FORVM » Themen » Personen

Eduardo Galeano

Beiträge von Eduardo Galeano

Eduardo Galeano

Lateinamerika verblutet

„Schluß mit Hunger, tötet die Bettler!“
Januar
1974

Die Arbeitsteilung unter den Nationen besteht darin, daß die einen aufs Gewinnen und die anderen aufs Verlieren spezialisiert sind. 1 Rohstoffe geraubt Unser Teil der Welt, heute Lateinamerika genannt, war frühreif: Er war schon in jenen fernen Zeiten aufs Verlieren spezialisiert, als in der (…)

Eduardo Galeano • Gaby Weber
Interview

Erinnerungen an das Feuer

September
1988

Eduardo Galeano bei Wikipedia

250px-Eduardo_Galeano_%28Feria_del_Libro_de_Madrid%2C_31_de_mayo_de_2008%29.jpg?utm_source=de.wikipedia.org&utm_campaign=parser&utm_content=thumbnail
Eduardo Galeano auf der Feria del Libro in Madrid, 2008

Eduardo Hughes Galeano (* 3. September 1940 in Montevideo, Uruguay; † 13. April 2015 ebenda) war ein uruguayischer Journalist, Essayist und Schriftsteller.

Mit 20 Jahren wurde Eduardo Galeano stellvertretender Chefredakteur der Marcha, einer Zeitschrift für Kultur und Politik in Montevideo. Später war er leitend bei mehreren linksgerichteten Zeitschriften tätig. Uruguay wurde 1973 eine Militärdiktatur. Galeano wurde verhaftet[1] und musste nach Argentinien emigrieren, wo als Chefredakteur der Zeitschrift Crisis arbeitete. Sein Buch Die offenen Adern Lateinamerikas war in Uruguay, Chile und weiteren Ländern ab 1973 verboten.[2] Als auch in Argentinien Militärs die Macht ergriffen, ging er 1976 ins spanische Exil,[3] wo er 1984 die Trilogie Memoria del fuego veröffentlichte. Hier blieb er bis zum Ende der zivil-militärischen Diktatur in Uruguay 1985.

Seit Beginn des Aufstands von Chiapas verband ihn ein sympathisierender Austausch mit der EZLN, deren Anhänger sich vielfach auf sein Opus magnum beriefen.[4] Galeano galt als einer der literarischen Wortführer der Dependenztheorie. Er selbst verstand sich allerdings nie als Vertreter einer Theorie, sondern als „Dichter jener da unten“, der „einfachen Leute“, der die Geschichte aus der Warte ihrer Opfer erzählte.[5] Er starb am 13. April 2015 im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt Montevideo an den Folgen einer Erkrankung an Lungenkrebs.[6]

Bedeutung und Würdigung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 erschien die erste Fassung von Las venas abiertas de América Latina (dt. Die offenen Adern Lateinamerikas), das sich mit der Geschichte Lateinamerikas, insbesondere den Kolonialherrschaften alter und neuerer Prägung auseinandersetzt. Das Buch wurde in ganz Lateinamerika enthusiastisch[2] aufgenommen.

In Anerkennung seines Werkes wurde ihm 2010 der Stig-Dagerman-Preis verliehen.[7] Galeano war Ehrendoktor der Universidad Mayor de San Andrés in La Paz, der Universität von Havanna und der Universität von Neuquén (Argentinien).[8]

Der 2014 ermordete zapatistische Lehrer José Luis Solis wählte wegen Eduardo Galeano den Decknamen Galeano.[4] Nach dessen Tod wählte der Sprecher der EZLN, der zuvor als Subcomandante Insurgente Marcos aufgetreten war, das Pseudonym Subcomandante Insurgente Galeano, um José Luis Solis zu würdigen.[9]

„Heute verabschieden wir uns von einem berühmten Landsmann, einem Intellektuellen von enormem Format, der sich über mehrere Jahrzehnte zum autodidaktischen Denker, zu einem wirklichen Nonkonformisten, zum Grenzgänger zwischen Geschichte und Poesie entwickelt hat.“

José Mujica, Präsident der Republik Uruguay, 2015[10]

Zur Geschichte Lateinamerikas und zur Weltgeschichte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parabeln und andere Kurzprosa

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Das Buch der Umarmungen. Deutsch von Erich Hackl. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1991, ISBN 3-293-20114-8.
  • Zeit die spricht. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2005, ISBN 978-3-7795-0027-8.
  • Die Welt. Deutsch von Erich Hackl. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2007.
  • Historia de la resurección del papagayo.
  • Kinder der Tage. Deutsch von Lutz Kliche. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2013, ISBN 978-3-7795-0435-1.
  • El cumpleaños – Der Geburtstag
  • Cortés
  • Der Ball ist rund und die Tore lauern überall. Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1997, ISBN 3-293-20161-X.
Commons: Eduardo Galeano – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Taringa.net: Galeano y la dictatura, online: [1]
  2. a b Jean-Yves Mollier: Panama, un canal pour mémoire (= Collection «au fil de l’histoire»). Éditions Flammarion, Paris 2025, ISBN 978-2-08-048197-9, S. 159. 
  3. Unionsverlag: Autoreninfo, online: [2]
  4. a b Fabio Belaich: Eduardo Galeano y los zapatistas: con los dioses adentro - Por Luis Hernández Navarro. In: Nodal. 12. April 2019, abgerufen am 21. Dezember 2022. 
  5. Jorge Majfud: El poeta de los de abajo. In: El País. 14. April 2015, abgerufen am 23. Februar 2026. 
  6. Simon Romero: Eduardo Galeano, Uruguayan Voice of Anti-Capitalism, Is Dead at 74. In: The New York Times, 13. April 2015, abgerufen am 15. April 2015.
  7. Ulf Eriksson: Dagerman-priset till Eduardo Galeano. In: Svenska Dagbladet. 26. Mai 2010, abgerufen am 23. Februar 2026. 
  8. Peter Hammer Verlag: Autoreninfo, online: Archivierte Kopie (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  9. Toni Keppeler: Mexiko: Marcos ist jetzt Galeano. In: WOZ Die Wochenzeitung. 6. Mai 2015, abgerufen am 21. Dezember 2022. 
  10. Mujica a Galeano: “Gracias por tu vida, querido compañero”. In: El Pais Uruguay. 14. April 2015, abgerufen am 23. Mai 2022. 

Diese Seite weiterempfehlen

Werbung