Die Engagierten
Mit dem deutschen Erstabdruck von Stephen Spenders jüngstem Prosawerk, dessen Original gleichzeitig im Encounter (London) erscheint, glauben wir unsern Lesern einen nicht ganz alltäglichen literarischen Genuß zu vermitteln. Daß es sich um keinen rein „literarischen“ handelt, wird ihnen schon nach wenigen Zeilen klar sein. Und wenn ihnen der vor kurzem im FORVM veröffentlichte Briefwechsel Silone-Anissimow noch erinnerlich ist, werden sie nicht lange nachdenken müssen, wo Stephen Spenders hintergründige Ironie hinzielt. Sie werden in den einzelnen Figuren des Romans (etwa in dem berühmten französischen Dichterphilosophen Sarret und seinem Diskussionspartner Marteau oder in dem unerbittlichen Italiener Sereno und seinem russischen Widerpart Pobjedin) unschwer die eigentlich gemeinten Vertreter der literarisch-politischen Prominenz von heute erkennen. Und sie werden mit desto größerem Vergnügen den Stichen und Hieben folgen, die Spender nach allen Seiten austeilt. Daneben und dahinter geht es freilich um sehr ernste Dinge. Aber das versteht sich bei Stephen Spender wohl von selbst.
