FORVM » AutorInnen

Dobrica Ćosić

Foto: Von Stevan Kragujević - Übertragen aus sr.wikipedia nach Commons., CC BY-SA 3.0 rs, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32739378

Beiträge

Dobrica Ćosić

Gefährlicher Sozialismus

Über die sokratische Existenz der jugoslawischen Intellektuellen
März
1975

Auszüge aus der Ansprache des bekannten jugoslawischen Schriftstellers Dobrica Cosić (Partisanenroman „Fern ist die Sonne“) auf dem Symposium der Serbischen Philosophischen Gesellschaft in Divčibara am 9. Februar 1974, veröffentlicht in der philosophischen Zeitschrift Praxis (Nummer 3-5/Mai-Oktober (...)

Dobrica Ćosić bei Wikipedia

Dobrica Ćosić (1961)

Dobrica Ćosić [ˈdɔbritsa ˈtɕɔsitɕ] (serbisch-kyrill. Добрица Ћосић; * 29. Dezember 1921 in Velika Drenova, Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen; † 18. Mai 2014 in Belgrad[1]) war ein serbischer Schriftsteller, der 1992/1993 Präsident der Bundesrepublik Jugoslawien war.

Im Sommer 1953 weißt Ćosić als Erster öffentlich auf die Zustände in Goli Otok hin. Auf der Insel wurden moskautreue Kommunisten, wie der Serbe Sreten Žujović und der Kroate Andrija Hebrang misshandelt und politisch umerzogen. 1968, zur Regierungszeit Titos, vertrat Ćosić erstmals öffentlich die Meinung, dass vor allem die im Kosovo lebenden Serben durch andere Völker des damaligen „Vielvölkerstaates“ Jugoslawiens, namentlich die Albaner, unterdrückt würden und eine wichtigere Rolle spielen sollten. Direkt zu seinem Ausschluss führte eine Rede vor dem serbischen ZK, welche bei einer erneuten Veröffentlichung 1977 Anklang in intellektuellen Kreisen fand. Diese Haltung wurde vom Bund der Kommunisten Jugoslawiens nicht geduldet. Ćosić verlor alle Parteiämter und wurde wegen Chauvinismus aus der Partei ausgestoßen. Sein Ausschluss mindert seinen Einfluss nur geringfügig, da sich seine Schriftwerke weiter gut verkauften und Oppositionelle Gefallen an seinen Ideen fanden.

In der Folgezeit verfasste Ćosić eine große Zahl von Romanen und Novellen. Eine gewisse Popularität erlangte er in Serbien durch sein bekanntes Zitat, die Serben seien „Sieger im Krieg und Verlierer im Frieden“. Nach Titos Tod trat Ćosić als Verfechter einer „jugoslawischen Politik“ auf und wollte verhindern, dass Albaner im Kosovo einen eigenen Staat gründen. Unter Ćoćis Führung kam es zu der Gründung des Komitees zur Verteidigung der Gedanken- und Ausdrucksfreiheit, welche alle Betroffenen mit einer Anklagen wegen einem Verbaldelikt unterstützt. Dabei reihen sich in der Masse unweigerlich nationalistische Befürworter vor Demokraten. Im Januar 1985 unterzeichneten 216 serbische Intellektuelle unter seiner Führung eine Petition, in der sie die Kosovo-Serben zu Opfern eines Genozids erklären. Zwar bestritt er eine Mitarbeit am Sanu-Memorandum, das in Auszügen am 24. September 1986 in der Zeitung Večernje Novosti veröffentlicht wurde, verteidigte es jedoch als „anti-titoistisch“ und „pro-jugoslawisch“. Mit dem zweitgenannten Begriff begann er eine Umdeutung des Begriffs „Jugoslawien“, der in der serbischen Bevölkerung rasch aufgenommen wurde und später außenpolitisch für Verwirrungen sorgte. Zusammengefasst postuliert Ćosić wiederholt die Benachteiligung der Serben und fordert einen Staat für alle Serben.

Nach dem Zusammenbruch der SFR Jugoslawien wurde Ćosić zum Präsidenten der von Serbien und Montenegro gebildeten Bundesrepublik Jugoslawien gewählt. Dieses Amt hielt er etwa ein Jahr, vom 15. Juni 1992 bis zum 1. Juni 1993, inne. Nachfolger wurde Zoran Lilić. Mit dem Ende der Jugoslawienkriege war Ćosićs Popularität deutlich gesunken.

  • Die Sonne ist fern (Daleko je sunce), Volk und Welt, Berlin 1951.
  • Der Herd wird verlöschen (Koreni), 1954

Seine Romane rezipieren eine mythologische Vergangenheit Serbiens. Charakteristiken sind die Sava, Drina, Katholizismus als Antagonismus, der gemeinsame Leidenskampf im Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Commons: Dobrica Ćosić – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Dobrica Cosic dies aged 93 (Memento des Originals vom 18. Mai 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/inserbia.info

Diese Seite weiterempfehlen

Werbung