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Walter Manoschek

Beiträge von Walter Manoschek

Walter Manoschek

Die „Vaterländische Front“

Juli
1987

W. M., der im Frühjahr 1986 eine Broschüre mit dem schönen Titel „Pflichterfüllung“ (Löcker Verlag, öS 50,—, Gruppe „Neues Österreich“) herausgab, erzählt hier von der Vorgeschichte des „Anschluß“. Auf das offizielle „Jahr der Zeitgeschichte“ von 1985 begann 1986 die Abrechnung mit der realen Geschichte (...)

Walter Manoschek

Der Prozeß Carlebach contra Schafranek

März
1992

Maria Fritsche • Walter Manoschek

Vergessene Opfer

Die Aufarbeitung der Geschichte der Wehrmachtsdeserteure als erster Schritt zur Rehabilitierung
Mai
2002

Walter Manoschek bei Wikipedia

Walter Manoschek (2020)

Walter Manoschek (* 21. August 1957 in Wien) ist ein österreichischer Politikwissenschaftler und außerordentlicher Universitätsprofessor an der Universität Wien.

1990 schloss Manoschek sein Studium der Politikwissenschaft an der Universität Wien mit Dr. phil. ab und arbeitete von 1992 bis 2001 als Assistent am Institut für Staats- und Politikwissenschaft der Universität Wien. Seit 2001 ist er an derselben Universität für Politikwissenschaft habilitiert und Außerordentlicher Universitätsprofessor, von 2004 bis 2006 war er zudem Vorstand des Instituts für Staatswissenschaft dieser Universität.

Manoschek setzte sich im Rahmen seiner wissenschaftlichen Arbeit vor allem mit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Österreich und Deutschland auseinander und war als Herausgeber an der Veröffentlichung einiger Werke zu den Verbrechen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg beteiligt. Zudem betrieb er im Auftrag des Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Forschungen über die Geschichte der Opfer der NS-Militärjustiz[1], bei der er zu dem Ergebnis kam, dass in 1300 untersuchten Fällen österreichischer Wehrmachtsdeserteure nur in zwei Fällen ein Tötungsdelikt vorlag.[2] Manoschek erarbeitete mit anderen Historikern die von gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Seite kritisierte erste Wehrmachtsausstellung.

Im November 2012 wurde im Rahmen der 50. Viennale ein Dokumentarfilm von Walter Manoschek gezeigt. Die Doku Dann bin ich ja ein Mörder befasst sich mit dem Massaker von Deutsch Schützen.[3] Elfriede Jelinek schreibt über diesen Film: „Das ist eine große Kunst. Das ist bisher zu selten passiert, eben, wie gesagt, eine Darstellung ohne Eifer und ohne Zorn, von einem, der leidenschaftliche Teilnahme für die Opfer hat, ohne die Täter ahistorisch zu verteufeln und zu dämonisieren. Da versucht einer, der es weiß, trotzdem zu verstehen. Das ist sehr viel.“[4]

Schriften (Auswahl)

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  • Serbien ist judenfrei. Militärische Besatzungspolitik und Judenvernichtung in Serbien 1941/42 (= Beiträge zur Militärgeschichte; Bd. 38). Oldenbourg, München 1993, ISBN 978-3-486-55974-3 (zugl.: Wien, Univ., Diss.).
  • mit Gabriele Anderl: Gescheiterte Flucht. Der jüdische „Kladovo-Transport“ auf dem Weg nach Palästina 1939–42. Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1993, ISBN 3-85115-179-8.
  • (Hrsg.): "Es gibt nur eines für das Judentum: Vernichtung." Das Judenbild in deutschen Soldatenbriefen 1939–1944. Hamburger Edition, Hamburg 1995, ISBN 978-3-930908-05-9
  • Die Wehrmacht im Rassenkrieg, Wien 1996, ISBN 978-3854522959.
  • Opfer der NS-Militärjustiz. Urteilspraxis – Strafvollzug – Entschädigungspolitik in Österreich. Mandelbaum, Wien 2003, ISBN 3-85476-101-5.
  • (Hrsg.): Der Fall Rechnitz. Das Massaker an Juden im März 1945. Braumüller, Wien 2009, ISBN 978-3-7003-1714-2.
  • Dann bin ich ja ein Mörder! Adolf Storms und das Massaker an Juden in Deutsch Schützen. Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1650-8.
  • Vernichtet. Die österreichischen Juden und Jüdinnen in den Ghettos des Generalgouvernements 1941/1942. Czernin, Wien 2023, ISBN 978-3-7076-0821-2.
Commons: Walter Manoschek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. NS-Opfer kritisieren Staat.@1@2Vorlage:Toter Link/search.salzburg.com (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Salzburger Nachrichten 4. Mai 2004.
  2. Strache-Zahlen zu Wehrmachts-Deserteuren „abstrus“. (Memento vom 11. August 2014 im Internet Archive) Kleine Zeitung vom 15. September 2009.
  3. Im Gespräch: Regisseur und Politikwissenschafter Walter Manoschek medienportal.univie.ac.at, abgerufen am 9. November 2012
  4. Elfriede Jelinek über “Dann bin ich ja ein Mörder”, Website Walter Manoschek (Memento des Originals vom 20. Juli 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.waltermanoschek.at, 25. Februar 2013

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