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Hubert Christian Ehalt

Foto: Von Florian Stecher - Florian Stecher, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11571298

Beiträge

Hubert Christian Ehalt • Konrad Paul Liessmann • Alfred Springer

Braucht der Mensch Natur?

April
1990

Zu einer Podiumsdiskussion dieses Titels luden Ursula Pasterk & Helmut Zilk im Rahmen der „Wiener Vorlesungen“, auf die das FORVM begehrlich schaut, seit Ivan Illich dort einen Vortrag hielt — nun hat uns Moderator Ehalt diesen Block konzipiert, was den Beginn eines hoffnungsvollen (...)

Hubert Christian Ehalt bei Wikipedia

Hubert Christian Ehalt (2010)

Hubert Christian Ehalt (* 18. Mai 1949 in Wien; † 27. Dezember 2023 ebenda) war ein österreichischer Historiker und Anthropologe. Er war Privatdozent für Sozialgeschichte der Neuzeit an der Universität Wien, war bis 2017 Wissenschaftsreferent der Stadt Wien und Koordinator der Wiener Vorlesungen, war Generalsekretär von fünf städtischen Wissenschaftsförderungsfonds, Präsident der Gesellschaft der Freunde der ÖAW und Ehrenmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Honorarprofessor an der Universität für angewandte Kunst Wien und der Technischen Universität Wien sowie Träger des Berufstitels Universitätsprofessor und des französischen ritterlichen Ordens Chevalier des Arts et des Lettres (dt. Ritter der Künste und der Literatur).

Nach der Matura am BGRG 8 Albertgasse studierte Hubert Christian Ehalt Malerei, Geschichte, Kunstgeschichte, Soziologie, Philosophie, Psychologie und Pädagogik in Wien (Dr. phil.) und habilitierte sich für Sozialgeschichte der Neuzeit an der Universität Wien. Er war seit 1980 Lehrbeauftragter, Universitätsdozent, Universitätsprofessor und Gastprofessor an österreichischen Universitäten.[1]

1984 bis 2017 war er Wissenschaftsreferent der Stadt Wien. In dieser Funktion war er verantwortlich für die Förderung von Wissenschaft und Forschung, für die Förderung der Wissens- und Wissenschaftsstadt Wien, für den Wissenstransfer zwischen der Stadt Wien und den in Wien situierten Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsgesellschaften sowie für die Vernetzung und Verbindung wissenschaftlicher und urbaner Öffentlichkeit. Er war Generalsekretär, Vorstands- und Kuratoriumsmitglied von sechs städtischen Wissenschaftsförderungsfonds und -stiftungen und war von 1987 bis 2017 Planer und Koordinator der Wiener Vorlesungen. 2008 wurden die Wiener Vorlesungen in der Zeitschrift Die Österreichische Volkshochschule von Wilhelm Filla als Beste Volksuniversität der Welt gewürdigt.[2] 1996 wurde Ehalt zudem mit der Leitung des Ludwig-Boltzmann-Institutes für historische Anthropologie (seit 1. Januar 2006 Institut für historische Anthropologie) betraut.[3]

Er starb am 27. Dezember 2023 im 75. Lebensjahr.[4] Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Mauer in Wien-Liesing.[5]

Forschungsschwerpunkte

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Die Forschungsschwerpunkte von Ehalt lagen u. a. in den Bereichen der Sozial- und Mentalitätsgeschichte Wiens in der Neuzeit mit besonderer Berücksichtigung der Wissens-, Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte, Kultur-, Zivilisations- und Alltagsgeschichte (18.–20. Jh.), der Gesellschaftsgeschichte der bildenden Künste (17.–20. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung Wiens), der Geschichte der Schule (19.–20. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen Schulgeschichte) und der Geschichte des Lebenszyklus.

Hubert Christian Ehalt war seit 1969 in der Bildungs- und Vermittlungsarbeit tätig. Seine diesbezüglichen Aktivitäten umfassten Vorträge, Konzeption und Leitung von Workshops, Seminaren und Tagungen, Exkursionen, intermediale Veranstaltungen, Führungen, Leitung von Kunstreisen und Sommerseminaren etc.

Zu den von ihm gegründeten Veranstaltungsreihen zählen neben den „Wiener Vorlesungen“ die „Wiener Vierteltouren“, ein Veranstaltungsprojekt der Stadt Wien zur historisch-ethnographisch-literarischen Erkundung Wiens gegen den Strich der Mythen und Klischees, die „Stadtwerkstatt“ der Verwaltungsakademie der Stadt Wien sowie Veranstaltungen zur Vernetzung von Wissenschaft und Verwaltung. Ein weiteres von Ehalt ins Leben gerufene Wissenschaftsvermittlungsprojekt ist der Wissenschaftskompass, das Wissenschaftsprogrammheft Wiens.

Universitäre Lehre

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Hubert Christian Ehalt hat Kulturwissenschaften in einem breiten thematischen Spektrum studiert und absolviert und in dichter Folge an unterschiedlichen Institutionen – Volkshochschulen, Berufsförderungsinstitut, Lehreraus- und -weiterbildung – unterrichtet, mit dem Ziel der Entwicklung neuer inhaltlicher Dimensionen und einer Emanzipation fördernden Bildung. Auf dieser Erfahrungsbasis begann Ehalt im Jahr 1980 eine ununterbrochene universitäre Lehrtätigkeit – im Bereich der Geschichte der Neuzeit mit Schwerpunkten der Wirtschafts- und Sozialgeschichte und der Kulturgeschichte. Aktuelle Entwicklungen der Geschichtswissenschaft hat er mit Lehrveranstaltungen zu kulturwissenschaftlichen Themen und zur historischen Anthropologie – ab 1996 leitete er das Institut für historische Anthropologie – mitgeprägt. Charakteristisch für seine Zugangsweise war die interdisziplinäre Behandlung von Themen, die Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik als gleichwertige Impulsgeber zur Erklärung historischer Entwicklungen und Prozesse heranzieht. Ehalt lehrte an der Universität Wien (ab 1980), an der Johannes-Kepler-Universität Linz (1983/84), an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (von 1995 bis 1999), an der Wirtschaftsuniversität (von 1992 bis 2004 in loser Folge), an der Akademie der bildenden Künste Wien (von 1995/96 bis 2001/02 biennal), an der Universität Innsbruck (2001 und 2005) und an der Universität für angewandte Kunst Wien (1999 als Gastprofessor und seit 2001 als Honorarprofessor).

Auszeichnungen und Ehrungen

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Ehalt war seit 1976 Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen im Bereich der Gesellschafts-, Geschichts- und Kulturwissenschaften, Mitgründer und -gesellschafter des wissenschaftlichen Autorenverlages „Verlag für Gesellschaftskritik“ (1980), Gründer mehrerer Buchreihen, u. a. „Kulturjahrbuch. Wiener Beiträge zu Kulturwissenschaft und Kulturpolitik“ (1982), „Kulturstudien. Bibliothek der Kulturgeschichte“ gemeinsam mit Helmut Konrad (1984), „Historisch-anthropologische Studien“ (1996), „Bibliotheca aurea“ (2001) sowie acht Buchreihen der Wiener Vorlesungen.

Commons: Hubert Christian Ehalt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Eintrag zu Hubert Christian Ehalt im Austria-Forum
  2. 20 Jahre Wiener Vorlesungen, 59. Jgg., Heft Nr. 227, März 2008, S. 6–9: [1]
  3. Der Vater der Wiener Vorlesungen – Der bekannte Historiker Hubert Christian Ehalt wird 65 Jahre alt. Bundespräsident Heinz Fischer gratulierte. In: Kurier, Online-Version vom 16. Mai 2014, abgerufen am 5. Januar 2023.
  4. Hubert Christian Ehalt (1949–2023). Universität Wien, 3. Januar 2024, abgerufen am 4. Januar 2024.
  5. Hubert Ehalt in der Verstorbenensuche bei friedhoefewien.at
  6. 51 neue Mitglieder in die ÖAW gewählt. Hubert Christian Ehalt wird Ehrenmitglied / Überreichung der Dekrete in der Feierlichen Sitzung am 15. Mai 2013 (Memento vom 2. Dezember 2013 im Internet Archive), Österreichische Akademie der Wissenschaften, 2. Mai 2013.
  7. Hubert-Christian Ehalt erhält 'Chevalier des Arts et des Lettres', wien.at vom 11. Februar 2015.
  8. Vorstand des Orchesters Wiener Akademie, abgerufen am 12. August 2016.
  9. Alpbach-Ehrung für Hubert Christian Ehalt, Kurier, 27. August 2015
  10. Hohe Bundesauszeichnung für Hubert Christian Ehalt, wien.at vom 16. Dezember 2015.
  11. Auszeichnung: Großes Ehrenzeichen der Wiener Ärztekammer an Christian Ehalt, APA OTS, 11. Juli 2016
  12. Hubert Christian Ehalt ist Ehrenbürger der Universität Wien, wien.at vom 7. Dezember 2016.
  13. Hohe Ehrung für Hubert Christian Ehalt. OTS-Meldung vom 19. Dezember 2018, abgerufen am 19. Dezember 2018.
  14. Aleida Assmann, Jan Assmann, Oliver Rathkolb (Hrsg.): Geschichte und Gerechtigkeit. Festschrift für Hubert Christian Ehalt. Band 14 der Reihe Austria. Forschung und Wissenschaft. Interdisziplinär, Lit-Verlag, Berlin, Münster, Wien, Zürich, London 2019, ISBN 978-3-643-50943-7.

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