Anschluß: an Europa
Mit den beiden nachfolgenden Beiträgen beschließt FORVM die in Nr. 11 begonnene Artikel-Reihe zum Thema „Österreich und Deutschland “, das in den letzten Monaten eine unvermutete, von interessierter Seite künstlich aufgeplusterte und aufrechterhaltene Aktualität erlangt hat. Im nächsten Heft folgen noch einige der markanteren Leserzuschriften, die uns zu unsern bisherigen Veröflentlichungen zugegangen sind.
Dr. H . J . von Merkatz, Fraktionsvorsitzender der„Deutschen Partei“ im Bonner Bundestag, steht auf dem äußersten rechten Flügel der Adenauer-Koalition, also dort, wo die aggressiven Expansions- und Anschlußtendenzen — der kommunistischen Presse zufolge — ihren stärksten Rückhalt haben. Wie es darum in Wahrheit bestellt ist, werden unsere Leser den sehr nüchternen Ausführungen Dr. von Merkatz selbst entnehmen. — Von österreichischer Seite versucht Dr. Ludwig Jedlicka, der 1916 in Wien geborene Historiker und Schüler Heinrich von Srbiks, die Kräfte und Gruppierungen zu untersuchen, die hierzulande dermaleinst die Anschluß-Ideologie repräsentierten. Seine Ausführungen erscheinen uns desto wertvoller und kompetenter, als er selbst eine Zeitlang dieser Ideologie verfallen war. Dr. Jedlicka gehört zum Gründerkreis der „Österreichischen Furche“ und hat zum gleichen Thema in den „Documents“ vom Mai 1951 einen viel beachteten Beitrag veröflentlicht.

