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Susanne Heim

Susanne Heim bei Wikipedia

Susanne Heim (* 13. Dezember 1955 in Oldenburg in Holstein) ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin und Historikerin mit den Themenschwerpunkten Nationalsozialismus, Holocaust, internationale Flüchtlings- sowie Bevölkerungspolitik.

Werdegang und Wirken

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Susanne Heim wuchs in St. Annen in Holstein auf. Nach dem Abitur in Husum 1974 studierte sie von 1974 bis 1981 Politologie, Geschichte und Literaturwissenschaft in Hamburg und Berlin.[1] 1981 machte sie ihr Diplom in Politologie an der Universität Hamburg. Als Examensarbeit legte die Enkelin eines der Führer der schleswig-holsteinischen Landvolkbewegung, Claus Heim, eine Untersuchung mit dem Titel Die Landvolkbewegung in Schleswig-Holstein 1928/29. Eine Analyse ihrer sozioökonomischen Entstehungsbedingungen vor.

Von 1985 bis 1989 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hamburger Institut für Sozialforschung, wo sie sich mit dem Projekt „Täterbiographien im Nationalsozialismus“ befasste. 1991 wurde Heim am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin mit einer von Wolf-Dieter Narr betreuten Arbeit über die deutsche Besatzungsherrschaft in Polen während des Zweiten Weltkriegs promoviert.

Von 1991 bis 1993 arbeitete Heim als Redakteurin beim Gen-ethischen Informationsdienst in Berlin. Von 1996 bis 1997 war sie als Fellow am International Research Center for Holocaust Studies der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem in Israel tätig. 2002 habilitierte sie sich am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaft der FU Berlin. Im Jahr 2002 war sie als Charles Revson Fellow for Archival Research zu einem Forschungsaufenthalt am Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C. in den USA. Von 1999 bis 2005 war Heim als wissenschaftliche Mitarbeiterin beziehungsweise seit 2004 als Leiterin am Forschungsprogramm „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“ der Max-Planck-Gesellschaft beteiligt. Ihr Arbeitsschwerpunkt lag bei der „Lebensraum“-Forschung in Kaiser-Wilhelm-Instituten.

Heim war Projektleiterin der wissenschaftlichen Edition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945“.[2] Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft von 2005 bis 2024 geförderte Edition umfasst 16 Bände mit knapp 5.500 Dokumenten auf über 13.000 Seiten; der letzte Band erschien 2021, eine Abschlusskonferenz fand im Mai 2023 in Berlin statt.[3] In der Quellenedition werden neben Dokumenten der Täterseite auch Zeugnisse von Opfern, Dritten in den jeweiligen Ländern sowie Aufzeichnungen ausländischer Beobachter ediert.[3]

Im Wintersemester 2009/10 hatte Heim eine Gastprofessur an der Universität Wien inne. Sie ist seit 2010 Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI).

Mit dem 2026 erschienenen Buch Die Abschottung der Welt. Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933–1945 untersuchte Heim die internationalen Reaktionen auf Flucht und Vertreibung von Juden aus dem nationalsozialistischen Deutschland von 1933 bis 1945.[4] Das Buch betrachtet Völkerbund, jüdische Unterstützungsgruppen, NS-Regime und Flüchtlinge und arbeitet das Jahr 1938 mit der Vertreibung Tausender Juden nach dem Anschluss Österreichs und der Besetzung des Sudetenlands als Schlüsseljahr heraus.[4] Als Stationen der gescheiterten Rettungs- und Aufnahmebemühungen behandelt sie die Konferenz von Évian (1938), den Rublee-Schacht-Plan (1939) und die Konferenz von Bermuda (1943).[4]

Seit vielen Jahren lebt sie mit Thomas Schmid zusammen, einem Auslandsreporter für die Berliner Zeitung.[5]

Schriften (Auswahl)

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  • Die Abschottung der Welt. Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933–1945. Verlag C.H. Beck, München 2026, ISBN 978-3-406-84301-3.[4]
  • Mit Ulrich Dillmann: Fluchtpunkt Karibik. Jüdische Emigranten in der Dominikanischen Republik. Ch. Links Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-551-5.
  • Kalorien, Kautschuk, Karrieren. Pflanzenzüchtung und landwirtschaftliche Forschung in Kaiser-Wilhelm-Instituten 1933 bis 1945 (= Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus, Band 5). Wallstein Verlag, Göttingen 2003, ISBN 3-89244-696-2.
  • Mit Götz Aly: Vordenker der Vernichtung. Auschwitz und die deutschen Pläne für eine neue europäische Ordnung. Durchgesehene Ausgabe, Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-596-11268-0 (Lizenzausgabe des Hoffmann-und-Campe-Verlags, Hamburg 1991); erweiterte Neuausgabe Fischer Taschenbuch, Frankfurt/Main 2013, ISBN 978-3-596-19510-7.
  • Mit Götz Aly: Architects of Annihilation. Auschwitz and the Logic of Destruction. Weidenfeld and Nicolson, London 2002, ISBN 0-297-84278-1.
  • Gibt es eine Ökonomie der „Endlösung“? Wirtschaftsrationalisierung und Vernichtungspolitik im besetzten Polen 1939 bis 1945. Freie Universität, Dissertation, Berlin 1991.

Herausgeberschaften

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Einzelnachweise

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  1. Susanne Heim Forschungsgruppe Zeitgeschichte an der Universität Freiburg.
  2. Projektbüro. In: Institut für Zeitgeschichte München–Berlin. Abgerufen am 23. Juni 2026. 
  3. a b Edition: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. In: GEPRIS – Deutsche Forschungsgemeinschaft. Abgerufen am 23. Juni 2026. 
  4. a b c d Stefan Reinecke: Buch über Abweisung vertriebener Juden: Im Niemandsland. In: die tageszeitung. 23. Juni 2026, abgerufen am 23. Juni 2026. 
  5. Interview mit Arno Widmann in der Frankfurter Rundschau, 10. September 2014.

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