Kroatien hohes Ansehen genoß, drohte, gegen die Deutschen zu sprechen und Pavelic verantwortlich zu machen. Väterliche, taktvolle Ratschläge wurden durch eine ausdrückliche Drohung ersetzt. Stepinac erwähnte in seinem Brief auch die Konzentrationslagerhäftlinge, jedoch drückte er sich diesbezüglich weniger scharf aus als im ersten Teil seines Briefes. Auch der Vertreter des Vatikans, Marcone, intervenierte.

In der westlichen Presse erschienen zur selben Zeit Artikel über die Ustaschagreuel und der Vatikan begann zu fürchten, man könnte ihm Gleichgültigeit vorwerfen. Um das zu verhindern, bat Staatssekretär Maglione im April 1943 Marcone, er solle ein Memorandum über seine und Stepinac’ Hilfsaktivitäten zugunsten der Serben und Juden vorbereiten. Marcone antwortete am 8. Mai und meinte, die meisten Beschuldigungen wären von serbischen Kreisen — die die Katholiken zur Zeit des jugoslawischen Staates schikaniert hatten — verbreitete Verleumdungen.

In der Zwischenzeit wurde am 3. Mai mit der letzten großen Jagd auf die noch verbliebenen kroatischen Juden begonnen, und die von der Kirche bislang protegierten Persönlichkeiten, wie der Präsident der Zagreber Kultusgemeinde und der Oberrabbiner, ein persönlicher Freund von Stepinac, wurden nach Auschwitz deportiert. Die Intervention kirchlicher Würdenträger blieb erfolglos. Außer den jüdischen Partnern, die in gemischten Ehen lebten, wurden die meisten Juden, inklusive die getauften, nach Auschwitz deportiert.

„Bis zu einem gewissen Grad“ rechtfertigt Stepinac die Verfolgung der Juden“

Diesmal begnügte sich der Vatikan nicht mit einem schriftlichen Bericht und bestellte Stepinac nach Rom. Vor Beginn seiner Reise sandte er dem Vatikan ein Konvolut von Dokumenten, das laut Begleitbrief folgendes enthielt: „1. Was wir für die Serben taten, trotz der Tatsache des Unrechts, das sie uns während der 20 Jahre des jugoslawischen Staates antaten. 2. Was wir für die Juden taten“. Stepinac weiter: „Im Gegensatz zur serbischen Propaganda gegen die Kirche in Kroatien ist es die geschichtliche Wahrheit, daß die katholische Kirche Kroatiens ihre Stimme vor den führenden Staatsmännern zu einer Zeit erhoben hatte, als dies andere Interessen der Kirche gefährdete. Das wurde von den Serben bestätigt und geschätzt, die nicht von Haß, aber von Wahrheit und Dankbarkeit motiviert werden“ Stepinac betonte die Verdienste der Ustascha um die Konversion der orthodoxen Serben, dankte dem kroatischen Klerus, „vor allem den Franziskanern“, und beschwor den Papst, sich den Kroaten zuzuwenden. Zeige ihr junger Staat doch „bei jeder Gelegenheit, daß er seiner herrlichen katholischen Kirche in diesem Winkel des Erdballs eine bessere, hellere Perspektive eröffnen will“. Dann setzte er fort: „Die kroatische Regierung kämpfte entschieden gegen die Abtreibung, welche nicht nur drohte, Kroatien zu ruinieren, sondern auch die Kirche. Es wurde von 20.000 Abtreibungen pro Jahr gesprochen, aber ein loyaler katholischer Arzt sagte mir, es gebe bis zu 60.000. Die orthodoxen (serbischen) Behörden Belgrads taten nichts, um dieses Übel abzustellen, welches anfänglich von jüdischen und orthodoxen [serbischen] Ärzten eingeführt wurde. Die kroatische Regierung verbot pornographische Publikationen, welche auch anfänglich von Juden und Serben gedruckt und verbreitet wurden“. [Hervorhebungen K. P.]

Stepinac hielt sich vom 24. Mai bis zum 4. Juni in Rom auf. Während seiner Besprechungen mit den vatikanischen Würdenträgern gab er sich plötzlich als ein begeisterter Verteidiger des Ustaschastaates. Der Höhepunkt kam während seiner Audienz beim Papst, die vom Ustaschavertreter Lobkowicz so beschrieben wurde: „Nach dem, was ich von verschiedenen Seiten gehört habe, und nach seinen eigenen Erklärungen hat der Erzbischof einen sehr positiven Bericht über Kroatien gegeben. Er hob hervor, daß er einige Dinge verschwiegen habe, mit denen er ganz und gar nicht einverstanden sei, um Kroatien in dem bestmöglichsten [sic] Licht erscheinen zu lassen.“ Lobkowicz betonte, „der Erzbischof“ habe, „bis zu einem gewissen Grad, auch die gegen die Juden — die die Hauptunterstützer und Täter dieser Verbrechen in unserem Land waren — angewandten Methoden gerechtfertigt und begründet“.

Wenn Stepinac das so gesagt hat, dann hat er damit indirekt die schrecklichen Ustaschaverbrecher unterstützt. Lobkowicz’ Bericht scheint korrekt (obwohl es kein stenographisches Protokoll seines Gespräches ist), weil eine ähnliche Argumentation bereits in Stepinac’ Brief vom 24. Mai 1943 enthalten ist. Diesen aber konnte Lobkowicz nicht erfunden haben. D.h. ein paar Tage nach der Deportierung vieler kroatischer Juden traf Stepinac den Papst und lobte die Ustascharegierung. Sein Gespräch änderte nichts daran, daß die meisten Juden Kroatiens zu diesem Zeitpunkt bereits ermordet worden waren, doch sie werfen auf seine moralische Haltung ein bezeichnendes Licht. Erwähnte man die barbarischen Verbrechen der Pavelic-Anhänger, so argumentierten die klerikalen Kreise immer damit, daß der Poglavnik ein frommer Katholik sei und seine Anhänger ihren religiösen Pflichten genau nachkommen. Der Vatikan und die kroatische Kirche wollten alles vermeiden, was dem Ustascha-Regime hätte schaden können. Die tief sitzende Feindschaft gegenüber den orthodoxen Serben, die angeblich die Katholiken im Vorkriegsjugoslawien schikanierten, verhinderte energischere Aktivitäten gegen die Zagreber Regierung. Die Judenvernichtung, deren Ausmaß ihnen bekannt war, verminderte nicht ihren traditionellen christlichen Antisemitismus. Das kommt in dem hier zitierten Stepinac-Brief über die jüdischen Ärzte und jüdischen Pornographie-Verbreiter klar zum Ausdruck.

Die von Stepinac geführte Kirche schwieg zu den von kroatischen Mönchen (insbesondere Franziskanern!) und Priestern vollbrachten mörderischen Aktionen. Keiner wurde deswegen aus der Kirche ausgeschlossen oder diszipliniert. Trotzdem waren die kroatische Kirche und der Vatikan gegen die Ermordung der Juden. Sie unterstützten jedoch das Vorspiel dazu, die Entfernung der Juden aus dem ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben des kroatischen Staates. Den Mord hatten sie nie gutgeheißen. Hinter den Kulissen agierten Stepinac und Marcone energisch, um Morde zu verhindern. Sie verteidigten getaufte Juden und Partner, die in gemischten Ehen lebten. Eine Anzahl von Juden wurde tatsächlich dank ihrer Bemühungen gerettet und die Kirche half diesen Verfolgten auch materiell.

Allerdings wurden auch hohe katholische Würdenträger, wie z.B. Bischof Saric (der „Henker der Serben“) nicht gemaßregelt. Viele Ustaschaverbrecher wurden nach Kriegsende von der kroatischen Kirche versteckt und aus Jugoslawien herausgeschmuggelt. Diesen Verbrechern wurde von Würdenträgern des Vatikans und/oder vatikanischen Hilfsorganisationen geholfen, obwohl oder weil man von ihren Verbrechen wußte. Man beschaffte ihnen falsche Pässe und beförderte sie nach Spanien, Süd-Amerika und in verschiedene arabische Länder.

Das »Kroatische Komitee der päpstlichen Hilfe« unterstützte nach 1945 u.a. auch Ljubo Milos, der ein hoher Offizier ım Konzentrationslager Jasenovac war. Milos zeichnete sich durch besondere Grausamkeit aus. Nach Ankunft eines jüdischen Transportes zog er einen weißen Arztekittel an und ließ sich diejenigen vorführen, die sich krankgemeldet hatten. Er stellte sie an die Wand und schnitt mit einem Messer den Hals seiner Opfer durch, öffnete ihren Brustkasten und den Bauch und vollzog einen regelrechten Ritualmord. Milos überwachte auch andere Vernichtungsaktionen. Unter seiner Aufsicht wurden nackte Häftlinge lebendig in den Ofen einer an das KZ angegliederten Ziegelbrennerei geworfen, während andere Häftlinge mit Stöcken und Hämmern totgeschlagen wurden. Die Identität dieses Monsters war bekannt.

Das »Kroatische Komitee der päpstlichen Hilfe« beschäftigte auch den Priester und Massenmörder Dragutin Kamber, der bereits 1936 der Ustascha beigetreten war und nach der Invasion der Achsenmächte Chef der Administration der Stadt Doboj wurde. Eine seiner ersten Handlungen war die Errichtung eines Konzentrationslagers, dessen Kommandant er auch war. In seinem Bezirk führte der Priester Kamber die Nazi-Rassenbestimmungen ein und befahl den Juden, gelbe, den Serben, weiße Armbänder zu tragen. Später erklärte er, man müsse Serben und Juden als schädlich für den Ustaschastaat vernichten. In Doboj führte er Massenverhaftungen von Serben durch. Viele seiner Opfer wurden zum Verhör in Kambers Haus gebracht und auf seinen Befehl im Keller getötet. Die ersten Opfer waren serbische Lehrer und Priester. Diese Tatsachen wurden vom britischen Konsul in Zagreb bestätigt, der auch herausfand, daß Kamber außerdem in der berüchtigten Leibgarde des Pavelic als Offizier diente.

Die ambivalente Stellungnahme der Katholischen Kirche Kroatiens zum barbarischen Regime der Mörder im »Unabhängigen Kroatischen Staat« (1941-1945) bestimmte die Haltung der Kirche zum Mord an den kroatischen Juden.

Wie in anderen Satellitenstaaten versuchte die Kirche erfolglos, die konvertierten Juden zu schützen. Anderseits jedoch unterstützte sie das verbrecherische Ustascharegime, unbeeindruckt von der Verfolgung der Juden, dem Raub ihres Eigentums, der Abschaffung ihrer Rechte und am Ende von ihrer Verschickung in die Lager, wo sie ermordet wurden.

Erst als es klar wurde, daß die Achsenmächte den Krieg verlieren würden, haben die Leiter der kroatischen Kirche ihre Stimmen gegen den Mord an Juden erhoben, doch es geschah nach der fast vollständigen Vernichtung des kroatischen Judentums.

Nicht nur das — die Kirche hat nicht einmal diejenigen aus ihren Reihen entfernt oder bestraft, die als Priester und Angehörige der Kirche teilgenommen hatten an der Hetze gegen die Juden und an ihrer Ermordung.

Die katholische Kirche Kroatiens hat den Tätern geholfen, wo sie nur konnte, die Opfer aber hat sie — mit ganz wenigen löblichen Ausnahmen — schmählich im Stich gelassen. Diese Kirche hat sich auch nach dem Krieg nie für die Greuel entschuldigt, die Angehörige des katholischen Klerus begangen haben, sie hat es verabsäumt, sich selbstkritisch mit ihrer mehr als zwielichten Rolle im kroatischen Satellitenstaat in der Zeit zwischen 1941 und 1945 auseinanderzusetzen.

Vom Symposium »Antisemitismus in Östeuropa« der VHS Hietzing dessen Materialien diesen Herbst im Picus Verlag erscheinen.

Quellen

  • Menachem Shelah (University of Haifa), The Catholic Church in Croatia, the Vatican and the murder of the croatian Jews, Holocaust and Genocide Studies, Vol. 4, pp 323-339, 1989
  • Marc Aarons, John Loftus, Ratlines, How the Vatican’s Nazi Networks Betrayed Western Intelligence to the Soviets, London (Heineman) 1991, ISBN 0 434 82944 7
  • Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Reinbek (Rowohlt) August 1991, ISBN 3 498 012827

»SEMIT«, »GEMEINDE« & FORVM

Lieber Kollege Oberschlick,

ich bin peinlich berührt, daß du die Polemik des Herrn Abraham Melzer, die er im FORVM gegen mich führen konnte, mit der Tatsache in Verbindung bringst, daß ich Redakteur der »Gemeinde bin. Herr Melzer polemisierte gegen mich, weil ich als Autor des FORVM in Erscheinung getreten war. Das aber hat nichts mit der »Gemeinde« zu tun. Immer wieder habe ich kundgetan, daß ich als Autor nur meine eigene Meinung zum Ausdruck bringe und diese nur mich verpflichtet.

Herr Melzer, der Herausgeber des »Semit«, unterstellte mir u.a. im FORVM „Rassismus“. Fast zur gleichen Zeit (im Oktober 1991) publizierte er — ohne meine Genehmigung — einen Artikel von mir und vergaß nicht, meine Position als Redakteur der »Gemeinde« zu erwähnen. Als ich Herrn Melzer auf das Unstatthafte seines Verhaltens aufmerksam machte und ein Honorar forderte, versprach er Mitte Oktober, ein solches zu zahlen. Doch bis dato hat Herr Abraham Melzer nichts bezahlt. Mit freundlichen Grüßen,

9. Jänner 1991 — Karl Pfeifer

Israelfeindlich und reißerisch

Das FORVM berichtet in seiner Dezember-Ausgabe: „Nun hat die »Gemeinde« die Aufnahme einer Werbepostkarte für die Zeitschrift (»Semit«) Melzers verweigert ...“ FORVM sieht eine Verbindung zu einer Polemik, die der Herausgeber der deutschen Zeitschrift »Semit« mit dem Redakteur der »Gemeinde« im FORVM geführt hat. Tatsächlich hat die Weigerung der »Gemeinde« nichts mit dieser Polemik zu tun.

Auf unsere Anfrage, ob FORVM jedes Inserat einer Zeitschrift annehmen würde, erhielten wir eine positive Antwort. (D.h. FORVM würde auch jede rechtsextreme Publikation bewerben.) Im Gegensatz zum FORVM ist »Die Gemeinde« nicht bereit, absolut jedem als Werbeträger zu dienen* In diesem Sinne hat das Redaktionskomitee der »Gemeinde« beschlossen, für die Zeitschrift »Semit« keine Werbung anzunehmen. Nach österreichischem Recht sind wir nicht verpflichtet, einen Grund für unsere Weigerung anzugeben. Doch können und wollen wir unseren Beschluß begründen:

Der Herausgeber des »Semit« wandte sich unlängst an den PLO-Vertreter in Bonn mit der Bitte um finanzielle Hilfe und führte dabei u.a. folgendes Argument ins Treffen: „Die Schärfe unserer Kritik [sc. an Israel, G. O.] wird jetzt von Heft zu Heft zunehmen, Material haben wir mehr als genug.“

Israel hat eine freie Presse und nirgendwo wird eine eigene Regierung bzw. die Exekutive mit einer derartigen Schärfe kritisiert wie in Israel. Doch die israelische Presse ist bei aller Kritik und Schärfe im großen und ganzen ausgewogen und verantwortungsbewußt. Das kann man vom »Semit«-Herausgeber nicht sagen. Dieses Blatt behandelt die schwierigen und delikaten Fragen, die heute das Verhältnis von Juden und Arabern, Juden und Nichtjuden aufwerfen, in einer israelfeindlichen und reißerischen Art.

Bemerkenswert ist dabei, daß das FORVM von sich aus ausgerechnet für ein deutsches PLO-Organ und gegen die »Gemeinde« „auf die Barrikaden steigt“.

Dipl. Ing. Georg Haber — Vorsitzender des Redaktionskomitees DIE GEMEINDE

* P.S: Zu dienen. Absolut, relativ

Außerdem ist Werbung, außer für’s FORVM persönlich, allemal ablativ. G. O.

[1Unabhängiger Kroatischer Staat (Nezavisna Drzava Hrvatska — N.D.H.)

[2Siehe Ladislav Mnačko, Die Pfaffenrepublik, FORVM März 1988, S. 7

FORVM des FORVMs

Vorgeschaltete Moderation

Dieses Forum ist moderiert. Ihr Beitrag erscheint erst nach Freischaltung durch einen Administrator der Website.

Wer sind Sie?
Ihr Beitrag

Um einen Absatz einzufügen, lassen Sie einfach eine Zeile frei.

Hyperlink

(Wenn sich Ihr Beitrag auf einen Artikel im Internet oder auf eine Seite mit Zusatzinformationen bezieht, geben Sie hier bitte den Titel der Seite und ihre Adresse bzw. URL an.)

Werbung

Erstveröffentlichung im FORVM:
März
1992
, Seite 6
Autor/inn/en:

Karl Pfeifer:

Karl Pfeifer, Jahrgang 1928. Im Alter von 10 Jahren Flucht mit seinen Eltern nach Ungarn. Mit 14 gelingt ihm die Auswanderung nach Palästina, wo er nach einer Ausbildung im Kibbuz im israelischen Unabhängigkeitskrieg kämpft. 1951 kehrt er nach Europa zurück, arbeitet seit 1979 als Journalist in Wien, schreibt u. a. für die Wiener Illustrierte Neue Welt und die Berliner Wochenblätter Jüdische Allgemeine und Jungle World.

Lizenz dieses Beitrags:
Copyright

© Copyright liegt beim Autor / bei der Autorin des Artikels

Diese Seite weiterempfehlen

Themen dieses Beitrags

Begriffsinventar

Geographie

Organisationen