FORVM » Themen » Personen

Elisabeth Bergner

Beiträge

Ernst Ginsberg

Die goldenen Zwanzigerjahre

September
1964

Der Schauspieler Ernst Ginsberg, dessen letztes Auftreten in Wien (1959 im Volkstheater als Molières „Misanthrop“) unvergessen und unvergeßlich ist, liegt seit vielen Monaten schwer erkrankt in einem Zürcher Hospital und hat dort mit der Niederschrift seiner Lebenserinnerungen begonnen. Ginsberg ist (...)

Elisabeth Bergner bei Wikipedia

Elisabeth Bergner (1935)

Elisabeth Bergner (geborene Elisabeth Ettel; * 22. August 1897 in Drohobycz in Galizien, Österreich-Ungarn; † 12. Mai 1986 in London) war eine österreichisch-britische Theater- und Filmschauspielerin.

Ihre Eltern waren Emil Ettel und seine Frau Rosa, geb. Wagner – beide waren eher säkulare Juden. In der Familie lernte sie als Hauslehrer den Medizinstudenten (und später berühmten Gruppentherapeuten) Jacob Moreno kennen, dem sie später den Anstoß zuschrieb, an die Bühne zu gehen.[1] Ihre Ausbildung erhielt sie an privaten Schauspielschulen sowie von 1912 bis 1915 am Konservatorium in Wien. Sie debütierte im Jahr 1915 am Theater in Innsbruck, später folgten Auftritte in Zürich (1916/17, Stadttheater), Wien (1919/20, Neue Wiener Bühne), München (1920 bis 1922, Münchner Kammerspiele und Staatstheater am Gärtnerplatz) und Berlin (ab 1921). In Zürich saß sie auch als Modell für den Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der sich unglücklich in sie verliebte.[2] Ihre erste Filmrolle erhielt sie im Jahr 1922 als bucklige Schneiderstochter in Der Evangelimann. Der große Durchbruch gelang ihr 1923 unter Victor Barnowsky mit dem Shakespeare-Stück Wie es euch gefällt am Lessing-Theater in Berlin.[3] Damit wurde Bergner die am meisten gefeierte Bühnenschauspielerin Berlins.

Elisabeth Bergner mit O. E. Hasse (1960)

Elisabeth „Lisl“ Bergner hatte zahlreiche Beziehungen zu Männern. Mit dem österreichischen Schriftsteller Albert Ehrenstein hatte sie eine stürmische Liebschaft.[4] Ab 1924 arbeitete sie ausschließlich mit dem Regisseur Paul Czinner zusammen, der auch privat ihr Partner wurde. Ihr größter Stummfilmerfolg wurde Fräulein Else.

Als Juden mussten sie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zuerst nach Wien und dann nach London fliehen, wo sie auch heirateten. Sowohl den Umstieg von der Stummfilmzeit zum Tonfilm als auch die sprachliche Anpassung an ihre neue Wirkungsstätte schaffte sie mühelos. Bereits im Jahr 1934 spielte sie Katharina die Große unter der Regie ihres Mannes. Der Film wurde allerdings in Deutschland verboten. Ein Jahr später erhielt sie für ihre Rolle in Verlass mich niemals wieder ihre einzige Oscar-Nominierung.

Im Jahr 1940 emigrierten Bergner und Czinner nach Hollywood, doch Bergners einziger Hollywood-Film Paris Calling (1941) war kein großer Erfolg. Sie verlegte den Schwerpunkt ihrer Arbeit wieder auf die Bühne. Nach dem Ende des Krieges arbeitete sie in New York unter anderem bei dem deutschsprachigen Theater Players from Abroad, bis sie 1950 nach England und 1954 nach Deutschland zurückkehrte, wo sie als Theater- und Filmschauspielerin erfolgreich wirkte.

Am 12. Mai 1986 verstarb Elisabeth Bergner im Alter von 88 Jahren. Ihre Grabstätte befindet sich im Golders Green Crematorium in London.[5]

Berliner Gedenktafel in Dahlem

Filmografie (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Elisabeth Bergner: „Bewundert viel und viel gescholten …“ Elisabeth Bergners unordentliche Erinnerungen. Bertelsmann, München 1978, ISBN 3-570-01529-7.

https://www.filmportal.de/person/elisabeth-bergner_c3823dc092e0420fa8fc17c248207493

Commons: Elisabeth Bergner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. M. Heymann, Elisabeth Bergner – mehr als eine Schauspielerin, Berlin 2008, S. 12 f.
  2. Elisabeth Bergner: Unordentliche Erinnerungen. 1. Auflage. Henschelverlag, Berlin 1987, ISBN 3-362-00140-8, S. 19–31.
  3. Hansjörg Schneider: Die Zeit ist aus den Fugen – Dresdens Schauspiel in den zwanziger Jahren. Verlags- und Publizistikhaus, 2007, ISBN 978-3-9810690-2-0, S. 10.
  4. Géza von Cziffra: Der Kuh im Kaffeehaus Knaur TB 1049, Seiten 228/229.
  5. knerger.de: Das Grab von Elisabeth Bergner
  6. Grüne Oasen in der Stadt – Parks haben Geburtstag. In: Berlin-Kalender 1997, Hrsg. Luisenstädtischer Bildungsverein, 1997, ISBN 3-89542-089-1. S. 110/111.
  7. „Ganz Berlin war in sie verliebt“: Gedenktafel für Elisabeth Bergner in Dahlem enthüllt, (StadtrandNachrichten, 12. Mai 2016).

Diese Seite weiterempfehlen

Werbung