Die Anti-Bestseller 1960
Schlechte Bücher, die gut gehen, sind an der Tagesordnung, und das ist traurig. Es gibt auch schlechte Bücher, die schlecht gehen, und das ist erfreulich. Es gibt auch gute Bücher, die gut gehen, und das ist selten. Mit keinem dieser drei Phänomene wollen wir uns im folgenden beschäftigen. Daran, daß schlechte Bücher gut gehen, werden wir sowieso nichts ändern — damit, daß schlechte Bücher schlecht gehen, sind wir sowieso einverstanden — und für die guten Bücher, die gut gehen, brauchen wir sowieso nichts mehr zu tun. Unser Interesse gilt den guten Büchern, die schlecht gehen oder doch nicht so gut, wie sie gehen sollten. Eine Reihe von Autoren und Kritikern, die im literarischen Leben Österreichs etwas gelten, geben nachstehend Auskunft darüber, welche Neuerscheinungen des Jahres 1960 ihrer Meinung nach zwar den Anspruch, aber keine Chance haben, Bestseller zu werden. Die solcherart zustande gekommene „Worstseller-Liste“ wollen wir dann mit der tatsächlichen Bestseller-Liste vergleichen, die wir, wie alljährlich nach Abschluß des Weihnachtsgeschäftes, durch Umfrage bei den führenden österreichischen Buchhandlungen zu ermitteln planen.








