„Buchstabieren Sie Ihren Namen!“
Ernst Lothar, Dr. jur., Professor h. c. und Hofrat i. R. (ein Ruhestand, den er bereits mit 35 Jahren erreicht hatte), wird am 25. Oktober 70 Jahre alt. Als Regisseur und Theaterdirektor — die „Josefstadt“ hatte unter seiner Leitung (1935-38) eine Hochblüte zu verzeichnen —‚ aber ganz ebenso als Romancier und Essayist gehört Ernst Lothar zum markanten kulturellen Wertbestand Österreichs, wobei sein Wirken in der letzten Zeit doch mehr dem Theater galt als der Literatur. Umso größere Aufmerksamkeit wird man dem repräsentativen literarischen Zeugnis zuwenden, das er zu seinem 70. Geburtstag ablegt: im Paul Zsolnay Verlag erscheinen unter dem Titel „Das Wunder des Überlebens“ seine Memoiren, aus denen wir — leicht gekürzt — ein besonders aufschlußreiches Kapitel zum Vorabdruck bringen. Es handelt von den ersten, mühsamen Schritten des Emigranten-Ehepaars Ernst Lothar und Adrienne Gessner in Amerika, und es mag einer heutigen, vielleicht nicht so recht informierten oder vielleicht ein wenig vergeßlichen Leserschaft in Erinnerung rufen, daß Ernst Lothar auch jene Schritte, von denen hier berichtet wird, im Zeichen Österreichs getan hat.
